Der lachsfressenden Wolperdinger ruft

Der lachsfressenden Wolperdinger ruft

Drei mehr oder weniger Stadtkinder ziehen aus, um den Weihnachtsfeiertagen zu entgehen. Die Berghütte liegt weit ab vom Schuss auf einem Berg (Hügel) und ist bei den Witterungsverhältnissen, die wir dieses Weihnachten hatten, nur mit dem Traktor oder äußerst beschwerlich zu Fuß zu erreichen. In der ersten Nacht, leider ohne meine Anwesenheit, gab es einen Stromausfall, da die Solarzelle auf dem Dach der Hütte so verschneit war, dass es unter Tags quasi nicht zu einer Stromerzeugung gekommen war. Es gibt zwar auch eine Gaslampe, aber die haben sie sich nicht getraut anzumachen. Und nach der zweiten Dachlawine waren sie so verschreckt, dass sie früh ins Bett gegangen sind und konnten dann somit auch die halbe Nacht nicht schlafen, da sie lauter schlimme Geräusche gehört haben. Das Knacken des Ofen und das Plätschern der Kuhtränke hören sich in der nächtlichen Stille an, als wären gleich alle irren Axtmörder der Welt mit samt ihrer blutigen Opfer, die just in diesem Moment als Zombies wieder auferstanden sind, zu dieser einen Hütte unterwegs, um die beiden Stadtkinder erst zu zerhacken und dann halb aufzufressen, aber nur um die Überreste dann den vielen bayrischen wilden Waldbewohnern vorzuwerfen. Diese waldigen Wildtiere sind es, die auch untertags ihnen nach dem Leben trachten, deswegen waren sie auch bei Tag auf der Hut. Bewaffnet mit der Axt und dem Sax, vom einzigen ‚Mann‘ auf dieser Hütte, gehen sie in der Nacht auch nur zu zweit zum Pinkeln. Eine nicht ganz so stille Nacht, wie damals beim Heiland, aber sie haben es definitiv überlebt und rufen mich am nächsten Tag ungefähr 20 mal an, weil sie tausend Sachen vergessen haben, wie zum Beispiel die Zahnbürste.

Ich komme am ersten Weihnachtstag am Vorort des Geschehens an und auf der Suche nach dem Bauernhof, wird mein Weg von einem riesigen Eisbrocken versperrt. Es scheint mir so, als würden die Bewohner des Bauernhofes keinen Besuch erwarten wollen. Hm. Ich rufe an bei den Bauersleuten an und frage, ob ich den Eisbrocken aus dem Weg schieben darf. Etwas unverstanden räume ich den Brocken weg und teste die Geländefähigkeit meines Nemos auf Herz und Nieren. Ich trete durch die Haustür und schreite mit diesem einen Schritt quasi 100 Jahre in die Vergangenheit. Vier stramme Burschen sitzen an einem Tisch und frönen dem Gerstensaft und das Spiel des geköpften Schafes. Der erste Satz den ich glaube zu verstehen ist: ‚Auweh, Voda. De derfst du aufi foarn!‘ Der Jungbauer versucht sein errötetes Gesicht zu verbergen, indem er den Kopf auf den Tisch schlägt, immer und immer wieder. Man könnte sagen, dass mein Auftritt eine einschlagende Wirkung hatte. Die drei anderen Burschen scheinen zwar von mir fasziniert zu sein, trauen sich aber nur über ihren Kartenrand hinaus auf mich herab zu blicken, obwohl sie sitzen und ich stehe. Hm. Ein schwarzer Hund kommt mir entgehen gelaufen. Er scheint ernsthaft der Einzige zu sein, der sich ernsthaft freut mich zu sehen. Er schmeißt sich gleich auf den Rücken und lässt sich von mir kraulen. Sein gotterbärmlicher Gestank treibt mir die Tränen in die Augen. Es wäre mir wesentlich lieber gewesen, wenn einer der Burschen mich auf den Rücken geschmissen hätte, um mich durchzukraulen. Hm. Meine äußerst schmutzigen Gedanken werden vom Bauern unterbrochen, der mir einen Schnaps anbietet. Ich antworte: ‚Na, na, dann werd i ja glei bsoffn!‘ Himmel, bayrisch verlernt man ja wirklich nie. Ich muss ihm aber versprechen, dass wir oben einen Schnaps trinken. Wie gut, dass mir meine Mutter einen Schlehenschnaps mitgegeben hat.

Ein noch kleinerer Bub fährt mit mir zum Parkplatz, der einzigen Wirtschaft der Gegend. Meine sieben Sachen werden auf den Traktor gepackt und ich muss auf dem Trittbrett mitfahren. Ich schwitze Blut und Wasser, dass nicht mein IKEA Sack, mit meinem Laptop drin, vom Traktor fällt. Dieses äußerst abenteuerliche Anreise, darf ich in der Arbeit niemanden erzählen, weil mit Arbeitssicherheit, hat dieses Fortbewegungsmöglichkeit nicht besonders viel zu tun gehabt. Hm. Gut, dem Bauern wird schon nichts passieren, aber der Bua und ich hinten auf dem Trittbrett, das wahrscheinlich eine Anhängerkupplung ist, haben noch eine IKEA Sack und meine Kraxe zwischen den Beinen auf der Trittfläche stehen. Nachdem es gerade jetzt taut, wird auch alles inklusive mir während der recht abenteuerliche Fahrt nass gespritzt. Der Bub hat mir einen historischen Landwirtschaftsvortag gehalten, bis ich ihm erzählt habe, dass ich Mittelalterdarsteller nur im Nebenberuf bin und eigentlich in einem Amt arbeite. Jetzt schildert er mir alle Arbeitsunfälle der Gegend, die in den letzten Jahren passiert sind. Oben angekommen, werd ich Stadtkind bis vor die Tür der Hütte gefahren und die beiden Bewohner freuen sich wie die Schnitzel, auch wenn es gerade nicht schneit. So, ausladen und dann gibt’s an Schnaps. Der Bauer ist einigermaßen vom Schlehenschnaps meiner Mutter begeistert und läd mich seinerseits auf eine Schnapsprobe im nächsten Jahr zu erm aufm Hof ein. Gut, ich oder der Schnaps meiner Mutter, oder beides, müssen doch tatsächlich einen ziemlichen Eindruck hinterlassen haben. (Der Schnaps meiner Mutter, ist auch ernsthaft ein schöner Titel für ein Buch!)

Der Bauer erklärt uns Stadtkinder die Gaslampe und fahrt dann mit dem Buben wieder ins Tal. Jetzt sind wir mutterseelen allein in der Wildnis. Die Erholung kann beginnen. Ich höre das Geräusch einer SMS. Hm. Wir haben doch Netz. Ja, Isoldes Handy schon. Meines nicht. Ich beschließe es auszuschalten. Meine Immer-wieder-Ex-Mitbewohnerin erwischt mich dabei, wie ich die ganze Hütte nach einer Steckdose absuche. Sie meint, dass da keine wären, sie hätte gestern schon alles durchsucht. Wir ratschen bis es richtig dunkel ist, dann machen wir das Gaslicht an. Ich bin jetzt die Gasbeauftragte hier auf der Hütte. Die Beiden erzählen mir von der letzten Nacht und sie geben zu, dass sie doch Stadtkinder sind. Da muss ich jetzt aber mal sagen, ich bin wesentlich näher an der Großen Stadt aufgewachsen, als die anderen Beiden, stelle mich aber in der Wildnis nicht ganz so blöd an. Gut, ich habe eine Axt mit auf die Hütte genommen, aber nur aus Prinzip, weil Hauptsache man hat ne Axt dabei. Wenn ich ehrlich bin, warte ich ja nur auf den irren Axtmörder um ihm einen Heiratsantrag zu machen. Wir kochen Rouladen. Ich bin jetzt auch Schnipselbeauftragte. Ich mache ein fast perfektes MORETVM, aber für die Jahreszeit war das MORETVM schon ganz in Ordnung. Aber finde du mal mitten im Winter mal frische Kräuter, die nicht aussehen wie obszöne Pilzgewächse. Ganz nebenbei spielen wir eine Runde Monopoly und nach dem Essen ‚Pflicht an der Wahrheit‘. Ein Mischung aus Wahrheit oder Pflicht und Flaschendrehen, nur ohne Flasche und ohne Drehen, dafür aber mit Würfel. Ich bitte nächtliche Anrufe zu entschuldigen, das war alles Bestandteil vom Spiel.

Irgendwann gingen wir dann schlafen und unsere Nachtruhe würde dann nur noch von Isoldes nächtliche Aktivitäten gestört.

Am nächsten Morgen waren wir dann erschreckend früh wach, wir machten Frühstück und stellten fest, dass unser Lachsfrühstück wohl des Nächtens von jemanden anderen gefressen wurde. Unser nächtlicher Besucher hatte sich durch unsere Vorräte gefressen und hatte auch nicht vor Plastikfolie zurückgeschreckt. Wir rätselten den ganzen Tag, wer oder was sich über unsere Vorräte hergemacht hatten. Isolde hörte überall Geräusche. Er behauptet steif und fest, es wären Ratten. Ich behaupte es war der gemeine Wolperdinger und meine Immer-wieder-Ex-Mitbewohnerin behauptet, dass der Hans in der Nacht hier rauf gekommen ist, um sich für den nächtlichen Anruf zu rächen und unsere Vorräte zu vernichten. Der vollgefressene Hans liegt jetzt irgendwo im Wald und rülpst Plastikfolie. Und deswegen die komischen Geräusche.

Nichts desto Trotz machen wir einen authentischen Wanderausflug. Wir machen voll authentische Überfallfotos. Gut, der Wikinger hätte nie einer Marketenderin aus dem 15. Jahrhundert überfallen können, aber wir wollen ja mal nicht so sein. Wir erschreckten auf dem Weg zurück zur Hütte noch ein paar Wanderer und dann rutschten wir mit IKEA-Säcken den Berg hinunter. Das sieht in mittelalterlichen Klamotten echt total bescheuert aus, macht aber einen riesen Spaß. Man muss nur schauen, dass man den Rock nicht unter den Sack bekommt, sonst haut es einen gewaltig aufs Maul. Und IKEA-Sackrutschen ist der erste Sport neben Sumo und Wettessen, wo Übergewicht ernsthaft von Vorteil zu sein scheint. Wir hatten einen Heidenspaß und kamen völlig durchgefroren in die Hütte zurück. Und jetzt begangen wir den schlimmsten Fehler, den wir je begehen konnten und ich tadle nochmal alle, die uns nicht vorgewarnt hatten. Wir bekamen das Munschkin-Fieber und spielten, selbst den unheimlichen Geräuschen und den noch unheimlicheren Stromausfall trotzend, die ganze Nacht. Es ist echt immer eine ganz komische Situation, wenn plötzlich das Licht ausgeht und alles Stock dunkel ist. Mit Gaslicht spielten wir die halbe Nacht. Am nächsten Morgen, aßen wir die Reste, putzen die Hütte und spülten das Geschirr. Mir dem Traktor ging es wieder runter ins Tal. Es waren nur ein paar Tage auf der Hütte, aber ich bin wirklich total entspannt, auch wenn ich kein Wort geschrieben habe, habe ich doch viele Eindrücke mitgenommen. Werd wohl die nächsten Tage ganz viele Berg, Wald und Schnee-Geschichten schreiben.

Seit dem ich wieder zurück bin von der Hütte, lassen mich die Berge nicht wieder los, ich hab Föhn und sehe von meinem Büro auf die Berge, die immer noch nach mir rufen. Habe mir überlegt, wie es ist allein auf der Hütte zu sein. Es ist unglaublich idyllisch dort und die Ruhe lässt einen tatsächlich entspannen, nur sobald man wieder in der Stadt ist, artet wieder alles in Stress aus. Laufe immer noch mit meinen Wanderstiefel rum, weil meine Stadtschuhe immer noch unter der Heizung stehen, sie haben den Hüttenaufenthalt nicht so sportlich überstanden, wie ich. Hm.

Die Weihnachtsfeiertage haben wir so entspannt wie möglich hinter uns gebracht und nun hat uns der Alltagsstress wieder. Freu mich schon aufs nächste Mal.

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Wolken, Bruch und Hagel

Jakobsweg Zeitreise – Wolken, Bruch und Hagel

Es ist jetzt Mittwoch, der 02.04.08 und es regnet. Wir sind unterwegs nach Lindau (im Rottal) und ich bemerke nicht nur, dass ich von oben ganz schön nass werde, sondern dass mein linker Fuß auch langsam von unten ganz schön nass wird. Dieser blöden Holzschuh. Ach und der Wasserschlauch tropft… was aber bei dem Wetter reichlich wurscht ist.
Nach Lindau untersuchte ich meinen Schuh genauer. Es zog sich ein dicker Spalt von der Ferse bis zum Ballen. Ich band die Schuhe mit Lederbändern zusammen und wir liefen weiter. Wir wurden immer ruhiger, vor Anstrengung und weil wir nicht wussten, wie lange wir mit meinen Schuhen noch kommen würden.

Der Morgenschiss kommt ganz gewiss, auch wenn es spät am Abend ist. Nach einer kleinen Zwangspause in einem Bushäuschens bzw. hinter einem Bushäuschen gingen wir dann weiter…
Es hatte auch zum Regnen soweit aufgehört, dass wir zumindest von oben nicht mehr nass wurden. Irgendwo zwischen Mitterham und Oberschwärzenbach sprang eine Frau aus ihrem Haus und fragte uns, ob sie uns was Gutes tun kann. Ich wollte sie nicht fragen, welche Schuhgröße sie hatte. Sie war ganz erstaunt, dass der Jakobsweg bei ihrem Haus vorbeiführt. Wenige Minuten später, irgendwo nach Oberschwärzenbach, war ein altes alleinstehendes Haus am Wegesrand. Vorne war ein alter Stall zu einem Wohnhaus umbebaut worden, aber auch schon wieder halb verfallen, vorallem der Balkon. Hinten im Garten war ein total zerfallenes Wohnhaus. Wir gingen an dem Grundstück vorbei und als ich zurückblickte, erkannte ich einen roten Fleck neben dem Haus. Es sah so aus, als würde da jemand kauern. Ich ging dann doch ein paar Schritte zurück und rief nach Hanna. In dem Moment rappelte sich eine alte Frau auf. Ich rief, ob wir ihr helfen können. Ich weis nicht ob sie mich wirklich verstand, aber sie winkte ab. Eine komische Begegnung, wir gingen weiter…
Wir kamen endlich in Tettenweis an, es regnete wieder so halb und wir holten uns einen Stempel im Rathaus und ich humpelte in einen Edeka, um zu fragen, ob sie Schuhe hätten,
sie hatten keine, aber die schickten mich in einen richtigen Schuhladen, ich konnte es kaum glauben. Wir stellten die Kraxen beim Wirthauseingangshütterl unter und Hanna blieb dort und ich ging allein auf Schuhmission.
Neben der Klostermauer fand ich tatsächlich einen kleinen uralten Schuhladen und ich ging hinein. Ein alter Mann musterte mich und ich erzählte ihm von meinem Schuhbruch und von der Pilgerschaft. Und er hatte tatsächlich ein paar Schuhe für mich, für 19 Euro. Es sind zwar echt hässliche dreckigweiße Omaschuhe, aber sie passten und sie waren aus Leder…
Beschwingt und froh lief ich zu Hanna zurück. Ich wollte die kaputten Holzschuhe auf keinen Fall wegschmeißen, sie hatten mich ja doch die ganze letzte Saison und bis hierher begleitet, aber ich wollte sie auch nicht mitschleppen, also machte ich mich auf die Suche nach einer Post, wenn ich in diesem Dorf einen Schuhladen finde, dann finde ich auch die Post. Und tatsächlich fragte ich eine Dame in einem Postauto, die aus dem Rathaus kam, nach einer Postfiliale und im hiesigen Café wäre eine Postagentur.
Dort angekommen, konnte ich tatsächlich meine Holzschuhe nachhause schicken, schweren Herzens und ein wenig unauthentischer ging es weiter.
Die Holzschuhe waren übrigens nicht nur durchgebrochen, sondern auf dem Weg von Rotthof hierher hatte ich mir ein Zweieurostück großes Loch hineingelaufen.
Wir laufen also weiter und als wir wieder am Schuhladen waren, wurde das Wetter wieder schlechter als zuvor und wir beschlossen ins Kloster zu gehen um den nächsten Schauer abzuwarten.
Das Benediktinerinnen Kloster St. Gertrud nahm uns auf und einige Nonnen waren ganz neugierig auf uns. Wir unterhielten uns lange und sie erzählten uns, dass vor einen halben Jahr, auch eine Pilgerin hier durchgekommen war, und sie hätte ihnen eine Karte geschickt, aus Santiago. Eine reife Leistung.
Laut Map24 sind es vom Passau, Domplatz bis Santiago 2512,62 km mit dem Auto und in 26,48 Stunden wär man da, ohne Pausen natürlich. Gehen wir mal davon aus, dass es
mehr als 3000 km sind, wenn man zu Fuß geht. Dann wäre die Dame einen Schnitt von 16,67 km am Tag gelaufen, das ist also eine reife Leistung.
Um uns jetzt noch ganz zu ernüchtern, unser Schnitt nach 5 Tagen war 11,48 km am Tag, des macht dann bis Santiago 261,32 Tage, des sollten wir doch dann tatsächlich bis zum Rentenalter schaffen, wenn wir im Jahr zwecks gemeinsamer Urlaubsplanung im Schnitt 10 Tage laufen können, dann sollte wir in 26,10 Jahren angekommen sein, wenn nichts dazwischen kommt. (Mittlerweile habe ich mich entschlossen, nächstes Jahr alleine weiter zu Pilgern. Ob ich dann allein schneller vorankomme, weis ich nicht. Fürs Jahr 2009 sind
erstmal 3 Wochen geplant)

Huch, wir saßen ja immer noch im Kloster….Eine Nonne fragte uns, ob wir dann auch beten würden. Betretendes Schweigen: ‚Ähm, bis jetzt noch nicht, aber vielleicht kommts noch!‘ Du sollst nicht Lügen, aber so wirklich gebetet haben wir ja auch nicht, und des mit dem Zwölfender wollte ich der Nonne dann doch nicht erzählen. Dann ist mir noch aufgefallen, dass es in diesem Frauen tatsächlich eine Männertoilette gab. Ich stelle keine blöden Fragen mehr.
Wir entschlossen uns dann trotz dem komischen Aprilwetters weiterzulaufen. Nach Tettenweis ging es ganz gut, ich hatte ja auch neue Schuhe, die Sonne spitzte raus und die Gegend durch die wir jetzt kamen, war irgendwie sehr nobelig, des Grünwald von Tettenweis quasi. Wir sahen sogar so was wie eine Römervilla und wir dichteten wieder ein Gedicht an den Zwölfender und an Montezuma usw. Danke, dass wir noch keine Scheißerei bekommen haben….
Wenig später wurde der Trinkschlauch im hohen Bogen beerdigt, er hatte zwar irgendwie länger durchgehalten, als meine Holzschuhe, aber irgendwie ist er mir nicht so ans Herz gewachse
n.
Bei Großhaarbach gingen wir eine kleine Abkürzung, aber nur um über eine alte Brücke zu gehen, die neben der Straße auf einer Wiese war, wir gingen schnurstracks auf eine Kapelle zu, die sich dann doch als Feuerwehrhaus entpuppte.
Das Postauto von Tettenweis verfolgte uns schon seit einer Weile, und machte dies auch weiter. Zur Post fällt mir auch noch was ein, ich habe schon seit langen nicht mehr so viele gelbe Telefonzellen gesehen, wie in den letzten 4 Tagen. Ich sollte mich doch öfters im Outback herumtreiben….
Wir gingen noch eine Weile und bei der nächsten Bank unter zwei Birken machten wir Pause und Mahlzeit. Nach dem Essen zog wieder ein Wetter auf und wir bauten uns einen Unterstand aus unseren zwei Zeltplanen und wollten darunter das Wetter abwarten. Eine Plane kam über die beiden Kraxen die vor der Bank standen und die andere Plane hatten wir über unsere Köpfe gezogen und unsere Wanderstäbe hielten die Dachspitze fest. Muss ein lustiges Bild gewesen sein, für diejenigen, die mit dem Auto vorbeigefahren sind. Es fing an zu regnen und dann zu hageln und wir hatten es zumindest trocken und halbwegs warm.
Mehre Autos hielten um zu fragen, was das denn soll. Eines davon, war wohl, das Auto von Niederländern? Sie führen an uns vorbei und hielten dann doch. Sie boten uns an, wenn sie wieder zurückkommen würden, dass sie uns dann eine Schelte anbieten würden. Jetzt ist natürlich die Frage was eine Schelte auf holländisch heißt, weil in Bayern ist des übrigens eine Watschn. Hhm…Okay…nach ausführlicherem Googeln, wollten
sie uns dann doch eher schimpfen oder watschen.
Wir hatten ja gedacht, dass sie uns vielleicht auf eine Suppe einladen wollten und Schelte auf holländisch vielleicht doch Brotzeit heißt. Gut dass es dann irgendwann zum Regnen aufgehört hat.
Der Weg nach  war wahnsinnig schön, obwohl wir nur auf der Straße gingen, ging es eigentlich nur Bergauf und das war Wetter äußerst bescheiden, aber die Landschaft war einfach der Hammer. Viele kleine alte Höfe säumten links und rechts die Straße, die in langgezogenen Serpentinen den Berg hinauf zog.
Mittlerweile mutieren wir wirklich zu Bergziegen, wir haben richtig Spaß dabei, den Berg hinaufzugehen. Und wir waren auch längst nicht mehr so außer Atem, wie zu Beginn unserer Reise. Schade ist nur, dass ich aufgrund des schlechten Wetters fast keine Fotos geschossen habe. Aber die Eindrücke werde ich so schnell nicht vergessen.
Ich überlege mir, ob ich im Sommer mal nochmal hierher fahre, einfach der Aussicht wegen und wegen den Fotos, die ich jetzt nicht geschossen habe.
Es ging jetzt wieder Bergab und die Häuser wurden immer neuer, aber sie waren immer noch schön. Wir gingen nun immer schneller, da schon wieder ein Regenschauer uns hinterher jagte. Wir haben es gerade noch in eine Bushaltestelle geschafft, als wieder ein Platzregen über uns herein brach. Nach dem Regen gingen wir weiter und in Karpfham angekommen, wussten wir auch warum es Karpfham heißt. Im Wappen war ein toter Karpfen, der von einem Pfeil erschossen wurde. Wie nett!
Wir gingen weiter und wieder war alles total ausgestorben. Wir stellten uns noch ein Paar mal unter, wenn der Regen wieder stärker wurde. Aber wir mussten weiter, nach einer Unterkunft fragen, aber es war keine Menschenseele auf der Straße zu sehen. Wir liefen wiedermal zur Kirche und diesmal hatten wir Glück, neben der Kirche war ein Kath. Pfarramt und es war auch offen. Mal schauen, ob unser Glück uns doch weiter hold ist.

Eine authentische Erkenntnis

Jakobsweg Zeitreise – Eine authentische Erkenntnis

Ich schrieb ja vorhin, wir wollten uns noch ein bisschen frischmachen (sofern des überhaupt möglich war!) und in einen meiner ersten Blogs zum Jakobsweg hatte ich schon erwähnt, dass ich kein Deo mitnehmen wollte, da es ja so furchtbar unauthentisch war.
Ich fand, bei den ganzen unauthentischen Sachen, die ich eh schon dabei hatte, könnte ich mein Deo wirklich daheim lassen: Handy, Ladegerät, Digicam, Ersatzakku, Ersatzkarte, Ladegerät, EC-Karte, Ausweis, Pilgerpass, Reiseführer, Diverse Tabletten und Cremes für meine Allergie, Kopfschmerzetabletten, die Pille, meine Allergiepässe, Krankenkassenkarte, Geld, mehrere Labellostifte (die ich auch aufgebraucht hatte!), Kaugummis, Riccola, Schokolade, Unterwäsche, Zahnbürste, Zahnpasta, zwei Kugelschreiber, Erstehilfeset mit Nagelschere, die ich übrigens gebraucht habe, da ich mir im Neuburger Wald meine Fingernägel komplett gestutzt hatte und die Nagelfeile, die ich übrigens nicht gebraucht habe, mangels Fingernägel, aber eigentlich ein wichtiges Instrument ist, falls man was aufbrechen muss und um festgezogene Knoten zu lösen, werde ich sie auch beim nächsten Mal wieder einpacken.
Ja, des Deo liegt in der Handtasche bei den Ohrstäbchen und ich habe es bis zu dem Moment nicht vermisst, als ich mich frischmachen wollte, um in die Küche runter zu gehen, damit ich endlich meinen schwarzen Tee kriegen würde.

Am Tag zuvor hatte ich die Hanna noch belächelt, als sie sich mit Innbrackwasser versuchte zu waschen, als sie feststellte, dass sie zu riechen anfangen würde. Und ich bei mir noch nichts roch, es war alles so wie immer, weil ich stinke ja nicht, habe ich immer behauptet, da ich ja keinen unangenehmen Körpergeruch an mir habe. Deswegen war die Entscheidung auch so leicht gewesen, mein Deo in der Handtasche zurückzulassen.
Und jetzt steh ich da, in einen Bauernhaus in Rotthof und es ist mir furchtbar peinlich, weil ich gotterbärmlich rieche und nachdem ich des bei mir ja nicht gewohnt bin, ist es mir gleich nochmal peinlicher, was müssen jetzt die netten Leute denken, die uns grad so nett in ihrem Haus aufgenommen hatten. Und ich stinke wie eine Assel. Was hätte ich jetzt für ein Sprühdeo getan, war mir des peinlich…da hilft auch keine Müffelsäckchen mehr, wenn es riecht oder kriecht, Müffelsäckchen, gegen die unangenehmen Dinge des Lebens, eure Quacksalberin.
Und aufgefallen ist es mir erst, als ich alles ausgezogen hatte, was ich unter meiner Bluse trug, weil mir so warm war. Ich hatte jetzt seit Sonntag mein Unterkleid an und drüber meine Omasthermowollunterwäschelangesunterhemd, einen Nierenwärmer und darüber noch meine Bluse und dann das Mieder. Zum Glück stank die Bluse und des Mieder alleine nicht so, wie der Rest. Ich versuchte das Geruchsgrauen zum Lüften aufzuhängen und dann gingen wir doch runter. Und der Tee und die netten Gespräche lenkten mich ein bisschen ab, von meinem Gestank und ich glaube dass es vielleicht gar nicht so schlimm war, es hat zumindest keiner „Böööööh!“ geschrieen, als ich die Küche betrat.
Später dann in der Dusche versuchte ich einige Klamotten zumindest ein bisschen mitzuduschen und meine Rosmarinseife tat ihre Pflicht. Ich kam mir wieder sauber vor und ich konnte die erste Nacht gut Schlafen, ohne Träume und Fantasien und ohne dass mir jemand den Arsch unterm Fell wegschiebt. Es war einfach himmlisch.
Das Aufstehen viel mir wie immer sehr schwer, aber so ist im richtigen Leben ja auch, ich schaffe es keinen Tag vor 9.00 Uhr ins Büro und oft wird es nach 10.00 Uhr. Deswegen finde ich es immer noch so erstaunlich, dass ich es tatsächlich geschafft habe, jeden Tag so früh aufzustehen und hab dann zwar oft gedritschelt, aber doch sind wir von Tag zu Tag immer zeitiger losgekommen. Am frühen Morgen läuft sichs einfach besser und weiter.
Dieser Morgen war für uns auch ganz besonders, die Mutter war schon wach und machte uns das Teewasser warm. Unser Müsli und unsere Milch wurde verputzt und ich war so froh über meinen . Und das Gewicht was wir durch des Essen einsparten, packte ich dann mit meinem Thermobecher mit Tee wieder drauf.
Das Wetter war reichlich beschissen und der Wetterbericht besagte, nichts Gutes. Wir mussten aber trotzdem los, und die ganze Familie verabschiedete sich herzlich von uns, Fotos wurden gemacht und dann zogen wir schweren Herzens von dannen.

Überfall der etwas anderen Art

Jakobsweg Zeitreise – Überfall der etwas anderen Art

Hab gerade feststellen müssen, dass ich immer noch vom Dienstag, dem 01.04.08 erzähle und dass ich schon beim 11. Blog bin und ich aber noch so viel Schreiben muss und dann hab ich wahrscheinlich noch die Hälfte vergessen. Es ist einfach erschreckend. Ganz nebenbei, hab ich meine Schreibmappe rausgezogen, wo ich noch eine DinA 4 Seite vollgeschrieben (vorne und hinten!) mit Titelzeilenstichwörtern gefunden habe, die ich alle noch schreiben muss, damit ich alles geschrieben hab, was ich über mein verkorkstes Geschlechtsleben wirklich noch schreiben wollte. Sollte mir vielleicht doch mal nen Computer zulegen (Habe ich zumindest mittlerweile getan…mein Laptop „Dachsschlächter“ steht mir treu zur Seite!)…Dann wollte ich ja mindestens noch 3 Bücher (mittlerweile sind es schon 6 Buchideen) schreiben. Ich muss kündigen, damit ich mehr Zeit habe…. egal. (Ich nütze gerade meinen 2 wöchigen Weihnachtsurlaub 08/09 um meine Jakobsgeschichte fertig zu schreiben, bevor ich im Frühling wieder zum Pilgern gehe.–> Komisch ist, dass ich jedes Jahr zu Weihnachten katholisch werde und meine Pilgergeschichten überarbeite. Hm!)
Als Erstes sollte ich mal aufhören ständig abzuschweifen, dann werd ich vielleicht dieses Jahr noch mit meinem Reisebericht fertig. (Ich hoffe es inständig!)
Sollte ich wirklich, weil wir wollen ja sobald es die Zeit erlaubt, weiterlaufen und wir haben tatsächlich schon mehrere Menschen soweit inspiriert, dass sie mitlaufen wollen…wir werden es sehen…(Habe es dieses Jahr leider nicht mehr geschafft! Ich leide richtig darunter nicht zu Pilgern. Ich sauge gerade alle in mich hinein, was irgendwelche Pilger geschrieben haben. Besonders das (Hör)Buch von Hape Kerkeling hat mich so bewegt, dass ich jetzt meinen nicht so ganz fertigen Reisebericht rausgekramt habe und weiterschreibe. –> Nach dem Hörbuch von Shirley McLane packt es mich wieder…)
Zurück zum Reisebericht, wir liefen von der Siebenschläferkirche nach Rotthof rein und des Wetter war mittlerweile mal ziemlich beschissen….es sah ziemlich nach einer verregneten Nacht aus. Wir entschlossen uns, nach einer Unterkunft zufragen, wenn uns jemand über den Weg läuft. Der Ort war wie ausgestorben, es war wohl nicht nur in der Wirtschaft Ruhetag, sondern im ganzen Ort, so schien es.
Als wir an einem Hof vorbeikamen, hörten wir jemanden arbeiten, ich beschloss einfach auf den Hof zu laufen und einfach zu fragen…
Wir überraschten einen jungen Mann bei der Arbeit und ich kam mir ein bisschen so vor wie ein Sternsinger. Er schaute sehr verdutzt, als wir nach einer Unterkunft fragten, ich weis nicht, ob des an unserem Outfit lag oder an der Frage oder an beiden.
Er konnte dies nicht entscheiden und wollte nach seiner Mutter sehen und lief zum Haus. Wir trotteten hinterher. Seine Mutter kam durch die Kellertür nach draußen und schaute uns verdutzt an und lachte. Ich sagte wieder mein Sätzchen auf. Sie war ganz hin und her gerissen zwischen Belustigung und Erstaunen und zwischen christlicher Nächstenliebe und Angst vor Fremden, die auch noch so komisch aussehen wie wir. Die christliche Nächstenliebe siegte nach kurzer Zeit und wir wurde herzlich aufgenommen. Ehrlich gesagt, wenn ich an ihrer Stelle gewesen wäre, hätte ich auch erstmal gelacht, wenn ich uns da stehen gesehen hätte. Ganz alltäglich sind wir ja wirklich nicht und ganz normal schauen wir ja gleich gar nicht aus. Wir wurden im Gästezimmer einquartiert. Mit einem richtigen Bett und es gab sogar ein Badezimmer mit Dusche, dass die Tochter gerne mit uns teilte. (Danke nochmal, es war echt nötig!)
Wir zeigten unsere Pilgerpässe, die mittlerweile unsere Personalausweise völlig ersetzten. Wir wollten uns ein bisschen frischmachen (sofern des überhaupt möglich war!) und dann sollten wir in die Küche kommen, nachdem ich mitleidig nach heißen Wasser gebettelt hatte, damit ich mir endlich einen schwarzen Tee machen konnte.
Es war einfach unglaublich, die anfängliche Scheu hatte sich auf beiden Seiten gleich gelegt. Wir redeten über Gott und die Welt. Wir erfuhren viel über die Ortschaft und ihre historische Vergangenheit. (‚Und Bine hatte endlich Ihren schwarzen Tee mit viel weißen Zucker!‘ würde der Sprecher jetzt sagen…) Nachdem wir auch über Gott redeten, kamen wir auf meine Zeit in der katholischen Jugend und darauf, dass die Kinder der Familie alle in der katholischen Pfandfinderschaft sind und wir redeten über Zeltlager und Überfälle mit und ohne Fahnenklau. Bei mir war es zwar schon eine Weile her, aber ich erinnerte mich gerne daran (als wäre es erst gestern gewesen.) Zum Schluss kamen wir überein, dass wir im Winter wiederkommen würden und den Kindern bei der Pfadfinderschaft, einiges übers Mittelalter erzählen würden.
Also liebe Moni, danke nochmal und sag deiner Familie ganz liebe Grüße und ein dickes Dankeschön von uns, ihr bleibt uns unvergessen und vorallem jetzt auch verewiglicht für immer im Netz…und keine Angst, ich schreibe wie ein Weltmeister, aber es wird und wird nicht fertig….(Liebe Moni, bis jetzt haben ich nicht fertig schreiben können, aber ich bin wieder dran. Und mein Angebot steht noch, bei den Pfadfindern vorbeizuschauen. Vielleicht nächstes Jahr!)
Nachdem uns zum hundertsten Mal, so scheint es, etwas zum Essen angeboten wurde und wir dankend ablehnen mussten. Wir hatte so viele Lebensmittel gekauft, dass wir unserer Sachen essen mussten, schon allein um Gewicht zu reduzieren. (Dass ich das mal ernsthaft sagen würde, ist mir bis heute unverständlich!) Wir gingen dann irgendwann wieder aufs Zimmer, wir mussten so viel Tagebuch schreiben, etwas essen und vorallem duschen und Wäsche waschen.
Ich finde es schön, dass uns so viel Vertrauen entgegen gebracht worden ist und soviel Herzlichkeit, dass ich gleich soviel schreiben musste, weil ich so gerührt war. Ähnlich wie in Vornbach, schaffe ich es nicht meine Gefühle über diese Begegnung in Worte zu fassen. Danke nochmal.

So viel Sünden könnts ihr garnet ham…

Jakobsweg Zeitreise – So viel Sünden könnts ihr garnet ham…

Wir gingen also, den steinigen Weg rauf, am ersten Marterl, stand eine leere Bierflasche. Und ich dachte mir wieder, diese Jugend heutzutage. Die machen jetzt schon Marterlsaufen, oder was? Du gehst mit nem vollen Träger Bier auf den Kreuzweg, bei jedem Marterl, eine Flasche auf Ex…ich glaubs net. Wir fanden zum Glück nicht noch mehr leere Bierflaschen, ist es dann doch nicht so schlecht bestellt mit der Jugend heutzutage.
Langsam ist es echt so weit, dass ich mich frage, warum wir des eigentlich machen, aber als wir dann oben am Berg bei der kleinen Kapelle ankamen, wurden wir für die Schinderei belohnt. Die Siebenschläferkirche zu Rotthof war wohl auf eine Gedenkstätte der Römer gebaut worden. Es waren einige Grabsteine von Römern gefunden worden, die wir jetzt bewundern konnten. Jetzt haben wir den ersten echten Beweis, warum der Römerradweg auch so heißt. Wir schrieben ins Gästebuch der Kirche und gingen wieder.
Mir ist aufgefallen, dass wir jetzt ja schon viel Kirchen gesehen haben und jedes mal wenn wir zur Kirche gehen, gehen wir erstmal einmal um die Kirche, bis wir die Türe finden, die dann vielleicht auch wirklich offen ist. Aber jedes mal gehen wir erstmal um die Kirche rum und jedes mal gehen wir verkehrt herum um noch mehr gehen zu müssen, anscheinend. Es könnte auch daran liegen, dass die Hanna immer links rum geht und ich immer automatisch rechts rum gehe. Woran des bloß liegt, ich bin übrigens Linkshänder….
‚So viel Sünden könnts ihr garnet ham, dass ihr euch so schinden müssts!‘ sagte ein Mann, der mit seinem Hund Gassi ging. Der Satz brachte mich wieder zum Grübeln….
Eigentlich haben wir die Pilgerschaft nicht aus religiösen Gründen angefangen, aber irgendwie, so im Nachhinein betrachtet, ist es schon irgendwie eine Bußwallfahrt gewesen und wird es noch sein. Zumindest für mich!
So viel Sünden könnst ihr gar net ham, dass ihr euch so schinden müssts, vielleicht nicht! Vielleicht gerade deswegen. Die Überlegung ich müsste meine ganzen Sünden seit meiner letzten Beichte, bei meiner Firmung, jetzt auf einmal beichten: Der arme Pfarrer, nach der Beichte muss der Pfarrer dann wahrscheinlich erstmal ins Kloster und wird nie wieder jemanden die Beichte abnehmen.
Und vorallen, so mit der Sache: Unbefleckt in die Ehe! Durch eine Beichte werd ich doch jetzt auch nicht mehr Jungfrau. Und soweit ich weis, gibt es bei Gott auch keine Verjährung.
Aber des mit den Ablaufen von den Sünden ist eigentlich eine gute Idee, für mich hat es ja schon irgendwie eine reinigende Wirkung und erschreckend ist es, dass so was gerade ich sagen muss. Weil ohne mein verkorkstes Geschlechtsleben hätte ich wahrscheinlich nie zum Schreiben angefangen.
Und ganz nebenbei ohne das Mittelalter und meinem Schwager, den , Albrecht ‚der Bär‘, wäre ich auch nie dazu gekommen, den Jakobsweg zu gehen. Und weil es wirklich ziemlich authentisch zu sein scheint und ich auch endlich mal was zum Schreiben hab, was nicht ausschließlich was mit meinem Geschlechtsleben zu tun hat, werde ich woll weitermachen und wenn wir in Santiago angekommen sind, können eigentlich auch jedem meine Sünden egal sein, vorallen mir und ich glaube, dass ich dann vielleicht auch nichts mehr beichten muss.
Nachdem die Hanna ihre Sünden bestimmt schon bei Vornbach abgelaufen hatte, weil sie wesentlich weniger gesündigt haben kann, sie ist ja immerhin 10 Jahre jünger als ich. Trägt sie jetzt irgendwie meine Sünden mit ab, wir werden aber trotzdem bis Santiago laufen, auch wenn wir irgendwann keine Sünden mehr hätten.
Nein, so richtig bereuen kann ich eigentlich nichts, weil ich bis jetzt zumindest nicht der Meinung war, dass ich gesündigt habe. Und ihr hättet definitiv nicht so viel zu lesen, wenn mir beim Sündigen nicht immer so viele komische Sachen passieren würden.
Eigentlich denke ich mir immer, nein, des kannst du nicht schreiben, das ist zu persönlich und ich könnte ja jemanden auf den Schlipps treten, aber wenn ich es nicht erzähle, dann glaubt mir des ja keiner.
Und es ist gut so, auch wenn sich jemand auf den Schlipps getreten fühlt. Ich hab ja meistens den Unsinn nicht gemacht (*) muss aber damit Leben und da ist es eigentlich mein gutes Recht, alles auf meine Weise zu verarbeiten. Sorry, aber des hätten sich vielleicht manche vorher überlegen sollen….

(*) Mitgemacht hab ich aber doch, vielleicht muss ich doch ein bisschen was bereuen, garantiert nicht alles, weil dann würde ich mich ja irgendwie selbst belügen. Und Spaß gemacht hat es ja doch irgendwie, verdammt viel Spaß sogar und auch wenn ich dafür in die Hölle kommen sollte, dann pilgere ich trotzdem weiter…

Wer Pilger verarscht kommt in die Hölle

Jakobsweg Zeitreise – Wer Pilger verarscht kommt in die Hölle


In Ruhstorf waren wir im hiesigen Edeka und deckten uns mit Vorräten ein. Beim Einkaufen ist uns schon aufgefallen, dass uns die Leute und vorallem die Jugendlichen ganz schön blöd anschauen. Uns ist auch erst viel später aufgefallen, dass heute ja der 1. April ist, aber deswegen kommt man trotzdem in die Hölle, wenn man Pilger verarscht. Es ist unglaublich, dass die Jugendlichen heutzutage keine Ahnung haben, dass der Jakobsweg durch ihren Ort geht, aber gleich mal lästern und zwar ohne die Hand vor den Mund zu halten. Die dachten wahrscheinlich, wir verstehen kein Deutsch oder Bayrisch…
Und dass grad ich das sagen muss, macht mich besonders traurig. Ich als aus der Generation X, die selber aufm Dorf aufgewachsen ist, aber ich glaube behaupten zu können, dass ich nie einen solchenen Kleingeist an den Tag gelegt habe, wie wir es heute erlebt haben. Generation Hartz IV!
Wir schickten unsere überflüssigen Bücher und Karten, mit der Post nachhause und liefen wieder zum Rathaus, da es auch in diesem Ort keinen Marktplatz gab. Wir machten Mittag und entsorgten unseren Müll. Ich putzte meine Zähne auf dem öffentlichen Klo und eine Rolle Klopapier aus der Männertoilette wanderte in eine unserer Kraxen. Ich muss bei Gelegenheit mal ein Päckchen mit einer Rolle nach Ruhstorf schicken um die gestohlene Klopapierrolle wieder zu ersetzen.
Wir liefen also weiter und wir kamen wieder am Edeka vorbei, als wir einige Jugendliche sahen, die mit dem Finger auf uns zeigten und sich lautstark über uns lustig machten. Zu allem Überfluss kamen sie über die Straße und machten Handyfotos von uns. Sie warfen uns unfreundliche Fragen hinterher, machten weiter Fotos. Dann entschloss ich doch stehen zu bleiben und einen Schritt zurück zu gehen. ‚Wer Pilger verarscht, kommt in die Hölle!‘
Das interessierte sie nicht weiter und sie lachten…
‚Ach, im Religionsunterricht und im Geschichtsunterricht haben wir also auch nicht aufgepasst!‘ und ich drehte mich wieder um und ging meinen Weg weiter…
Ich kann mich gar nicht genug über die Jugend heutzutage aufzuregen. Man sollte das Kindergeld in Büchern auszahlen oder die Prügelstrafe wieder einführen. Und dass ich das sagen muss, macht mich noch wütender. Ich hab nie viel gelernt und auch nie viel gelesen. Was man auch ein bisschen an meinen vielen Schreibfehlern merkt. (Ja, Uli und meine Grammatik!) Ich mag gerne auch dumm sein, weil ich in Mathe beim Sinus/Kosinus geistig abgeschalten habe. Und ich hab mir sagen lassen, dass wenn man das nicht kapiert, dass das Gehirn dann mit weniger Kapazität arbeitet, wie bei denen die auch das mit der Quantenphysik kapiert haben. Gut, ich behaupte jetzt einfach mal, dass mein EQ größer ist als mein IQ, aber mein Emotionales Einfühlungsvermögen schaltet sich leider bei dummen Menschen ab, zumindest bei denen, die mir geistig nicht folgen können, was ja eigentlich kein Problem sein sollte, oder?
Nachdem ich ja mittlerweile weiß, dass ich nicht nur die Quantenphysik nie verstehen werde, sondern dass man mein Deutschproblem heute Wort-Bild-Schwäche nennt, versuche ich wenigstens was daran zu ändern. Ich hab immer viel zugehört und Fragen gestellt, weil ich immer neugierig auf vieles war, was ich nicht wusste oder nicht verstand (Außer Mathe!) und was ich vielleicht nie verstehen werde (Mathe zum Beispiel!), aber ich versuche es wenigstens. Und ich höre viele, viele Hörbücher, weil ich in der Langsamkeit, wie ich Bücher lese, meinen Wissensdurst gar nicht befriedigen kann.
Und es hilft nicht Galileo zukucken (oder irgendwelche Dokumentationen auf Phönix!!), es ist zwar löblich, aber Wissen für geistig Arme, in mundgerechten Stückchen für die Werbepausen verpackt und meist gibt es halt nur 1000 Fragen und beantwortet wird dann am Ende doch nichts so wirklich….da sollte man vielleicht dann doch lieber Willi wills wissen kucken….
Wir liefen also weiter, die Dorfjugend hinter uns lassend, der Ruhstorfer Kirchenweg war mit Jakobswegschildern gepflastert und obwohl es bergauf ging, liefen wir beschwingt weiter. Da hielt ein Wagen einer Gärtnerei neben uns, und der Fahrer sprang gleich aus dem Wagen um uns zu befragen, er wollte gleich mitgehen (bis Santiago!). Schon komisch, aber wir lehnten auch diesmal dankend ab und gingen weiter.
Außerhalb von Ruhstorf ging die Straße links einen Berg runter und ein Feldweg rechts einen fiesen Berg hoch. Und der Weg ging natürlich den steinigen Weg hinauf zu einer kleinen Kappelle. Ich musste tatsächlich an eine Zeile aus einem Kirchenlied denken, als ich den Berg und den Weg sah

Ein Leserbrief eines Produkts meiner kranken Fantasie

Ein Leserbrief eines Produkts meiner kranken Fantasie (2008)

Hallihallo,

wollt mich bloß noch mal kurz du den „Produkten“ äußern. Was du natürlich völlig außer acht lässt, sind die Gefühle und Emotionen deiner Produkte die durch einen Kurzschluss oder ähnliches deinerseits freigelassen wurden und durch unzählige parallele Welten reisten bis einige davon sich personifizieren und auf irgendwelchen kranken imaginären Welten eine neue Heimat fanden. Für die is des nämlich auch nicht immer leicht, so als Produkt.
(Vor allem nicht wenns dann auch noch Fotos gibt oder irgendwelche Leute von ihnen nen Tripper haben wollen).

lg
Ein Produkt 🙂

Kleine Anmerkung von meiner Einer, da bin ich auf dem CoM 08, weil ich meine Seele dem Teufel verschrieben habe. Am Samstag Abend schaue ich in die Taverne im Dungeon und da tanzt ein Typ an der Stange im Kilt und nem Unterhemd. Ich denke was für eine geile Drecksau und ich denke es ist ein roter Kilt, den er da anhat. Dann gehe ich in den Schlumpf. Es ist alles in Ordnung. Dann kommt ein Funkspruch, während ich im Schlumpf sitze. ‚Da ist ein Typ im Gobbo, der tanzt mit Linus an der Stange und der behauptet Anus MacGay jun. zu sein und ein Produkt aus Bine’s kranker Fantasie!‘

Alle im Schlumpf schauen auf mich und ich versuche gleichzeitig im Erdboden zu versinken und mich hinter dem Schwellkörper zu verstecken. Es gelinkt mir beides nicht so wirklich.

Etwas später kommt der Typ von vorhin in den Schlumpf. Es ist einer von den Kelheimer Vollchaoten. Er trägt einen Kilt und ein Top und beide sind PINK. Ich versuche mich gerade bei mir selbst zu entschuldigen, dass ich ihn vorhin für eine geile Drecksau gehalten habe. Ja, gut er ist eine geile Drecksau, aber spielt freiwillig einen homosexuellen Claner aus dem Hochland und er trägt den illusteren Namen Anus McGay jun.. Er ist der Neffe von Fisten McGay. Er lüftet den Kilt und dort hat er nicht nur einen Tripper und Sackratten versteckt. Er erzählt in der üblichen Kelheimer Lautstärke jedem ins Gesicht, wer er ist und dass er ein Produkt meiner kranken Fantasie ist. Zu allem Überfluss zieht sich mein Produkt, auf Nachfrage von der SL-Koordination, seine Teilnehmerkarte aus dem Stringtanga…auf der in großen Lettern KIDSTOWN steht.

Wehe sie werden losgelassen…

Die Bine

Morgens ein Grauen im Morgengrauen…

Erlebnisbericht einer S(M)L *) auf Conquest of Mythodea 2009 Teil 6

Morgens ein Grauen im Morgengrauen – oder warum habe ich immer einen so unverzeihlichen Rausch, wenn ich mit dem Conquest-Team unterwegs bin.

Unsere SL-Koordination ist total pisst, weil er den Schwallkörper wecken sollte, der Schwallkörper liegt aber gar nicht in seinem Bett. Kein Wunder, der war ja auch vorhin noch im Gobbo an der Stange. Schwellkörper hat mich ans Bett gebracht, wo ich dann nur noch umgeplumpst bin. Ich gehe mal davon aus, dass danach nichts mehr passiert ist. Der Gott des Rausches hat mich mit seinem riesigen Holzhammer voll von Hinten erwischt… Und genau so bin ich eine Stunde später aufgewacht, habe dann wohl meine Schuhe ausgezogen und bin wieder ins Koma gefallen. Irgendwann bin ich aufgewacht, weil ich gefroren habe wie ein Schneider. Der Schwellkörper hat mich anscheinend nicht mal zugedeckt. So ein Arsch. Als ich das Nächste mal aufwache, stelle ich fest, dass ich nicht nur alle meine Klamotten anhabe, sondern auch meine Kappe. Mit dem Schirm der Kappe stecke ich in meinem Kissen. Ich arbeite mich langsam aus allem raus, was störend ist. Mein SL-Leuchtstäbchen blinkt vor sich hin und ich höre ein Grillen. Ich finde in meinem BH das künstliche Grillengeräusch. Ich hole es raus. Auf meiner Brust ist ein Abdruck und da steht: ‚Made in Taiwan‘ Ich falle vor Entsetzen wieder ins Koma. Irgendwann schrecke ich wieder auf und schaue in mein Dekolleté, alles so wie sonst auch. Ich drehe mich um, ich höre wieder ein Grillen. Das Grillengeräusch liegt neben meinem Ohr. Lästiges kleines Biest. Ich entschließe mich aufzustehen. Der Schwellkörper ist schon wieder fit, wie ein Turnschuh und grinst mich dreckig an. Ich habe keine Ahnung wieso. Im Lager ist der Dungeon schon abgebaut und die halbe Palisade auch. Wir rekonstruieren den gestrigen Abend. Die Männer können mir auf die Minute genau sagen, wann ich meine Schuhe ausgezogen habe, nur ob und wann und wie ich zugedeckt war, kann mir keiner sagen. Ich versuche festzustellen, mit wem ich gestern alles rumgeknutscht habe. Nach meiner Rechnung waren es mehr Frauen als Männer. Hm. Warum habe ich immer nur so unverzeihliche Räusche, wenn ich mit dem Conquest-Team unterwegs bin?

Das unleidige Abbauen beginnt. Wir sammeln die zerstörten Ytongsteine aus der Wiese. Ich beginne nun wieder alle Spieler zu hassen, da ich den ganzen Vormittag auf allen Vieren in der prallen Sonne rumgerutscht bin, nicht dass sich ein Pferd einen Ytongstein eintritt und daran stirbt. Die Müllsäcke mit Ytongbrocken stapeln sich schon. Irgendwann komme ich auf die glorreiche Idee die Überreste der Ytongsteine in die Löcher zu füllen, die nach dem Abbau der Palisade in der Wiese auf teure Pferde warten, damit sie sich ein Bein brechen. Der Conquest-Versicherung zu Liebe rutschen wir den ganzen restlichen Tag auch auf allen Vieren herum und füllen alles was nicht niet- und nagelfest ist in die Löcher. Der Schwallkörper macht irgendwann schlapp und legt sich ins SL-Zelt. Der Schwellkörper beginnt ihn zu dekorieren. Wir lachen uns halbtot. Ich hoffe dieses Bild findet den Weg in meine Hände. Auf dem Schwallkörper liegen nun viele Einzelteile unseres Skeletts, der Bloodball, unsere Ratte und vieles mehr. Er wacht davon nicht auf. Dann wird noch ein offizielles Conquest-Fotoshooting mit ihm gemacht und er schläft wie ein Baby. Als ihm der Schwellkörper aber den Conquest-Stempel auf die Stirn drückt, schreckt er hoch. Was für ein Spaß.

Der gute alte Handhebefluch. Wenn man diesen Fluch hat, dann muss Mann oder Frau immer dann die Hand heben (Aber nicht so wie früher!), wenn Mann oder Frau etwas Versautes sagt oder denkt. Den Fluch gab es letztes Jahr schon auf dem Richtfest (= Teamparty am Sonntag nach dem CoM, da richten sich die Erfüllungsgehilfen mit den restlichen Alkoholbeständen aus der Black Pearl so richtig zu, deswegen Richtfest.) und ich kann mich daran erinnern, dass ich beim Händchenhalten mit einem SL-Kollegen, mit erhobener Hand eingeschlafen bin. Zu mehr als Händchenhalten ist es auf Grund unseres gemeinsamen Erschöpfungszustandes dann auch nicht gekommen. Schade eigentlich. Davon gibt es leider kein Foto. Egal. Dieser Fluch ist dieses Jahr völlig an mir vorbeigegangen. Ich hab mich schon immer gewundert, warum manche Spieler immer die Hand heben. Nachdem ich den Fluch nun auch so richtig registriert habe, werden die restlichen Abbauarbeiten wesentlich lustiger, wenn man ständig jemanden, wegen irgendwas die Hand heben sieht, während sich der restliche Hofstaat den Arsch ablacht. Der Schwellkörper trägt riesige Baumstämme, die andere zu zweit tragen müssen, über den Platz und alle Frauen heben unabhängig von einander die Hand. Das könnte Mann schon als sexuelle Belästigung werten. Es sind schon fast alle Orks weg, ein Teil der Palisade steht aber noch, die Lagerorkanisation ist kurz vor dem Durchdrehen. Und wer ist schuld, natürlich das blöde SL-Team. Nachdem sie sich mal wieder dazu anschicken wollte, voll über meinen bösen MitSLer abzulästern, falle ich ihr ins Wort und sage ihr zum letzten Mal für dieses Jahr meine Meinung. Trotzdem packen wir alle nochmal an und schaffen es mit Hängen und Würgen bis zur Dämmerung die Palisade und das Holz vom Platz zu schaffen und alle Löcher zu stopfen. Ich bin am Ende meiner Kräfte. Der Schwellkörper überzeugt uns von seinen körperlichen Fähigkeiten, jetzt macht er mir wieder Angst, dabei hatte ich gehofft, meine Angst vor großen Männern wäre jetzt endlich vorbei. Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch Panik kriege, wenn er in der Brücke aufsteht und verkehrt herum auf allen Vieren auf mich zu läuft. Da hilft mir meine äußerst plastische Erzählung über die mittelalterliche Tripperbehandlung (Glühender Draht!) nicht mehr aus der Patsche. Die Lagerorkanisation bedankt sich doch tatsächlich bei uns allen für die Hilfe beim Abbau. Und das geht übrigens runter wie Öl. Nachdem wir alle voll für den Arsch sind und nur zum Ficken und zum Feiern da sind. Ich gehe zurück ins SL-Dorf, packe meine Sachen und ziehe in die Stadt. Morgen in der früh werde ich heimgefahren. Als ich damit fertig bin, ist es dunkel und als ich in die Dusche komme, gibt es nur noch kaltes Wasser. Haarwaschen mit kalten Wasser ist ein Traum und genauso schaue ich jetzt aus. Ich schminke mich im Dunkeln, da kann Frau nach einer Woche Conquest nicht mehr viel falsch machen. Das HQ ist natürlich schon zu, ich kann den Conquest-Stempel quasi gerade noch abgeben, aber zum Spritgeld abholen hat es grade nicht mehr gelangt. Egal. Das Richtfest hat schon angefangen, es ist aber keine richtige Stimmung. Es sind wahrscheinlich alle ähnlich fertig wie wir. Das Dungeonteam steht zusammen und wir ratschen, obwohl ungefähr noch 100 andere Personen aus dem Team um uns rum sind, können wir uns kaum trennen. Unsere SL-Azubine bemerkte dies mit einen: ‚Super ganz toll ja!‘ und ich mit einen: ‚Ja, ernsthaft!‘ Alle lachen, zumindest die vom Dungeonteam. (Ich habe unsere SL-Azubine am Samstag völlig eigenmächtig mitten in der Schlacht zu einer vollwertigen SL befördert, weil sie einfach der Hammer ist. Wir könnten ihr außer Unsinn nichts mehr beibringen. Danke und super ganz toll ja,ja ernsthaft!) Der Abend geht zur Neige und ich knutsche mal wieder mit der Ein oder dem Anderen. Ich bin nicht so betrunken, wie gestern und dass ist gut so, nicht dass ich noch Unsinn mache. Ich weiß nur so viel, dass ich irgendwann auf einem riesigen Heuhaufen auf dem Platz vom Großen Heer saß und einen weißstrahelnden Komet ganz dicht an meinem Kopf vorbeischießen sehen habe. Ein sehr ambitionierter Versuch das Magielager zu treffen. Ich wecke meinen Fahrer und habe ein wenig Galgenhumor. Die Heimfahrt habe ich zum größten Teil verschlafen. Wieder zu hause quäle ich meine Waschmaschine und finde wirklich überall Stroh. Ich bin ein bisschen deprimiert, aber das ist nach so einer Großveranstaltung eigentlich normal. Es gibt dieses Jahr mal wieder von mir und wenn es welche gibt, werde ich sie wohl nie sehen, aber dass ist halt so, wenn man SL macht. Ich hebe zuweilen die Hand und keiner versteht es. Nach dem CoM ist vor dem CoM. Ich freu mich schon auf 2010.

Bis denne und nix füar unguat…

Die Bine aka Der Hofnarr, die Schackeline und ihr igorianischer Freund

*)SML ? Meine Händler sagen immer liebevoll SML zu mir, ist eine Kombination zwischen SM und SL, ich glaube dazu muss ich noch einen Aufklärungsblog schreiben.

Wann ist denn die Endschlacht? Es gibt keine Endschlacht!

Erlebnisbericht einer S(M)L auf Conquest of Mythodea 2009 Teil 5

Wann ist denn die Endschlacht? Es gibt keine Endschlacht!

Am nächsten Morgen erfahre ich, dass meine Lieblingsorks über Nacht wohl das Wasserlager geplättet haben müssen. Hm. Sie haben ihnen die Belagerungsgeschosse in ihrem Wassergraben versenkt. Haha. Dieser Wassergraben wurde gestern übrigens von den eigenen Leuten wegen eines untoten Froschbefalls mit Öl verunreinigt und dann angezündet. Dabei haben sie dann ihre eigene Palisade halb abgefackelt. Jetzt suchen sie schon den ganzen Vormittag nach ihren Kanonenkugeln.

Ich möchte mich bei meinem SL-Team für die überaus erfolgreiche Erfindung der CoM-Puddingdiät bedanken. Seitdem mein Pudding die Besteigung durch einen Schwellkörper nicht überlebt hatte, habe ich jedes Mal Blut und Wasser geschwitzt, wenn ich einen Pudding Richtung Lager gebracht habe. Wenn ich dann im Lager war, habe ich alle mir möglichen Mittel und Wege unternommen, dass zumindest jeder zweite Pudding auch den Weg in meinen Mund findet. Wobei ich jenes dann zu späterer Stunde auch nicht immer garantieren konnte, weil ich auf Grund meines Erschöpfungszustandes oft nicht mehr den Löffel zum Mund führen konnte. Wo wir die Überleitung zu der Hitliste der peinlichsten Funksprüche somit auch geschafft haben. ‚Der Hofnarr hat sich Pudding von den Brüsten geleckt!‘ ist nur einer. Ich hoffe inständig, dass ich alle Funksprüche meines Trippers betreffend soweit abwenden konnte. Wobei ich mir im Nachhinein nicht mehr ganz sicher bin. Falls doch der ein oder andere Funkspruch durch gerutscht ist, bitte ich Diesen zu entschuldigen. Hm. Zum Glück wurden Peinlichkeiten vom letzten Jahr zwar immer wieder aufgewärmt, aber dieses Jahr zumindest nur teilweise wiederholt, aber zum Glück nicht über die Funke. Meiner kranken Fantasie habe ich ja eh schon einen Blog gewidmet, ich werde ihn vielleicht nochmal aus der Versenkung holen, damit Anus McGay jun, der Neffe von Fisten MacGay, auch noch ein Platz in euren Herzen findet…und natürlich auch entsprechende Bilder in eurem Köpfen. Hehe.

Zurück zum Geschehen. Der Samstag war definitiv der Schlachtentag. Ich wollte am Samstag eigentlich nochmal eine Lesung machen, da kam uns aber dann eine Schlacht dazwischen. Ich kam dann 1,5 Stunden später in die Stadt, da war schon wieder alles vorbei. Die zweite Lesung hat somit auch nicht stattgefunden, ich habe dann noch mehr Bickbeeren gekauft und des Königs Volk damit erfreut.

Wo wir beim König uns seinem Hofstaat sind. Ich hoffen wir haben alle Funkteilnehmer bis zum Erbrechen damit genervt, dass wir Spaß hatten. Der Hofnarr wirft sich unterwürfigst in den Staub und hoffe doch, dass wir doch dem Ein oder Anderen ein klitzekleines Lächeln auf den Mund gezaubert haben. Ich bin auch irgendwie froh, endlich mal einen Spitznamen bekommen zu haben, der wirklich zu mir passt und den ich mir mehr oder minder nicht selbst ausgesucht habe. Hm. Außerdem macht es mir einen riesigen Spaß von mir in der dritten Person zu reden. Hihi.

Dann möchte ich mich noch bei unserer Lagerorkanisation bedanken, weil sie es geschafft hat in Gegenwart von unserer Blumenpflückerin über unser SL-Team abzulästern. Hehe!

O-Ton Lagerorkanisation: ‚Das SL-Team ist dieses Jahr auch voll für den Arsch, weil der Hofnarr und der Schwallkörper hier nur zum Ficken und zum Feiern sind. Und außerdem müsse die Böse MitSL sie nicht darauf hinweisen, sie wäre hier auch nur ein Teilnehmer!‘ (Namen wurden von der Redaktion zensiert!) Ich glaube mich daran zu erinnern, am Dienstag eine eidesstattliche Versicherung unterschrieben zu haben, in der ich bestätige seit Oktober 2008 keinen Geschlechtsverkehr mehr gehabt zu haben. Und selbst wenn fünfmal Blasen als einmal Ficken zählt, müsste ich noch mindestens 2 Leuten einen Blasen…Und zwar noch auf dem Conquest, damit die Lagerorkanisation auch recht behält. Also, Jungs dann lasst uns Feiern… F.I.C.K.E.N… FEIERN (Der Witz kommt nur gut, wenn man ihn schreien tut!) Scherz beiseite! Ich war bis jetzt noch nicht mal betrunken und hatte auch noch keine männlichen Körperteile im Mund. Für das, dass die Lagerorkanisation mich SL-technisch weitestgehend ignoriert, scheint sie zumindest an meinem Sexualleben ganz schön interessiert zu sein. Auch, wenn es sich dabei wahrscheinlich nur um die Überspielung ihrer eigenen Unzulänglichkeiten handelt, halte ich solche Aussagen gegenüber Mitspielern für äußerst schlechtes Spiel und ich werde mir überlegen, ob ich ihr einen Vermerk in ihren Charakterbogen mache: Spieler muss nach dem Aussprechen einer SL-Beleidigung, ein Stunde lang einen ihren Namen tanzen. Mache aber doch lieber mir einen Charakterbogen, in dem steht, dass ich meine Lagerorkanisation ignorieren darf.

Nachdem ich in der letzten Nacht noch weniger geschlafen habe, als die Nächte zuvor und ich mich immer mehr über die Teilnehmer aufregen muss, lege ich mich für eine Stunde in den Kerker unter die Palisade. Da hab ich meine Ruhe und es nervt mich hoffentlich keiner. Ein netter Versuch. Ich habe noch mehr mit den Unzulänglichkeiten meiner Spieler zu kämpfen, manchen denken tatsächlich sie hätte mich gefangen. Das ich mich freiwillig in den Kerker sperren lies, kommt ihnen nicht in den Sinn. Zumindest habe ich dann doch wiedererwartend mehr Ruhe, als vor dem SL-Zelt. Es ist schön weich im Stroh und ich habe Schatten. Außerdem konnte ich meinen Spielern auch mal beim Spielen zuhören. Endlich fragt einer über die Funke, wer eigentlich der Schwall- und/oder der Schwellkörper ist. Hehe. Meine Erklärungsversuche werden als Spam gleich unterbunden. Egal. Ich entschließe mich irgendwann doch aus meinem Versteck zu kriechen und mir Kopfschmerztabletten zu holen. Am SL-Zelt hängt ein Schild: ‚SL im Kerker unter der Palisade!‘ Das geht irgendwie runter wie Öl, ich bin doch ein kleines devotes …zensiert…!

Ich komme vom Schlumpf, (= Aufenthaltszelt im SL-Dorf, war meines Wissens 2007 mal Blau, deswegen Schlumpf) mit Kopfschmerztabletten und einen Pudding bewaffnet, zurück und es ist tatsächlich bereits wieder eine Schlacht im Gange. Ich kann den Satz: ‚Wann ist die Endschlacht?‘ nicht mehr hören. Ich renne zu meinen SLern, weil ich es nicht schaffe meine Funke auf den Schlachtenkanal umzustellen. Frauen und Digitalfunken. Auch wenn ich mich nicht mit meiner Funke auskenne, bin ich sogar selber von meiner eigenen Kondition überrascht. Komme mir vor wie ein Duracellhäschen auf Speed. Nach der Schlacht muss mir der Schwellkörper irgendwie wieder mit der Funke helfen. Der Hofnarr wird wieder verarscht. Ich wäre völlig aufgeschmissen, wenn alle auf einen anderen Kanal wechseln würden. Ich selber bin der Meinung, dass ich immer die kaputte Funke kriege…die Schlacht wird vor das Feuerlager verlegt. Das ist jetzt die Endschlacht, die es eigentlich offiziell gar nicht geben sollte. Jetzt merkt man, dass doch einige unserer MitSLer aus anderen Lagern nicht so unbedingt für Großschlachten geeignet sind. Ich springe von Brennpunkt zu Brennpunkt und schiebe SL-Kollegen in der Gegend rum. Ich befürchte mich mag nach der Schlacht keiner mehr. Nach gefühlten 4 Stunden Schlacht ergreife ich die Flucht und gehe duschen, weil mich nach der Schlacht mit allen anderen Beweihräuchern, muss ich jetzt auch nicht. Völlig sauber und mit halbwegs frischen Klamotten sitze ich beim Essen. Danach geht es wieder zurück ins Lager. Ich finde einen zertretenen Pudding vor der Palisade, den hatte ich bei der Schlacht dort abgelegt, damit er eben nicht kaputt geht. Wir versuchen einen Schlachtplan für unsere Nachtschicht zu machen. Ich versichere dem König, dass ich nichts trinken werde. Jaja. Am Anfang habe ich dem König einen Wodka abgeluchst. Ihn wundert nichts mehr. Dann hab ich mich mit Norgerlsaufen beschäftigt. Irgendwann war ich dann ziemlich betrunken und habe mit meiner Telefonseelsorge rumgeknutscht. Hm. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich für Schnaps mit Dem Mad Gobblyn rumgeknutscht habe. Es waren verdammt viele Schnäpse an diesem Abend. Ich habe dann noch Dungeonein- und ausführungen gemacht. Für 2-3 Sanitätsfälle war ich dann wieder halbwegs nüchtern. Ich bekomme zwei halbe Cocktails für den richtigen Weg in die Taverne geschenkt und schon bin ich wieder betrunken. Nach einer weiteren Runde bunte Schnäpse, stellen wir erschreckenderweise fest, dass es draußen schon hell wird. Ich organisiere uns mit Körper- und Zungeneinsatz die letzte Runde vom Wirt, danach bin ich dann wohl halb geschoben, halb getragen vom Schwellkörper ins SL-Dorf gebracht worden.

Ein Abendmahl im Schlumpfknast und die …

Erlebnisbericht einer S(M)L auf Conquest of Mythodea 2009 Teil 4

Ein Abendmahl im Schlumpfknast und die totale Bedrowung durch einen Tripper.

Nachdem ich die Schweizer abgefertigt habe, gehe ich dann zu meiner Lesung. Ich halte mein erstes Buch in meinen Händen und freue mich wie ein Schnitzel, wenn es schneit. Auch wenn die Lesung dann im Endeffekt nicht stattgefunden hat, da der Herold meine Anzeige verbummelt hatte und weil in der Stadt auf Grund der Hitze kein Schwanz war. Nachdem ich die Igoren eigentlich gestern alle Signiert hatte, helfe ich heute beim Einband. Ich habe dann auch genau 3 Exemplare verkauft, auch wenn es nicht im Mindesten wirtschaftlich ist, freue ich mich trotzdem. Ich kaufe mir endlich Bickbeeren und gehe, mit einem Umweg übers Stadt-SL-Zelt, zurück ins Lager. Ich habe eine Reihe Flöhe bekommen und einen Tripper. Hihi. Ich feiere meinen Tripper, nachdem mir letztes Jahr auf dem Richtfest meine Sackratte, mein Tripper und mein Syphilis von Teammitgliedern geklaut wurde. Ich kann mich noch an den Satz erinnern: ‚Ich hab von der Bine einen Tripper bekommen!‘ Warum gibt es immer auf dem Conquest so Momente, bei denen ich am liebsten unsichtbar werden würde. (Nur fürs Protokoll, es handelt sich um eine beschriftete Conquestwäscheklammer!) Jetzt hab ich ja einen neuen Tripper und ich werde ihn hegen und pflegen und schauen, dass ich ihn nicht wieder abgenommen bekomme.

Wir werden irgendwie vom Wasserlager geplättet, wird aber auch langsam Zeit, dass die Orks es mal richtig eingeschenkt kriegen, wenn ich schon nicht meine Khanskämpfe bekomme.

Es kommt mir irgendwie so vor, als wäre am Freitag nicht viel los gewesen, könnte vielleicht daran liegen, dass ich doch Einiges durcheinander gebracht habe. Egal.

Es geht auf jedenfall irgendwann zum Abendessen und der Volker volkert. Er sitzt mit einer Softairknarre neben der Soßenausgabe und kontrolliert mit Argusaugen (kleiner Scherz am Rande!) jede Handbewegung. Nicht dass nochmal einer die Kelle in die Soße zurücksteckt. Es ist ein Bild für Götter. Bloß was ist das, er wird langsam unruhig. Er holt sich einen neuen Wärter von der Strafbank. Der Schwellkörper übernimmt den Wärterposten. (Davon gibt es wenigstens ein Bild!) Ich komme mir mittlerweile wirklich vor, wie in einem Strafgefangenlager. Himmel, so krieg ich meine Angst vor großen Männern ja nie los. Hm. Aber eigentlich ist die Vorstellung von einem riesigen verschwitzten Wärter behandschellt abgeführt zu werden und dann in eine einsame Zelle gebracht zu werden, wo… Himmel, warum haut mir keiner auf die Finger….

Nach dem Essen werde ich zu einer Folterung in den Dungeon gerufen. Hm. Der Waffenmeister hat zwei Frauen im Tempelbereich gebracht und eine davon sieht mir verdächtig Minderjährig aus. Ich kläre die Sache und lasse sie mal machen. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt endlich mal Volkern für Fortgeschrittene sehen werde. Ich fands auch gar nicht schlecht, bis sich die Delinquentin wehrt. Himmel ist die kräftig. Sie rangelt mit zwei männlichen Drow rum und behält die doch Oberhand. Es schein allen Beteiligten sichtlich Spaß zu machen. Bis sie den Mund auf macht und etwas sagt. Himmel, es ist ein Mann. Ein Mann mit Brüsten. Mit tollen Brüsten. Aber es ist ein Mann. Jetzt kommt der Punkt, wo ich nicht mehr wissen will, was die Beteiligten da machen und ob und warum sie dabei Spaß haben. Ich flüchte aus dem Dungeon. Die Delinquentin übrigens auch, egal. Die Briketts werden des schon richtig machen. Ich komme aus dem Dungeon und mache Meldung. Der Hofnarr wird mal wieder ausgelacht. Hm. Die Blumenpflückerin ist wieder da, sie hat die Sache mit dem Volkern aufgegeben und lasst sich aber von unseren Lieblingsorks in den Mad Gobblyn entführen. Mich entführen sie gleich mit. Ich weiß nicht, ob des irgendwelche Auswirkungen hat, wenn Spieler ihre eigene Spielleitung kidnappen. Hm. Ich weiß nicht so recht was hier läuft. Mir werden bunte Schärpen in die Hand gedrückt, die von meinen Spielern mit Kupfer erworben wurden. Nach 5 Minuten weiß ich, was hier gespielt wird. Heute ist Gay Night im Mad Gobblyn. Und zwei Drow tanzen ziemlich gay an der Stange. Ich funke nach dem Schwellkörper, dass ich mal seine Hilfe im Mad Gobblyn brauche. Er dachte es ist eine Schlägerei am Start und kommt in die Taverne gestürmt. Unsere SL-Azubine ist auch schon da. Wenig später kommt Der König. Ihn wundert wirklich gar nichts mehr. Und unserer armer Böser MitSLer muss draußen vor der Palisade sitzen und ein Ritual abnehmen. Er kann aber die plötzliche Funkstille wohl nicht aushalten und kommt auch in den Mad Gobblyn gestürmt. Ihm fallen schier die Augen aus dem Kopf, er dachte wohl auch, dass eine Schlägerei am Start wäre. Ich entschließe mich meine Schärpe an den Mann zu bringen. Ich bekomme Bitterlemon (ohne Alkohol!) in den Mund geschüttet. Die Menge jubelt. Ich habe so das Gefühl, dass das ganze Spektakel gerade über die Funke übertragen wurde. Nun gut, ich werde nun jemanden töten müssen. Oder nein, vielleicht schaffe ich es ja an diesem Abend aus dem Team zu fliegen, dann könnte ich nächstes Jahr als Spieler aufs Conquest kommen. Ich belästige meinen Lieblingsork noch ein Wenig sexuell. Mir wird eine rote Schärpe zugeschoben. Jetzt schauen wir mal wie gay die beiden Drow wirklich sind. Der Eine war vorhin beim Schärpe reinstecken (In den Lendenschurz! Nicht was ihre wieder denkt! Böse Leser, böse Leser!) schon nicht so begeistert, dass ich mich versichert habe, dass meine milde Gabe auch richtig gut hält. Hehe. Der Waffenmeister trägt die Transe durch die Taverne nach draußen. Er/Sie und der Waffenmeister schauen beide sehr abgekämpft aus, aber glücklich. Wie schalte ich jetzt nur das Kopfkino aus. Ein Bild mit einer beunruhigenden Anzahl von Schwänzen und Brüsten drängt sich vor mein inneres Auge….

Ich winke nun mit meiner roten Schärpe, um mich abzulenken und werde auf die Bühne gezogen und auf einen Stuhl gesetzt. Also, gelenkig sind die Beiden ja, aber sie haben nicht gemerkt, dass ich ihnen an den unmöglichsten Stellen einen Floh und meinen Tripper angehängt habe. Einer der Beiden säuselt mir ins Ohr, dass er jetzt Single ist, während ich dem Anderen seine weiße Schärpe aus der Unterhose ziehe und sie in die Menge schmeiße. Jetzt ist er wirklich etwas pikiert. Ist mir egal, das muss ihm klar sein, wenn er sich eine SL an seine äh… die Stange holt. Ich bin von oben bis unten schwarz. Hm. Ich weiß übrigens ganz genau, dass es Bilder gibt von diesem Abend und ich habe sie bis heute nicht zu Gesicht bekommen und man kann das jetzt als offizielle Bewerde meinerseits auffassen. Wenn es eh nur  von mir vom Conquest gibt, dann will ich sie wenigstens sehen, bevor ich sie zensiere.

Das SL-Team verschwindet langsam in den Küchenbereich des Mad Gobblyn und da sitzen wir alle mal beisammen auf einer Bank. (Außer dem Schwallkörper, der hat morgen Frühschicht!)

Asche auf mein Haupt, ich habe verdrängt, dass das Produkt meiner äußerst kranken Fantasie (Anus McGay jun.) mit dem Produkt der abartig kranken Fantasie vom Herausgeber des Playork (Tatonka) an der Stange getanzt hat. Ich sag nur so viel, dass Mann aus den Brüsten von Tatonka Bier zuzeln kann. Das haben wohl Einige verdrängt und die Auffrischung des Kopfkinos gibt es von mir gratis dazu.

Ich kriege etwas zum Essen in die Hand gedrückt und als ich gerade in mein Sandwich beißen will, werde ich vom König höchstpersönlich zu einer Folterung geschickt. Der Drow, der auf eine SL wartet ist total aufgelöst und hetzt zum Aufenthaltszelt. Was mich da erwartet hat, lies mich fast vom Glauben abfallen. Ich äußere mich jetzt nicht zu diesem kläglichen Versuch ein bisschen Aufmerksamkeit vom SL-Team herauszupressen. Aber einen Dolch ins Knie des ‚Opfers‘ zu picksen und beim Ausfragen ständig stottern, hatte ich nach der Transe von vorhin nicht erwartet. (Ein Tipp an alle angehenden Foltermeister, wer erwartet auf die Frage: ‚Erzähl mir alles!‘, dass zu hören, was er für das weitere Fortkommen im Spiel auch gebrauchen könnte, könnte sich nur in sofern irren, dass er dann auch alles erzählt bekommt, je nach Fantasie des Opfers kann das wiederum dann ziemlich abendfüllend werden, natürlich nicht in diesem speziellen Fall, da das Opfer hier geistig völlig unbewaffnet war. Gut, ich hätte mich wahrscheinlich auch krank gelacht, wenn ich am Knie gefoltert worden wäre!)

Ich zeige ihnen meine Verachtung und esse genüsslich mein Sandwich, dann unterhalte ich mich mit dem Waffenmeister vom anderen Haus über die Folterung von vorhin mit der Transe, er hatte irgendwie immer noch so ein merkwürdiges Grinsen im Gesicht.

Ich lasse die Spieler vor Vollendung der Hauptsache allein, aber natürlich nicht, ohne ihnen zu sagen, wenn sie das Opfer so opfern wie sie das Opfer gerade gefoltert haben, dann brauchen sie mich ja wohl nicht weiter. Ey, des geht ja echt überhaupt gar nicht.

Jetzt kommt das Gerücht auf, dass 700 polnische Staatsbürger und Hilfarbeiter einen Raubzug übers Gelände machen und alles klauen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Runner, die das Gerücht verbreiten bringen die Tavernencrew dazu, eine Durchsage zu machen. Ich funke an die Koordination. Ja, alles klar. Wenig später stellt sich heraus, dass es wohl eine Ente war. Es gab da wohl eine Handvoll Erntehelfer, die aber schon vor Stunden von den Ordnern vom Platz gestellt wurden. Nachdem wir alle informiert haben, dass wir eher das kleine Epileptikermädchen mit Klaustrophobie von gestern irgendwo finden, als die 800 Polen. Vorallem, wie bescheuert kann man eigentlich sein, eine Larpveranstaltung zu überfallen. Die Securitymänner schützen uns ja nicht vor Eindringlingen, sondern die Eindringlinge vor uns. Wir gingen dann irgendwann wieder kollektiv duschen. Ich musste mir ganz dringend den Kopf rasieren (Ich fühlte mich schon wie ein Hippie!) und mir schwarze Farbe vom Körper waschen. Ich falle völlig fertig ins Bett.

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