Alpenroadmovie 4

Alpenroadmovie 4

Mittwoch, 15.08.2012, 07.30 Uhr

Irgendwo am Reschen-Pass im Grenzgebiet zwischen Österreich und Italien.

Blume wurde am nächsten Morgen wach und brauchte erst mal einen Moment, bis sie begriff wo sie war. So richtig realisiert hatte sie immer noch nicht in was für einer Scheiße sie eigentlich steckte, aber das konnte sie jetzt auch nicht mehr ändern. Enzo lag schwer schnaufend halb auf ihr. Der Tropf war schon lange durchgelaufen. Schweiß stand auf seiner Stirn. Irgendetwas hartes bohrte sich in ihre Seite. Hm. Sie rückte etwas von ihm ab und er regte sich. Alfons riss die Tür auf und Enzo schreckte aus dem Schlaf hoch, während Alfons wütend ins Zimmer stürmte. Schmerzverzerrt sank er ins Kissen zurück und Blume huschte aus dem Bett ins Bad. Sie wollte gar nicht hören, was die beiden zu reden hatten. Weil erschossen zu werden stand nicht auf ihrer ToDo-Liste. Sie drehte das Wasser auf.

‚Da Hans is tot.‘ rief Alfons.

‚Der Boanlkramer Hans?‘

‚Ja, du musst sofort abhaun!‘

‚Der wird schon net g’sungen ham?‘

‚In Ligorno geht abends d’Fähre rüber nach Bastia.‘

‚Was soll i denn da?‘

‚Du schaust dass’d so schnell wie möglich von Korsika runter kommst, Farid wartet in Casteddu auf dich!‘

‚Was soll ich auf Sardinen?‘

‚Farid bringt di nach Bizerta.‘

‚Du schickst mich zu den Verrückten ins Camp. Toll, dann brauch ich nie wieder nach Europa einreisen, weil mich jeder für einen Terroristen hält.‘

‚So, oder so ähnlich!‘

‚Ist das alles?‘

‚Die Kleine muss verschwinden.‘ flüstere Alfons.

‚Die Kleine hat damit nichts zu tun.‘

‚Dann nimmst’s halt mit, aber nach Bizerta kann sie net mit. Der Don bringt sie um, wenn noch was schief läuft.‘

‚Ich sag dir mal eins, der Don und du, ihr habt eure Kohle und noch mehr als ihr wolltet. Wenn wir weg sind, seid ihr aus dem Schneider. Wenn der Kleinen was passiert, dann sorge ich höchstpersönlich dafür, dass ihr Beide bei den richtigen Leuten auffliegt.‘

‚I könnt di fei glei erschieß’n!‘

‚Dann kannst du dir ja schon mal überlegen, wie du deinen Kindern erklärst, warum Onkel Enzo nichts mehr zum Geburtstag schickt oder zu Weihnachten kommt.‘

‚Gut, ihr haut sofort ab. Farid weiß Bescheid. Des mit’m Don regel i.‘

‚Gut und Danke, Bruder!‘

Alfons nickte, drehte sich um und ging. Enzo versuchte sich gerade anzuziehen, als Blume fertig angezogen aus dem Bad kam.

‚Wir müssen fahren?‘

‚Wieso?‘

‚Probleme.‘

‚Kannst du laufen?‘

‚Es muss!‘

Sie packte alle Sachen in seine Tasche und half ihm weiter beim Anziehen. Wenig später humpelten sie die Treppe runter.

Fortsetzung folgt im AlpenRoadMovie 5

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