Die alte Vettl – Die Geburt

Die Geburt, das Leben und der Tod – Heute: Die Geburt

(Die Lebens- und Leidensgeschichte von der alten Vettl aka. das Rattenweib)

Letztes Jahr (mittlerweile müssen es 3 Jahre her sein) kurz vor Ostern bekam ich einen Anruf: ‚Wir wissen du hast Urlaub, wir wissen du hast grad gar keine Kohle, pack deine Sachen, du machst SL, wir holen dich in 2 Tagen ab.‘

Ich durfte eine NSC Klamotte, ein Feldbett, mein Trittmich und meine Senseo-Kaffeemaschine und meine Wenigkeit mitnehmen. Nach zwei Tagen kam ein ziemlich kleines Auto und wir haben es tatsächlich geschafft, alles incl. 3 Personen ins Auto zu kriegen.

Wir kamen am Conplatz an und die Druchii waren schon da. Ich war die einzige Frau unter lauter Männern, was mich ja eigentlich nicht gestört hat, gestört hat mich eigentlich, dass ich bei den Druchii im Zelt saß und Jens ist nicht da, weil einfach tot ist und seine Gruppe, oder was davon noch übrig geblieben ist, ist hier und versucht Spaß zu haben. Meine Stimmung ist eh schon am Boden und der Kontakt mit so vielen alten Freunden machst nicht besser. Und Jörg geht mir auch ab, obwohl er mit den Druchii eigentlich nie was zu tun hatte. Tiefer kann meine Stimmung gar nicht sinken. Ich überspiele mal wieder meine Trauer und mach mit den Jungs ein paar Späßchen. Nix Besonderes, aber alle lachen über meine Witze. Ich kriege irgendwann einen Klicker von Axe und eine Schachtel Mon Cherie in die Hand gedrückt. Ich klicke bei jeder sexuellen Belästigung, bei jedem frauenfeindlichem Witz und um so später der Abend um so öfter klicke ich auch bei meinen dreckigen Witzen. Im Hinterkopf springen immer noch Jens und Jörg Trampolin und die Mon Cherie tun das Nötigste dazu. Ich bin tatsächlich von 5 bis 10 Mon Cherie stockbesoffen.

Ich höre von draußen: ‚Do is d´Taverne!‘ ‚Dei Mudda, Taverne!‘ Oh, Gott die Kerfreker, die haben mir gerade noch gefehlt. Noch viel Schlimmer, die Kerfreker mit dem …. ich könnt kotzen. Mein Klicker ist schon über 100 und die Kerfreker sind sprachlos, dass ich anscheinend doch ganz schön cool bin und sogar richtig gute Freunde zu haben scheine, die mich den ganzen Abend weiter sexuell belästigen. Die Kerfreker sind anscheinend leicht zu beeindrucken. Der Klicker klickt und mir ist schlecht, ich gehe raus um frische Luft zu schnappen und bekomme einen gute Nachtspaziergang angeboten. Und nen Gutenachtfick. Fort folgendes wird zensiert. Der Klicker steht auf gefühlten 580. Es ist 3 Uhr morgens. Ich krieche in meinen eigenen Schlafsack auf mein Feldbett, direkt neben dem tollen Ofen.

Am nächsten Morgen erfahre ich durch das ein oder andere breite Grinsen, dass wir anscheinend so laut waren, dass es irgendwie jeder mitbekommen hat. Ist mir auch egal. Ich hoffe nur, dass die Kerfreker meine ‚Oh, Gott!‘-Schreie bis ins NSC-Lager gehört haben, dann haben sie wieder was zum Reden.

Danke für die Trauerbewältigung, den Ofen, des blöde Gesicht bestimmter Leute und für die Klicks. Mein Ego ist jetzt durchaus gebauchpinselt. Das Con kann jetzt losgehen.

Ich kann nicht schminken, weil die Herren die Gummihandschuhe vergessen haben. Des macht aber nichts, ich mache den Waffencheck für alle Teilnehmer. Ich bin schon gefühlte 12 Kilometer gelaufen, da ich von Lager zu Lager ziehe mit meinen Waffencheck-Bändchen. Bin irgendwann bei den Orks gelandet. Werde in eines der beiden Lager geschleift und es wird mir ne Waffe in die Hand gedrückt. ‚Die geht ja mal gar nicht!‘ Höre ich mich sagen: ‚Sag mal wollt ihr mich verarschen!‘ Und bin schon dabei die Waffe einzuziehen, weil die echt gemeingefährlich ist. Da meint irgend so ein Orktyp, es wäre der Test gewesen, ob ich auch was drauf hätte, ich könne ihm jetzt getrost die Waffencheck-Bändchen mal alle da lassen und dann würd das schon passen…Und dabei guckt er mich mit einem Blick an, dass ich ihm am Besten auch gleich mal einen Blasen könne. Was für ein Machoarschloch. Dann macht einer die Schiebetür eines Vans auf und ich werde ernsthaft geil. Spinn ich, sind das viele Waffen. Ich arbeite mich gefühlte 12 Stunden durch die Waffen der Skullrott Moskutar. Das ist besser als Sex und die blöden Gesichter erst, ich liebe es die böse, weibliche Waffencheckerin zu sein. Hab dann ein Paar Waffen ernsthaft rausnehmen müssen. Aber ansonsten hat es schon gepasst. Ich komme völlig erledigt im SL-Zelt an und werde vor die vollendete Tatsache gestellt, dass wir keinen Orkschamanen haben, weil die Ork-SL irgendwie den Faun spielen muss. Und die NSC´s sind irgendwie nicht befähigt dazu und und und….ich soll doch den Orkschamanen spielen. Orkschamanen männlich! Ich soll jetzt nur noch am Besten den Skullrott beibringen, dass der Schamane eine Schamanin ist. Ich krieg den Plot in die Hand gedrückt und werde als Ersatz-Ork-SL ins Rennen geschickt. Was weiß ich von der Gruppe? Also auf Wald der tausend Schicksale hat meine Ex-Mitbewohnerin mit einem von denen gevögelt und sie hat Monate danach noch von den Skulls geschwärmt und ist ihnen auf Cons nach gefahren. Man muss der gut gewesen sein. Ich will wissen wer das war, völlig uneigennützig natürlich. Ach, und eine der vielen Sanieinsätzen war auch bei denen. Genau der allergische Schock auf Nüsse oder so.

Von der Vorgeschichte von denen hab ich keine Ahnung, des wird schon klappen. Hab mir einen Ork namens Umbug geschnappt und dem armen, jungen Mann den ganzen Abend Visionen gepresst. Von wegen die Schamanin würde im Morgengrauen kommen. Die restlichen Skullrott halten Umbug für völlig bescheuert, könnte natürlich auch an seinem Namen liegen. Hätte mir vielleicht doch einen anderen aussuchen sollen. Irgendwann erbarmt sich dass Machoarschloch unser, der als Ork echt eigentlich gar nicht mal so schlecht aussieht. Muss mir das mit dem Blasen nochmal überlegen. Der weitere Abend, begleitet von unzähligen Klicks, wurde genau erörtert, wann die Schamanin den kommt. Ob sie dann recht schreit, wenn sie kommt. Ob da jemand dabei ist, wenn sie kommt. Ob man ihr dabei helfen soll, und so weiter und so weiter…. ein langer Abend, gefühlte 500 Klicks später, wieder 3 Uhr nachts und ich krieche diesmal geistig durchgevögelt ins Bett. Ich werde dem Machoarschloch keinen Blasen, oder?

Die Schamanin kommt im Morgengrauen, ja alles klar, ich bin mittags mit einem Schrei erwacht und habe dann versucht aus den wenigen Mitteln, die ich dabei hatte, eine Orkschamanin zusammenzubasteln. Ich krieg meinen Kopf rasiert und werde ganz fürchterlich geschminkt. Einen Namen hatte ich auch nicht, egal! Ich laufe mal los. Ab in den Wald, das Gelände ist saugeil. Ich stolpere mit meinen Holzschuhen durch den Wald und ich suche nach einem Schamanenstab und habe nicht nur diesen einen ständigen Begleiter gefunden, sondern auch Schnee zu Ostern, aber keine Eier, mitten im Wald. Die Schamanin hat schon ein tolles Charakterprofil, sie ist alt, verdammt alt und vergesslich, verdammt vergesslich, ist abhängig von Pilzen, ist somit ständig drauf, sie zieht ein Bein nach und ist irgendwie buckelig und hat keinen Namen. Namen sind Schall und Rauch, und wenn sie einen hätte, dann hat sie ihn bestimmt vergessen. Die Schamanin kommt im Morgengrauen. So ein Schmarrn, sie kommt bestimmt schon seit Jahren nicht mehr so wirklich, und wenn dann hat sie es vergessen. Sie hat jede Menge Felle dabei, ein paar Fuchsschwänze, ein paar Hasenfelle, eine Muschi…äh ein Katzenfell und ein Rattenfell. Das Rattenweib ist geboren, auch liebevoll die Alte Vettl genannt. Charakternamen sind nur so gut und bleiben in den Köpfen wie ein Virus haften, wenn man sich einen Namen verdient hat, den man sich nicht selbst ausgedacht hat.

(Lt. Wikipedia ist alte Vettl eine abwertenden Bezeichnung für eine alte Frau mit verdorbenem Charakter. offenbar in studentischen Kreisen liederliches Frauenzimmer, mit pejorativer Bedeutung: eine unzüchtige Frau mit hexenhaftem Aussehen; später: abwertende Bezeichnung für eine alte Frau mit verdorbenem Charakter und unappetitlicher, hässlicher Erscheinung.)

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