Drei und eine Axt – Teil 1

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt –  Teil 1

Die Sonne neigte sich dem Abend zu und der Krieger führte seinen alten Rappen langsam am Flussufer entlang. Diese alte Mähre war genauso müde wie er. Nach den Schlachten seiner Vergangenheit war er los gezogen, um wieder in seine Heimat zurückzukehren. Um so länger sein Weg war, um so mehr schwanden seine Kräfte. Er würde wohl eines Tages einfach tot vom Gaul fallen und es würde niemanden interessieren. Wie viele Schlachten er auch geschlagen und wie viele Kriege er für die Fürsten entschieden hatte. Überlebt hatte er sie alle. Aber zu welchen Preis. Nun war das Reich zerschlagen und er war allein. Allein mit seinem Pferd. Er war so allein, dass er schon Selbstgespräche führte.

Er wusste nicht, wie weit sein Weg noch sein mochte. An die Berge seiner Heimat konnte er sich nur noch bruchstückhaft erinnern und in den Zeiten des Krieges hatte sich wohl auch die Landschaft stark verändert. Er hoffte schon gar nicht mehr die Berge seiner Heimat wieder sehen zu dürfen, oder gar den Duft der Ebene wieder in seine Lungen ein saugen zu können. In sehnsüchtigen Erinnerungen an seine unbeschwerte Kindheit schwelgend, ritt er weiter.

Am Ufer eines kleinen Flusses konnte er Lichter in der Dämmerung erkennen. Dort hin lenkte er sein Pferd. Es befanden sich mehrere Jurten auf einer kleinen Lichtung. In einem nahen Gatter standen nur wenige Pferde und die Behausungen sahen nicht sonderlich einladend aus. Seltsam war nur, dass nun keine Lichter mehr brannten. Er konnte nur noch schwachen Rauch riechen. Die Bewohner mussten geflohen sein, oder sie hatten sich in ihren Jurten verschanzt.

Nachdem er, seiner Meinung nach, keine ernstzunehmende Bedrohung mehr zu sein schien, konnte er auch nicht verstehen, was hier vorging. Ihn hielt doch nur noch seine Rüstung halbwegs aufrecht im Sattel. Er machte ein keuchendes Geräusch und sein Pferd blieb langsam stehen. Fast schon gemächlich zog er einen Stab aus dem Sattel und ließ sich langsam und kraftlos vom Pferd fallen. Mit schmerzverzerrten Gesicht stützte er sich auf den Stab und lies die Zügel los. Dann humpelte er auf die Größte der Jurten zu. Sein Pferd folgte ihm auf dem Fuße. Er konnte im Inneren der Jurte ängstliches Wimmern und Gepolter hören. Es half alles nichts, er musste es tun: ‚Seid gegrüßt, habt ihr kein Obdach für einen Krüppel?‘

An einer erloschenen Feuerstelle hielt er inne, stocherte mit seinem Stab in der Asche herum und brachte ein wenig Glut hervor. Er schob ein paar Holzscheite wieder in die Glut, die scheinbar nur eilig aus dem Feuer geholt und gelöscht worden waren. Das Holz fing wieder Feuer, sobald es auf die Glut traf. Vom Feuerschein erhellt, konnte er erkennen, wie runtergekommen die Jurten da standen. Der von Flicken übersäte Zeltstoff schien nicht mehr besonders dicht zu sein. Langsam ging er zum Eingang der Jurte. Gegen die Öffnung war die eigentliche Tür nur angelehnt. Sie war aus den Angeln gesprungen. Keine Männer, nur Frauen, Kinder und Alte, dachte er. Mit seinem gesunden Bein trat er gegen die Tür, diese fiel einfach nur um, dann humpelte er weiter in die Jurte. Gebückt blieb er im Licht stehen, um sich ein Bild zu verschaffen und den Insassen die Möglichkeit zu geben ihn ebenfalls zu betrachten. Seine Taktik ging nicht auf. Zwei Frauen sprangen mit Messern bewaffnet auf ihn zu. Als sie ihn erreicht hatten, ließ er sich einfach fallen und die Beiden stürzten ungebremst auf ihn drauf. Beim Sturz verlor er seinen Stab und eine der Frauen ihren Dolch und das andere Messer hatte er der Zweiten mit Leichtigkeit abnehmen können und aus der Jurte geworfen. Nun rangelte er mit Beiden, bis er der Einen den Arm auf den Rücken biegen und die Andere rücklings im Schwitzkasten festhalten konnte. Plötzlich sah er von oben eine hektische Bewegung. Etwas blitzte auf und dann sah er eine Axt auf sich herab sausen. Blitzschnell stieß er beide von sich weg und hechtete im letzten Moment zur Seite. Ein stechender Schmerz durchzog seinen Rücken und er stieß schmerzverzerrt ein hustendes Keuchen aus. In gekrümmter Haltung blieb er reglos liegen, bis er von mehreren Händen gepackt und auf den Rücken gedreht wurde. Dabei kam ein kurzer Schrei aus seinem Mund. Als der Schmerz wieder verzogen war, öffnete er die Augen und blickte in die erschrockene Gesichter dreier Frauen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

‚Ich will euch nichts antun, und ich hoffe inständig, dass ihr mir auch nichts tun wollt!‘ keuchte er so ruhig es ihm mit seiner rauchigen Stimme auch nur möglich war. Die Damen waren sehr verängstigt. Die Eine hielt nun wieder die Axt in der Hand, als sich alle versuchten aufzurappeln. Ein Kind fing an zu weinen und eine der Frauen stürmte hinter einen Vorhang. Sein steifes Bein hinderte ihn daran gänzlich aufzustehen, sein Stock war zu weit entfernt und sein Rücken schmerzte so, dass er kaum atmen konnte. Da sah er wieder die Axt blitzen, die ihm unter die Nase gehalten wurde. Er blickte durch sein zerzaustes Haar zu der Axtträgerin auf und da erkannte er, dass sie ihm die Axt hinhielt, damit sie ihm beim Aufstehen behilflich sein konnte.

Mit Hilfe der Axt schaffte er es sich hochzuziehen und als er endlich schweißgebadet und wackelig auf seinen beiden Beinen stand, drückte ihm eine der Damen seinen Stock in die Hand, auf dem er sich so gleich hastig aufstützen musste, um nicht wieder ins Straucheln zu kommen.

‚Verzeiht unser Misstrauen, aber wir sind nur schon zu oft überfallen worden!‘ sagte sie sanft.

‚Ich bin des Kämpfens sehr müde geworden, von mir habt ihr nichts zu befürchten.‘ keuchte er.

Sein Wort schien ihr zu genügen. Die Frau mit der Axt ging nach draußen, kam als gleich mit einem brennenden Holzspreisel herein und entzündete das Feuer in einer kleinen erhöhten Feuerstelle, die in der Mitte der Jurte stand.Sie hatte feuerrotes Haar, das im Feuerschein nur noch mehr brannte. Die Dritte kam mit einigen verheulten Kindern hinter dem Vorhang hervor und schaute immer noch ziemlich ängstlich in die Runde. Die Kinder und die Frau hatten alle samt schwarze, glatte Haare, eine hohe Stirn und rote, speckige Wangen. Angesichts ihres Aussehens war er sich nicht ganz sicher, ob er schon zu weit gereist war. Einige der Kinder begannen wieder zu weinen. Die Rothaarige sagte kurz: ‚Ist schon gut!‘ Sie schien die Älteste der Drei zu sein, sie wirkte aber keineswegs alt.

An seiner Seite stand immer noch die Frau, die ihm seinen Stab gebracht und mit ihm gesprochen hatte. Vorsichtig stützte sie ihn und schmiegte ihren warmen, weichen Körper an den Seinen. Er blickte sie an und war wie verzaubert von ihrem Anblick. Sie hatte helle Haut und fast weißes Haar. Ihr Körper war zierlich und schlank, aber ihr Griff war bemerkenswert kräftig. Nach einem langen Moment wurde ihm gewahr, dass er auf ihre üppigen Brüste gestarrt hatte. Hastig schob er seinen Körper von ihr fort, kam aber gleich wieder ins Straucheln. Gleich waren die Frauen wieder an seiner Seite und führten ihn zu einer Bettstatt am anderen Ende der Jurte.

Er lies sich bereitwillig führen und war heilfroh, als er auf dem Bett zur Ruhe kam. Die Damen wiesen die Kinder an, sich um sein Pferd zu kümmern, während sie ihn gemeinsam aus der Rüstung halfen und  ihm zu Essen und zu Trinken gaben.

Die Rothaarige kam zu ihm ans Bett und brachte einen Waschtrog mit heißem Wasser und ein Handtuch. ‚Wenn Ihr in meinem Bett liegen bleiben wollt, erlaubt mir Euch zu waschen!‘ meinte die Rothaarige. Er war ehrlich zu schwach, um sich gegen die Fürsorge zu wehren und nickte sachte. Sie stellte den Waschtrog neben das Bett und nahm nun ein Stück Seife in die soeben befeuchtete Hände.

‚Sagt mir doch Euren Namen!‘ meinte sie und rieb die Seife an einen nassen Lumpen.

‚Wenn Ihr mir Euren verratet!‘ sagte er kurz, dann versuchte er zu lächeln. Die zahlreichen Narben in seinem Gesicht verschoben sein Antlitz zu einer grausamen Fratze. Die Rothaarige blickte ihn erschrocken an und ließ vor Schreck die Seife in die Schüssel fallen. Er nahm ihre zitternde Hand und hielt sie fest. ‚Ich bin Meister Kejnen und ich wollte Euch wahrlich nicht erschrecken! Mir war nicht klar, wie grauenerregend mein Erscheinen für Euch sein muss.‘

Sie zog ihre Hand zurück, presste sie zitternd gegen ihre Brust und blickte ihn weiter völlig aufgelöst an. Er wusste nicht, was er machen sollte und selbst wenn, hätte er keine Kraft dazu gehabt. Eigentlich hatte er gedacht, dass die Rote die Mutigere der drei Frauen war. Ohne ein weiteres Wort wand er sich von ihr ab und hielt sich eine Hand vors Gesicht.

Nach einem langen Moment drang eine andere, aber bekannte, Stimme an sein Ohr. ‚Meister Kejnen, verzeiht. Ich bin Ziska und meine Schwägerin Vira ist nur mutig, wenn sie eine Axt in der Hand hält!‘ Sie berührte ihn sachte an der Hand und an seinem Gesicht. Er drehte wieder seinen Kopf zurück, schlug die Augen auf und blickte der blonden Schönheit direkt ins Gesicht. Dann kam die Dritte in sein Sichtfeld: ‚Und ich bin Wena, die Dritte im Bunde!‘

Vira war aufgestanden und machte sich an seinen Schuhen zu schaffen, während Wena die Seife aus der Schüssel fischte und Ziska den Waschlappen aus wrang.

Liebevoll kümmerten sie sich um seinen geschundenen Körper. Vira hatte ihm auch sein letztes Kleidungsstück ausgezogen und war damit nach draußen gegangen, um seine Wäsche zu waschen. Die beiden Anderen wuschen ihn fertig, rieben seine Haut trocken und deckten ihn behutsam zu.

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Im Wald -eine Nacht- und Astgeschichte-

Im Wald -eine Nacht- und Astgeschichte-

Ich joggte mit meinem Hund durch den Wald. Es war schon spät und ich musste mich sputen, wenn ich noch vor der Dunkelheit zuhause sein wollte. Mein Hund Herr Kaleun schnupperte im Laufschritt vor mir am Waldboden entlang und verschwand dann plötzlich einfach so in einem Gebüsch. Dieser Mistköter kam auch nicht nach mehrmaligen Pfeifen und Rufen meinerseits.

Zum Glück war hier keiner, ich werde ja eh schon immer ziemlich blöd angeschaut, wenn ich nach ‚Herr Kaleun!‘ rufe und ihn schimpfe, wenn der stinkende Mistsack wieder seinen Willen durchsetzt und einfach in den Wald läuft, weil er einem Reh hinterher schnuppert. Das er auch nicht erlegen könnte, selbst wenn er es erwischen würde. Er ist halt nur ein Dackel. Gut ein kleiner Dachsschlächter könnte er schon mal werden, wenn er mal groß ist.

Wie ich auf den Namen gekommen bin? Der Vorbesitzer hatte ihn so genannt und alle meine Versuche ihm einen anderen Namen zu geben, sind daran gescheitert, dass er eh nicht kommt, wenn man egal was nach ihm schreit.

Resigniert zog ich meine Strümpfe hoch und verschwand ebenfalls im Dickicht. Jetzt laufe ich wieder diesem blöden Hund hinterher, oder? Im Wald war es schon richtig dunkel geworden und mir wurde es langsam ganz schön mulmig zu Mute. Wo ist denn nur dieser Hund abgeblieben? Gehetzt lief ich durchs Gestrüpp. Äste peitschten mir ins Gesicht und ich blieb mit meinen Ringelsocken ständig an irgendwelchen Dornenranken hängen.

Wenn ich denn Hund erwische, dann esse ich vor seinen Augen alle seine Hundekekse auf!

Ich war stehengeblieben, um mich zu orientieren. Da konnte ich ihn weit entfernt winseln hören und dann war wieder völlige Stille. Nur das Rauschen des Windes und das Rascheln der Blätter hätte ich wahrnehmen können, wenn ich nicht völlig gehetzt meine Suche fortgesetzt hätte. Ich rannte dem längst vergangenen Geräusch hinterher und achtete nun gar nicht mehr wohin ich lief.

Es war auch eh schon so dunkel, so dass ich nichts weiter hätte erkennen können. Ich werde wohl heute im Wald übernachten dürfen!

Nebelschwaden drückten durch die Baumkronen über mir und waberten wie gesiebt nach unten. Ich hörte noch einmal meinen Hund aufjaulen. Dieses Geräusch hörte sich in meinen Ohren so bedrohlich an, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. Ich lief noch schneller, bis ich über eine Wurzel stolperte und beinahe gestürzt wäre, wenn ich mich nicht an einem Ast festgehalten hätte. Rücklings rappelte ich mich wieder auf und lief langsam ein paar Schritte, weil ich dachte, ich hätte nochmal etwas gehört. Plötzlich gab der Boden unter meinen Füßen nach und ich rutschte einen Hang hinunter. Ich versuchte mich vergeblich an Ästen oder Wurzeln festzuhalten, doch schlitterte ich weiter den Hang hinunter, bis ich mit einem großen Rums gegen einen Baum prallte. Benommen blieb ich auf dem Waldboden liegen. Das Letzte was ich hören könnte, bevor mir meine Sinne völlig schwanden, war das Klingeln von Herrn Kaleun seinem Halsband und sein aufgeregtes Schnuppern.

Als ich erwachte, lag ich auf weichen Moosen und roch die Unendlichkeit der Waldkräuter um mich herum. Ich traute mich nicht recht, die Augen zu öffnen. Aufgeregtes Summen und Wasser plätschern drangen an mein Ohr.

Mir war gar nicht bewusst, dass in dem Stück des Waldes ein Bach hätte sein sollen. Gut mir war auch nicht klar gewesen, dass hier so ein tiefer Abgrund war. Aus dem Summen wurden Wortfetzen. Ich war mir nicht ganz sicher, ob die Worte nur in meinem Kopf waren, oder daneben. Irgendwann entschloss ich dann doch meine Augen zu öffnen. Um mich herum schwirrten Unmengen von Glühwürmchen. Bunte Glühwürmchen. Und verdammt, was war das? Zwei ziemlich behaarte Wesen blickten mich ratlos an. Sie zupften an meinem Trikot und versuchten mich gleichzeitig hochzuziehen. Dabei konnten sie ihre Finger nicht von meiner Sportbekleidung lassen. Ich hatte den Eindruck, als würden sie sich über die Beschaffenheit des Stoffes meines Jogginganzugs unterhalten.

Mir sauste der Kopf und als ich endlich stand, wurde es mir ziemlich schwindelig, so dass ich mich auf diesen halbhohen, behaarten Gnomen abstützen musste. Die seltsamen Glühwürmchen schwirrten weiter um mich herum und mir kam es so vor, als würden sie summen. Ich schob es mal auf meinen Zusammenprall mit dem Baum nach dem Sturz.

Vor mir war eine Waldlichtung, die von Kletterpflanzen umrankt war. Dort spielte sich irgendwas ab. Merkwürdig war kein Ausdruck für die Surrealität dieser Szene. Mein Kopf war noch nicht wieder aufnahmefähig für das was meine Augen da wahrnahmen, so dass der Verdrängungsprozess wohl gleich einsetzte. Ich lies mich einfach weiterführen und sträubte mich nicht. Die summenden Glühwürmchen tanzten noch aufgeregter um mich herum, um so näher mich diese Gnome an die Lichtung heranbrachten. Der Weg war von knorrigen Wurzeln überzogen, die von noch knorrigeren alten Bäumen stammten, die den Weg säumten. In den Bäumen wuchsen Farne, Kletterpfanzen hingen von den hochstehenden Ästen herab und die Rinde der Bäume war mit Moosen und Flechten überzogen. Und rechts neben der Baumreihe plätscherte ein kleiner Bach verträumt vor sich hin.

Mir wurde gewahr, dass ich Barfuß zu sein schien, ich musste meine Trainingsschuhe beim Sturz verloren haben. Meine Zehen sanken bei jedem Schritt in den feuchten Waldboden ein. Diese kleinwüchsigen Wesen zogen mich weiter. Sie waren nur notdürftig mit Lederfetzen bekleidet und unter ihren wuscheligen Haaren lugten ziemlich lange, spitze Ohren hervor. Ansonsten waren sie einfach nur behaart, deshalb schien ihnen ihre spärliche Bekleidung nichts auszumachen. Sie waren ebenfalls ohne Schuhe hier im Wald unterwegs. Eines dieser Glühwürmchen flatterte auf meinen Arm und setzte sich dort nieder. Es war eigentlich viel zu groß für ein Glühwürmchen. Und es blickte mich mit großen Augen an und lächelte. Es lächelte? Können Glühwürmchen lächeln?

‚Du brauchst keine Angst haben!‘ flüsterte dieses merkwürdige Glühwürmchen mir zu. Mir wurde wieder schwindelig. Ich strauchelte und stürzte über die beiden Gnome. Doch bevor mein Körper auf dem Boden auftreffen hätte können, fingen mich die Glühwürmchendinger mit einer Leichtigkeit auf und trugen meinen Körper einen Moment in der Luft, bis ich meine Fuße wieder sicher auf dem Waldboden hatte.

Ein hastiges ‚Danke!‘ kam mir aus dem Mund und diese fliegenden Glühdinger antworteten mir prompt mit: ‚Gern geschehen!‘

Diese merkwürdigen Glühmännchen bildeten ein gewaltiges Bild eines Lächelns vor meinem Gesicht, dann stoben sie, bis auf eine, wieder auseinander und schwirrten wieder aufgeregt um uns herum. Diese Eine setzte sich wieder auf meinen Arm und summte vor sich hin. Sie sah aus wie eine kleine, zarte Blumenfee mit Flügeln, spitzen Ohren und Blumenhaar, so wie man sie aus Märchenbüchern kennt. Alles an ihr schien zu leuchten und zu glitzern und von ihr ging ein angenehmer Blumenduft aus. Die beiden Gnome zogen mich weiter. Wir hatten die Lichtung fast erreicht. Vor uns hing ein Rankenvorhang, so dass die Lichtung nur bedingt einzusehen war. Die Feen rasten voraus und hoben den Vorhang zur Seite, damit ich ohne Hindernisse eintreten konnte. Hinter mir schlossen sie den Vorhang wieder.

Jetzt sah ich alles, ohne dass mein Verstand etwas daran verschleiern konnte. Vor mir war eine wunderschöne Blumenwiese. Nein, die wunderschöne Blumenwiese, so wie man sie sich als Kind immer vorgestellt hatte. Eine unbeschreibliche Anzahl an Blümchen in allen erdenklichen Farben prangten zwischen den Moosen und Grashalmen und deren Duft verwischte sich mit den Bewegungen der Feen, die nun noch aufgeregter umher schwirrten. Betäubt von dem Duft bliebt ich schlagartig stehen.

In der Mitte der Lichtung brannte ein Feuer und drum herum tanzten ein Dutzend Ziegen auf ihren Hinterläufen. Ziegen auf zwei Beinen? Ich schüttelte den Kopf. Mein Joggingschuh flog von 4 Feen getragen an mir vorbei. Ich verfolgte sie mit meinem Blick. Sie landeten irgendwo hinter dem Feuer und den tanzenden Ziegen. Ich rieb mir die Augen, auch dass half nichts, die Ziegen tanzten immer noch. Vor Verzweiflung biss ich mir zwischen Daumen und Zeigefinger in die Handfläche, aber diese Ziegen tanzten einfach auf den Hinterläufen weiter.

‚Komm schon, folge mir!‘ summte die kleine Fee. Sie war von meinem Arm aufgestiegen und schwirrte mir nun vor der Nase herum. Meine Füße bewegten sich automatisch. Die Feen summten nun wieder und die Ziegen tanzten nach ihrem Takt. Als ich das Feuer passierte, fingen Trommeln an zu schlagen. Zwischen jeden der umgrenzenden Bäume saß einer dieser behaarter Gnome mit einer Trommel zwischen den Beinen. Ich blickte nach unten. Die Blumen auf dem Waldboden schienen meinen Füßen bei jedem Schritt auszuweichen, damit ich sie nicht, unachtsam wie ich war, zertreten könne. Als ich wieder aufblickte sah ich meinen Hund Herrn Kaleun, wie er auf einem roten Kissen sitzend an meinem Joggingschuh herum knabberte und ihn voll sabberte. Auch wenn das eine seiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen war, die ich am allermeisten an ihm hasste, brachte ich es nicht fertig ihn zu schimpfen. Quietschend, und nichts weiter beachtend, stürzte ich auf meinen Hund und drückte ihn fest an meine Brust. Erst die Flötenmusik lies mich aufschrecken. Es saßen mehrere weibliche Ziegen in einem Halbkreis und spielten Flöte. Panflöte. Wie ein Schlag ins Gesicht traf mich die Erkenntnis. Panflöten. Ziegen auf zwei Beinen. Genau!

War der Pan nicht klein und dick und laut einer griechischen Sage tot und warum so viele davon und Zeit wann gibt es den Pan in weiblich?

Meine wirren Gedanken wurden von dem Rufen mehrerer Hörner verschreckt. Als die dumpfen Töne verklungen waren, berührte mich etwas am Kinn und sprach: ‚Willkommen, meine Schöne!‘

Verdutzt blickte ich direkt in ein bärtiges Gesicht eines gehörnten Mannes. Meine Gedanken machten wieder Sprünge und mir war der Mund offen stehengeblieben. Lachend stupste er gegen mein Kinn, so dass mein Kiefer meinen Mund schloss und das gehörnte Wesen lehnte sich zufrieden zurück. Zurück auf seinen Thron. Er hatte ebenfalls den Körper eines Pan. Nur nicht klein und überhaupt nicht dick. Er wirkte viel mächtiger, als all die anderen auf der Lichtung. Sein Geweih war gigantisch, genau so wie alles andere an seinem Körper.

Nun wurde mir bewusst, dass er völlig unbekleidet war und ich direkt auf sein gewaltiges Gemächt gestarrt hatte. Er lachte wieder und winkte nach jemanden. Weitere weibliche Satyren, mir war das Wort für diese Wesen wieder eingefallen, brachten Karaffen mit Wein und Schalen mit Früchten und Gebäck.

‚Esst und Trinkt!‘ sprach der Gehörnte und sein Gefolge gehorchte. Sie tanzten und spielten weiter und schütteten sich gegenseitig Wein in die Kehlen und fütterten sich mit Trauben. Während der Gehörnte in der Mitte thronte und mich beobachtete. Er winkte nach mir. Ich lies meinen Hund los und kroch zu ihm hinüber. Er lockte mich näher und noch näher zu sich heran, bis ich zwischen seinen Beinen angelangt war. Direkt vor seinem Gemächt hielt ich inne. Er schüttete sich ein Füllhorn voll Wein in den Rachen, bis ihm die Köstlichkeit aus dem Mund rann. Ich war versucht ihn die Tropfen des Weins von seinem Hals zu lecken, konnte mich aber gerade noch zurückhalten. Er beugte sich zu mir herunter, nahm mich an meinem Nacken und drückte mir seine Lippen entgegen. Bereitwillig öffnete ich meinen Mund und er lies mir den Wein aus seinem Mund in den Meinen laufen. Ich konnte gar nicht so schnell schlucken, wie der Wein in meinen Mund schoss. Deswegen rann wenige Momente später der Wein von meinem Kinn herab, über meine Brüste in meinen Schoß. Er leckte mir über mein Gesicht und im nächsten Moment waren seine Hände unter meinem Shirt. Einen Augenblick später hatte er mein Shirt über meine Nase gezogen und dabei meine Arme im Shirt hinter meinem Kopf verschränkt. Er hielt in der Bewegung inne, um mir seine gewaltige Zunge in den Mund zu schieben. Mein restliches Gesicht war von dem Shirt verdeckt, so dass ich nicht sehen konnte, was er weiter mit mir anstellte. Er bog meinen Körper auf den Rücken, so dass meine Arme im Shirt bewegungsunfähig hinter meinem Kopf eingeklemmt waren. Er leckte mir über den Hals zu meinen Brüsten. Dort griff er mit beiden Pranken zu, massierte meine Brüste und leckte an meinen Nippel. Was er mit meinem Büstenhalter gemacht hatte, werde ich wohl nie erfahren. Danach wanderten seine Hände weiter meinen Bauch entlang zu meiner Hose. Ich hörte Stoff reißen und dann spürte ich seine Hände langsam in meinen Schritt gleiten und seine Zunge hinterher. Er öffnete meine Schenkel und glitt mit seiner Zunge in mein Allerheiligstes. Die Hitze meiner Erregung stieg mir in den Kopf, ich stöhnte leicht, als er wieder und wieder mit seiner Zunge in mich eindrang. Dann lies er plötzlich einen Moment von mir ab. Er trank wieder, Weintropfen plätscherten auf meinen nackten Körper. Er küsste mich wieder und schoss mir einen großen Schluck in meinen Mund. Ich konnte meinen Geschmack im Wein heraus schmecken. Danach widmete er sich wieder meiner Weiblichkeit. Er spürte erst wie einige seiner Finger in mich hinein glitten. Dann zog er mein Gesäß an sich herauf und setzte seinen Mund auf meine Schamlippen. Er steckte seine Zunge tief in mein Loch und lies mir den Wein in meine Vagina laufen, nur um sich danach unersättlich an mir zu laben. Ich konnte sein Geweih an meinen Hüften spüren. Die Trommelschläge wurden immer schneller und er lies wieder von mir ab, um sich einen neuen Schluck Wein zu gönnen. Wieder bekam ich den Wein zu beiden Lippen gereicht und er labte sich noch einmal ausgiebig an mir. Irgendwann spürte ich nur noch seine Finger in mir und wie sie langsam aus mir heraus glitten, um mir meine Schenkel noch weiter auseinander zu spreizen. Ich spürte nun sein Gewicht auf mir und seine Zunge wieder in meinen Mund. Diese glitt als gleich wieder heraus und leckte mir übers Gesicht bis zum Hals. Ich konnte sein geschwollenen Schwanz an meinem Eingang spüren, wie er versuchte in mich hinein zu gleiten. Doch seine enorme Männlichkeit war zu groß für meine Enge und er stöhnte lustvoll auf, als er mit der Schwanzspitze in mir stecken blieb. Er biss mit in den Hals und stieß mit aller Gewalt zu. Mir blieb dabei nicht nur die Luft weg, sondern ich hatte auch das Gefühl, dass mir dabei dass Herz stehenbleiben würde, als er mit seinem enormen Schaft gänzlich in mich eindrang. Über mir konnte ich ihn schwer atmen hören, er hielt kurz inne, dann begann er mit langsamen, rhythmischen Bewegungen in mir zu arbeiten. Seine Stöße wurden immer härter, bis mir das Shirt gänzlich vom Kopf rutschte. Er hielt kurz inne, blickte mich mit seinen großen bernsteinfarbenen Augen an und dann küsste er mich wieder. Irgendwie konnte ich meine Arme aus dem Shirt befreien und fasste behutsam sein Haupthaar an, dass zu zahlreichen Zöpfen gebunden war. Langsam begann er wieder sich in mir zu bewegen, dabei übersäte er mich mit Küssen und er murmelte mir seltsame Worte ins Ohr. Um mich herum drehte sich alles. Ich konnte nur noch Schemen erkennen, die um mich herum tanzten. In mir machte sich das Gefühl breit, dass mich mehr als seine Hände berührten, doch der Wein und meine Erregung taten wirklich ihre Arbeit. Mir schwanden stellenweise die Sinne, so dass ich gar nicht merkte, dass sich zwei der weiblichen Satyrn zu uns gesellten, die mir erst noch mehr Wein einflößten. Dann küssten sie mich, dass erkannte ich aber erst, als er für einen Moment inne hielt, weil er seinerseits von zwei männlichen Satyrn mit Wein versorgt wurde. Die Männchen legten die Weinkaraffen nieder und machten sich an den beiden Weibchen zu schaffen, die nun halb auf mir lagen und sich an meinem Mund und an meinen Brüsten labten. Die Bewegungen aller Beteiligten wurden immer schneller und schneller, bis der Gehörnte nach einem letzten Stoß, mit seinem geschwollenen Speer, einem gewaltigen Schwall seines Saftes in mich ergoss, so dass mir er mir als gleich wieder heraus rann, noch während er sich über mir stöhnend aufbäumte und zwischen meinen Beinen seine letzten Tropfen verspritzte. Um uns herum stöhnten seine Untertanen ebenfalls auf, kamen wie auf Befehl zum Höhepunkt und brachen danach erschöpft zusammen, wo sie gerade lagen oder standen. Mir schwanden ebenfalls für einen Moment die Sinne und ich erwachte erst wieder, als dieser archaischer Fruchtbarkeitsgott sich neben mich legte und mich rücklings in den Arm nahm, um mich dann im Halbschlaf, weiter von Hinten zu nehmen, bis mir wieder die Sinne schwanden.

Ich erwachte am nächsten Morgen, weil mir die Sonnenstrahlen durch das Blattwerk ins Gesicht schienen. Mein Kopf sauste noch und in meinen Ohren klangen noch immer die Trommeln. Die Lichtung war völlig leer, ich war allein, nur meine Schuhe lagen herum und mein Hund räkelte sich im Gras. Ich blickte an mir herab und zu meiner Verwunderung war ich vollständig bekleidet. Langsam rappelte ich mich auf und griff mir an die Brüste, mein BH war verschwunden. Hastig untersuchte ich meine Hose, die kunstvoll an mir wieder zusammengenäht war. Als ich aufstand, purzelte ein bronzener Anhänger von meinem Hals herab und blieb baumelnd zwischen meinen Brüsten hängen. Es war eine aus Bronze gedrehte Spirale und am Ende hing ein Stückchen einer Geweihspitze daran. Als ich den Anhänger berührte, sah ich den gesamten Abend in Zeitraffer vor meinem inneren Augen vorbeihuschen. Nun verstand ich auch die Worte, die er mir ins Ohr gesäuselt hatte. ‚Zu Beltane erwähle ich mir eine Sterbliche, um ihr meinen Samen zu schenken!‘

Ich brauchte eine halbe Ewigkeit, um aus diesem Waldstück wieder nachhause zu finden. Erschöpft lies ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Mein Blick blieb an meinem Wandkalender hängen, das rote Schiebekästchen stand noch auf dem 30. April. Walpurgisnacht. Meine Knie wurden weich und ich sankt auf den Boden herab. Ganz instinktiv griff an den Anhänger um meinen Hals und wieder kam mir ein Gedankenblitz: ‚Dies ist mein Geschenk an dich!‘

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