Der Gleisröhrer

Der Gleisröhrer

Der Gleisröhrer – Ein kleines possierliches Tierchen und ist vom Aussterben bedroht. Der männliche Gleisröhrer ist meist in der Nähe von Gleisen und Bahnanlagen zu finden. Zu sehen bekommt man ihn nur ganz selten, aber sein Brunftschrei geht einem durch Mark und Bein und ist selbst fernab von jeder Gleisanlage noch gut zu hören.

Wenn man den Gleisröhrer mit eigenen Augen erblicken will, muss man tagelang auf der Lauer liegen und warten. Irgendwann, meist bei Sonnenschein, tapst er dann auf die Gleisanlage und röhrt los wie ein großer. Man kann ihn an seinem orangen Federkleid erkennen. Bei unserer Forschung haben wir herausgefunden, dass er gerne Bier trinkt.

Und er reagiert gar merkwürdig auf den Paarungsruf der Weibchen, der dem Klang einer handelsüblichen Vuvuzela nicht unähnlich ist. Er schwingt dann so wild mit seinem Hammer, bis die Federn fliegen. Also Vorsicht liebe Fußballfans, lasst die Vuvuzelas lieber zu Hause, nicht dass sich der Gleisröhrer noch in euch verkuckt.

Tübingen 1930

Tübingen 1930

Die Tochter des Konditors stand in der Backstube und bereitete den Teig für die Kuchenböden. Morgen war der große Festtag und da müssen die Torten fertig sein. Sie arbeitete in großer Eile und genau so sah sie auch aus. Ihr Gewand war mit Mehl beschmutzt und sogar auf ihrer Stirn und auf ihrem verstrubbelten Haar war der Mehlstaub verteilt. Endlich waren die Kuchenformen im Ofen. Sie drehte den Backwecker auf und konnte sich nun an die Kirschmarmelade machen. Sie verfeinerte sie immer noch zusätzlich mit feinsten Kirschwasser und einen Tropfen des Whiskeys aus Vater’s Flachmann. Beim Probieren fiel ein Klecks davon auf ihre üppigen Brüste. Genau in dem Moment kam der Müllersbursche herein. Erstarrt von dem Anblick, lies er den Mehlsack fallen. Erschrocken fiel ihr der Löffel in die Marmelade.

‚Frl. Hildenbrand, ich wollt Sie nicht erschrecken.‘ stammelte er. Wie ein Schlafwandler kam er auf sie zu, während sie den Löffel aus der Schüssel zu fischen versuchte.

Er stotterte: ‚Kann ich Euch etwa zur Hand gehen?‘ Und nahm ihr den Löffel aus der Hand, um ihn ihr sachte in den Mund zu schieben. Er konnte einfach nicht widerstehen und begann ihre Finger ab zu lecken. Der Geschmack explodierte in seinem Mund und er blickte gierig auf sie herab.

Einen Moment standen sie sich gegenüber, noch den Geschmack der Kirschmarmelade im Mund schmeckend. Ohne Vorwarnung drängte er sie auf den Tisch und wie ein wildes Tier kroch er über ihren Körper. Genau vor dem Klecks auf ihrer Brust verharrte sein Mund einen Moment. Dann nahm er den Klecks mit seiner Zunge auf und küsste dann ihre üppige Brust.

Er stöhnte immer wieder: ‚Frl. Hildenbrand!‘

Während er ihr die Schürze vom Körper riss und wie ein Wahnsinniger begann sie zu befummeln, schwirrten so viele Gedanken in ihrem Kopf herum, so dass sie sich gar nicht zur Wehr setzte.

Der Müllersjunge kam jeden zweiten oder dritten Tag in die Backstube und brachte ihnen das frische gemahlene Mehl. Sie hatte natürlich bemerkt, dass er starke Arme hatte und dass sein feines Jungengesicht im Laufe der Jahre langsam zum Gesicht eines jungen Mannes gewachsen war. Was ihm sonst so gewachsen war, konnte sie nun lebhaft spüren, als er sich durch ihre Röcke wühlte und mit seinem Becken gegen das ihre stieß. Sie wollte es, jeden zweiten oder dritten Tag, wenn er in die Backstube kam und an Tagen, wo kein Mehl geliefert wurde, träumte sie davon, dass er doch kommen würde.

‚Frl. Hildenbrand, ich verehre Sie!‘ stöhnte er.

Schlagartig wurde ihr klar, dass ihr sein Name gar nicht einfallen wollte. Er küsste ihren Hals und wanderte mit seinen Lippen zu ihrem Mund und stieß gegen den Löffel, den sie immer noch im Mund hatte. Er zog ihr den Löffel aus dem Mund und presste ihr einen hastigen Kuss auf. Als ihre Zungenspitzen sich berührten, konnte er die Kirschmarmelade schmecken, dass machte ihn noch gieriger. Er wollte noch mehr davon. Der Löffel fiel ihm von der Hand auf den Tisch. Er trieb ihr seine Zunge in den Mund und sie stöhnte lustvoll auf. Die Klingel ging. Der Kuchen war fertig. Sie wälzte sich unter ihm hervor. ‚Ich muss die Kuchen aus dem Ofen holen, bevor sie mir verbrennen.‘

Hastig schnappte sie sich die Schüssel mit der Kirschmarmelade und brachte sie in die Kühlung. Dann eilte sie wieder herbei und machte sich am Backofen zu schaffen.

Er beobachtete sie neugierig. Sie legte die einzelnen Backformen auf dem Tisch ab und schloss den Ofen wieder. Ihr Wangen waren errötet und sie blickte ihn verschmitzt an. Er ging auf sie zu und sie lies sich wieder von ihm küssen. Er drängte sie am Ofen vorbei und sie stolperte über den Mehlsack und er stürzte hinterher. Wo sie dann liegen blieben. Er öffnete mit fahrigen Händen ihr Mieder und vergrub sein Gesicht zwischen ihren Brüsten. Er nestelte an seiner Hose, während er wieder versuchte unter ihre Röcke zu gelangen. Als seine Finger auf ihr Spitzenhöschen traf, zögerte er einen Moment. Nun wurde ihm aber gewahr, dass seine Finger feucht wurden. Er unternahm einen weiteren Vorstoß mit seinen Fingern. Und sie stöhnte wieder. Er zog an ihrem Höschen und sie half ihm dabei, es schneller auszuziehen. Ihre Beine standen nun in der Luft, als er ihr Höschen endlich von ihr befreit hatte. Er umklammerte dabei ihre Beine, um sie zu küssen. Sein ganzes Gewicht lag auf ihr und sie konnte seinen steifen Schwanz spüren. Er nahm seine Hand wieder zur Hilfe und packte seinen prallen Schwengel und führte ihn zwischen ihre Beine. Er konnte ihre Feuchtigkeit fühlen. Seine Nackenhaare stellten sich schlagartig auf und seine Nippel erstarrten. Langsam glitt er in sie hinein. Wieder explodierte ein unglaubliches Gefühl in ihm, nur diesmal viel weiter unten. Er beugte sich über sie und küsste sie wieder, als er mit langsamen Bewegungen begann, ihr seinen zum Bersten geschwollenen Schaft immer und immer wieder in ihre feuchte Möse zu treiben. Sie quietschte so laut, dass er ihr den Mund zuhalten musste. Sie ergab sich seiner Umklammerung und leckte an seiner Hand, so dass er sie wieder küssen musste und währenddessen bearbeitete er sie weiter mit seinem harten Schwanz. Ihr Körper zuckte unter dem Seinen und sie wand sich lustvoll unter ihm. Seine Bewegungen wurden immer schneller, er stöhnte laut auf und er ergoss seinen Samen in ihr.

Als ihr Vater die Stufen zur Backstube herunter polterte, wurde ihr gewahr, was der Müllersgeselle gerade mit ihr getrieben hatte und was ihr Vater davon halten würde, wenn er sie beide so erwischen würde. Sie stieß ihn unsanft von sich und brachte hastig ihre Kleidung in Ordnung.

 ‚Ellen, du musst noch die Sahne steif schlagen.‘ rief ihr Vater.

 Sie war bereits auf den Beinen und wickelte ihre Schürze um ihren Körper. Ihre Hände bebten immer noch vor Erregung. ‚Der Kuchen ist noch zu heiß, Vater!‘

 Ihr Vater stieß mit dem Müllersjungen zusammen, der gerade aus der Vorratskammer kam, wo er hastig den Mehlsack hingeschleppt und seine Hose wieder hochgezogen hatte.

 ‚Ah, Hans. Pünktlich, wie ein Uhrwerk. Dein Vater muss stolz auf dich sein.‘

‚Ja, Meister Hillenbrand.‘

‚Wie geht es seinem Ischias?‘

‚Mal besser, mal schlechter, Meister Hillenbrand!‘

‚Ja, ja. Ich hoffe ihr kommt morgen zum Fest.‘

‚Das lassen wir uns doch nicht entgehen. Mutter kocht schon seit zwei Tagen.‘

 Ihr Vater machte wieder Anstalten zu gehen und schob den Müllersburschen vor sich aus der Backstube. ‚Wir haben noch viel zu tun, Hans! Du kannst morgen wieder meine Tochter vom Arbeiten abhalten!‘

Noch im Aufatmen stutzte Ellen über den Satz ihrer Vaters, als er Hans aus der Backstube komplementiert hatte. Noch im Grübeln blickte sie sich in der Backstube um. Erst nach ihrem Rundblick wurde ihr Gewahr, dass sie ja kein Höschen mehr trug. Wo hatte er es nur hingeworfen. Dann blickte sie nach oben. Ihr Höschen hing an der Lampe. Sie schämte sich in Grund und Boden, zog sich rasch einen Schemel heran und hangelte nach ihrem Höschen.

Am nächsten Tag war das Fest und Ellen stand immer noch in der Backstube und bestrich noch die letzten Kuchen mit Glasur, als jemand die Stufen zur Backstube herunter gelaufen kam.

‚Frl. Hillenbrand, Euer Vater schickt mich. Ich soll beim Tragen helfen.‘

Erschrocken drehte sie sich um und blickte auf Hans, der freudestrahlend in der Tür stand. Er hatte seine Festtagsgewandung an. Auch sie lächelte ihn herzlich an. In ihrer Hand hatte sie einen Löffel, von dem gerade Zuckerglasur tropfte.

‚Kann ich Euch etwas zur Hand gehen?‘ grinste er und trat einen Schritt auf sie zu.

Weil ich so klein bin!

Weil ich so klein bin!

Immer wenn ich es immer besonders eilig habe, sind alle Ampeln viel länger rot als sonst. Und die Rentner, die über die Fußgängerweg schleichen, sind viel langsamer.

Und ich wette, wenn ich mal nicht unterwegs bin, sind die Senioren bestimmt viel schneller als sonst. Und wundern sich bestimmt, warum sie plötzlich so schnell über die Straße kommen.

Immer wenn ich es besonders eilig habe, fahren Autos, die nur ein Drittel so groß sind, wie mein Auto, zwischen mir und einer völlig freien Straße. Und auf der Heckscheibe klebt ein Aufkleber: ‚Ich bin viel kleiner als du, aber ich fahre vor dir!‘

Aber ich bin doch viel kleiner als alle Anderen und wenn ich weg fahre, ist alles viel weiter weg, als bei den Anderen, weil die viel größer sind als ich. Verdammt.

Immer wenn ich gute Ideen habe, sitze ich vor einem unbeschriebenen Block und finde ich keinen Kugelschreiber. Immer wenn ich grad nen Flow habe, muss ich mich von meinem Roman trennen, weil ich einen Termin habe.

Und das ist nur so, weil ich so klein bin. Mein Leben ist kompliziert. Ich brauch mehr Geld.

Tanz in den Mai!

Tanz in den Mai!

Ging ein Mann (50) ganz ohne darüber nachzudenken in ein Tanzlokal. Es hieß ‚Tanz in den Mai‘.

Ja, wunderbar denkt er sich, es ist ja Frühling und da kann Mann ja mal schauen, was sich Heut zu Tage in so einem Tanzlokal so herum treibt. Er denk sich auch nichts Böses, denn er hat ja schließlich seine Ehefrau dabei.

Es wurde getanzt und getrunken und sich unterhalten. Es war grad so, wie man sich einen Tanz im Mai so vorstellen würde.

In einem unachtsamen Moment seiner Frau, stand er nur für einen gefühlten Bruchteil einer Sekunde an der Bar und spielte ganz verträumt an dem Fruchtspießchen in seinem leeren Cocktailglas herum und träumte wahrscheinlich an ergreifende Momente der (Film)geschichte, die er mit seiner Frau zusammen noch einmal in seinen Träumen durchlebte.

Und genau deswegen dachte er sich wieder nichts dabei, einen Moment allein an der Bar zu sitzen, weil er ist ja schließlich verheiratet und er hat seinen Ehering am Finger und er war schließlich gerade Julius Cäsar, der gerade seiner Cleopatra den Hof machte. Und schließlich war er ja kein 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen. Aber genau so wird er sich bald fühlen…

‚Ich bin die Helga!‘ hörte er eine tiefe, tiefe Stimme hinter sich. Er kommt sich nicht nur so vor, wie ein kleines 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen, sondern auch noch wie Rotkäppchen und dem Hörer in der ‚Rufmichan!-Telefonzentrale‘.

Dann spürt er eine kräftigte, kräftige Hand auf seiner Schulter. Am Liebsten wäre er in diesem Moment wieder ein kleiner Junge gewesen, der sich noch in die Hose bieseln hätte dürfen, um dann mit einer Watschen seiner Mutter sich sprichwörtlich hätte verpissen können.

Er wollte nicht, aber die Höflichkeit und der Anstand erwarteten von ihm, dass er sich genau jetzt umdrehen sollte. Verängstigt und sehr, sehr zögerlich drehte er sich also doch um und blickte auf ein tiefes, tiefes Dekolletee. Er selber war wahrlich nicht von großer Gestalt, aber dass das Weibchen namens Helga gleich drei Köpfe größer war wie er, hatte ihn dann doch sehr, sehr verwundert. Er musste seinen Kopf ganz nach hinten biegen, um ihr großes, großes Gesicht da oben auch nur erahnen zu können.

‚Ich bin der Mario!‘ stotterte er und blickte weiter widerwillig auf die Möpse vor seiner Nase. Und irgendwie kam er sich vor wie Luis de Funès in einem Bild von Picasso. Irgendwas an seiner Optik schien ganz schön verschoben zu sein. Normalerweise wäre er genau jetzt in seinem Ehebett aufgewacht und seine Frau würde neben ihm friedlich schlummern. Er trat sich selbst auf den Fuß. Er wachte nicht auf. Er versuchte es nochmal. Er wachte nicht auf. Verdammt es war kein Traum.

Sein Instinkt sagte zu ihm: ‚Lauf weg, da stimmt was nicht!‘ Aber der Anstand und die Hoffnung, dass seine Frau ihn retten würde, hielt ihn so fest, wie die Pranke, die ihn tatsächlich an Ort und Stelle hielt.

‚Dein Glas ist ja ganz leer, Süßer!‘ schrie sie ihn förmlich an, so dass sich seine Gesichtszüge, wie in einem schlechten Comic strafften. Verwirrt suchte er nach der Zigarre in ihrer Hand und dem Glas Whiskey, weil eine Frau mit so einer aussagekräftigen, tiefen, tiefen Stimme, musste ein starke, starke Zigarrenraucherin und Whiskeytrinkerin sein.

‚Oh ja, mein Glas ist ja so leer!‘ stammelte er und seine Blicke suchten panisch nach seiner Frau.

Diese Helga wedelte nun mit ihrer anderen Pranke nach dem Barkeeper und schrie wieder: ‚Dann sollten wir dein Glas aber ganz schnell wieder anfeuchten… Barkeeper, ein Glas Milch für den jungen Mann und ein Appletini für mich!‘ Dann riss sie sich den Fruchtspieß aus seinen zitternden Händen und zog ganz, ganz langsam die Cocktailkirsche vom Spieß und schob sie ganz furchtbar langsam zwischen ihre großen, roten Lippen. Zum Glück konnte er nur erahnen, was sich auf Kopfhöhe ihrerseits abspielte, so dass er nicht gleich dem Wahnsinn anheim fiel. Das passierte erst als sie den zu einem Herz geknoteten Stiel der Kirsche aus ihrem großen, großen Mund zog und aus seine Serviette legte. Am Liebsten wäre er einfach am Boden zerflossen und im Erdboden versunken. Und wo zum Teufel war sein Frau.

Vor Scham blickte er schließlich zu Boden, als der Barkeeper mit einem breiten Grinsen im Gesicht das Glas Milch gegen sein leeres Glas austauschte und die Serviette mit dem Kirschstielherz vor ihm liegen lies. Der Barkeeper schien mehr zu wissen, über diese Helga. Der genauso lautlos grinsend, wie er erschienen war, auch wieder verschwand. Jetzt wurde ihm erst gewahr, dass er schon einen langen Moment auf ihre Lackschuhe gestarrt hatte. Ja, Lackschuhe mit Schleife in Schuhgröße 44 müssen wirklich schwer zu kriegen sein…

Helga beugte sich nun zu ihm runter und versuchte in sein Ohr zu flüstern. ‚Kannst du meine Unterwäsche sehen, wie sie sich in meinen Lackschuhen spiegelt.‘

Er starrte sie fassungslos an und schüttelte verwirrt den Kopf, während er sich im Ohr bohrte und dabei hoffte, dass er nicht taub werden würde, wenn diese Helga ihm weiter ins Ohr ‚flüsterte‘.

‚Weißt du, ich hab immer Angst, dass mir die Jungs nur auf meine Lackschuhe starren, damit sie mein Höschen sehen können!‘

Sein Verstand war schon längst Gassi gegangen, seine Frau schien vom Erdboden verschluckt worden zu sein und diese Helga hatte Sorgen, dass irgendjemand ihr Höschen durch ihre Lackschuhe sehen könnte. Wo war Chuck Norris, wenn man ihn brauchte.

Sie kam noch näher und presste ihre großen, groben Lippen an sein Ohr: ‚Soll ich dir ein Geheimnis verraten?‘

Er versuchte den Kopf zu schütteln, aber sie hielt ihn an seinem Kinn fest. ‚Genau deswegen habe ich gar kein Höschen an!‘ Und das Lachen, dass nun erschall, erinnerte ihn an das fürchterliche Lachen des schrecklichen Sven aus Wickie und die starken Männer. Aber nachdem er ernsthaft versuchte an seiner nicht mehr vorhandenen Spucke zu ersticken und gleichzeitig nach irgendetwas langen, spitzen zu suchen, damit er sich die Augen ausstechen konnte. Bevorzugte sein Verstand und sein Instinkt in seinem Kopf einen kinskiesken Schreianfall zu bekommen: ‚Du hast auf die Lackschuhe geschaut. Du hast auf die Lackschuhe geschaut. Du hast auf die Lackschuhe geschaut!‘ Als er endlich erlöst wurde. ‚Schatz, da bist du ja!‘ hörte er seine Frau sagen. Und als sie endlich in sein Blickfeld trat und diese Helga endlich von ihm ab lies, sah er das breite Grinsen im Gesicht seiner Frau. Dann flüsterte sie wirklich leise in sein Ohr, während sie Lippenstiftreste von seinem Lauscher putzte. ‚Du weißt schon, dass Helga früher mal Herbert hieß, oder?‘

Sternchen tanzten um seinen Kopf und kleine 12jährige Feen mit blonden Zöpfen zauberten noch mehr Sterne, während der kleine, dicke, gelbe Luis de Funès in seinem Kopf laut: ‚Nein!‘ rief und sich mit der flachen Hand auf den spärlich, behaarten Kopf schlug. Seine Frau redete ungeachtet seiner geistig und körperlichen Verfassung weiter: ‚Da hätte dich nicht mal der Crocodil Dundee Gedächtnisgriff gerettet.‘

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall. Ein Name wurde von der Redaktion geändert und ansonsten noch so einiges dazu gedichtet. Wer den Schaden hat, braucht für den Spot nicht zu sorgen.)

Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können

Tagebuch Teil 6 – Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können.

Nacherzählung. Ja, ich bin ja auch immer der Letzte, der alles erfährt. Ich nehm dich auch nicht überall mit hin, geliebtes Tagebuch. Manchmal will ich auch nicht dabei sein. Außerdem kriegst du am Ende doch eh alles in deine Eingeweide gekritzelt. Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können. Jetzt redet sie wieder nicht mit mir. Halt deine Klappe, ich versuche gerade die Geschichte zu resümieren. Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können, nach dem gestrigen Abend hatte alles so gut angefangen. Ja, du hast mich mal wieder verlassen, um mal wieder ein Doppeldate zu haben, ohne mich! Jetzt hör auf zu schmollen und lass mich erzählen. Nach den beiden Dates, bin ich noch zu Alfredo gegangen, mir einen Absacker zu genehmigen und ich hatte schon mächtig einen Sitzen, als meine beiden Dates hereinkamen. Selber schuld, würde ich mal sagen. Jetzt halt die Klappe. Irgendwie hatten beide auch schon ganz schön getankt, also machten sie mir seltsamer Weise keine Szene und wir tranken weiter. Ja und was ist jetzt daran so dramatisch, dass du es in dein Tagebuch schreiben musst und damit meine reinen, weißen Seiten befleckst. Immerhin habe ich dich gekauft, das kann ich dich beschmutzen so viel ich will. Das dramatische war der Morgen danach. Was heißt hier Morgen danach, du kamst erst am Nachmittag und hast erst mal unsere Wasserrechnung in die Höhe getrieben. Ich zünd dich an, wenn du mich nicht fertig erzählen lässt. Also, ich wache auf, weil mir die grelle Fratze in die Fresse scheint. Bitte was? Die Sonne, die grelle unerbittliche Fratze, muss ich eigentlich alles erklären? Ich drehe mein Gesicht von dem grellen Schein weg und öffne sicherheitshalber lieber mal nicht meine Augen, ich wollte ja nicht erblinden. Dann wurde mir der beißende Geruch gewahr. Ist ja nicht das erste Mal, dass du in deiner eigenen Kotze aufwachst. Jetzt halt die Fresse. Ich mache also ein Auge auf und sehe einen nackten Typen neben mir liegen. Tom? Nein, Jerry! Tom’s Hand lag auf meinem Arsch. Er lag hinter mir. Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden können? Während ich krampfhaft versuchte, mich an die letzte Nacht zu erinnern, schwappte wieder dieser beißende Geruch in meine Nase. Jetzt nochmal langsam zum Mitschreiben, deine beiden Dates Tom und Jerry, lagen nackt mit dir im Bett? Ja, Mann. Und was ist daran so schlimm? Es ist doch der Traum deiner schlaflosen Nächte, einmal mit Fix und Foxi eine Nacht zu verbringen. Und es war gleich so geil, dass mein Unterbewusstsein die Nacht der Nächte gelöscht hat und ich mich an nichts mehr erinnern kann. Und warum nochmal bekritzelst du dann meine Seiten? Der beißende Geruch. Der beißende Geruch verhieß nichts Gutes! Ich hätte mit allem umgehen können, aber in dem Moment als meine Geruchsnerven mir ein Bild in den Kopf setzte, schnürte sich bereits meine Kehle zu. Um Luft ringend kam ich drauf, es war Katzenpisse. Und wo es nach Katzenpisse riecht, sind für gewöhnlich auch Katzen. Ja, du Klugscheißer. Bist du nicht gegen Katzen allergisch? Deswegen auch der Erstickungsanfall. Ich meditierte die Asthmalektion in meinen Kopf. Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Dein Astmaspray liegt übrigens gleich neben mir. Das fiel mir dann auch ein. Ich bin zum Glück nicht ohnmächtig geworden und konnte mich wenig später aufrichten und katzengleich aus dem Bett flüchtend. Und wie ich mir das bildlich vorstellen kann. Verarschen kann ich mich selber. Darin bist du ein wahrer Meister. Ich ignoriere dich jetzt einfach. Ich stand schweratmend vor dem Bett und versuchte mich zu orientieren. Am anderen Ende des Zimmers war eine Tür mit der Aufschrift ‚Nasszelle‘. Die Götter haben doch ein Einsehen mit mir. Als ich mich in Bewegung setzen wollte, bemerkte ich, dass meine Socken am Boden festklebten. Du hast die von Paxi und Fixi ficken lassen und du hattest deine Socken noch an? Das hat mich wahrscheinlich auch von ansteckenden Krankheiten bewahrt. Ich versuche einen Fuß zu heben und zog es dann doch lieber vor, die Socke aus zuziehen und zurückzulassen. So stand ich da, ich Armer Tor, wie das Männlein im Walde. Mit einem roten Mäntelein an? Nein, auf einem Bein, du Penner! Und am Ende des Zimmers konnte ich meine Schuhe sehen. Manchmal frage ich mich, was du in einem früheren Leben verbrochen hast, dass dich die Götter so strafen tun. Glaube mir, dass habe ich in dem Moment auch gefragt. Zum Glück lagen überall Klamotten herum, ich sammelte also meine Hose und mein T-Shirt auf und tänzelte auf anderen Klamotten tretend Richtung Nasszelle. Und was ist mit deinen anderen Klamotten? Die werden wohl für immer und ewig auf dem Boden kleben bleiben. Vor der Nasszellentür, erkannte ich auch die Ursache für den klebenden Boden. Katzenfutter. Naheliegend. Irgendwie schon. Unzählige leere Näpfe und verklebte Reste von Nasskatzenfutter waren auf dem Boden verstreut. Würg. Du sagst es. Der Katzenpissegeruch war übertüncht. Aber Nasskatzenfutter ist nicht viel besser. Ich ziehe also meine Schuhe an und gehe weiter ins Bad. Lass mich raten? Katzeklo, Katzeklo… Eben nicht! Der Geruch von Katzenfäkalien war wieder da, aber kein Katzenklo war zu sehen. Und dein Astmaspray liegt immer noch neben mir. Ich gebs auf, dir das nicht vorhandene Maul zu verbieten. Warum ich dann doch in die Dusche gestiegen bin, kann ich mir bis jetzt eigentlich nicht erklären. Ich hatte schon Probleme, meine Klamotten irgendwo abzulegen. Überall lagen leere Katzenfutterdosen herum und verklebte Löffel und wieder leere Näpfe. Aber kein Katzenklo und seltsamerweise auch keine Katze. Warum auch ein Katzenklo, wenn sie eh überall hin pinkeln? Ich drehte den Hahn auf und es kam ein Rinnsal heraus, mit dem man sich kaum genug befeuchten konnte, um sich zu waschen. Ich seifte mich gründlich ein und versuchte die Seife von meinem Körper zu spülen. Der Duschvorhang kam in Bewegung und blieb an meinem Körper kleben. Böser Wind. Plötzlicher Ekel überkam mich, ich musste mich nochmal und nochmal waschen. Ich versuchte wahrlich meinen ganzen Körper einzuziehen, nur dass der Duschvorhang sich nicht wieder an mir festsaugen würde. Netter Versuch auch dein Arsch einziehen zu wollen. Ein sinnloses Unterfangen. Nass, wie ich war zog ich mich an und stieg in meine Schuhe. Wie, du warst nicht mit deinen Schuhen duschen? Ich war kurz davor! Den einen Socken überließ ich auch den Bazillen auf dem Boden. Bis Cap und Capper wach werden würden, haben sie sich bestimmt schon aufgelöst. Da werden Tick, Trick und Track aber ganz…. Verdammt es waren nur zwei! Ich schnappte meine Handtasche und schmierte noch schnell eine Telefonnummer auf den Badezimmerspiegel. Eine Telefonnummer? Ja, 0163-1737743, wieso? Das ist nicht deine Telefonnummer! Das ist mir klar. Wessen Telefonnummer ist das? Frank seine! Wer ist Frank? Frank ruft an! Bitte was? Zück, düdüdüdü. Hör zu. Guten Tag lieber Anruferin, lieber Anrufer, ich bin Frank und nehme im Auftrag ihres ersten Gesprächspartners diesen Anruf entgegen. Ich darf ihnen ausrichten das eine telefonische Kommunikation nicht gewünscht ist. Daher bedauere ich sehr die Verbindung nun trennen zu müssen. Dies ist ein Service von Frank. http://www.frank-geht-ran.de. Pause. Auf der von Ihnen angewählten Mailbox können Sie zur Zeit keine Nachricht hinterlassen. Vielen Dank für Ihren Anruf. Auf Wiederhören.‘ Ja, und jetzt? Lösche ich meinen Account bei den Lokalisten und gehe meine Schuhsohlen schrubben. Und was ist, wenn Paxi und Fixi nun schwul werden, weil du abgehauen bist? Wieso? Sie sind nackt und wachen auf und denken bestimmt, dass sie jetzt schwul sind. Wenn ihnen der Arsch genauso weh tut wie mir, dann werden sie schon schwul sein.

Deine immer und ewige Schackeline (17 ½)

(Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall.)

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