Aufzucht und Pflege

Aufzucht und Pflege

Sie haben sich für einen 1EuroNazi entschieden. Wir gratulieren Ihnen ganz Herzlich zu Ihrer Neuerwerbung. Hans 88 ist nun Ihr bester Freund und wird alles machen was Sie gerne möchten. Ziehen Sie ihn zu erst aus und begutachten Sie ihn gründlich. Sie dürfen ihn ruhig ordentlich waschen. Sollte er nach dem Waschen immer noch nicht nach Ihrer Zufriedenheit sauber sein, können Sie ihn auch nach Belieben durchbürsteln. Wir empfehlen Ihnen eine handelsübliche Wurzelbürste. Weiter empfehlen wir Ihnen alle verbotenen Zeichen mit einem Schmirgelpapier oder mit einer Muskatreibe von der Tupperware zu entfernen. Wir wollen ja nicht, dass Sie wegen ihrem neuen Schützlings Ärger bekommen. Nach der Entnazifizierung der Haut Ihres Herrn 88 sagen Sie bitte möglichst kinskiesk: ‚Es reibt sich die Haut mit der Lotion ein… !‘ Wir empfehlen eine handelsübliche Wund und Heilsalbe.

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Igor – Ein denkwürdiger Tag auf Burg Feuerhayn Teil 4

Igor 2.0

Ein denkwürdiger Tag auf Burg Feuerhayn Teil 4

Als Utrecht mit Elvira im Arm den Hügel hoch geschritten kam, lag der Körper Beutelrocks schon in der Mitte der Hügelkuppe aufgebahrt. Elvira war gerade wieder erwacht und sah ihre Mutter, wie sie einige Kerzen anzündete, die um den Leichnam von Hengelder aufgestellt waren.

‚Müssen wir ihn diesmal wieder anzünden?‘ fragte Utrecht.

Lady Esmeralda schaute auf und lächelte kurz: ‚Nein, diesmal nicht!‘ Sie kam ihnen entgegen und breitete die Arme aus. ‚Elvira, geht es dir gut?‘

Utrecht hatte Elvira auf ihre Beine gestellt. Etwas wackelig schwankend lies sie sich von ihrer Mutter in die Arme nehmen. ‚Ihr müsst Utrecht van der Schorten sein! Hengelder hat mir schon so viel von Euch erzählt.‘ begrüßte sie ihn und streckte ihm die Hand hin. Elvira blickte beide fassungslos an. Er zog ihre Hand zu sich heran und wollte sie gerade küssen.

‚Müssen wir ihn diesmal wieder anzünden?‘ kam es gleichzeitig aus Stulpes und Pürkels Mund. Beide waren unbemerkt oben angekommen und schauten fragend in die Runde.

‚Nein, nein. Wir haben ja Elvira dabei. Das müsste auch ohne anzünden gehen!‘ erklärte Lady Esmeralda.

‚Mutter, was hast du vor?‘ fragte Elvira entgeistert.

‚Wir können ihn doch nicht so lassen? Wir holen ihn jetzt zurück!‘ kam es in einer Selbstverständlichkeit aus ihrem Mund.

‚Bitte was?‘ schrie Elvira auf, wurde dann aber gleich von Pürkel unterbrochen: ‚Ach, wir haben das schon vier mal gemacht!‘

‚Oh nein, Mutter! Mit schwarzmagischen Ritualen möchte ich nichts zu tun haben.‘ widersprach Elvira und machte Anstalten rückwärts den Hügel runter zu stolpern.

Utrecht stand plötzlich hinter ihr, hielt sie fest und schob sie unsanft zum Leichnam. In Igors Augen sah es so aus, als würden sie ihr jetzt weh tun wollen. Er sprang von Hinten auf Utrecht und versuchte ihn zurückzuhalten. Es blieb bei dem Versuch. Utrecht schüttelte Igor ab, der im hohen Bogen davon flog. ‚Elvira, vertrau mir!‘ sagte Lady Esmeralda in ruhigen Ton und zog einen Dolch. Igor kam schon wieder angerannt. Lady Esmeralda griff in einen Beutel an ihrem Gürtel und warf feinglitzernden Staub auf Igor. Der, vom Staub getroffen, im vollen Lauf stoppte, in seiner letzten Bewegung erstarrte und nach vorne umfiel. ‚Igor, wage es nicht noch einmal mich zu stören!‘ schrie Lady Esmeralda dabei.

‚Da legt’s di nieder!‘ rief Pürkel belustigt. Igor lag immer noch bewegungslos auf dem Boden. Kopfschüttelnd wand sie sich wieder Elvira zu. ‚Wir müssen uns jetzt beeilen, sonst ist es zu spät!‘ Mit Vollendung dieses Satzes packte sie Elviras Hand und stach mit dem Dolch zu. Elvira schrie entsetzt auf und wollte nur noch fort, doch Utrecht hielt sie immer noch fest und drängte sie zu Hengelders Leichnam. Sie weinte und schrie und sie wehrte sich nach Leibeskräften. Blut quoll aus ihrer geschlossenen Hand. Lady Esmeralda packte ihre Hand und zwang sie, sie zu öffnen. Ihr Blut tropfte auf den Leichnam. Der Bolzen steckte immer noch in seiner Brust.

Plötzlich konnte man ein Surren in der Luft hören. Elvira schaute entsetzt nach oben. Durch den Tränenschleier konnte sie zwar kaum etwas erkennen, aber dort oben braute sich etwas zusammen, das spürte sie. Wind kam auf, der ihr die Tränen aus ihrem Gesicht trieb. Sie zwinkerte und sah wieder nach oben. Es war so, als würde ein Schwarm kleiner flinker Vögel direkt auf sie zuhalten. Elvira bekam Panik und versuchte zu fliehen. Utrecht lies sie einfach los, weil er mit offenen Mund da stand und dem Spektakel zusah. Es waren keine Vögel. Es waren tausende kleiner Feen. Sie schillerten in allen Farben und rasten summend auf sie zu. Elvira ging in Deckung. Während Lady Esmeralda, Utrecht, Stulpe und Pürkel aufrecht da standen und das Ereignis genossen. Die Feen stoben auseinander und flogen über die Ebene davon, nur eine zerschellte in unzählige funkelnde Stücke auf Hengelders Brust. Der Körper Hengelders bäumte sich auf. Die funkelnden Stückchen der Fee prasselten als Diamanten auf den Boden herab. Igor erwachte aus seiner Starre und bemerkte, dass es Diamanten regnete. Er sammelte sie auf und schöpfte sie in seine Hosentaschen. Hengelders Körper bewegte sich. Er zog sich den Bolzen aus seiner Brust, atmete tief ein und ein unheimliches Geräusch kam dabei aus seinem Mund. Elvira schaute schockiert auf. Er riss die Augen auf, zeigte auf sie und röchelte: ‚…iebe dich, Schwester!‘

Elvira wurde wieder ohnmächtig. Die am Boden liegenden Diamanten lösten sich langsam in Rauch auf. Igor saß auf dem Boden und was war das? Er weinte. Aus seinen Taschen und von seinen Händen stieg der Rauch auf.

‚Igor, du Dummkopf! Du hast doch nicht wirklich geglaubt, dass wir seine Diamanten behalten dürfen!‘ lachte Pürkel.

‚Ich erinnere dich nur ungern an dein erstes Mal, Pürkel!‘ sagte Utrecht ganz beiläufig, bevor er zu Elvira eilte. Hengelder war bereits aufgestanden und hatte sich bereits zu Elvira hinunter gebeugt. Utrecht klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter und begrüßte ihn: ‚Du wirst alt, mein Freund! Dein Wiederkommen war auch schon mal heftiger!‘

‚Es ist auch schön dich wieder zu sehen, mein Freund!‘ sprach Hengelder Beutelrock. ‚Aber lieber ein kleines Wiederkommen, als kein Wiederkommen!‘

Hengelder nahm Elvira in seine Arme und zog sie liebevoll an sich. ‚Endlich kann ich es zu dir sagen, kleine Schwester. Endlich kann ich dich in meine Arme schließen.‘

Igor würgte hinter ihnen und erntete dafür einen Tritt von Lady Esmeralda.

Utrecht kniete sich auch hin und blickte besorgt auf Hengelder.

‚Du hättest nicht so hart zuschlagen müssen, sie ist doch nach fast ein Kind.‘

‚Woher?‘ fragte Utrecht ungläubig.

‚Deinen Handabdruck kann man immer noch auf ihrem Gesicht sehen.‘

‚Und ich kann ihren noch auf meinem Gesicht spüren!‘ meinte Utrecht und rieb sich die Wange.

Hengelder nahm ihre verletzte Hand in die Seine und küsste sie. In einem Moment rann ihr Blut noch über ihre beider Hände und im anderen Moment hörte es auf. Er wischte da Blut so gut es ging von ihrer Hand. Und als er ihren Kopf berühren wollte, riss sie wieder ihre Augen auf und als sie seine blutverschmierte Hand sah, verdrehte sie wieder die Augen. Er berührte trotzdem die rote Stelle an ihrer Wange und der Handabdruck verschwand langsam. Er rüttelte sie, doch Elviras Körper rutschte nur leblos aus seiner Umarmung.

‚Soll ich’s mal probieren?‘ fragte Utrecht und fing sie auf, bevor sie wieder auf den Boden rutschte. Hengelder riss bei Arme hoch und zischte eifersüchtig: ‚Bitte! Aber schlag sie nicht wieder!‘

Hengelder stand auf und ging zu Lady Esmeralda hinüber, die gerade die Spuren des Rituals beseitigte.

Utrecht küsste Elvira, als er sich so unbeobachtet wie möglich vorkam.

Elvira schreckte hoch und scheuerte ihm eine.

Hengelder drehte sich zu ihnen um und schrie ihn an. ‚Was fällt dir ein, sie zu küssen.‘

‚Hey, ich dachte es wäre eine gute Idee.‘ Er blickte, sich die andere Wange reibend, zu Elvira und zu Hengelder hinüber. ‚Und geklappt hat es allemal! Wach ist sie jetzt.‘

Elvira versuchte gerade sich aufzurappeln und begann zu fluchen. ‚Mir reicht’s, ich könnt mich mal, ich bin doch nicht euer Versuchskarnickel und auch nicht euer Täubchen, dass ihr nach Belieben abknutschen könnt.‘ Als sie rücklings versuchte sich fort zu kommen, stolperte sie über Igor und fiel wieder hin. Utrecht und Hengelder versuchten sie gleichzeitig aufzufangen, stießen aber nur mit den Köpfen zusammen. Sie kroch weiter rückwärts den Berg hinunter und bemerkte dabei beiläufig: ‚Ihr seid doch alle wahnsinnig!‘ Igor eilte ihr zur Hilfe und wollte ihr aufhelfen. Sie rümpfte nur die Nase, ihr Kinn begann zu zittern und sie wurde schlagartig grün im Gesicht. ‚Igor, du stinkst!‘

Würgend drehte sie sich um und übergab sich. Während Stulpe und Pürkel sich die Szenerie belustigt anschauten, haute Utrecht Hengelder mit einer geraden Rechten um. Dann kroch er zu Elvira hinüber und hielt ihr behutsam die beiden Zöpfe hoch. ‚Stulpe, Pürkel bringt den Gnom zur Furt, er soll sich waschen! Wir kommen gleich nach!‘

Mit einem ‚Jawohl!‘ packten sie sich den Gnom und rannten den Berg hinunter.

Esmeralda hielt Hengelder etwas unter die Nase und er kam langsam wieder zu sich. Sie tuschelten miteinander, während Elvira weiter Würgegeräusche von sich gab. ‚Elvira, ich muss mich an diesem Tag ein zweites und drittes Mal bei Euch entschuldigen. Aber Hengelder meinte es nur gut mit Euch. Und ich auch! Wir arbeiten seit 4 Jahren an dem Plan zu Eurer Befreiung und ich muss zugeben, ohne den unwissenden Gnom hätten wir es vielleicht nicht geschafft. Ihr dürft nicht böse auf uns sein, wir wollten Euch nur da raus holen.‘ Währenddessen er redete, hatte er ein Tuch aus seinem Gürtel gezaubert und wischte ihr das Gesicht sauber. Ihr war schwindelig, ihr Kopf rauschte und nachdem sie am Ende ihrer Kräfte war, lies sie sich von Utrecht in den Arm nehmen. Esmeralda hielt ihnen einen Wasserschlauch hin. ‚Er sagt die Wahrheit! Sie steckten die ganze Zeit unter einer Decke.‘

‚Woher kennt ihr euch!‘ meinte Elvira und spülte sich den Mund aus.

‚Wir haben im Krieg zusammen gekämpft. Damals waren wir dumme Jungs, die heiß auf den Krieg waren und Hengelder war noch blond, genauso wie du. Und wir wussten nicht, das Hengelder ein Wiedergänger ist.‘

‚Ich bin kein Wiedergänger!‘ meinte Hengelder erbost. ‚Ich bin nicht Untot!‘

‚Als er das erste Mal starb, wurde er mit allen anderen Leichen verbrannt und er kam wieder. Seine Haare waren von dem ganzen Blut rot geworden. Ich habe ihn dann nochmal getötet, weil ich ernsthaft angenommen hatte, ich hätte ein dämonisches Wesen vor mir. Wir warfen seinen toten Körper wieder auf den brennenden Haufen und als er am nächsten Morgen weinend vor dem Massengrab kniete, ging ich zu ihm und hörte seine Geschichte.‘ erzählte Utrecht leise. Sie blickte ihm ins Gesicht und schüttelte den Kopf. ‚Ihr seid nur halb so alt wie Stulpe und Pürkel, wie könnt ihr im Krieg gekämpft haben?‘

‚Er ist ein Halbelf und wir sind die Letzten eines längst vergessenen Volkes und wir sind dazu verdammt auf dieser Erdenscheibe zu wandeln, bis unsere Lebensenergie erschöpft ist und wir in die nächste Bewusstseinsebene übergehen können.‘ meinte Hengelder ruhig.

‚Nachdem ich ihm eines seiner Leben genommen habe, stand ich seither in seiner Schuld und die habe ich heute eingelöst, indem ich meinen Bruder verraten habe. Nun besitze ich nichts mehr, außer dem, was ich am Leibe trage und dem Gaul da unten.‘

‚Aber ich besitze ein Bisschen was.‘ meinte Esmeralda. ‚Wenn wir schon am Geschichten erzählen sind, dann habe ich auch noch Eine beizusteuern. Bevor ich diesen widerlichen Widerlichen heiraten musste, lebte ich bei meinen Eltern. Eines Nachts sah ich eine Sternschnuppe und am nächsten Tag fand ich dich, Elvira. Wir nahmen dich zu uns und mir war völlig klar, dass du etwas Besonderes bist. Eines Tages kam der unaussprechlich Widerliche, verfluchte meine Eltern und entführte mich und dich. Ich gelobte ihm, seine Frau zu werden, wenn er dir nichts antun würde. Im Laufe der Jahre habe ich meine magischen Fähigkeiten, sagen wir mal, verbessert. Ich habe ihn verflucht, jeden Tag aufs Neue und irgendwann hat es geklappt. Erst habe ich seine Männlichkeit verflucht und dann seinen Namen. Keiner kann sich mehr an seinen Namen erinnern, er nicht und selbst ich nicht. Dann habe ich mich seiner Magie solange bedient, bis nichts mehr davon übrig war. Nun ist er nur noch eine leere, dumme Hülle und wenn Undrocht mit ihm fertig ist, dann bin ich wohl die glückliche Witwe. Ich habe Stulpe dazu angestiftet alle Wertgegenstände auf die Burg meiner Eltern zu bringen. Jahr für Jahr haben wir alles fortgeschafft, was uns am Herzen lag. Dann kam Hengelder auf die Burg und Stulpe weihte mich ein.‘

‚Mutter und ich dachte immer, du hast auch was mit Hengelder.‘

‚Elvira, du ungezogenes Kind.‘ rief Esmeralda empört.

‚Ich hab gesehen, wie er Nachts immer in dein Zimmer geschlichen ist.‘

‚Ja, aber ich bin nie bis zum Morgen geblieben, Schwesterherz!‘

‚Nein, aber Stulpe!‘ meinte Elvira schnippisch. Utrecht kniete immer noch neben Elvira und blickte verwirrt zwischen den Dreien hin und her. Er konnte kaum glauben, was er da hörte.

‚Sag mal, was hältst du denn von mir?‘

‚Mutter, das mit Stulpe wusste ich schon länger, nur das mit Hengelder hat mich echt verwirrt. Und jeder Mann wäre besser gewesen, als ‚Vater‘! Deswegen hab ich mir nichts weiter dabei gedacht.‘

Emeralda war den Tränen nahe und nahm sie in den Arm. ‚Dann reiten wir jetzt heim!‘

‚Heim Heim!‘ Sie wies Richtung Burg Feuerheyn! ‚Oder Heim Heim. Wo auch immer da ist?‘

‚Heim Heim und es liegt hinter dem Fluss und hinter den Bergen.‘ meinte Esmeralda und wies in die Richtung, wo man Stulpe und Pürkel gerade davon reiten sah.

Elvira stand auf. ‚Bevor wir uns zur der Burg deiner Eltern aufmachen, würde ich mich auch gerne Waschen!‘

Published in: on 26. September 2012 at 20:53  Schreibe einen Kommentar  
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Name und Anliegen

Name und Anliegen

Ich grüble schon seit letzten Freitag über die Begegnung des dritten Reichs im Saturn nach. Ja, ich bin voreingenommen und ich habe Vorurteile, vor allem gegenüber Nazi’s. Die Freiheit nehm ich mir. Ich war eigentlich fest davon ausgegangen, dass der Herr 88 mich verkloppen wollte. Hat er aber nicht. Vielleicht hatte er ja Angst vor mir. Genau. Er war ja nur fast 3 Köpfe größer, als wie ich. Das ist ja auch keine Kunst. Aber er hätte doch keine Angst vor mir haben müssen. Ich kann doch keiner Fliege was zu Leide tun. Wär ja auch überhaupt nicht fair gewesen, wenn ich ihn verprügelt hätte. Bin bestimmt viel schlauer als er. Hatte ja schließlich Geschichtsunterricht.

Und was erzählt er bloß seinen Kameraden, weil er mich nicht verprügelt hat? Hm.

‚Habe eine Punkbraut im Saturn gesehen! Sie hat sich als Hippimädchen getarnt.‘

‚Und hast du sie ordentlich vertrimmt, Kamerad?‘

‚Habe sie nicht vertrimmt. Hatte Angst vor ihr.‘

‚Warum Kamerad?‘

‚Weil sie so klein war!‘

Und selbst, wenn es eine halbwegs ernst gemeinte Anmache gewesen wäre, hätte ich schon ein Wenig mehr erwartet. Gerade bei denen, die die Zucht und Ordnung per se erfunden haben, hätte ich bei einem Ewiggestrigen echt erwarten können, dass er sich wenigstens vorstellt und sein Anliegen vorträgt. Meine Erwartungshaltung ist halt immer zu hoch. Nachdem ich das bei jedem Menschen erwarte und es noch nicht mal die mit mehr IQ schaffen, ihren Namen und ihr Anliegen vorzutragen… Ich kann es halt immer nicht glauben. Aber ist es denn so schwer.

‚Hans, Nazi, aufs Maul!‘ und/oder ‚Hans, Nazi, Ficken?‘

Nun in einem ganzen deutschen Satz:

‚Mein Name ist Hans, ich bin Nazi und ich würde dich gerne vertrimmen!‘

Oder: ‚Mein Name ist Hans, ich bin Nazi und hätte gerne Geschlechtsverkehr mit dir!‘

Oder eine Variation aus Beiden, hätte ich mir ja vielleicht noch eingehen lassen, aber krieg der Affe sein Maul nicht auf, kriegt er auch kein Zucker. Ich will auch immer viel und krieg es nicht.

Am Liebsten wäre mir allerdings gewesen: ‚Mein Name ist Hans, bin Nazi und Vergewaltiger und ich würde mich gerne resozialisieren lassen!‘

‚Ich hab auf dich gewartet!‘

Ich laufe gerade im Moment in die Küche und hole die kleine Muskatreibe von der Tupperware und lege sie in meine Handtasche, ich glaub ich gehe morgen wieder zum Saturn. Und da soll nochmal einer sagen, ich könnte keine Männer quälen.

Igor – Ein denkwürdiger Tag auf Burg Feuerhayn Teil 3

Igor 2.0

Ein denkwürdiger Tag auf Burg Feuerhayn Teil 3

Wenig später saß Igor breitbeinig verkehrt herum auf dem Hintern von Utrechts Pferd. Er blickte auf das Pferd hinter ihnen. Hengelders Arme und Beine baumelten links und rechts vom dem hinterem Pferd herab. Utrecht hatte Elvira vor sich auf sein Pferd gesetzt. Dann sprach er ruhig zu ihr, während er das Pferd über eine weite Ebene führte. ‚Lady Elvira, darf ich mich bei Euch in aller Förmlichkeit für die Ohrfeige von vorhin entschuldigen.‘ Seine Hand lies den Zügel kraftlos los. Elvira rieb sich über ihre, immer noch rote, Wange und sagte: ‚Ihr dürft!‘

Sie nahm seinen verletzten Arm und lies ihn in ihren Schoß sinken, dann ergriff sie ihrerseits den Zügel.

‚Darf ich Euch etwas anvertrauen?‘ fragte Utrecht.

‚Ich bitte darum!‘ sagte Elvira leicht näselnd. Igor, der die Beiden belauschte, wurde es richtig schlecht bei dem Gesülze. Viele kleinere und größere Begräbnishügel säumten die Ebene.

‚Ich habe nicht vor mit Euch ins Hauptquartier zu reiten.‘

‚Und was habt Ihr stattdessen vor?‘ fragte Elvira neugierig.

Sie hielten auf die drei großen Hügel im Zentrum der Ebene zu. Die immer größer wurden, um so näher sie kamen.

‚Das werdet Ihr dann schon sehen!‘ grinste Utrecht.

‚Ich hätte es wissen müssen. Ihr seid ein unglaublicher Widerling!‘ erwiderte Elvira, sie riss am Zügel und schleuderte dabei seinen Arm von ihrem Schoß. Bei diesem Manöver fielen sie beide vom Pferd. Utrecht kugelte mit Elvira zusammen über den Boden, während das Pferd mit Igor auf dem Rücken davon sprengte. Sie rangelten ein Wenig miteinander, als sich Utrecht plötzlich unter einem Stöhnen zur Seite wälzte. Elvira rappelte sich auf und schrie ihn weiter an: ‚Ihr seid nicht nur ein Widerling, Ihr seid ein, ein, ein…ein ungehobelter…. ungehobelter…Gauner!‘

Igor hielt sich beharrlich am Schwanz des Pferdes fest, während das Pferd im Zickzack zwischen den Begräbnishügeln umher irrte.

Utrecht hielt sich, mit einem schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck, den Arm. Dann stöhnte er: ‚Ich bin alles was Ihr wollt,….wenn Ihr mir….mir nur bitte helft.‘

‚Oh, Verzeihung.‘ sagte Elvira erschrocken. ‚Natürlich!‘

Sie kniete sich hin, raffte ihre Röcke und wühlte in einem Beutel, den sie unter ihrem Unterrock versteckt hatte. Utrecht richtete sich auf und schaute ihr wie hypnotisiert dabei zu, er konnte ihre Rüschenunterwäsche sehen.

‚Oh, habt Ihr da noch mehr unter Eurem Rock versteckt?‘ plapperte er und grinste sie mit einem schmerzverzerrten Lächeln an. Sie lies die Röcke und den Beutel los und verpasste ihm eine Ohrfeige. Er stürzte wieder um und hielt sich schreiend seinen Arm. Dessen ungeachtet rief sie aufgebracht: ‚Ihr seid ein widerlicher, aufgeblasener Schuft!‘ Mit einem ernsten Blick zog sie einen Dolch. Utrecht schaute sie mit weit aufgerissenen Augen an. Woher hatte sie den Dolch nun auf einmal her?

‚Ihr habt doch nicht etwa Angst, Utrecht!‘ Elvira packte seinen Arm, setzte den Dolch am blutdurchtränkten Ärmel seiner Tunika an und schnitt ihn dann ganz langsam und vorsichtig auf. Um so näher sie an die Wunde kam, um so mehr sog er zischend die Luft zwischen den Zähnen hinein. Als sie mit dem Aufschneiden des Ärmels fertig war, trennte sie ihn oben an der Schulter ab. Als sie den blutigen Fetzen von der Wunde klappte, konnte man ein saugendes Geräusch vernehmen und Blutblasen quollen aus seiner Wunde. Utrecht war nun ein Wenig blasser geworden.

‚Ach, du gute Güte, das sieht aber gar nicht gut aus!‘ kam es aus Elviras Mund und Utrecht konnte nicht so recht glauben, was er da gerade gehört hatte. Seinen Blick nicht beachtend, öffnete sie eine Flasche mit einer braunen Flüssigkeit aus ihrem Beutel. Sie nippte daran und kippte den restlichen Inhalt über beide Seiten der Wunde. Er biss sich auf die Lippen und versuchte nicht nochmal zu schreien. ‚Oh, das könnte nun ein bisschen Weh tun!‘ meinte sie kühl. Irgendwie kam er mit ihren Stimmungsschwankungen gar nicht zurecht.

Sie nahm zwei strahlend weiße Tücher aus ihrem Beutel und träufelte etwas Flüssigkeit aus einer weiteren Flasche darauf. Dann hielt sie eines der Tücher an die hintere Austrittswunde und träufelte einige Tropfen in die Eintrittswunde. Mit dem zweiten Tuch verdeckte sie die Eintrittswunde, danach rieb sie die Tücher über die Wunde und murmelte etwas Unverständliches. Sein Arm wurde kochend heiß, Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn und rannen sofort über sein Gesicht. Er riss die Augen erschrocken auf und setzte wieder zum Schreien an, als sie die Tücher vom Arm nahm. Fassungslos blickte er auf seinen Arm, die Wunden waren fast verschlossen. Sie wischte das restliche Blut von seinem Arm und rieb auch über die Stelle an seiner Hand, wo sie ihn noch vor einer Stunde gebissen hatte. Auch diese Wunde verschwand langsam. Erschöpft schaute sie auf. Utrecht hatte sich vor Schmerz auf die Lippe gebissen und ein Tropfen Blut wanderte über sein Kinn. Bevor des Blut von seinem Gesicht tropfen konnte, nahm sie ihn mit dem Tuch auf und rieb ihm auch über die Lippe. Beide blickten sich wie verzaubert von diesem Augenblick an.

Igor hätte bei diesem Anblick ernsthaft kotzen können, wenn er in diesem Augenblick nicht kopfüber vom Pferd herab hängen würde. Seine Aussichten waren bei weiten auch nicht rosiger, er blickte von unten auf den Hintern des Pferdes. Er war irgendwann vom Pferd gestürzt und hatte sich im Zaumzeug verfangen. Von seiner Position aus hatte er keinerlei Möglichkeit das Pferd zu stoppen.

Utrecht und Elvira machten gerade Anstalten sich zu küssen, als eine Stimme ihr Vorhaben unterbrach. ‚Kann man Euch irgendwie zur Hand gehen, Eure Erhabenheit!‘ Beide schreckten hoch und erkannten Ignatius Pürkel, der von seinem Pferd aus, auf sie herab blickte und selten dumm grinste.

‚Lady Elvira, geht es Euch gut, hat er Euch etwas angetan?‘ fragte er und grinste über beide Ohren.

Elvira nickte zu erst, schüttelte dann den Kopf und schaute ihn entgeistert an.

‚Feiner Herr, wo ist Euer Pferd?‘ fragte Pürkel und stieg von seinem Pferd ab.

Utrecht pfiff und versuchte sich aufzurappeln, dann half er Elvira hoch.

‚Pürkel, du räudiger Sohn einer läufigen Hündin, endlich. Du hast doch getrödelt!?‘ entgegnete Utrecht immer noch aufgebracht von der Tatsache, dass Pürkel sie gerade beim Beinaheknutschen erwischt hatte. Er umarmte ihn trotzdem erschreckend herzlich.

‚Oh nein, ich hab nicht getrödelt. Ich hab erst mal Stulpe befreit!‘

‚Und wo ist Stulpe?‘ fragte Utrecht.

‚Er wollte Lady Esmeralda retten, bevor Euer Bruder noch die ganze Burg in die Luft jagt.‘ erwiderte Pürkel, hob den blutigen Fetzen auf, zog eine Augenbraue hoch und blickte auf den nackten Arm von Utrecht und fuhr fort: ‚Hättet Ihr Euren Abgang nicht etwas weniger spektakulär gestalten können, es langt doch völlig, dass wir Beutelrock geopfert haben.‘

‚Pürkel, wir haben Beutelrock nicht wirklich geopfert, er wollte es so!‘ sagte Utrecht trotzig, aber irgendwie ungläubig. Er war mit dem Vorschlag von Beutelrock nämlich nicht einverstanden gewesen.

‚Blickt ihr’s eigentlich noch, Hengelder ist tot. Er ist vorhin in meinen Armen gestorben…!‘ Elviras Stimme brach und sie schluchzte einmal laut auf.

‚… Pürkel …warum machst du mit dem da gemeinsame Sache!‘ Dabei wies sie auf den verdutzt drein blickenden Utrecht.

‚Lady Elvira, das erklärt Euch besser Hauptmann Beutelrock!‘ meinte Pürkel ganz selbstverständlich.

‚Ja Pürkel, da hast du recht. Der Beutelrock lässt uns eh die ganze Drecksarbeit alleine…!‘ pflichtete Utrecht bei, kam aber nicht dazu seinen Satz zu vollenden, da Elvira klamm heimlich in Ohnmacht gefallen war.

‚Ich glaub, du musst es ihr vielleicht doch irgendwie selber erklären!‘ witzelte Pürkel.

Utrecht war währenddessen zu Elvira hinunter gestürzt und versuchte ihr zu helfen.

‚Pürkel jetzt hilf mir doch, ich hab doch keine Ahnung von so was!‘ winselte Utrecht.

‚Euer Hochwohlgeboren, kann ich Euch etwa zur Hand gehen!‘ Sie hatten auch Hauptmann Stulpe nicht kommen hören.

‚Äh… Stulpe…wo ist dein Pferd?….Ähm…Und wo ist Lady Esmeralda?‘ stotterte Utrecht.

Stulpe machte auf seine Art und Weise Meldung: ‚Lady Esmeralda fängt gerade mit meinem Pferd deinen blöden Gaul und den Beutelrock ein! Und sie wollte das Ritual vorbereiten!‘

‚Vertraut die Herrin etwa Eurer magischen Inkompetenz nicht!‘ warf Pürkel ein. Er grinste wieder breit, half aber dann Utrecht dabei, die immer noch bewusstlose Elvira auf sein Pferd zu hieven.

‚Ich frag besser nicht, was du mit der jungen Lady gemacht hast?‘ witzelte nun Stulpe und beobachtete die Beiden dabei, wie sie emsig abmühten.

‚Mauritius, halt endlich dein vorlautes Mundwerk und hilf uns!‘ rief Utrecht schon leicht verärgert und stieg hinter Elvia’s reglosen Körper in den Sattel.

‚Ich wusste gar nicht, dass Engel so schwer sind!‘ meinte Stulpe.

‚Genaugenommen ist sie gar kein Engel!‘ erklärte Pürkel neunmalklug.

‚Elfe….Fee….Was auch immer! Ich werde es ihr jedenfalls nicht erklären!‘ stellte Utrecht fest, griff die Zügel und lenkte das Pferd in Richtung der drei großen Begräbnishügeln.

‚Ach, der feine Herr reitet voraus und das blöde Fußvolk macht das, was es am Besten kann!‘ beschwerte sich Stulpe breit grinsend.

‚Ihr Beiden deckt den Rückzug und untergrabt nicht immer meine Autorität!‘ erwiderte Utrecht, stupste Pürkels Pferd leicht in die Seite und ritt langsam fort.

‚Ich hab doch jetzt gar nichts gesagt.‘ beschwerte sich Pürkel.

‚Es wird Zeit, dass ihm der Beutelrock mal wieder die Leviten eintrichtert.‘ sagte Stulpe mehr zu sich selbst.

‚Das habe ich gehört!‘ rief Utrecht ihnen über Schulter hinweg zu und ritt nun etwas schneller davon.

Lady Esmeralda hatte die beiden Pferde zu den drei großen Begräbnishügeln getrieben. Igor hing unter Utrechts Pferd fest und bot Esmeralda einen echt mitleidigen Anblick. Er wand sich wie ein Wurm, in der Hoffnung das Pferd würde sich in den nächsten Minuten nicht nochmal erleichtern. Sie musste herzhaft lachen, stieg dann ab und band die beiden Reitpferde an einer vertrockneten Wurzel, eines seit langer Zeit verdorrten Baumes, fest.

‚Igor, in was hast du dich da wieder verstrickt!‘ lachte Esmeralda.

Igor sein sämtliches Blut war ihm in den Kopf und in den Buckel gelaufen. Er konnte weder Arme, noch Beine richtig bewegen und er jammerte wie ein Kleinkind, sie möge ihn doch endlich von seinen Leiden erlösen.

‚Igor nein, dein Tag der Pastete ist noch lange nicht gekommen!‘ Esmeralda stand vor dem Gaul und rieb sich am Kinn. Sie überlegte, wie sie Igor so befreien konnte, ohne dabei das ganze Zaumzeug vom Pferd zu lösen. Dabei sprach sie mehr zu sich selbst, als zu Igor: ‚Wenn ich den Nippel hier durch die Lasche ziehe, dann müsstest du eigentlich…!‘ Igor fiel mit einem lauten Aufschrei zu Boden. ‚…Oh, Verzeihung!‘

Igor rappelte sich blitzschnell auf, weil er möglichst schnell von dem Pferd wegkommen wollte. Er hatte nur nicht bedacht, dass ihm sämtliche Extremitäten eingeschlafen waren. Es zog ihm beim Hochhasten erst die Beine weg, als wären sie nicht nur taub, sondern aus warmen Wachs. Beim Umfallen wollte er sich mit den Armen abstützen. Weit gefehlt, er flog mit der Nase in den Dreck. Esmeralda kicherte etwas schadenfroh, es war ihr auch kaum zu verübeln, der Anblick von Igor war einfach zu albern gewesen. An ihm war wirklich ein Schelm verloren gegangen.

Immer noch feixend nahm sie das Pferd, mit dem Leichnam von Hengelder Beutelrock auf dem Rücken, am Zügel und schritt den mittleren Hügel hinauf.

Vor Igors Nase kroch eine enorme Nacktschnecke und hinterließ eine widerliche Schleimspur. Er überlegte nicht lange und schnappte nach der Nacktschnecke. Er konnte ja nicht wissen, wann er das nächste Mal etwas gegen sein Magenknurren bekommen würde.

Esmeralda drehte sich nochmal zu Igor um und fragte ihn verdutzt. ‚Igor kommst du? Ich brauche deine Hilfe… Und hast du da etwa gerade eine Nacktschnecke gegessen?‘

Igor schluckte schwer und versuchte dann nochmal aufzustehen und loszulaufen. Er taumelte der Herrin hinterher, als wäre er ganz schön betrunken.

Published in: on 25. September 2012 at 18:27  Schreibe einen Kommentar  
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Manchmal kommt es anders…Hund und Herrin

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt! 

Vorgeschichte

Hund und Herrin

Paralysiert nickte er nur und folgte ihr, als sie rückwärts zum Bett ging. Völlig absichtlich stolperte sie aufs Bett und er fiel neben sie. Irgendwas stimmt doch da nicht, dass geht viel zu einfach. Sie küsste ihn. Er lies sich bereitwillig von ihr küssen. Da muss irgendwo ein Haken sein. Bloß wo? Sie blickte ihn fragend an und küsste ihn nochmal. Wie ein Welpe blickte er sie an. Sie schüttelte den Kopf und küsste ihn nochmal, diesmal fordernder. Er erwiderte den Kuss nicht ganz so ungestüm, aber sie kamen der Sache schon näher. Neugierig blickte sie über seine Schulter und da war wieder eine weitere Tür. War das auch das Betriebsgeheimnis, oder nur ein begehbarer Kleiderschrank? Sie rückte ein Stück von ihm ab, blickte sich um und setzte sich dann auf, als sie noch eine dritte Tür entdeckte.

‚Okay, lass mich raten, da ist dein begehbarer Kleiderschrank und das ist wieder das Betriebsgeheimnis?‘ Sie wies erst nach rechts und dann nach links.

Verlegen nickte er.

‚Will ich wissen was da drin ist?‘

Er zuckte mit den Schultern.

‚Mich kann man mit fast nichts schocken, ich lebe mit einem perversen Homosexuellen und einer veganen Emanze zusammen.‘

Wortlos zog er den Schlüssel von seinem Hals und gab ihn ihr fast schon unterwürfig.

Sie nahm den Schlüssel an sich, stand auf und ging zu der Tür zu ihrer linken. Der Schlüssel passte, also schloss auf und drückte die Klinke. Das Licht ging automatisch an und vor ihr kam eine Folterkammer zum Vorschein. Die Wände waren mit schwarzem Leder verkleidet. Es hingen schwere eiserne Ringe an der Wand. In der Mitte stand ein weiteres Bett, mit einem sehr interessanten schmiedeeisernen Kopfende. Es war ein riesiges Spinnennetz, dass bis an die Decke reichte. Auf einer Anrichte lag allerlei Sexspielzeug in verschiedenen Größen und Formen. Einige Peitschen, Paddel, Seile und Halsbänder hingen an der Wand.

‚Ist das alles für dich oder für mich?‘ fragte sie heiser und drehte sich zur Tür.

Er kam langsam auf sie zu und lies sich vor sie auf die Knie sinken.

‚Hm!‘ flüsterte sie und blickte ihn ernst an. ‚Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich meine Lackstiefel angezogen.‘ Dann lächelte sie ihn herzlich an.

Sie ging langsam um ihn herum, schloss hinter ihm die Tür und verschloss sie wieder, lies aber den Schlüssel stecken. Dann ging sie zu der Anrichte und schaute sich um, fast unmerklich schlug sie sich auf den Schenkel und er kam auf allen Vieren auf sie zu.

Sie nahm einen Buttplug in die Hand und spielte damit herum.

‚Gehe ich recht in der Annahme, dass ich alle Gegenstände hier im Raum an dir verwenden darf?‘

Er nickte wieder, blickte sie dabei aber nur kurz an.

‚Gut. Ich darf alles mit dir machen, solange die Körperflüssigkeiten weiß bleiben?‘

Wieder nickte er.

‚Kein Kaviar, keine Natursekt, kein Blut, keine bleibenden Verletzungen, kein Würgen!‘

Er nahm noch eine unterwürfigere Haltung an.

‚Okay, woher wusstest du, dass ich nicht wie ein kleines 12jähriges Mädchen mit blonden Zöpfen schreiend aus der Wohnung renne und die Polizei hole.‘

Er zog einen Flyer aus der Hosentasche und legte ihn ihr vor die Füße.

‚Du warst da?‘

‚Nur einmal!‘

‚War das Treffen heute eingefädelt?‘

‚Nein!‘

‚Und weiß mein Mitbewohner oder dein Nachbar davon?‘

‚Nein!‘

‚Sicher?‘

‚Ja.‘

‚Gut und dabei bleibt es auch!‘

‚Ich werde von dir kein Geld nehmen.‘

Er blickte sie fragend an.

‚Ich muss meine gewerkschaftlichen Pausen einhalten!‘

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht.

‚Wer hat gesagt, dass du lachen darfst?‘

Seine Miene versteifte sich.

‚Wenn du wert darauf legst, dass deine Klamotten ganz bleiben, dann zieh sie aus!‘

Er zögerte keine Sekunde und zog die Hose aus, legte sie ordentlich zusammen und kauerte sich dann wieder vor sie hin. Sie ging zu der Anrichte, nahm sich ein Halsband mit einer kurzen Leine daran und kam zu ihm.

‚Zeig mir deinen Hals!‘

Er reckte den Kopf und präsentierte ihr seinen Hals. Geschickt legte sie das Halsband um seinen Hals und schloss es. Es war eine Maßanfertigung.

‚Willst du mein kleiner Welpe sein?‘ fragte sie mit zuckersüßer Stimme.

Wie ein junger Hund schmiegte er sich aufgeregt an ihr Bein. Sie holte aus und schlug ihm hart auf den Hintern. ‚Ich kann dumme, kleine Hunde nicht leiden!‘

Nun war er reichlich verwirrt, also verharrte er ruhig und wartete. ‚Ich mag große, stolze Köter!‘

Er richtete sich etwas auf und hob den Kopf. Sie packte ihn am Kopf, riss ihm den Kopf nach hinten und schlug ihm mit der flachen Hand hart ins Gesicht. ‚Damit ich ihren Willen brechen kann!‘

Sie lies von ihm ab und ging wieder zur Anrichte. Langsam ging sie um das Spinnennetz herum und setzte sich aufs Bett. Sie schlug sich wieder gegen den Schenkel. Wenig später war er wieder an ihrer Seite.

‚Hm!‘ kam es aus ihrem Mund, als sie sich zu ihm runter beugte. Und das klick, das darauf folgte, signalisierte ihm, dass sie wohl die Handschellen gefunden hatte. Sie nahm ihm an seinem Kinn und zog sein Gesicht hoch, so dass er mit aufrechten Oberkörper vor ihr kniete. Mit einem Ruck riss sie ihm das Hemd auf und lies es blitzartig wieder los.

Dann schlug sie mit der flachen Hand aufs Bett. Einmal. Zweimal. ‚Los komm, sei ein Braver und kommt zu Frauchen aufs Bett.‘

Zögernd machte er Anstalten aufs Bett zu krabbeln und schon verpasste sie ihm wieder einen Schlag auf den Hintern. ‚Tragen wir auf dem Bett etwa Socken?‘

Schlagartig hielt er inne und zog mit einer Hand die Socken aus. Die Andere lag ruhig auf dem Bett, die Handschellen baumelten von der Bettkante.

‚Und das Hemd brauchen wir auch nicht?‘

Das kaputte Hemd glitt etwas einseitig zu Boden. ‚Jetzt kommen wir der Sache schon näher.‘ Sie schlug wieder mit der flachen Hand auf das Bett. Einmal. Zweimal. Er kroch aufs Bett, sie zog ihn auf die Mitte der Matratze und kettete ihn an das Spinnennetz.

Dann stand sie ohne ein Wort zu sagen auf, öffnete die Tür und ging. Er konnte nur noch die Haustür zufallen hören. Unangenehme Stille, bis er nach ungefähr 2 Stunden in der Ferne die Sirenen hörte.

Published in: on 23. September 2012 at 19:34  Schreibe einen Kommentar  
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Igor – Ein denkwürdiger Tag auf Burg Feuerhayn Teil 2

Igor 2.0

Ein denkwürdiger Tag auf Burg Feuerhayn Teil 2

Hauptmann Beutelrock schleifte Igor an seinem Ohr aus dem Thronsaal und eilte zum dritten inneren Tor. Man konnte Kampfeslärm von draußen hören. Seine Männer hatten eine Barrikade errichtet. Die äußeren Tore schienen schon verloren zu sein.

‚Öffnet die Barrikade!‘ schrie der Hauptmann.

‚Aber, Hauptmann. Sie werden uns überrennen, wenn wir die Barrikade öffnen!‘ meinte einer seiner Gardisten.

‚Sie riefen nach einem Unterhändler. Und ich bin der Unterhändler!‘ meinte Hauptmann Beutelrock kühl.

Der Gardist lief zu dem Fenster mit Schießscharte, dass sich am Nächsten bei der Barrikade befand. ‚Wir schicken einen Unterhändler! Wir schicken einen Unterhändler!‘

Der Kampfeslärm verstummte.

‚Er soll ohne Rüstung und unbewaffnet aus dem Tor treten!‘ rief eine laute Stimme von draußen herein.
‚Igor, los beweg dich. Nimm mir die Rüstung ab!‘ befahl Hauptmann Beutelrock und ging in die Knie. Igor tat wie es ihm geheißen und half dem Hauptmann aus der Rüstung. Ohne die Rüstung sah der Hauptmann nur noch halb so imposant aus.

Er hatte nur noch seinen wattierten Wappenrock, eine Bruche und seine wattierten Beinlinge an. Seine Gardisten hatten die Barrikade bereits zur Seite geschafft.

‚Hasenreit! Antreten!‘ Schrie der Hauptmann. ‚Wenn ich nicht zurückkomme, seid ihr Hauptmann!‘ Hauptmann Beutelrock drückte dem Gruppenführer Dolp Hasenreit sein Schwert in die Hand und wies auf seine Rüstung. ‚Behandelt sie gut, sie haben mir in so mancher Schlacht das Leben gerettet.‘ Dann wandte er sich ab und ging zum Tor. Seine Leute hatten bereits das Tor geöffnet. Igor lief los und folgte ihm. Sein innerer Widerwillen konnte ihn nicht zurückhalten, der Meister hatte es befohlen, er musste den Hauptmann begleiten.

‚Was habt Ihr da?‘ fragte der Mann, der zu der lauten Stimme zu gehören schien.

‚Das ist ein Igor!‘ erwiderte Hauptmann Beutelrock.

Mehrere Söldner von Utrecht und Undrocht packten den Hauptmann sowie Igor, durchsuchten sie unsanft und schleiften sie, im wahrsten Sinne des Wortes, aus dem Blickwinkel der Gardisten.

Den Hauptmann hatten die Söldner noch ein Wenig verprügelt, bevor die beiden dann zu Utrecht und Undrocht gebracht wurden. Igor hatten sie seltsamerweise kein Haar gekrümmt.

Sie wurden in ein riesiges Zelt geführt. Hauptmann Beutelrock hatten sie die Hände auf den Rücken gefesselt. Undrocht, war der Ältere der Beiden bösen Brüder und saß auf seinem Thron und Utrecht, der Jüngere, stand neben seinem Thron. Die beiden Brüder sahen sich nicht im Mindesten ähnlich.

‚Hauptmann Beutelrock, was verschafft uns die Ehre!‘ meinte Utrecht.

Hauptmann Beutelrock zog eine Ladung Blut aus seiner Nase hoch und spuckte Utrecht vor die Füße. Undrocht gab den Wachen einen Wink, daraufhin zwangen sie den Hauptmann auf die Knie.

‚Aber Hengelder, Ihr müsst unsere Söldner entschuldigen. Sie sind zu Weilen etwas übereifrig.‘ meinte Undrocht, während Utrecht zu dem Tisch trat und eine Karaffe mit Wasser und ein Handtuch holte. Er goss den Inhalt des Kruges dem Hauptmann über den Kopf. Dann zog er seinen Dolch aus seinem Gürtel und öffnete ihm die Fesseln mit einem Ruck. Hauptmann Beutelrock schnaubte sich Blut und Wasser aus dem Gesicht. Utrecht reichte ihm das Handtuch. ‚Wir sind ja keine Unmenschen!‘

Der Hauptmann rieb sich mit dem Handtuch übers Gesicht und meinte dann kurz: ‚Ihr wolltet verhandeln!‘

‚Nein, nicht wirklich!‘ meinte Undrocht. ‚Ich wollte Euch nur aus der Burg haben, bevor ich den Rest von ihr auch noch in die Luft sprenge.‘ Er lies den Satz wirken, bevor er weitersprach. ‚Ich habe Hauptmann Stulpe vorhin schon ein Angebot gemacht, was er besser nicht abgelehnt hätte.‘ Undrocht wies aus dem Zelteingang. Draußen konnte man eine Gestalt an der hochgezogenen äußeren Zugbrücke baumeln sehen. Igor zuckte merklich zusammen, als er erkannte, dass Hauptmann Stulpe, nur in seiner Bruche bekleidet an der Zugbrücke baumelte.

‚Was soll der Gnom hier eigentlich?‘ fragte Undrocht.

‚Das ist Igor. Er ist der Unterhändler.‘ meinte der Hauptmann.

Utrecht schlug dem Hauptmann mit der blanken Faust mitten ins eh schon ziemlich ramponierte Gesicht.

‚Wenn ich veralbert werden möchte, dann kaufe ich mir einen eigenen Schelm.‘ meinte Utrecht.

Der Hauptmann schaute gerade so aus der Wäsche, als würde er statt fliegende Sternen oder flatternden Vögelchen, viele kleine igorianische Schelme um seinen Kopf herum fliegen sehen.

Igor wusste nicht, wie er reagieren sollte, er wollte aber auf keinen Fall zu Hauptmann Stulpe gehängt werden, oder Schlimmeres. Er wusste nicht was er tat, aber er sprach einfach drauf los…‚Wenn Ihr mir erlauben würdet, meine Stimme zu erheben. Mein Name ist Igor Flinkfinger. Ich bin der persönliche Schreiber des Burgherren. Er hat mich gebeten seine Belange vor Eurer Erhabenheit Lord Undrocht und Eurer Erhabenheit Lord Utrecht zu vertreten, wenn es den Hochwohlgeborenen Herren van der Schorten genehm ist. Ansonsten würde ich mein Amt als Unterhändler gerne für eine geeignetere Person zur Verfügung stellen.‘

Hauptmann Beutelrock schaute Igor mit einem ratsuchenden Blick an. Blut rann ihm aus der Nase und seine Lippen formten unmerklich. ‚Du kannst doch gar nicht schreiben!‘

Ja, das war ein schwerwiegender Hacken an der Sache. Wenn die Sache aufflöge, dann wäre die Aussicht, in seiner nicht vorhandenen Unterwäsche an der Zugbrücke zu baumeln, noch die Angenehmste.

‚Nun Flinkfinger, dann lasst uns verhandeln.‘ meinte Undrocht, er lehnte sich zurück und verschränkte die Arme auf seinem Bauch.

Igor fuhr ruhig fort: ‚Nun ja, Ihr werdet Euch denken können, dass der Burgherr nicht besonders erfreut über Euren plötzlichen Besuch zu sein scheint!‘

‚Das hatten wir beabsichtigt!‘ meinte Utrecht.

‚Und Ihr wisst ebenfalls, dass der Burgherr keine große Armee unterhält.‘ Igor lies seine Feststellung fragend im Raum stehen.

‚Genau deswegen sind wir hier!‘ meinte Utrecht.

‚Und warum hat er keine große Armee?‘ stocherte Igor nach.

‚Weil er einfältig ist!‘ meinte Utrecht.

‚Nein! Weil er es kann.‘ erwiderte Igor.

‚Auf was wollt ihr hinaus?‘ schrie Undrocht ungeduldig.

Er hat es nicht nötig unzählige, hungrige Mäuler um sich zu scharen, nur damit er seine Burg halten kann.‘

‚Jetzt kommt endlich auf den Punkt!‘ rief Undrocht schon leicht verärgert.

‚Er ist nicht nur ein mächtiger, schwarzer Magier, sondern er hat auch einen Drachen, einen ziemlich großen Drachen wohlgemerkt, der nur ihm gehorcht.‘

Na hoffentlich fliegt er jetzt nicht auf, es gibt nämlich überhaupt keine Drachen, aber Utrecht und Undrocht sind so was von bescheuert, den Beiden hätte er auch die eigene untote Urgroßmutter andrehen können.

‚Ich habe keine Angst vor Drachen, ich habe den größten Tribock aller Zeiten hinter meinem Zelt stehen, damit holen wir jeden, auch noch so großen, Drachen vom Himmel.‘ meinte Undrocht angeberisch. Igor hätte es vielleicht doch mit der untoten Großmutter probieren sollen.

‚Eure Erhabenheiten, darf ich eintreten?‘ meinte ein hagerer Kerl, der in einer gebückten Haltung am Zelteingang wartete.

‚Oh, Dürwart. Was hast du uns Schönes mitgebracht?‘ meinte Utrecht.

‚Herr, ich habe sie erwischt, wie sie sich mit einem Flechtwerk aus Bettlaken vom höchsten Turm der Burg abseilen wollte.‘ Dieser Dürwart kam, einen lebendig zu sein scheinenden Sack hinter sich her schleifend, ins Zelt geschlürft. Er öffnete den Sack und richtete sich dann zu voller Größe auf. ‚Sie ist mir quasi in den Sack geklettert.‘ Ein gemeines Grinsen breitete sich auf dem Gesicht von Dürwart aus, als alle im Zelt befindlichen Personen erkannten, wen er da im Sack hatte. Bei allen Göttern, Elvira hatte sich da im wahrsten Sinne des Wortes abseilen wollen und war dem diebisch, dummen Dürwart direkt auf eine senkrechte Art und Weise in die Arme gelaufen.

‚Sehr gut, Dürwart. Bringt Beutelrock zu Stulpe. Sie sollen zusammen die Aussicht genießen, während wir uns mit dem netten Täubchen unterhalten.‘ meinte Undrocht.

‚Undrocht, ich warne dich, wenn du ihr auch nur ein Haar krümmst, dann bringe ich dich eigenhändig um.‘ schrie der Hauptmann, währenddessen er von Dürwart und den beiden Wachen herausgetragen wurde. Er wehrte sich nach Leibeskräften und kassierte wieder einige Hiebe und Tritte. Igor hatte den Hauptmann noch nie so aufgeregt erlebt, vor allem nicht, wenn es um Elvira ging. War er vielleicht doch nicht so ein Arschloch, wie sie beide gedacht hatten.

Elvira hatte sich währenddessen aus ihrem Sack heraus gestrampelt und wurde nun von Utrecht entknebelt. Dabei biss sie ihm in die Hand, so dass sogleich Blut floss. Er schlug ihr seine Hand ins Gesicht. Igor sprang in die Presche, verfehlte aber die Hand von Utrecht nur um Haaresbreite und kugelte durchs Zelt. Elvira war von dem Schlag umgefallen und lag benommen auf dem Boden. Auf ihrer Wange glühte ein halber Handabdruck von Utrecht und Utrecht selbst, saugte an seiner anderen Hand. Igor war zum Stillstand gekommen und sah auf. Etwas Schreckliches war geschehen, Elviras Perücke war ihr vom Kopf gerutscht und ihre goldenen Zöpfe kamen zum Vorschein.

‚Du kleines Miststück!‘ meinte Utrecht, dann sah er die Perücke, die neben ihr auf dem Boden lag. ‚Oh, was kommt denn da zum Vorschein? Ein blondes Täubchen!‘

In dem Moment, kam Hauptmann Beutelrock beim Zelteingang hereingestürmt. Er war nun mit einer Axt bewaffnet und ging sogleich auf Utrecht los, der wiederum gerade noch sein Schwert mit samt Schwertscheide zum Parieren hochziehen konnte.

Mit dem nächsten Schlag entwaffnete Beutelrock Utrecht, indem er den Gürtel mit einem Hieb durchtrennte und stürzte ihn zu Boden. Er holte aus, um Utrecht einen vernichtenden Schlag zu verpassen und sagte fast schon entspannt: ‚Hauptsach, man hat ne Axt dabei!‘

Es war ein Klicken zu hören und dann ein Firrrr. Undrocht hatte eine Armbrust in der Hand. Beutelrock sank auf die Knie. Ein Bolzen ragte aus seiner Brust und Blut rann herab. Igor war einigermaßen schockiert von den Ereignissen und Elvira war den Tränen nahe.

Als Hengelder Beutelrock zu Boden stürzte, streckte er seine Hand Richtung Elvira aus und röchelte: ‚Elvira…!‘

Elvira stürzte zu Hengelder und schrie ihn stotternd an: ‚Hen…g…du dummer Angeber…!‘

‚Vira….bleib dir treu…! Bitte…!‘ Er drückte ihr die Axt in die Hand. ‚Und es ist wichtig immer eine Axt dabei zu haben.‘ Blut rann ihm aus dem Mund, er fuhr röchelnd fort. ‚Ich l…!‘ Nach dem letzten Buchstaben kam nur noch ein entsetzliches Röcheln, dann starb er in Elviras Armen.

An den toten Körper Hengelders geklammert schaute Elvira entsetzt und wütend zugleich zu Undrocht hinüber und bescherte Utrecht einen bitterbösen Blick. Ihr Kinn zitterte und Tränen liefen ihr die Wangen herunter. Heftig um ihre Fassung ringend sog sie die Luft zwischen den Zähnen ein. Doch bevor sie etwas sagen konnte, wurde sie von Utrecht unterbrochen: ‚Undrocht, das war völlig unnötig. Ich hatte alles im Griff.‘ Er war aufgestanden, zog einen Dolch aus seinem Ärmel und rammte ihn in die Tischplatte, direkt vor Undrocht. Der Dolch vibrierte auf der Tischplatte hin und her. ‚Von meinem Dolch im Oberschenkel wäre er nicht gleich verreckt!‘

Undrocht sprang wütend auf und schrie seinen Bruder an: ‚Geh doch zu den Elfen, wenn du lieber Blumenkränze bastelst. Wir sind hier im Krieg und im Krieg passieren Unfälle.‘

‚Undrocht, du drehst es dir hin, wie es dir passt. Vorhin hast du mir noch verboten ihn umzubringen, weil du ihn auf unsere Seite bringen wolltest. Und dann holzt du ihn einfach weg. Willst du dir jetzt wieder den Stulpe runter holen und dir nochmal an ihm die Zähne aus beißen?‘ schrie Utrecht jetzt auch seinen Bruder an.

Während Undrocht seine Armbrust spannte, sagte er ganz ruhig: ‚Utrecht, wage es nicht noch einmal mich vor unseren Geiseln anzuschreien.‘ Er legte einen neuen Bolzen ein und zog den Abzug. Der Bolzen durchschoss Utrechts Oberarm und blieb zitternd in einer Zeltstange stecken. Utrecht riss es durch den Treffer halb um, er konnte sich aber mit dem anderen Arm gerade noch auffangen.

‚Utrecht, du reitest mit unserem Täubchen ins Hauptquartier und wartest dort auf Nachricht von mir.‘ sagte Undrocht in einem Befehlston, der keinerlei Widerrede duldete, dabei spannte er wieder die Armbrust und legte einen weiteren Bolzen ein. ‚Und jetzt überanspruche meine Augen nicht weiter mit deinem jämmerlichen Anblick.‘

Utrecht drehte sich auf dem Absatz um, ging zu Elvira, nahm ihr die Axt weg und steckte die Axt in seinen Gürtel. Dann zog er sie hoch. Sie riss sich los, klammerte sich weiter weinend an den toten Körper von Hengelder und schrie schluchzend: ‚Ich gehe nicht ohne Igor und ohne dass Hengelder ein anständiges Begräbnis bekommt.‘

Undrocht platzte nun endgültig der Kragen, er schrie und schoss dabei wahllos durch das Zelt: ‚Raus! Alle! Sofort!‘

Igor packte Elvira an der Hand und Utrecht packte den Körper Hengelders und schleifte ihn aus dem Zelt.

Draußen, außerhalb der Reichweite von Undrochts Armbrust, gab Utrecht einige Befehle, dann wand er sich an Elvira und Igor.

‚Wir reiten jetzt zu den Begräbnishügeln bei den alten Schlachtfeldern. Ich möchte Hengelder Beutelrock die letzte Ehre an dem Ort erweisen, wo er mir nicht nur einmal das Leben gerettet hat.‘

Published in: on 23. September 2012 at 12:29  Schreibe einen Kommentar  
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Igor – Ein denkwürdiger Tag auf Burg Feuerhayn Teil 1

Igor 2.0

Ein denkwürdiger Tag auf Burg Feuerhayn Teil 1

Die Tochter vom Meister hatte Igor beauftragt für sie im Burggraben Erdbeeren zu pflücken. Sie stand mittlerweile unter ständiger Beobachtung, seit dem ihr Vater ziemlich misstrauisch geworden war, weil sie sich des Öfteren des Nächtens in der Küche herumgetrieben hatte oder in den frühen Morgenstunden im Burggraben. Der Meister hatte den Hauptmann der Wache abgezogen und ihn beauftragt seiner Tochter auf Schritt und Tritt zu folgen und sie zu ihrer eigenen Sicherheit zu bewachen. Hauptmann Mauritius Stulpe, so hieß er nämlich, hatte hierfür wiederum seine besten Männer, die 1. Lanze und Gruppenführer Ignatius Pürkel, abgestellt.

Die 1. Lanze arbeitet im Zweimanndreierschichtsystem. Somit konnte die junge Lady noch nicht mal alleine den Abort besuchen. Der Bewachungszustand führte nur dazu, dass Elvira noch mehr versuchte dem Ganzen zu entkommen, als zuvor. Dem Einzigen, dem sie sich anvertrauen konnte, war Igor und Igor versuchte alles sofort wieder zu vergessen. Weil, der Meister würde ihm noch Schlimmeres angedeihen lassen, als einen langsamen und qualvollen Tod, wenn er wüsste, dass Igor wusste, was im Kopf von Lady Elvira so vorgeht.

Wie sie es mal wieder geschafft hatte, dass er für sie Erdbeeren pflücken ging, konnte sich Igor am Allerwenigsten erklären. Wahrscheinlich hatte sie wieder damit gedroht ihn zu einer Pastete zu verarbeiten, wenn er nicht spurte. Mal abgesehen von dem Erdbeerschokoladenkuchen, den sie heute noch backen wird, wird seine Belohnung sehr kulinarisch ausfallen. Seitdem er mit den beiden Damen des Hauses einen geheimen Pakt geschlossen hatte, versorgten sie ihn mit dem besten Essen, um ihn bei der Stange zu halten.

Aber in Wirklichkeit waren die Beiden über die Gesellschaft des kleinen Gnoms sehr dankbar. Sie mussten zumindest gegenüber Igor jetzt keine Spielchen mehr spielen. Und die Spielchen, die sie nun allen anderen vorspielen konnten, wurden mit dem armen kleinen Igor noch viel realistischer, da er sich innerlich noch immer dagegen wehrte, ein Mitwisser zu sein.

Nun watschelte er durch die drei inneren Tore und die drei äußeren Tore hindurch in Richtung des Burggrabens. Als er durch das letzte Tor nach draußen trat, erschlug ihn die frische Luft, wie ein Holzhammer mitten ins Gesicht. Die Sonne schob sich hinter einer Wolke hervor und strahlte fühlbar durch sein blutunterlaufenes Auge direkt in seinen Kopf hinein. Er setzte sich den Korb auf den Kopf und kletterte halbblind in den Burggraben. Widerwillig fing er an die Erdbeeren zu sammeln. Es schien so, als würden ihn die Erdbeeren große Schmerzen bereiten, wenn er sie berührte. Essen würde er sie trotzdem, auch wenn er dann wieder die ganze Nacht Bauchschmerzen haben würde. Aber etwas zwischen die verfaulten Beisser zu bekommen, war immer noch ein wichtiger Bestandteil in seinem Tagesablauf. Auch wenn es mittlerweile nicht mehr ganz so einfach war, verhungern zu müssen. Aber es half alles nichts, der Korb musste voll werden, sonst bekäme er nicht mal einen verbrannten und verdorbenen Käsekuchen. So sammelte er und sammelte er und bei jeder einzelnen Erdbeere durchzuckte ihn ein eisiger Schauer. Endlich war der Korb voll und er konnte wieder in den Schatten der Burg zurück flüchten. Er hatte ein komisches Gefühl im Magen und er war ganz bescheuert im Kopf, noch bescheuerter als sonst. Mit dem Korb schwingend, ein Liedchen auf den Lippen, tänzelte er zum äußeren Tor zurück. Die Sonne und die frische Luft hatten ihn richtig gaga im Kopf gemacht. Er war ganz niedlich geworden. Wie widerlich. Das ist für einen Gnom schon fast eine Krankheit. Er summte und pfiff vor sich hin. Und deswegen nahm sich Igor vor, sobald er wieder in der Burg war, nicht nur seine Hände, sondern auch den eigenen Mund mit Schmierseife und einer Wurzelbürste zu schrubben.

Plötzlich kamen der Pürkel und seine Männer mit wedelnden Armen und Waffen durch das äußerste Tor gestürzt und liefen an ihm vorbei. Sie beachteten ihn gar nicht. Schnell schob er sich durch das offenen Tor und drückte sich an der Wand entlang zum nächsten Tor. Die Männer waren bereits über die Zugbrücke gelaufen. Igor dachte, er müsse die Erdbeeren mit seinem Leben beschützen. Aber so aufgeregt, wie die Gardisten der 1. Lanze an ihm vorbeigeschossen waren, schienen sie sich wirklich nicht für die Erdbeeren oder für seine Wenigkeit zu interessieren. Igor kombinierte blitzschnell, dass höchstwahrscheinlich Lady Elvira mal wieder ausgebüxt sein musste.

Am nächsten Tor angekommen, kam Hauptmann Stulpe an ihm vorbeigelaufen, der wild gestikulierend Befehle schrie. ‚Durchsucht die ganze Burg!… Los, los!…Dann macht es eben nochmal!… Das muss schneller gehen!… Sie kann doch nicht vom Erdboden verschwunden sein!…Spreche ich etwa undeutlich?…Dreht jeden Stein um!‘ Und so weiter und so weiter. Hinter Hauptmann Stulpe kam die persönliche Leibgarde des Meisters angelaufen, auch die würdigten ihn keines Blickes. So wagte er sich nun auch durch das letzte Tor. Schwupps war er in der Burg und nun musste er nur noch durch die inneren drei Tore, wenn er zur Küche wollte.

Nach kurzer Zeit war er auf dem langen Gang zur Küche. Kurz vor der Kuchentüre angekommen, packte ihn etwas an der Hand und zerrte ihn in eine Abstellkammer. Er hätte beinahe gequietscht. Wie peinlich.

‚Pscht, Igor!‘ flüsterte ihm Lady Elvira ins Ohr und hielt ihm dabei die Hand vor den Mund. ‚Wolltest du etwa gerade quietschen?‚ Mit großen Augen schaute er sie an und schnappte, wie ein junger Hund, nach Luft. Sie nahm den Korb an sich, griff nach einer großgewachsene Erdbeere und steckte sie halb in den Mund. Saugend biss sie davon ab. Der Saft der Erdbeere rann ihr am Mundwinkel herab. Igor starrte sie fasziniert an, legte den Kopf schief und sabberte leicht aus seinem linken Mundwinkel. Nur ein Gedanke schoss durch seinen Kopf. Er wollte dieser Tropfen sein. Der Tropfen, den sie nun mit der Zungenspitze aufnahm und sich dabei über die Lippen leckte. Böser Igor, Böser Igor. Er fiel in Ohnmacht.

Als er wieder erwachte, saß sie auf dem Boden und hatte seinen Kopf auf ihren Schoß gelegt. Sie knetete in seinem Gesicht herum.

‚Igor, dein Gesicht fühlt sich so an wie Plätzchenteig!‘ sagte Elvira belustigt und zog seine Wangen auseinander. Ein leises Kichern kam aus ihrer Kehle und dann fuhr sie fort. ‚Igor, ich wollte dich nicht erschrecken, aber der widerliche Koch fuhrwerkt noch in der Küche herum und die Wachen denken, ich wäre schon wieder abgehauen.‘

Plötzlich hörten sie fernab irgendwo in der Burg Alarmschreie: ‚Kontakt! Alarm! Angriff! Rückzug!‘ Trommeln, Waffenklirren und dann erbebte die Burg, als würde sie jeden Moment einstürzen. Jetzt konnte man hastige Schritte und Rüstungsgeklapper auf dem Gang hören, erst ganz leise, dann immer lauter werdend und dann nur undeutlich leiser.

‚Eure Magnifizenz, Undrocht und Utrecht greifen die Burg an. Sie sind schon durch die ersten zwei Tore. Die 1. Lanze ist gefallen, Hauptmann Stulpe ist gefangen und Gruppenführer Pürkel vermisst. Undrocht und Utrecht fordern einen Unterhändler.‘

‚Wie bitte, bitte Waaaaassss?‘ Sie konnten den Meister brüllen hören, dann hörte man einen Schlag, ein Stöhnen und dann hörte man einen Körper mit samt Rüstung auf den Boden stürzen und gleich wieder aufrappeln.

‚Aber, Herr, Eure Tochter ist ebenfalls verschwunden, deswegen..!‘

‚Waaasss….!‘schrie der Meister und man konnte seinen Sabber fliegen hören.

‚Herr, Lady Elvira war vorher schon verschwunden. Deswegen war auch das äußerste Tor offen!‘

‚Bin ich eigentlich nur von Nichtskönnern umgeben?‘ brüllte der Meister durch seinen Thronsaal. ‚Igor!‘

Igor rappelte sich auf. Elvira hielt ihn zurück. Er riss sich nicht los, sondern versuchte sie mit sich aus der Kammer zu zerren. Auf der halben Strecke versuchte sie sich von ihm loszureißen. Endlich lösten sich ihre Hände voneinander. Igor hätte sich fast den Arm ausgerenkt. Elvira stolperte rückwärts und knallte auf den Hauptmann der Leibgarde ihres Vaters. Hengelder Beutelrock. Ein wahnsinnig attraktiver Mann, aber ein unglaubliches Arschloch und ein treuer Untergebener ihres Vaters.

‚Da seid Ihr ja!‘ sagte er genüsslich und packte sie dabei fest an beiden Oberarmen.

‚Igor!‘ rief der Meister ein weiteres Mal. Igor rannte los. ‚Warum dauert das so lange?‘

Hauptmann Beutelrock bebte vor Zorn und zerrte Elvira mit sich, dabei flüsterte er ihr sabbernd ins Ohr: ‚Euren Sperenzchen haben acht guten Männern das Leben gekostet! Die fünf vom Pürkel sind mir ja egal. Aber meine Drei werden Euch noch teuer zu stehen kommen.‘

Er trat durch den Wandbehang, durch den Igor gerade verschwunden war, in den Thronsaal.

‚Herr, eine Sorge weniger. Eure Tochter hatte sich mit Igor in einer Abstellkammer versteckt!‘ berichtigte der Hauptmann und schob dabei Elvira vor sich her. Die sich heftig wehrte.

‚Vater, ich habe nur mit Igor verstecken gespielt! Woher soll ich denn wissen, dass um uns rum die Welt untergeht.‘

‚Elvira, wir haben die ganze Burg nach dir abgesucht!‘ Der Versuch seine Tochter zu tadeln misslang dem Meister, wie immer.

‚Aber Vater, das ist doch der Sinn vom Verstecken spielen.‘ grinste Elvira.

Wieder erbebte die Burg.

‚Hauptmann Beutelrock, sie wollen einen Unterhändler, sie bekommen einen Unterhändler und Igor wird dich begleiten.‘ Der Meister rieb sich die Hände, als hätte er gerade einen teuflischen Plan ausgeheckt.

Published in: on 23. September 2012 at 08:32  Schreibe einen Kommentar  
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Igor – Eines Morgens auf Burg Feuerhayn

Igor 2.0

Eines Morgens auf Burg Feuerhayn

Gequältes Gewimmer und Donner begleiteten die Nacht. Davon lies er sich schon lange nicht mehr den Schlaf rauben, weil dann würde er ja nie schlafen. Er hatte sich sein Schlaflager in einem engen Verschlag weitab der Kerker gebaut. Normalerweise riss ihn die Stimme seines Herrn aus dem Schlaf, die aus einem Rohr kam, das über seinem Kopf hing. Manchmal kam Spucke mit durch das Rohr und spritzte ihm ins Gesicht. Das machte aber auch fast keinen Unterschied, als wenn er direkt vor seinen Herrn stehen würde und er ihn beim Anschreien direkt anspuckte. Spucken tut er immer. Heute aber wachte er von etwas anderem auf, ein Tropfen. Ein Tropfen kaltes, klares Wasser. Und egal wie er sich drehte und wendete, es tropfte immer auf seinen Buckel. Diese Welt war eh schon grausam genug, wobei es ihm hier eigentlich noch richtig gut ging. Er wohnte zwar auch im Kerker und er musste auch mehrmals am Tag hindurch laufen, aber er war hier Gast mit Schlüssel. Im Gegensatz zu den armen Schweinen, die den ganzen Tag und die ganze Nacht wimmerten, jammerten und schrien, konnte er hier jederzeit raus. Er konnte auch jederzeit ans Tageslicht, er ging zwar nicht gerne ans Tageslicht, aber er könnte es, wenn er es wollte.

Irgendwann entschloß er sich dann doch aufzustehen und nach oben in die Festung zu schleichen, um zu sehen ob sich schon was rühren würde. Er schlich leise durch den Kerker, er wollte auf keinen Fall jemanden wecken. Weil sobald jemand wach werden würde, würde das Gewimmer sofort in ein erbärmliches Geschrei umschwingen. Und dass wollte doch keiner, oder? Und er wollte auch nicht seinen Meister frühzeitig wecken. Er genoss die Ruhe, als er die Stufen zur Festung hinauf hüpfte. Nur das Patschen seiner nackten Füße hätte man hören können.

Oben angekommen, war die Tür einen Spalt offen. Wie nachlässig. Da könnte ja jemand auf die Idee kommen einfach wegzulaufen. Er zog etwas aus der Hose und hielt es durch den Spalt. Dann zog er die Hand zurück und wischte den Gegenstand mit einem schmutzigen Tuch ab und steckte den Gegenstand in seine Augenhöhle. Sein Glasauge. Sein etwas eigenwilliges Glasauge, seitdem sein Herr es einst in einen magischen Trank geworfen hatte, konnte er wieder auf beiden Augen sehen. Irgendwann hatte er dann festgestellt, dass er auch sehen konnte, wenn er das Glasauge in der Hand hält. Er musste dann das richtige Auge schließen, weil es ihm sonst schwindelig wurde, weil die beiden Bilder dann irgendwie gleichzeitig da waren. Der Umstand förmlich um die Ecke schauen zu können, oder der Tochter des Herren unter den Rock, war ein unglaublicher und noch unbezahlbarerer Vorteil. Deswegen durfte auch niemand etwas davon erfahren. Man würde ihm sein Glasauge wegnehmen. Und das wollte doch niemand, oder? Meistens hatte er das Glasauge in ein Tuch gewickelt in einer eigens dafür gefertigten Tasche in seiner Hose.

Nachdem der Gang frei war, wuselte er durch die Tür aus dem Kerker und schloss die Tür ganz leise, so leise es eben möglich war. Er war zu klein um an die schwere Eisenklinke zu gelangen. Aber er schaffte es dann doch bemerkenswert leise. Er watschelte über den Gang und gelangte in den Wachraum. Die Wachen schliefen allesamt. Wie nachlässig. Da könnte ja jemand auf die Idee kommen, genau jetzt anzugreifen. Aber das wollte doch keiner.

Er ging weiter durch den Wachraum in den Thronsaal. Sein Meister lag wie immer in seinem Separee auf seinem Canapé hinter dem Thronsaal und schnarchte so laut, dass die Vorhänge bebten. Er ging näher und da…Igitt…! Er konnte den Sabber aus dem weit offen stehenden Mund seines Meisters laufen sehen. Wie ekelig. Sein Meister hatte wirklich ein ausgewachsenes Sabberproblem. Er entschloss sich dann in die Küche zu gehen, vielleicht gab es ja etwas Leckeres.

Aufmerksam lauschend watschelte er durch einen Wandbehang. Der Gang zur Küche war ewig lang und es ist jedes mal so, als würde man verhungern, wenn man den Gang entlang lief. Und irgendwann wenn der Magen schon knurrend zwischen den Knien zu baumeln schien, dann war man immer noch nicht da. Es war jedes mal ein Albtraum. Aber eigentlich war er immer kurz vor dem Verhungern, egal ob er den Gang lang lief, oder nicht. Und wenn er es dann doch mal in die Küche geschafft hatte, dann bekam er oft einfach nur einen Arschtritt von diesem fetten, schmierigen Koch. Detlef ‚die Soße‘ Kesselflicker und es hörte sich nicht nur schmierig an, er war auch echt total schmierig. Einmal hatte er ihm einen stinkenden Fisch hinterher geworfen. Geschmeckt hatte er trotzdem. Mittlerweile fraß er wirklich alles, einfach alles, weil er sonst nie satt werden würde. Und wenn andere Essen wegwarfen, dann musste er sich zumindest kaum mehr drum prügeln. Am Anfang war es ihm oft richtig übel, aber mittlerweile konnte er wirklich alles essen, egal ob es noch oder wieder lebte.

Endlich war er an der Küche angekommen. Er schwang die Küchentüre auf und erwischte die Herrin beim Backen. Ein gar grässlicher Anblick. Die Herrin mit einer blütenweißen Kochschürze über ihrem schwarzen Nachthemd und einer viel zu großen Schlafhaube auf dem Kopf, darunter die langen schwarzen Haare auf Holzwickler aufgedreht. Sie war ungeschminkt, ein sehr ungewohnter Anblick. Er guckte ihr genauer in ihr entsetztes Gesicht. Sie sah ungeschminkt gar nicht mal so schlecht aus, wie er anfangs angenommen hatte. Sie war ja richtig hübsch. Wie ekelhaft. Ihr fiel die Backform mit samt den Topflappen aus der Hand. Blitzschnell reagierte er, wie Diener eben so reagieren. Er rannte los, fing die kochend heiße Backform auf und verbrannte sich ordentlich die Finger. Schmerz zu zeigen hatte er sich zwar auch abgewöhnt, aber…! Dann wird man nämlich weniger gequält, wenn man keinerlei Regung zeigt.

Die Herrin war immer noch entsetzt und die Backform brannte sich weiter in seine knubbeligen Hände. Gut, er musste es jetzt tun, Ein ‚AUA!‘ kam aus seinem Mund.

Die Herrin hob die Topflappen auf, nahm ihm den Kuchen ab und stellte ihn auf den großen Tisch. Seine Hände sahen, mit den riesigen Brandblasen, noch viel knubbeliger aus. Und es tat wirklich schweinemäßig weh. Er versuchte nicht noch einmal Schwäche zu zeigen, aber er konnte die eine Träne nicht zurück halten.

‚Oh, du gute Güte, Igor. Es tut mir wirklich sehr leid.‘ entschuldigte sich die Herrin einfühlsam. Wo war ihr beißender Sarkasmus, den sie sonst immer den ganzen lieben langen Tag an diesen legte. Sie packte ihn und hob ihn auf den Tisch. Oh, du gute Güte, die Herrin ist ja richtig nett oder will sie ihn jetzt zu einer Pastete verarbeiten.

‚Warte, ich werd dir gleich helfen!‘ fuhr sie fort.

Irgendwie bekam er jetzt ernsthaft Angst. Sie zauberte eine Trankflasche und ein strahlend weißes Taschentuch aus ihrer Schürze, öffnete dann das Fläschchen, träufelte behutsam ein paar Tropfen auf das Tuch und rieb dann noch behutsamer mit dem Tuch über seine Hände. Mit Hilfe dieser Zaubermedizin rieb sie die Brandblasen einfach fort, als wären sie nie da gewesen.

Plötzlich roch es ziemlich verbrannt. Panisch packte sie die Topflappen, drehte sich um und rannte zum Backofen.

Sie schrie dabei laut auf: ‚Oh, nein!‘

Oh, nein, was hat die Herrin da an den Füßen, sind dass rosa Puschen? Igitt, sind da flauschige rosa Federbommel dran. Igor wird es jetzt ernsthaft schwindelig und folgende Geschehnisse kann er nur noch verschwommen wahrnehmen.

Sie öffnete geschwind den Ofen und eine Rauchwolke schwoll ihr entgegen. Hüstelnd holte sie ein Blech aus dem Ofen und keuchte: ‚So ein Schlamassel. Mir sind die Erdbeertörtchen verbrannt.‘

Jetzt hatte sie ernsthaft Tränen in den Augen. Ihm war jetzt ernsthaft schlecht, Erdbeertörtchen? Das ist ja wirklich der Gipfel von Widerhaft.

‚Mutti, sind die Erdbeertörtchen schon fertig?‘ Hörte er von der Tür trällern. ‚Igitt, was macht denn der widerliche Gnom hier!‘ Er brauchte sich nicht umdrehen, es war die Tochter der Herrin und seinem Meister, Lady Elvira. Und seit wann sagte sie ‚Mutti‘ zu der Herrin.

‚Ach, mein Sonnenschein, mir sind gerade die Erdbeertörtchen verbrannt.‘ hörte er aus dem Mund der Herrin. Er würgte so unauffällig wie möglich. Mein Sonnenschein? Es ist nicht zu fassen, sind beide betrunken oder stehen sie unter einem gar grässlichen Zauber?

‚Und Igor hier hat unseren Schokoladenkuchen gerettet.‘ meinte die Herrin abschließend. Er musste sich ins Bein kneifen, aber er träumte keinen noch grässlicheren Alptraum. Elvira kam zu ihm herüber, tätschelte ihm auf dem Kopf herum und verrutschte dabei seine Lederkappe.

‚Sieh mal was ich hinter der Festung gefunden habe.‘ flötete Elvira und hielt einen Korb voller Erdbeeren hoch. ‚Dann backen wir eben Neue.‘ Sie lachte irgendwie viel zu niedlich und drehte sich mit dem Korb in der Hand nach links und rechts.

Und was hatte sie denn da eigentlich an, damit war sie doch nicht etwa nach draußen gegangen. Er musste sich zusammenreißen, dass er jetzt nicht ohnmächtig vom Tisch fiel. Sie hatte ein rosa Nachthemdchen mit gesticktem Blümchenmuster an und ihre Haare hingen in zwei geflochtenen goldenen Zöpfchen von ihrem Kopf herab. Und ihre Haare waren ja wirklich gülden. Igitt!

Die Herrin legte das Blech mit den verkohlten Erdbeertörtchen neben Igor auf den Tisch und sagte zu ihm: ‚Du kannst sie ruhig alle essen!‘

Das lies er sich nicht zweimal sagen, in Windeseile schob er ein Törtchen nach dem anderen in Mund und schluckte ohne merklich dabei zu kauen. Währenddessen hantierten die beiden Frauen lachend mit Mehl und sonstigen Zutaten. Igor rülpste herzhaft, eine kleine Rauchwolke kam aus seinem Mund und die Frauen kicherten.

‚Was bei allen Dämonen geht hier vor. Igor, du hässlicher Wurm, wer hat dir erlaubt auf dem Tisch zu sitzen.‘ brüllte der Meister, als er durch die Küchentüre stieß.

‚Das war ich, mein Gebieter!‘ sagte die Herrin zu ihrem Mann. ‚Er war ungezogen und ich wollte ihn gerade zu einer Pastete verarbeiten.‘

Seine Tochter hatte sich einen schwarzen Mantel übergezogen und versteckte ihre blonden Zöpfe unter der Kapuze. Aus einem unerfindlichen Grund hatte ihr Vater ihr unmögliches Aussehen nicht bemerkt.

Der Meister lachte grausam, so wie er es immer tat, dann verstummte sein Lachen abrupt. ‚Esmeralda, was fällt dir ein meinen Sklaven backen zu wollen. Wer bedient mich dann, wenn er tot ist. Oder willst du meine Füße massieren?‘ Und Schwupps war ein verbissener Ausdruck in seinem Gesicht zu erkennen und dann grinste er dreckig, dabei ran Sabber aus seinem Mund. Sein Meister kann zu Weilen wirklich sehr widerlich sein.

‚Mein Herr, Ihr habt natürlich Recht. Ich habe nicht nachgedacht.‘ sagte Esmeralda unterwürfig zu ihrem Mann.

‚Und was ist das hier?‘ Der Meister hob den Korb mit den Erdbeeren hoch. ‚Sind das Erdbeeren?‘

‚Ja, Vater!‘ sagte Elvira zu ihm.

‚Igor, ich habe ja schon immer gewusst, dass du ein widerlicher kleiner Dreckfresser bist, aber Erdbeeren! Wir sollten dich gleich mit den Erdbeeren zusammen zu einer Pastete verarbeiten und dich dann den Schweinen zum Fraß vorwerfen!‘ brüllte der Meister quer durch den Raum.

‚Was immer Eure Magnifizenz wünscht.‘ sprach Igor in seinem gewohnten unterwürfigen Singsang, dabei hüpfte er auf den Boden und kroch vor seinem Meister herum.

‚Aber dann wäre dein Leiden ja gleich vorbei. Nein Igor, meine Gemahlin wird diese Erdbeeren zu ganz vielen kleinen Pasteten verarbeiten. Und du wirst die dann alle essen müssen und wehe du kotzt auch nur einen Krümel wieder heraus. Dann…!‘ Der Meister beendete seinen Vortrag ohne jedoch den Satz zu vollenden, er drohte nur mit seinem erhobenen Zeigefinger.

‚Vater, Ihr seit so grausam! Darf ich Mutter dabei helfen.‘ Igor konnte es kaum glauben, was er da aus dem Munde der verhüllten Elvira zu hören schien.

‚Aber natürlich mein Kind, du kannst ihn auch damit füttern, wenn es dir eine Freude bereitet.‘ Aber die Worte seines Meisters schlugen dem Fass den Boden aus.

‚Danke Vater!‘ und sie küsste ihn auf die Wange. Igor würgte wieder so unmerklich wie möglich.

‚Aber macht nicht wieder so viel Lärm!‘ gähnte er und verließ müde die Küche.

Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, grinsten sich die beiden Damen fröhlich an. Die Herrin hob Igor wieder auf den Tisch und kitzelte ihm am Bauch. ‚Freust du dich schon auf deine Strafe, du…!‘ Und sie konnte sich das Lachen kaum verkneifen, dann fing sie sich wieder und sprach weiter. ‚Elvira, zieh dein Zweithaar wieder an, das war jetzt wirklich knapp. Und Igor wir stecken jetzt alle unter einer Decke. Ich hoffe du siehst das so wie wir.‘

‚Ähm, ich verstehe nicht ganz?‘ stotterte Igor.

Solange mein Mann denkt, dass meine Tochter und ich furchtbar böse und gemein sind, solange lässt er uns in Ruhe. Und solange können wir machen was wir wollen….Solange er es nicht merkt.‘

‚Und du wirst uns dabei behilflich sein!‘ meinte Elvira und zupfte sich die schwarzen Haare zurecht. Igor fiel ohnmächtig vom Tisch und blieb reglos liegen.

Wenig später erwachte Igor, er lag mit seinem Kopf im Schoß von….Elvira. Hilfe, jetzt wird er endgültig zu einer Pastete verarbeiten, oder Schlimmeres.

Published in: on 22. September 2012 at 23:24  Schreibe einen Kommentar  
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Papa schickt mich einkaufen

Papa schickt mich einkaufen.

Ich stehe im Saturn und habe aus einem unerfindlichen Grund Hitzewallungen. Meine Brüste fühlen sich so an, als würden sie gleich platzen. (Nein, ich bin nicht Schwanger, ich bin nur fett und vom Blasen, Vibratoren und / oder Dildos kann man NICHT Schwanger werden! Ich schiebe das jetzt mal aufs Alter!) Habe ‚Den Blutigen Pfad Gottes‘ Teil 1! (ab 18 – scheinbar ungeschnitten), American Psycho und Foor Rooms im Arm. Suche eigentlich ein Paar Filme der Action Cult Uncut Reihe für meinen Vater und Last Man Standing mit Bruce Willis. Ich wühle mich gerade durch D für ‚Das Gesetz bin Ich‘.

Da kommt ein Riesenkerl, tätowiert und scheinbar genauso asozial wie ich, an meiner Regalreihe vorbeigelaufen. Wie im Comic bleibt er, wie vom Blitz getroffen, stehen und seine Augen stechen förmlich hervor. Starrt er mich an? Nein! Ich drehe mich um und suche die halbnackte Pornodarstellerin, weil wegen mir kann er ja nicht so ausflippen. (Habe mich heute wieder als Hippiemädchen getarnt, Hose unter Rock, gestreifter Strickpulli, Strümpfe passen nicht zu den Streifen auf dem Pulli und eine Wollmütze.) Als ich mich wieder umdrehe, ist er verschwunden. Ich suche weiter nach Charles Bronson. Da sehe ich einen Schatten durch das DVD-Regal und höre ein aufgeregtes Pfeifen. Hm. Der Kerl, der übrigens so was wie ein Metalshirt an hat, steht mir quasi gegenüber. Nur noch das DVD-Regal trennt uns voneinander.

Ich habe D durch und gehe um die Ecke zu M für McQuade der Wolf. Der Kerl hatte eine auffällige Tätowierung am Hals. Eine 88 in einer brennenden Billardkugel. Nein, keine 81, es muss ja gleich eine 88 sein. Hm. Wie einfallsreich! Überlege mir eine 42 auf den Hals tätowieren zu lassen, das würde Einigen bestimmt zu denken geben.

Der Typ beobachtet wie ich auf Zehenspitzen im Regal herum wühle. Er macht merkwürdige Geräusche. Nicht aggressiv. Der erste Nazi, der mir nicht gleich aufs Maul hauen will. Habe mich wohl erfolgreich als Hippiemädel getarnt. Er denkt doch nicht, dass meine zwei blauen Schwänzchen, eine Reneecutfrisur darstellen sollen. Geht’s dem noch gut. Vielleicht braucht der eine Brille. Ich hab blaue Haare, Mann! Vielleicht ist er auch Farbenblind. Und hab ne geringelte Wollmütze und Docs mit offenen, schwarzen Schnürsenkel an. Blind wird er ja nicht sein. Ich kann mich doch nicht ganz als Hippiemädel tarnen. Der gibt immer noch Geräusche von sich. Will der mich anmachen?

Ich muss unweigerlich an das Hüsteln von Dulph Lundgren in Expendables 2 denken. Für Dolph Lundgren hätte ich mich mitten im Saturn ausgezogen und aber da gehört hier nicht her.

Ich blicke auf ‚Den Blutigen Pfad Gottes‘ in meinen Armen und nochmal im Vorbeihuschen auf den Typen. Nein, Bine mach das nicht. Ich gehe zu den ‚Ab 18 Splatterfilmen‘ und er läuft mir, wie ein deutscher Dackel, hinterher. Ich wollte ja auch schon immer einen Dackel haben. Einen ganz einen Kleinen. Aber ein Mann, der mir folgt, weil er mich anmachen will. Ob sexuell oder aggressiv. Schon habe ich die Lust an dem großen, starken Mann verloren. Ich laufe zu den Heimatfilmen. Er bemerkt, dass ich ihn wohl verarschen will und haut ab. So ein Depp. Hätte er Halstuch getragen und wäre er ein Wenig deutlicher geworden, hätte ich ihn vielleicht sogar gefickt. Wenn ich die Tätowierung währenddessen entdeckt hätte, hätte ich ihn in den Arsch gefickt. Aber so, muss der Nazi leider draußen bleiben. Hm.

Als ich nach Hause komme und meine Einkaufstüten in meine Wohnung schleppe, bekomme ich wieder Hitzewallungen. Völlig begründet. Was muss ich auch den halben Lidl leer kaufen. Hätte ich den netten Dackel von den 88 vielleicht doch abschleppen sollen? Wollte ja schon immer mal nen 1EuroNazi haben, der mir die Taschen hoch trägt. Verdammt Bine, denk doch mal an dich, bevor du Leute verurteilst. Das wäre doch eine schöne Resozialisierung gewesen. Erst hätte ich ihm mit der Muskatreibe von der Tupperware die 88 vom Hals geschrubbt und dann hätte ich in meiner Küche bestimmt was gefunden, was ich ihm in den Arsch hätte schieben können.

Manchmal kommt es anders…Variante Krake 3

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Variante 4 Krake 3

Ellen erwachte und wunderte sich, wo sie war. Sie hatte von Meeresrauschen und Riesenkraken geträumt. Und genau das war es, was ihre Augen erblickten, als sie diese gerade geöffnet hatte. Und das Rauschen in ihren Ohren wollte einfach nicht verstummen. Rutger lag mit dem Kopf auf ihrem Bauch und sein ganzer Körper zitterte. Die Krake hatte ein seltsames Eigenleben angenommen, sie wirkte merkwürdig lebendig und bei jedem seiner Atemzüge hatte sie das Gefühl, als würde die Krake zum Angriff übergehen. Sie schüttelte den Kopf, schloss die Augen, öffnete sie dann wieder und blickte wieder auf seinen zitternden Körper. Von dem Anblick seines, im Schlaf gebeutelten, nackten Körper war sie so in den Bann gezogen und gefesselt, dass sie erst nach einem langen Moment auf die Idee kam, ihn zu zudecken. Ziemlich umständlich zog sie die Decke über seinen Körper und schloss ihn in ihre Arme. Schließlich schlief sie wieder ein.

Eines seiner Augen öffnete sich. Vor seiner Nase tobte die große Woge vor Kanagawa. Doch aus den Wellen ragte der Berg Fuji stolz auf und blickte erhaben auf ihn herab. Ein paar hilflose Fischerboote tanzten zwischen den Wellen. Er öffnete das zweite Auge und stellte fest, dass dass er den Berg doppelt sah. Langsam hob er den Kopf, um ihn zu schütteln und blickte weiter auf ihre Brüste, bis es ihm gewahr wurde, dass er sie mit beiden Händen bereits seit seinem Erwachen umfing. Er musste sie immer noch anstarren. Gänsehaut zog wie Wellen über ihre Haut. Er musste noch träumen, er hätte schwören können, dass sich die Fischerboote auf ihrer Haut bewegten.

Erschöpft legte er seinen Kopf wieder auf ihrem Bauch ab und versuchte sie zuzudecken. Erst als er seine Morgenlatte erblickte, bemerkte er, dass sein Schwanz so steif war, das es schon fast weh tat. Er schob ihn sich zurecht und versuchte sich zu entspannen, dass gelang ihm aber nicht recht, also entschloss er sich aufzustehen und zum Bad zu tappen.

‚Guten Morgen, Herr von Bodenstein!‘ hörte er seine Haushälterin aus der Küche trällern. ‚Ich bereite noch das Frühstück und geh dann, soll ich es Ihnen vor die Tür stellen?‘

‚Öhm, ja. Ähm. Nein!‘

‚Keine Sorge, ich hab den Zettel gelesen!‘

Er lies einfach die Badtür hinter sich ins Schloss fallen und war froh, dass seine Haushälterin in der Küche geblieben war. Wenn sie seine Morgenlatte erblickt hätte, wäre sie vermutlich in Ohnmacht geflogen. Wie unter Trance schlich er weiter bis zur Kloschüssel. Sein Schwanz stand immer noch wie eine Eins, selbst wenn er hätte pinkeln können, dann hätte er sich wahrscheinlich ins Gesicht geschifft. Er lehnte sich mit beiden Händen gegen die Wand und versuchte sich zu entspannen. Nachdem nach einer Weile nichts weiter passierte, ging er gleich zur Dusche und drehte das kalte Wasser auf. Er stieg hinein und schob die Duschwand zu. Das erstickte Stöhnen seinerseits konnte man nun nicht mehr hören. Das Wasser war wirklich kalt, verdammt kalt. Dort stand er nun und wartete, bis plötzlich die Schiebetür wieder aufgeschoben wurde und Ellen hinter ihm stand.

‚Wollten wir nicht Baden?‘ fragte sie und war versucht einen Schritt in die Duschwanne zu machen.

‚V…v…vorsicht ka…ka…kalt!‘ meinte er und schlüpfte an ihr vorbei und lief Richtung Kloschüssel. Sie stellte den Hahn auf warm und stieg in die Duschwanne. Dem anderen beim Pinkeln zu zusehen, war für ihren Geschmack noch ein Wenig zu früh.

Er stand zitternd vor der Kloschüssel. Die Brille war runter geklappt, er hörte wie der Spülkasten sich füllte und endlich konnte er sich erleichtern.

Als er zu ihr in die Duschkabine stieg, stand sein Schwanz schon wieder. Sie stand mit dem Rücken zu ihm und seifte sich gerade ein. Er musste sie einfach berühren und küssen. Sie spürte erst seinen Schwanz und dann ihn, als er ihr näher kam.

Dessen ungeachtet zog sie ihn aber an der Hand aus der Dusche und funkelte ihn an: ‚Du hast mir ein Schaumbad versprochen!‘ Sie tappte, nass wie sie war, zur Badewanne hinüber und er folgte ihr. So schnell konnte er gar nicht schauen, das stand sie schon in der Wanne und drehte den Wasserhahn auf. Er beugte sich über den Wannenrand und betätigte den Stöpsel. Sie setzte sich. Wie ein kleines Mädchen blickte sie auf die vielen Flaschen mit Badeölen, nahm eines nach dem Anderen, öffnete es, roch daran und kippte den Inhalt entweder in die Wanne, oder stellte die Flasche wieder weg.

Er hatte sich ein Handtuch geschnappt und ging in die Küche, um wenig später mit einer Flasche Milch wieder zu kommen.

Er schraubte die Falsche auf, setzte sich an den Wannenrand und goss die Milch ins Wasser. Sie rutschte zu ihn hinüber und zog an seinem Handtuch. Schmunzelnd schwang er erst ein Bein und dann das zweite Bein ins Wasser und entzog ihr somit die Möglichkeit, sein Handtuch zu öffnen. Genüsslich trank er von der Milch und setzte sie ab, um sie ihr anzubieten. Sie musste aber fast lachen, weil er mit seinem Milchbärtchen echt albern aussah, noch alberner als mit seiner Sprongebobunterhose.

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