Impressum

Impressum:

Verantwortlich für alle Inhalte dieses Blogs ist:

Sabine Rösner

Aurikelstr. 7

82515 Wolfratshausen

callabutterfly@hotmail.de

Haftung für Inhalte

Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen.

Haftung für Links

Unser Angebot enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.

Urheberrecht

Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen.

Datenschutz

Die Nutzung unserer Webseite ist in der Regel ohne Angabe personenbezogener Daten möglich. Soweit auf unseren Seiten personenbezogene Daten (beispielsweise Name, Anschrift oder eMail-Adressen) erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.

Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann. Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht möglich.

Der Nutzung von im Rahmen der Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderter Werbung und Informationsmaterialien wird hiermit ausdrücklich widersprochen. Die Betreiber der Seiten behalten sich ausdrücklich rechtliche Schritte im Falle der unverlangten Zusendung von Werbeinformationen, etwa durch Spam-Mails, vor.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Facebook-Plugins (Like-Button)

Auf unseren Seiten sind Plugins des sozialen Netzwerks Facebook, 1601 South California Avenue, Palo Alto, CA 94304, USA integriert. Die Facebook-Plugins erkennen Sie an dem Facebook-Logo oder dem „Like-Button“ („Gefällt mir“) auf unserer Seite. Eine Übersicht über die Facebook-Plugins finden Sie hier: http://developers.facebook.com/docs/plugins/.
Wenn Sie unsere Seiten besuchen, wird über das Plugin eine direkte Verbindung zwischen Ihrem Browser und dem Facebook-Server hergestellt. Facebook erhält dadurch die Information, dass Sie mit Ihrer IP-Adresse unsere Seite besucht haben. Wenn Sie den Facebook „Like-Button“ anklicken während Sie in Ihrem Facebook-Account eingeloggt sind, können Sie die Inhalte unserer Seiten auf Ihrem Facebook-Profil verlinken. Dadurch kann Facebook den Besuch unserer Seiten Ihrem Benutzerkonto zuordnen. Wir weisen darauf hin, dass wir als Anbieter der Seiten keine Kenntnis vom Inhalt der übermittelten Daten sowie deren Nutzung durch Facebook erhalten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutzerklärung von facebook unter http://de-de.facebook.com/policy.php

Wenn Sie nicht wünschen, dass Facebook den Besuch unserer Seiten Ihrem Facebook-Nutzerkonto zuordnen kann, loggen Sie sich bitte aus Ihrem Facebook-Benutzerkonto aus.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Google Analytics

Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“). Google Analytics verwendet sog. „Cookies“, Textdateien, die auf Ihrem Computer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Website durch Sie ermöglichen. Die durch den Cookie erzeugten Informationen über Ihre Benutzung dieser Website werden in der Regel an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gespeichert. Im Falle der Aktivierung der IP-Anonymisierung auf dieser Webseite wird Ihre IP-Adresse von Google jedoch innerhalb von Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder in anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zuvor gekürzt.

Nur in Ausnahmefällen wird die volle IP-Adresse an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gekürzt. Im Auftrag des Betreibers dieser Website wird Google diese Informationen benutzen, um Ihre Nutzung der Website auszuwerten, um Reports über die Websiteaktivitäten zusammenzustellen und um weitere mit der Websitenutzung und der Internetnutzung verbundene Dienstleistungen gegenüber dem Websitebetreiber zu erbringen. Die im Rahmen von Google Analytics von Ihrem Browser übermittelte IP-Adresse wird nicht mit anderen Daten von Google zusammengeführt.

Sie können die Speicherung der Cookies durch eine entsprechende Einstellung Ihrer Browser-Software verhindern; wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenenfalls nicht sämtliche Funktionen dieser Website vollumfänglich werden nutzen können. Sie können darüber hinaus die Erfassung der durch das Cookie erzeugten und auf Ihre Nutzung der Website bezogenen Daten (inkl. Ihrer IP-Adresse) an Google sowie die Verarbeitung dieser Daten durch Google verhindern, indem sie das unter dem folgenden Link verfügbare Browser-Plugin herunterladen und installieren: http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Google Adsense

Diese Website benutzt Google AdSense, einen Dienst zum Einbinden von Werbeanzeigen der Google Inc. („Google“). Google AdSense verwendet sog. „Cookies“, Textdateien, die auf Ihrem Computer gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Website ermöglicht. Google AdSense verwendet auch so genannte Web Beacons (unsichtbare Grafiken). Durch diese Web Beacons können Informationen wie der Besucherverkehr auf diesen Seiten ausgewertet werden.

Die durch Cookies und Web Beacons erzeugten Informationen über die Benutzung dieser Website (einschließlich Ihrer IP-Adresse) und Auslieferung von Werbeformaten werden an einen Server von Google in den USA übertragen und dort gespeichert. Diese Informationen können von Google an Vertragspartner von Google weiter gegeben werden. Google wird Ihre IP-Adresse jedoch nicht mit anderen von Ihnen gespeicherten Daten zusammenführen.

Sie können die Installation der Cookies durch eine entsprechende Einstellung Ihrer Browser Software verhindern; wir weisen Sie jedoch darauf hin, dass Sie in diesem Fall gegebenenfalls nicht sämtliche Funktionen dieser Website voll umfänglich nutzen können. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google in der zuvor beschriebenen Art und Weise und zu dem zuvor benannten Zweck einverstanden.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Google +1

Erfassung und Weitergabe von Informationen:
Mithilfe der Google +1-Schaltfläche können Sie Informationen weltweit veröffentlichen. über die Google +1-Schaltfläche erhalten Sie und andere Nutzer personalisierte Inhalte von Google und unseren Partnern. Google speichert sowohl die Information, dass Sie für einen Inhalt +1 gegeben haben, als auch Informationen über die Seite, die Sie beim Klicken auf +1 angesehen haben. Ihre +1 können als Hinweise zusammen mit Ihrem Profilnamen und Ihrem Foto in Google-Diensten, wie etwa in Suchergebnissen oder in Ihrem Google-Profil, oder an anderen Stellen auf Websites und Anzeigen im Internet eingeblendet werden.
Google zeichnet Informationen über Ihre +1-Aktivitäten auf, um die Google-Dienste für Sie und andere zu verbessern. Um die Google +1-Schaltfläche verwenden zu können, benötigen Sie ein weltweit sichtbares, öffentliches Google-Profil, das zumindest den für das Profil gewählten Namen enthalten muss. Dieser Name wird in allen Google-Diensten verwendet. In manchen Fällen kann dieser Name auch einen anderen Namen ersetzen, den Sie beim Teilen von Inhalten über Ihr Google-Konto verwendet haben. Die Identität Ihres Google-Profils kann Nutzern angezeigt werden, die Ihre E-Mail-Adresse kennen oder über andere identifizierende Informationen von Ihnen verfügen.

Verwendung der erfassten Informationen:
Neben den oben erläuterten Verwendungszwecken werden die von Ihnen bereitgestellten Informationen gemäß den geltenden Google-Datenschutzbestimmungen genutzt. Google veröffentlicht möglicherweise zusammengefasste Statistiken über die +1-Aktivitäten der Nutzer bzw. gibt diese an Nutzer und Partner weiter, wie etwa Publisher, Inserenten oder verbundene Websites.

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Twitter

Auf unseren Seiten sind Funktionen des Dienstes Twitter eingebunden. Diese Funktionen werden angeboten durch die Twitter Inc., 795 Folsom St., Suite 600, San Francisco, CA 94107, USA. Durch das Benutzen von Twitter und der Funktion „Re-Tweet“ werden die von Ihnen besuchten Webseiten mit Ihrem Twitter-Account verknüpft und anderen Nutzern bekannt gegeben. Dabei werden auch Daten an Twitter übertragen.

Wir weisen darauf hin, dass wir als Anbieter der Seiten keine Kenntnis vom Inhalt der übermittelten Daten sowie deren Nutzung durch Twitter erhalten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Datenschutzerklärung von Twitter unter http://twitter.com/privacy.

Ihre Datenschutzeinstellungen bei Twitter können Sie in den Konto-Einstellungen unter http://twitter.com/account/settings ändern.

 

Quellverweis: Disclaimer von eRecht24, dem Portal zum Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert, Facebook Datenschutzerklärung, Datenschutzerklärung Google Analytics, Google Adsense Datenschutzerklärung, Datenschutzerklärung Google +1, Twitter Datenschutzerklärung

Advertisements
Published in: on 18. Januar 2012 at 13:56  Comments (2)  
Tags: ,

Drei und eine Axt – Teil 5

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 5

‚Wir haben eine junge Ziege mitgebracht!‘ meinte Halef und ging in die Vorratsjurte.

‚Ja und der Junge hat sieben Hasen geschossen!‘ berichtete Kejnen.

‚Es waren nur vier, die anderen hat Kejnen erlegt.‘ rief Halef aus der Jurte.

‚Sehr gut, wir sollten heute Nacht drum würfeln, wer ihnen das Fell abzieht morgen früh.‘ meinte Ziska, die immer noch fleißig die Trauben stampfte.

‚Wie viel Wein haben wir noch?‘ fragte Vira, während sie eine kurze Pause einlegte.

‚Das kleine Fass für Notfälle, neun Flaschen und fünf Krüge.‘ berichtete Wena.

Auf dem Tisch stehen aber nur vier!‘ erwiderte Vira mit einer hochgezogenen Augenbraue.

‚Ein Halber ist im Essen und den Rest hab ich fast ausgetrunken, er steht neben dem Feuer.‘

‚Ist schon gut Wena, ich wollte nur wissen, warum du so rote Backen hast.‘

‚Sind die Flaschen nun dicht.‘ fragte Ziska neugierig.

‚Bis jetzt schon!‘ anwortete Wena.

‚Das wäre ja prächtig für meine Liköre zum Umfüllen. Mit meinen letzten drei Glasflaschen komme ich nicht weit.‘ meinte Ziska begeistert und bedrückt zugleich.

‚Hab aus dem restlichen Ton noch welche gemacht, die stehen hinter der Jurte.‘ lächelte Wena. ‚Ich kann sie brennen, wenn das Brot alle ist.‘

‚Wo wir grad bei Brot sind, wie sieht es mit unseren Vorräten aus.‘ fragte Vira.

‚Wir sollten die Tage in die Ebene gehen, weil wir sonst nicht damit auskommen, bis meine Sippe kommt.‘

Kejnen blickte sie fragend an.

‚Meine Sippe tauschen Fleisch und Felle gegen Getreide und sie bringen uns Korn. Im Gegenzug überwintern sie bei uns auf der Ebene.‘ berichtete Wena.

‚Der Khan bringt mir Schnaps und ich mache ihm Medizin.‘ meinte Ziska.

‚Und dann tauschen wir Honig, Wachs, Früchte, Wein und was wir sonst noch so übrig haben, gegen Leder und noch mehr Korn.‘ meinte Vira.

‚Ich bin doch zu weit geritten?‘ seufzte Kejnen.

‚Kejnen, jetzt müsst ihr uns aber erklären…‘ riefen alle drei gleichzeitig.

‚Ich wollte nach dem Krieg einfach nur die Berg meiner Heimat wieder sehen und dann tot vom Pferd fallen, weil wahrscheinlich niemand mehr da ist, den ich noch kenne.‘

Jetzt blickten sie ihn noch verstörter an.

‚Ich habe in meiner Jugend von den Fürsten gehört, die weit im Osten über die großen Steppen ziehen, aber kein Haus ihr Eigen nennen. Wie hat deine Sippe den Krieg überstehen können?‘

Ziska und Vira stiegen gerade aus dem Becken, als Halef nach seiner Mutter rief. Sie stürmte in die Jurte und hinterließ rote Abdrücke auf dem Boden.

Dann schrie Vira laut auf und schließlich lief auch Ziska ihr hinterher. Wenig später kamen sie mit dem Stuhl für Vira aus der Jurte. Kurz nach ihnen trug Halef Kejnens Stuhl heraus.

‚Ich wollte Euer Gespräch nicht unterbrechen, aber ich hab mir schon die Beine in den Bauch gestanden.‘ stammelte Halef und trug den Stuhl auf das andere Ende des Tisches. Seine Mutter saß bereits auf ihrem Stuhl, rieb an den Armlehnen und blickte zufrieden in die Runde.

‚Nachdem es eine ziemlich lange Geschichte ist, sollten wir mit dem Essen anfangen.‘ sagte Vira feierlich.

‚Aber vorher sollten wir unsere Füße waschen, sonst bleiben sie ewig rot.‘ unterbrach sie Ziska und wies auf ihre Füße.

Die Damen gingen sich schnell waschen und der Gong erschall zum Essen. Bis alle Platz genommen hatten, trug Wena die warmen Speisen auf. Während des Essens erzählten die Frauen ihre Geschichte.

Früher zog Großvater Alur mit seiner Frau und seinen drei Söhnen Ulgur, Otar und Aiden durch die Ebene und züchteten Rinder, Pferde und Kleinvieh. Nachdem von Allem reichlich vorhanden war, ging es ihnen nie schlecht. Die drei Söhne arbeiteten hart für die Familie.

Einmal weit im Norden trafen sie auf eine Siedlung, die gerade überfallen worden war. Sie fanden Vira mit einem Jungen. Aiden nahm sie zur Frau und zog den Jungen, wie seinen eigenen Sohn auf. Die Eltern waren nicht begeistert, aber Aiden war ziemlich stur und ihr ältester Sohn.

Wena war die Tochter einer befreundeten Sippe, sie war eigentlich Aiden versprochen. So entschloss Alur, dass Otar sie ehelichen sollte. Alur starb bei einem Überfall marodierender Barbarenstämme. Bei darauffolgenden Rachezug fand Ulgur Ziska und stahl sie dem Barbarenanführer. Der zu allem Glück noch bevor er auf Rache aus sein konnte, bei einer darauffolgenden Schlacht ums Leben kam. Die Zeiten wurden immer schlechter, die Machtkämpfe der Fürsten wurden auf der Ebene ausgetragen und sie zogen sich an den Rand der Ebene zurück. Großmutter wurde immer wunderlicher, die Sesshaftigkeit war nichts für sie. Sie ging irgendwann in den Wald und sie fanden sie erst Tage später, tot. Die Männer waren sehr bestürzt. Die Lage war in der Sesshaftigkeit auch nicht rosig. Immer mehr Barbaren zogen über die Ebene. Das Land war von Krieg überzogen und sie beschlossen sich dem stärksten Fürsten anzuschließen. Die Männer mussten in den Krieg zu ziehen und die Frauen allein zurücklassen. Das war nun vier Jahre her. Halef war damals ungefähr zwölf Jahre alt. Die Sippe von Wena, auch vom Krieg stark geschwächt, blieben öfter mal länger als nur den Winter da, sie brachten immer alle ihre Tiere mit. Nach dem Krieg fanden sich die Männer der Sippe alle wieder und sie zogen wieder über die Ebene. Nur ihre Männer kamen nicht zurück. Die Stimmung der Frauen war nach Beendigung ihrer Geschichte sehr bedrückt und traurig. Wena brachte die Kinder ins Bett und Ziska begann aufzuräumen. Halef legte ihnen die Würfel hin und wollte dann mit seinen Hunden zur Höhle aufbrechen, um eine der letzten Nacht in diesem Jahr dort zu verbringen. Kejnen hatte ihm seinen Reiterbogen mitgegeben und orderte einen Hirschen.

‚Wenn er wirklich einen Hirschen schießt, dann können wir das Fleisch trocknen.‘ meinte Vira und griff sich die Würfel.

Kejnen schenkte allen noch mehr Wein ein, hob seinen vollen Becher und bedankte sich bei den Frauen: ‚Ich möchte mich für eure liebevolle Gastfreundschaft bedanken und ich danke all den Göttern, dass sie meinen Weg hierher geführt haben.‘

‚Wir haben euch anscheinend gebraucht!‘ meinte Wena, die gerade aus ihrer Jurte kam.

‚Wer hätte auch sonst die Tür richten sollen!‘ meinte Ziska.

‚Das hätten wir auch nie alleine gekonnt! Aber für den Stuhl bin ich sehr dankbar.‘ witzelte Vira ernst. Dann musste sie lachen. Alle stimmten ein.

Als es zu regnen begann, räumten sie fertig auf und brachten alles in Sicherheit. Zu guter Letzt trafen sich alle in der großen Jurte. Trotz der Abkühlung waren alle ganz schön betrunken. Kejnen wurde auch sehr melancholisch. Er saß auf einer Truhe und blickte gedankenverloren ins Feuer. Ziska kam zu ihm rüber und setzte ich auf seinen Schoß. Er bedankte sich wieder und wieder, bis sie ihm den Mund mit einem Kuss schloss. Die beiden Anderen schauten interessiert vom Bett und Boden aus zu.

Ziska holte eine Flasche hervor: ‚Es ist nicht Schöne Träume, keine Sorge, es ist eine Überraschung…. eine süße Überraschung.‘

Beim Likör trinken landeten alle drei Frauen irgendwann in Ziskas Bett und fingen an sich gegenseitig den verschütteten Likör vom Gesicht zu lecken. Kejnen saß auf einer Truhe und genoss das Zusehen sehr. Vira torkelte irgendwann sich erleichtern, während die beiden übrigen Damen sich langsam entkleideten. Und als Vira wieder zurück kam, blieb sie bei Kejnen stehen und hielt ihm ihre Hand hin.

‚Wir sind nur einmal im Jahr so betrunken.‘ flüsterte sie in sein Ohr. Er zögerte, weil so betrunken war er noch nicht und er wollte auf keinen Fall den Zustand der Damen ausnützen. Vira war aber sehr unnachgiebig und zog ihn hoch, fiel dabei aber beinahe hin. Er sprang tatsächlich auf und stütze sie.

‚Seht Kejnen, ich kann nicht mehr ohne Euch zum Bett gelangen, Ihr müsst mir helfen!‘ sagte sie gespielt und hielt sich die Hand an die Stirn.

‚Sich von einem Krüppel beim Laufen helfen lassen, da müsst Ihr Euch aber mehr einfallen lassen!‘ konterte er ebenfalls gespielt.

‚Aber Ihr steht doch schon, noch ein paar Schritte. Ihr wollt mich doch nicht mit den beiden gierigen Bestien alleine lassen.‘

‚Ich bin ein alter, kranker Mann. Ich habe ein schwaches Herz, ich seh lieber zu.‘

‚Kommt doch näher ans Bett, alter Mann.‘ Sie musste bei diesem Satz kichern. ‚Da könnt ihr besser sehen, im Alter werden die Augen ja immer schlechter.‘ Er grinste, besann sich aber dann seiner Fratze und entspannte seine Gesichtsmuskeln wieder. Mit einem langen Zögern, machte er aber doch einen Schritt Richtung Bett.

‚Vira redet immer sehr viel, wenn sie betrunken ist.‘ lallte Wena.

Ziska stand auf, sie hatte nur noch eine leichte, fast durchsichtige, kurze Tunika an, die von Oben bis zum Bauchnabel geschlitzt war und von Unten an den Seiten bis zu ihren Hüftknochen. Die Einblicke die sie ihm boten, verschlugen ihm für einen Moment den Atem und die Sprache. Er schüttelte den Kopf und fing an zu stottern: ‚Ich seh noch ganz gut, für mein Alter.‘ Bei diesem Satz konnte er den Blick nicht von ihren Bürsten trennen.

Sie torkelte ihm entgegen, packte ihn an seiner Hose, öffnete geschickt den Gürtel, der sogleich scheppernd zu Boden fiel und zog ihn an der Hose zum Bett hinüber. Er humpelte mit ihr mit, um nicht zu stürzen. Während Vira ihn an seinem Hintern zum Bett schob.

‚Meine Damen nicht so stürmisch, ihr könnt doch nicht einen alten, unbewaffneten Krüppel…!‘ und dann fiel er schon mit Ziska zusammen aufs Bett und Vira hinterher. Er landete auf Ziska’s Brüsten. ‚Ich wollte Euch doch nicht zu nahe treten!‘ sprach er mehr zu ihrem Busen.

Vira half ihm aus dem Klappenmantel. Sie balgten noch ein wenig auf dem Bett herum, bis er sich erschöpft gegen den Bettpfosten lehnte. Wena legte sich zwischen seine Beine in seinen Schoss und blickte ihn in ihrem Rausch liebevoll an, während die beiden Anderen ihm aus der Tunika halfen und ihn dann küssten. Ziska nahm ein Fell, hob seinen Oberkörper an und stopfte es zwischen seinen Rücken und den Bettpfosten. Vira und Ziska fuhren mit ihren zarten Fingern an seinen Narben und Bemalungen entlang. ‚Hat das weh getan?‘ fragte Wena und fuhr über die Abbildung einer Kampfszene auf seinem Bauch. Er spannte seine Bauchmuskeln an und schüttelte dann den Kopf. Ziska fuhr ihm über seine Gesichtsnarben. ‚Das hat allerdings schon weh getan.‘ sagte er ruhig und wand wieder sein Gesicht ab.

‚Jedes mal, wenn ich in Euer Gesicht blicke und ihr Euer Antlitz vor Scham vor mir abwendet, dann kann ich Euren Schmerz spüren.‘ flüsterte Ziska in sein Ohr, seine Brustwarzen stellten sich auf, als sie dabei sein Ohr mit ihren Lippen streifte. Vira rieb ihm über die Brustwarzen und meinte: ‚Wenn ich in Euer Gesicht blicke, dann stellen sich mir nicht nur die Nackenhaare auf, aber wenn Ziska Eure Gesicht glatt zieht, dann erkennt man, dass ihr mal ein hübscher Mann gewesen sein musstet.‘

‚Der Krieg hat uns alle verändert, Vira!‘ meinte er zu ihr, nahm sie dann am Nacken und zog sie zu sich, um sie in den Arm zu nehmen. ‚Wir haben alle gelitten und leiden immer noch, auf die ein oder andere Weise!‘ Er ahnte nur ansatzweise, was in ihr vorging. Aber ihr trauriger Blick sagte mehr als tausend Worte, als sie ihm unter Tränen gerührt einen Kuss auf seine Narben drückte. Ziska nahm noch einen Schluck von ihrem Likör, küsste dann Vira und lies ihr den Schluck beim Küssen in den Mund laufen. Als sie sich nach einen wunderschönen und langen Moment wieder trennten, grinsten sie ihn neckisch an.

‚Ich will nicht wissen, was du da alles in den Likör gemischt hast.‘ meinte Vira mit gespielten Misstrauen.

‚Ich ahnte nicht, dass er so enthemmend wirken würde.‘ grinste sie und führte die Flasche an seinen Mund. ‚Aber ich hoffte es…ein wenig!‘ Der Schluck blieb ihm fast im Halse stecken, als er ihre Worte vernahm. Das Grinsen was sich nun in ihrem Gesicht ausbreitete, war gleichermaßen wollüstig wie berechnend, aber keineswegs bösartig.

‚Ziska du bist unaussprechlich…!‘ meinte Vira, bis sie von Ziska hektisch unterbrochen wurde.

‚Ich mag vielleicht unersättlich sein und unaussprechlich meine Schnäpse, aber ich bin nur um Euer aller Wohl bemüht.‘ meinte Ziska entschuldigend mit den Schultern zuckend.

‚Da hast du recht, ich brauche es genauso wie du!‘ meinte Vira und schnappte ihr die Flasche aus der Hand. Dann blickten beide zu Wena, sie war bemerkenswert still gewesen. Wena war mit verschränkten Armen auf seinem Bauch und mit dem Gesicht auf seinem Gemächt eingeschlafen.

Er konnte einerseits kaum an sich halten, aber er war ein Wenig durch den Wind, vom Rausch und von der Gesamtsituation. ‚Ich komme mir ein Wenig benützt vor!‘ meinte Kejnen.

‚Aber Meister Kejnen, den Likör habe ich schon vor Monaten angesetzt und ich würde mich ohne sonst nicht trauen, euch Freude zu bereiten.‘ Ihr liefen die Tränen aus den Augen. ‚Aber ich dachte nicht das er gleich so knallt.‘ Er nahm sie am Kinn und zog sie auch zu sich in die Arme.

‚Ihr glaubt gar nicht, wie ihr drei mir allein mit eurer Anwesenheit Freude bereitet.‘ Er küsste Beide und drückte sie noch fester an sich. Dabei verschüttete Vira etwas von dem Likör über Kejnens nackte Brust. Sie leckten beide die Tropfen von seinem Körper, während Kejnen sich die Flasche schnappte und einen großen Schluck davon trank. Er zog die Luft zwischen seinen Zähnen ein und meinte leicht lallend. ‚Ich befürchte ein bisschen, dass wir morgen alle blind sind oder wir uns an nichts mehr erinnern können.‘

Drei und eine Axt – Teil 4

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 4

Noch vor Sonnenaufgang wurde Kejnen wach, weil eines der Kinder in der Nachbarjurte aus vollen Halse schrie. Ziska lag auf seiner Brust. Er wollte sie auf keinen Fall wecken, aber er musste nach dem Rechten sehen. Lautlos kroch er unter ihr heraus, hangelte nach seinem Stock und stand auf. Alle schliefen tief und fest, sogar der Junge am Feuer schnarchte mit seinen beiden Hunden im Arm. Er humpelte weiter, immer dem Geräusch hinterher und betrat schließlich wenig später die Jurte von Wena und den Kindern. Nala saß aufrecht im Bett und schrie aus Leibeskräften. Wena lag völlig erschöpft im Bett und regte sich nicht. Beruhigende Laute kamen ihm über die Lippen. Das Kind schrie dessen ungeachtet weiter, also packte er sie, hob sie mit samt ihrer Decke hoch und brachte sie zur Jurtentür. Dort setzte er sich auf eine Truhe und wiegte die Kleine so lange, bis sie sich beruhigt hatte. Den Daumen im Mund und mit der anderen Hand in seinem Haar spielend, schlief sie wieder ein. Nun saß er da, mit der Kleinen im Arm. Er wagte nicht sich zu bewegen, weil er sie nicht erschrecken wollte.

Die Sonne ging auf und er blickte ihrer strahlenden Schönheit entgegen und wusste, dass er nicht einfach so hier wieder fort gehen konnte. Diese Menschen hier waren ihm bereits so ans Herz gewachsen, dass er sie nicht mehr verlassen könnte.

Vira hechtete mit der Axt in der Hand aus der Jurte, dann sah sie ihn im Schein der Sonne im Eingang der Jurte sitzen und wie liebevoll er das Kind im Arm hielt. Langsam lies sie die Axt sinken, lehnte sie fast lautlos gegen die Jurte und schritt langsam zu ihm hinüber. In der Eile des plötzlichen Erwachens hatte sie nur schnell den Klappenmantel ihres Mannes übergeworfen und war nach draußen geeilt. Als sie Kejnen erreicht hatte, setzte sie sich wortlos auf die Türschwelle und lehnte sich an sein gesundes Bein. Sachte legte er seine freie Hand auf ihre Schulter und lehnte seinen Kopf gegen den Türstock.

Nach einem langen Moment stand Vira auf, nahm ihm die Kleine ab und legte sie wieder in ihr Bett. Dann trat sie zu Kejnen und hielt ihm die Hand hin. Gemeinsam gingen sie zum großen Tisch und begannen Feuer zu machen. Kejnen kümmerte sich um das Frühstück. Vira ging Eier sammeln, die ihre Hühner mal wieder auf den ganzen Hof verteilt gelegt hatten, danach ging sie die Ziegen melken.

Halef wurde wach, als Kejnen in die Jurte stolperte, um sich doch seine Hose anzuziehen. Während der Junge sich noch weigerte aufzustehen, waren seine Hunde bereits wach und beäugten Kejnen wieder misstrauisch.

Ziska kam verschlafen an die Jurtentür und stolperte über Halef, als sie zum Tisch wankte. Kejnen goss ihr Tee ein. Halef wankte zum Flussufer, um sich zu erleichtern.

Vira kam aus der Vorratsjurte und schüttelte ungehalten den Kopf. ‚Wird der Junge einmal den Abort benützen?‘

Kejnen blickte fragend auf und grinste sie an. ‚Er ist zu jung und zu gesund, um es zu schätzen im Sitzen pinkeln zu können.‘

Die Frauen lachten, bis Vira ein fieses Grinsen aufsetzte.

‚Meister Kejnen, wenn ihr bis zum Frühjahr bleibt, nehmt Ihr auch an den Spielen teil?‘ fragte Vira.

‚Ich verstehe nicht!‘

‚Wir spielen den ganzen Winter darum, wer im Frühjahr die Grube für den Donnerbalken neu ausheben muss.‘ lachte Ziska.

‚War das eine Einladung oder eine Drohung, weil auf einem Bein werd ich nicht springen können und im Eierlauf bin ich denkbar schlecht.‘

‚Nein, keine Sorge, wir würfeln meist.‘ grinste Ziska.

Meister Kejnen, Ihr seid herzlich eingeladen solange zu bleiben, wie es Euch bei uns gefällt.‘ sagte Vira feierlich.

Plötzlich stand Halef neben ihm und fragte kleinlaut. ‚Meister Kejnen, könnt Ihr mir zeigen mit dem Bogen umzugehen, darin bin denkbar schlecht.‘

‚Junge, wie konntest du so viel jagen, wenn du nichts triffst.‘ fragte Ziska misstrauisch.

‚Ich lasse für mich jagen, Tante. Ich habe zwei Hunde und im Fallen bauen bin ich gut genug, dass es euch bis heute nicht aufgefallen ist, dass ich nicht so richtig Bogenschießen kann.‘ erwiderte Halef und pfiff nach seinen Hunden.

‚Also, es gefällt mir sehr gut bei euch und ich bleibe solange ich gebraucht werde.‘ meinte Kejnen ehrenrührig.

‚Gut Kejnen. Dann haben wir für den heutigen Tag schon einen Plan, oder?‘ meinte Vira.

Keiner verstand sie so recht, deswegen blickten sie alle fragend an. ‚Also Ziska und ich wollten heute nochmal in den Wald. Sie hat irgendwelche giftigen Pilze gefunden und ich wollte nach dem wilden Wein sehen. Und ihr beide geht jagen und Bogen schießen.‘

‚Oh, wenn der Wein reif ist, dann haben wir aber viel zu tun heute!‘ meinte Wena gähnend. Sie stand schon eine Weile in der Tür ihrer Jurte und hatte ihnen zugehört.

‚Wena ganz ruhig, du willst doch heute nicht schon das Weinfest feiern?‘

‚Warum nicht, wir haben doch was zu feiern, oder? Das jeder von uns nur einer von Fünfen ist, beim Grubenspiel und dass wir den Wein vom letzten Jahr endlich austrinken müssen, weil wir nicht genug Fässer haben, um den Neuen anzusetzen. Und Brot backen wollte ich heute eh, also kann ich auch den restlichen Ton verarbeiten und endlich die Flaschen brennen, die schon seit Tagen hinter der Jurte stehen.‘ meinte Wena unwirsch.

‚Und ich frage mich immer, warum sie immer vor ihren Kindern einschläft.‘ meinte Ziska kichernd.

Aber dann bleiben wir am Vormittag hier und helfen, wo wir können und dann gehen wir am Nachmittag auf ein paar Hasen.‘ meinte Halef.

‚Ja, Junge. Irgendjemand muss mir heute ein paar Korken schnitzen.‘ kam es von Wena , die bereits in der Vorratsjurte verschwunden war. 

‚Und dieser Jemand werde wohl ich sein!‘ rief ihr Halef hinterher.

An diesem Tag wurden nicht nur Korken geschnitzt, sondern auch aus den Überresten einer alten Bank zwei Stühle gebaut. Kejnen flickte seine Schuhe. Noch bevor die Damen aus dem Wald zurückkehrten, waren Kejnen und Halef schon lange zur Hasenjagd aufgebrochen. Vira hatte vier Körbe voll Weintrauben auf den Gaul gebunden und den fünften Korb trug sie selbst den Berg hinunter, während Ziska einen Korb voll Pilze, Beeren und Kräuter aus dem Wald schleppte.

Halef hatte neben dem Bogen seines Vaters natürlich seine Hunde mitgenommen und Kejnen ritt auf seinem Gaul, weil er nicht so weit laufen konnte. Er hatte seinen Reiterbogen mitgenommen. Erstmal tauschte Kejnen seinen Bogen mit Halef und dann unterwies er ihm im Umgang mit seinem Reiterbogen, da der alte Bogen seines Vaters für den Jungen gänzlich ungeeignet war. Sie hatten im Laufe einer Stunde sieben Hasen erlegt und die beiden Hunde hatten ihnen eine junge Ziege in die Arme getrieben. Die Ziege war reichlich verstört, aber gesund, also hatte Halef ihre Läufe gebunden und sie kurzerhand über die Schulter geschmissen. Kejnen stellte fest, dass die beiden Hunde ihn immer noch bei jedem seiner Schritte misstrauisch beäugten.

‚Halef, deine Hunden mögen mich irgendwie nicht….!‘ meinte Kejnen, als sie wieder auf dem Rückweg waren.

‚Es langt völlig, dass ich Euch mag, Meister Kejnen.‘ stammelte Halef und blickte ihn verschämt an.

Nach einer langen Pause, meinte Kejnen: ‚Ich weiß nicht, ob ich mir ein Urteil erlauben darf, aber du machst deine Sache wirklich gut.‘

‚Ja, und mein Vater wäre wirklich stolz auf mich.‘ meinte Kejnen verdrießlich.

‚Deine Tanten und deine Mutter sind stolz auf dich und ich bin stolz auf dich, wie du mit meinem Bogen umgehen kannst.‘ meinte Kejnen, als sie die seichteste Stelle des Flusses überqueren wollten. ‚Und morgen probieren wir es vom Pferd aus zu schießen.‘

‚Wenn wir heute wirklich das Weinfest machen, dann habt ihr morgen alle einen Kater und ich bin bestenfalls unterwegs von meiner Höhle zurück zum Hof.‘ witzelte Halef.

‚Du hast eine Höhle?‘

‚Ja, nein. Ich habe sie gefunden. Sie ist auf halber Strecke zu unseren Nachbarn flussabwärts.‘

‚Und die Nachbarn Flussaufwärts?‘

‚Sind fünf Tagesreisen entfernt!‘

‚Hast du dir eigentlich schon mal überlegt, ob ihr hier nicht eine Brücke bauen wollt?‘ fragte Kejnen, angesichts der Tatsache, dass Halef schon pitschnass war und sie waren erst halb durch den Fluss.

‚Ja, schon, aber im Frühjahr würde die Schneeschmelze sie wieder mit sich reißen…Vater hatte eine gebaut, bevor er in den Krieg gezogen ist.‘

Mit diesem Satz war ihr Gespräch erst mal beendet, weil ihnen die Kinder bereits entgegen liefen.

Sie hatten alle Weinranken und Blumenkränze um die Köpfe gewickelt und hüpften und tanzten am Ufer. Kejnen stieg vom Pferd und drückte Alur die Hasen in die Hand. Die Mädchen hatten die Jurten dekoriert und Wena hatte sich selbst übertroffen. Sie hatte ihre Drohung war gemacht und den alten Wein umgefüllt. Es standen vier Krüge voll Wein und so viel Essen auf dem Tisch, dass er sich bog. Ihre Wangen waren viel roter als sonst. Vira und Ziska stampften gerade die Trauben in einem der großen Bottiche, in dem sonst immer Wasser gewesen war. Die Kinder kümmerten sich um sein Pferd. Alur hatte die Hasen nochmal ausgewaschen, nachdem Halef sie unterwegs nur schnell ausgenommen hatte. Nun hingen sie an einer dunklen Stelle der Vorratsjurte und warteten darauf ihr Fell abgezogen zu bekommen. Halef brachte die Ziege zum Gatter und überlies es den Kindern sich darum zu kümmern.

Drei und eine Axt – Teil 3

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 3

Es dämmerte bereits, als Kejnen wieder erwachte. Er hatte sich im Schlaf auf die Seite gedreht. Mit beiden Armen hielt er Ziska fest umschlungen und bei jedem Atemzug presste sich ihr Körper noch dichter an den Seinen. Ihr Hintern rieb bei jeder kleinen Bewegung an seiner geschwollenen Männlichkeit. Er schloss die Augen und versuchte sich ein wenig zu beruhigen. Ohne Erfolg, sein Schwanz war zum Bersten gespannt und jede ihrer Bewegungen lies ihm schier den Verstand verlieren. Er rückte seinen Unterleib von ihr fort und lies sein Gesicht erschöpft in ihr Haar sinken. Ihre Haare rochen so gut, dass er sein Gesicht noch tiefer darin vergrub und im Duft von Milch und Honig wieder ein nickte, um gleich wieder zu erwachen, weil er sich dringend erleichtern musste. Er wühlte sich aus den Decken und Fellen und versuchte sie dabei nicht zu wecken. Auf dem Boden lagen die Kleidungsstücke, die Vira ihm in der letzten Nacht zurechtgelegt hatte. Er hob eine Tunika auf und zog sie sich über. Seine Finger tasteten über die Bettkante und am Ende des Bettes fand er seinen Stock. Schwerfällig wuchtete er seinen müden Körper hoch und humpelte aus der Jurte.

Draußen am Feuer lag der Junge in seine Felle gehüllt. Vier wachsame Augen beobachteten ihn, als er aus der Jurte trat. Zwei junge Wolfshunde lagen bei dem Jungen und hatten ihre Blicke auf jede seiner Bewegungen geheftet. Kejnen humpelt fast bis zum Fluss hinunter, um sich Erleichterung zu verschaffen. Beim Rückweg zur Jurte, starrten ihn die Wolfshunde wieder misstrauisch an und begannen zu knurren. Halef blickte kurz auf und pfiff seine Hunde zurück, damit er weiterschlafen konnte.

Als Kejnen die Jurte wieder humpelnd betrat, legte er noch ein paar Scheite in die Glut und kroch wieder ins Bett. Vira lag mit offenen Mund quer im Bett nebenan und schnarchte. Er lag nun wieder mit klopfenden Herzen neben Ziska und versuchte zu schlafen. Ziska wälzte sich im Schlaf hin und her. Sie träumte wohl schlecht. Lautlos versuchte er sie zu beruhigen.

Er betete inständig darum, dass sie nicht erwachen würde, um sich dann bei seinem Anblick noch mehr erschrecken zu müssen. Sie wurde aber trotzdem wach, er wand sein Antlitz ab, doch sie hielt ihn fest, packte sein Gesicht und zog seine Narben glatt. Dann versuchte sie zu lächeln, es gelang ihr aber nicht recht. Er strich ihr über ihr ebenmäßiges Gesicht und versuchte seine eigene Fratze nicht noch mehr durch ein Lächeln zu verzerren.

‚Alles gut?‘ fragte er.

‚Ich weiß noch nicht!?‘ antwortete sie und dann zersprang ihr ernstes Gesicht in einem bezaubernden und ansteckenden Lächeln. Er wehrte sich noch ein wenig dagegen, aber schließlich musste auch er lächeln, so wand er sich erneut ab, um ihr den Anblick zu ersparen.

‚Kejnen, ihr müsst Euch nicht für Euer Äußeres schämen. Auf Euer Innerstes kommt es an.‘ flüsterte sie in sein Ohr, dabei berührte sie ihn wieder mit ihren vollen Lippen. Dann berührte sie mit beiden Händen seine Brust.

‚Eure Seele wohnt in Euren Herzen und damit seit Ihr der schönste Mensch, den ich jeh kennenlernen durfte.‘

Er stammelte: ‚Aber…aber… ihr kennt mich doch überhaupt nicht!‘

‚Das brauche ich auch nicht, ich kann in Euer Herz sehen und dabei habe ich ein sehr gutes Gefühl!‘

‚Ihr seid wirklich die außergewöhnlichste Frau, der ich je begegnet bin.‘

Sie lächelte ihn weiter an und vergrub ihr Gesicht in seiner Tunika, noch bevor er ihre Tränen auch nur hätte sehen können, die ihr bei diesem Satz in ihre Augen schossen. Völlig überrascht von ihrer Reaktion, blieb er bewegungsunfähig liegen und brauchte einen langen Moment bis er sie endlich in die starken Arme schloss und es wagte ihr weißes Haar zu küssen.

Von seiner Geste ebenso überrascht konnte sie ihre Tränen nun gar nicht mehr zurückhalten, also schluchzte sie in seine Tunika. Er war mit der Situation schon mehr als überfordert, aber nun wusste er gar nicht mehr was los war oder was er tun konnte. Die folgenden Worte kamen ihm eher versehentlich über die Lippen, als er verzweifelt auf seufzte. ‚Wie kann ich dir nur helfen!‘

Sie drückte sich noch fester an seine Brust und murmelte dann in seine Tunika: ‚Halt mich…!‘

Kejnen zögerte noch kurz und drückt sie dann noch mehr an sich. So umklammert schliefen beide wieder ein.

Er wurde von der lieblichen Stimme dieser weißhaarigen Schönheit geweckt, die auch seine Träume begleitet hatte. Als er seine Augen öffnete, wusste er, dass es kein Traum gewesen war. Er musste jedoch ihre Hand berühren, um sicher zu gehen, dass sie wirklich echt war.

‚Wir gehen ins Holz! Wena bleibt hier.‘

‚Wie kann ich mich nützlich machen?‘

‚Sieh zu, dass die Kinder sich nicht zanken und überleg dir, wo du dass hier verstecken kannst.‘ meinte Ziska und wuchtete seine Satteltaschen aufs Bett. ‚Sie waren den Kindern zu schwer!‘

‚Oh, am Besten unter deinem Bett!?‘ fragte Kejnen unsicher.

‚Ja, wird das Beste sein!‘ antwortete Ziska und schleppte die Taschen zu ihrem Bett hinüber und verstaute sie unter ihrer Matratze. ‚Ach, deine Waffen sind vor der Jurte, die sollten wir auch aus der Reichweite der Kinder schaffen.‘

‚Ich kümmere mich darum.‘ versprach Kejnen, der sich bereits aufgerichtet und die Hose angezogen hatte.

Als er mit Ziska aus der Jurte trat, bat Wena ihn gleich am Tisch wieder platz zu nehmen. Während sie ihm das Frühstück auftischte, verabschiedeten sich Ziska, Vira und Halef. Zwei der Kinder begleiteten sie in den Wald.

Kejnen versuchte Wena irgendwie beim Kochen zu unterstützen, er kam sich aber reichlich unnütz vor und so schliff er ihr wenigstens die schäbigen Messer. Die älteste Tochter Fina versorgte mit den beiden Kleinsten die Tiere und machten ansonsten den halben Vormittag recht viel Unsinn. Er versuchte Nala, die Kleinste der Kinder, von den beiden Anderen wegzulocken, weil er sich vorgenommen hatte, die Tür zu reparieren, bevor die Damen wieder aus dem Wald zurück kamen. Nala machte sich wirklich sehr gut, obwohl sie erst 3 Jahre alt war. Am Ende des Tages hatten sie beide einen notdürftigen Waffenständer gebaut und die Tür repariert.

Als die anderen aus dem Wald zurück kamen, ging die Sonne bereits wieder unter. Mit der Hilfe der Pferde schleppten sie einige tote Bäume aus dem Wald und jeder von ihnen hatte einen Korb mit Kleinholz auf dem Rücken.

Vor dem Essen gingen die Damen sich am Fluss waschen, während Halef und der Junge das Holz in die dritte Jurte brachten. Die schäbigste der Jurten war für die Tiere ein Unterstand, dort wurde das Holz gelagert und in einem abgetrennten Teil wurden die Vorräte aufbewahrt. Kejnen humpelte den Beiden hinterher und half ihnen.

‚Junge, verrate mir deinen Namen?‘ fragte er den rotbackigen Jungen und nickte ihm dabei freundlich zu.

‚Alur, Herr!‘ stotterte der Junge.

‚Sag, Alur. Ich hab die Plätze an eurer Tafel gezählt. Willst du mir morgen helfen einen Stuhl für mich zu bauen?‘ meinte Kejnen und tätschelte den Jungen an der Schulter.

‚Meister Kejnen, könnt ihr das denn, mit einer Lehne? Mit einer richtigen Lehne? Weil Mutter wünscht sich schon seit langem einen richtigen Stuhl mit einer Lehne.‘ fragte Halef neugierig.

‚Mit eurer Hilfe, werden wir das schon schaffen. Dann bauen wir eben gleich Zwei!‘ lachte Kejnen und sein Gesicht verzog sich wieder zu einer Fratze.

Halef drückte Alur einen der beiden letzten Körbe in die Hand und nahm selber den letzten Korb und sie verschwanden jeweils in einer Jurte. Wenig später trafen sie sich bei Wena und stapelten das restliche Holz neben der Feuerstelle auf.

Zwischen den drei Jurten hatten sie ein altes Jurtendach gespannt und darunter war die Kochstelle und der große Tisch. Gedankenversunken humpelte er zum Tisch zurück und setzte sich. Das harte Leben hier draußen in der Einöde machte ihn wirklich ziemlich nachdenklich. Er bewunderte die Damen für ihre Kraft und ihre Ausdauer. Das harte Leben mit jener Hingabe zu bewältigen, machte ihn irgendwie Stolz, obwohl er die Leute hier kaum kannte. Er hatte die getrockneten Kräuter gesehen und selbst bei dem besten Feldscher hatte er nie so viele Kräuter gesehen. In der Vorratsjurte hatte er den Käse gerochen und die vielen Flaschen gesehen. Wer weiß wie viele edle Tropfen er noch eingeflößt bekommen würde. Die drei Frauen hatten sich gut vorbereitet, denn der nächste Winter kommt bestimmt. Aber sie hatten auch viele Mäuler zu stopfen. Wena hatte neben dem Kochen, das mitgebrachte Fleisch zum Trocknen unter das Jurtendach gehängt. Dort wurde es langsam aber sicher getrocknet und geräuchert. Ziska hatte im Wald auch Beeren und Kräuter gesammelt, die nun auf dem Tisch lagen. Sie waren hier wirklich sehr gut eingespielt. Er war nun etwas beschämt darüber, dass er sie in ihrem Ablauf gestört hatte.

‚Manchmal wünschte ich auch Gedanken lesen zu können.‘ meinte Vira, als sie an den Tisch trat.

Kejnen schreckte aus seinen Gedanken hoch und blickte sie ungläubig an. Sie trocknete ihr Haar mit einem Tuch und wickelte dann kunstvoll ihre Haare hinein.

‚Ich kann keine Gedanken lesen, nicht so richtig jedenfalls.‘ zischte Ziska. Sie kam mit den Kindern zum Tisch. Die Kinder waren in Tücher gewickelt und liefen in die Jurte.

‚Wenn Ihr Euch auch waschen wollt, es ist noch genug Zeit bis zum Essen.‘ meinte Vira und blickte zu Wena hinüber, die daraufhin nickte.

‚Ja, natürlich.‘ meinte Kejnen gedankenverloren und rappelte sich wieder auf.

Die beiden Jungen rannten an ihm vorbei. Sie waren bereits im Fluss und stritten sich um die Seife, als er am Flussufer ankam. Er entkleidete sich langsam und humpelte mit seinem Stock ins Wasser.

Als er wieder aus dem Wasser kam, stand Ziska da und hielt ihm ein Tuch hin. Mit einer hochgezogenen Augenbraue ging sie ihm entgegen und wickelte ihn in das Trockentuch.

‚Wie kann ich Euch nur danken!‘ stotterte Kejnen unsicher.

Ziska lächelte ihn strahlend und küsste ihn auf die Wange. ‚Seid nicht albern, Ihr habt unsere Türe repariert.‘

Kejnen wurde von Ziska auf einen Stein geschleppt, wo sie schon seine Sachen bereit gelegt hatte.

‚Schon wieder frische Sachen?‘

‚Das sind Eure Sachen. Es ist auch besser, wenn Ihr nicht weiter die Kleidung meines Schwagers anhabt.‘ plapperte Ziska, während sie ihm den Rücken ab rubbelte.

‚Oh, ich verstehe.‘ räusperte Kejnen etwas beschämt, während Ziska ihm seine Tunika über den Kopf zog.

Nun kniete sie sich vor ihn hin und befreite seine Füße vom Sand und zog ihm seine Hose über die Füße. Sie stand auf und nahm seinen Gehstock in die Hand. Er ergriff seine Hose und sie half ihm beim Aufstehen. Noch bevor sie ihm den Stab reichen konnte, hatte er seine Hose über den Hintern gezogen und sie hastig geschlossen.

‚Euer Gürtel!‘ sagte sie kurz und schlang ihm den schweren Gürtel um die Hüften. Mit einer Hand zog er seine Tunika zurecht, noch bevor sie den Gürtel schloss.

‚Geht es mit den Holzschuhen? Eure Stiefel sind kaputt!‘ fragte Ziska fürsorglich.

‚Ja, ja! Es wird schon gehen.‘ meinte Kejnen, als er in die Holzschuhe schlüpfte.

Ein Gong erschall und Wena schrie: ‚Essen ist fertig.‘

‚Jetzt müssen wir uns aber sputen, Wena wird sauer, wenn wir nicht alle am Tisch sitzen…‘ rief Ziska gehetzt und schleifte Kejnen mit sich zu den Jurten hoch.

An das Essen mit allen am Tisch würde er sich noch ewig erinnern. Wie Wena noch vor ihren Kindern am Tisch einschlief und Vira wortlos mit ihrem Sohn kommunizierte. Sie hatte eine unglaubliche Art an sich, nicht zu sprechen, aber doch verstand man jedes Wort. In diesem Fall war sie sehr ungehalten darüber, dass ihr Sohn seine beiden Köter mit Essensresten fütterte. Halef hatte seine beiden Wolfshunden sehr eigenwillige Namen gegeben. Die beiden Rüden glichen sich wie ein Ei dem anderen, sie waren schier nicht auseinander zu halten. Kejnen verstand seine Beweggründung nichts ganz, bis Halef ihm die Namen erklärte. Der eine heißt Róka, der Fuchs, weil er schlau und hinterlistig ist. Weniger wie ein Wolf, mehr wie ein Fuchs und der Andere heißt Nyúl, der Hase, weil er sogar vor Hasen den Schwanz einzieht, aber schneller rennen kann als der Wind, wenn er von Róka über die Steppe gejagt wird. Ziska war nach dem Essen mit ihren Kräutern beschäftigt und war bis auf ein paar alberne Witze, den ganzen Abend recht ruhig gewesen. Die Kinder waren schon lange im Bett, als Wena wieder erwachte. Sie fing an aufzuräumen. Vira und Ziska halfen ihr dabei. Kejnen betrachtete seine kaputten Stiefel im Schein des Öllichtes. Er war sich nicht sicher, ob es sich noch lohnte sie zu reparieren, aber er hatte auch keine anderen. Diese Stiefel hatten ihn schon solange begleitet, länger noch als sein Gaul.

‚Eure Stiefel könnt Ihr morgen reparieren.‘ meinte Ziska kurz.

Kejnen lies seine Gedanken ziehen und blickte sie an. Niedergeschlagen brachte sie Kejnen in die Jurte. Wobei nicht klar war, wer da wen zu Bett brachte.

‚Wie geht’s mit dem Rücken?‘ fragte Ziska.

‚Erschreckend gut!‘ antwortete Kejnen gähnend.

‚Dann kümmere ich mich nur um Euer Bein!‘ meinte Ziska.

Sie ging ihren Korb holen und er zog seine Hose aus und setzte sich aufs Bett. Sie bat ihn lächelnd sich hinzulegen.

Während ihrer Behandlung schlief er ein.

Flug 2112: Gewinn ins Paradies

Flug 2112: Gewinn ins Paradies

Ich konnte mich gar nicht daran erinnern, in letzter Zeit bei einem Preisausschreiben mitgemacht zu haben. Aber ich bin unterwegs zum Flughafen. In meinem Koffer habe ich Sonnencreme und den perfekten Badeanzug, für den nicht ganz so perfekten Körper.

Beim Check-In zum Flug 2112 fallen mir die gelben Kreise an der Wand kaum auf. Ich muss auch kaum anstehen. Mein Gewinnschein macht mir den Weg frei.

Ich bin ja auch noch nie erste Klasse geflogen. Macht keinen großen Unterschied zu sonst. Die Portionen sind mikroskopisch klein, aber dafür hat man mehr Platz zum Sitzen. Die weiblichen Saftschupsen sind noch eingebildeter und die männlichen Saftschupsen spielen Schwule im Weltall.

So lange wird der Flug ins Paradies schon nicht dauern!? Man kann kaum glauben, dass ein Abstecher zum Mond, weniger Zeit in Anspruch nehmen würde, als ins Paradis zu kommen…

Endlich am paradiesischen Flughafen angekommen, komme ich mir nicht nur vor wie Korben Dallas, ich suche auch völlig paranoid nach den gelben Kreisen, die hier komischer Weise nicht sind. Ich kann mich wage an die gelben Kreise am Flughafen München erinnern. Bruce Willis Tagträume hatte ich doch schon lange nicht mehr…

Ich werde von folkloristischen Einheimischen zum Hotel gefahren und genauso wie die Zeit im Flieger nicht vergangen zu sein schien, ist sie hier wohl gänzlich stehen geblieben. Palmen über Palmen und kleine bunte Hütten mit Strohdächern.

Eine Mischung aus Jet-Leg und außerkörperlicher Nahetoderfahrung lässt mich das Erreichen des Hotelkomplexes nur körperlich wahrnehmen. Ich werde auf mein Zimmer gebracht. Dort muss ich gefühlte zwei Tage meines Urlaubs verschlafen haben. Weil genauso ausgekotzt fühle ich mich in dem Moment als ich wach wurde. Ich kann den Fruchtteller neben meinem Bett riechen, noch bevor ich versuche die Augen aufzuschlagen. Verdammt nochmal, ich hätte es nicht tun sollen, die grelle Fratze brennt mir schier die Augen aus. Der stechende Schmerz der sich zwischen meinen Ohren ausbreitet, kann nur mit dem Kopf unter dem Kissen gelindert werden. Es klopft an der Tür.

‚Roomservice, Miss Dallas!‘ Ohne auf eine verbale Regung meinerseits zu warten, wird die Türe aufgerissen und Miss Roomservice watschelt ins Zimmer. Ich komme mir schier vergewaltigt vor, so wie morgens um 6.30 Uhr im Krankenhaus, wenn die Putzleute durchs Zimmer wienern und versuchen den Krankenhausbakterien Herr zu werden. Dann wird einem das Frühstück vor die Nase geschoben, dabei könnte man noch 4 Stunden einen komatösen Schlaf haben, wenn man nicht schamlos geweckt worden wäre.

So schnell wie Miss Roomservice gekommen war, war sie auch wieder verschwunden. Der Duft einer Tasse schwarzen Tees kriecht mir in die Nase. Ich mache nur ein Auge auf und bete inbrünstig. ‚Bitte kein Earl Grey, Bitte kein Earl Grey!‘

Auch wenn der gehörnte Hirschgott hier nicht wirklich heimisch ist, hat er doch meine Gebete erhört und mir einen richtigen schwarzen Tee geschickt, ohne Aroma oder ohne sonstigen Räucherrückständen.

Ich schließe mein Auge wieder und denke inbrünstig: ‚Ich will einen Dackel, ich will einen Dackel, ich will einen Dackel‘

Nachdem ich meine Wünsche für heute wohl schon verbraucht habe, stehe ich auf, kippe den gesamten Zucker in den Tee und tappe ins Bad. Duschen. Anziehen. Tee trinken und aus dem Zimmer. Keine gelben Kreise ersichtlich. Gut, erst mal zur Rezeption. Ich wurde tatsächlich als Miss Korben Dallas eingecheckt und nachdem ich meinen Multipass nicht finden kann, bleibe ich halt Miss Korben Dallas und schau mal, ob ich Mister Korben Dallas irgendwo an der Bar finden kann. Hm.

Ich laufe geschlagene 2 Stunden durch die Anlage, ich habe alle Bars gefunden, aber Mister Korben Dallas war leider nicht aufzutreiben. Als ich an der VIP Lounge vorbei latsche, wird mir die Tür geöffnet und ich wandle nun tatsächlich im Paradies. Auf frischen, feuchten Moos geht es zum Strand hinunter. Überall kleine Sitzgelegenheiten unter großen Schirmen oder zwischen Hecken aus Pflanzen, die ich nur völlig verkümmert und viel kleiner aus dem Büro kenne.

Ich werde zu meinem Liegestuhl gebracht und wenig später bekomme ich einen Schirmchendrink gereicht. Wo die hier Holundersirup her haben, weiß ich nicht, aber mein Cocktail ist herrlich erfrischend. Ich lege mich wieder hin und nicke ein, bis mich Stimmengewirr aus meinen verwirrten Träumen riss.

Hinter der nächsten Hecke sind auch ein paar Gäste. Sie reden Englisch und die Stimmen kommen mir merkwürdiger Weise sehr bekannt vor. Ich schleiche näher an die Hecke und kann nur durch das Dickicht linsen, weil ich ein paar Zweige zur Seite halte. Ich sehe das Seitenprofil eines Mannes mit Sonnenbrille und Tolle und blicke einer gutaussehender blonden Frau mit Sonnenbrille entgegen, die Marilyn Monroe verteufelt ähnlich sieht. Sie schlürfen auch an Schirmchendrinks und sonnen sich. Der Mann mit der Tolle summt grummelnd eine Melodie: ‚Love me, Tender!‘

Ich presse meine Hand vor den Mund und versuche mich schnell zu beruhigen. ‚Ich kann tote Menschen sehen!‘ kam es mir doch über die Lippen und natürlich kann ich auch meinen Atem sehen. Auf allen Vieren krieche ich die Hecke entlang, bis ich am Ende meiner Hecke im Sand ins Straucheln komme. Als ich wieder aufblicke, sehe ich in meinen Augenwinkeln einen weißen Mann mit schwarzen Haar und weißen Handschuhen, der im Sand sitzt und eine Sandburg baut. Michael Jackson hat sichtlich Freude dabei seine Nimmerland Ranch in Sand nachzubauen, als ein kleiner Mann in Safarihosen über die Sandburg trampelt. Michael Jackson stürzt sich schreiend auf… Adolf Hitler und wird samt Schnauzer und Seitenscheitel unter den Überresten von Nimmerland begraben. Das Erschreckende daran ist nicht, dass Hitler und Jackson noch leben, oder dass ich vielleicht mitten in der Jahreshauptversammlung des Weltverbands Doppelgänger mysteriös verstorbener Berühmtheiten e.V. gelandet bin. Nein. Die beiden Haben einen Mords Spaß dabei. Sie Lachen. Adolf hat Sand in den Mund gekriegt und pustet lachend.

Ich höre wie vor mir etwas in den Sand fällt. Aufgeregtes Bellen und ich fresse ebenfalls Sand als ein Schäferhund vor mir einen Gegenstand aus dem Sand schnappt und wieder davon rennt. Ich konnte die Hundemarke gerade noch lesen, bevor mir der Sand die Sinne verschleiert hatte: ‚Blondie 5.0!‘

‚Brrings Stöckchen!‘ Ich kotze Sand auf den Boden, schüttle meinen Kopf und blicke in Richtung des Mannes, der diesen Satz befehligt hatte. Dr. Mengele nimmt Blondie den Stock ab und wirft und der blöde Stock kommt wieder in meine Richtung. Ich weiche zurück, bevor mich noch der Stock erschlägt. Der vor mir gelandete Stock entpuppt sich auch eh als menschlicher Oberschenkelknochen. Neben Dr. Mengele kann ich zwei Frauen in Richtung Meer laufen sehen. Eine davon ist Eva Braun. ‚Magda warte, ich komme mit!‘ Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir je träumen zu lassen, zu behaupten das Goebbels in Badehosen echt bescheuert aus sieht. Aber als er mit den Worten: ‚Uropa, schau mal!‘ einen Wasserball ins die Fresse bekam und ins Wasser stürzte, konnte ich mein Lachen nicht mehr unterdrücken.

Osama Bin Laden rennt an mir vorbei mit deinem Federballschläger in der Hand. Und Che läuft ihm hinterher. Ich schüttle den Kopf. Weil Che würde doch nicht mit Osama Bin Laden Federball spielen. Nein. Tut er auch nicht, sie Spielen ein Doppel mit Saddam Hussein und Leni Riefenstahl. Ich glaub mir wird jetzt endgültig schlecht. Und J.F.K und Jürgen Möllemann spielen Schach, oder wie? Nein, J.F.K spielt mit Uwe Barschel und Möllemann liest die Bild. Ich bekomme Kopfschmerzen.

Kurt Cobain steht hinter der Bar und mixt antialkoholische Drinks für Lady Di. Ich werde nicht nur wahnsinnig, ich bin es schon. Himmel, was für Drogen waren in meinem Drink, vielleicht kann mir Curt Kobain da Auskunft geben. Ich hole meinen Drink und gehe an die Bar. Lady Di lächelt mich an, als sie an mir vorbei geht. Sie hat auch so ein All – Inklusive Bändel am Handgelenk, wie ich.

Kurt Kobain wird von Heath Ledger abgelöst. Auch gut. Mister Korben Dallas werde ich hier wohl nicht finden. Bruce Willis wird bestimmt noch 100 Jahre alt.

Mir klopft jemand auf die Schulter. Ich drehe mich um, und werde von Falco zur Seite geschoben. Er führt Jopie Heesters an seinen Platz neben Heinz Rühmann und Heath Ledger serviert ihnen frischgepressten Melonensaft. Die beiden alten Säcke machen Witze über Adolf Hitler.

‚Wie er sich von dem ’schwarzen‘ Mann wieder unterbuttern lässt. Hehehe!‘

‚Ja, er hat doch schon immer seine Gewinnchancen maßlos unterschätzt!‘

Sie kommen mir so vor wie die beiden alten Säcke Waldorf und Statler aus der Muppet Show. Bevor jetzt noch Rasputin und Attila eine Latte Macchiato bestellen, ist es besser, wenn ich einfach tot umfalle. Einen Herzinfarkt vortäuschend, denke ich darüber nach, ob ich vielleicht doch diesen Gewinn ‚Erholungsurlaub im Paradies‘ mit der Kreuzfahrt auf dem Eisbrecher nach Grönland und ein paar wunderschöne Moonboots eintauschen hätte sollen. In Grönland bekommt man bestimmt nicht einfach so harte Wahnvorstellungen von toten Menschen.

‚Nein, Rasputin ist nicht Tod, junge Dame! Auf den Warten wir schon eine sehr lange Zeit.‘ sagt Judas zu mir. Ja, Judas. Ich muss schon tot sein und zur Hölle gefahren sein. ‚Ja, du bist in der Hölle, aber nicht tot! Ungläubige! Das Fegefeuer für die Christen ist im Keller, die wollen das so!‘ Judas lacht ziemlich dreckig und machte eine entschuldigende Geste für den kleinen Witz, den er sich ja anscheinend nicht verkneifen konnte.

‚Und was macht Saddam Hussein und Osama Bin Laden dann hier. Die müssten doch mit ihren 72 Jungfrauen im Himmel sein.‘

‚Die beiden machen hier Urlaub, so wie du!‘

‚Und was ist mit dir, Judas.‘

‚Hafturlaub. Super Ferienjob hier! Noch ein neues Handtuch, Miss Korben Dallas.‘ meinte Judas und drückt mir ein gerolltes Handtuch in die Hand. Ich rolle es auf und mein Multipass fällt aus der Rolle. Miss Korben Dallas – Multipass. Ich schreie drei mal Grönland…

Kalter Wind prescht mir ins Gesicht. Bei meinem nächsten Atemzug kleben meine Nasenlöcher zu. Ein komisches Gefühl, wenn die Nasenlöcher zusammen gefrieren. Ich stehe am Bug des Eisbrechers Rasputin und frage mich gerade in welchen Berufen man Geschäftsreisen nach Grönland unternehmen kann. Ich breite meine Arme aus und schreie laut: ‚Elvis lebt und ist der König der Welt. Willkommen im Wahnsinn, schöne Weihnachten, an guten Rutsch, alles Gute zum Geburtstag und frohe Ostern.‘

Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt…

20. Türchen: Der einzige Grund morgens nicht aufzustehen…

20. Türchen: Der einzige Grund morgens nicht aufzustehen…

Ich wache auf. Der Wecker ging nicht. Es ist 10 Uhr und ich hätte doch schon längst im Büro sein sollen. Ich stolpere ins Bad und stolpere über meine Schuhe und stürze. Vor meiner Nase blinkt was.

Mist, ich hab die Waschmaschine gestern nicht eingeschaltet. Zwischen Pinkeln und Zähne putzen, schalte ich schnell die Waschmaschine ein und stürme wieder ins Wohnzimmer um mich anzuziehen. Mit einem Bein in der Hose hüpfe ich im Wohnzimmer umher und suche meine Schuhe.

Die sind natürlich im Bad. Bin ich ja vorhin auch drüber gestolpert. Toll. Als ich mir die Schuhe zubinde, was ich eigentlich nie mache, da hätte es mir eigentlich schon auffallen müssen, dass hier irgendwas nicht stimmt. Ich starre meine Waschmaschine an, weil ich etwas Blaues im Augenwinkel gesehen habe. Da wieder. Was ist das bloß. Das Wasser füllt sich hinter der Scheibe und meine Stempelkarte schwimmt vorbei. Hm. Ich schüttle den Kopf und blicke nochmal ins Innere meiner Waschmaschine. Was für ein Mist. Wie komme ich jetzt in die Arbeit? Ohne meine Stempelkarte komme ich doch nicht in den Hochsicherheitstrakt.

Kurzerhand ziehe ich den Stecker meiner Waschmaschine. 21. 22. Und den Stecker wieder in die Steckdose, drehe den Regler auf Abpumpen und harre der Dinge, die sich vor meinen Augen in Zeitlupe abspielen, als ich auf Starten drücke. Alle Lichter fangen heftig zum Blinken an und meine Waschmaschine macht ein seltsames Geräusch. Ein sehr seltsames Geräusch. Was sich wenige Momente später als das Pfeifen aus dem letzten Loch entpuppte. Wusa. Verdammt. Ohne Waschmaschine bin ich ja mal völlig aufgeschmissen. Was für eine verschissene Scheiße. Und scheiß auf die Stempelkarte, meine Waschmaschine…ein langer durchdringender Schrei meinerseits weckte mich. Verwirrt schau ich auf meine Uhr es ist 10.20 Uhr. Ich stehe auf und renne aus der Wohnung zu meinem Auto. In meinem Auto liegt auch tatsächlich meine Stempelkarte. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich in Unterhemd und Shorts in meiner Einfahrt stehe. Meine Zipfelmütze ist mir in den Nacken gerutscht. Nun schauen mich alle meine Nachbarn an, die natürlich alle draußen sind, um Schnee zu schippen. Der Schnee schmilzt unter meinen Füßen und meine Socken werden nass. ‚Schönen Sonntag, Frau Rösner!‘

Ich gehe leicht debil grinsend rückwärts wieder zur Haustür. Ich gehe hoch und lege mich wieder ins Bett. Am Sonntag muss keiner ins Amt. Und scheiß auf die Waschmaschine. Der einzige Grund morgens nicht aufzustehen ist, es ist Sonntag. Verfickte Scheiße. Sonntag verdammt.

Eine der lang verschollenen Adventskalendergeschichten aus dem Jahre 2009

%d Bloggern gefällt das: