Ein neuer Tag im Leben eines Thelocactus Freudenbergeri

Ein neuer Tag im Leben eines Thelocactus Freudenbergeri

Ein neuer Tag, es ist wieder laut und Hansi Hinterseer trällert durchs morgendliche ‚Al Dente‘. Die Nonna kommt mit einer Flasche Pellegrino und duscht mich wach. Puh. Das Pellegrino war direkt aus dem Kühlschrank. Wenn ich ein Gehirn hätte, hätte ich jetzt Gehirnfrost. Die Nonna singt lautstark zu ‚A bisserl was geht immer‘ von Florian Silbereisen. Es ist ein Alptraum, ich bin aber wach, der Alptraum geht nicht weg und ich kann nicht weglaufen, weil ich keine Beine habe. Bei dem Titel würde sich der ‚Monaco Franze‘ im Grabe umdrehen: A bisserl was geht immer. Was sich der Silbereisen da erlaubt. Aber was will man denn schon von einem Menschen erwarten, der bei jedem Auftritt immer die eine rote Unterhose trägt, die hoffentlich zwischen seinen Auftritten auch mal gewaschen wird. Menschen wie Florian Silbereisen kommen für rote Sündenschlüpfer bestimmt in die Hölle. Ich bete inständig ans Universum, dass Florian Silbereisen und Hansi Hinterseer bitte keinen gemeinsamen Autounfall haben, auch nicht getrennt von einander, weil sonst den ganzen Tag die Scheiße von denen im Radio und im Fernsehen läuft. Mir geht es irgendwie voll schlecht, wenn ich den Diego erwische. Die Norgerl von gestern müssen irgendwie schlecht gewesen sein. Wenn ich einen Kopf hätte, dann hätte ich Schmerzen zwischen den Ohren. Aber nachdem ich ja keinen Kopf habe, tut mir einfach alles weh. So eine Scheiße. Giovanni kommt wieder mit unzähligen Kisten ins Lokal. Das Geschrei meiner entfernten Verwandten beginnt wieder und jetzt habe ich wirklich extreme Kopfschmerzen. Mein Leben ist die Hölle. Jetzt kommt Giovanni zu mir rüber und macht sich über mich lustig. Meine Blüten sehen aus wie ein Blüteniro. Ich hab doch gesagt, kurz bevor ich verrecke, blühe ich wie blöd. Der Giovanni, die alte Schwuchtel, findet es voll süß. Und ich find es voll scheiße und ihn finde ich auch voll scheiße. Er ist schwul und er ist ein Vegetarier und Koch in einem fleischlastigen italienischen Restaurant. Und er ist verdammt nochmal ein Italiener und Italiener haben nicht schwul zu sein. Und Köche sind verdammt nochmal keine Vegetarier. Hier im ‚Al Dente‘ ist echt verkehrte Welt. Und warum kann ich nicht kotzen? Der fette Herr Baumhauer kommt und bestellt wie immer ein Wiener Schnitzel und ein Weizen. Die Nonna steht in der Küche und macht frisches Antipasti. Das Geschrei wird lauter und ebbt erst dann ab, als meine entfernten Verwandten in der Glasvitrine eingesperrt werden. Ein grausamer schleichender Tod, den ich mir da jeden Tag mit anschauen muss. Es ist einfach ein Alptraum. Nachdem keine weiteren Gäste kommen, wird kurzerhand der Fernseher angemacht. Da kommt ein Mann mit Pullunder, Brille, Halbglatze und Aktentasche ins Lokal. Er ist von der GEZ. Er hat festgestellt, dass das ‚Al Dente‘ als Premiere Sportsbar gemeldet ist, aber seit Beginn keinerlei Gebühren an die GEZ entrichtet hat. Er lässt eine saftige Rechnung, der Gebühren der letzten 30 Jahre, da und macht sich dann vornehm vom Acker. Gegen die GEZ-Mafia ist einfach kein Kraut gewachsen, dass man jetzt für Premiere auch schon GEZ-Gebühren zahlen muss, ist nicht nur mir neu. Die Nonna macht den bösen Fernseher aus und ruft ihren ältesten Sohn an, der unter anderem auch der Besitzer des Restaurant ist. Er ist aber so gut wie nie da, weil er ständig anderen ‚Geschäften‘ nachgeht. Obwohl er sein Büro nur ein Stockwerk über uns hat, habe ich ihn im letzten Jahr äußerst selten gesehen. Die Nonna bringt ihm immer sein Essen ins Büro und ansonsten ruft sie ihn an, wenn es etwas dringendes gibt. Sie ist ja schließlich nicht mehr die Jüngste. Die Nonna berichtet lautstark auf Italienisch von der deutschen Mafia. Sie nennt auch den Betrag, der auf der Rechnung steht. Ich verstehe kein Wort, ich kann noch immer kein Italienisch. Und sie machen es mir auch nicht leicht. Mein Glück ist nur, dass Diego auch kein Italienisch kann und Giovanni ihm immer übersetzen muss. Langsam aber sicher werden wir beide es lernen. Hoffe ich. Der Große Bruder wird jetzt wohl den Großen Bruder von der Russischen Mafia anrufen. Die Beiden waren ja schließlich immer gute Freunde gewesen. Es würde jetzt wohl ein alter Gefallen eingelöst werden. Der Radio wird wieder angemacht. Immer noch keine Gäste. Die Nonna putzt wieder und Giovanni und Diego spielen Karten. Der russische Rosenverkäufer kommt an die Theke und gibt der Die Nonna eine Rose und nimmt die Rechnung von der GEZ mit. Er zwinkert ihr zu und deutet an sein Ohr und geht wieder. Im Radio kommen Nachrichten. Ein GEZ-Gebühreneintreiber sei mit seinem Wagen in einen See gerollt und ertrunken. Er hatte beim Berichte schreiben seinen Wagen an einem Parkplatz an einem nahegelegenem See abgestellt und vergessen die Handbremse zu ziehen. Sämtliche Unterlagen sind (leider) verloren gegangen. Die GEZ ist untröstlich, natürlich auch über den Tod eines geschätzten Mitarbeiters. Die Nonna macht eine Flasche Asti auf und zur Feier des Tages bekam ich einen Schluck davon ab. Hurra. Ein schöner Tag und keine Gäste.

Elf Fantasy Fair 2009

Elf Fantasy Fair – Festivalbericht – Von feuchten Träumen und nassen Katzen…

In der ersten Nacht auf meiner neuen Matratze irgendwo in der Niederlande hatte ich einen Traum, einen Seltsamen, diesmal ohne Geruch, aber ziemlich feucht… ähm… nass. Ich berichte lieber mal von Anfang an…

Ich liege zwei Tage bevor die Elf Fantasy Fair so richtig beginnt in einem Zelt mit 3 weiteren Leuten, eingequetscht von zwei Feldbetten und friere mir den Ast. Wir haben zwar eine Zeltheizung, die ein unangenehmes Geräusch macht und höllisch nach Petroleum stinkt. Mein Dieter Bohlen meldet sich wieder. Shit. Weder Dieter noch das unangenehme Geräusche erklären zwar irgendwie den folgenden Traum, aber nachdem ich nachwievor nicht so richtig weiß, was mein Unterbewusstsein mir mit meinen Träumen sagen will, sei es jetzt mal dahingestellt wer oder was jetzt an diesem Traum schuld ist. Hm. Das unangenehme Geräusch macht wenigstens gefühlt warm, aber meine Zähne klappern trotzdem. Irgendwie habe ich voll die Panik wir könnten alle ersticken, im Zelt steht der Rauch und das Atmen fällt mir schwer. Also verkrieche ich mich vollständig unter meiner Decke und hoffe, dass ich unten am Zeltboden durch die Zeltwand atmend als Letztes ersticken werde. Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen. Und dann träume ich…Der Traum fängt damit an, dass ich anscheinend mit wildfremden Menschen meinen Geburtstag feiere. Gut kann ja sein, unwahrscheinlich, aber möglich. Einer ist da, den ich kenne. Komisch, er taucht normalerweise erst mit seinem Geruch in meinem Träumen auf, bevor er dann selbst in Erscheinung tritt. Diesmal war alles irgendwie anders. Er war dafür gleich nackt und posierte auf einem Bett für Fotos, die ich machen wollte. Ich hatte aber keine Kamera in der Hand. Hm. Es ging darum, dass er besonders bedrohlich, aber sexy wirken sollte, um sich dann aufzurichten, als würde er mit gedachten Dämonenflügeln kraftvoll losfliegen wollen. Ich sollte wirklich weniger Germanys next Topmodel schauen. Das schöne an Träumen ist, das man kein Fotoshop braucht, um diese Dämonenflügeln hinzubasteln. Im Traum hatte er hammergeile Dämonenflügel an, die im sich gegen den Wind aufbäumten. Es war aber völlig windstill in diesem Zimmer. Er sah echt klasse aus. Und diesmal hatte ich ausnahmsweise mal keine Angst mehr vor ihm. Als wir mit den Fotos fertig waren, die wir gar nicht gemacht hatten, da ich ja keine Fotokamera hatte, saß er dann wie ein Lämmchen auf dem Boden, die Knie mit den Armen umschlossen. Himmel, wer würde da nicht schwach werden. Ich hab ihn einfach völlig umständlich auf den Mund geküsst und habe mich dann aber gleich dafür entschuldigt. Er sagte irgendwas, dass ich nicht verstanden habe. Dann redete er weiter und ich verstand einfach nur Dusche. War mir aber nicht sicher was er meinte. Irgendwie gab er mir zu verstehen, dass wir dort ungestörter wären. Wir gingen aus dem Raum, durch die Partygesellschaft, jetzt fällt mir erst auf, dass ich auch nichts anhatte. Oh Gott wie peinlich. Aber nachdem ich die komplette Partygesellschaft gar nicht kannte, war es nicht so schlimm. Vielleicht waren die ja auch alle nackt. Wir werden es wohl nie erfahren. Ich kam zuerst in der Dusche an. Da waren zwei Duschmöglichkeiten. Eine furchtbar enge und kleine Duschkabine, an der ich aber gezielt vorbei ging. Komisch. Und eine Duschanlage in der Größe meines Wohnzimmers. Automatisch strahlte das Wasser aus den Wänden, als ich den Duschbereich betrat. Er war hinter mir und blieb an der kleinen Duschkabine stehen, folgte mir aber doch. Warum ich dann in einer offenen Dusche Geschlechtsverkehr mit einem Mann hatte, vor dem ich eigentlich immer Angst hatte, keine Ahnung. Wieso er aber gerade immer wieder in meinen Träumen auftaucht, ist mir völlig schleierhaft. Und dabei habe ich tierisch Angst davor in einer offenen Dusche Geschlechtsverkehr zu haben, weil ich Angst davor habe beim Sex hinzufallen. Allein die Vorstellung in der Dusche beim wilden Geschlechtsverkehr auszurutschen, sich dann den Kopf auf dem Boden aufzuschlagen, um dann bewusstlos liegen zubleiben, ist für mich der blanke Horror. Der Geschlechtspartner liegt bewusstlos auf dir, bis der Notarzt kommt. Und der wiederum lacht sich dann erstmal halbtot, kriegt einen Herzinfakt und legt sich dann wohl für immer und ewig tot daneben. Und dann kommt die Feuerwehr und die Polizei. Dann weiß wirklich jeder und die ganze Welt bescheid, dass du zum blöd zum Ficken bist. Nö. Nicht mit mir. Und es entspricht bestimmt auch nicht den Unfallverhütungsvorschriften. Aber im Traum bin ich zum Glück nicht umgefallen. Ich glaube der Sex war ziemlich gut. Ich habe mich im Traum nicht darüber beschwert. Aber nach dem Geisteszustand zu Urteilen, in dem ich aufgewacht bin, muss es verdammt gut gewesen sein. Meine Leute im Zelt behaupten, dass sie komische Schreie gehört haben. Ich will jetzt mal nicht leugnen, es könnte gut sein, dass ich im Traum wirklich ernsthaft etwas laut geworden bin. Ich hatte guten Sex, aber nur im Traum. Das wäre wirklich zu schön um war zu sein. Hm. Irgendwann fiel mir ein, dass wir kein Kondom benützt hatten. Das entspricht nun wirklich nicht den Unfallverhütungsvorschriften! Auch egal. In Träumen kann man doch nicht schwanger werden, oder? Ich habe aber fast ein schlechtes Gewissen. Und wenn es ein Junge wird, dann soll er Jesus heißen. Das Schlimme ist nur, ich weiß immer noch nicht wie groß sein Schwanz ist. Jetzt lacht nicht, ich weiß es wirklich nicht. Selbst nach dem dritten Traum nicht. Ich habe wieder nicht registriert, wie groß sein Penis ist. Mist. Aber eigentlich ist die Größe egal. Solange es Spaß gemacht hat, ist es ernsthaft egal. Hauptsache er hatte einen Schwanz. Auf die Größe kommt es ja wirklich nicht an, krumm und bucklig muss er sein, damit er überall anstößt. Des hat meine Oma immer gesagt, und die hat immerhin zwei Weltkriege überlebt. Ich wache also auf und habe gedacht ich träumte nicht richtig. Ich sitze irgendwo in Holland in Schlosspark vom Kastell de Haar und träume übers Ficken in der Dusche und ich weiß nicht mal, wo hier die Duschen sind.

Dann hab ich auch noch Osama Bin Laden und Barak Obama verwechselt. Welch Fauxpas. Das halten mir meine Leute heute schon den ganzen Tag vor. Gut, sie halten mir auch schon seit Tagen vor, dass ich keine Eier kochen kann, dabei mag ich doch gar keine Eier. Ich habe Angst, dass ich heute Nacht von Osama Bin Laden träume und von Rucksäcken, Eiern und brennenden Büschen.

Wir waren heute einkaufen, irgendwo in Holland, am Arsch der Heide hatte wir, der Standpraktikant und ich, den Auftrag: Was zum Essen, Klebeetiketten, Zeltheringe, Teelichter und Plastikfolien zu kaufen. Den Einkaufsmarkt hatten wir gefunden, die haben uns dann zum Campingausrüster geschickt, der sich dann als Bootsausrüster entpuppt hatte. Die wiederrum hatten uns in die nächste Stadt geschickt. Dann haben wir uns entschlossen einfach Richtung Utrecht zu fahren, irgendwo müsste es ja einen Baumarkt geben. Tatsächlich. Praxis, komischer Name für einen Baumarkt, aber wir sind hier ja auch in der Niederlande. Die hatten alles zum Heimwerkern, nur keine Heringe für unser Zelt. Wir sollte zurück fahren zum: Dumb. Ein Militärgeschäft. Hurra. Der Laden war Prima. Ich fühlte mich pudelwohl, die hatten da Bausätze von richtig großen Knarren. Wir deckten uns mit Militärdecken ein und mit Heringen. Und der Verkäufer war der absolute Wahnsinn. Groß, Holzfällertyp, übersichtliche Frisur. Himmel habe ich mich verliebt. Ich muss nach Holland ziehen, nicht wegen dem Kiffen, nein wegen den Holzfällertypen. Und ich schicke inständig ein Gebet ans Universum, dass die ganzen geilen Kerle hier nicht alle schwul sind. Sonst muss ich mich leider kopfüber in die Zeltheizung stürzen.

Ich bekrümel mich schon die ganze Zeit über niederlandische Städtenamen und ich denke, es werden noch einige dieser Ortschaften als Namen von Charakteren in der einen oder anderen meiner Geschichten wieder auftauchen. Utrecht und Undrocht, die zwei Bösewichter und Zwolle Zwerg zum Beispiel oder Kockenger. Des heißt bestimmt Vorhautverengung auf niederländisch. Hihi.

Wieder auf dem Platz in Gedanken immer noch bei meinem Militärdevotionalienhändler erfahre ich, dass die Dusche nur mit gechlortem Wasser laufen, das wäre übrigens in ganz Holland so. Mist. Scheiß Chlorallergie. Dann ist es doch nichts mit dem Auswandern. Ich muss mir einen Holländer einfliegen lassen. Oder Zwei oder Drei. Einen fliegenden Holländer, sozusagen. Hihi.

Das Abendessen mit den mitgebrachten Köstlichkeiten war der Wahnsinn und wir versuchen die Produktenamen zu übersetzen. Auf der Packung der Fertigsuppe steht. Roeren. Klar. Niet vergeten te blazen! Alles klar, blasen. Und viel lustiger ist eigentlich, dass das Blasen hier eigentlich piepen heißt. Jetzt bin ich wirklich ziemlich inspiriert.

Am Abend erkunden wir das Gelände. Der Schlosspark ist riesig. Wir suchen, dass Liebeslabyrinth, finden es aber nicht. Dafür hab ich mich an diesem Tag, ganz ohne Dusche nochmal verliebt. In eine Rüstung. Und dann in einen Typen. Später habe ich erfahren, dass beide von Mytholon sind. Muss meine Liebe nochmal überdenken. Ich habe durchaus eine große Abneigung gegen Mytholon. Dann muss ich wohl am nächsten Tag nochmal zu diesem Militärladen fahren und der geilen Drecksau einen Antrag machen. Ich bin wirklich gespannt, von was ich jetzt gleich träumen werde. Gute Nacht.

Am nächsten Tag wache ich auf und ich habe wieder erwartend nichts geträumt. Schade. Der Freitag auf der Elf Fantasy Fair ist äußerst langweilig. Wir mussten unseren mittelalterlichen Stand mit Folie auslegen, damit wir und die Gäste keinen Flurschaden anrichten. Reine Schikane, denken wir, aber ich habe dann doch den ganzen Tag damit verbracht, auf allen Vieren auf dem Boden herumzurutschen, um diese völlig unauthentische Folie zu verlegen. Meine Motivation eine völlig authentische Klamotte anzuziehen ist bereits auf unter null gefallen. Himmel sieht der Stand kacke aus. Von den 2000 VIP-Gästen ist irgendwie auch keiner da und man könnte mal wieder einen Stein durch den Markt werfen und man würde keinen einzigen Kunden damit treffen. Man könnte jede Menge bunte Plastikfolie treffen, aber keine Kunden. Die Lady Captain schreit im Zelt aus der IKEA-Tasche, aber ich habe dann doch meine Marketenderin an. Hm. Es wird merklich noch langweiliger. Ich habe meine Pilgerstrümpfe gestopft und alles repariert, was mir in die Finger kam. Mit der Standnachbarschaft, kamen wir auf die Idee, dass alle Hunde auch Folie an den Pfoten haben müssen, damit die auch keinen Flurschaden machen. Eigentlich sollten wir alle Folie um unsere Füße machen, dann können wir uns auch unser völlig authentisches Schuhwerk sparen. Irgendwie kommen wir uns alle ziemlich verarscht vor, weil nur die blöden Deutschen hier Folie verlegt haben. Einheimische machen wohl keinen Flurschaden. Irgendwie ist gerade in der Niederlande diese Aussage völlig Banane. Gras steht hier ja schließlich auf der Speisekarte. Hm. Der leicht süßliche Geruch den wir den ganzen Tag in der Nase haben, macht auch die Nicht-Kiffer ganz schön breit. Jetzt weiß ich auch warum die Einheimischen mich den ganzen Tag schon anstarren, als wäre ich ein Pornostar. Ich habe doch diese Hanfcreme vom Bodyshop, mit der ich mich immer von oben bis unten einschmiere. Himmel nein, die wollen mich gar nicht ficken, die wollen mich rauchen. Ich muss hier weg.

Und morgen steht es dann in der Zeitung. Mittelalterdarstellerin aus Bayern wurde mit schwarzer Folie zum größten Joint der Welt verarbeitet. Hunderte Konsumenten torkeln durch die Elf Fantasy Fair und hinterlassen den größten Flurschaden aller Zeiten.

Am Abend ging es in den Zuber. Hurra. Der erste Zuber des Jahres. Den haben wir wenigstens gefunden. Das Liebeslabyrinth habe ich immer noch nicht gefunden. Mist. Ich komme vom Duschen zum Zuber und da sitzen welche drin. Super. Wir müssen warten. Toll. Da sitzt ein Jemand mit einer sehr übersichtlichen Frisur. Ein Mongolenzöpfchen auf dem Hinterkopf und sonst nichts. Wie schön. Hm. Als die Herrschaften endlich den Zuber räumen, beobachte ich den jungen Mann mit dem Mongolenschwänzchen ganz genüsslich beim Anziehen, im Traum kann ich diese Szene dann rückwärts abspielen. Ich finde die Wahl der Frisur sehr von Vorteil, welcher Mann kann schon von sich behaupten, er hätte zwei Schwänze. Ich bin ziemlich begeistert. Schade dass er jetzt geht. Ich bete inständig ans Universum, es möge ein tätowierter Ritter mit einer übersichtlichen Frisur kommen und mich ins Liebeslabyrinth entführen oder in die Dusche. Hihi.

Das habe ich irgendwie laut gesagt. Ups. Der junge Mann mit der übersichtlichen Frisur meldet sich dank dem Schirrmeister mehr oder weniger freiwillig. Er ist zwar nicht tätowiert, wir wollen es ja mit den Wünschen ans Universum mal nicht übertreiben. Irgendwie wollte er meine ganze Tätowierung sehen, als ich mein Badehäubchen absetzte, hatte er plötzlich so ein geiles Glitzern in den Augen. Er ist Physiotherapeut und ich konnte ihn nicht davon abhalten, als er mir den Rücken massieren wollte. Der junge Mann ist bestimmt wieder 20 oder schwul, oder beides und ich muss mich nachher wahrscheinlich ernsthaft mit der Zeltheizung aufhängen. Leider wollte er nicht nochmal in den Zuber hüpfen, da wir ihn ja schließlich vorhin vertrieben hatten. Himmel sind wir bescheuert. Nach dem Zubern saßen wir noch vor dem Zuber auf einer Bank und ratschten über Gott und die Welt. Der junge Mann ist übrigens auch 31 und schätzungsweise nicht schwul. Ich muss mich dann heute erstmal wohl nicht umbringen. Mal sehen. Nachdem die Gesellschaft um den Zuber sich irgendwann aufgelöst hatte, gingen wir im Schlosspark spazieren. Die halbe Nacht. Wir ratschten die ganze Zeit und haben dabei leider das Küssen vergessen, vor lauter Ratschen. Mist. Wir waren wirklich ganz brav. Wirklich ernsthaft. Nur Händchenhalten und ein bisschen Kuscheln, mehr nicht. Ich bin auch völlig von mir überrascht. Aber bei so einem Ambiente, wäre wilder hemmungsloser Sex völlig fehl am Platz gewesen. Ihr fragt euch jetzt wohl wo denn der Haken ist. Er wohnt natürlich am Arsch der Heide, obwohl Marburg ausnahmsweise nicht ganz so weit weg ist, wie ich vermutet hatte. Und die ewige Hakensucherei versuche ich sowieso aufzugeben. Er ist der zweite Mann, den ich je kennengelernt habe, der ernsthaft auf Frauen steht, die eine übersichtliche Frisur haben. Ich glaube ich träume schon wieder. Einen Haken gibt es tatsächlich, er heißt Katze. Hm. Ich habe doch eine absolute Abneigung gegen Katzen. Ich mag nun mal keine Muschis. Und außerdem bin ich auf Katzen allergisch, er übrigens auch.

Nachdem der nächste Tag der blanke Horror werden wird, da angeblich 25000 Karten im Vorverkauf verkauft worden sind, verabreden wir uns auf 23.00 Uhr wieder am Zuber. Dann gehen wir ins Bett, jeweils allein.

Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass ich in der letzten Nacht meine Holzschuhe durchgelaufen haben muss. Hm. Da sind wir anscheinend eine ganze schöne Strecke gelaufen.

Ich muss gleich nach dem Aufstehen bei dem blöden Marktumzug mit machen. Es ist aber noch genug Zeit, mich wegen meines kaputten Holzschuhes zu verarschen und warum ich die Katze nicht hinter den nächsten Busch gezogen habe. Aber nach dem ich ja schließlich im selbstgewählten Zölibat lebe, wäre eine Vergewaltigung meinerseits bestimmt völlig fehl am Platz eigentlich ein absolutes No-Go. Böse Bine, allein der Gedanke ist schon eine schlimme Sünde. Ich muss wohl gleich ein paar Tag länger Pilgern, um die sündigen Gedanken wieder aus meinem Kopf zu kriegen. Außerdem habe ich heute schließlich ein Date im Zuber. Ob ich mir das Date noch schriftlich geben lassen soll? Besser wäre das! Als wir mit dem Umzug an der Taverne vorbeikommen, steht da eine Grinsekatze. Er grinst über beide Ohren und schaut mir nach. Hihi. Hab ich schon geschrieben, dass er an der Theke der Mönchstaverne arbeitet. Ich finde es super, ich lebe ja schließlich im Zölibat. Der Umzug ist bocklangweilig. Beim Rückweg schaue ich kurz bei meiner Muschi an der Taverne vorbei. Ich habe ihm gestern eröffnet, dass er schließlich schon seit Jahren an meinem Gürtel hängt, er hatte ein wenig verdutzt geschaut, bis ich ihm erklärt habe, dass ich nicht nur die Meisterin des Wortspiels bin, sondern auch seit Jahren ein räudiges Katzenfell an meinem Gürtel trage, wenn ich mit meiner Marketenderin unterwegs bin. Ich zeige ihm mein Loch im Holzschuh. Er ist sichtlich entsetzt. Als ich mich verabschiede, ziehe ich ihn noch über die Theke und küsse ihn. Endlich. Zwar ohne Zunge. War aber trotzdem schön. Wieder am Stand stelle ich erschreckender Weise fest, dass ich meine Hurenbänder zuhause vergessen habe. Mist, eine Marketenderin ohne Hurenbänder ist ja wohl keine Marketenderin. Aber nachdem ich mich gestern schon als Antje, das Käsemädel aus Holland geoutet habe, danke Sina für die geilste Kopfbedeckung aller Zeiten. Heute habe ich eine andere Kopfbedeckung gewählt. Die Müllerin. Ist auch schön. Vielleicht schauen mich die Kiffer heute weniger an, wenn ich eine andere Kopfbedeckung trage. Es lag bestimmt nicht an der Hanfcreme, sondern an der Antje und an den Holzschuhen. Hihi. Irgendwie bin ich doch froh meine Hurenbänder doch nicht dabei zu haben. Man weiß ja nicht, ob die Niederländer das auch noch in den falschen Hals kriegen und sonst was von mir denken. In der Schwulenszene heißt es, dass gelbe Tücher in der Jeanstasche bedeuten, dass Mann auf Anpinkeln steht. Da steh ich ja wohl mal gar nicht drauf. Es liebe meine Vergesslichkeit. Sonst würde ein nächster Amoklauf die Medien erschüttern. Junge Mittelalterdarstellerin auf Bayern, läuft auf der Fantasy Fair mit einem kaputten Holzschuh Amok. Sie stand doch nicht auf Anpinkeln.

Wir beschlossen irgendwann, den ganzen Abend den Zuber zu mieten, weil der Markt geht ja nur bis 20.00 Uhr und dann haben wir nichts mehr zu tun. Wir bekamen noch Besuch aus München. Prominenz aus einer anderen Szene sozusagen, er war auf Kreativurlaub. Sind wir dass nicht alle? Ich darf mit ihm ein wenig flanieren. Beim ForgottenDreams-Stand geht er total ab. Ich befürchte in Regensburg geht ab dieser Woche wieder ein schlimmes Gerücht über mich rum. Dass ich mit dem Besitzer des Münchner SM-Clubs zusammen bin und wir uns gegenseitig Larpwaffen in sämtliche Körperöffnungen einführen. Naja, ich sehe schon, es besteht auf beiden Seiten noch viel Aufklärungsbedarf. Am Ende des Flanierens habe ich einen Dekoauftrag bekommen. Ich mache noch einen Umweg über meine Muschi. Allein natürlich. Ich möchte ihn nicht völlig verschrecken. Ich teile ihm unsere neuen Zubertermine mit. Und dass ich ab 21.00 Uhr im Zuber auf ihn warte, bis ich völlig aufgeweicht bin.

Wenn er nicht kommt, werde ich mich dann gleich ertränken. Das hab ich ihm natürlich nicht gesagt. Wieder am Stand. Langweile und eine doppelte Sprachbarriere hindert uns an unserem Umsatz. Egal. A bisserl was geht allerwei.

Plötzlich schreit Elke nach mir, es wurde ihr Schreibset geklaut. Das teuerste für 52,- Euro. Der Praktikant geht in die eine Richtung und ich in die Andere. Elke schreit uns noch blaue Kiste, blaue Kiste hinterher. Ich dränge mich durch die Menschenmenge. Nicht auffälliges, keine blaue Kiste. Ich lauf wieder zum Stand. Elke ist total fertig. Ich gehe noch mal los und suche einen von der Orga mit einer Funke. Als ich nach einer halben Ewigkeit endlich einen gefunden habe und ihn zum Stand zurück zerre, schlendert eine kleine unscheinbare Frau in einem blauen Pannesamtkleid an uns vorbei. Sie ist mir nur aufgefallen, weil sie etwas vor sich am Körper gedrückt festklammert. Eine blaue Kiste. EINE BLAUE KISTE. Ich zerre den armen Kerl von der Orga wieder in die andere Richtung und halte mit ihm zusammen die Frau auf. Wir schauen in die Kiste, das Schreibset. Sogar das Preisschild über 52,- Euro klebt noch dran. Ich beschimpfe die Frau auf Bayrisch und der arme Typ von der Orga versucht notdürftig zu übersetzen. Sie redet sich damit raus, dass sie die Kiste auf den Boden gefunden hätte. Mir egal, Hauptsache ich kriege die Kiste wieder. Beim Zurücklaufen renne ich mit der Kiste unterm Arm vor lauter Aufregung an Elkes Stand vorbei. Sie sieht nur die blaue Kiste. Elke ist wieder happy. Wir warnen die Standnachbarn vor einer unscheinbaren kleinen blonden Frau in einem blauen Pannesamtkleid. Wir haben sie nie wieder gesehen. Vielleicht habe ich sie ja ein bisschen einschüchtern können. Ich denke, die wird irgendwo auf dem Markt bestimmt noch auf ihre Kosten gekommen sein. Unscheinbares Stück.

Endlich ist der Markttag rum und wir sind unterwegs zum Zuber. Unsere Prominenz geht mit des Schirrmeisters Standhilfe auf eine Swingerparty. Und wir haben den Zuber für uns. Besser kann es ja nicht laufen, oder? So und jetzt kommt wieder das, was ich ja schon geahnt hatte. Weil es immer das Selbe ist mit den Dates. Bine und Dates, das kann ja nicht klappen. Ich hätte mir das Date doch von ihm schriftlich geben sollen. Die Katze muss arbeiten. Er kann nicht in den Zuber. Meine Stimmung ist total im Arsch. Meine Gesichtszüge spiegeln für alle sichtbar meine Stimmung wieder. Ich lehne sogar Wandelbars beste Erdbeerbowle ab. Alkohol und meine jetzige Stimmung, wäre eine verdammt schlechte Kombination. So eine Scheiße. Ich versuche mich jetzt einfach mal mit dem Zuberwasser zu vergiften. Um so mehr ich davon schlucke, um so eher werde ich sterben. Der Zuber wird endlich geräumt und ich bin im Begriff mich umzuziehen, da kommt eine Katze angelaufen. Ich weiß nicht was er gemacht hat, dass er frei bekommen hat, aber er ist da. Hurra. Ich gehe mich entkleiden und als mit einem Handtuch und der Müllerin bekleidet wieder am Zuberrand stehe. Schwimmt schon eine nasse Katze mit einer übersichtlichen Ganzkörperfrisur in meinem Zuber. Der Tag geht ja doch noch gut zu Ende, oder? Wenig später sitze ich im Zuber mit einer nassen Katze im Arm und eine Erdbeerbowle in der anderen Hand. Hihi. Das Erste was er macht, ist mir die Müllerin vom Kopf zu reißen, damit er freie Sicht auf meine Glatze hat. Hihi. Mein Chef und Elke kamen auch in den Zuber und irgendwie waren wir die Volksattraktion für die Wir-müssen-leider-draussen-Bleiber. Mir war alles egal. Und die Bine bekommt endlich ihren Zungenkuss. Hihi. Die Katze kann auch noch küssen wie ein Weltmeister. Wir scherzen und lachen. Für Außenstehende muss die Szene im Zuber, wie ein Softporno gewirkt haben. Naja. Wenn man im Zuber ist, vergisst man zuweilen schon mal alles was um einen geschieht. Ich fand es lustig, bis die Theorie aufkam, ob man im Zuber schwanger werden kann? Wenn die Temperatur stimmt könnte es schon klappen. Na toll, ich hoffe jetzt mal nicht, dass ich von meinem Chef schwanger werde, weil ich mit ihm zusammen im Zuber war. Und wenn es eine Katze wird, dann weiß ich ja von wem, die Katz is. Hm. Nach der dritten Bowle war ich betrunken und die Katze musste wieder arbeiten gehen. Mein Chef bot dem Katze einen Schlafplatz in unserem Zelt an. Er mag es, wenn es ein glückliches Standmodell hat. Es sieht so aus, als würde die Katze heute Nacht was zum Kuscheln bekommen.

Spät in der Nacht war die Taverne endlich dicht und ich musste meine Katze halb ins Bett tragen. Wir beide waren so fertig, dass wir Arm in Arm aneinander gekuschelt einschliefen.

Am nächsten Morgen ließ ich mir sein Autogramm und Emailadresse von meiner Katze in mein Notizbüchlein pinseln. Und ich darf über ihn schreiben, tue ich schon die ganze Zeit, aber fragen muss ich schließlich, nicht dass ich noch vom Bund deutscher Katzenliebhaber wegen Tierquälerei verklagt werde. Es regnet und heute kommt die Lady Captain aus dem IKEA-Sack, vielleicht reißt sie den Umsatz noch raus. Hm.

Ich beende die Fantasy Fair Geschichte an dieser Stelle und soviel sei gesagt. Die Niederlande ist auch nicht das Goldene vom Ei. Es war ein schöner Kreativurlaub für mich und jetzt kann ich mit sündigen Gedanken zum Pilgern gehen.

Jetzt bin ich wieder ein paar Tage im Lande und hoffe seitdem ich wieder online bin auf eine Antwort von meiner Katze. Von Tag zu Tag kommt mir Marburg immer weiter weg vor, als ich zuerst angenommen hatte. Es wäre ja auch zu schön um wahr zu sein, wenn es diesmal mit einem Mann klappen würde, der auf Frauen abfährt, mit einer übersichtlichen Frisur.

Ich muss wohl weiter davon träumen….

Frühstück in der WG

Frühstück in der WG

Die Geschichte eines Groupies Beim Zappen hätte mich beinahe der Schlag getroffen. Da gibt es jetzt einen neuen Sender, für das starke Geschlecht. Und da läuft eine Sendung, die von einem alten Bekannten mitmoderiert wird. Unglaublich, dieses Megaarschloch. Es ist so vier Jahre her, ich hab dieses Megaarschloch irgendwie aus Versehen mal aus dem Nero in die WG abgeschleppt. Er war total betrunken und ich hab ihn nur abgeschleppt, weil er eine Glatze hat. In der WG gings dann zur Sache, bis er mir irgendwann ins Ohr säuselt, wie gern er mit mir schlafen würde und ich krame nach den Gummis. Dann meint er nur, er wäre gegen Gummis allergisch. Und dagegen bin ich aber mal so allergisch. Ich meinte dann nur noch so zu ihm: ‚Des ist ja super, dann kann ich ja jetzt schlafen!‘ und drücke ihm eine Kleenexpackung in die Hand… ‚Aber spritz mir bitte nicht alles voll!‘ Ich dreh mich um, um zu pennen und der Kerl klammert sich an mir fest und erdrückt mich halb. Irgendwann sind wir wohl beide eingeschlafen. Ich, aus Sauerstoffmangel, und bei ihm tat der Alkohol den Rest. Ich hasse es wenn Männer klammern und dass nicht nur im Bett. Ich bekomme da ehrlich Panik. Ich muss da immer an die eine Decke denken und an meinen besten schwulen Freund. Wenn er schläft, dann klemmt er sich immer eine Decke zwischen die Beine und Arme und schläft wie ein Baby. Ich denke mir dann immer, hoffentlich verliert er in der Nacht nicht die Decke und nimmt stattdessen mich dafür her. Ich mag ihn echt gerne, und vögeln würd ich ihn auch, aber nicht in den Arsch. Zurück zum Megaarschloch. Am Morgen klopft meine Mitbewohnerin ganz leise an der Tür und sie streckt den Kopf zur Tür rein, grinst mich breit an und streckt beide Daumen hoch, als sie meinen Aufriss entdeckt. Ich muss wohl echt einen miesen Blick draufgehabt haben, da sich ihr Miene jetzt auch verfinstert. Ich steh auf und zieh mich schnell an und murmle, dass ich Brötchen holen geh und er gerne weiterschlafen könne. Meine Mitbewohnerin und ich gingen schnell zum Tengelmann und ich erzählte ihr die Geschichte vom Megaarschloch. Sie konnte es kaum glauben. Dann erzählte sie mir, dass er jetzt eine neue Ein-Mann-EBM-Band hat, die irgendwie Winterreifen heißt. Ach sowas stand auf seinem T-Shirt. Ist mir auch egal, ich hab früher die Chaingang schon immer besser gefunden, als …. Ich krieg langsam echt nen Hals, wenn der Typ des bei jeder macht und genug dumme Groupies gibt es ja, na dann gute Nacht. Beschließe insgeheim einen Aidstest zu machen und den Kerl jetzt aus meiner Wohnung zu schmeißen. Das Frühstück war legendär. In der kleinen WG-Küche sitzen drei Frauen und zwei Männer, als Herr Megaarschloch sich mal bequemt zum Frühstück zu kommen. Aber mit dem Kommen hat er es ja eh nicht so. Nur fürs Protokoll, in der WG ist es nicht immer so abgegangen. Dass mal jede von uns, unabhängig von einander, Männerbesuch hatte, war echt eigentlich noch nie vorgekommen. Aber die beiden Jungs, die auch da waren, waren alte Bekannte der WG und wussten bescheid, was unsere Frühstücksgewohnheiten angingen. Das Megaarschloch ist ein Aufschneider vor dem Herrn und erzählt allen lautstark, dass er der Superstecher aus dem Universum wäre.

Ich meinte nur trocken: ‚Ach, fürs Frühstück kannst du noch nen Fünfer in die Kasse werfen!‘ Für eine schlechte Performance musste Mann in der WG immer das Frühstück bezahlen, dass wusste jeder, nur nicht das Megaarschloch. Und meine Mitbewohnerin stellte elegant unser Sparschwein (Nilferd) auf den Tisch. Ein Nilpferd auf dem Topf beim Kacken und mehr ist nicht zum Thema Megaarschloch zu sagen. Ein Jahr später hab ich das Megaarschloch auf einem Heavy Metal Konzert wieder getroffen, meine Mitbewohnerin und ich haben irgendwoher günstig Karten herbekommen. Er kam zu mir rüber und fragt mich was ich denn hier mache, weil ich mit meinen pinken Zöpfen hier mal gar nicht reinpasse. (Nur weil ich einmal in meinem Leben einen viertklassigen Künstler abgeschleppt habe, oder wie?) Und dann fragt er mich allen Erstes, wie es heute Nacht noch so aussieht mit uns beiden! Ich meinte nur trocken: ‚Für nen schlechten Fick fehlt mir leider heute die Zeit!‘ Heute und für den Rest meines Lebens…

Published in: on 5. Januar 2010 at 16:21  Comments (3)  
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Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte in zwei Akten

Erster Akt:

Ich weis nicht so recht, wie ich anfangen soll. Hmm. Es ist ungefähr 5 Jahre her und es hat alles damit angefangen, dass meine lieben Freunde mir zum Geburtstag einen Vibrator „Paulchen“ und den Porno zu „Herr der Ringe“ geschenkt haben. Diese Pornoversion heißt „Lady of the Rings“ und ist echt gleich sooo schlecht, dass es nicht mal mehr die Handlung rausreißt. Am aller schlimmsten ist die Vergewaltigungsszene mit den „Orks“, sowas von unauthentisch, aber dass ist eine andere Geschichte.

Nach meinem Geburtstag wollte sich die Schwester von meinem unaussprechlichen Nichtmal-Exfreund mit mir treffen, um mir unter anderem einen guten Freund vorzustellen. Sie war der Meinung, dass wir unheimlich gut zusammenpassen würden. Wir trafen uns im Pulverturm. Er war ganz nett, er war tätowiert und gepierct, ein Rocker mit langen Haaren und so. Also hab ich mir nichts dabei gedacht, als ich ihm meine Nummer gegeben habe. Sie dachte, sie würde mir was gutes tun, nachdem es ihr Bruder so bei mir verkackt hat. (Dies ist eine andere Geschichte, die bereits irgendwo zwischen Steinen und Blüten und Blättern zu finden ist.)

Irgendwann haben wir uns dann verabredet und zwar nach Weihnachten bei mir in der WG. Ich musste noch was basteln für einen Kumpel und er kam natürlich viel zu früh. Meine lieben Freunde haben ziemlich genervt und irgendwann habe ich dann alle in der WG befindlichen Personen rausgeworfen und ich war mit dem Rocker alleine. Und ich habe mir immer noch nichts dabei gedacht. Es war alles ganz normal, so wie immer, ein Mann und eine Frau allein in einem riesigen kunstlederbespannten Bett mit Spiegel am Kopfende.

Wir haben uns unterhalten und ferngesehen und unterhalten und ferngesehen. Den ganzen Tag und den ganzen Abend und die halbe Nacht, haben wir geredet. Und ich habe mir nichts dabei gedacht. Irgendwann haben wir zum Fummeln angefangen, vielleicht wird’s ja noch. Und wir haben gefummelt und gefummelt und geknutscht. Irgendwann hatte ich fast nichts mehr an und er dafür noch alles. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Manche brauchen halt ein bisschen länger und mache….hm…Irgendwann war es dann so weit, ich warf ihm ein Kondom hin und meinte: „Zieh dich mal ordentlich an!“

Ich habe nicht weiter darauf geachtet, dass er sich beim Kondom aufziehen dermaßen blöd anstellt hat. Und nachdem ich nicht wirklich darauf geachtet habe, habe ich mir natürlich nichts dabei gedacht.

Während des äußerst umständlichen Aktes säuselte er mir ins Ohr, dass er jetzt keine Jungfer mehr sei….„WAAAAAAAAASSSSSSS????????“ Und ich trat ihn von mir runter. „Wie Bitte? Und da suchst du dir so eine Granate wie mich aus???“

Wenn dann scho gscheit!“ meint der Rocker.

Ich hielt ihm einen Vortrag darüber, dass Mann eine Frau über sowas vorher zu unterrichten hat, damit sie sich darauf einstellen kann und ihn dann nicht überfordert, weil wenn man Männer überfordert, dann klappt nämlich überhaupt nichts und genau so ist es auch gelaufen. Und vorallem hätte sie sich vorher überlegen können, ob sie überhaupt will. Sie ist ja schließlich nicht die Wohlfahrt und die Heilsarmee ist sie auch nicht.

Er ging aufs Klo. Und ich habe mir nichts dabei gedacht, dass er so lange gebraucht hat, (Insgeheim habe ich mir vielleicht gedacht, vielleicht schmeißt er sich ja aus dem Fenster und ich bin ihn los oder er haut einfach so ab, ohne seine Klamotten) irgendwann kam er dann wieder und wir schliefen ein.

In der Früh hab ich ihn dann vor die Tür gesetzt und mich dann nie wieder mit ihm getroffen. Auch ich kann in bestimmten Situationen ein Arschloch sein. Und dies ist so einen Situation, wenn eine Frau einen Mann entjungfert, dann verknallt er sich in sie und dass muss Frau auf alle Fälle unterbinden, außer es war ein absolutes Naturtalent. Also behandelte ich ihn schlecht, damit er leichter über mich hinweg kommt.

Ich bin in die Arbeit gefahren und habe mich den ganzen Tag darüber geärgert, dass ich ja nicht die Wohlfahrt bin und es war keiner da, mit dem ich drüber reden konnte. Alle waren zuhause bei ihren Eltern über die Feiertage und die noch da geblieben waren, habe ich gestern aus der WG geschmissen, damit ich mit dem Rocker alleine sein konnte. Und ich war die Einzige, die zwischen den Tagen arbeiten muss. Dann rief ich meinen besten schwulen Freund an. Der kennt alle betreffenden Personen auch, was das Ganze schon wieder kompliziert macht, aber mit irgendjemanden muss ich mich darüber unterhalten.

Er wollte die Einzelheiten gar nicht hören, aber da musste er jetzt durch. Nach der ganzen Geschichte war er etwas schockiert und ich sagte als Nachsatz: „Wie gut, dass ich ihm des Kondom nicht mit dem Mund drüber gestülpt habe!“

Wir lachten beide und malten uns aus, wie er mir das Kondom in den Hals schießt und ich jämmerlich dran ersticke oder er schießt mir das Kondom ins Auge und ich bin dann auf einem Auge blind und wie erklärt man des der Versicherung oder meinen Eltern. Oder seinen Eltern, wenn er in den Knast muss, weil er beim Sex eine Frau umgebracht hat, aber immer noch Jungfrau ist. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Irgendwann meinte mein bester schwuler Freund, wo er denn des Kondom überhaupt hin getan hat. Und ich solle aufpassen, wenn ich nachhause komme, dass ich nicht auch noch drauf ausrutsche und mir des Genick breche. Er würde mich heute Abend nochmal anrufen.

Zweiter Akt:

Nach der Arbeit fahre ich nachhause und suche das Kondom. Hm. Es ist nicht im Mülleimer im Bad. Auch nicht irgendwo daneben. Vielleicht hat er es ja runter gespült, aber des geht doch meistens nicht. Hmm. Mein bester Schwuler Freund ruft an und ich sage ihm, dass ich das Kondom nicht finden kann. Er fragt mich, ob ich schon zwischen meinen beiden Matratzen nachgesehen hätte, da fällt sein Handy auch immer durch, wenn er bei mir im Bett liegt. Ich vertröste ihn auf später und suche weiter nach dem Kondom. In meinem Mülleimer ist es auch nicht und rund ums Bett kann ich es auch nicht finden. Dann kucke ich wieder auf mein Bett und schüttele den Kopf, als ich die Matratzen hochhebe. Ich fand neben diversen Fernbedienungen und etwas Kleingeld auch einige Dinge, die ich schon länger vermisste, aber meine Unschuld und dieses blöde Kondom war nicht dabei. Hmm.

Ich kann meinen besten schwulen Freund hören, wie er ganz entsetzt frägt, er wird doch nicht, oder? Oh, nein, er wird doch nicht oder?

Ich suche mit Zuhilfenahme einer Nagelfeile und meiner aufgepimpten Fingernägel nach dem Kondom und zum Glück habe ich es tatsächlich irgendwann zum Vorschein gebracht. Mit zittrigen Fingern liege ich auf dem Bett und mein Handy geklingelt. Mein bester schwuler Freund ist dran: „Und hast du es gefunden?“

Ähm, ja!“

Wo! Unterm Bett, gell?“

Nicht direkt!“

Nein, er wird doch nicht, oder?“

Doch!“

Oh, nein, er wird doch nicht, oder?“

Doch und ich schilderte ihm genau, wie ich es gefunden habe und wie ich dieses verfickte Kondom zum Vorschein gebracht habe. Er meinte nur, ihm wäre jetzt schlecht und dass er nicht ohne Grund schwul sei.

Mir war jetzt auch schlecht, ich packte den Gummi und spülte ihn die Toilette runter und ich spülte solange, bis es endgültig den Jordan runter war. Eigentlich hätte ich es dem Rocker mit der Post zuschicken sollen, so ein Depp!

Jetzt werdet ihr euch fragen, was das Ganze jetzt mit „Paulchen“ zu tun hat. Naja, ich war so fertig mit der Welt, dass ich dachte ein bisschen Entspannung würde mir jetzt vielleicht gut tun. Dabei stellte ich fest, dass das Paulchen schon nach 3 Wochen den Buckel gemacht hat. Getriebeschaden! Super was hab ich den bitte jetzt schon wieder verbrochen? Nur weil ich nicht die Wohlfahrt bin. Zu Weihnachten, erst der Rocker als Weihnachtsmann und er hat mir ein Geschenk dagelassen. Hohoho! Und dann streikt auch noch Paulchen.

Am nächsten Tag, habe ich Paulchen dann in Candy umgetauscht. Ohne Probleme. Irgendwas muss doch funktionieren.

Nach einiger Zeit war ich bei meinem besten schwulen Freund auf seiner Geburtstagsparty. Der Unaussprechliche Nichtmal-Exfreund mit seiner Neuen war auch da und seine Schwester kam dann auch. Ich hab ihr die Geschichte erzählt, mit allen Einzelheiten, sie war noch entsetzter als der Gastgeber. Und ich glaube sie hatte ein richtig schlechtes Gewissen. Aber wir haben beide jetzt immer was zum Lachen, wenn wir uns sehen.

Später als ich auf dem Klo saß, schaute ich durch den Raum. Die Waschmaschine von meinem besten schwulen Freund heißt auch Candy. Welch Zufall!

So klein ist die Welt.

Moral:

Eines habe ich gelernt, man trifft sich immer zweimal im Leben und ich freue mich schon auf das zweite Mal.

Und wenn dich das Schicksal fickt, dann gescheit und es muss immer noch einen drauf setzten.

Die Geschichte eines Klosteines

Die Geschichte eines Klosteines – Tragödie in 6 Akten

Tragödie erster Teil

Es ist ein schöner Tag, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern. Ganz München, so scheint es, ist auf den Beinen. Und die Hälfte davon sind im Tierpark, so wie auch wir, diesen schönen Tag muss man doch ausnützen. Eine meiner Mitbewohnerinnen, ihr zukünftiger Ex-Freund und ich wollten etwas unternehmen (Da sie mit ihm nicht allein sein wollte!) und sind kurzerhand in den Tierpark gefahren. Es schien so als könne nichts diesen schönen Tag berühren, es schien so, als wäre alles perfekt. Alles war eine wunderschöne Blumenwiese, alles zirpte und gurte und sogar, dass der Typ, der zukünftige Ex-Freund sein sollte, könnt ihre Stimmung nicht trüben und mir war es eh egal. (Da ich ja nur der Abstandswauwau war!)

Auf dem Weg zwischen den Nashörnern und den Tigern, bekam meine Mitbewohnerin einen Anruf von unserer anderen Mirbewohnerin, die gerade die Pfingstferien bei ihren Eltern verbrachte. Sie hätte gerade einen Anruf von der Freundin eines guten Freundes bekommen. Dieser gute Freund und ein anderer guter Freund wären tot. Besagte Dame, die wir alle nicht im Mindesten ausstehen konnten (Aus hier nicht genannten und mittlerweile völlig irrelevanten Gründen!), will uns bestimmt verarschen, weil sie uns auch nicht im Mindesten ausstehen konnte (Aus hier nicht genannten und mittlerweile völlig irrelevanten Gründen!). Unsere Mitbewohnerin wäre sich nicht sicher, über so was macht man schließlich keine Witze und was hat der andere gute Freund damit zu tun, der hatte ja mit ihr und mit unseren Streit überhaupt relativ wenig am Hut gehabt. Wir sollen doch mal irgendjemand anrufen, sie könne auf einer Familienfeier schlecht in der Gegend rum telefonieren.

Unsere guten Freunde waren immer zu dritt anzutreffen und diese drei waren gerade mit allen anderen unserer Freunde in Leipzig. Wir beschlossen den dritten anzurufen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, nach wieviel mal Klingeln er ranging. Aber er ging ran. Ich sagte nur, wir hätten da einen Anruf bekommen und er sollte uns einfach nur sagen, dass bei ihnen alles in Ordnung wär. Ich hörte nur ein Schluchzen. Und ich hatte ihn noch nie im Leben schluchzen hören. Ich weiß auch nicht mehr, was ich gesagt habe, ich weiß nur noch, dass ich mich setzen musste. Ich saß auf einer der vielen grün lackierten Metallbegrenzungen, die im Tierpark um jeden Grünstreifen gezogen wurden.

Die Nashörner müssen ganz schön blöd gekuckt habe, als der Ex-Freund-Typ versuchte zwei völlig hysterisch heulenden Weiber aus dem Tierpark zu bugsieren. Genau für solche Situationen hat man Sonnenbrillen erfunden. Dass alle Passanten wegsehen können und doch gaffen können. Und dass Frau so tun kann, als wäre gar nichts geschehen und es würde aber doch jeder merken, weil die Schminke mit den Tränen unter den Sonnengläsern rausfließt. Am Auto dann hab ich mich noch mit dem Typen gestritten, weil er uns unbedingt fahren wollte und zwar mit meinem Auto und ich wollte ihn mal definitiv nicht fahren lassen. Er hat dann doch obsiegt, an Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern. In der WG hab ich dann meinen Freund angerufen, er soll keine Fragen stellen und sofort kommen. Er wusste irgendwie sofort bescheid. Eine andere gute Freundin mussten wir dann abholen, da sich der Ex-Freund-Typ am Telefon nicht gerade elegant angestellt hatte.


Tragödie zweiter Teil

Alle Übrigbleiber waren nun in der WG versammelt. Ich hab mit unzähligen Anrufen zu kämpfen gehabt. Es schien sich wie ein Lauffeuer in ganz Deutschland zu verbreiten und es schienen alle Freunde von den beiden Jungs bei uns in der WG anzurufen. Was solchene Gerüchte angeht ist unsere Gemeinschaft unerbittlich. Es werden da auch Sachen dazugedichtet und aufgebauscht und aufgebauscht. Wir beschlossen mit einer 1 Liter Flasche Jägermeister zur Isar runter zu gehen, um Abschied zu nehmen. (Feiern ist die erste Wahl gewesen, ist aber in dem Zusammenhang eindeutig das falsche Wort!) Wir haben uns also ein bisschen betrunken, die einen mehr, die anderen weniger, die einen um runter zu kommen und die anderen um es zu ertragen. Wir waren mittlerweile drei heulende Weiber und leicht war es für die Männer wirklich nicht, was aber folgendes nicht entschuldigt. Wir schrieben auf einen Zettel, was uns von den beiden immer in Erinnerung bleiben würde und bastelten ein Boot und schickten es brennend die Isar runter. Dabei schwirrten zwei Fledermäuse über unseren Köpfen herum. Von den beiden Begleitern bewacht schwelgten wir in Erinnerungen.

Jörg hat immer zu mir gesagt: „Bine, wenn du 30 bist und höchstwahrscheinlich immer noch Single, dann heiraten wir beide!“ (Mir war zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass ich meinen 30. Geburtstag unter diesen Vorraussetzungen überhaupt überleben würde. Und mir war auch nicht bewusst, dass ich kurz vor meinem 31. Geburtstag immer noch allein bin und dass mir diese Tatsache, den Jörg auch nicht zurückbringt. Manche Deckel sind einfach für immer fort und kommen nie zurück!) Dann hat er immer davon erzählt, dass ich ihn mal um drei Uhr morgens vergewaltigen wollte und dass kein Mensch der Welt um drei Uhr morgens noch Geschlechtsverkehr haben könne. Und deswegen waren wir wohl auch immer gute Freunde geblieben. Nie zusammen und doch irgendwie Seelenverwandt. Wir haben gestritten wie, als wären wir ein altes Ehepaar und unsere Versöhnungen waren legendär.

Beim Jens kann ich mich nur noch an ein paar Begebenheiten erinnern. „Hey, Schlampe wieviel!“ , „Irrelevant!“ oder „Hey Baby, wie geht dein Rock auf!“ oder „3 Jägermeister für die Damen und ein Glas Milch für den jungen Mann!“ Er liebte die Frauen und Jägermeister und war den Männern immer ein Dorn im Auge. Aber er hat weniger Ohrfeigen eingesteckt, als er wahrscheinlich verdient gehabt hätte. Ich hatte nie was mit ihm, zwei Machos vertragen sich auch nicht wirklich, aber nachdem wir uns ja auch nicht in die Quere gekommen hätten können, haben wir uns geduldet. Ich bin glaube ich, auch die Einzige, die nicht mit ihm gevögelt hat und des ist im nachhinein auch gut so. Und nachdem wir alle eine Orga für Larp-Veranstaltungen waren, haben wir alle irgendwie verdammt viel diskutiert, aber am Ende haben wir dann immer zusammengefunden.

Und dann war alles plötzlich vorbei. Ein Papierschiffchen auf der Isar, es brennt und irgendwann wird es schließlich von den Fluten verschlungen und taucht nie wieder auf.

Die Flasche ist leer und wir gehen, die Männer torkeln, nach Hause. An jeder Kneipe wurde nochmal nachgetankt, ein Doppelter auf Jens und Jörg. Am Ende war es nur noch JJ und ab dem Tegernseer mussten wir die Männer tragen. Und kurz vor der WG musste es plötzlich ganz schnell gehen. Der zukünftige Ex-Freund muss ganz schnell aufs Klo. Die dritte Dame wurde von Bekannten abgeholt und wir waren wieder zu viert in der WG. Zwei Männer sturzbetrunken und zwei Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Tragödie dritter Teil

Eine gefühlte Stunde später ist der Ex-Freund-Typ immer noch auf dem Klo und er gibt seltsame Geräusche von sich und schreit von Zeit zu Zeit: „Helfts ma hoit!“ oder „Bringts ma a Wossa!“

Nach dem mein Freund (Der natürlich mittlerweile auch Ex ist!) zum Rauchen nach unten gehen wollte, aber des Gehens nicht mehr wirklich mächtig war, haben wir ihm das Gehen verboten und ausnahmsweise das Rauchen in der WG erlaubt. Meine Mitbewohnerin ist dann irgendwann ins Bad um nach dem Rechten zu kucken: „Los Weib, bring ma Wasser!“ und sie kam völlig entsetzt wieder aus dem Bad, um in die Küche zu gehen, um Wasser zu holen. (Als hätten wir im Bad nicht genug davon!) Sie kommt aus der Küche mit einem Glas (aus Glas) und stellt auf dem Gang fest, dass sie es nicht gefüllt hatte. Sie rennt zurück und kommt mit einem vollen Glas wieder. Auf dem Gang stellt sie fest, dass ein Glas aus Glas in Verbindung mit einem Strunzbesoffenen vielleicht keine gute Idee wäre. Und geht wieder in die Küche, um einen Becher aus Plastik zu holen, um auf dem Gang wieder festzustellen, dass der Becher leer war. Obwohl das Geschehen echt spaßig anzusehen war, beschloss ich die Szene zu unterbrechen und sagte: „Es ist ja nicht so als hätte wir im Bad kein Wasser!“ Sie überlegt kurz und geht kopfschüttelnd ins Bad. Während des ganzen Geschehen sitze ich übrigens im Gang auf dem Boden, meinen Freund im Schwitzkasten und versuche ihn währendessen zum Rauchen zu zwingen, weil er nachwievor zum Rauchen runter gehen will, weil in der WG herrscht ja Rauchverbot! (Dieses Vorhaben wäre definitiv am Gehen gescheitert!)

Währendessen im Bad, der Typ hatte sich das Wasser mit samt dem Becher über die Schulter gekippt und nach dem er zwischen Waschmaschine, Heizung und Klo (nebst Mülleimer!) eingeklemmt war, war es unmöglich an den Becher zu kommen und meine Mitbewohnerin rennt wieder aus dem Bad, an mir vorbei in die Küche, um erneut einen Becher (aus Plasik) zu holen. Das ging dem Typ zu langsam und er beschloss, währendessen aus der Toilette zu trinken (In die er vorher gekotzt hatte!) Meine Mitbewohnerin kommt mit einem neuen vollen Becher wieder ins Bad, lässt ihn vor Schreck fallen und drückt schnell die Spülung. Dabei hätte sie den (mittlerweile noch mehr zum Exfreund tendierenden) Typ beinahe ertränkt.

Diese Szenerie wiederholte sich mehrmals. Es war irgendwie surrealskurril tragischkomisch und ich kam mir vor, als würde ich irgendwie gar nicht da sein und nur im Raum schwebend das Ganze beobachten. Nach einer Weile wurde er immer ausfälliger und sie immer hysterischer. Irgendwann waren beide still, sie hatte am Ende ihres letzten Nervenzusammenbruchs keine Kraft mehr und er konnte wohl auch noch nicht mal mehr kotzen. Ich schleifte meinen Freund ins Bett und beschloss den Notarzt anzurufen. Der Ex-Freund-Typ hatte auch nichts mehr dagegen.

Tragödie vierter Teil

Von weiten höre ich die Sirenen, während ich den Puls suche. Dann hörte ich quietschende Reifen, ein Klingeln, den Türsummer und dann ein ohrenbetäubendes Getöse. „WO MÜSS MA DENN HIN?“ Nach oben, schrie ich, und bitte ein bisschen leiser dachte ich, es ist gefühlte 4 Uhr morgens und wir sind erst gefühlte 4 Wochen in der Wohnung und dann so was. Endlich waren die 3 Sanis oben bei uns angekommen und dann kam die nächste Szenerie. Drei Personen versuchen eine Person aus dem viel zu kleinen Raum zwischen Waschmaschine, Heizung und Toilette (incl. Dem Mülleimer) zu befreien. Nebenbei stellten sie Fragen auf die entweder ich oder meine Mitbewohnerin völlig überzogen hysterisch antworteten.

Einer schrie den Patienten immer beim Namen und hatte dabei sein Gesicht direkt vor seinem. Der andere stand in der Badewanne und meinte: „Wohnt der auch hier?“

Wir: „NEIEN!“

Die weibliche Sani folgte in die Wanne, während der Sani aus der Wann auf den Toilettenrand wechselte.

„Was zum Teufel habt ihr dem gegeben!“

Wir: „Jägermeister!“

Der dritte Sani wechselte vom Boden auf die Waschmaschine, um sich selbst als Hebel zu benützen. Nach eine halben Ewigkeit hatten sie den Patienten aus der liegenden in eine hängende Position gebracht und schleiften ihn zum Badewannenrand. Dann baten sie nach Eiswürfel und nach einem Stuhl. Sehr gut, dann hatten wir wenigstens auch etwas zu tun.

An alle Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern, aber der Ex-Freund-Typ hatte seine Krankenkassenkarte natürlich nicht dabei. Und des erstaunliche dabei war, dass er in seinem Zustand noch den vollständigen Namen und das vollständige Geburtsdatum seines Vaters rezitieren konnte. Des hätte ich nicht mal im nüchternen Zustand geschafft.

Die Sanis entschlossen sich den Patienten mitzunehmen und es sollte eine von uns mitkommen. Und dafür hasst meine Mitbewohnerin ihren Ex bis heute. Die 3 Sanis rückten mit den Beiden ab und ließen mich allein mit dem anderen zukünftigen Ex in der WG zurück. Ich beschloss das Bad lieber gleich zu putzen, weil morgen würde man die Spagettibröckchen nicht mehr wegkriegen.

Tragödie fünfter Akt

Am nächsten Morgen war meine Mitbewohnerin wieder da und berichtete vom Krankenhaus. Im Krankenhaus angekommen, wurde dem Patienten der Magen ausgepumpt, nachdem er auf den Tropf nicht wirklich reagiert hat. Später kam dann der Oberarzt zu meiner Mitbewohnerin und fragte sie welche Drogen der Patient denn genommen hätte. Sie versicherte dem Oberarzt unter Tränen, dass es nur Jägermeister gewesen sei. Und Drogen würde er doch nicht nehmen, er komme ja vom Land und so. Der Arzt wollte dann schon genauer wissen, warum wir uns dermaßen mit Jägermeister bepichelt haben, weil der Patient ganz komische Herztöne hat, dabei bekam sie ihren nächsten und vorerst letzten Nervenzusammenbruch, da der Oberarzt ihr dann auch gleich noch Drogen verabreicht hat. Warum der Ex-Typ nun komische Herztöne hat und ob so was tatsächlich Jägermeister kommen kann, konnte in der Klinik nicht geklärt werden, aber er musste über die restliche Nacht im Krankenhaus bleiben. Meine Mitbewohnerin wurde dann von ihren Eltern in die WG gebracht, und da saßen wir nun und harrten der Dinge, die da noch auf uns zukommen würde. Schlimmer kann es ja nicht mehr werden…

Tragödie sechster Teil

Es klingelt an der Tür und die Freundin vom gestrigen Abend stand vor der Tür und meinte, sie hätte etwas für uns mitgebracht. Der Ex-Freund-Typ-Patient. Er hatte sich wohl nicht getraut, bei uns in der WG anzurufen, was im Nachhinein auch total verständlich war, aber wir hatten uns ja auch überhaupt keine Sorgen gemacht. Ich hab die Reste vom Tag zuvor zu einem Auflauf verarbeitet und der Ex-Freund-Typ-Patient musste abspülen. Das Essen sah genau so aus, wie des Zeug, was ich gestern im Bad zusammengewischt habe und nach dem ich dies wohl laut ausgesprochen hatte, wollte der Ex-Freund-Typ-Patient irgendwie gar nichts mehr essen. Und zum Spülen war irgendwie auch nicht sie wirklich fähig. Wir sind dann in den Wildpark Poing gefahren und er musste zu Strafe zuhause bleiben und sich Zeichentrickfilme anschauen.

Die moralische Aufklärung und des Rätsels Lösung:

In den nächsten Wochen sollten wir wenig Zeit haben, um über die Geschehnisse in dieser denkwürdigen Nacht nachzudenken. Aber irgendwann nach den beiden Beerdigungen, als dann auch wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt ist, saßen wir 3 Mädels von der WG in der Küche und ratschten oder lästerten über Gott und die Welt. Bis eine der beiden fragte, wann wir des letzte mal des Bad geputzt hätten. Da hatte ich getan, nachdem dieser mittlerweile endgültig Ex-Freund von der anderen Mitbewohnerin vom Krankenwagen abgeholt worden ist. Dann fragte sie mich, wo denn unser Klostein hinverschwunden wäre. Ich hatte keine Ahnung, die Halterung hatte der Typ, beim Kopf in die Kloschüssel stecken, wohl runter gerissen. Ich habe sie beim Putzen dann entsorgt, weil er sie auch noch kaputt gemacht hatte. Einen Klostein hätte ich dabei aber nicht gesehen. Dann schaute sie uns voller Verwunderung an und fragte uns, wie bescheuert wir eigentlich wären. Wir checkten überhaupt nicht was sie meinte. Dann sagte sie: „Was meint Ihr denn, warum der Typ so komische Herztöne hatte?“ Wir checkten immer noch nichts. Der Typ hat wohl beim Kotzen den Klostein runter gerissen, der ist dann ins Klo gefallen, dann hat er beim Luft holen die Halterung ohne den Klostein neben das Klo geschmissen! Da wo ich sie dann auch gefunden habe. Und im Klo hat sich der Klostein dann aufgelöst! Und was hat des jetzt mit den Herztönen zutun? Als er das Wasser aus der Toilette getrunken hat, hat er den Klostein quasi in flüssiger Form mitgetrunken. Als unsere Mitbewohnerin völlig geistesgegenwärtig die Klospülung gedrückt hat, hat sie ihm höchstwahrscheinlich das Leben gerettet, weil sie das restliche Zeug mit runter gespült hat. Auch wenn er bei der Aktion beinahe Ertrunken wäre, hat es ihm wohl echt das Leben gerettet.

So und jetzt fragt ihr euch hoffentlich nicht mehr, warum an meiner Toilette steht. BITTE NICHT AUS DER TOILETTE TRINKEN! BITTE NICHT AM KLOSTEIN LECKEN!

Immer wenn ich an den Tod von Jens und Jörg denke, bin ich natürlich immer traurig, einmal mehr, einmal weniger, auch wenn es jetzt 4,5 Jahre her ist, traurig bin ich trotzdem noch. Aber immer wenn ich an den Klostein denke, kugle ich mich vor lachen auf dem Boden. So hat der Schaden eines anderen mir über eine schwere Zeit immer viel Spaß bereitet. Danke!

Zombies sind die besseren Menschen

Zombies sind die besseren Menschen (Damien Fright Back)
Ich bin besonders gut drauf, bin weniger deprimieret und heule nicht mehr bei jeder Telekom-Werbung. Ich habe die schleichende Mutation zum totalen Mauerblümchen zum Glück aufgehalten. (Habe in dieser Woche auch schließlich einen Schmetterling aus der Tiefgarage gerettet!) Ich bin zwar immer noch erschreckenderweise ganz schön konservativ und halte immer noch ständig Moralpredigten. Ich glaube langsam ich bin die Einzige die eine gesunde moralische Einstellung hat. Außer Sex vor der Ehe natürlich, des ist ja auch wirklich überholt. Ansonsten bin ich halt ein Spießer, aber irgendwie muss ich auch mal ein bisschen komisch sein. Ich werd auch nur noch bei Betrunkenen und bei Nazis so richtig aggressiv, aber ansonsten geht’s mir eigentlich erschreckend gut.
Es ist schon schon 14 Tage her und ich hab schon voll des schlechte Gewissen, dass ich nicht gleich immer alles niederschreiben kann, weil ich mit dem Conbericht von Darkland solange gebraucht habe. Aber eigentlich ist es auch gut so, weil es zeugt dann doch noch davon, dass ich irgendwie zwischendrin auch mal Privatleben habe. Also Mittwoch vor 2 Wochen hab ich mitten in der Nacht ne SMS bekommen, gut ich war noch in Schwabing unterwegs, Privatleben eben!
Text der SMS: ‚Hey bine! Am we schon was vor? Könnt hilfe brauchen für n musikvideo hier in paf im bunker ein paar zombies zu schminken. Meld dich wenn du lust hast*‘
Die Handynummer war meinem Handy nicht bekannt, also mir zwangsläufig auch nicht. Also, die Person muss mich kennen, weil Bine richtig geschrieben war, wenn sich da wiedermal ein ‚ie‘ sich eingeschlichen hätte, hätte ich bestimmt auch nicht zurückgeschrieben. Dann hab ich überlegt, wer zum Teufel dreht in PAF (Pfaffenhofen) Zombie-Musik-Videos. Das Argument, dass derjenige ja schließlich meine Nummer hat, ist auch nicht wirklich kein Argument, weil meine Nummer hat eh irgendwie jeder, anrufen tut mich natürlich keiner, aber hauptsach ich bin in jedem LarperHandy gespeichert. (Unter: Die rothaarige vom letzten Con, Anrufen wenn ich 18 bin, Con-Notdienst, Schminke, Ork-SL und natürlich Callabutterfly und Bine mit und ohne ie)
Ich antworte also: ‚Moe?‘
‚Genau. Hätt ich dazu schreiben sollen…‘
Nun gut, ich fahr also am Freitag meine neue historische Kopfbedeckung in Neuburg abholen und beim Rückweg gurke dann mit meinem letzten Sprit im Tank und Barschaffen von einem Euro in Kleingeld und 50 Cent in Pfandflaschen nach PAF, was auch ganz gut war, vorallem für den Dreh, ich konnte ja nicht einfach wieder fahren, bis ich den 10er (des ist ein absoluter Freundschaftspreis) für die verbrauchte Schminke gekriegt habe.
Und für des, dass des Wochenende bestimmt ganz schön öd geworden wäre, wenn ich zuhause geblieben wäre und mir wieder zwangsweise Liebesfilme und Telekomwerbungen reingezogen hätte, war die Option ‚Zomie-Videodreh im Bunker‘ echt die beste Entscheidung in der Situation. Jeden Tag eine gute Tat, völlig uneigennützig natürlich. Ob ich bei dem Dreh den Mann meines Lebens finde?
Mit den Zombies hatte ich echt eine riesen Gaudi, wir haben literweise Kunstblut verbritschelt, ausnahmsweise nicht nur auf mir, sondern auf allen und überall, diesmal muss ich ja nicht putzen.
(Nicht so wie damals beim Videodreh von Echolyne, wo ich die Nasszelle vom Kitty putzen musste. Da hab ich vor dem Dreh geputzt, damit wir auch unser Model in die Wanne setzen konnten und nach dem Dreh nochmal, weil wir alles mit Kunstblut eingesaut hatten. Wie gut dass ich immer jede Menge Gummihandschuhe dabei habe. Und die Nasszelle vom Kitty, war bestimmt noch nie so sauber, wie nach dem Echolyne-Dreh…war auch seit dem nie wieder im Keller vom Kitty, wenn Betrieb ist, dann trau ich mich da nämlich nicht runter. Schade, eigentlich, da unten ist auch die kleine Gefängniszelle [Ich nenne sie liebevoll U-Boot-Zelle!] und dieser Barkeeper [Schade eigentlich, ich zensiere meine eigenen Gedanken])
Ich war bei den Zombies stehengeblieben, ich bin auch gar nicht überrascht, dass meine Zombies total geil drauf sind und sich Kunstblut übers Haupthaar kippen und und sich Laub ins Haar zu stecken. Einige haben sich im Dreck wälzen, um authentischer auszusehen. (Solche NSC..s hätte ich gerne mal wieder auf Con!) Dann ist mir aufgefallen, dass meine Gehirnaktivität nach steigender Zahl der fertig geschminkten Zombies immer mehr abnimmt. Es ist auch keine Wunder, wenn ständig 5 bis 10 völlig überdrehte Zombies um einen rum springen, wir eine Schminkerin mit einer Latexallergie haben und einen Applausmacher, der mich die ganze Zeit nervt und meine Zombies interviewt, während ich sie versuche zu schminken. Des ist Schminken unter erschwerten Bedingungen, mit dem Mikro der Kamera im Ohr und einem Applausmacher, der einem noch in den Schminkschwamm kriecht, währenddessen man schminkt. Dann hat er die ganze Zeit behauptet, die Zombies wären Dämonen, da mussten wie ihn erstmal aufklären, was der Unterschied zwischen Zombies und Dämonen ist. Also steuerte irgendwann das ganze Schminkteam auch schon total bescheuert durch die Gegend.
Die Idee Kunstblut mit Gelantine zu mischen, ist immer noch eine ziemlich geile Idee, obwohl sich das Kunstblutgelantinegemisch bei Körperwärme langsam auflöst und es läuft und läuft und läuft. (Vorallem, wenn die fertig geschminkten sich an Feuer setzen um sich zu wärmen!)
Ich muss unbedingt meine Mutter fragen, ob es einen Hausfrauentipp gibt, für wenn man einen Erdbeerkuchen mit Gelantine in die Sonne stellen will, so dass die Erdbeeren nicht mit samt der Gelantine über den Tisch schwimmen. (Und genauso sehen meine Zombies jetzt aus!)
Merke: Erstmal Zombiefilme nur im Winter (Im Winter gibt es auch keine Wepsen, die stehen nämlich total auf Kunstblut!) drehen und scheiß auf die Gesundheit der Darsteller, wenn sie des nicht aushalten, wären sie keine Zombies geworden. Und für die Authentizität der Zombiedarstellung, ein Zombie muss halbnackt sein und ein Zombie kennt keine Kälte, er zittert nur, weil er seine Gliedmaßen nicht mehr unter Kontrolle hat. Und stelle deinen Zombie NIE ans Feuer, damit er nicht friert. Böser Fehler!
Aber Haarspray drauf und kurz anföhnen, des hat komischerweise eigentlich ganz gut gehalten. Erdbeerkuchen mit Haarspray, hm blöde Idee!
Nach Stunden des Rumsandelns wurden dann auch endlich mal Zombieszenen gedreht. Wir konnten auch endlich in den Bunker, wie geil!
Ich muss mich jetzt beim Schwärmen zurückhalten, weil wir kriegen den Bunker eh nicht für irgendeinen Rollenspielunsinn. Also genieße ich die Zeit, die ich im Bunker verbringen darf. Irgendwann ist dann auch mir aufgefallen, dass da so ein Zombie hinter mir her ist und irgendwoher kenne ich den auch. Aber nachdem ich denjenigen nicht selber geschminkt habe, fällt es mir einfach nicht ein woher. Der Zombie ist auch schon ein bisschen angetrunken und ein wenig nervig. Aber nachdem wir uns ja anscheinend kennen, bin ich mal ganz nett und lass mich nerven, es könnte ja sein, dass unter der Schminke und dem Kunstblut mein Traummann steckt. Er hat mir auch irgendwann eindeutig Angebote gemacht, die eigentlich auch echt verlockend waren. Aber nachdem ich gerade meine Pille abgesetzt habe, komme ich mir vor wie eine 16jährige, die nicht weiß wo Papa seine Kondome versteckt hat. Gut, ne echt untervögelte 16jährige! Die Fantasie überkommt mich wieder und ich überlege, ob ich den Partyboy einfach irgendwo in einen entlegenen Raum im Bunker entführe und ihn einfach vergewaltige. Aber nachdem die Kinder von der Vroni zu diesem Zeitpunkt den Bunker unsicher gemacht haben, hätte die uns bestimmt erwischt und die Vroni hätte mich bestimmt alle gemacht. Der Partyboy ist dann aber wegen überhöhtem Alkoholgenuss leider durchgefallen. Bin dann mit Zombieresten an den Fingern allein ins Bett, war eigentlich auch ganz gut so, weil mir am nächsten Tag auch eingefallen ist, woher ich den Typen kenne. Ab und zu ist meine Alkoholallergie schon von Vorteil.
Am nächsten Tag, war mein Hirnstatus auf Zombie, nach langen hin und her, waren wir wieder am Drehort, mit dem ganzen Schminkzeug. Es wurden noch einige
Szenen gedreht und natürlich auch mit Zombies. Nachdem nur noch 3 Zombies gebraucht wurden, schminkte ich mich kurzerhand auch als Zombie, wir waren dann zwar 4 Zombies, aber ein absolutes Dreamteam. Bis wir dann endlich dran waren, haben wir uns literweise Kunstblut drübergebechert. Und von Becher zu Becher haben wir mehr nach richtigen Zombies ausgeschaut. Kunstblut macht anscheinend auch total bescheuert. Wie man an den Fotos (bei meinen Fotoalben) unschwer erkennen kann. Irgendwann kam der Partyboy um sein Auto abzuholen, er gab uns leider keine Zeit, ihm mal die Meinung zu geigen. Er hat irgendwie so ausgesehen als hätte er tierische Kopfschmerzen. Schade dass der Dreh schon fast vorbei ist, aber zumindest hätten wir ihn gar nicht schminken müssen. Des wars mal wieder mit, verficken will muss freundlich sein, warum schreibt man nicht auf Postkarten, wer ficken will, muss nüchtern sein? Und dann wundert ihr euch noch, warum ich so oft garstig bin. Mir geht es einfach auf den Keks, was sie die meisten Männer rausnehmen. Aus den Augen aus dem Sinn, ich mach es jetzt so wie die Männer, der Partyboy ist weg und die Zombieparty beginnt. Oh, mein Gott, so gut war ich schon seit langen nicht mehr drauf. Wir sind quasi nicht mehr zu stoppen, auch wenn schon gar nicht mehr gedreht wird. Und die meisten Fotos wurden nach dem Dreh gemacht, so ein Zombieshooting gibt’s nicht alle Tage. Habe die Idee einen Zombieporno zu drehen nicht vergessen, aber vorerst hintenangestellt. Es ist noch viel zu tun…
Danke an Vroni (+Familie) und Moe (+Familie) für das schöne Wochenende.
Bine
P.S. Ob ich der Pharma-Industrie mal vorschlagen soll, dass Zombies gut gegen Depressionen sind.

In Freising an am See

In Freising an am See
Ich war in Freising an am See auf am Markt und muss die ganze Zeit an das Lied von Willy Astor denken. Seehaus in the Freising Sun. Die Sonne scheint wo anders, aber nicht in Freising an am See. Irgendwie ist der Markt am Freitag und Samstag nicht nur wenig bis gar nicht besucht, das Wetter ist nicht nur äußerst bescheiden, es schifft aus Eimern. Irgendwie hat es sich dieses Jahr eingeregnet. Das kann ja eine heitere Saison werden. Zum Glück haben Freitag und Samstag Nacht einen Zubertermin gebucht und die Zubercrew kenne ich auch noch ziemlich gut. Also bin ich trotz des Wetters guter Dinge. Ich feiere irgendwie, dass ich mir ein so tolles Auto gekauft habe, ich werde an diesem Markt wohl im Auto schlafen müssen, weil auf dem Marktgelände alle total aneinandergebatzt sind und für die Schlafplätze der Standhilfen kein Platz mehr ist. Ich verlaufe ich mich auf der Wiese auch die ganze Zeit, weil der Markt ein wenig unübersichtlich aufgebaut worden ist, mir fehlt es irgendwie am nötigen System. Aber es geht nicht nur mir so, irgendwie verlaufen sich ziemlich viele Leute. Hm. Endlich ist es Nacht und wir gehen mit unserer üblichen Zubergesellschaft in den Zuber. Bis auf die pöbelnden Barbaren vor dem Zuber ist es ganz spaßig. Noch während unserem Zubertermin wandere ich in den Zuber der Zubercrew ab. Wir singen bis um ca. 3.00 Uhr der Veranstalter vorbeikommt und sich gar nicht wundert, dass ich auch in dem Lärmzuber sitze. Dabei bin ich immer die Bravste von allen auf dem Markt. Später musste ich auch noch Erste Hilfe leisten, wegen zuviel Alkohol im Zuber. Bin dann so zwischen 5 und 6 Uhr morgens, ziemlich sauber, völlig nüchtern, aber verschrumpelt ins Auto gefallen. Am nächsten Tag kam das Gerücht auf, ich wäre ja bis um 3 Uhr morgens sturzbetrunken im Zuber gewesen beim Feiern. Naja, wenn Gerüchte, dann bitte mit maßlosen Übertreibungen. Aber mit Untertreibungen, die noch dazu nichtmal annähernd den Tatsachen entsprechen, des ist unter meiner Würde. Der Tag war ziemlich nass von oben und kalt von unten und wie gesagt, es waren keine Gäste da. Man hätte mal wieder einen Stein durch den Markt werfen können und man hätte keinen potentiellen Kunden getroffen. Die Stimmung ist am Boden. Das einzige Highlight waren die Johanniter. Der Priester meines Vertrauens, wollte mich zuerst als Hexe verbrennen, bis ihm dann meine Hurenbänder ins Auge gesprungen sind. Er schrie laut: ‚Sie ist eine Hure und eine Hexe!‘ Ich himmelte ihn nur an und meinte: ‚Aber Hochwürden, ihr wisst doch, dass ich eine Hure bin. Ich war doch erst gestern bei euch.‘ Ich lud ihn dann ein, mir heute Abend im Zuber die Beichte abzunehmen. Abends geht es dann wieder in den Zuber. Ich lerne den Retter meines Schwagers kennen. Meine Schwester und Mann waren von ein paar Wochen in Dunkeldeutschland auf einem Markt und da hat sich meine Schwager alias der Marktgraf von Brandenburg und der Veranstalter unfreiwillig mit einer Horde Nazis angelegt. Beide waren Rücken an Rücken in Ordensklamotte von Nazis umgeben und hatten mit ihrem Leben schon abgeschlossen, während meine Schwester erst die Kinder in Sicherheit gebracht und dann die Wikinger zur Hilfe geholt hatte. Nachdem die Wikinger gefragt hatten ob es ein Problem gäbe, haben sich die Nazis dann doch (schlauerweise) vom Acker gemacht. Wie bescheuert kann man eigentlich sein, dass man sich mit Teilnehmern eines Mittelaltermarkte anlegt. Bei diesem Hobby hat jeder zumindest ein Schwert oder eine Axt am Mann und sie können alle damit umgehen. Obwohl die Wikinger keine Waffen brauchen, die schauen auch ohne ganz schön bedrohlich aus. Einer der Wikinger stand den ganzen Abend neben dem Zuber und hat sich mit uns unterhalten. Irgendwie war des ganz lustig, obwohl mein Priester nicht zur Beichte gekommen ist. Schade eigentlich, aber das hätte die Gemüter nur wieder unnötig öffentlich erregt. Ich bin dann irgendwann freiwillig ins Bett. Allein!
Zum Frühstück gab es bei den Herren Spare Rips und ich hätte echt Kotzen können. Stefan vom Zuber klärte uns über den Flugzeugabsturz auf und was für Wetten die Mechaniker am Flughafen abgeschlossen haben.
Nachdem alle Sicherheitsapparaturen, von dem die Blackbox nur eine wäre, beim Auftreffen auf das Wasser zum Senden beginnen, muss es die Maschine in ziemlich viele kleine Einzelteile zerlegt haben, dass sogar die Blackbox kaputt geht. Die übrigens nicht einfach so kaputt gehen kann. Da muss man schon eine riesige Bombe zünden.
Also auf der Hitliste der möglichen Ursachen stehen.
Erstens, die Aliens. Zweitens die Amerikaner, die mal einen Moment nicht auf ihren Tarnkappenbomber aufgepasst haben. Drittens, die Aliens. Und viertens, irgendwelche Terroristen, die eine riesige Bombe ins Flugzeug geschmuggelt haben und sie dann völlig unbemerkt gezündet haben. Fünftens, die Aliens. Den sehr informativen Vormittag beendeten wir und machten uns an die Arbeit. Heute sind alle Gäste da, die die letzten zwei Tag nicht da waren. Es ist quasi die Hölle los. Wo wir gerade bei Hölle sind, die Johanniter wollen mich schon wieder als Hexe verbrennen. Ich beschwere mich lautstark, das der Priester nicht zu seiner Beichte im Zuber gekommen ist. Mein Vorgesetzter steht neben mir. Wie peinlich. Im Vergleich zu den Templern sind mir die Johanniter wesentlich lieber, die sind mir wenigstens verbal gewachsen. Sie müssen nur endlich mal wahrhaben wollen, dass sie mich wirklich hart rannehmen dürfen. Wohingegen die Templer nur immer leise mit vorgehaltener Hand ‚Hexe‘ husten oder niesen. Naja, als Hexe hat Frau es schon immer nicht leicht gehabt. Und Hexenverbrennung will echt gelernt sein. Ein Inquisitionsverhör würde mein Rollenspielerherz wirklich höher schlagen lassen, aber davon kann ich ja wohl noch bis zum St. Nimmerleinstag hoffen.
Der Tag endet mit einem großen Knall, ein Gewitter. Diesmal ohne fliegende Stände, aber dafür mit total viel Regen. Im strömenden Regen bauen wir ab und ich fahre platschnass heim. Ich bin ziemlich froh, mein Zelt nicht aufgebaut zu haben. Als ich zuhause ankomme, hatte es aufgehört zu regnen. Somit konnte ich meine nassen Sachen trocken in Haus bringen. Hm.

Angriff der Killler-Senseokaffeesklaven

Angriff der Killler-Senseokaffeesklaven
Eines Tages komme ich in die Arbeit und meine Senseo ist ausgesteckt. Ich vermute schon wieder die Aliens. Ich suche nach meinem Kaseschinkentoast, nur für den Fall, dass sie es wieder gebracht haben und dabei aus unerfindlichen Gründen (die aber für die Aliens einen logischen Sinn ergeben) meine Senseo ausgesteckt haben. Mittags im Aufzug, fragt mich eine Kollegin, ob ich meine Senseo auch einschicken muss. Ich frage, wieso einschicken? Weil die sonst explodiert, meint meine Kollegin. Alles klar so eine kleine Senseo explodiert einfach so. Reine Panikmache, das hat sie bestimmt aus der Bildzeitung. Und morgen heißt es der Osama Bin Laden hat alle Senseo Kaffeemaschinen für seine Zwecke manipuliert. Sie meint, da wäre irgendwas defekt und deswegen haben die eine Rückrufaktion gestartet. Auf der Website von Senseo könne man sich informieren. Das habe ich dann auch gleich gemacht. Meine ist dabei und habe mir einen Versandkarton angefordert. Es wird empfohlen die Senseo zu entkalken, das habe ich noch nie gemacht und nach dem Gebrauch immer auszustecken. Hm. Und genau ab dem Tag, als ich von der Explodierneigung meiner Senseo erfahren habe, macht diese auch komische Geräusche. Toll. Ich gehe nun bei jedem Kaffee immer in Deckung. Nur für den Fall der Fälle. Ich nehme auch immer meinen Laptop aus der Schusslinie, man kann ja nie wissen…
Und morgen steht es dann in der Zeitung: ‚Tot durch Senseo-Kaffemaschine! Junge Angestellte gerät in eine Kaffeemaschinenexplosion und erliegt ihren schweren Verletzungen. Vorsicht! Kaffee trinken kann lebensgefährlich sein!‘
In den Pro Sieben- Nachrichten würde dann verkündet werden: ‚Kaffee trinken ist lebensgefährlich! Schwere Explosion in Münchner Behörde. Eine Tote, 3 Schwerverletzte. Es wird dringend von Kaffeepadmaschinen abgeraten! Mehr dazu in einem Galileo-Spezial mit Aiman Abdalla.‘
Die Bild würde dann berichten: ‚Terroranschlag in Münchner Behörde. Der Sprengsatz wurde in einer Senseokaffeemaschine ins Amt geschmuggelt! Ein islamistischer Angestellter wurde bereits festgenommen. Bis jetzt liegt kein Bekennerschreiben vor!‘
In der Computer Bild steht dann in der darauf folgenden Woche: ‚Tragischer Unfall durch Senseo-Kaffeemaschinenexplosion. Eine Tote. In einer mehrstündigen Operation konnte der Laptop aber gerettet werden. Belastungstests der Eee PC Reihe auf Seite 23.‘
Ist natürlich nur Spaß, sie ist natürlich nicht explodiert. Nach einer Woche kam das Entkalkungsmittel und wir haben die Senseo in einer mehrstündigen Prozedur mehrmals entkalkt. Danach macht sie noch komischere Geräusche. Hm.
Der Transportkarton wird geliefert und ich schicke die Maschine schweren Herzens weg. Die netten Menschen von Senseo haben uns einen Filterkaffee mitgeschickt, damit wir die Zeit mit bösem Filterkaffee überbrücken können. Aufgrund meines Magengeschwüres verzichte ich die nächsten 10-12 Tage auf Kaffee und warte inständig auf meine geliebte Senseo.
Das nächste Problem ist, ich bin ohne meine Senseo-Kaffeesklaven völlig aufgeschmissen, ich kann doch keinen Kaffee kochen. Das ist neben Eier auch wirklich das Einzige, was ich nicht kochen kann.
Noch vor den angekündigten 10-12 Tagen bekomme ich einen orangen Zettel in den Briefkasten gelegt und ich bekomme meine Senseo wohlbehalten und ohne seltsame Geräusche (allerdings auch ohne Käseschinkentoast) zurück. Seitdem hängt der Haussegen im Büro wieder gerade und die Bine bekommt endlich ihren Latte Macchiato.

Weiß oder Braun – Rassismus to go.

Weiß oder Braun – Rassismus to go.

Eines Nachts im Café einer bekannten Fastfoodkette fiel mir auf wie rassistisch die eigentlich sind. Ich habe eine Latte Macchiato bestellt und habe einmal in die  Zuckerbehältnisse gegriffen und bin zu unserem Platz gegangen. Als ich saß viel es mir erst auf: Die optisch und räumlich getrennten Zuckerbehälter enthielten weißen Zucker in weißen Tütchen mit brauner Schrift und brauen Zucker in braunen Tütchen mit weißer Schrift. Wenn des nicht Rassistisch ist. Freiheit für die Zuckertütchen, die da in ihrem Zuckerknast farblich getrennt voneinander sind. Die Zuckertütchen hat keiner gefragt, ob sie rassistisch angemalt werden wollen, oder? Vielleicht wollen sie ja mit den Kollegen zusammen in einem Behälter sein. Was für ein Jahr haben wir eigentlich? Ja, 2009. So ist es. In der heutigen Zeit trennt man wieder zwischen braun und weiß. Unglaublich. Ich war richtig entsetzt.
Dann schaue ich auf die Anzeigetafel: Weiße Heiße Schokolade. Was ist das bitte? Krieg ich meine weiße heiße Schokolade dann auch von der netten weißen Verkäuferin in einem Ku-Klux-Klan-Kostüm serviert? Oder wie? In welchen Land leben wir denn? Dass sich da noch keiner beschwert hat! Wie hart ist das denn? Ich höre Stimmen! Stimmen in meinem Kopf! Ich höre den Satz in meinem Ohr: ‚Nur weil ich weiß bin!‘ sagt die weiße heiße Schokolade zur heißen braunen Schokolade. Die Fantasie geht mit mir durch und ich sehe überall Nazis und ich bin hier der einzige Punk. Hilfe. Das riecht gewaltig nach, ich krieg gleich gewaltig eine auf die Schnauze, oder schlimmeres. Ich schütte schnell den braunen und den weißen Zucker auf einmal in den Becher und schüttle ihn. Der Macchiato explodiert in meiner Hand, die heiße Brühe fliegt in der Gegend herum und ich schaue an mir herab. Ich habe ein Ku-Klux-Klan-Kostüm an. Oh, Shit! Und ich habe ganz viele braune Spritzer auf meiner Kutte. Alle Menschen im Café sind Farbige und schauen mich entsetzt und wütend an. Einige wetzten bereits das Plastikbesteck, oder Schlimmeres. Das riecht gewaltig nach, ich krieg gleich gewaltig eine auf die Schnauze oder mit dem Schlimmeren  eines über den Schädel. Aber ich habe doch einen bunten Iro unter meine Kapuze. Warum glaubt mir keiner. Ich muss jetzt hier raus….ich schrecke auf und mein Macchiato explodiert in meiner Hand, ich muss wohl gerade eingeknickt sein.

Rassismus ist überall… denkt mal darüber nach.

Ich nehme nun immer braunen Zucker zu meiner weißen Heißen Schokolade und bastle mir dann kleine Ku-Klux-Klan-Mützchen aus den Servietten und versenke sie dann mit weißem Zucker in meinem braunen Latte Machiato.

Published in: on 5. Januar 2010 at 15:46  Kommentar verfassen  
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