Überfall der etwas anderen Art

Jakobsweg Zeitreise – Überfall der etwas anderen Art

Hab gerade feststellen müssen, dass ich immer noch vom Dienstag, dem 01.04.08 erzähle und dass ich schon beim 11. Blog bin und ich aber noch so viel Schreiben muss und dann hab ich wahrscheinlich noch die Hälfte vergessen. Es ist einfach erschreckend. Ganz nebenbei, hab ich meine Schreibmappe rausgezogen, wo ich noch eine DinA 4 Seite vollgeschrieben (vorne und hinten!) mit Titelzeilenstichwörtern gefunden habe, die ich alle noch schreiben muss, damit ich alles geschrieben hab, was ich über mein verkorkstes Geschlechtsleben wirklich noch schreiben wollte. Sollte mir vielleicht doch mal nen Computer zulegen (Habe ich zumindest mittlerweile getan…mein Laptop „Dachsschlächter“ steht mir treu zur Seite!)…Dann wollte ich ja mindestens noch 3 Bücher (mittlerweile sind es schon 6 Buchideen) schreiben. Ich muss kündigen, damit ich mehr Zeit habe…. egal. (Ich nütze gerade meinen 2 wöchigen Weihnachtsurlaub 08/09 um meine Jakobsgeschichte fertig zu schreiben, bevor ich im Frühling wieder zum Pilgern gehe.–> Komisch ist, dass ich jedes Jahr zu Weihnachten katholisch werde und meine Pilgergeschichten überarbeite. Hm!)
Als Erstes sollte ich mal aufhören ständig abzuschweifen, dann werd ich vielleicht dieses Jahr noch mit meinem Reisebericht fertig. (Ich hoffe es inständig!)
Sollte ich wirklich, weil wir wollen ja sobald es die Zeit erlaubt, weiterlaufen und wir haben tatsächlich schon mehrere Menschen soweit inspiriert, dass sie mitlaufen wollen…wir werden es sehen…(Habe es dieses Jahr leider nicht mehr geschafft! Ich leide richtig darunter nicht zu Pilgern. Ich sauge gerade alle in mich hinein, was irgendwelche Pilger geschrieben haben. Besonders das (Hör)Buch von Hape Kerkeling hat mich so bewegt, dass ich jetzt meinen nicht so ganz fertigen Reisebericht rausgekramt habe und weiterschreibe. –> Nach dem Hörbuch von Shirley McLane packt es mich wieder…)
Zurück zum Reisebericht, wir liefen von der Siebenschläferkirche nach Rotthof rein und des Wetter war mittlerweile mal ziemlich beschissen….es sah ziemlich nach einer verregneten Nacht aus. Wir entschlossen uns, nach einer Unterkunft zufragen, wenn uns jemand über den Weg läuft. Der Ort war wie ausgestorben, es war wohl nicht nur in der Wirtschaft Ruhetag, sondern im ganzen Ort, so schien es.
Als wir an einem Hof vorbeikamen, hörten wir jemanden arbeiten, ich beschloss einfach auf den Hof zu laufen und einfach zu fragen…
Wir überraschten einen jungen Mann bei der Arbeit und ich kam mir ein bisschen so vor wie ein Sternsinger. Er schaute sehr verdutzt, als wir nach einer Unterkunft fragten, ich weis nicht, ob des an unserem Outfit lag oder an der Frage oder an beiden.
Er konnte dies nicht entscheiden und wollte nach seiner Mutter sehen und lief zum Haus. Wir trotteten hinterher. Seine Mutter kam durch die Kellertür nach draußen und schaute uns verdutzt an und lachte. Ich sagte wieder mein Sätzchen auf. Sie war ganz hin und her gerissen zwischen Belustigung und Erstaunen und zwischen christlicher Nächstenliebe und Angst vor Fremden, die auch noch so komisch aussehen wie wir. Die christliche Nächstenliebe siegte nach kurzer Zeit und wir wurde herzlich aufgenommen. Ehrlich gesagt, wenn ich an ihrer Stelle gewesen wäre, hätte ich auch erstmal gelacht, wenn ich uns da stehen gesehen hätte. Ganz alltäglich sind wir ja wirklich nicht und ganz normal schauen wir ja gleich gar nicht aus. Wir wurden im Gästezimmer einquartiert. Mit einem richtigen Bett und es gab sogar ein Badezimmer mit Dusche, dass die Tochter gerne mit uns teilte. (Danke nochmal, es war echt nötig!)
Wir zeigten unsere Pilgerpässe, die mittlerweile unsere Personalausweise völlig ersetzten. Wir wollten uns ein bisschen frischmachen (sofern des überhaupt möglich war!) und dann sollten wir in die Küche kommen, nachdem ich mitleidig nach heißen Wasser gebettelt hatte, damit ich mir endlich einen schwarzen Tee machen konnte.
Es war einfach unglaublich, die anfängliche Scheu hatte sich auf beiden Seiten gleich gelegt. Wir redeten über Gott und die Welt. Wir erfuhren viel über die Ortschaft und ihre historische Vergangenheit. (‚Und Bine hatte endlich Ihren schwarzen Tee mit viel weißen Zucker!‘ würde der Sprecher jetzt sagen…) Nachdem wir auch über Gott redeten, kamen wir auf meine Zeit in der katholischen Jugend und darauf, dass die Kinder der Familie alle in der katholischen Pfandfinderschaft sind und wir redeten über Zeltlager und Überfälle mit und ohne Fahnenklau. Bei mir war es zwar schon eine Weile her, aber ich erinnerte mich gerne daran (als wäre es erst gestern gewesen.) Zum Schluss kamen wir überein, dass wir im Winter wiederkommen würden und den Kindern bei der Pfadfinderschaft, einiges übers Mittelalter erzählen würden.
Also liebe Moni, danke nochmal und sag deiner Familie ganz liebe Grüße und ein dickes Dankeschön von uns, ihr bleibt uns unvergessen und vorallem jetzt auch verewiglicht für immer im Netz…und keine Angst, ich schreibe wie ein Weltmeister, aber es wird und wird nicht fertig….(Liebe Moni, bis jetzt haben ich nicht fertig schreiben können, aber ich bin wieder dran. Und mein Angebot steht noch, bei den Pfadfindern vorbeizuschauen. Vielleicht nächstes Jahr!)
Nachdem uns zum hundertsten Mal, so scheint es, etwas zum Essen angeboten wurde und wir dankend ablehnen mussten. Wir hatte so viele Lebensmittel gekauft, dass wir unserer Sachen essen mussten, schon allein um Gewicht zu reduzieren. (Dass ich das mal ernsthaft sagen würde, ist mir bis heute unverständlich!) Wir gingen dann irgendwann wieder aufs Zimmer, wir mussten so viel Tagebuch schreiben, etwas essen und vorallem duschen und Wäsche waschen.
Ich finde es schön, dass uns so viel Vertrauen entgegen gebracht worden ist und soviel Herzlichkeit, dass ich gleich soviel schreiben musste, weil ich so gerührt war. Ähnlich wie in Vornbach, schaffe ich es nicht meine Gefühle über diese Begegnung in Worte zu fassen. Danke nochmal.

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