Herbstnacht Teil 1

Herbstnacht Teil 1 (eine ganz und gar fiktive Geschichte)

Die Lichtkegel von Scheinwerfern erhellten zwei weiße Flecken in das triste Schwarz der Nacht. Ein Auto fuhr auf einer einsamen Landstraße entlang. Der Wind blies das Laub, der vereinzelnd stehenden Bäume, auf die Straße. Am Steuer saß eine Frau und sie nestelte an ihrem Radio herum. Ungeduldig drückte sie die Knöpfe und verteufelte dabei ihre Entscheidung so weit außerhalb der großen Stadt gezogen zu sein. Hier draußen gab es noch nicht mal Radioempfang. Aber hier draußen war es schön ruhig. Nur in der Nacht war es hier zu ruhig.

Das Rauschen ihres Radios begleitete ihre triste Fahrt. Sie fuhr diese Strecke viel zu oft und davon viel zu oft in der Nacht. Wenn sie heim fuhr, kam sie meistens von der Nachtschicht. An Tagen, an denen sie eigentlich keine Nachtschicht gehabt hätte, wäre sowieso im Krankenhaus meist die Hölle los gewesen und sie wäre dann auch erst im Dunkeln nach hause gekommen.

Heute war es nicht nur dunkel, es war stockdunkel und der Herbst hatte alles voll im Griff. Nebelschwaden behinderten ihre Sicht. Aber sie war eh viel zu müde, um rasen zu können, deswegen fuhr sie, dem Wetter angepasst, relativ langsam. Genau deshalb hatte sie auch das Gefühl nie anzukommen. Ihre Augen fielen ihr alle paar Minuten zu. Das Radio nervte sie jetzt so, dass sie es ausschalten musste. Dabei hatte sie einen Moment lang nicht auf die Straße geachtet. Es huschte plötzlich etwas Großes direkt vor ihrer Stoßstange über die Straße. Sie bremste refelxartig. Der Wagen geriet ins Schleudern und während sie noch krampfhaft versuchte gegenzulenken, knallte irgendwas gegen ihre Seitenscheibe. Sie blickte erschrocken zur Seite, lenkte noch energischer gegen und brachte den Wagen schließlich irgendwie zum Stehen. War das Blut an ihrer Seitenscheibe? Sie griff an die Scheibe. Es war außen. Das müssen mehrere ziemlich große Viecher gewesen sein.

Auf Grund des Nebels konnte sie draußen nichts weiter erkennen. Zitternd schob sie ihre Brille wieder auf die Nase, griff dann zum Handschuhfach und versuchte es zu öffnen. Vergeblich. Sie hatte ihre Hände nicht mehr unter Kontrolle. Völlig entnervt biss sie sich in die Hand und versuchte es nochmal. Es klappte. Sie zog eine Taschenlampe aus dem Handschuhfach, dabei fielen einige Dinge heraus. Ein ‚Mist!‘ kam aus ihrem Mund. Kopfschüttelnd schweifte ihr Blick über ihr Handy, dass in der Freisprecheinrichtung klemmte. Wie es nicht anders zu erwarten war, kein Netz. Weiter den Kopf schüttelnd, entschloss sie spontan wieder in die Stadt zu ziehen. Als sie die Autotüre aufschwang, ertönte das ‚Das Licht ist noch an!-Pfeifen‘ und sie wollte so schnell wie möglich aus dem Auto, um die Türe wieder schleißen zu können, damit das Pfeifen endlich aufhörte. Sie blieb aber beim Aussteigen an ihrem Gurt hängen. Abschnallen wäre bereits vor dem Aussteigen eine sehr gute Idee gewesen. Das machte sie jetzt auch. Sie hatte nur flüchtig wahrgenommen, dass die Tür beim Aufschwingen gegen etwas Metallenes gestoßen war und jetzt halb offen stand. An ihrem Schlüsselbein reibend stieg sie dann schließlich weitestgehend unfallfrei aus ihrem Wagen, knipste dabei die Taschenlampe an und leuchtete ziellos umher. Sie gab der Tür einen Tritt, diese fiel ins Schloss und der Pfeifton verstummte. Augenblicklich drehte sie sich um und blickte auf die Seitenscheibe. Die Taschenlampe flackerte. Die Luft zwischen den Zähnen einsaugend, haute sie die den Kopf der Stablampe nervös gegen ihre Hand, die immer noch zitterte. Das Flackern verschwand wie durch ein Wunder und sie leuchtete schnell nochmals zu der Scheibe. Es war tatsächlich Blut. Dann strahlte sie auf den Boden. Der Nebel schien sie und ihr Auto völlig umzingelt zu haben. Was war das? Ein Fahrrad? Ach, du Scheiße. Sie leuchtete wild um sich und hastete um ihr Auto herum. Ihr Eigenversuch sich selbst dabei zu beruhigen, gelang ihr keineswegs. Ihr Herz schlug so laut in ihrer Brust, dass sie das leise Stöhnen überhaupt nicht wahrnahm. Als sie um den Kotflügel der Beifahrerseite hastete, stolperte sie über etwas. Sie kam mit einer ungeschickten Bewegung zu Fall, die Taschenlampe rutschte ihr aus der Hand und rollte von der Fahrbahn die Böschung hinunter. Eine Weile blieb sie reglos liegen, bevor sie sich kopfschüttelnd an ihrem Auto hoch zog und dabei irgendwie die Beifahrertür öffnete. Das Licht ging an, das Pfeifen zum Glück nicht. Ihr Blick blieb an der Stelle haften, an der sie eben gerade gestolpert war. Wie durch ein Wunder war ihre Brille noch auf ihrer Nase. Dort lag etwas. Schwankend stürzte sie wieder zu Boden. Sie konnte nur schemenhaft einen Körper erkennen, die Tür warf einen Schatten in die eh schon viel zu dunkle Nacht. Plötzlich strahlte ihr ein Licht ins Gesicht und etwas rempelte sie an. Sie schrie laut auf. Wenn sie nicht schon längst auf dem Boden gekniet hätte, wäre sie vor Schreck und von der Wucht des Aufpralls wohl wieder gestürzt. Die Taschenlampe schlug ihr mit voller Wucht ins Gesicht und dann viel sie ihr einfach in den Schoß. Unter Schmerzen wischte sie ihre Brille vom Kopf. Ihr war, als würden ihre Sinne vollends schwinden. Sie schüttelte benommen den Kopf, damit sie jetzt nicht ohnmächtig werden würde. Dann versuchte sie das Schwirren in ihrem Kopf abzustellen, in dem sie ihren Kopf mit beiden Händen versuchte festzuhalten. So verharrte sie eine lange Weile, dabei starrte sie in den Nebel, bis ein merkwürdiges Winseln sie aus ihrer Starre riss. Ein Stöhnen. Sie griff nach der Taschenlampe, die vor ihr auf den Asphalt gerollt war. Die Lampe war irgendwie schleimig. Sie leuchtete in die Richtung, wo sie das Geräusch vermutet hätte. Der Lichtkegel fiel auf ein blutüberströmtes Gesicht. Sie schrie wieder auf und vor Schreck fiel ihr wieder die Taschenlampe aus der Hand. Dann wurde sie umgestoßen und krachte mit dem Kopf auf den Asphalt. Der Nebel verschwand und alles wurde schwarz. ‚Attila, aus!‘ Kam es aus der Richtung ihres ersten Sturzes, diesen Ruf nahm sie aber schon längst nicht mehr war…

Wenn sich eine Lücke schließt…

Wenn sich eine Lücke schließt…

Winternacht Teil 4 – Sieben Jahre später.

Vor Gericht hatte man sie damals freigesprochen. Notwehr. Obwohl sie es nicht hätte müssen, hatte sie doch ihren Dienst quittiert und war allein aufs Land gezogen. Rutger kümmerte sich nach wie vor rührselig um ihr Wohlbefinden. Sie zog es aber dennoch vor allein zu bleiben. In ihr rumorte Tag für Tag ein ruheloser Geist. Dieser Geist trieb sie immer wieder in die Berge. Immer wieder stieg sie diesen Berg hinauf. Immer wieder stand sie vor dieser Hütte. Dennoch hatte sie die Hütte seit dieser Nacht nie wieder betreten. Sie stand immer nur davor, stundenlang. Aber sie ging nicht hinein. Nie. Sie konnte einfach keine Gewissheit darüber haben, was damals in diesen 5 Stunden wirklich geschehen war. Und die Angst davor hinderte sie daran tatsächlich in diese Hütte zurückzukehren. Im Grunde ihrer Herzens wollte sie wahrscheinlich nie die Wahrheit über das Geschehene erfahren.

Irgendwann war ihr ein großer, schwarzer Hund zu gelaufen, der sie von nun an auf Schritt und Tritt begleitete. Sie hatte eine Anstellung als Handarbeitslehrerin angenommen. Die Arbeit mit den Kindern, half ihr nur wenig darüber hinweg, dass sie selbst keine Kinder mehr kriegen konnte.

Selbst sieben Jahre nach Beendigung ihres Falles blieben viele Fragen ungeklärt. Nicht nur die fehlenden 5 Stunden, sondern auch das seltsame Verschwinden des ominösen Dr. Brock, ließen sie Nachts oft schweißgebadet aufschrecken. Sie versuchte irgendwie damit fertig zu werden. Irgendwie.

Es war wieder Winter und sie beschloss sich einen Weihnachtsbaum zu holen. Ihr Hund begleitete sie natürlich. Sie fuhr zu einer nahegelegenen Baumschule. Dort musste man seinen Weihnachtsbaum selbst schlagen. Sie bekam eine Axt in die Hand gedrückt und dann zeigte man ihr, wo sie sich einen Baum aussuchen konnte.

Es waren zwar viele Kunden auf dem verschneiten Gelände der Baumschule unterwegs, aber die Massen verliefen sich auf dem riesigen Areal. Ein Stück entfernt hörte sie ein junges Mädchen freudig quietschen: ‚Papa, kuck mal, voll der süße Hund. Da kuck!‘ Am Ende vom Weg konnte sie ein Mädchen mit den Armen wedeln sehen. Das Mädchen meinte doch nicht ihren schwarzen Teufel. Dieser zerzauste Köter war jenseits von süß, er war deswegen nicht weniger liebenswürdig, aber süß war er bestimmt nicht.

‚Jetzt kuck doch. Darf ich den streicheln? Bitte!‘ meinte das kleine Mädchen aufgeregt.

Eine merkwürdige Männerstimme ertönte: ‚Da musst du die nette Dame fragen, Emma.‘

Sie schaute sich blitzschnell um und sie sah ein kleines Mädchen, dass auf sie zu lief. Wie in einem Traum gefangen stand sie auf dem Weg und hatte immer noch die Axt in der Hand. Das kleine Mädchen sah aus wie sie selbst, als sie noch ein Kind war. Hinter ihr kam ein Mann den Weg entlang gelaufen.

‚Eine schöne Axt haben sie da!‘ meinte der Mann. Das Kind war vor ihr stehen geblieben und blickte sie fragend an. Der Mann hatte die Kleine mittlerweile eingeholt und legte beide Hände auf die Schultern der Kleinen. Er hatte einen Lederhandschuh an der rechten Hand und seine linke Hand, war eine Prothese.

‚Na, meine Kleine. Du möchtest meinen Hund streicheln?‘ Die Kleine nickte. ‚Dann lauf los. Er tut dir nichts. Er will nur spielen.‘

Die Kleine rannte los. Als sie außer Hörweite war, begann der Mann zu sprechen:

‚Man trifft sich immer zwei mal im Leben, was?‘

‚Sie verfluchter Bastard!‘ meinte Emma völlig trocken.

‚Aber nein Fräulein Emma, ich wollte ihnen nichts Böses tun, ich wollte nur ihre Eierstöcke für meinen Gen-Plan. TzzTzzTzz. Und Sie sollten sich doch an nichts erinnern…!‘

Sie hob die Axt und schlug schnell und kraftvoll auf den ominösen Dr. Brock ein, bis sein Körper langsam und blutüberströhmt zu Boden glitt. Dann schlug sie sich selbst den Stiel der Axt mehrmals ins Gesicht und steckte ihm den blutigen Stiel in seine reglose Hand und zog sie wieder heraus. ‚Die Axt ist im Mietpreis inbegriffen, Dr. Brock!‘ Schwankend richtete sie sich auf, tappte langsam den Weg entlang und lies irgendwann die Axt in den Schnee fallen. Sie zog ihr Handy aus der Hosentasche und wählte Rudger’s Nummer. ‚Ist es in Ordnung, wenn du mich nochmal aus der Scheiße ziehst?‘

Als sie aufgelegt hatte, lies sie sich langsam auf die Knie in den Schnee sinken.

‚Geht es Ihnen gut?‘ Das kleine Mädchen stand plötzlich vor ihr.

‚Jetzt geht es mir gut, kleine Emma!‘ seufzte die große Emma.

‚Mein Papa war ein böser, böser Mann, stimmts?‘ flüsterte die Kleine.

‚Ja, Emma!‘

‚Darf ich bei Ihnen bleiben?‘

‚Aber natürlich, Emma!‘

Happy-End?!

Ruf der Hörner

Ruf der Hörner

Ein laues Lüftchen wabert um meine Ohren. Der erste heiße Tag dieses Sommers, so scheint mir. Mich fröstelt es trotzdem. Meine Gedanken sind noch beim Regen der letzten Tage. Mein Gemüt kann sich noch nicht richtig an die Sonne gewöhnen. Mein Herz erwartet den Regen zurück. Ich wundere mich nicht, dass niemand auf der Straße zu sein scheint und laufe zu meinem Wagen und steige ein. Mit einem merkwürdigen Gefühl im Magen fahre ich nach Hause. Die Straßen sind leer, wie ausgestorben. Keine Menschenseele ist unterwegs. Hm. Ist vielleicht doch schon ganz schön spät geworden. Ich halte an einer roten Ampel. Eine Trambahn fährt vorbei. Es sitzt keiner in dieser Tram. Kein einziger Gast. Keiner bis auf den Fahrer. Ich schüttle den Kopf, es wird grün und ich fahre weiter. Ich will nach hause in mein Bett und mir die Decke über den Kopf ziehen. Der Wind wird stärker und es wehen Blätter über die Straße. Hm. Von weiten kann ich das Geräusch von Rufhörnern hören. Ich denke mir nichts dabei. Es wird diesig und die Sicht wird immer schlechter. Hm. Eben war das Wetter doch noch auf Sommer eingestellt. Als dichter Nebel aufzieht und ich über die Landstraße brettere, wird es mir richtig mulmig. Die Rufe der Hörner begleiten mich. Sag mal, bin ich im falschen Film. Mittlerweile sehe ich fast nichts mehr von der Straße. Nur der Mittelstreifen weist mir den Weg nach Hause. Und die singenden Seitenstreifen ermahnen mich langsamer zu fahren und darauf zu achten, nicht vom Weg abzukommen. Weit entfernt kann ich nur ein paar weiße Lichter erkennen. Ich fahre weiter und plötzlich kommen rote Lichter auf mich zu. Eine Ampel. Ich bleibe mitten in der Prärie an einer roten Ampel stehen und warte. Ich warte ziemlich lange. Mit meinem Knie löse ich meine Zentralverriegelung aus. Ich fühle mich keineswegs sicherer. Die Lichter in der Ferne bewegen sich auf mich zu. Es sieht so aus, wie ein Fackelzug. Hm. Und die Hörner. Ich bin wirklich im falschen Film…Hm…

Ich kneife mir ins Ohr, weil ich steif und fest der Meinung bin, dass ich bereits zu hause sein muss und beim 13. Krieger gucken eingeschlafen bin und mal wieder den Film weiter träume. So wie es mir sehr häufig passiert, bei Filmen, die ich schon so oft gesehen habe, dass ich sie fast auswendig träumen könnte. Ohrkneifen hilft nicht wirklich. Ich beiße mir deshalb in die Hand, zwischen Daumen und Zeigefinger. So fest, dass ich die Abdrücke meiner Zähne erkennen kann, als ich nach dem Beißen auf meinen Handrücken starre. Hm. Ich wache eben nicht davon auf, weil ich bereits wach bin und die Lichter kommen immer näher und die Hörner werden immer lauter…

Gleich kommen die Wendolhorden auf mich zu und ich bin hier in meinem Auto, völlig alleine. Und, ich habe nicht mal eine Axt dabei. So ein Mist. Ich greife nach unten in den Fußraum und fingere nach dem ‚Ungehobelten‘. Ich ziehe einen kleinen Holzknüppel hervor und erwarte das Schlimmste. Ziemlich blutig, male ich mir das Szenario aus, wie eine Horde blutrünstiger Kultistenzombies die Autoscheiben meines Nemo einschlagen, um mich aus dem Auto zu zerren und mich… zensiert…und wie ich mich dann irgendwie losreißen kann und mit Zuhilfenahme einer Wodkaflasche, dem ‚Ungehobelten‘ und verdammt viel Lampenöl sie alle abfackle und später ihre brennenden Überreste auspinkle…

Ich höre jetzt wieder die Hörner. Hinter mir. Häh. Die wollen mich gar nicht…. ich schrecke hoch. Die Ampel wechselt gerade wieder von grün auf orange. Ein blaues Cabriolet überholt mich hupend. Im Auto sitzen….Fußballfans bewaffnet mit Vuvuzelas.

Da war er wieder mein Tinitus namens Dieter Bohlen und mein Gedächtnis, dass anscheinend gerade ein Päuschen eingelegt hatte.

Wir haben gerade Fußball-WM, Frau Rösner. Das Tröten sind Vuvuzelas. Die Tram war leer, weil sich alle Menschen außer dir selber, das Deutschlandspiel angeschaut haben, liebe Bine. Hm, schade eigentlich, oder nicht?

Und ich bin wohl kurz vor Ludwigsfeld an der Ampel mitten in der Prärie eingeschlafen, weil es wirklich schon spät geworden ist. Jetzt ist es wieder rot und ich warte, für meinen Geschmack ein Wenig zu lang. Vor mir sind die Lichter eines enormen Parkhauses. Hm.

Das war letzten Mittwoch….

Die Verzückung des Gaffers…

Die Verzückung des Gaffers…

Ich bemerke, wie mich ein grelles Licht anstrahlt und dabei läuft mir ein eisiger Schauer über den Rücken. Meine Zähne klappern und ich versuche unter Schaudern, erst das eine Auge zu öffnen und dann das Zweite. Meine Augen benötigen eine Weile bis sie sich an die Helligkeit gewöhnen würden, aber der Schmerz in meinem Kopf erklärt mir ziemlich unmissverständlich, dass es besser wäre, die Augen einfach wieder zu schließen. Ein Luftzug fährt mir durchs Haar und lässt mich noch mehr erzittern. Ein gewaltiger Knall schockt meinen ganzen Körper, wie ein Blitzeinschlag. Ich riss die Augen auf und drehte mich blitzartig in Richtung des Knalles. Von der schnellen Drehung wurde es mir schwindelig und ich taumle, bis ich etwas Konisches auf Handhöhe zu fassen bekam und mich daraufhin daran festklammerte, als würde mein Leben davon abhängen. Ich kann mir nicht erklären, warum ich in diesem Moment von dieser Todesangst so erfüllt war, dass mir mein ganzer Körper für einen viel zu langen Moment nicht mehr gehorchen wollte.

Erst als ich mich, mit einer ziemlich steifen Körperbewegung, wieder aufrappeln konnte und meine Augen ein weiteres Mal öffnete, wurde mir nach einer ganzen Weile erst so richtig klar, dass ich mich in Mitten einer riesigen Kathedrale befand. Die Kirchentore waren wohl durch einen Luftzug zugefallen. Ich wand mich wieder um und der Lichtschein, der durch die bunten Butzenscheiben der Kirche strahlte, war weniger beeindruckend, als der Lichtstrahl, der durch ein Loch in Mitten der gewaltigen Kuppel, auf mich herab schien. Mir wurde wieder schwindelig und ich klammerte mich wieder an einen der konischen Zapfen am Ende einer der Kirchenbänke. Über meinem Kopf war die biblische Geschichte in Form von Bildern in einer, mir selten klarer gewordenen, Dramatik dargestellt, die ich kaum in Worte zu fassen vermag. Es schien mir, als ob die Gefühle der einzelnen Figuren direkt in mein Herz hinein fließen würden. Von diesen Gefühlen völlig überwältigt musste ich mich setzen, starrte aber weiter an die Decke. Von den Sonnenstrahlen komplett eingehüllt, stierte ich weiter bewegungsunfähig auf die Deckenbemalung. Männer von muskulöser Gewalt blickten auf mich herab. Es schien mir so, als würden sie mich mit ihren Augen völlig verzehren. In Mitten von ihnen eine aufreizende, in ihr rotes Haupthaar gehüllte, Maria Magdalena, deren nackten Arme auf mich zeigten, als würde sie mich seit langem erwarten. Ich schüttelte meinen Kopf, weil ich das Gesehene nicht glauben konnte. Aber das lüsterne Trugbild prangte immer noch über mir. Ich schloss die Augen und haderte mit mir selbst. Die wollüstigen Blicke der Gestalten da über mir, hatten mir die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen. Mir war irrsinnig heiß geworden. Meine verschwitzten Hände wollten mich von meiner Kleidung befreien. Als meine Hände meine nackten Brüste umschlossen, begriff ich, was ich da tat. Mit zitternden Händen raffte ich meine Bluse vor meinen Brüsten zusammen und schickte mich an aus der Kirche rennen zu wollen, aber als ich aufspringen wollte, würde ich von Etwas an die Kirchenbank gedrückt. Etwas, was mich daran hindern wollte, die Kathedrale zu verlassen. Ich war wie gelähmt. Schweißperlen standen auf meiner Stirn und die Hitze wurde immer unerträglicher. Mein Körper gehorchte mir noch weniger als zu vor und ich kämpfte mit meinem Verstand. Als ich endlich die Augen öffnen konnte, rann mir der Schweiß von der Stirn in die Augen und vermischte sich sogleich mit meinen Tränen. Ich konnte Rauchgeruch riechen, bevor mir Rotz und Wasser aus der Nase schoss.

Das Licht war unerträglich grell und die Hitze brannte auf meinen Wangen. Der Fluss aus meiner Nase versiegte so schnell, wie er gekommen war. Meine Nase war nun von dem verstopft, was da vorher noch so munter herausgesprudelt war. Der Druck in meinem Kopf stieg, mein Gesicht fühlte sich so an, als würde gleich mein Kopf platzen. Die Augen traten aus den Augenhöhlen. Wie auf Knopfdruck zog ich die heiße Luft durch den Mund ein. Meine Lungen brannten. Ich versuchte über meine trockenen Lippen zu lecken. Meine Zunge war ausgetrocknet und ich riss mir beim Überlecken die Lippen auf. Ich konnte kurz Blut schmecken, bevor auch das auf meinen Lippen trocknete. Meine Tränen trockneten ebenfalls schneller als sie meine Augäpfel benetzen konnten und ich konnte nur noch kurz Flammen um mich herum züngeln sehen, bevor ich ein letztes Mal meine Augen schloss, um sie vor der völligen Austrocknung zu schützen. Ich konnte die Flammen auf meinem Körper spüren und durch die aufsteigende Hitze riss mich die Haare zu Berge. Ich saß immer noch auf der Kirchenbank, aber ich hatte plötzlich keinen Boden mehr unter meinen Füßen.

Unter mir hatte sich ein Loch aufgetan und ein gewaltiger Luftstrom rettete mich einen Moment vor den Flammen. Etwas berührte meine Beine und kroch mir die nackten Beine im Hosenbein hinauf. Sanfter Druck zog mich von der Kirchenbank und ich fiel. Ich hatte nicht mal versucht mich festzuhalten. Im Fallen konnte ich ein letztes Mal den Feuersturm über mir spüren. Diese Tentakeln umschlossen meine Beine immer stärker und krochen immer höher. Der Stoff meiner Hose zerriss unter der sanften Gewalt der Tentakeln. Ich wusste nicht, ob ich nun gezogen oder gehalten wurde, weil ich immer noch fiel, bis ich mit einen leisen Platschen in kaltes Wasser eintauchte. Das Wasser fühlte sich ölig an und umschloss meinen, vom Feuer geschundenen, Körper mit sanften Wogen.

Ich öffnete langsam die Augen und konnte sehen. Das türkise Wasser, dass mich umschloss und über mir ein heller Fleck. Unter Wasser sahen die Flammenzungen so friedlich aus, wie die Haare Maria Magdalenas, die versuchten nach mir zu greifen. Die Tentakeln zogen mich weiter unter Wasser. Auch um mich herum waren Tentakeln, sie rieben mich an meinem Körper. Sie leuchteten in vielen schrillen Farben. Meine offene Bluse glitt mir von den Armen, dann wurden auch diese von Tentakeln umschlossen. Die Überreste meiner Hose zerrissen vollends unter der sanften Gewalt der Tentakeln. Sie krochen an meinem Schlüpfer vorbei und drangen in mich ein. Die Hitze stieg wieder in mir auf. Wollüstige Verzückungszustände durchschossen meinen Körper. Die Tentakeln drangen immer tiefer in mich ein und zogen mich gleichzeitig immer weiter an den Grund hinab. Mein Verstand muss wohl im Feuer geblieben sein, dann war es auch nicht möglich, dass ich ihn in dem Moment verlieren würde, als ich am Grund ein phantasmagorisches Wesen wahrnahm.

Ich konnte oder ich wollte nicht den Grund dieses Wesens erfahren, dessen Enden mich so sanft aber auch bestimmt bearbeiteten…

Das seltsame Verhalten geschlechtsreifer Männchen in der Regenzeit….

Das seltsame Verhalten geschlechtsreifer Männchen in der Regenzeit….

Habe ja aufgrund ständiger schriftlicher Penetrierung der Männerwelt meinen Status auf ‚zölibatär verzweifelt‘ geändert. Dann war es ein paar Tage wieder gut und dann ging es wieder los.

Dabei ist mir aufgefallen, dass Männer mich grundsätzlich bei Regen zu unkomplizierten Sex aufordern und bei Sonnenschein lassen sie einen ernsthaft in Ruhe. Wie gut, dass mittlerweile die Sonne wieder scheint. Bei diesem Phänomen gibt es anscheinend keine Altersbeschränkungen und auch keine Tageszeit oder Nachtzeit. Anscheinend müssen Männer auch nicht arbeiten. Egal. Versuche mich gerade nicht mehr aufzuregen.
Dann ein weiteres Phänomen, bei Fußball ist alles ruhig, bis auf vereinzelte Vuvuzelagetute aus der Ferne…aber sobald Deutschland verloren hat und es nichts mehr zu feiern gibt, wollen sie wieder  unkomplizierten Sex. Alles klar. Also muss sich mein Liebesleben nach dem Fußball richten. Im Gegenzug würden sich Männer nach der Weltmeisterschaft im Eiskunstlauf oder Paartanzen richten? Hm?

Ich habe ja gedroht alle (hier jetzt nur ein Paar Perlen aus der letzten Woche) ‚respektlosen‘ Mails namentlich zu veröffentlichen:

bane_bama: Mann, Landshut, 19 Jahre, Steinbock auf Arbeitssuche schreibt um 13:10:

‚hättest du lust auf sex?‘

Um 14:09 nachdem ich mich nicht gemeldet habe, während meiner Arbeitzeit:

‚haste etz lust oda nich?‘

Meine Antwort:

‚Guten Tag,

ich verbitte mir Erstens diesen Ton und erwarte Zweitens einen wesentlich respektvolleren Umgang.
Komm mal runter, oder glaubst du, dass mich dein Unvermögen mit der deutschen Sprache umzugehen dermaßen anmacht, dass ich während meiner Arbeitszeit quer durch Bayern fahre, um mit einem 13 ½ jahre jüngeren Typen Geschlechtsverkehr zu haben. Lass mich mal kurz nachdenken…… NEIN.

Grüße

Callabutterfly‘

Eine weitere, vielleicht sogar ernstgemeinte, Mail:

sweetmen60: Mann, München, 51 Jahre, Zwilling, Single und Enkelkinder

‚hey du schöne süsse Maus darf ich dich fragen warum du so verzweifelt bist würde dich gerne mal kennenlernen und mit dir was unter nehmen hätte ich eine chance l.g werner‘

Eine Woche später, nachdem ich mich nicht gemeldet habe.

‚hey du schöne rote lady darf ich dich etwas näher kennenlernen heisse werner und ich würde mich freun wenn es klappen würde l.g werner‘

Ja, lieber Werner, ich will auch viel und kriege es nicht. Und wer hat schon die Chance mit seinen Wünschen in die A(n)nalen der Bloggeschichte einzugehen.

Der nächste Regen kommt, also noch ein munteres Weiterklicken und Hoffen, dass der Tag kommen möge, an dem Mann im Internet seine Traumfrau findet, die dann vielleicht auch daran interessiert ist.

Callabutterfly fly fly fly

Sag mal…

Sag mal…

Sag mal …was ich nicht verstehe, ist, es suchen doch genug Männer genau eine Frau wie Dich .. weshalb bist du dann verzweifelt?

Deshalb!

Sag mal…wie kann Frau nur so viele Menschen zum Lachen bringen und doch so ein trauriges Geschöpf sein?

Deshalb!

Sag mal… warum kann Mann nicht mit Frau in einem Bett liegen, ohne das was passiert?

Deshalb!

Sag mal… warum Zölibat?

Deshalb…

Sag mal… warum Ficken aber nicht behalten?

Weshalb?

Sag mal… warum ich nicht?

Wieso?

Sag mal… warum überhaupt noch?

Warum?

Blasen für den Weltfrieden…

Blasen für den Weltfrieden…

So, seitdem ich mal wieder mein persönliches Zölibat ausgerufen habe, kann ich ja wieder unzensiert über reichlich Versautes schreiben. Also kommen wir gleich mal zu meinem Lieblingsthema, wie in der Überschrift bereits angedeutet, den Weltfrieden. Scherz bei Seite. Mir geht’s heute natürlich, wie so oft, ums Blasen. Ist ja an sich eine schöne Sache. Vielleicht nicht für die ganze Familie. Hm. Wenn es Frau Spaß macht, dann haben ja auch beide was davon. Blasen vermittelt immerhin Zuneigung und Nähe.

Eine meiner wilderen Theorien besagt, dass man jedes Problem des Mannes allein durch Blasen lösen kann. Zumindest für eine Weile. Weil wenn Frau sich nur ein bisschen Mühe gibt, ist Mann doch am Ende wie Butter in ihren Händen. (Und das meine ich im metaphorischen Sinne.) Um dieser doch etwas gewagten Theorie noch einen drauf zu setzen, behaupte ich auch gleich noch, hätte man dem Bush öfter mal einen Geblasen, dann hätten wir jetzt vielleicht keinen Krieg, der uns ja mal gar nichts angeht. (Ob das beim Clinton jetzt wirklich so sachdienlich für den Weltfrieden war, kann ich mich irgendwie nicht mehr erinnern. Ist ja auch egal, ich bin von meiner fadenscheinigen Behauptung keineswegs so wirklich überzeugt…) Was das Ganze nun für Deutschland bringt, keine Ahnung. Der Merkel kann Mann keinen Blasen und die Westerwelle ist wahrscheinlich oft genug in Blasehasegeschichten verwickelt, als allen lieb ist, aber deswegen macht es die Regierung auch nicht besser. (Ob es was bringen würde, wenn Mann die Merkel öfter mal lecken würden, hm. Ob Mann das will? Egal. Fürs Vaterland. Dann wären wenigstens ihre Mundwinkel wieder in die richtige Richtung gekehrt…) Hm. Egal. Bilder in meinem Kopf.

Wie gesagt, eine gewagte und sehr wilde Theorie. Weiterhin glaube ich, dass es für die Weltwirtschaft nicht so der Bringer ist, wenn sich alle gegenseitig einen Blasen würden, dann würde ja wahrscheinlich keiner mehr arbeiten. Das wäre auch ein Bild bei Börsenschluss. Uah. Schon wieder Bilder in meinem Kopf. Der Vorteil, vom Blasen wird man nur schwanger, wenn man nachher ungeschützten Sex hat. Was vielleicht dann auch das ein oder andere Mal passieren wurde, wenn auf der Welt nur noch eine einziges Geblase herrscht. In 20 Jahren könnte das wiederum die Rettung für die Sozialversicherungskassen sein. Blasen sie ihre Rente sicher. Kondome vergessen. Hm. Ich weiß jetzt nicht, ob diese reichlich unausgegorene Theorie auf die Weltwirtschaft umsetzbar ist, wie ich mir das in meiner eigenen kleinen rosa Welt gerne vorstellen würde.

Während meines letzten Zölibat, bin ich der Sache mit dem Blasen mal näher auf den Grund gegangen und wollte zumindest um mich herum für meinen persönlichen Weltfrieden sorgen. (Jetzt kommt mir bloß nicht mit im Zölibat darf Mann auch kein Oralverkehr haben. Ja, genau. Mann. Außerdem halten sich die Priester auch nicht so wirklich an das Zölibat, also werde ich doch auch mal im Zölibat Blasen dürfen…)

→ Für Zölibatsblasen komme ich jedenfalls nicht in die Hölle, wenn ich gottesfürchtig, wie ich danach bin, immer nach dem Blasen zwei Ave Maria und ein Vater Unser bete.

Ich habe ja auch nicht behauptet, dass ich gänzlich und für immer auf Sex verzichte… (Und ich habe ja auch nie gesagt, dass ich auf Selbstbefriedigung verzichte, dann wäre ich bestimmt schon mit einem Umschnalldildo Amok gelaufen.)

Wenn ich im Zölibat bin, müssen mich die Männer erstmal mit dem Kopf kennenlernen und nicht mit dem Schwanz, hat zwar bis jetzt auch noch nichts gebracht, aber der Versuch ist es immer noch wert.

Beim Zölibatsblasen ist mir aufgefallen, dass nach exzessiven Oralverkehr mein Dieter Bohlen (Tinitus) endlich mal zeitweise die Schnauze hält. Eine nähere Testreihe wurde mir dann leider verwehrt. Hm. Ich werde der Sache mal nochmal auf den Grund gehen müssen und dann meine wissenschaftliche Erkenntnis meiner HNO-Ärztin mitteilen. Bin ja mal gespannt, was sie dazu sagt. Im Übrigen bin ich immer noch mit mir am Hadern, ob ich auf Grund meines völlig überdrehten Sexualdranges mal zum Arzt gehen soll. Und was sage ich ihm dann?

‚Herr Doktor, ich weiß nicht wie ich ihnen das jetzt genau erklären soll, ich wahr deswegen schon beim Beichten, aber da hab ich jetzt schon Hausverbot. Immer wenn Mann mir einen phantasmagorischen Penis (möglichst gewaschen) vors Gesicht hält, dann muss ich ihn in den Mund nehmen. Ich fühle mich schon total schlecht dabei, aber ich kann einfach nicht damit aufhören.‘ Das Gesicht vor meinem Hausarzt würde ich nur zu gerne sehen, wenn ich ihm das mal sage. Hehe. (Kleiner Scherz am Rande!)

Fazit: Also, liebe Freunde der leichten Unterhaltung, nehmt einfach mal mehr in den Mund, als Mann euch vorsetzt, wir wissen ja nicht wie viel wir noch schlucken müssen, bis die Merkel dem Westerwelle endlich mal einen Blasen tut, vielleicht hält der Dieter Bohlen dann auch für immer seine Schnauze und unsere Renten sind Sicher.

P.S. Liebe Kinder, Kondome schützen… Die Renten sind sicher.

%d Bloggern gefällt das: