AlpenRoadMovie 1

AlpenRoadMovie 1

Dienstag, 14.08.2012, 16.00 Uhr

In der Nähe von München

Ein Schwall Benzingeruch strömte ihr durch die Türöffnung entgegen. Sie stieg aus und rümpfte die Nase, während sie um ihr Auto herum ging. Gedankenverloren öffnete sie den Tankdeckel und schaute suchend zu den Zapfhähnen. Super bleifrei. Sie tankte wie immer nur für 20 Euro. Immer noch wie in einer anderen Welt steckte sie den Zapfhahn zurück und schloss den Tankdeckel. Dann öffnete sie die Beifahrertür und griff nach ihren Geldbeutel. Zielsicher lief sie in den Tankshop, um zu zahlen. In der Tankstelle kommt sie an mehreren Zeitungen vorbei, auf denen mehr oder weniger die eine Schlagzeile zu lesen war: Mafia in München. Haus explodiert. Ein unbekannter Toter. Mit einem Twix und einer Dose Red Bull bewaffnet, kehrte sie wieder zurück in ihren Wagen.

Sie startete den Wagen und fuhr langsam aus der Tankstelle. Plötzlich riss jemand die hintere Schiebetür auf und sprang in den Wagen. Erschrocken machte sie eine Vollbremsung. Der Jemand hielt ihr eine Pistole unter die Nase und schrie sie durch einen Schal gedämpft an: ‚Fahr weiter!‘

‚Ja, aber!‘

‚Nichts aber! Fahren Sie weiter!‘ rief der Jemand und knallte die Schiebetür des Wagens zu. Der Schal war ihm dabei von seinem Gesicht gerutscht und er hatte eine große Sporttasche mit ins Auto gebracht, auf die er sich nun stützte. Etwas irritiert fuhr sie weiter. Der Jemand bohrte ihr die Pistole in die Seite und streckte seinen Kopf zwischen den beiden Sitzen hindurch. Sie fuhr wie gewollt weiter, drehte sich dann aber einen Moment nach hinten und blickte einen Mann an, der gehetzt weiter nach vorne und hin und wieder nach hinten durch die Heckscheibe blickte. Er hatte eine große Sonnenbrille und eine Mütze auf und sein schmaler Mund, war von einem Dreitagesbart umrandet.

‚Geben Sie mir Ihr Handy!‘ meinte er und bohrte ihr weiter die Pistole in die Seite. Mit zitternden Fingern kramte sie in ihrer Handtasche. Endlich hatte sie ihr Handy gefunden. Sie atmete tief durch und gab es nach hinten. Er zog mit einer geschickten Handbewegung den Akku raus und legte die Einzelteile auf seine Tasche, dabei hatte er ihr weiter mit seiner Pistole unkontrolliert in die Seite gestochert. Sie räusperte sich und sprach mit erschreckend ruhiger Stimme: ‚Wenn Sie mir von Hinten in die Titten schießen, dann werd‘ ich Sie nirgendwo mehr hinfahren!‘

Er nickte kurz und zog seine Hand etwas zurück. ‚Da vorne Rechts auf die Autobahn!‘

Ein ‚Ja, Miss Daisy!‘ huschte ihr über die Lippen. Es war ihr im Nachhinein ein bisschen peinlich, aber eigentlich war eh alles egal.

‚Schschscht….Hoke!‘ zischte er und nahm dabei einen Finger zum Mund. Und sie konnte ihn im Augenwinkel breit grinsen sehen. Sie fuhr auf die Autobahn und gab Gas.

Als nach einiger Zeit ihre Tankanzeige zum Blinken begann, brach sie das Schweigen.

‚Wohin wollen Sie eigentlich? Weil ich hab nur für 20 Euro getankt!‘ grinste sie entschuldigend in den Rückspiegel.

‚Fahren Sie bei der nächsten Ausfahrt raus, wir fahren auf der Landstraße weiter!‘ meinte der Typ ruhig, kramte etwas aus seiner Tasche und schnipste ihr dann einige druckfrische Geldscheine auf den Beifahrersitz.

‚Einmal Volltanken, sehr wohl!‘ meinte sie, schnappte sich die Geldscheine und stopfte sie in ihre Handtasche, die immer noch auf dem Beifahrersitz lag.

‚Sie sind ziemlich cool!‘ meinte er kurz, legte die Knarre neben sich auf den Sitz.

‚Was soll ich machen, kreischend gegen den nächsten Baum fahren?‘ meinte sie und blickte dabei in den Rückspiegel. ‚Sie sind immerhin nicht angeschnallt!‘ Ein ‚z…z…z!‘ kam ihr über die Lippen. ‚Aber ehrlich, will ich meinen Franzosen noch abbezahlen, bevor ich ihn gegen den nächsten Baum fahre.‘ fügte sie ergänzend hinzu und streichelte dabei über ihr Lenkrad.

Er schnallte sich an und grinste nach vorne in den Rückspiegel: ‚Wir wollen ja nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen!‘

‚Wenn Sie das sagen!‘ meinte sie kurz und fuhr von der Autobahn ab. Am Ende der Ausfahrt, meinte er nur kurz: ‚Rechts bitte!‘

Sie fuhr rechts. ‚So, an der nächsten Tanke bleiben Sie ganz cool, Lady. Ich hab Ihren Franzosen als Geisel.‘

‚Gut, ich habe nicht vor Ärger zu machen. Wir würden gerne unbeschadet aus der Sache raus kommen.‘ sagte sie ruhig und streichelte wieder über ihr Lenkrad.

‚Okay, Lady, wenn das gut klappt, sag ich Ihnen wo es hingeht. Dann können Sie ihr kleines Navi da vorne anschalten.‘ erklärte er.

Vor ihnen kam rechts eine kleine Tankstelle in Sicht. ‚Okay, nehmen Sie das Geld und geben Sie mir ihre Handtasche. Heute mal kein Payback, Lady.‘

‚Soll ich von dem Restgeld ein bisschen Proviant kaufen?‘ Sie griff sich das Geld und steckte es in ihren Ausschnitt und gab ihm die Handtasche. Er musste irgendwie auf ihre Brüste starren.

‚Überraschen Sie mich, Fräulein…!‘ sprach er langsam, während er in der Handtasche nach ihren Papier kramte, fuhr sie in die Tankstelle. ‚Fräulein Müller…Fräulein Fleur Müller!‘ fuhr er lächelnd fort.

‚Er kann ruhig Blume zu mir sagen, wenn er gern möchte.‘ sagte sie so, wie Blume in Bambi und machte den Motor aus.

‚Prima Blume!‘ grinste er und legte die Handtasche auf seine Knarre. Mit einer geschickten Handbewegung machte sie das Navi von der Scheibe und gab es ihm. ‚Überraschen Sie mich, Bambi!‘

Beschwingt stieg sie aus, lief um das Auto herum, während er sie dabei beobachtete, schloss sie die Tanköffnung auf und griff sich zum zweiten Mal an diesem Tag einen Zapfhahn. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal vollgetankt hatte, sie war schon ewig nicht mehr weggefahren. Gedankenverloren schaute sie in das kleine Seitenfenster ihres Wagens und er schaute ihr direkt ins Gesicht. Erst das Klacken des Tankmechanismus lies sie hochschrecken, er lächelte sie freundlich an, während er, auf seine Tasche gelehnt, am Navi herumhantierte.

Sie hob den Zapfhahn zurück und schloss den Tankdeckel. Lächelnd drehte sie sich um und ging zum Zahlen.

Wenig später kam sie mit einer Tüte in der Hand ging zum Auto zurück.

Sie machte lächelnd die Seitentür auf und stellte die Tüte hinter den Fahrersitz. Er blickte sie erschöpft an und konnte direkt in ihren Ausschnitt sehen. Sie sah einen Blutfleck an seiner Seite, der langsam durch seine Jeansjacke drang. Rasch schloss sie die Tür und ging nach vorne. Er hielt ihr das Navi hin, sie befestigte es wieder, lies dann den Wagen an und fuhr los.

‚Hey Bambi, es blutet durch! Hätten Sie mir vorher gesagt, dass Sie verletzt sind, hätte ich noch eine Flasche Wodka gekauft.‘

Es stolperte ein ‚Fuck!‘ über seine Lippen. Dies war der erste Moment, seit seinem Einsteigen, dass er ernsthaft die Fassung verlor. 

‚Okay, versuchen Sie mir nicht weiter meine Sitze voll zu bluten und ich such uns ein lauschiges Plätzchen, dann schau ich mir das mal an!‘

‚Wir fahren über Fernpass zum Reschen, auf dem Weg über die Grenze kann man links oder rechts in Waldwege abbiegen.‘

‚Wollen Sie mir erzählen, was sie angestellt haben?‘

‚Ich bin ‚Buchhalter‘ und hab ein paar ‚Geschäftsleute‘ beschissen.‘

‚Toll, Bambi und jetzt werden wir alle Sterben.‘ rief sie leicht in Panik versetzt.

‚Nein, die denken ich bin schon tot.‘

‚Und wie kommen die da drauf?‘

‚Die haben mein Auto in die Luft gesprengt.‘

‚Hm!‘ irgendwie kam ihr die Geschichte bekannt vor, aber war das nicht ein Haus in der Schlagzeile. ‚Meinen Sie nicht, dass die Ihnen auf die Schliche kommen.‘

‚Das werden wir sehen.‘

‚Und Sie haben Freunde in Südtirol?‘

‚Sie können gut kombinieren!‘

‚Ich schau viel fern!‘

‚Das merke ich schon!‘

‚Und ich dachte, Sie sind ein Bankräuber.‘

‚Bankraub ist mir zu subtil!‘

‚Ach!‘

‚Vermisst Sie den keiner, wenn Sie heute nicht nach Hause kommen.‘

‚Nö, heute beginnt mein Urlaub.‘

‚Dann bleiben Sie doch noch ein paar Tage in Südtirol….!‘ schwafelte er, bis ihm klar wurde, dass er Blödsinn redete. ‚Ich meine, wenn Sie mich dort hingebracht haben, wo ich hin will, sind Sie eh schon…!‘

‚Flirten Sie grad mit mir?‘

‚Hm, ich hatte gerade nichts Besseres zu tun.‘

Sie fuhr rechts auf einen Feldweg und fuhr noch eine Weile, bis sie den Wagen am Wegrand parkte.

‚Woher wissen Sie, dass ich keinen Dreck am Stecken habe!‘

‚Also zu den Geschäftsleuten gehören Sie nicht, die würden niemals einen Franzosen fahren!‘

‚Ich fahre den auch nur, damit ich immer über ihn schimpfen kann!‘ Sie stieg aus und lies aber den Schlüssel stecken und die Tür offen stehen. Mit einem Ruck schob sie den Sitz vor.

‚Und wenn Sie eine gesuchte Männermörderin sind, dann ist das wohl nicht mein Tag heute.‘ keuchte er.

Sie schob die Seitentür auf und lächelte: ‚Dann machen Sie sich mal frei!‘ Und zwinkerte ihm lächelnd zu. ‚Ich glaube, ich habe noch meinen Flachmann unterm Sitz.‘ Sie nahm die Einkaufstasche hoch und legte sie auf den Beifahrersitz, griff dann unter den Sitz und holte einen großen Flachmann hervor. Er nahm die Handtasche von der Waffe und legte sie in die Mittelkonsole. Dann nahm er die Waffe, entlud sie und zog den Lauf zurück, während sie zum Kofferraum ging und etwas Schweres heraus zog. Ächzend kam sie wieder zur Rücksitzbank und stellte einen Sanikoffer in den Fußraum. Er hatte sich inzwischen unter Schmerzen die Jacke ausgezogen und versuchte gerade zitternd die Knöpfe seines Hemdes aufzuknöpfen.

‚Hey Bambi warte, ich helfe….dir.‘ Ihre Stimme brach.

Er blickte sie gequält an: ‚Eigentlich können wir uns schon duzen, oder?‘

Sie kniete sich neben ihn und machte die letzten zwei Knöpfe seines Hemdes auf. Sie zog die Luft zischend zwischen ihren Zähnen hinein und legte langsam die Wunde frei.

‚Welcher Quacksalber hat Das bitte verbrochen?‘ meinte sie kurz und drückte ihn den Flachmann in die Hand.

‚Das war ich!‘ meinte er kurz und drehte mit dem Daumen den Flachmann auf.

Sie holte einige Dinge aus dem Sanikoffer und hatte Gummihandschuhe angezogen. Vorsichtig hatte sie ein steriles Tuch unter seinen Hintern geschoben und seine Hose aufgeknöpft, damit sie auch ein Tuch in seine Hose schieben konnte. ‚Okay, Bambi! Tape ist keine geeignetes Verbandsmittel. Das wird jetzt ganz schön weh tun!‘

Er nickte und setzte den Flachmann an. Nach einen kleinen Schluck zog er die Luft zwischen den Zähnen ein. ‚Der gute alte Old Forester und ich dachte schon, du wärst bei der Russenmafia!‘

‚Nein, ich bin beim Roten Kreuz!‘

‚Von allen Autos der Welt, nehme ich das einer Krankenschwester!‘

‚Rettungsassistentin! Ich werd dir jetzt einen Zugang legen.‘ Während sie das sagte, hatte sie die Nadel schon in seinem Arm und befestigte den Infusionsbeutel an der Kopfstütze. ‚Ich geb dir ein Breitbandantibiotikum und Schmerzmittel.‘

‚Ist es dann Okay, wenn ich den Whiskey weiter trinke!‘

‚Einen Schluck noch und dann ist Schluss.‘ meinte sie kurz und machte sich dann daran, mit Hilfe einer durchsichtigen Flüssigkeit, das Tape zu lösen. Es tat weh und er musste die Zähne zusammen beißen, um nicht zu schreien.

‚Ist das eine Schusswunde?‘

‚Nein!‘ kam es gequält aus seinem geschlossenen Mund. Er klammerte sich mit einer Hand an der Kopfstütze und mit der anderen Hand immer noch an den Flachmann. Das letzte Tape löste sich und er atmete auf. Zitternd versuchte er den Flachmann wieder zuzudrehen. ‚Da war ein Stück von meinem Auto drin gesteckt!‘ meinte er leise.

Sie spülte die Wunde und leuchtete mit einer Lampe in die Wunde. ‚Das steckt noch was drin.‘

Und schon hatte sie mit einer Pinzette ein Stück Metall aus seiner Wunde gezogen. Sie spülte nochmal die Wunde. Er war immer noch mit dem Flachmann beschäftigt. ‚Ich werde das nähen müssen.‘

Er blickte sie nur unsicher an. ‚Sag mir, wo ich dich genau hinbringen soll. Es kann sein, dass du gleich ohnmächtig wirst.‘

‚Du fährst bis zum Reschen, wenn es wieder runter geht, kommt auf halber Höhe auf der linken Seite ein verlassener Gasthof in einer einsamen Straßenschlucht. Wenn du am Stausee bist, ist es zu weit. Ich muss vorher anrufen, sonst gibt’s Probleme, die kennen dein Auto nicht. Du wirst mich wecken müssen.‘

‚Gut, dann legen wir mal los!‘ meinte sie, steckte ihm ein Stück Leder in den Mund und setzte den ersten Stich. ‚Schön drauf beißen, Bambi.‘ Sie versuchte zügig zu arbeiten und versuchte ihn durch blöde Sprüche von den Schmerzen abzulenken. ‚Okay Bambi, solange es weh tut, lebst du noch.‘ Sie streichelte ihm über den Bauch. ‚So, einen Stich noch und dann hast du meine Telefonnummer auf dem Bauch stehen.‘ Beim Stich 7 wurde er endlich ohnmächtig, der Flachmann rutschte ihm aus der Hand und fiel in den Fußraum, zu den Einzelteilen ihres Handys und der Waffe. Sie setzte noch einen achten und einen neunten Stich und verband ihm die Wunde. Seine Kappe rutschte ihm vom Kopf, als sie versuchte, ihn in die stabile Seitenlage zu bringen.

Er hatte eine Platzwunde am Kopf, die auch mit Tape verarztet wurde. Sie zog sich nochmal Gummihandschuhe an und versorgte auch die Kopfwunde. Dabei wurde er nochmal kurz wach.

‚Hey, du hast dich gut gehalten, Bambi.‘

Ein ‚Danke‘ kam kaum hörbar aus seinem Mund.

‚Hast du noch irgendwo Verletzungen?‘

Er tatschte sich an den Kopf.

‚Die hab ich schon gefunden.‘

Er schüttelte kaum merklich den Kopf und schloss die Augen wieder.

Fortsetzung folgt im AlpenRoadMovie 2

 

Der bayowarische Holzwurm

Der bayowarische Holzwurm

Es war ein mal ein bayowarischer Holzwurm. Der hatte es sich in einem alten Cherryfass gemütlich gemacht und lebte dann sein tristes Dasein in der dunklen Abgeschiedenheit eines alten und modrigen Weinkellers irgendwo im tiefsten Bayern.

Eines Morgens hörte er ein Poltern und verspürte eine starke Erschütterung.

Dann spülte es ihn fast weg. Er schmeckte Seifenlauge, daran wäre er beinahe verendet. Nach unzähligen Waschungen, kam dann eine durchsichtige Flüssigkeit in sein Fass geflossen. Er kannte die Dämpfe schon, von dem Cherry, der selbst nach Jahren der Trockenheit immer noch aus dem Fass strömte, aber das was nun an seine Lippen drang, war viel stärker. Das Fass wurde gerollt und in einen Raum mit angenehmer Temperatur gestellt. Dort fristete er wieder lange Jahre in seinem Fass und nuckelte immer wieder an der Flüssigkeit, die langsam eine angenehme braune Färbung bekam. Nach 12 Jahren wurde das verstaubte Fass genau über seinem Wohnzimmer angeschlagen und er wurde mit einem großen Schluck des braunen Goldes mit heraus geschwemmt, wo er dann langsam aber bestimmt nicht qualvoll in einem Probierglaserl ertrank.

Zum Gedenken an den letzten bayowarischen Holzwurm, der im Whisky sein nasses Grab fand.

 

Das Bayowarische Brüllhuhn

Das Bayowarische Brüllhuhn

Guten Abend liebe Leser, wir nehmen uns heute wieder ein bisschen Zeit für die Wunderwelt der Tiere.

Heute ist wieder Tierzeit und ich berichte von meiner Expedition in den tiefen Süden Deutschlands. Also begleiten Sie mich und erfahren Sie mehr über das fast vom Aussterben bedrohte Bayowarische Brüllhuhn.

Mein Name ist Dr. Willfried Bürgel und mein wunderbarer Beruf als Ornithologe (Vögelforscher) verdanke ich meiner Vorliebe, die mich schon als kleiner Junge in die Wälder meiner Heimat trieb, wo ich dann mit dem Feldstecher meines Großvaters bewaffnet, die heimischen Vögel bei ihrem Brunft- und Balzverhalten beobachtete.

Heute nun, bin ich ein Wenig älter, habe aber doch meine Vorliebe zum Beruf gemacht. Also lassen Sie sich von mir nach Süddeutschland entführen, wo ich ihnen das interessante Leben des Bayowarischen Brüllhuhnes näher bringen möchte.

Das Bayowarische Brüllhuhn (Gallus clamat bavarie) tritt oft auf Festivitäten in der Nähe von Bierzelten oder im Umkreis von historischen Bierschänken auf. Meist mit dem Schnabel einem Krug mit Hopfenkaltschale getaucht, vernimmt man dann den Brumpftlaut, der meist weiblichen Brüllhühner, wenn sie kurz den Hals strecken, um zu schlucken. Dann muss man sich schon zu Weilen die Lauscher zu halten, das kann dann schon mal ohrenbetäubend werden. Wenn ich das mal vorführen darf: ‚Brüüüüöööööhllll!‘

Wenn man diese Brüllhuhner dann in ihrer natürlichen Umgebung beobachten will, muss man eigentlich nur auf einer Festivität in landestypische Tracht gekleidet im stillen Gedenken verharren und auf die typischen Laute warten, die dann auch gleich über den ganzen Platz schallen.

Ich bin einer der ersten Ornithologen, der die Brüllhühner bei ihrem Balztanz beobachten durfte und ich habe sogar den ein oder anderen Brüllhahn beobachten dürfen, wie er sich an ein Weibchen heranpirscht.

Diese kleinen possierlichen Tierchen sind nahezu vom Aussterben bedroht und sind nur noch in Bayern zu finden. Durch die immer größere Verbreitung von 24-Stunden-Tankstellen, werden die Bayowarischen Brüllhühner immer mehr ins Voralpengebiet zurück gedrängt. Das grelle Licht verschreckt diese scheuen Gesellen, so dass sie sich nur noch zum Oktoberfest in die Große Stadt trauen, wo man sie dann früh Morgens noch aufgeregt Bröllen hören kann, wenn sie die Norgerl aus den Masskrügen zuzeln.

Ich hoffe diese kleine Exkursion hat ihnen Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal. Wir sehen uns wieder, wenn im Frühjahr die kleinen Brüllkücken schlüpfen.

Vielen Dank und auf Wiedersehen und sein sie immer gut zu Vögeln.

Ihr Dr. Willfried Bürgel

50 Facetten der Schackeline G.

50 Facetten der Schackeline G.

Warum sie Tom und Jerry auch als Fix und Foxi, Cap und Capper oder Paxi und Fixi bekannt, in ihre Wohnung gelassen hat, kann ihr Unterbewusstsein ihr auch nicht sagen, aber ihr Tagebuch wird ihr die nächsten Tage bestimmt ein schlechtes Gewissen machen. Sie hatte die Beiden ungesehen ins Bad gezerrt und sie regelrecht entlaust und rasiert, nur für den Fall dass irgendwas an dieser Katze, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat, noch lebendig war. Wie ein Arzt einer U-Bootbesatzung überwacht sie die Vorgänge.

Tom und Jerry geben sich wirklich Mühe ihren Anforderungen gerecht zu werden. Sie hasste es, wenn Männer ihre Hausaufgaben nicht machen. Es gibt echt Sachen, die sie eigentlich als Selbstverständlich erwartet.

Den Stoffbeutel mit ihren Klamotten, die sie wohlweislich in der katzenverseuchten Wohnung zurücklassen musste, hatte sie ungesehen in die Waschmaschine gestopft, was auch immer in dem Beutel noch sein mag, wird den Kochvorgang bei 90 Grad nicht überleben.

Jeweils mit einem Handtuch bekleidet tapsen Hanni und Nanni hinter Schackeline ins Zimmer und sie dürfen sich aufs Bett setzen. Schackeline klappt ihr Tagebuch zu und verstaut es in einer Schublade. Dann gesellt sie sich mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu Ernie und Bert. Während beide begannen sie zu küssen, dachte Schackeline nur, dass sie vergessen hatte, Klopapier einzukaufen. Sie zogen sie aus und leckten über ihren Körper. Sie holte vorsichtshalber schon mal die Kondome und eine Packung Kleenex hervor. Während Waldorf und Statler begannen sie mit der Zunge zu befriedigen, legte sich entspannt zurück, um sich dann die nächste viertel Stunde die Holzdeckenlamellen an ihrer Zimmerdecke anzusehen und ihre Einkaufsliste durchzugehen. Dann blickte sie fast schon gelangweilt auf die beiden Jungs, die sich da unten so emsig abmühten. Süß sind sie ja schon, so verspielt, wie junge Hunde. Sie dachte darüber nach, dass sie sich ja einen Dackel kaufen wollte, was ihr Tagebuch wohl davon halten würde? Sie griff sich die Kondompackung und holte zwei Gummis hervor. Sie spielte damit und überlegte sich, wer der Beiden sie zu erst ficken sollte, oder vielleicht sogar alle beide gleichzeitig.

Ungeduldig schnipste sie die beiden Kondome auf ihren Bauch und zischte: ‚Zieht euch mal ordentlich an!‘

Die Beiden taten was sie von ihnen forderte. Und dann meinte sie kurz: ‚Ihr könnt mit mir machen, was ihr wollt…solange die Farbe der Körperflüssigkeiten weiß bleiben.‘

Das Angebot machte sie nicht oft, aber oft genug. Und sie war gespannt, ob Batman und Robin mit dem Angebot zurecht kommen würden…und ob sie mit dem Spielzeug auch spielen würden, oder ob sie mit dem Angebot gänzlich überfordert wären. Hm.

Ähnlichkeiten mit Personen aus dem realen Leben sind in einer fiktiven Geschichte gar unmöglich und somit reiner Zufall. Die Handlung ist zumeist frei erfunden und deswegen auch nicht auf das reale Leben übertragbar.  Wir bitten um Verständnis.

Fortsetzung vorbehalten.

Rückkehr in die Höhle des Verderbens

Rückkehr in die Höhle des Verderbens

Fortsetzung von…

Renk nahm sich zusammen und rannte los, warf dabei die Eitrige Angina um und stürzte aus der Höhle seinen beiden Weggefährten hinterher. Er konnte kaum die Hand vor Augen sehen, aber er konnte Stulle vor sich keuchen hören. Irgendwann wurde der Gang wieder etwas breiter, also mussten sie bald wieder draußen sein. Hoffentlich sind die Orks nicht mehr da draußen, sonst war es ein echt kurzer Ausflug.

Plötzlich konnte er Lunz schreien hören und wie sich seine Stimme immer mehr entfernte.

Stulle rief: ‚Lunz, wo bist duuuuuuuuuu!‘

Renk hielt inne und versuchte zu lauschen, die Stimme von Lunz war nach einem Rumsen verstummt und Stulle’s Schrei entfernte sich immer weiter. Langsam tastete sich Renk voran. Seine Hände sanken in etwas Glitschiges ein und als er sich befreien wollte, gab das Glitschige nach und er verlor den Halt und kam ins Rutschen. Mit den Worten: ‚Was zur Hööööööööööölllllleeeeeeeeeeee!‘ rutschte er scheinbar den selben Weg hinunter, wie Lunz und Stulle vor ihm.

Mit einem dumpfen Schlag landete er auf Stulle, der wiederum auf Lunz lag.

‚Wir sind entkommen!‘ hustete Stulle.

Renk sagte einfach mal nichts, weil wann sind sie schon mal nicht von dem Regen in die Traufe gekommen. Sie rappelten sich alle auf und sahen sich um, wo sie nun gelandet waren. Diese Höhle war ziemlich niedrig so das Renk schon Mühe hatte aufrecht zu stehen. Stulle stand gebückt da und Lunz setzte sich einfach wieder.

Es war alles weniger schleimig, als noch in der letzten Höhle. Eine halb abgebrannte Fackel, erhellte eine kleine Höhle, in der sich scheinbar jemand Kleines häuslich eingerichtet hatte. Stulle kicherte vor sich hin, weil alles hier so klein war. Er nahm eine kleine Spitzhacke und einen winzigen Eimer in die Hand und schmiss sich halb weg vor lachen.

Aus einem anderen Stollen waberten Worte durch die Luft und sickerten in die kleine Höhle. Nach den Lästerlichkeiten zu urteilen, die nun unaufhörlich an ihre Ohren drangen, schimpfte sich der Jemand, der hier wohnte, die nicht vorhandene Seele aus dem Leib.

Renk machte sich auf, den Worten zu folgen, weil wer gräbt, der hat bestimmt auch was gefunden. Am Ende des Ganges war tatsächlich Licht und nachdem es nicht so übel roch, wie bei der Eitrigen, kroch er frohen Mutes voran.

‚Mist Elendige, auf’m Schleim ausrutschn sollst und dir dein verkrümmtes Kreiz brechn, du räudige, widerhafte….Widerhafte!‘

Renk konnte nicht fassen, was er da sah. Ein winzig kleiner Zwerg hüpfte vor Wut vor ihm im Stollen auf und ab. Er hatte eine ziemlich kleine Schaufel in der Hand, die scheinbar gebrochen war.

‚Widerhafte Widerhafte?‘ kam es Renk aus dem Mund gepurzelt. Der Zwerg drehte sich um und starrte ihn fassungslos an. Renk räusperte sich, zog seinen Hut und sprach: ‚Meister, darf ich mich vorstellen?‘ Er wartete keine wirkliche Antwort ab und sprach einfach weiter: ‚Ich bin Renk, der alles Unmögliche möglich macht, ich bin mit meinen Gesellen in diese Höhle geraten, weil wir auf der Flucht waren vor der, vor der…!‘ seine Stimme brach gespielt. ‚Der unaussprechlichen Unaussprechlichen!‘

Stulle drängelte sich in das Geschehen und meinte neunmalklug: ‚Er meint die Eitrige Angina!‘

‚Ihr dürft ihren Namen nicht aussprechen, sonst kommt sie noch!‘ rief der Zwerg aufgelöst.

‚Nein, keine Sorgen, ich habe sie bei meiner Flucht versehentlich flach gelegt!‘ meinte Renk stolz und griff sich ans Revers seiner Weste.

‚Euch graut ja wirklich vor gar nichts.‘ würgte der Zwerg erschüttert heraus.

‚Nein, nicht so. Ich warf sie um und flüchtete!‘ rief Renk erschrocken und versuchte die Sache richtig zu stellen.

‚Genau, dass ist ja auch meine Misere!‘ erklärte der Zwerg.

‚Erzählt, wir haben viel Zeit!‘ meinte Renk und blickte zu Stulle. Der hatte sich schon im Stollen abgelegt und war schon ganz gespannt auf die Geschichte des Zwerges. Auch Renk setzte sich ab.

‚Einst war ich einer der Größten meiner Sippe und war als Helmhalf Eisenspat bekannt. Wir gruben wahrlich Paläste in den Stein, um dort unsere Schätze anzuhäufen. Nur ich konnte nicht genug Schätze aus dem Felsen holen und grub tiefer. Tiefer noch, als meine Ahnen vor mir. Und noch tiefer. Dort traf ich auf die unaussprechlich Schleimige und habe sie befreit. Sie verliebte sich in mich, doch ich verweigerte mich. Dann verfluchte sie mich. Sie lies alles an mir schrumpfen und legte einen Bann auf mich. Da ich sie einst zurückgewiesen, werde ich Seite an Seite mit ihr leben müssen, aber sie nie mehr erblicken dürfen, was ja eigentlich nichts Schlimmes wäre, wenn der elende Gestank nicht wäre. Ich konnte nur noch einmal zu meiner Sippe gehen, um meine Schätze zu holen, dann wäre der Weg für immer versperrt. Ich ging also zu meiner Sippe und sie verspotteten mich. Seither bin ich nur noch als Zwerg Lunte bekannt. Ich packte meine Schätze und ging fort, bis die unglaublich Triefende mich einholte und den Stollen einstürzen lies, in dem ich mich mit meinen Schätzen gerade befand. Und hier steh ich nun, ich armer Tor. Hier bin ich, da hinten irgendwo ist die unentwegt Sabbernde und hinter diesem Steinhaufen ist mein Schatz.‘ weinte der Zwerg Lunte vor sich hin. ‚Ich grabe und grabe und grabe und immer wenn ich das Funkeln meines Schatzes nur erahne, da passiert irgendetwas noch Schlimmeres.‘

Renk zog ein nicht mehr so ganz sauberes Tuch aus seiner Tasche und hielt es dem Zwerg hin: ‚Helmhalf Eisenspat wir helfen Euch bei euren Problem, wenn Ihr uns den Weg nach draußen zeigt.‘

‚Und wie wollt ihr das anstellen?‘ schluchzte Zwerg Lunte.

‚Lunz wir brauchen deinen Spaten!‘ schrie er in den Stollen. Dann wand er sich wieder dem Zwerg zu: ‚Stulle gräbt hier weiter, weil er viel größer und kräftiger ist als wir alle miteinander! Der Lunz bringt den Unrat mit seinem Schild aus dem Stollen und wir zwei Beide gehen zu der unaufhörlich Klebenden und lenken sie ab.‘

‚Meint ihr, dass dies ein so guter Einfall ist?‘ fragte der Zwerg ungläubig.

‚Lasst mich einfach reden! Und am Besten kriecht Ihr einfach auf dem Boden herum, wenn Ihr sie eh nicht sehen könnt.‘ meinte Renk und quetschte sich an Stulle vorbei und kroch wieder zu der kleinen Wohnhöhle. Auf dem halben Weg kam ihm Lunz entgegen und drückte ihm den Spaten in die Hand.

‚Zum Herausbringen des Unrat könnte ihr die Seilwinde benutzen!‘ meinte der Zwerg und griff sich den Spaten und lief wieder zu Stulle. Als der Zwerg in seine Wohnhöhle kam, standen Renk und Lunz mehr oder weniger aufrecht da. Die Beiden hatten bis eben noch miteinander getuschelt.

‚Nun Lunz, mein Freund, gib mir den Hustensaft!‘ rief Renk lauthals.

‚Aber das ist unsere Letzter, was ist wenn wir eine Angina bekommen?‘ fragte Lunz kleinlaut.

‚Wenn wir die eitrige Beulige erst mal besiegt haben, wird nie wieder jemand eine Angina bekommen!‘ meinte Renk und griff sich den Trinkschlauch. ‚Das, lieber Helmhalf, ist unser Plan B, der Hustensaft!‘

Dem Zwerg wich ein: ‚Ohhhhh!‘ aus dem bebarteten Mund.

‚Wie geht es denn nun auf dem schnellsten Weg zu der farbenfrohen Glitschigkeit?‘ fragte Renk wissbegierig.

Der Zwerg ging zu einem Regal und zog an einem der Bretter, das Regal schwang zur Seite und zwei weitere Stollen wurden sichtbar. Beide Stollen waren mit Spinnweben verhängt. Es stank aus dem linken Gang. Der Rechte musste nach draußen führen.

‚Hier war wohl länger keiner mehr drin, werter Helmhalf!‘

Der Zwerg griff sich eine frische Fackel und zündete sie an, ein paar Fledermäuse kamen aus dem Gang geflattert, machten in der Höhle wieder kehrt und flogen in den rechten Gang davon.

‚Es drängt mich nicht zu Ihr zu gehen, es reicht völlig jeden Tag mit dem Geruch von Fäulnis und Verderben in der Nase aufzuwachen. Und nach draußen kann ich nicht.‘ meinte der Zwerg und ging voran.

Das Feuer der Fackel verbrannte die Spinnweben und so knisterte und glimmte es den ganzen Weg bis der Geruch immer stärker wurde.

‚Wir sind fast da!‘ rief der Zwerg und löschte die Fackel. Am Ende des Ganges konnte man einen Lichtschein erkennen und der Gestank lies einem bereits die Augen tränen.

‚Ich verstehe, man sollte auch nicht mit offenen Feuer in das Haus eines Alchemisten gehen, wenn an seiner Tür steht: Schießpulver im Sonderangebot!‘

‚Ihr seid wirklich ein ganz ein Schlauer. Ich habe es nur zu oft gesehen, wenn sich Gase in einem Stollen entzünden. Es ist eh ein Wunder, dass die widerwärtig Eitrige sich noch nicht selbst in die Luft gesprengt hat.‘

‚Das macht sie bestimmt mit Absicht, nur um Euch noch länger zu quälen!‘

‚Psssst! Ich kann nichts mehr sehen!‘

‚Kein Wunder, es ist stockdunkel!‘

‚Nein, ungläubiger Narr, da vorne muss ein Lichtschimmer sein!‘

‚Ja, schon. Seht ihr es denn nicht!‘

‚Nein, Verdammt, ich sagte doch ich kann sie nie wieder erblicken.‘

‚Aber das ist ja nur ihr Feuer!‘

‚Hab ich den Fluch gesprochen?‘

‚Nein, ist ja auch egal!‘ winkte Renk ab und flüsterte dann verschwörerisch: ‚Ich gehe voran und Ihr bleibt sicherheitshalber auf allen Vieren!‘

Den restlichen Weg machte sich Renk so seine Gedanken. Wenn der Zwerg auch ihr Licht nicht sehen konnte und ihr Licht auch die Fäulnisgase nicht zum Explodieren brachte, dann musste es magisch sein. Und wenn er alles magische von ihr nicht erblicken konnte, dann konnte er doch einfach mit seinem Schatz gehen. Dann war seine ganze Misere nur eine riesige Illusion. Mit diesen Gedanken betrat er die Höhle. Die Eitrige kniete vor ihrem Altar.

‚Dieser arme Zwerg ist heute gekommen, um um Eure Gnade zu betteln. Seht wie er auf allen Vieren vor Euch kriecht. Er hat Zeit seines Leben versucht gangbar zu machen, was für ihn immer verschlossen bleiben wird. Noch tiefer sinken kann er doch nicht. Wollt Ihr ihn denn nicht erlösen.‘ rief Renk mutig und zog den kriechenden Zwerg hinter sich her in die Höhle des Verderbens. Die Eitrige Angina hatte sich wohl schon wieder erholt und kam auf ihre eigene schleimige Art zu ihnen gekrochen. Und sie sah echt wütend aus! Wut schnaubend warf der Schleim Blasen aus ihrer Nase und sie rang nach Luft.

‚Und meine Wenigkeit. Ich wollte mich auch bei Euch entschuldigen, dass wir Euch vorhin mit unserer Anwesenheit überfallen haben. Wir waren nicht darauf gefasst ein so einzigartiges Wesen hier zu erblicken, dass unser einfacher Verstand uns nur die Angst gezeigt hat und wir, unzulänglich wie wir sind, nur die Flucht ergreifen konnten.‘

Das einzigartige Schleimwesen blieb auf der Stelle stehen und sie schien sich verschluckt zu haben. Sie röchelte und hustete.

‚Werte Angina, kann ich armer Wicht Euch behilflich sein? Habt Ihr Euch verschluckt?‘

Sie wies auf ihre Kehle und röchelte weiter. Das ging ja einfach als gedacht.

‚Trinkt doch einen Schluck aus meinem Schlauch, dann geht es Euch gleich besser, meine Teuerste.‘

Gesagt, getan. Er flößte ihr die ganze Flasche ein. Sie schluckte und schluckte und schluckte und als die Flasche leer war, zog sich Renk sicherheitshalber zurück. Er packte den Zwerg am Kragen und zog ihn zum Gang zurück.

Aus der Eitrigen sprudelte es nun heraus: ‚Was habt ihr mir gegeben?‘

‚Magischen Hustensaft, Verehrteste!‘

‚Neeeeeeeeiiiiiiin!‘ schrie sie noch und dann zerfloss sie in schillernden, farbigen Schleim und verteilte sich auf dem Boden der Höhle.

‚Ich kann wieder sehen!‘ meinte der Zwerg und seine Gestalt schien zu wachsen.

‚Los raus hier!‘ schrie Renk. Sie liefen in den Gang und Renk versuchte inständig die Fackel wieder anzuzünden. Vom Schleim verfolgt rannten sie schneller. Vor sich konnten sie schon die Bretterwand des Regals sehen.

Fortsetzung folgt… 

Im Aufzug

Im Aufzug

Draußen trieb der Sturm große, schwere Tropfen an die Fensterscheiben. Eine gigantische, schwarze Wolke hing über der Stadt. Blitze zuckten alle paar Sekunden daraus hervor und das Donnern schien gar nicht mehr verstummen zu wollen. Eigentlich will man bei dem Wetter gar nicht nach draußen gehen, aber man möchte ja auch nicht das ganze Wochenende im Büro verbringen.

Drinnen wühlte eine junge Frau in ihrer Handtasche, sie hatte es scheinbar eilig. Mit einer fahrigen Handbewegung zog sie ihr Handy hervor, tippte die Tastensperre ein, schaute kurz darauf und steckte es wieder in die Tasche, um es wenig später wieder herauszuholen, um nochmal darauf zu sehen. Dann fiel es ihr fast aus der Hand, als sie es wieder in die Taschen legen wollte. Aber nachdem sie eh im Begriff war sich hinzuknien, landete das Handy in der Tasche und die Tasche auf dem Boden. Nur von der Frau war nichts mehr zu sehen, sie war unter den Schreibtisch gekrochen, um ihre Schuhe zu suchen. Als sie wieder darunter hervor kroch, hatte sie dass Gefühl, dass jemand an ihrem Büro vorbeigelaufen war.

Gedankenverloren stieß sie sich den Kopf an der Tischplatte an. ‚Was für ein verfickter Scheißtag!‘ konnte man sie nun fluchen hören. Nein, eigentlich konnte sie ja eben keiner hören, weil sie war immer die Letzte im Büro.

Auf einem Bein hüpfend zog sie ihre Schuhe an und packte dann ihre Handtasche, ihre Jacke, einen pinken Regenschirm, ihre Stempelkarte und einen Rucksack. Sie hatte es nicht nur eilig, sie hatte anscheinend auch noch was vor heute. Es war ja auch Freitag. Das sollte man doch was vor haben? Auf wackeligen Beinen stöckelte sie über den langen Gang. Normalerweise nimmt sie den kurzen Weg in die Tiefgarage, aber heute hatte sie keinen Parkplatz mehr bekommen, deswegen musste sie heute erst mal durchs halbe Haus laufen, um zum anderen Aufzug zu gelangen.

Durch die Fenster in den leeren Büros, an denen sie vorbei lief, konnte sie die Blitze zucken sehen. Vom nächsten Donner erschrak sie trotzdem, eigentlich hätte sie es ahnen müssen, dass nach dem Blitz ein Donner kommt, aber sie lies trotzdem vor Schreck fast den Regenschirm fallen.

Endlich bei den Aufzügen angekommen, drückte sie an die Mauer gelehnt irgendwie den Knopf, ohne etwas fallen zu lassen. Während des Wartens blickte sie auf dem Boden, der Boden war nass und der Reißverschluss an beiden Schuhen war offen, kein Wunder dass sie so wackelig auf den Beinen war. Sie zog den Rucksack richtig an und machte mit der freien Hand den Reißverschluss zu. Dann der andere Schuh, dann ordnete sie ihre Klamotten und stellte sich vor die Tür des einen Aufzuges. Es dauerte ewig bis dieses nervige Geräusch endlich erklang und die Aufzugtüren des anderen Aufzuges auf glitten. Sie lief zum hell erleuchteten Aufzug und rutschte fast auf dem nassen Fliesenboden aus. Im Aufzug drückte sie auf 0 und es passierte nichts. Mit einer komischen Verrenkung rieb sie ihre Hüfte an einem kleinen Kasten. Es piepste und sie drückte nochmal auf Null. Sie hörte wie sich die Türen schlossen. Aber sie sah nicht, wie plötzlich eine Hand die beiden Türen aufhielt. Durch das Geräusch des Sicherheitsmechanismus der Aufzugtüren, schreckte sie auf und drehte sich blitzschnell um. Die Türen glitten wieder auf und ein Mann trat in den Aufzug. Es war einer der unzähligen Arbeitern, die für die Renovierungsarbeiten im Gebäude tätig waren. Erschrocken war sie trotzdem. Mit der Handtasche und dem Regenschirm vor die Brust gepresst, rutschte sie nach hinten und machte dem Mann platz.

Er grinste nur breit und meinte: ‚Hab ich Sie erschreckt?‘

Sie lächelte gezwungen und nickte verhalten mit dem Kopf.

Er drückte auf -1 und die Aufzugtüren schlossen sich erneut. Sie lehnte sich erschöpft nach hinten an die Wand des Aufzugs und seufzte leise. Er musterte sie und suchte anscheinend nach den passenden Worten. Als sie etwas Nasses auf ihrem Kopf spürte, drehte sie sich erschrocken um und befühlte mit zitternden Fingern die Wand und blickte dann nach oben. Es kam Wasser vom Rand der Deckenverkleidung herein und floss die hintere Wand hinunter. Sie nahm den Rucksack ab und befühlte auch diesen. Er tropfte und sie lies ihn zu Boden gleiten.

Er hatte ihren Blick verfolgt, nachdem sie ihm den Rücken zugedreht hatte und konnte durch die vom Wasser durchsichtige Bluse ihren BH-Träger sehen. Dann bückte sie sich und er musste sich zwingen nicht auf ihren Hintern zu starren, also blickte er auf die Deckenverkleidung und sah dann aber das Selbe wie sie noch einen Moment zuvor. Wasser im Aufzug. Kopfschüttelnd kam er einen Schritt näher, berührte sie mit seinem muskulösen Oberkörper und befühlte die Seitenwand und murmelte: ‚Was für ein verfickter Scheiß!‘

In dem Moment, als sie beide sich bewusst wurden, dass ihre Körper für einen Moment aneinanderklebten, ging das Licht im Aufzug aus und das Geräusch was mit der Dunkelheit einher ging, war ja im Krieg der Sterne ganz spannend, wenn die Energiezufuhr für den Traktorstrahl von Obi Van Kenobi nach und nach abgeschaltet wird. Aber wenn man in einem Aufzug steht, will man dieses Geräusch garantiert nicht hören. Zumindest stoppte der Aufzug nicht so abrupt, wie man sich es vielleicht gedacht hätte. Aber er stoppte merklich. Sie lies den Regenschirm und ihre Handtasche fallen und krallte sich am Handlauf des Aufzugs ein. Langsam zog sie die Luft durch die Zähne ein und ging in die Knie.

‚Keine Panik Lady, die Bremsen funktionieren auch ohne Strom!‘ Er tastete nach ihr und griff nach ihrem Handgelenk. Sie schreckte zurück, lies aber doch seine Berührung zu. Er kam ihr näher und sie konnte seinen betörenden Körpergeruch wahrnehmen und plötzlich wurde es wieder hell. Er hatte eine kleine Taschenlampe in der Hand und leuchtete im Aufzug umher. Mit einem endgültigen Rumsen blieb der Aufzug stehen und sie landete auf ihrem Hintern und er fiel elegant auf die Knie. Wasser spitze auf. Sie spürte wie ihr Hintern nass wurde und versuchte sich gleich wieder aufzurappeln. Ihm war die Taschenlampe aus der Hand gerutscht und rollte über den Boden. Er kroch über den Boden und schnappte sich das Licht, steckte es in seinen Gürtel und wollte ihr dann eigentlich zur Hand gehen. Sie stand aber schon wieder, mit der Tasche und dem Regenschirm wieder an den Körper gepresst. Das Licht in seinem Gürtel schwankte bei jedem seiner Bewegungen und beleuchtete gegen die Seitenwand. Er kam ihr näher und griff wieder nach ihrer Hand.

‚Wollen wir mal sehen, ob der Notruf funktioniert?‘ Sie nickte, blickte ihn aber immer noch recht verschreckt an und er zog sie einfach mit zu dem Bedienfeld. Er drückte den Notruf. Stille. Er drückte noch mal. Stille. So etwas wie ‚Mist, verdammter!‘ kam aus seinem Mund. Er hämmerte auf den Knopf, aber irgendwie war ihm schon klar, dass der Notruf nicht funktionierte. Plötzlich ertönte ein Freizeichen. Es wählte automatisch und dann kam ein Dü-dü-dü. Er drückte wieder. Der Dü-dü-dü Belegtton verstummte und nach einem Moment kam wieder der Belegtton. Sie blickte ihn an und meinte nur: ‚Was für ne verfickte Scheiße?‘

‚Da hat wohl jemand die Telefonrechnung nicht bezahlt?‘

Beide zogen instinktiv ihr Handy aus der Tasche und blickten auf das Display. ‚Kein Netz!‘ murmelten beide. Er steckte das Handy wieder weg und versuchte mit den Händen die Aufzugtüren zu öffnen. Sein Shirt war vorhin nass geworden und so zeichneten sich seine Muskeln noch deutlicher ab. Sie ertappte sich erst dabei, dass sie ihn beobachtete, als sie wie hypnotisiert den Kopf schief legte und ihr nach einiger Zeit der Sabber aus dem Mund lief.

‚Was für ein verfickter Scheiß!‘ schrie er laut auf und er drosch wütend gegen die Aufzugtüren. Sie schreckte von ihren schmutzigen Gedanken auf und blickte ihn verstohlen an.

Er dachte er hätte sie wieder erschreckt, drehte sich langsam zu ihr um und kam ihr näher: ‚Sorry, ich glaub wir sitzen hier fest, bis uns der Wachmann findet!‘

‚Dann können wir uns ja hier häuslich einrichten bis Montag morgen!‘

‚So, schlimm wird es schon nicht kommen, mein Chef kriegt’s kotzen, wenn ich den Firmenwagen heute nicht mehr zurück bringe.‘ meinte er cool und klimperte mit einem Schlüssel in der Hosentasche. Automatisch blickte sie auf seine Hose und wurde schlagartig rot im Gesicht, als sie die Beule in seine Hose entdeckte.

‚Ich muss Ihnen was beichten.‘ stammelte er.

Sie dachte nur: Sei bitte nicht schwul! Sei bitte nicht schwul! Und blickte ihn wissbegierig an. ‚Ich hab Sie vorhin beobachtete, als Sie unter ihrem Schreibtisch etwas gesucht haben!‘ Nun wurde auch sein Gesicht wesentlich roter, als vorhin.

‚Hab ich’s mir doch gedacht, Sie Schlingel!‘ schimpfte sie ihn spielerisch.

Der Aufzug rutschte noch ein Wenig tiefer, sie fing an zu quietschen und er stürzte zu ihr hinüber, um sie festzuhalten. ‚Jetzt sollten die Bremsen aber festgefahren sein!‘

Ihr Gesicht streifte seine Bartstoppel, als er sie zu sich hinüber zog. Ihre Knie wurden weich, als sie wieder seinen Geruch wahrnahm. Der Aufzug sackte noch weiter ab und er konnte sie nun nicht mehr halten. Sie rutschte an ihm vorbei und als der Aufzug ruckartig zum Stehen kam, konnte er sie sich auch nicht mehr auf den Beinen halten und stürzte er auf sie drauf. Sie stöhnte laut auf, als er sie mit seinem Gewicht auf den Boden pinnte.

Der Aufzug sackte noch weiter ab, sie atmete schwer, er hob seinen Körper ein Wenig an und flüsterte: ‚Kommen Sie an meine Taschenlampe!‘

Sie griff an seinen Gürtel, fand zuerst alles andere, nur nicht die Taschenlampe.

‚Nein! Die andere Taschenlampe!‘ flüsterte er.

Entschuldigend grinste sie ihn an, fand dann doch die Lampe und zog sie hervor. Kurzerhand steckte sie die Taschenlampe zwischen ihre Brüste. Er lies sich langsam wieder auf sie herab. Der Aufzug bewegte sich wieder weiter nach unten. Er zog es vor sich nicht weiter zu bewegen.

‚Nicht mehr bewegen!‘ zischte er.

‚Hatte ich nicht vor!‘ keuchte sie.

‚Ich hoffe ich bin nicht zu schwer für Sie!‘

‚Sie sollten sich langsam mal vorstellen, bevor ich Sie frage, ob Sie da unten noch eine Taschenlampe für mich versteckt haben!‘

Er wurde nur wieder rot im Gesicht und stammelte: ‚Hans!‘

‚Tine, freut mich!‘ keuchte sie.

‚Tine, können Sie unter mir hervorkriechen? Ich will Sie wirklich nicht zerquetschen!‘

‚Ich versuche es.‘ Sie rutschte ein Wenig auf die Seite und er lies sich ganz langsam auf den Boden sinken. Schwer atmend kam er neben ihr zum Liegen. Der Aufzug rutschte ein weiteres Stück nach unten und machte ein knirschendes Geräusch. Sie klammerten sich aneinander und blieben noch eine ganze Weile reglos liegen, bis sich der Aufzug wirklich nicht mehr bewegte. Er blickte sie ernst an und sie erkannte den Anflug von Angst in seinen Augen. ‚Sie werden doch jetzt keinen Schiss kriegen, Hans!‘

‚Ehrlich, langsam bin ich mir nicht mehr sicher, ob die Aufzüge hier dem Sicherheitsstandard entsprechen!‘

Sie grinste ihn an und küsste ihn auf die Nase. ‚Runter kommen Sie immer, hat meine Oma immer gesagt.‘

Er versuchte zu Lächeln, es gelang ihm aber nicht recht, stattdessen schluckte er schwer. Sie küsste ihn auf den Mund. Etwas unbeholfen erwiderte er ihren Kuss und unternahm behutsam mit seiner Zunge einen Ausflug zu ihrer Zunge. Sie stöhnte leise und erwiderte den Küss etwas Energischer. Seine Lippen wanderten von ihrem Mund, über ihren Hals und wollte zu ihren Brüsten, als plötzlich die Aufzugtüren aufgestemmt wurden. Sie beide sprengten auseinander und blickten auf den immer größer werdenden Spalt und einen umherwandernden Lichtkegel.

‚Hallo, hier ist der Wachmann vom Empfang!‘ kam es von ziemlich weit oben.

‚Verficktes Timing!‘ kam aus ihrem Mund. Es war aber so leise, dass es nur Hans gehört hatte. Das Gesicht des Wachmannes tauchte am oberen Ende des Aufzuges auf und dann kniete er sich hin und hielt ihnen die Hand hin.

‚Wir hatten einen Stromausfall!‘ meinte der Wachmann. ‚Los kommen Sie, der Aufzug ist schon ganz unten, weiter runter geht es nicht!‘

Hans half ihr beim Aufstehen. Sie sammelte ihre Sachen zusammen und gab sie dem Wachmann. Plötzlich wurde sie hochgehoben und der Wachmann half ihr durch die Öffnung. Nachdem sie in Sicherheit war, hangelte er sich nach oben.

‚Macht es Ihnen was aus, ihre Autos aus der Garage zu fahren, ich muss langsam die Alarmanlage scharf machen.‘

Hans nahm ihre Sachen vom Boden auf und schob Tine zu der Tür, die zur Tiergarage führte. ‚Kommen Sie, Tine! Ich bring Sie heim!‘ meinte er ernst, zwinkerte ihr aber dann mit einem Lächeln auf den Lippen zu. Als die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel, packte er sie am Hintern und drückte sie gegen die Wand. Aus seiner Kehle drang ein zufriedenes Geräusch, als er sein Kinn an ihrem Hals rieb. Sie stöhnte leise und knabberte an seinem Ohrläppchen.

Ich hab gehört, dass Beziehungen, die auf extremen Erfahrungen beruhen, nicht von Dauer sind!‘ flüsterte er ihr ins Ohr.
‚Dann muss unsere Grundlage Sex sein!‘ flüsterte sie und küsste ihn hart und unnachgiebig.

Schaum

Schaum

Eine nackte Frau vom warmen Schaum umfangen. Betörende Düfte durchströmen die kleine Badestube vom flackernden Kerzenlicht erhellt. Wasserdampf vermischt sich mit dem Rauch der Feuerstelle. Beruhigender Lavendel vermischt sich mit anregenden Rosmarin und verspielter Rosenduft setzt dem Potpourri noch ein mildes Sahnehäubchen auf.

Der Zuberer kam an den Zuber getreten und schüttete einen weiteren Eimer kochend heißes Wasser mit den Worten ‚Vorsicht, Herrin!‘ in die Wanne. Die Dame im Wasser schreckte hoch und zog die Beine zu sich heran. Auf ihrer Haut perlte sich das Wasser. Der Zuberer kam nochmal mit einer Flasche. Er goss ein wohlriechendes Öl ins Wasser und griff dann ins Wasser um das Öl zu verteilen. Dann ging er rücklings an der Dame vorbei, die gerade wieder zurück ins Wasser sankt. ‚Die Füße, Werteste?‘

‚Ja bitte, Jakob!‘ Sie hob einen ihrer Füße aus dem Wasser. Er krempelte seine feuchten Hemdsärmel hoch und begann ihr den Fuß zu massieren. Sie schloss die Augen und genoss seine kräftigen Berührungen. Von der Hitze in der Badestube lief ihm der Schweiß von der Stirn. Nun massierte er bis zu ihrer Wade hoch und lies dann den Fuß ins Wasser zurück gleiten, um sich sogleich dem anderen Fuß zu widmen. Die feine Dame musste sich auf die Lippen beißen, damit ihr nicht ein Stöhnen entwich. Sie wusste nicht, was heute mit ihr los war, nie zuvor war sie so erregt, wenn Jakob ihr die Füße massierte. Die Hitze stieg in ihr auf und ihr Verstand schmolz dahin. Sie glitt mit dem Oberkörper noch tiefer in die Wanne und kurz nach dem ihr ein sehnsuchtsvoller Stöhner über die Lippen huschte, ging sie beinahe unter. Wenn Jakob ihr nicht zur Hand gegangen wäre, wäre sie in ihrer Erregung wahrscheinlich ertrunken.

Ihre Sinne kamen erst wieder zurück, als Jakob sie kräftig schüttelte und ihr gegen die Wangen klopfte. ‚Werte Lady, wenn ihr mir hier ertrinkt, werde ich an der höchsten Zinne auf geknüpft.‘

Sie blickte ihn nur mit schreckensweiten Augen an und ihr Körper zitterte in seinen Armen. Dann wurde ihm erst gewahr, dass er mit einem Bein in der Wanne stand und seine Hose langsam ziemlich durchsichtig werden musste und dass die Lady ja schließlich nackt war. Er setzte sie auf, lies sie nur für einen kurzen Moment los und hangelte nach einem Handtuch. Sie war wieder ins Wasser gesackt, als er das Handtuch endlich in Händen hielt, also stieg er ganz in den Zuber, kniete sich zu ihr und nahm sie in Arm und wickelte gleichzeitig das Handtuch um ihren Oberkörper. Sie würden ihn nicht nur an der höchsten Zinne aufknüpfen, nein, seine Eier und sein Schwanz würden neben ihm baumeln, wenn sie jemand so erwischen würde. Und zu allem Überfluss wurde das Handtuch nun auch noch durchsichtig und die festen, großen Brüste der Herrin zeichneten sich deutlich durch das Handtuch ab. Er schluckte schwer. Sie öffnete die Augen und bemerkte sein Unbehagen. Lächelnd kam sie ihm näher und küsste seinen Hals.

‚Herrin, ich bitt Sie! Ich kann nicht!‘

‚Keine Sorge, keiner wird nach mir suchen.‘

‚Die Tür ist nicht verschlossen!‘

Da stand sie einfach auf, stieg selbstständig über den Zuberrand, ging nackt wie sie war auf die Tür zu und betätigte den Riegel. Dann drehte sie sich um und stieg in den Zuber zurück, wo Jakob immer noch mit dem nassen Handtuch in der Hand regungslos im Wasser kniete.

‚Jakob, ich möchte, dass ihr mich überall so berührt, wie ihr meine Füße berührt habt.‘

Er zögerte noch. ‚Und keiner wird je davon erfahren!‘ setzte sie ungeduldig nach und blieb vor ihm stehen. Er war im Knien größer als sie im Stehen, dennoch war sie unerschrocken.

‚Herrin, ich möcht so gern, aber was sag ich dem Pfarrer bei der Beichte.‘

‚Das ihr meine Füß‘ massiert habt, weil sie mir immer so schmerzen.‘ meinte sie gespielt und knöpfte ihm das Hemd auf und zog es ihm über den Rücken herab.

Als ihre nackten Brüste seinen Bauch berührten, war all die Zurückhaltung vergebens. Er musste sie anfassen. Er traute sich aber immer noch nicht recht. Aber alleine die Tatsache, dass seine Herrin so willig vor ihm stand, erregte ihn so, dass auch sie es nun bemerkte. Sie machte sich an seiner Hose zu schaffen. Und sie war wesentlich geschickter als er, denn sie hatte die Hose schon auf genestelt und umfing nun mit beiden Händen seinen immer steifer werdenden Schwanz. Ein Schauder lief ihm über den Rücken und nun konnte er sich wirklich nicht mehr zurückhalten. Er näherte sich mit dem Mund ihrem Hals und küsste sie so, wie sie ihn zuvor geküsste hatte. Sie stöhnte auf, lies aber keinesfalls von seinem Schaft ab. Er griff ihr vorsichtig an die Brüste und sogleich stellten sich ihre Brustwarzen auf. Er wollte sie küssen, aber sie entzog ihm ihre Brüste. Sie lies sich langsam vor ihn auf die Knie sinken und nahm seinen Schwanz in den Mund. Er machte große Augen, wollte protestieren, aber seine Stimme versagte. Er taumelte zurück und platschte rücklings ins Wasser. Sie landete mit ihrem zierlichen Körper auf seiner Brust und ihr Lächeln lies ihn gänzlich dahinschmelzen. Er küsste sie auf den Mund und als ihre Zungen sich berührten, explodierte irgendwas in seinem Magen. Vorsichtig öffnete er seine Augen und blickte sie an und auch sie schien von Erregung und Gefühlen überwältigt zu sein. Er wollte sie überall küssen, doch sie war wieder schneller als er. Sie griff sich zwischen die Beine und setzte sich auf ihn. Langsam lies sie seinen zum Bersten gespannten Speer in sich gleiten. Sie stöhnte lustvoll auf und biss sich vor Erregung auf die Lippe. Er konnte es immer noch nicht glauben, was sie da tat. Als sie mit langsamen, runden Bewegungen ihrer Hüften begann, seinen Schwanz in ihrem Loch zu massieren, konnte er nicht mehr. Er drängte sie auf den Rücken und stieß ihr seinen Schaft so tief wie möglich in sie hinein. Das Wasser schwappte aus dem Zuber. Sie schrie auf und verbiss sich in seiner Schulter, gleichzeitig befingerte sie aber seinen Hintern und krallte sich fest. Er rammelte weiter in sie ein. Sie war so unglaublich eng und bei jedem Stoß schien sie noch enger zu werden. Er verlor fast den Verstand, aber er lies nicht nach, ihr seinen Schwanz immer und immer wieder in den Leib zu bohren. Kurz bevor er kam hielt er inne, zog seinen Schwanz ihr heraus, richtete sich auf und hangelte sich einen Eimer voll mit kalten Wasser, den er sich sogleich über die Brust und über den Schwanz goss. Sie war auch kaum zu bändigen und nahm wieder seinen Schwanz in den Mund. Aber nachdem er sie keineswegs ins Gesicht besudeln wollte, goss er das restliche Wasser über ihren Kopf. Sie lies von ihm ab und wollte schon protestieren, doch er warf den Eimer über den Zuberrand und packte sie, küsste ihre Brüste, während er aufstand und sie am Zuberrand absetzte. Gegen einen Balken gelehnt, lies sie sich gerne von ihm die Beine auseinander drängen. Nun kniete er sich vor seine Herrin und küsste die Innenseiten ihrer Schenkel. Seine Finger umfassten ihre Arschbacken, während er mit der Zunge ihr Allerheiligstes berührte und langsam zu saugen begann. Er steckte die Zunge, wieder und immer wieder in ihr Loch, saugte und knabberte an ihrer Pforte. Sie stöhnte und hielt sich an seinen Haaren fest. Er nahm die Finger zur Hilfe und führte ihr erst einen Finger langsam ein und nahm dann einen Zweiten dazu, beim Dritten begann sie laut zu stöhnen und zu wimmern. Er bewegte alle drei Finger in ihr, bis sie zuckend seinen Berührungen erlag und nun hatte er sie soweit, er packte sie wieder und hob sie auf seinen Schoß, drang gleichzeitig mit dem Schwanz wieder in sie hinein und mit dem Finger in ihren Arsch. Mit der anderen Hand bearbeitete er ihre Brüste, während er sie gegen die Zuberwand gepresst hielt und immer und immer wieder in sie eindrang. Langsam zog er den Finger immer wieder ein Stück aus ihrem Arsch und nahm dann auch irgendwann einen zweiten Finger dazu. Sie stöhnte und atmete heftig. Ihr ganzer Körper zuckte und es schien so als würde sie in ihrer Ekstase erschlaffen. Er zog die Finger aus ihrem Arsch, um gleich darauf mit seinem Schaft hinein gleiten zu wollen. Nachdem sie nicht protestierte, machte er weiter. Er zog ihre Arschbacken auseinander und drängte seinen großen Schwanz in ihr Arschloch. Ihr Arsch war so eng, er musste an sich halten, um nicht gleich seinen Saft in ihr zu verspritzen.

Er arbeitete sich langsam vor und spielte nun mit den Fingern an ihren Schamlippen und schob zwei Finger in ihr Loch. Sie stöhnte auf. Endlich war sein Schwanz gänzlich in ihrem Arsch verschwunden und nun begann er sie zu rammeln, langsam aber bestimmt. Mit den Fingern vorne schneller als mit seinem Schwanz in ihrem Arsch. Er wollte diese Sünde solange auskosten, wie er nur konnte. Sie schrie nun so laut, dass er ihr den Mund zuhalten musste, aber sie wehrte sich nicht, sondern nahm seine Finger in den Mund und saugte daran. Er wusste nicht recht, wie viele Finger nun in ihr steckten, als sich plötzlich Unmengen warmen Schleimes über seine Hand ergoss. Ihre ganzer Unterleib zuckte und er konnte es an seinen Fingern spüren, wie ihr Inneres pumpte. Er zog den Schwanz langsam aus ihrem Arsch, wischte ihn kurz ab und schob ihn in dahin, wo seine Finger vorhin den warmen Schwall aufgefangen hatten. Ihr Inneres war noch glitschiger als zuvor. Ihr Zucken schwoll nochmal an und er stieß weiter in sie hinein. Ihre Bewegungen machten ihn schier wahnsinnig und mit einem lauten, schmerzhaften Schrei ergoss er sich, in einer nie vorher erlebten Heftigkeit, in ihr, so dass sein Saft gleich wieder aus ihr heraus floss, obwohl sein Schwanz noch halbwegs steif in ihr steckte. Er lies sich langsam und immer noch zuckend ins Wasser gleiten und legte sie behutsam auf seiner Brust ab. Sie wimmerte vor sich hin und ihr Körper zuckte noch. Ihr Atem schien sich langsam zu beruhigen.

Irgendwann öffnete sie ihre Augen und lächelte ihn liebevoll an: ‚Danke, Jakob!‘

‚Gern geschehen, Verehrteste!‘ flüsterte er und küsste ihre Stirn.

Nach einem Moment zog er sie hoch und sprang aus dem Zuber. Dann lies er das Wasser ab. Er kam mit einem Schwamm und warmen Wasser wieder an den Zuber getreten und wusch sie überall und schüttete mit einer Kelle warmes Wasser über ihren Körper. Dann wickelte er sie in ein Handtuch und hob sie aus dem Zuber, um sie auf einer Bank abzusetzen. Sie zitterte am ganzen Körper. Er zog sich schnell trockene Kleidung an. Dann wickelte er sie in ihren Morgenrock und öffnete die Tür.

Der Schwall kalte Luft, der nun in die Badestube strömte, ließ ihr Schier die Sinne schwinden.

Draußen war zum Glück niemand. Er goss die restlichen Eimer in die Wanne und sammelte die nassen Handtücher und seine Klamotten zusammen und warf sie in einen Korb. Dann nahm er sie und trug sie aus der Badestube in Richtung ihrer Gemächer. Es war wirklich keiner mehr in der Burg unterwegs. Alle Wachen schliefen. So er brachte sie in ihre Gemächer und mit einem Grinsen im Gesicht, zog er die Tür hinter sich in Schloss und verriegelte die Tür.

Fortsetzung folgt vielleicht….

Wintervollmondnacht

Wintervollmondnacht

Der Blick im Dunkeln ins Tal war atemberaubend. Durch die verschneite Landschaft konnte man über das ganze Tal blicken, obwohl es schon kurz vor Mitternacht war. Der Vollmond erhellte die Winterlandschaft noch mehr. Sie hatte das Gefühl, als würde sie jede einzelne Schneeflocke anblinzeln.

Die klirrende Kälte ließ ihr die Nasenflügel beim Atmen aneinander kleben. Schwer atmend wickelte sie den Schal noch fester um ihr Gesicht und machte sich an den Abstieg. Die Kälte saß ihr schwer in der Brust. Der gefrorene Schnee knirschte unter ihren Trippen. Die Kraxe auf ihrem Rücken war schwer, hielt ihr aber den kalten Wind vom Rücken.

Der Bauer wird sich schon Sorgen machen, weil sie so spät noch nicht wieder aufm Hof war. Sie war zu Besuch bei ihrer Großmutter gewesen und sie hatten sich so viel zu erzählen. Deswegen war sie jetzt auch viel zu spät noch unterwegs. Aber jetzt hatte sie es fast geschafft, sie musste nur noch den Berg wieder hinunter laufen, dann noch durch den Ort und dann war sie wieder daheim.

Mit den Gedanken an die warme Stube, machte sie einen Schritt den Abhang hinab, trat dabei wohl auf eine Eisplatte und rutschte aus. Sie konnte sich mit dem Wanderstab gerade noch abfangen. Und in dem Moment als sie sich gerade wieder aufrappelte, kam sie erneut ins Rutschen. Der Schnee gab unter ihr nach und sie rutschte mit samt allen Schnee den Hang hinunter. In einer Wolke aus aufgewirbelten Schnee purzelte sie den gesamten Berg hinab und kam erst wieder zum Stillstand als sie mit dem ganzen Körper an einer Holzwand des ersten Hofes auftraf.

Von der Wucht des Aufpralls stürzte sie in den Schnee zurück und wurde vom nachrutschenden Schnee begraben. Reglos blieb sie liegen. Die Kraxe hatte sich im Laufe ihres Sturzes entleert und war dann unter ihr zerbrochen.

Benommen versuchte sie ihre Arme zu bewegen. Sie hatte den Wanderstab immer noch in der Hand und umklammerte ihn vor ihrer Brust. Beim Zusammenstoß mit der Hütte hatte sie sich die Hand verletzt, deswegen konnte sie nun auch den Stab nicht loslassen, weil ihre Finger vor Schmerzen so verkrampft waren. Sie atmete schwer aus und blies dabei den Schnee von ihrem Gesicht.

Plötzlich griff sie jemand an ihren Arm und riss sie hoch. Sie öffnete den Mund um schmerzerfüllt aufzuschreien. Es fiel ihr aber nur noch mehr Schnee in den Mund. Vor Schmerz hatte sie dann den Stab doch losgelassen. Dem Ersticken nahe versuchte sie den Schnee auszuhusten. Die starken Hände, die sie gepackt hatten, nahmen sie nun um den Ellbogen und halfen ihr fast schon behutsam aus dem Schnee. Es wurde mit ihr geredet, sie verstand aber kein Wort. Sie wurde nun geschüttelt, weil sie keine Reaktion gezeigt hatte.

Ihr Helfer hob sie grob über die Schulter und trug sie fort. Sie ließ es einfach geschehen, in der Hoffnung ihr würde schon geholfen werden. Zu mehr hätte sie eh die Kraft nicht gehabt. Sie wurde umständlich auf einen Stuhl gesetzt. Dann erst konnte sie die Helligkeit wahrnehmen. Es wurden ihr die Schuhe und Strümpfe ausgezogen und es wurden ihr die Füße mit einer körnigen Masse eingerieben. Erst nach einer Weile stieg ihr der Geruch von Senf in die Nase. Ihr wurde eine warme Flüssigkeit eingelöst. Es war irgendwas mit Schnaps. Sie hustete wieder. Unscharf konnte sie einen Mann erkennen, der ihr aus den nassen Klamotten half.

Nachdem ihr ganzer Körper vor Kälte bebte, ließ sie auch dies wehrlos geschehen. Langsam kamen die Töne in ihr Ohr zurück. Sie hörte erst ganz leise jemand neben ihr reden, dann wurden die Worte immer lauter, bis sie so laut waren, dass sie das Gefühl hatte, dass ihr Kopf jeden Moment zerspringen würde.

‚Geh Bua, lauf zum Dokta nüber. Der soi beim Huababauer bescheit gem und dann her kemma.‘

‚Ja, ähm!‘

Nix, ähm! Der Dokta is da oanzige mit am Telefon im Ort. Und da Huababauer ist da oanzige drüm in Kirch, er soi zum Sattler Toni nüber laufn… Muss i dir ois vorkaun!‘

Sie verstand nicht wirklich, was da geredet wurde. Am Ende des Gespräches spürte sie nur einen kalten Luftzug und hörte eine Tür knallen. Jemand legte ihr eine Decke über die Schultern, nahm sie hoch und trug sie zur Ofenbank. ‚Da hast di aber gscheit verlaufn, Traudl!‘ sagte die Stimme von vorhin zu ihr. Er nahm sie am Kinn und zog ihren Kopf hob. ‚Traudl?‘

Sie öffnete die Augen vollends und starrte in ein freundliches, aber wettergegerbtes Gesicht, dass sie zu kennen schien. Es fiel ihr aber nicht ein, wer sich da so liebevoll um sie kümmerte.

Sie dämmerte wieder weg, bis sie leichte Schläge gegen ihre Wangen verspürte.

‚Des könnt a bissal weh tun!‘ meinte ihr Helfer mit ruhiger Stimme und in dem Moment hatte er ihre Finger schon wieder eingerenkt und vor Schmerz war sie nun endgültig ohnmächtig geworden.

Der Bub war mit einer schlechten Nachricht wieder gekommen. Der Doktor sein wohl bei seinem letzten Hausbesuch eingeschneit worden. Das Telefon sei tot und der Schneepflug sei irgendwo zwischen Berg und Kirch steckengeblieben. Ihr Helfer versorgte die bewusstlose Traudl und brachte sie in sein Bett.

Als sie wieder erwachte, lag sie in einem Bett. Jemand saß neben ihr und war auch eingeknickt. Sie erkannte den Hufschmied zu Berg. Sie hatte sich wohl wirklich ganz schön verlaufen. Tastend suchte mit ihrer Hand nach der Seinen. Er war erwacht, kam ihr mit seiner Hand entgegen und hielt sie fest. Dann flüsterte er: ‚Ois wird guat, der Schneepflug wird kommen!‘

Himmelsschlund

Himmelsschlund

Ein strammer Wind treibt kleine Sandkörner und kleine Steine über die Heide. Die Pappeln am Wegesrand biegen sich bis man das Holz schier bersten hören kann. Die schwarzen Wolken vom Wind über den Himmel getrieben, verfinstern den Tag. Die Blätter surren durch die Luft. Als der Wind für einen Moment den Atem anhielt, kamen auch die Blätter mitten in der Luft zum Stillstand und segelten, wie tote Schmetterlinge, langsam zum Boden. Am Himmel brauen sich schwarze und gelbe Wolken zu etwas noch viel Grausameren zusammen, wie nur ein Sturm. Während langsam große schwere Topfen auf den Boden platschen, bilden die verschieden Wolkenschichten einen entsetzlichen Wirbel, der langsam durch die Wolkendecke nach unten zu sinken schien. Der Wirbel öffnete sich und die Sonne strahlte einen kurzen Moment durch die Öffnung des Strudels auf die Erde. Dieser Moment der Stille wurde sogleich von einem Donnergrollen unterbrochen. Die nächste Windböe lässt die Bäume wieder laut aufstöhnen. Eine gelbe Wolke schiebt sich vor die Sonne und verbindet sich mit dem Wirbel. Zwei Blitze zuckten aus dem Schlund. Augenblicklich begann die Heide an zu brennen. Und durch den Sog des Windes brannte das Feuer hoch und verband sich mit Wirbel. Es schien so als würde sich der Höllenschlund hoch im Himmel öffnen und alles in den Sog der Verdammnis ziehen, was nicht fest mit dem Boden verankert ist.

Wenn der Hahn schreit….

Wenn der Hahn schreit….

Sie lag nackt auf seiner Bettstatt. Der Hahn hatte schon zum zweiten Mal geschrien. Ihr nackter Körper war in weichen Fellen versunken. Die Decken waren zerknüllt und einige Kissen lagen auf dem Boden, der gänzlich mit Teppichen ausgelegt war. Der strenge Herbstwind blies gegen die Zeltwände und zu weilen konnte sie die Banner draußen im Wind schnalzen hören. Sie hatte sich fest vorgenommen einfach nicht aufzustehen, dann würde sich die grausame Welt da draußen vielleicht ohne sie weiterdrehen. Neben ihr lag ein Mann. Ihr Mann. Herzog Rudger. Auch er wollte nicht aufstehen. Der Hahn setzte zu seinem dritten Schrei an und er schnellte hoch und schwang die Beine aus dem Bett. Wenig später rief sein Rüstknecht und der Zelteingang bewegte sich: ‚Herzog, sie haben den Fluss überquert!‘

Schwerfällig wälzte sie sich aus dem Bett, ihr ganzer Körper zitterte. Ihre Nippel waren aufgestellt und Gänsehaut zog sich über ihren ganzen Körper. Langsam wanke sie hinter einen Vorhang, um sich anzuziehen. Rudger lief nackt zu einer Waschschüssel und wusch sich rasch. Sein Rüstknecht war herein getreten und warf einige Scheite in die Glut in der Feuerschale, die in der Mitte des Zeltes stand und ging dann zu seinem Herrn und reichte ihm ein Handtuch. Während einige Dienerinnen in das Zelt gewuselt kamen und Tee und Essen hereinbrachten. Sie machten sich sogleich daran, das Bett in Ordnung zu bringen und zu packen.

Die Herrschaften werden draußen langsam ungeduldig.‘ meinte der Rüstknecht.

Der Hahn schrie erneut.

‚Geh und töte den Hahn und lass ihn den Göttern opfern!‘

‚Das wird dem Kirchenmann aber nicht sehr erfreuen.‘

‚So die Götter wollen, wird auch er diesen unheilvollen Tag überleben. Und nun geh.‘ meinte der Herzog streng und fürsorglich zugleich.

Kaum war der Rüstknecht aus dem Zelt verschwunden, stand auch schon seine Frau hinter ihm und übernahm es, ihm beim Anziehen zu behilflich zu sein. Sie sprach kein Wort, aber ihre Geste sagte ihm mehr, als je ein Mensch hätte sagen können. Ihre Finger zitterten bei jedem Handgriff. Er konnte es bei jeder Berührung spüren, dass sie ihre Hände nur mit großer Anstrengung unter Kontrolle hatte. Bei jeder ihrer fahrigen Berührungen, bebte ihm sein Herz in der Brust. Der Rüstknecht kam mit dem Hahn herein und eine alte Dienerin folgte ihm. Sie schnitt dem Hahn den Kopf ab und vergoss sein Blut über der Glut in der Feuerschale. Sie stocherte in Asche und Glut herum und sprach: ‚Schlage dem Stier den Kopf ab und du wirst siegreich sein!‘

Mit einem Wink schickte er beide wieder fort. ‚Emma, hilf mir bei der Rüstung.‘

‚Ja, Herr!‘

Es zerbrach ihm schier das Herz, wenn sie ihn formell ansprach. Noch gestern Nacht hatte sie ihm allerlei Nettigkeiten ins Ohr geflüstert. Sie reichte ihm den schweren, gepolsterten Wappenrock aus Leder und Tränen liefen ihr übers Gesicht. Er schluckte schwer und schlüpfte in den Wappenrock. Sie schnürte den Wappenrock zu, während ihr weiter die Tränen übers Gesicht liefen.

‚Emma, ich möchte, dass du mit dem Tross heimwärts ziehst. Sobald ihr den Grenzstein passiert habt, reitest du so schnell du kannst zu deinem Onkel. Ich kann erst klar denken, wenn du in Sicherheit bist.‘ sagte er leise und drückte ihr seinen Dolch in die Hand. ‚Ich möchte dass du dich und meinen Erben in Sicherheit bringst.‘

‚Woher…?‘ stotterte sie, bis ihre Stimme brach.

‚Ich mag ein Narr sein, in Kriegszeiten meine Frau zu besteigen, aber ich weiß genau wie viele Tage wir schon unterwegs sind und ich kein Blut gesehen habe!‘ Er hob eine Augenbraue und grinste.

‚Ja, Herr!‘ sagte sie leise und drückte den Dolch an ihre Brust.

‚Versprich mir, dass du nicht zurückblickst, ehe du den ersten Hahn am nächsten Morgen hörst.‘

‚Ich verspreche es, H…!‘ Er legte ihr die Hand auf den Mund und küsste sie stürmisch.

Sie stöhnte ein: ‚Rudger!‘ hervor. Er trennte sich von ihrem Mund und wischte ihr die Tränen vom Gesicht.

Mit dem Helm in der Hand trat der Herzog vors Zelt. Er schluckte noch den letzten Bissen herunter. Sein Weib wollte ihn nicht ohne etwas im Magen gehen lassen. Er hätte wohl besser nichts essen sollen, ihm war mehr als flau im Magen, aber er wollte auch nicht sein karges Mahl vor seine halbverhungerten Gefolgsleute speien.

Seine Frau kam aus dem Zelt und hinter ihr begannen die Diener das Zelt auszuräumen und abzubauen. Der Tross hatte schon auf gesattelt und die Wagen waren gepackt. Er konnte die Schritte seiner Frau hinter sich hören, als er bei seinem Pferd angekommen war. Sie nahm ihm den Helm aus der Hand und er stieg auf. Als sie ihm den Helm zurückgab, berührten sich ihre Hände einen kurzen Moment. Als sie sich wieder von ihm trennen wollte, packte er ihre Hand und beugte sich zu ihr hinunter, um ihre Hand zu küssen. Es war ihm so, als würde ihm das Herz stehen bleiben. Er hatte nicht bemerkt, dass sie ihm etwas in die Satteltasche gesteckt hatte. Ihre Blicke trafen sich für einen kurzen Moment und er konnte in ihren verschwommenen Augen das Feuer der letzten Nacht verlöschen sehen. Erschöpft lies er ihre Hand los und sie ging langsam zu ihrem Pferd, dass ihre Leibmagd für sie bereit hielt. Er schluckte schwer und sprach laut: ‚Dann wollen wir dem Stier nicht nur den Kopf abschlagen, auf dass der Hahn heute der Einzige in unseren Reihen sei, der sein Leben lassen musste.‘

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