Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte in zwei Akten

Erster Akt:

Ich weis nicht so recht, wie ich anfangen soll. Hmm. Es ist ungefähr 5 Jahre her und es hat alles damit angefangen, dass meine lieben Freunde mir zum Geburtstag einen Vibrator „Paulchen“ und den Porno zu „Herr der Ringe“ geschenkt haben. Diese Pornoversion heißt „Lady of the Rings“ und ist echt gleich sooo schlecht, dass es nicht mal mehr die Handlung rausreißt. Am aller schlimmsten ist die Vergewaltigungsszene mit den „Orks“, sowas von unauthentisch, aber dass ist eine andere Geschichte.

Nach meinem Geburtstag wollte sich die Schwester von meinem unaussprechlichen Nichtmal-Exfreund mit mir treffen, um mir unter anderem einen guten Freund vorzustellen. Sie war der Meinung, dass wir unheimlich gut zusammenpassen würden. Wir trafen uns im Pulverturm. Er war ganz nett, er war tätowiert und gepierct, ein Rocker mit langen Haaren und so. Also hab ich mir nichts dabei gedacht, als ich ihm meine Nummer gegeben habe. Sie dachte, sie würde mir was gutes tun, nachdem es ihr Bruder so bei mir verkackt hat. (Dies ist eine andere Geschichte, die bereits irgendwo zwischen Steinen und Blüten und Blättern zu finden ist.)

Irgendwann haben wir uns dann verabredet und zwar nach Weihnachten bei mir in der WG. Ich musste noch was basteln für einen Kumpel und er kam natürlich viel zu früh. Meine lieben Freunde haben ziemlich genervt und irgendwann habe ich dann alle in der WG befindlichen Personen rausgeworfen und ich war mit dem Rocker alleine. Und ich habe mir immer noch nichts dabei gedacht. Es war alles ganz normal, so wie immer, ein Mann und eine Frau allein in einem riesigen kunstlederbespannten Bett mit Spiegel am Kopfende.

Wir haben uns unterhalten und ferngesehen und unterhalten und ferngesehen. Den ganzen Tag und den ganzen Abend und die halbe Nacht, haben wir geredet. Und ich habe mir nichts dabei gedacht. Irgendwann haben wir zum Fummeln angefangen, vielleicht wird’s ja noch. Und wir haben gefummelt und gefummelt und geknutscht. Irgendwann hatte ich fast nichts mehr an und er dafür noch alles. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Manche brauchen halt ein bisschen länger und mache….hm…Irgendwann war es dann so weit, ich warf ihm ein Kondom hin und meinte: „Zieh dich mal ordentlich an!“

Ich habe nicht weiter darauf geachtet, dass er sich beim Kondom aufziehen dermaßen blöd anstellt hat. Und nachdem ich nicht wirklich darauf geachtet habe, habe ich mir natürlich nichts dabei gedacht.

Während des äußerst umständlichen Aktes säuselte er mir ins Ohr, dass er jetzt keine Jungfer mehr sei….„WAAAAAAAAASSSSSSS????????“ Und ich trat ihn von mir runter. „Wie Bitte? Und da suchst du dir so eine Granate wie mich aus???“

Wenn dann scho gscheit!“ meint der Rocker.

Ich hielt ihm einen Vortrag darüber, dass Mann eine Frau über sowas vorher zu unterrichten hat, damit sie sich darauf einstellen kann und ihn dann nicht überfordert, weil wenn man Männer überfordert, dann klappt nämlich überhaupt nichts und genau so ist es auch gelaufen. Und vorallem hätte sie sich vorher überlegen können, ob sie überhaupt will. Sie ist ja schließlich nicht die Wohlfahrt und die Heilsarmee ist sie auch nicht.

Er ging aufs Klo. Und ich habe mir nichts dabei gedacht, dass er so lange gebraucht hat, (Insgeheim habe ich mir vielleicht gedacht, vielleicht schmeißt er sich ja aus dem Fenster und ich bin ihn los oder er haut einfach so ab, ohne seine Klamotten) irgendwann kam er dann wieder und wir schliefen ein.

In der Früh hab ich ihn dann vor die Tür gesetzt und mich dann nie wieder mit ihm getroffen. Auch ich kann in bestimmten Situationen ein Arschloch sein. Und dies ist so einen Situation, wenn eine Frau einen Mann entjungfert, dann verknallt er sich in sie und dass muss Frau auf alle Fälle unterbinden, außer es war ein absolutes Naturtalent. Also behandelte ich ihn schlecht, damit er leichter über mich hinweg kommt.

Ich bin in die Arbeit gefahren und habe mich den ganzen Tag darüber geärgert, dass ich ja nicht die Wohlfahrt bin und es war keiner da, mit dem ich drüber reden konnte. Alle waren zuhause bei ihren Eltern über die Feiertage und die noch da geblieben waren, habe ich gestern aus der WG geschmissen, damit ich mit dem Rocker alleine sein konnte. Und ich war die Einzige, die zwischen den Tagen arbeiten muss. Dann rief ich meinen besten schwulen Freund an. Der kennt alle betreffenden Personen auch, was das Ganze schon wieder kompliziert macht, aber mit irgendjemanden muss ich mich darüber unterhalten.

Er wollte die Einzelheiten gar nicht hören, aber da musste er jetzt durch. Nach der ganzen Geschichte war er etwas schockiert und ich sagte als Nachsatz: „Wie gut, dass ich ihm des Kondom nicht mit dem Mund drüber gestülpt habe!“

Wir lachten beide und malten uns aus, wie er mir das Kondom in den Hals schießt und ich jämmerlich dran ersticke oder er schießt mir das Kondom ins Auge und ich bin dann auf einem Auge blind und wie erklärt man des der Versicherung oder meinen Eltern. Oder seinen Eltern, wenn er in den Knast muss, weil er beim Sex eine Frau umgebracht hat, aber immer noch Jungfrau ist. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Irgendwann meinte mein bester schwuler Freund, wo er denn des Kondom überhaupt hin getan hat. Und ich solle aufpassen, wenn ich nachhause komme, dass ich nicht auch noch drauf ausrutsche und mir des Genick breche. Er würde mich heute Abend nochmal anrufen.

Zweiter Akt:

Nach der Arbeit fahre ich nachhause und suche das Kondom. Hm. Es ist nicht im Mülleimer im Bad. Auch nicht irgendwo daneben. Vielleicht hat er es ja runter gespült, aber des geht doch meistens nicht. Hmm. Mein bester Schwuler Freund ruft an und ich sage ihm, dass ich das Kondom nicht finden kann. Er fragt mich, ob ich schon zwischen meinen beiden Matratzen nachgesehen hätte, da fällt sein Handy auch immer durch, wenn er bei mir im Bett liegt. Ich vertröste ihn auf später und suche weiter nach dem Kondom. In meinem Mülleimer ist es auch nicht und rund ums Bett kann ich es auch nicht finden. Dann kucke ich wieder auf mein Bett und schüttele den Kopf, als ich die Matratzen hochhebe. Ich fand neben diversen Fernbedienungen und etwas Kleingeld auch einige Dinge, die ich schon länger vermisste, aber meine Unschuld und dieses blöde Kondom war nicht dabei. Hmm.

Ich kann meinen besten schwulen Freund hören, wie er ganz entsetzt frägt, er wird doch nicht, oder? Oh, nein, er wird doch nicht oder?

Ich suche mit Zuhilfenahme einer Nagelfeile und meiner aufgepimpten Fingernägel nach dem Kondom und zum Glück habe ich es tatsächlich irgendwann zum Vorschein gebracht. Mit zittrigen Fingern liege ich auf dem Bett und mein Handy geklingelt. Mein bester schwuler Freund ist dran: „Und hast du es gefunden?“

Ähm, ja!“

Wo! Unterm Bett, gell?“

Nicht direkt!“

Nein, er wird doch nicht, oder?“

Doch!“

Oh, nein, er wird doch nicht, oder?“

Doch und ich schilderte ihm genau, wie ich es gefunden habe und wie ich dieses verfickte Kondom zum Vorschein gebracht habe. Er meinte nur, ihm wäre jetzt schlecht und dass er nicht ohne Grund schwul sei.

Mir war jetzt auch schlecht, ich packte den Gummi und spülte ihn die Toilette runter und ich spülte solange, bis es endgültig den Jordan runter war. Eigentlich hätte ich es dem Rocker mit der Post zuschicken sollen, so ein Depp!

Jetzt werdet ihr euch fragen, was das Ganze jetzt mit „Paulchen“ zu tun hat. Naja, ich war so fertig mit der Welt, dass ich dachte ein bisschen Entspannung würde mir jetzt vielleicht gut tun. Dabei stellte ich fest, dass das Paulchen schon nach 3 Wochen den Buckel gemacht hat. Getriebeschaden! Super was hab ich den bitte jetzt schon wieder verbrochen? Nur weil ich nicht die Wohlfahrt bin. Zu Weihnachten, erst der Rocker als Weihnachtsmann und er hat mir ein Geschenk dagelassen. Hohoho! Und dann streikt auch noch Paulchen.

Am nächsten Tag, habe ich Paulchen dann in Candy umgetauscht. Ohne Probleme. Irgendwas muss doch funktionieren.

Nach einiger Zeit war ich bei meinem besten schwulen Freund auf seiner Geburtstagsparty. Der Unaussprechliche Nichtmal-Exfreund mit seiner Neuen war auch da und seine Schwester kam dann auch. Ich hab ihr die Geschichte erzählt, mit allen Einzelheiten, sie war noch entsetzter als der Gastgeber. Und ich glaube sie hatte ein richtig schlechtes Gewissen. Aber wir haben beide jetzt immer was zum Lachen, wenn wir uns sehen.

Später als ich auf dem Klo saß, schaute ich durch den Raum. Die Waschmaschine von meinem besten schwulen Freund heißt auch Candy. Welch Zufall!

So klein ist die Welt.

Moral:

Eines habe ich gelernt, man trifft sich immer zweimal im Leben und ich freue mich schon auf das zweite Mal.

Und wenn dich das Schicksal fickt, dann gescheit und es muss immer noch einen drauf setzten.

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