Wer Pilger verarscht kommt in die Hölle

Jakobsweg Zeitreise – Wer Pilger verarscht kommt in die Hölle


In Ruhstorf waren wir im hiesigen Edeka und deckten uns mit Vorräten ein. Beim Einkaufen ist uns schon aufgefallen, dass uns die Leute und vorallem die Jugendlichen ganz schön blöd anschauen. Uns ist auch erst viel später aufgefallen, dass heute ja der 1. April ist, aber deswegen kommt man trotzdem in die Hölle, wenn man Pilger verarscht. Es ist unglaublich, dass die Jugendlichen heutzutage keine Ahnung haben, dass der Jakobsweg durch ihren Ort geht, aber gleich mal lästern und zwar ohne die Hand vor den Mund zu halten. Die dachten wahrscheinlich, wir verstehen kein Deutsch oder Bayrisch…
Und dass grad ich das sagen muss, macht mich besonders traurig. Ich als aus der Generation X, die selber aufm Dorf aufgewachsen ist, aber ich glaube behaupten zu können, dass ich nie einen solchenen Kleingeist an den Tag gelegt habe, wie wir es heute erlebt haben. Generation Hartz IV!
Wir schickten unsere überflüssigen Bücher und Karten, mit der Post nachhause und liefen wieder zum Rathaus, da es auch in diesem Ort keinen Marktplatz gab. Wir machten Mittag und entsorgten unseren Müll. Ich putzte meine Zähne auf dem öffentlichen Klo und eine Rolle Klopapier aus der Männertoilette wanderte in eine unserer Kraxen. Ich muss bei Gelegenheit mal ein Päckchen mit einer Rolle nach Ruhstorf schicken um die gestohlene Klopapierrolle wieder zu ersetzen.
Wir liefen also weiter und wir kamen wieder am Edeka vorbei, als wir einige Jugendliche sahen, die mit dem Finger auf uns zeigten und sich lautstark über uns lustig machten. Zu allem Überfluss kamen sie über die Straße und machten Handyfotos von uns. Sie warfen uns unfreundliche Fragen hinterher, machten weiter Fotos. Dann entschloss ich doch stehen zu bleiben und einen Schritt zurück zu gehen. ‚Wer Pilger verarscht, kommt in die Hölle!‘
Das interessierte sie nicht weiter und sie lachten…
‚Ach, im Religionsunterricht und im Geschichtsunterricht haben wir also auch nicht aufgepasst!‘ und ich drehte mich wieder um und ging meinen Weg weiter…
Ich kann mich gar nicht genug über die Jugend heutzutage aufzuregen. Man sollte das Kindergeld in Büchern auszahlen oder die Prügelstrafe wieder einführen. Und dass ich das sagen muss, macht mich noch wütender. Ich hab nie viel gelernt und auch nie viel gelesen. Was man auch ein bisschen an meinen vielen Schreibfehlern merkt. (Ja, Uli und meine Grammatik!) Ich mag gerne auch dumm sein, weil ich in Mathe beim Sinus/Kosinus geistig abgeschalten habe. Und ich hab mir sagen lassen, dass wenn man das nicht kapiert, dass das Gehirn dann mit weniger Kapazität arbeitet, wie bei denen die auch das mit der Quantenphysik kapiert haben. Gut, ich behaupte jetzt einfach mal, dass mein EQ größer ist als mein IQ, aber mein Emotionales Einfühlungsvermögen schaltet sich leider bei dummen Menschen ab, zumindest bei denen, die mir geistig nicht folgen können, was ja eigentlich kein Problem sein sollte, oder?
Nachdem ich ja mittlerweile weiß, dass ich nicht nur die Quantenphysik nie verstehen werde, sondern dass man mein Deutschproblem heute Wort-Bild-Schwäche nennt, versuche ich wenigstens was daran zu ändern. Ich hab immer viel zugehört und Fragen gestellt, weil ich immer neugierig auf vieles war, was ich nicht wusste oder nicht verstand (Außer Mathe!) und was ich vielleicht nie verstehen werde (Mathe zum Beispiel!), aber ich versuche es wenigstens. Und ich höre viele, viele Hörbücher, weil ich in der Langsamkeit, wie ich Bücher lese, meinen Wissensdurst gar nicht befriedigen kann.
Und es hilft nicht Galileo zukucken (oder irgendwelche Dokumentationen auf Phönix!!), es ist zwar löblich, aber Wissen für geistig Arme, in mundgerechten Stückchen für die Werbepausen verpackt und meist gibt es halt nur 1000 Fragen und beantwortet wird dann am Ende doch nichts so wirklich….da sollte man vielleicht dann doch lieber Willi wills wissen kucken….
Wir liefen also weiter, die Dorfjugend hinter uns lassend, der Ruhstorfer Kirchenweg war mit Jakobswegschildern gepflastert und obwohl es bergauf ging, liefen wir beschwingt weiter. Da hielt ein Wagen einer Gärtnerei neben uns, und der Fahrer sprang gleich aus dem Wagen um uns zu befragen, er wollte gleich mitgehen (bis Santiago!). Schon komisch, aber wir lehnten auch diesmal dankend ab und gingen weiter.
Außerhalb von Ruhstorf ging die Straße links einen Berg runter und ein Feldweg rechts einen fiesen Berg hoch. Und der Weg ging natürlich den steinigen Weg hinauf zu einer kleinen Kappelle. Ich musste tatsächlich an eine Zeile aus einem Kirchenlied denken, als ich den Berg und den Weg sah

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