In Freising an am See

In Freising an am See
Ich war in Freising an am See auf am Markt und muss die ganze Zeit an das Lied von Willy Astor denken. Seehaus in the Freising Sun. Die Sonne scheint wo anders, aber nicht in Freising an am See. Irgendwie ist der Markt am Freitag und Samstag nicht nur wenig bis gar nicht besucht, das Wetter ist nicht nur äußerst bescheiden, es schifft aus Eimern. Irgendwie hat es sich dieses Jahr eingeregnet. Das kann ja eine heitere Saison werden. Zum Glück haben Freitag und Samstag Nacht einen Zubertermin gebucht und die Zubercrew kenne ich auch noch ziemlich gut. Also bin ich trotz des Wetters guter Dinge. Ich feiere irgendwie, dass ich mir ein so tolles Auto gekauft habe, ich werde an diesem Markt wohl im Auto schlafen müssen, weil auf dem Marktgelände alle total aneinandergebatzt sind und für die Schlafplätze der Standhilfen kein Platz mehr ist. Ich verlaufe ich mich auf der Wiese auch die ganze Zeit, weil der Markt ein wenig unübersichtlich aufgebaut worden ist, mir fehlt es irgendwie am nötigen System. Aber es geht nicht nur mir so, irgendwie verlaufen sich ziemlich viele Leute. Hm. Endlich ist es Nacht und wir gehen mit unserer üblichen Zubergesellschaft in den Zuber. Bis auf die pöbelnden Barbaren vor dem Zuber ist es ganz spaßig. Noch während unserem Zubertermin wandere ich in den Zuber der Zubercrew ab. Wir singen bis um ca. 3.00 Uhr der Veranstalter vorbeikommt und sich gar nicht wundert, dass ich auch in dem Lärmzuber sitze. Dabei bin ich immer die Bravste von allen auf dem Markt. Später musste ich auch noch Erste Hilfe leisten, wegen zuviel Alkohol im Zuber. Bin dann so zwischen 5 und 6 Uhr morgens, ziemlich sauber, völlig nüchtern, aber verschrumpelt ins Auto gefallen. Am nächsten Tag kam das Gerücht auf, ich wäre ja bis um 3 Uhr morgens sturzbetrunken im Zuber gewesen beim Feiern. Naja, wenn Gerüchte, dann bitte mit maßlosen Übertreibungen. Aber mit Untertreibungen, die noch dazu nichtmal annähernd den Tatsachen entsprechen, des ist unter meiner Würde. Der Tag war ziemlich nass von oben und kalt von unten und wie gesagt, es waren keine Gäste da. Man hätte mal wieder einen Stein durch den Markt werfen können und man hätte keinen potentiellen Kunden getroffen. Die Stimmung ist am Boden. Das einzige Highlight waren die Johanniter. Der Priester meines Vertrauens, wollte mich zuerst als Hexe verbrennen, bis ihm dann meine Hurenbänder ins Auge gesprungen sind. Er schrie laut: ‚Sie ist eine Hure und eine Hexe!‘ Ich himmelte ihn nur an und meinte: ‚Aber Hochwürden, ihr wisst doch, dass ich eine Hure bin. Ich war doch erst gestern bei euch.‘ Ich lud ihn dann ein, mir heute Abend im Zuber die Beichte abzunehmen. Abends geht es dann wieder in den Zuber. Ich lerne den Retter meines Schwagers kennen. Meine Schwester und Mann waren von ein paar Wochen in Dunkeldeutschland auf einem Markt und da hat sich meine Schwager alias der Marktgraf von Brandenburg und der Veranstalter unfreiwillig mit einer Horde Nazis angelegt. Beide waren Rücken an Rücken in Ordensklamotte von Nazis umgeben und hatten mit ihrem Leben schon abgeschlossen, während meine Schwester erst die Kinder in Sicherheit gebracht und dann die Wikinger zur Hilfe geholt hatte. Nachdem die Wikinger gefragt hatten ob es ein Problem gäbe, haben sich die Nazis dann doch (schlauerweise) vom Acker gemacht. Wie bescheuert kann man eigentlich sein, dass man sich mit Teilnehmern eines Mittelaltermarkte anlegt. Bei diesem Hobby hat jeder zumindest ein Schwert oder eine Axt am Mann und sie können alle damit umgehen. Obwohl die Wikinger keine Waffen brauchen, die schauen auch ohne ganz schön bedrohlich aus. Einer der Wikinger stand den ganzen Abend neben dem Zuber und hat sich mit uns unterhalten. Irgendwie war des ganz lustig, obwohl mein Priester nicht zur Beichte gekommen ist. Schade eigentlich, aber das hätte die Gemüter nur wieder unnötig öffentlich erregt. Ich bin dann irgendwann freiwillig ins Bett. Allein!
Zum Frühstück gab es bei den Herren Spare Rips und ich hätte echt Kotzen können. Stefan vom Zuber klärte uns über den Flugzeugabsturz auf und was für Wetten die Mechaniker am Flughafen abgeschlossen haben.
Nachdem alle Sicherheitsapparaturen, von dem die Blackbox nur eine wäre, beim Auftreffen auf das Wasser zum Senden beginnen, muss es die Maschine in ziemlich viele kleine Einzelteile zerlegt haben, dass sogar die Blackbox kaputt geht. Die übrigens nicht einfach so kaputt gehen kann. Da muss man schon eine riesige Bombe zünden.
Also auf der Hitliste der möglichen Ursachen stehen.
Erstens, die Aliens. Zweitens die Amerikaner, die mal einen Moment nicht auf ihren Tarnkappenbomber aufgepasst haben. Drittens, die Aliens. Und viertens, irgendwelche Terroristen, die eine riesige Bombe ins Flugzeug geschmuggelt haben und sie dann völlig unbemerkt gezündet haben. Fünftens, die Aliens. Den sehr informativen Vormittag beendeten wir und machten uns an die Arbeit. Heute sind alle Gäste da, die die letzten zwei Tag nicht da waren. Es ist quasi die Hölle los. Wo wir gerade bei Hölle sind, die Johanniter wollen mich schon wieder als Hexe verbrennen. Ich beschwere mich lautstark, das der Priester nicht zu seiner Beichte im Zuber gekommen ist. Mein Vorgesetzter steht neben mir. Wie peinlich. Im Vergleich zu den Templern sind mir die Johanniter wesentlich lieber, die sind mir wenigstens verbal gewachsen. Sie müssen nur endlich mal wahrhaben wollen, dass sie mich wirklich hart rannehmen dürfen. Wohingegen die Templer nur immer leise mit vorgehaltener Hand ‚Hexe‘ husten oder niesen. Naja, als Hexe hat Frau es schon immer nicht leicht gehabt. Und Hexenverbrennung will echt gelernt sein. Ein Inquisitionsverhör würde mein Rollenspielerherz wirklich höher schlagen lassen, aber davon kann ich ja wohl noch bis zum St. Nimmerleinstag hoffen.
Der Tag endet mit einem großen Knall, ein Gewitter. Diesmal ohne fliegende Stände, aber dafür mit total viel Regen. Im strömenden Regen bauen wir ab und ich fahre platschnass heim. Ich bin ziemlich froh, mein Zelt nicht aufgebaut zu haben. Als ich zuhause ankomme, hatte es aufgehört zu regnen. Somit konnte ich meine nassen Sachen trocken in Haus bringen. Hm.
Advertisements

The URI to TrackBack this entry is: https://callabutterfly.wordpress.com/2010/01/05/in-freising-an-am-see/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: