Manchmal kommt es anders…Der Killer 4

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Der Killer 4

Donnerstag, 16.08.2012 03.20 Uhr

München – Lyonel-Feininger-Strasse

Später standen Beide vor dem Haus. Rutger hatte aus einer zerknüllter Packung Lucky Strike, die er in seiner Lederjacke gefunden hatte, eine verbeulte Zigarette gezogen und begann sie zu rauchen. Ellen wunderte sich darüber, da sie ihn schon seit Monaten beschattete und ihn niemals hatte rauchen sehen. Ein Wagen hielt mit quietschenden Reifen vor Ellen. Als der Wagen wieder fortfuhr, stand ein Koffer auf dem Asphalt und sie hob gerade einen Rucksack hoch. Rutger warf den glühenden Stummel der Zigarette fort und schnappte sich den Koffer, um ihn auf dem Rücksitz zu verstauen. Langsam ging sie um den Wagen herum und setzte sich auf den Beifahrersitz. Er startete den Wagen und raste in die Nacht hinein.

Im Wagen hantierte sie an ihrem Laptop herum.

Er räusperte sich: ‚Ähm, wirst du deinem Vater von vorhin erzählen?‘

‚Sag mal, denkst du ich bin lebensmüde?‘

‚Ich hoffe nicht!‘

Sie funkelte ihn wütend an. ‚Wenn du die Nummer hier überlebst…‘

Er unterbrach sie unwirsch: ‚Was heißt hier, wenn ich überlebe.‘

‚Dass ich die ganze Sache überlebe, steht ja völlig außer Frage.‘ meinte sie sehr erhaben.

‚Kannst du lauter reden, ich kann dich von deinem hohen Ross aus nicht verstehen!‘

‚Das red grad der Richtige!‘

‚Willst du mir jetzt anlasten, dass ich betrunken war und geschwafelt habe…ich, ich war nervös!‘ stotterte er.

‚Ach, du warst nervös… deshalb hast du dir überlegt, dass du mich mit Waffengewalt vernaschen…‘

Wieder unterbrach er sie: ‚Wer hat hier wen vernascht?‘

‚Lässt du mich vielleicht einmal ausreden!‘ schrie sie.

Er zog, ohne zu blinken von der linken Spur auf den Standstreifen und machte eine Vollbremsung.

‚Bitte nicht den Fahrer anschreien, verdammt nochmal!‘ schrie er selbst.

Sie blickte ihn verschreckt an.

‚Nur so ein Tipp am Rande, wenn du in der Wohnung eines Auftragskillers bist, der dich gerade in seiner Waffenkammer mit einer Knarre bedroht, dann lass deine hübschen Fingernägel bei dir und lass verdammt nochmal seine Eier in Frieden.‘

‚Wars des jetzt?‘ meinte sie schnippisch und verschränkte die Arme vor der Brust.

‚Für’s Erste!‘ er funkelte sie wütend an. Einen Moment der Stille. Autos rasten an ihren vorbei. Finster visierten sich beide an, bevor sie sich stürmisch zu küssen begannen. Sie befummelten sich umständlich, bis sie sich von ihm losriss und ihm eine Ohrfeige verpasste.

‚Für was war die jetzt?‘

‚Für den Moment, als mein Gesicht an deiner Wand auftraf, das war wirklich unnötig.‘

‚Okay.‘ säuselte er kleinlaut und hielt ihr die Hand hin.

Sie nahm die Hand entgegen und schüttelte sie. Er machte eine Verbeugung und küsste ihre Hand. Ein Schmetterlingsgefühl machte sich in ihrem Magen breit und verflog im selben Moment gleich wieder als er sich von ihrer Hand löste.

Dann blinkte er links, gab Gas und zog auf die rechte Spur. Sie tippte mit ihren Finger am Armaturenbrett herum und fragte leise: ‚Haben wir schon einen Plan?‘

‚Wir fahren nach Oberau, brechen in der Tanke ein und schauen uns die Überwachungsvideos an?‘

‚Hm!‘ sagte sie, machte den Gurt los. Das Auto begann zu piepen. Sie warf ihren Rucksack auf ihren Koffer und kletterte nach hinten. Das grelle Geräusch verstummte, als kein Druck mehr auf der Sitzfläche war. Sie hantierte an ihrem Koffer und klappte ihn auf. Er konnte sie im Rückspiegel beobachten, wie sie ihre Hose auszog und einen frischen Tanga anzog. Dann zog sie eine schwarze Kampfhose an und zog ihren Pulli aus, sie hatte sein Shirt drunter und sie behielt es an, als sich eine schusssichere Weste drüber ziehen wollte. Der Wagen kam ein Wenig von der Fahrbahn ab und sie hätte es beinahe nicht gemerkt, bis sie die singenden Seitenstreifen hörte.

‚Würde der Fahrer bitte auf die Fahrbahn achten!‘ meinte sie schnippisch und zog ihren Pulli wieder an. Er blickte entschuldigend in den Rückspiegel und konzentrierte sich wieder aufs Fahren. Sie kontrollierte die Waffe in ihrem Knöchelholster und zog sich dünne Lederhandschuhe an.

Blinkend fuhr er von der Autobahn ab und räusperte sich. ‚Wir sind gleich da!‘ Hastig machte sie den Koffer zu und packte sich ihre Handtasche.

Sie fuhren an der Tankstelle vorbei, um dann in der nächsten Seitenstraße den Wagen abzustellen und sich von hinten aufs Betriebsgelände zu schleichen. Großmütig lies sie ihm den Vortritt und er brach die Tür auf. Das was sie völlig lautlos mit einem Draht, Papa’s Kreditkarte und einer angesägten Nagelfeile gemacht hätte, machte er, auf seine eigene brachiale Weise, mit einer halben Brechstange, die er aus seiner Jacke gezaubert hatte. Sie betraten das Büro der Tankstelle und er machte sich an einem Videogerät zu schaffen. Ellen durchsuchte in einen Karton mit beschrifteten Videokassetten und fand den entsprechenden Tag. Er blickte auf die Uhr, legte die Kassette ein und drückte den Bildvorlauf. Gelangweilt blickten sie aufs Bild. Nervös blickte er immer wieder auf die Uhr, bis die Dämmerung einsetzte.

‚Das dauert zu lange. Nehmen wir die Kassette mit und suchen wir uns ein schnuckeliges Hotelzimmer mit einem Videorekorder!‘ flüsterte er und drückte auf Stopp.

‚Hm ja, wir sollten nicht mit leeren Händen bei den Vinschgauern antanzen!‘ meinte sie und nahm die Kassette aus dem Rekorder. Sie pfriemelte den Aufkleber mit der Beschriftung von der Kassette und beklebte eine leere Kassette damit. Lautloser als sie eingebrochen waren, verschwanden sie wieder. Draußen auf der Straßen war noch alles totenstill. Sie schlichen zum Wagen zurück. Kurz bevor sie beim Auto angelangt waren, kam ein Wagen aus einer Einfahrt. Er lies das Brecheisen auf die Straße gleiten und schubste es mit der Fußspitze unter seinen Wagen. Dann packte er sie, drehte sie in seine Richtung und drängte sie auf die Kofferraumklappe. Er griff sie im Genick, kam ihr näher und flüsterte ihr ins Ohr. ‚Zieh mir die Jacke aus und küss meinen Hals!‘

Sie tat was ihr befohlen und schlang zusätzlich ihre Beine um seine Hüften. Er küsste ihren Hals und flüstere weiter auf sie ein. ‚Langsam beginnt mir der Job zu gefallen.‘

Als Antwort biss Sie ihm in den Hals, was ihn nur noch mehr anspornte. Der Wagen fuhr an ihnen vorbei, man konnte das Geräusch eines elektrischen Fensterhebers hören und der Fahrer rief empört: ‚Sodom und Gomorrha! Nehmts eich a Zimmer!‘

Das Auto fuhr weiter und bog auf die Straße. Die beiden Stoben auseinander und eilten in den Wagen. Sie hüpfte auf den Rücksitz und er griff noch unter den Wagen und sammelte seine Brechstange ein, bevor er einstieg. Sie fummelte an ihrem Handy herum, während sie sich wieder auszog. ‚Fahr nach Garmisch, da ist die Chance größer einen Videorekorder in einem Hotelzimmer zu finden!‘ Sie fuhren die Straße entlang und hielten sich links. ‚Kannst du unter meinem Sitz die Tasche rausziehen und mir geben?‘

‚Ja, warte!‘ stammelte sie, weil sie gerade versuchte eine Strumpfhose anzuziehen. In der nächsten Kurve hüpfte sie wie ein Gummiball auf dem Rücksitz umher. ‚Verfickte Scheiße!‘ zischte sie in dem Moment, als ihre Strumpfhose riss.

‚Alles in Ordnung da hinten?‘

‚Der Mann, der die Strumpfhose erfunden hat, gehört erschossen.‘

‚Ist das ein Auftrag?‘

Fortsetzung folgt im AlpenRoadMovie 8! Es lohnt sich!

 

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