Liebes Tagebuch

Liebes Tagebuch. (Eine fast fiktive Geschichte)
Heute war der große Tag. Ein Date mit Ihm bei mir zu hause. Ich hab extra meine Wohnung aufgeräumt. Und mich habe ich gestriegelt und gebügelt. Er kam dann 4 Minuten und 38 Sekunden zu spät. Ich hatte mir bereits überlegt meinem Leben ein Ende zu bereiten und aus dem Fenster zu springen. Aber dann hat er ja zum Glück an der Tür geklingelt. Ich bin dann ganz schnell zur Tür gelaufen und habe sie aufgerissen. Ich hab mich so gefreut und hatte dabei ganz vergessen, dass ich ja nur ein Negligee an hatte. Aber es hat ihn gar nicht interessiert, was ich an hatte. Es hatte ihn nur interessiert, was ich nicht an hatte. Ich musste mir dann etwas überziehen, dabei wäre es mir wesentlich lieber gewesen, wenn er sich etwas übergezogen hätte. Ich fand den Abend trotzdem ziemlich aufregend, ich war schließlich mit Ihm alleine in meiner Wohnung. Aber er reagierte leider auf keinerlei meiner Avancen. Ich glaube er kann sich an unser letztes Wochenende nicht mehr erinnern, da haben wir ganz wild miteinander rumgeknutscht. Wir waren beide ganz schön betrunken. Ich war ziemlich aus dem Häuschen, weil ich ihn mir schon lange von der Backe geputzt hatte. Aber nach diesem leidenschaftlichen Kuss war meine Liebe wieder neu entfacht. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass er so toll küssen kann. Seufz. Ich habe versucht ihn in verhängnisvolle Gespräche zu verstricken, aber er hat sich aus allem herausgewunden, sogar aus dem Seidenschal, mit dem ich ihn an meine Heizung gebunden habe. Später, ich habe mir nicht mehr anders zu helfen gewusst, da habe ich ihn mit meinen rosa Plüschhandschellen an mich gekettet. Das war schön,bis…wie er sich da raus befreien konnte, kann ich mir wirklich nicht erklären. Dann hat er mir gesagt, dass ich ja auch nicht jünger werden würde und dass ich mir die Sache mit der Berufsunfähigkeitsversicherung noch einmal durch den Kopf gehen lassen sollte. Zum Abschied habe ich ihn zuerst mit Kondomen beworfen und dann mit meinen Dildos. Es hat alles nichts genutzt, er ist einfach gegangen, ohne sich nach mir umzudrehen. Er hat mich allein in meiner Wohnung zurückgelassen. Und bei dem Versuch mich aus dem Fenster zu stürzen, musste ich feststellen, dass er mich mit den Handschellen an die Heizung gekettet hatte, das war schön, aber den Schlüssel hatte er auf das Siteboard neben der Tür gelegt. Zuweit weg, um mich zu befreien. Ihm muss doch etwas an mir liegen, er will nicht, dass ich mich umbringe. Er liebt mich doch, wie schön. Aber ich bin die Gefangene meiner eigenen Wohnung und meiner eigenen Intrigen. Es macht sich eine Leere in meinem Herzen breit und beginne meinen Kopf gegen die Heizung zu schlagen. Die Leere kann ganz schön hohl sein, wenn einem nicht weiter bleibt, als den Kopf an die Heizung zu hauen und sich darin zu ergießen, was für ein dumpfes Geräusch entsteht, wenn man das tut.
Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und dann ist mir wieder eingefallen, dass ich einen Zweitschlüssel in einer meiner Stehlampen versteckt hatte. Ich bin nur zu Weilen ein wenig paranoid, aber es hat mir noch nie geschadet. Ich ziehe mit den Zehen die Lampe vom Regal und dann zerschellt sie mit samt dem Inhalt auf dem Boden. Und ich habe mich dann befreit und mir dabei mit den Scherben die Knie, die Füße und die Hände aufgeschlitzt. Aber ich bin jetzt frei, allein, trostlos unglücklich und ich blute. Und er ist nicht da, um mir zu helfen. Langsam muss ich mir vielleicht doch eingestehen, dass mein Versicherungsvertreter vielleicht doch homosexuell sein könnte.
Deine Schackeline (17 ½)
P.S. Ich werde einen Brief an seinen Freund schreiben, weil wenn ich ihn nicht haben kann, dann darf er ihn auch nicht haben.

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