Der bayowarische Holzwurm

Der bayowarische Holzwurm

Es war ein mal ein bayowarischer Holzwurm. Der hatte es sich in einem alten Cherryfass gemütlich gemacht und lebte dann sein tristes Dasein in der dunklen Abgeschiedenheit eines alten und modrigen Weinkellers irgendwo im tiefsten Bayern.

Eines Morgens hörte er ein Poltern und verspürte eine starke Erschütterung.

Dann spülte es ihn fast weg. Er schmeckte Seifenlauge, daran wäre er beinahe verendet. Nach unzähligen Waschungen, kam dann eine durchsichtige Flüssigkeit in sein Fass geflossen. Er kannte die Dämpfe schon, von dem Cherry, der selbst nach Jahren der Trockenheit immer noch aus dem Fass strömte, aber das was nun an seine Lippen drang, war viel stärker. Das Fass wurde gerollt und in einen Raum mit angenehmer Temperatur gestellt. Dort fristete er wieder lange Jahre in seinem Fass und nuckelte immer wieder an der Flüssigkeit, die langsam eine angenehme braune Färbung bekam. Nach 12 Jahren wurde das verstaubte Fass genau über seinem Wohnzimmer angeschlagen und er wurde mit einem großen Schluck des braunen Goldes mit heraus geschwemmt, wo er dann langsam aber bestimmt nicht qualvoll in einem Probierglaserl ertrank.

Zum Gedenken an den letzten bayowarischen Holzwurm, der im Whisky sein nasses Grab fand.

 

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