Das Tagebuch einer Metzgerstochter

Das Tagebuch einer Metzgerstochter

Mein Name ist Bruna. Ich bin die Tochter vom Metzger Ulgur in Hoimarshold.
Er lehrte mir nicht nur das Metzger- und Fleischhauerhandwerk, sondern brachte mir auch das Lesen und Schreiben, Zählen und Rechnen bei. So gut es eben ging, weil ich da nicht so ganz seiner Meinung war. Warum sollte ich auch lesen können, oder gar schreiben, wenn ich doch das ganze Jahr nur die Schweine füttere. Sie zur Schlachtbank führe und wenn mein Vater die Schlachterarbeit macht, schleppe ich das Fleisch zu den Leuten. Die Bestellungen kann ich mir merken und mich übers Ohr hauen, traut sich keiner. Weil jeder im Ort weiß, wie ich mit einer halben Schweinehälfte umzugehen weiß.

Mein Vater trank schon immer sehr viel von dem Met oder auch vom Biere. Nur in letzter Zeit fiel mir auf, dass er ihm der Schnaps noch viel mehr angetan hatte. Deswegen stehe ich nun immer öfter hinter der Schlachtbank und mache eigentlich die ganze Arbeit alleine.
Warum er soviel trinkt? Weiß ich nicht so genau. Könnte vielleicht an der Abwesenheit meiner Mutter liegen. Ja, eine Mutter habe ich natürlich, auch wenn ich sie nicht wirklich kenne. Vater erzählt nicht viel drüber und wenn ihn jemand drauf anspricht, trinkt er noch mehr und ich hab dann noch mehr Arbeit am Hals, wenn er den ganzen Tag seinen Rausch ausschläft. Also halte ich schön die Schnauze und mache mir auch keine Gedanken da drüber. Im Allgemeinen mache ich mir eh recht wenig Gedanken über alles. Warum auch? Mir geht es gut, solange ich was zu tun habe. Und zu tun gibt es in unserer Metzgerei immer was.


Zum Samhainfest in diesem Jahr kam es dazu, dass sich das Swajut des ehrenwerten Raskell in Hoimershold ankündigte, um die Feierlichkeiten zu begehen.
Es wurde eine stattliche Sau bestellt. In der Woche vor dem Samhainfest ging ich jagen und schleifte eine ordentliche Sau nach Hause und sperrte sie ins Gatter hinterm Haus. Sie stand außerordentlich gut im Futter, da werden die ehrenwerten Krieger aber zufrieden sein. Ohnehin ist der Schweinebestand dieses Jahr eh recht mager und ich werde mich nach dem Samhainfest wohl wieder aufmachen müssen, um noch ein paar Einjährige zu fangen, damit sie bei uns überwintern. Ähm, damit wir im Winter nicht alle verhungern müssen.
Nichts desto trotz hab ich hinterm Haus einen Gemüsegarten angelegt. Der Mensch lebt ja nicht vom Fleisch allein. Auch wenn wir bei jedem Vieh, des uns die Bauern bringen, unseren Anteil bekommen, sorge ich gerne für schlechte Zeiten vor. So habe ich im Wald wilde Äpfel gesammelt und allerlei Wurzeln und Pilze. Auf dem Dachboden trocknen nun die Pilze und die Kräuter und im Keller lagern die Wurzeln, das Gemüse und die Früchte. Der Winter kann nun kommen, weil kommen tut der Winter immer. Früher oder später. Auch wenn mir dass mit den Schweinen ernsthaft Sorgen machte. Liebes Tagebuch, du merkst schon, dass ich mir doch mehr Gedanken mache, als ich freiwillig zugeben möcht. Aber verhungern will ja auch keiner.
In der Nacht vor Samhain hab ich die ganze Nacht wachgelegen. Nicht weil ich so aufgeregt war, nein. Da hat sich wohl ein Wolf herum getrieben, den konnte man die halbe Nacht heulen und johlen hören. In der Früh ist mir dann die Sau durchs Gatter hindurch gebrochen und abgehauen. Die blöde Sau!

Jetzt muss ich aber erst die Fleischbestellung für die ehrenwerte Paigi ausliefern, die Trossköchin des Swajut des ehrenwerten Raskell. Es konnte ja keiner verantworten, vor allem nicht ich, dass der ehrenwerte Raskell und seine Mannen nach der harten und beschwerlichen Reise zu uns hier nach Hoimarshold, noch an Ort und Stelle verhungern. Und die Sau würde ich im Anschluss wieder einfangen. Und diesmal schneid ich sie gleich um, dann lauft se mir nimmer fort, die Sau.

Die Jagd nach meiner Sau war recht einfach. Sie hatte sich in einem niedrigen Hain unweit des großen Feuers zum Fressen niedergelassen. Im Herbst kommt die Sau nicht weit, bei den vielen Eichen und Buchen, die in unseren Wäldern stehen. Dann braucht man sie nicht mehr stopfen. Aber bevor sie auf den Grill kommt, werde ich sie ordentlich ausbluten lassen, dann abhängen und sie schon mal mit meiner Tunke einreiben.

Mein Geheimrezept meiner Fleischtunke erzähle ich niemanden. Nicht mal meinem Tagebuch. Außerdem schweife ich ab. Ein ganz ein junger Krieger hatte sich bereit erklärt, mich bei der Jagd zu unterstützen.
Kaum hatten wir die Sau gestellt, jagten wir sie durchs Unterholz. Da kam einer der Krieger des Swajuts angerannt und erschreckte die Sau mit seinem Schwert so, dass der junge Krieger den finalen Schlag tätigen konnte und die Sau endgültig zu Fall brachte, während ich mir ausmalte, wie ich die Sau die nächsten Tage mit meiner Wundertunke bestrich.


Wir präsentierten die Sau dem Swajut. Zwei der Krieger hatten in der Schlacht der vergangenen Nacht ihre Zunge ganz oder teilweise verloren, deswegen kauften sie dem Jungen und mir die Zunge der Sau ab.

An dem Tag haben die Heiler und Schamanen wirklich ein Wunder gewirkt, die beiden konnten fast einwandfrei wieder reden, bis auf ein paar kleine Grunzer zwischendurch. Aber wer kann außer mir schon von sich behaupten, er könne Säuisch reden.

Den restlichen Tag, lies ich die Sau ausbluten und beobachtete die Mannen beim Herbsttunier. Ist ja nicht alle Tage Samhain und der Vater lag ja eh noch in seinem Suff vorm Haus und kümmerte sich um nichts weiter, als um sein Schnarchen. Da konnte ich meinen Feierarbeit auch mit interessanten Dingen gestalten. Habe den Meisterapfelstrudel der ehrenwerten Paigi kosten dürfen und ich muss sagen auch der Fleisch-Bohnen-Topf war ausgezeichnet. Es kommt ja nicht alle Tage vor, dass die Metzgerstochter Tränen in den Augen hat, weil das Essen so unglaublich schmackhaft ist. Man sollte ihr einen Preis verleihen.

Nach den Kriegerprüfungen nahm ich noch an der Ehrung der Toten teil, die mit einem lauten Knall verbrannt wurden. Später wurde der Abend in Bier, Met und Schnaps ertränkt, deswegen kann ich leider nicht mehr so viel davon berichten.
Ich träumte die ganze Nacht davon feindliche Krieger mit Tunke zu
beschießen und mit brennenden Wurfschweinen zu grillen. Zwei Fliegen mit einer Klappe.


So, liebes Tagebuch, bin in der letzten Woche nicht ganz so viel zum Schreiben gekommen. Es ist viel passiert. War jagen… Und hab komische Träume gehabt. Davon will ich eigentlich gar nichts schreiben. Hab zuerst sieben herrenlose Frischlinge gefunden. Ich Glückspilz. Hab sie dann zu der Höhle gebracht, die mir schon oft Unterschlupf vor Wind und Wetter geboten hat. Der Weg zurück nach Hause wäre zu weit gewesen. Ich hab sie erst mal Eicheln fressen lassen und hab ein Gatter gebaut. Dort zwischen den Eichen fühlen die Schweinchen sich wohl und sicher waren sie auch, habe ein paar Feenringe gesehen, die werden sie zumindest vor bösen Geistern schützen.
Bin dann nochmal los in den Wald, ich traute dieser glücklichen Fügung nicht ganz über den Weg. Weit vor der Dämmerung bin ich dann über die Bache gestolpert. Sie lag völlig ausgeweidet auf einer Lichtung. Es sah ein bisschen so aus, als wäre ihr Innersten nach außen gestülpt worden. Bei dem Anblick hab ich mich schon ganz schön erschrocken. Da war irgendwas nicht in Ordnung, es war so als wäre die natürliche Ordnung völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Ich dachte an den Wolf, den ich in der Nacht vor Samhain gehört hatte. Aber sowas machte kein Tier. Nichtmal die Orks. Oder sogar die Wendools hätten so eine abartige Tat nicht vollbringen können. Hier mitten im Wald und ohne offensichtliche Spuren zu hinterlassen. Und warum gerade eine Sau abschlachten, weil so richtige gefressen worden ist sie ja auch nicht. Nach dem sich dann auch gleich meine Nackenhaare aufstellten, beschloss ich so schnell wie möglich zur Höhle zurück zukehren.
Bei der Höhle angekommen lagen die sieben Schweinchen am Stamm der großen Eiche und schliefen den Schlaf der Unschuldigen. Ich habe ziemlich viel gegrübelt, dass hielt mich dann auch die halbe Nacht wach. Sicherheitshalber habe ich die schlafenden Schweinchen einzeln in die Höhle getragen, habe die Höhle dann mit dem Gatter verschlossen und habe ein ganz kleines Feuer gemacht. Mit meiner Axt im Arm wachte ich mehr, als dass ich schlief und noch bevor der nächste Tag anbrach, machte ich mich wieder auf, zurück zu der Stelle zu gehen, wo ich die tote Bache gefunden hatte.
Die Sonne ging gerade auf und das schale Licht kämpfte sich durch den Morgennebel. Die Bache lag da noch. Sie stank schon. Keines der Tier, die üblicherweise sich am Aas labten, hatte sich auch nur in die Nähe getraut. Ich beschloss die Sau zu verbrennen und den Platz mit meinem Blut zu reinigen. Ich bin zwar am Arsch kein Schamane, habe aber schon oft zugesehen, bei dem was die immer so trieben. In unserer Hag wurde immer alles mit Feuer und Blut gelöst. Und in der Not ist es besser, ich mache es, bevor dann genau hier an diesem Ort, die bösen Geister sich dann dem Walde bemächtigen. Gedacht, getan.
Was für eine Sauerei, hab zu tief geschnitten, weil meine Hand so gezittert hat. Werd das nachher nähen müssen. Heute ist doch nicht mein Glückstag.


Am Weg zurück zur Höhle, beschloss ich, egal was noch passieren würde, den Marsch nach Hause anzutreten. Ich beschloss einige der kleinen Schweine zu tragen und die Anderen anzubinden und mit mir zu schleifen. Sie waren eh recht beunruhigt und gingen ohne zu bocken mit. Völlig erschöpft kam ich zuhause an, steckte die Schweine in den Pferch und schlief quasi schon im Stehen ein.
Die Nacht über träumte ich einen Traum, der seit dem jedes Mal wieder kehrte, wenn ich die Augen schloss. Eigentlich war der Traum augenscheinlich immer der Selbe, es kam mir aber immer so vor, als wäre jedes Mal eine Kleinigkeit anders. Ich wage es nicht davon zu schreiben, nicht dass es noch wahr wird. Manchmal kann ich fast nachvollziehen, warum mein Vater seinen Kummer im Schnaps ertränkt, wenn er auch solche Träume hat.
Liebes Tagebuch. Ich habe seit der Nacht, als ich aus dem Wald kam, kaum mehr länger als ein paar Stunden jede Nacht geschlafen. Dieser Traum scheint mich auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Werde zunehmend aggressiver, was aber niemanden auffällt. Versuche meine Wut am Schlachtvieh auszulassen. Nachdem wir eh viel zu tun haben, nehme ich die Arbeit, wie sie kommt und versuche nicht darüber nachzudenken. Dies fiel mir wahrhaftig nicht leicht.
Das ging solange gut, bis ich an den unmöglichsten Orten einschlief und von diesem Traum wieder aus dem Schlaf gerissen wurde und in Raserei verfiel. Die Leute aus dem Ort bekamen es schon mit und mieden mich und unsere Metzgerei.
Dem Wahnsinn anheim fallend lief ich wieder in den Wald, um mich meinen bösen Geistern zu stellen. Hätte eigentlich eine gute Idee sein können, wenn man auch nur eine kleine Ahnung davon hätte, wie man mit bösen Geistern umzugehen hatte, oder wie man sie gar wieder los wird. Aber wenn man nicht schläft, ist man nie richtig wach. Und dann kommt man eher auf weniger geistreiche Ideen. Ich lief durch den Wald und erklomm einen unserer höchsten Hügel. Dort oben machte ich ein Feuer und betrank mich. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag ich mit meiner Fresse in der Asche. Halb erstickt schrecke ich hoch und hatte ein klares Bild vor Augen.
Eine Frau, die dem Gesicht zum Verwechseln ähnlich sah, dass ich immer im Wasser erblicke, wenn ich mich wasche, weint eine blutige Träne und verschwindet tanzend in rauschenden Flammenkreisen.
Während ich die paar Zeilen hier schrieb, blickte ich der Sonne entgegen, wie sie über den Hügeln meiner Heimat aufstiegt und mir fröhlich entgegen lächelte. Ob die Frau, die ich in meinem Traum sah, ich war oder vielleicht sogar meine Mutter, vermochte ich nicht zu sagen. Langsam glaubte ich dem Gerede der alten Frauen sogar, das ich ihr wohl wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich war. Ich beschloss nach Hause zu gehen, um meinem Vater von den Träumen zu erzählen und ihn zu bitten, mir von meiner Mutter zu erzählen.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Erlebnissen auf Samhain 1. (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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Es regnet Blätter…und hagelt Fischstäbchen!

Es regnet Blätter…und hagelt Fischstäbchen!

Nach der Arbeit hetze ich zum Einkaufen. Es pisst, als gäb es kein Morgen. Nach dem es aber kurz vor Ladenschluss ist, steige widerwillig aus dem Auto und renne in den Laden. Der übliche Einkauf geht ganz schnell. Salat, 3 Packungen Fischstäbchen, eine Flasche Ketchup und einen Camembert. Da soll nochmal einer sagen, ich würde mich einseitig ernähren. Als ich nach dem Zahlen zum Ausgang gehe, kehren sie mich förmlich aus dem Laden und schließen hinter mir die Tür. Ich kann das Rollgitter hören, wie es hinter mir langsam die Eingangsfront von Außen verschließt. Der Regen hat aufgehört, dafür weht der Wind wieder ganz schön heftig. Blätter wehen auf Kopfhöhe an mir vorbei und es fröstelt mich. Ich zieh die Kapuze über meinen Kopf und werde vom Wind schier zum Auto getrieben. Kurz bevor ich an meinem Auto ankomme, bin ich trotz des nachgelassenen Regens völlig nass, weil die herabfallenden Blätter ungefähr den selben Effekt haben, wie Regen.

Ein rollender Busch purzelt vor mir über den Asphalt. Ich schüttele den Kopf und denke mir: ‚Nicht schon wieder!‘

Ich blicke mich hastig um und erwarte das Schlimmste. Mit einem Mords Adrenalinschub stürze ich zum Auto und lasse meinen Blick gehetzt über den Parkplatz schweifen.

Da ist ja gar nichts, verdammt! Am Himmel schiebt der Sturm die Wolken auf die Seite und ich kann den Mond sehen. Ein Vollmond. Hm. Ich erwarte jeden Moment das Wolfsgeheul. Nichts. Etwas enttäuscht, krame ich nach meinem Schlüssel und öffne den Wagen aus der Entfernung. Ich kann das Klacken der Zentralverriegelung hören.

Plötzlich höre ich ein triefendes Grunzen hinter mir. Fast Panisch drehe ich mich um. Da schlürft etwas auf mich zu, das ein Mensch zu sein scheint. Es schleift ein Bein nach und hat eine Schulter gesenkt. Ich kann den Sabber sehen, wie er aus der offenen Kinnlade läuft. Blitzschnell mache ich einen Schritt auf das Dings zu und hole mit einer Einkaufstasche aus. Es erdreistet sich doch tatsächlich die Arme gegen mich zu erheben und ich schlage zurück. Unter Röcheln geht das Dings nach dem ersten Schlag zu Boden. Ich betrachte es näher und es ist ein er und er ist wohl schon ein Wenig länger tot. Geil, ein Zombie!

Nachdem ich in meinem Auto leider keinen Spiderman habe und leider auf keine Axt, Schrotflinte oder Motorsäge, beschließe ich nach Hause zu brettern und mich für die Zombieapokalypse aufzumunitionieren.

Neben meinem Auto springt mich ein weiterer Zombie an und bringt mich zu Fall. Er hat zum Glück nur in meine Einkaufstasche gebissen und reißt nun ein Stück heraus und fängt an zu Röcheln. Der Zombie hustet, wälzt sich von mir runter und spuckt mir ein angebissenes Fischstäbchen ins Gesicht. Ich packe die Tasche und haue solange auf den Zombie ein, bis die Einkaufstasche auf seinem Kopf explodiert und die Packung Fischstäbchen mit ihr. Die gefrorenen Fischstäbchen fliegen mir um die Ohren, ich stürze schockiert nach hinten und kann gerade noch sehen, wie ein weiterer Zombie von einem meiner Fischstäbchen ins Auge getroffen. Es bleibt vibrierend in der Augenhöhle stecken, der Zombie fällt auf die Knie und als er nach vorne fällt, rammt er sich das Fischstäbchen ganz in den Kopf, wo es wahrscheinlich langsam auftauen wird. Gehirnfrost a la Captain Iglo würd ich mal sagen.

Ich sammle den Ketchup, den Camembert, die übrigen Fischstäbchen und meinen Salat auf, die restlichen Einkäufe haben es komischer Weise heil überstanden und haue ab. Mit 140 fahre ich nach Hause und suche panisch nach meinem Schlüssel für meinen Waffenschrank, rufe gleichzeitig meine Mutter und meine beste Freundin an. Dann verrammel ich die Tür, baue eine Schleuder aus einem Klappstuhl und meinen Strapsen.

Im Morgengrauen können mich die Nachbarn auf dem Dach sitzen sehen. Mit zwei Baustrahlern, einer Schleuder, einem Sektkühler mit einer Packung gefrorener Fischstäbchen darin und meinem Karabiner auf dem Schoß, zwei Revolver im Holster und einem Whiskey in der Hand. Im Hintergrund läuft Fido.

Zufrieden nippe ich von meinem Glas und feile meine Munition an und warte darauf, dass sie die Straße hochkommen und meine spießigen Nachbarn zuerst fressen wollen.

Drei und eine Axt – Teil 16

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 16

Der Sturm trieb die Wolken über den nächtlichen Himmel. Die Luft war für die Jahreszeit viel zu kalt. Blätter wehten auf Augenhöhe an ihm vorbei. Er zog den Umhang hinten über seinen Kopf und blickte auf den Fluss. Er machte sich Sorgen, obwohl er eigentlich nicht wirklich Grund dazu haben sollte. Sie werden sich schon zurecht finden und solange Nachts kein Bodenfrost ist, werden sie schon nicht erfrieren. Er würde trotzdem kein Auge zu machen, bis sie wieder da waren.

Sie waren nun schon über zehn Tage fort. Er hätte sie nicht gehen lassen sollen oder mit ihnen reiten sollen. Aber Ziska hatte sich durchgesetzt. Sie nahm die Vision sehr ernst und bestand darauf nur mit dem Jungen zu reiten. Und was sollte sie auch mit einem humpelten Trottel, er war ihr keine Hilfe. Er war niemanden eine Hilfe.

Die letzten zehn Tage mussten sie sich am Hof eine Menge über Brauchtum und Sitte anhören, erst von Wena, dann von Otar, der mittlerweile wieder auf den Beinen war und zu guter Letzt auch noch vom Khan, der wiedergekommen war, um das Winterlager zu beziehen.

So war es alter Sitte Brauch, dass die Frauen eines verstorbenen Kriegers an den leiblichen Sohn übergingen, weil ihre Seelen auch nach dem Tod des Mannes weiter verbunden waren und nach ihrem eigenen Tod würde sie ihrem Mann im Jenseits wieder dienen.

Nun waren die Familienverhältnisse eh nicht ganz einfach, weil Halef nicht der leibliche Sohn von Aiden war und Ziska keine Kinder hatte. Otar wollte als nächst ältester Bruder von keinem seiner Rechte Gebrauch machen, da er seines Erachtens bei den Ahnen in Ungnade gefallen sei und ging zum Khan und bat um Rat und um eine Entscheidung. Der Khan jedoch redete sich raus, da er nicht über den Kopf der weißen Hexe hinweg eine Entscheidung treffen wollte. Nachdem aber Aiden den Jungen an Sohnes statt angenommen hatte, war die Erbfolge eigentlich klar. Halef erbte den Hof und hatte für seine Mutter zu sorgen, solange Otar keinen Einspruch einlegte. Vira schüttelte über die Entscheidung nur den Kopf, da es nicht ihr Brauch war, sie sich aber der Sippe fügen musste. Ainur seine Stimmung war mal wieder jenseits von gut und obwohl Vira jede Nacht zu ihm unter seine Felle kroch, wurde seine Stimmung von Tag zu Tag eisiger. Mal ganz abgesehen davon, dass Kejnen seine Stimmung auch nicht recht viel besser war. Sein Knie tobte wieder und sein Herz schmerzte bei jedem Atemzug. Was muss er sich auch in die weiße Hexe verschauen. Was sie in ihm sah, war ihm immer noch völlig rätselhaft. Weil gerade ansehnlich war er ja nicht gerade. Was wollte sie nur von einem alten Krüppel.

Er blickte über das Rauschen des Flusses hinweg. Die Jurten des Khan standen nun in Sichtweite. Er konnte die Feuer sehen und die Tiere plärren hören. Der Khan war sehr ruhig und nachdenklich gewesen, seit dem er von der Vision der weißen Hexe hörte. Die Sonne würde bald aufgehen und er beschloss nicht mehr zu grübeln.

Irgendwann war Kejnen doch neben dem Feuer eingenickt. Und erst als seine Sonne ihm ins Gesicht strahlte, öffnete er seine Augen wieder. Ziska stand vor ihm und blickte ihn milde an. Ihr jugendliches Gesicht war von tiefen Sorgenfalten überzogen und ihre Augenringe ließen ihr Antlitz älter wirken, als sie eigentlich war. Halef schloss gerade das Gatter. Ein Pferd mehr als sonst. Sie hatten das Pferd seines Vaters tatsächlich gefunden und mitgebracht. Der Junge schlich geknickt an ihnen vorbei und verschwand in der Jurte. Dort kroch er zu Lamina ins Bett und wühlte sich durch die Decken bis zu ihrem warmen Körper. Er hatte nur seinen staubigen Mantel und seine Schuhe ausgezogen, die nun im Eingang der Jurte lagen. Lamina nahm ihn im Halbschlaf liebevoll in den Arm und säuselte ihm etwas Unverständliches ins Ohr. Er begann zu weinen, sie schloss ihre Arme fester um seinen Körper, daraufhin brach er völlig zusammen. Seine Mutter lag auf dem Boden bei Ainur. Kejnen wurde von Ziska in die Jurte gezogen, dort stolperten sie über die Schuhe und schob sie beiseite. Vira wurde wach, nach einem kurzen Blickwechsel mit Ziska, sprang sie auf und stürmte zur Stalljurte hinüber. Die Jurte war halb abgedeckt und das Scherengitter war wieder verschlossen worden, nachdem sie die toten Körper hineingelegt hatten. Vira schritt durch die Tür und stockte. Dort lagen zwei in Leinen gebundene Körper auf der Erde. Der Gestank der Leichen lies sie würgen. Ziska hatte Windlichter aufgestellt und hatte verschiedene Harze angezündet. Das machte zwar den Gestank nicht besser, aber erträglicher. Um den Hals des einen Körpers hatte Ziska den Ritusknochen ihres Ehebundes mit einer ihrer Hochzeitsborten gebunden. Dann musste der andere Körper ihr Ehemann sein. Hastig wickelte sie den Kopf der Leiche ihres Mannes frei und erstarrte. Ein blanker Schädel starrte sie aus den leeren Höhlen an. Um den Hals des Skeletts hing ein Stein an einer schweren Kette, in dem ein Mondsymbol eingeritzt war. Sie griff sich an die Brust und stürzte nach hinten um, schnappte nach Luft und würgte zugleich. Hastig versuchte sie nur noch von dem Leichnam fortzukommen. Sie erbrach sich auf dem Weg durch die Jurte. Das Vieh wurde durch ihr Würgen und Stöhnen aufgeschreckt und lief durcheinander und plärrte.

Kejnen, Ziska und Ainur waren ihr gefolgt und versuchten sie zu beruhigen.

Sie war völlig hysterisch und schrie: ‚Das ist nicht mein Mann! Das kann nicht mein Mann sein.‘ Kopfschüttelnd kam sie an der Jurtenwand zum Stillstand, aber nur weil sie nicht weiter kriechen konnte. Ziska hielt etwas in der Hand, dass sie ihr nun in die Hand legte. Ohne hinzublicken erkannte sie, was es war. Es war der Ritusknochen ihrer eigenen Verbindung.

‚Die Ahnen schickten die Geier und erwiesen ihnen eine Himmelsbestattung. Die Geier waren noch am Werk, als wir eintrafen. Sie hatten nur das Pferd in Ruhe gelassen.‘ erklärte Ziska ruhig.

‚Warum dann der Gestank?‘ stotterte Vira, die wieder zu würgen begann.

‚Die Schädel sind ungebrochen, daher der Gestank!‘ würgte Ziska hervor. ‚Die Ringe waren an ihren Fingern, ihr Seelen warten auf das Bett der Ahnen.‘

Vira kroch wieder zum Leichnam, riss sich den Anhänger von ihrem Hals, der das Sonnensymbol trug und band ihn mit dem knochen um den Hals des Leichnams. Nun brach sie vollends zusammen. Ainur nahm sie in den Arm, hob sie hoch und brachte sie zurück in die Jurte. Ziska bedeckte kahle Antlitz ihres Schwagers wieder und ging würgend an Kejnen vorbei, der ihr sogleich humpelnd folgte.

Als Ainur Vira aufs Bett legen wollte, klammerte sie sich panisch an seinen Hals und weigerte sich lauthals sich aufs Bett legen zu lassen. Ziska wurde langsam misstrauisch. Sie hatte schon bemerkt, dass Vira oft schlecht schlief, vor allem seit dem Kejnen da war und seit dem Ainur hier war schlief sie anscheinend noch viel schlechter. Mit erhobenen Händen und summend ging sie schnurstracks aufs Bett zu, drängte dabei Ainur auf die Seite und griff am unteren Balken entlang. Ainur begriff gar nicht mehr, was um ihn herum geschah. Er hielt die weinende Vira immer noch im Arm und stand mitten in der Jurte und beobachtete das skurrile Geschehen. Schreiend hob Ziska das Bett hoch, während Kejnen mit einer Kerze zu ihr rüber humpelte. Im Kerzenschein konnte man Fluchzeichen an der unteren Seite des Bettes erkennen, die in das Holz gebrannt worden waren.

Ziska fluchte lautstark: ‚Dieser Bastard!‘

Halef setzte sich blitzartig auf und blickte sie böse an. Dann ging ihr sichtlich ein Licht auf.

Halefs Miene entspannte sich wieder ein Wenig. Wie von einem Schlag getroffen, ließ sie den Rahmen fallen und lief kopfschüttelnd zu ihrem Bett hinüber, um auch unter ihrem Bett nach zu sehen. Dort waren keine Fluchzeichen, erschöpft sank sie aufs Bett und grübelte fluchend weiter. ‚Diese alte verbitterte Hexe…!‘

‚Ziska, hast du dich nun entschieden, ob du lieber meinen toten Vater beleidigen willst oder Großmutter?‘ sprach Halef mit einer erschreckend ruhigen Stimme. Ziska blickte ihn entschuldigend an, denn sein Blick verriet ihr seine Wut. Seine Augen funkelten böse zu ihr hinüber.

‚Kejnen kannst du den Rahmen noch einmal hochheben?‘ sprach sie ruhig.

Kejnen stellte die Kerze am Boden ab und hob den Rahmen hoch und lehnte ihn gegen die Jurtenwand. Im Kerzenschein konnte man die Fluchzeichen erkennen.

Dann schluchzte Vira: ‚Aiden, war des Schreibens gar nicht mächtig und er hätte mir nie misstraut!‘

Dann sprang Ziska auf und rannte aus der Jurte, um wenig später wieder zu kommen.

‚Bei Wena ist es auch.‘ sprach sie ruhig.

‚Nur Großmutter hatte die Möglichkeit und die Macht auch über den Tod hinaus, einen Fluch zu festigen.‘ meinte Vira erschreckend gefasst. Sie hatte sich aus Ainurs Umarmung gewunden und er lies sie sachte auf den Boden gleiten. Ziemlich wackelig auf den Beinen stolperte sie zum Bett von Halef hinüber und stürzte. Halef fing sie auf, schloss sie ihn die Arme und schon war ihrer beider Stärke wieder verflogen. Sie schluchzen sie gegenseitig an. Lamina deckte sie Beide liebevoll zu. Doch Vira hielt sie fest, als sie sich entfernen wollte.

Ainur zerlegte kurzerhand das Bett und brachte es raus. Kejnen schob die Decken zur Seite und half Ainur soweit er konnte.

Ziska lief ihnen schreiend hinterher und kam dann wieder. Sie riss den Jurtenstoff neben der Tür auf und schob das Scherengitter zur Seite. Dann ging sie durch die Öffnung und schloss die Jurtentür. Hastig zündete sie einige Kräuter an, die an einer Leine zum Trocknen hingen. Damit wedelnd ging sie durch die Jurte und murmelte Unverständliches, dann schrie sie wieder und lief zum offenen Scherengitter. Dann schnitt sie sich mit einem kleinen Messer in die Hand, Blut quoll hervor. Sie beträufelte die Fläche der Öffnung und ging dann an die Stelle, an der bis eben noch das Bett gestanden hatte und lies das Blut auf den Boden tropfen.

Als Ainur und Kejnen verschlossen die Jurte und betraten sie dann durch die Tür. Sie stand immer noch völlig in sich gekehrt an der Stelle und murmelte. Kejnen erkannte, dass ihr Blut von der Hand rann und auf den Boden tropfte. Er humpelte zu ihr hinüber, zog ein Tuch von einer Leine und wickelte es um ihre Hand. Sie rückten einige Truhen auf den Platz, wo das Bett gestanden hatte und bauten aus allen Fellen und Decken eine Bettstatt, an einer anderen Stelle der Jurte. Ainur stand gebückt in der Jurtentür. Er war zu Recht verwirrt, Ziska hatte alle seine Felle zum Bettenbauen verwendet. Er wusste nicht, was alle davon halten würden, wenn er nun ‚offiziell‘ bei Vira schlafen sollte. Er hatte immer noch die Worte des Khan im Ohr, die jedliche neue Verbindung vorerst untersagte.

Vira löste sich aus der Umarmung der beiden Kinder und setzte sich auf. Ziska kam zu ihr hinüber und zog eine Flasche aus ihrem Korb. Mit zitternden Fingern zog sie an dem Korken. Sie nahm einen tiefen Schluck und gab die Flasche an Vira weiter. Sie schluchzte noch einmal und nahm auch einen kräftigen Schluck. Keuchend zog sie gleichzeitig den Rotz die Nase hoch. Halef nahm ihr die Flasche ab und nahm auch einen anständigen Schluck. Auch er zog keuchend die Luft ein und schlug sich auf die Brust. Lamina nahm die Flasche an sich. Schüchtern nippte sie nur daran. Sie kroch aus dem Bett und drückte sie Ainur in die Hand, der wie zu Stein erstarrt noch immer in der Jurtentür stand. Kejnen humpelte ihm entgegen und nahm ihm die Flasche ab, als Ainur zu einem zweiten Schluck ansetzte.

‚Warum war mir klar, dass es dich nicht mal beutelt, bei dem Teufelszeug.‘ krächzte er kopfschüttelnd und humpelte mit der Flasche in der Hand zum Bett hinüber. Als Vira aufstehen wollte, strauchelte sie. Ainur fing sie auf und trug hinüber, um sie zu betten. Ziska holte sich noch einmal Kräuter von der Leine, zündete auch diese an und ging summend noch einmal durch die ganze Jurte. Kejnen hatte sich erschöpft aufs Bett gesetzt, trank einen kräftigen Schluck und zog seine Schuhe aus. Ziska kam zu ihm hinüber, warf die restlichen Kräuter ins Feuer und legte einige Scheite nach. Als sie den nächsten Schritt in Kejnens Richtung tat, brach sie lautlos zusammen.

Er konnte sie gerade noch auffangen. Umständlich bugsierte er sie aufs Bett, zog auch ihr die Schuhe aus und deckte sie und sich irgendwie zu.

Ainur saß eine Weile völlig mit den Nerven am Ende an der Bettstatt und strich Vira mit zitternden Händen übers Haar. Nach einiger Zeit öffnete sie die Augen und sah wie er zusammengesunken neben ihr kauerte. Wortlos zog sie ihn zu sich unter die Decken.

Verhalten nahm er sie in den Arm und seufzte schwer. Sie flüstere mit zitternder Stimme in sein Ohr. ‚Mein halbes Leben beruht auf einen bösen Fluch einer verbitterten, alten Frau.‘

‚Aber du bist du, Fluch hin oder her.‘

‚Ich weiß nicht mehr wer ich bin.‘

‚Du bist eine wunderschöne, starke Frau und ich, ich…‘ Seine Stimme brach. Dann fing er sich wieder. ‚Ich habe es gar nicht verdient und vor allem nicht das Recht, bei dir liegen zu dürfen.‘

‚Brauchtum und Sitte und Anstand verbieten es.‘ meinte Vira bitter.

‚Und der Khan und vor dem langen Arm seiner Worte habe ich mehr Ehrfurcht, als vor den Bräuchen einer mir völlig fremden Welt.‘

Sie drückte sich fester an seinen Körper und suchte seine Hand, um sie im nächsten Moment zu ihrem Mund zu führen. Sie zögerte kurz, dann küsste sie seine mächtige Pranke. ‚Doch Ihr habt Euch mein Herz bereits am ersten Tag verdient. Des Khans Wort hin oder her.‘

‚Waren wir nicht bei du und du?‘ meinte er in ihr Haar, seine Lippen zitterten, als er ihre Stirn küsste. Und er hoffte inständig, dass sie den Stein nicht hörte, der so eben von seinem Herzen herabfiel.

‚Mein Herz hat mein ganzes Leben lang auf dich gewartet.‘ flüsterte er in ihr Haar. Sie schluchzte, als sie die Worte vernommen hatte. Er küsste ihr die Tränen vom Gesicht und wiegte sie in seinen starken Armen. ‚Du bist so eine starke Frau und doch so zerbrechlich. Ich möchte dir dienen und dein starker Arm sein.‘

‚So lange ich mich an deiner Schulter anlehnen und aus heulen kann, darfst du alles…!‘

Diesmal stoppte er sie mit einem Kuss. Sie erwiderte ihn.

‘Warum denn so ernst, schöner Mann?’ Teil 2

Warum denn so ernst, schöner Mann?’ Teil 2

Rückblende

Vor 11 Wochen: Es war Schottenparty im Club. Yo war hinter der Bar beschäftigt. Sie hatte einen roten Minikilt und ein schwarzes Lackkorsett an, sonst nicht viel mehr, außer dem roten Iro, Strapse, Strümpfe, Stulpen und Stiefel. Heute hieß sie Red McCloud für die Besucher des Clubs.

Keine Namen, keine Nummern. Es waren eh nur hässliche, fette Kerle im Kilt da. Dabei hieß es immer, dass Männer im Kilt immer gut aussehen würden. Es würde ein langweiliger Abend werden. Weit nach Mitternacht, kam ein junger Mann an die Bar und bestellte ein Wasser. Sie schaute auf, er schaute sie ernst an.

‚Warum denn so ernst, schöner Mann!‘ zwitscherte sie ihm entgegen und servierte ihm sein Wasser. Er lächelte sie extrem kurz an, nahm an der Bar platz und schaute dann wieder ernst. Sie hatte ihn schon ein paar Mal gesehen, auf verschiedenen Partys. Er sah wirklich ziemlich geil aus, und nicht nur weil er heute einem Kilt trug. Das Netzshirt, dass er an hatte, erlaubte einen angenehmen Ausblick auf seinen durchtrainierten Körper. Er hatte eine sehr übersichtliche Frisur, dadurch kam sein kantiges Gesicht noch mehr zur Geltung. Im Club war eine riesen Stimmung, alle gingen total ab. Aber so ernst wie er drein schaute, waren seine Gedanken ganz wo anders. Das schreit nach einer Ablenkung. Der Abend würde nicht doch noch interessant werden. Der DJ mischte einen Bastard aus einem harten EBM-Sound, Dudelsackmusik und Who Wants To Live Forever‘ zusammen. Das Ergebnis war einfach der Wahnsinn. Die Barcrew machte noch eine Abschlussshoweinlage auf der Bar und Yo stand direkt vor dem geilen Schotten. Jetzt lächelte er tatsächlich mal. Wahrscheinlich hatte er einen netten Ausblick unter ihren Kilt gehabt.

‚Es kann nur eine(n) Geben!‘ riefen sie und die Show war vorbei. Sie blieb auf dem Tresen stehen, kniete sich vor ihn hin und bot ihm dabei einen noch besseren Blick unter ihren Kilt. Er konnte ihre rasierte Pussi sehen. Mit einem leicht verklärtem Blick lächelte er sie an. Sie nahm sein Kinn, zog es hoch und schaute ihm dabei tief in die Augen: ‚Wer wird denn da lächeln?‘ Sie küsste ihn auf die Nase, stand auf und sprang dann rücklings von der Bar. Die restliche Schicht flirtete sie mit ihm, bis sie ihn irgendwann aufs Mitarbeiterklo schleifte. Sie wollte unbedingt wissen, was er unter dem Kilt trug. Sie küsste ihn und umspielte seine Zunge mit der Ihren. Dann griff sie ihm unter den Kilt. Bingo. Ein echter Schotte. Von draußen konnte man ‚Wer hat an der Uhr gedreht!‘ hören. Der Club würde gleich schließen. ‚Der Club schließt jetzt und ich muss noch ein bisschen arbeiten, du kannst vor der Tür auf mich warten, wenn du noch Lust auf mehr hast.‘ Sie grinste ziemlich dreckig, als sie ihren Satz vollendete. Dieser Hundeblick, mit dem er sie nun anblickte, hätte die Titanic retten können. Er brachte alles zum Schmelzen. Aber sie musste arbeiten. Mit einem entschuldigenden Augenaufschlag ging dann einfach und lies ihn und seinen Ständer auf der Toilette zurück.

Als sie endlich mit der Arbeit fertig war und aus dem Club trat, stand er tatsächlich vor dem Club, an eine Telefonsäule gelehnt. Es nieselte leicht, er hatte die Schultern hochgezogen und zitterte wie ein junger Hund.

‚Warum denn so ernst, schöner Mann?‘ sagte sie, ging auf ihn zu. Er löste sich von der Telefonsäule. Sie küsste ihn heftig.

Danach sagte sie zu ihm: ‚Los, gehn wir zu dir!‘

‚Bei mir ist aber nicht aufgeräumt!‘ stotterte er.

‚Dann lass es uns an der Telefonsäule treiben, bis die Bullen uns wegen öffentlicher Erregung festnehmen.‘ Sie war stehen geblieben und hatte wieder dieses dreckige Grinsen im Gesicht. Sie wollte ihn zurück zur Telefonsäule ziehen, da packte er ihre Hand und zog sie an der Telefonsäule vorbei. ‚Ich wohne aber da drüben!‘

An seiner Haustüre angekommen, lagen sie sich bereits in den Armen und er versuchte mit zitternden Fingern gleichzeitig die Tür aufzusperren, ohne sich aber dabei von ihren Lippen zu lösen. Sie hatte ihre Hände schon wieder unter seinem Kilt. Man konnte ihm jetzt wieder deutlich ansehen, wie scharf er auf sie war. Er hoffte nur, dass die Nachbarn ihn nicht so sehen würden. Doch ihr breites Grinsen verriet ihm, dass sie es darauf anlegte von seinen Nachbarn erwischt zu werden. Endlich sprang die Tür auf und sie stolperten über die Türschwelle. Auf den Treppen kamen sie zum Liegen. Sie saß auf ihm und ihre Brüste waren aus dem Korsett gerutscht. Er hatte ihre Arme auf den Rücken gebogen und küsste sie heftig. Beide zitterten vor Erregung. Mit einer Hand hielt er weiter ihre Arme fest und die andere Hand wanderte zwischen ihre Beine. Er strich langsam aber flüchtig über ihre feuchten Schamlippen, sein Daumen drang ganz kurz in sie ein, dann griff er aber zwischen ihren Beinen durch und vergrub seine kräftige Hand zwischen ihren Arschbacken. Mit einem Ruck erhob er sich und hob sie dabei über seine Schulter. Sie quietschte lustvoll.

Endlich war er oben an seiner Wohnungstür angekommen. Er ließ sie von seiner Schulter sinken, dabei kratze sie einmal quer über seinen Rücken. Blutige Striemen zeichneten sich auf seinem Rücken ab. Er packte wieder ihre Hände hinter ihren Rücken und pinnte sie mit einem gewaltigen Stoß seines kräftigen Körpers gegen seine Wohnungstür. Bewegungsunfähig ließ sie sich von ihm küssen, während er die Tür aufschloss. Seine Zunge drang tief in ihren Mund, die Tür machte klick und schwang auf. In dem Moment griff er sie wieder am Hintern und hielt sie fest. Sie schlang ihre Beine um seinem Rücken, aber ihre Hände waren wieder frei, frei für eine erneute Erkundungstour. Sie löste sich aus dem Kuss und zog sein Netzshirt über seinen Kopf, blieb aber damit an seiner Nase hängen. Schon war ihre Zunge in seinem Mund. Er schwankte mit ihr in die Wohnung und mit einem Tritt beförderte er die Tür ins Schloss zurück. Seine Küsse wanderten von ihrem Mund, über ihren Hals hinunter zu ihren Brüsten. Er saugte und knabberte an ihren steifen Brustwarzen und ging, sie immer noch fest im Griff, den Flur entlang. Im Türrahmen zum Wohnzimmer hielt er inne. Er konnte vor Erregung kaum weiter. Yo hatte ihre Hände wieder an seinem Penis. Ihre Finger spielten mit seiner Schwanzspitze. Er zitterte und ließ sie dann kraftlos an sich herabgleiten. Als ihre Beine den Boden berührten, knickten sie ein und sie ließ auf Knie sinken. Ihre Hände glitten an seinen Waden und Oberschenkel hinauf, bis ihre Fingerspitzen seine Hoden berührten. Sie zogen sich unter ihrer Berührung zusammen und wieder zitterte er vor Erregung. Während ihre Hände seinen Schaft umschlossen, kam sie mit ihrer Zunge seinen Oberschenkel hinauf. Sie leckte über seine Eier, dann von der Schwanzwurzel aus bis zur Eichel hinauf und nahm sie dann ganz behutsam in den Mund. Sie ließ seinen prallen Schwanz ganz langsam in ihren Mund gleiten. Seine Knie wurden weich und er glitt am Türrahmen zu ihr herab. Genauso langsam, wie sie seinen Penis in ihren Mund gleiten hat lassen, ließ sie wieder ab von ihm, aber nicht ohne dabei an seiner Schwanzspitze zu saugen. Sie genoss seinen Geschmack. Er nahm ihr Kinn und zog sie hoch zu seinem Gesicht. Erneut drang er mit seiner Zunge in ihren Mund, um dabei mit seiner Hand unter ihren Rock zu gleiten. Ihre Oberschenkel waren bereits feucht und ihre Schamlippen waren leicht geöffnet. Seine Finger glitten in sie hinein, sie verkrallte sich in seinem Rücken und stöhnte lustvoll auf. Sie biss ihm leicht auf die Zunge, während er mit dem Daumen an ihrer Perle rieb und nochmal mit den Fingern in sie eindrang. Während er sie weiter mit seinen Fingern verwöhnte, schob er sie in Richtung Sofa. Sie stieß mit dem Rücken gegen das Sofa und ließ mit einem genüsslichen Stöhnen ihre Küsse über seinen Hals gleiten, um sich dann in seinem Hals zu verbeißen.

Er nahm wieder ihre Nippel in den Mund, glitt aber dann mit dem Kopf herab und zog mit den Zähnen ihren Rock zur Seite, damit er eine bessere Sicht auf ihr Allerheiligstes hatte. Er leckte über ihr Schambein und schob langsam seine Zunge zwischen ihre Schamlippen. Seine Finger drangen wieder und wieder in sie ein, während er mit der Zunge an ihr leckte. Ihre Oberschenkel zuckten, als er sich genüsslich verbiss. Sie war so feucht, dass ihr Saft ihm über die Hand herunter rann. Er saugte an ihrer Pussi, während sie ihren Orgasmus genoss. Sie zuckte noch, stieß ihn aber von sich weg. Er ließ sich nach hinten fallen. Sie ergriff seine Hand und leckte daran. Nun genoss sie ihren Geschmack an seiner Hand und kroch dann schnell mit ihrem Kopf unter seinen Kilt. Er entledigte sich endlich von seinem Netzshirt, während sie ihm an den Eiern saugte. Er musste sich zurückhalten, um ihr nicht gleich ins Gesicht zu spritzen. Sie nestelte an seinem Kilt und schon lag er nackt vor ihr. Sein Penis hatte eine leichte Aufwärtsbiegung und er war so prall und steif, dass er mit der Schwanzspitze seinen Bauch berührte. Von seinem Anblick wurde sie noch geiler. Er war einfach perfekt. Sie leckte wieder von der Schwanzwurzel an seinem Schaft entlang, bis sie die Unterseite seiner Eichel berührte und sie reizte. Dann nahm sie die Schwanzspitze wieder in den Mund und verwöhnte ihn weiter. Er lies sich fallen und genoss einfach nur. Kurz bevor er kam, lies sie von ihm ab. Sie stand auf und zog langsam ihren Rock aus. Dann zog sie mit den Zähnen an ihren Stulpen und zog auch diese aus. Sie hatte nun nur noch ihr knappes Korsett an und ihre Strapse mit ihren Strümpfen und ihre Stiefel natürlich. Ihre Brüste standen hoch aufgerichtet aus dem Korsett und ihre Nippel zitterten förmlich vor Erregung. Sie nahm ihren Finger in den Mund und glitt dann mit den nassen Fingern an ihrem Körper herab bis zu ihrer Muschi. Sie drang selbst in sich ein und spielte ein wenig an sich herum. Dann kniete sie sich wieder vor ihn hin und steckte ihm ihre Finger in den Mund. Er saugte genüsslich an ihren Fingern. Dann nahm sie eine Hand und zog etwas aus ihrem Korsett. Sie widmete sich nun wieder seinem Schwanz. Sie leckte und saugte genüsslich daran, als hätte sie ein Eis am Stiel vor sich. Sie hatte plötzlich ein Kondom in der Hand und riss es auf. Jetzt wusste er, was sie vorhin aus ihrem Korsett geholt hatte. Sie nahm den kleinen Nippel des Kondoms zwischen die Lippen und fasste seinen harten Penis fest in beide Hände. Sie setze die Lippen mit samt dem Kondom auf und streifte es mit den Lippen ganz langsam über seinen Schwanz. Er war so perplex von dem, was da gerade geschah, dass er ihr zum Glück nicht gleich ins Gesicht spritzte. Sie setzte sich verkehrt herum auf ihn drauf. Er strich mit einer Hand über ihren tätowierten Rücken. Mit einem leisen Schmatz glitt ihre Pussi über seine Eichel. Sie spannte ihre Muskeln an, als wollte sie sich mit ihrer Muschi an seiner Schwanzspitze festhalten. Dann machte sie mit ihren Hüften kreisende Bewegungen. Er hielt es nicht weiter aus, mit einer Bewegung packte er sie an den Hüften und drang mit einem heftigen Stoß in sie hinein. Sie stöhnte laut auf. Mit kräftigen Stößen drängte er sie zum Sofa hinüber. Er nahm ihre Hände und bog sie wieder auf den Rücken. So hielt er sie und fickte sie genüsslich weiter. Dabei nahm er eine ihrer Brüste mit einer Hand in den Griff. Sie lag mit dem Korsett auf der Sofakante und streckte ihm den Hintern noch mehr entgegen. Dann umspielte sie wieder seinen Schwanz mit ihren Muskeln.

Himmel, er war fast so weit, viel zu früh. Er dachte an etwas völlig ungeiles. Rosa Gummistiefel und Regenmäntel. Er wollte jetzt noch nicht kommen. Sie stöhnte noch lauter, als sie bemerkte, dass er sich ernsthaft zurückhalten musste. Nun dachte er an Moonboots und er dachte an Schnee. Verdammt viel Schnee. In dem Moment befreite sie ihre Hände und packte ihn mit einer Hand an die Schwanzwurzel, hielt das Kondom fest und zog ihn aus sich heraus. Erleichtert stöhnte er auf. Sie drehte sich schwungvoll mit gegrätschten Beinen um und zog ihren Hintern dabei auf das Sofa. Er vergrub seinen Mund zwischen ihren Beinen. Sie stöhnte lustvoll auf und ließ ihn gewähren. Er nahm seine Finger wieder zur Hilfe. Ihr Saft schmeckte gefickt noch viel herrlicher und er konnte kaum von ihr ablassen. Sie aber drängte ihn wieder auf ihren Körper und zog seinen Mund zu sich hoch. Er küsste sie und glitt dann langsam mit seinem prallen Schwanz in sie hinein und lies es jetzt aber ganz langsam an gehen. Sie umklammerte seine Hüften mit ihren langen Beine. Die Halterungen ihren Strümpfe waren aufgegangen. Sie griff mit einer Hand unter sich und öffnete den Strapshalter. Mit einem Ruck hatte sie den Strapshalter von sich gezogen, er nahm ihr den Strapshalter ab und fesselte ihre Hände damit an die Heizung am Ende des Sofas. Währenddessen trieb er seinen Harten immer tiefer in sie hinein. Sie wimmerte und stöhnte immer lauter. Er löste ihre Beine aus der Umklammerung und streckte sie vor seinem Oberkörper nach oben, so dass sein Kopf zwischen ihren Stiefeln steckte. Mit der Wange an ihren Stiefeln reibend, penetrierte er sie weiter. Dann schob er ihre Beine seitlich von sich weg und legte sie auf dem Wohnzimmertisch ab. Einige Dinge, die darauf standen, fielen herab. Ihre Pussi wurde in dieser Stellung noch enger. Er fickte sie weiter und seine Stöße wurden immer härter und schneller, sie schrie nun ganz laut.‚OH Gott, nein! OH Gott! Ja! Oh, nein!‘ So einen gottesfürchtigen Gefühlsausbruch hatte er nun nicht von ihr erwartet, es machte ihn aber noch mehr an. Sie zuckte unter ihm, während er immer wieder in sie eindrang. Ihr Stöhnen wurde zu einem Keuchen und ihre Schreie wurden zu einem Wimmern. Sie schob sich aber immer noch näher an ihn heran, sie wollte noch mehr. Er war kurz davor, aber er wollte immer noch nicht kommen, nicht jetzt, er wollte sie noch einmal zum Schreien bringen. Er zog seinen immer noch prallen Schwanz aus ihr.

Blitzschnell zog er das Kondom von seinem Penis, beugte sich über sie und kramte nach etwas. Sie konnte seinen Schwanz mit dem Mund nur ganz knapp erreichen. Er ließ einige Kondom auf ihre Brüste prasseln, dann stand er auf, ging von ihr weg und aus dem Raum. ‚Such dir Eins aus und lauf nicht weg, ich bin gleich wieder da.‘

Nach einem viel zu langem Moment kam er wieder, er hatte einen Drink mit vielen Eiswürfeln in der Hand. Er nahm einen großen Schluck in den Mund, küsste sie und lies ihr den Schluck Whiskey mit einem Eiswürfel in den Mund laufen. Sie hatte ein noch geileres Glitzern in den Augen und schob mit der Zunge den Eiswürfel zwischen ihre Zähne. Er richtete sich auf und hielt ihr seinen Schwanz vors Gesicht. Sie glitt mit dem Eiswürfel an seinem Schaft entlang und kühlte ihn. Er wurde aber dadurch noch heißer und steifer. Sie ließ den Eiswürfel verschwinden und nahm seinen prallen Schwengel wieder in den Mund. Das Eis und der Whiskey betäubten sein Glied ein wenig, aber er spürte trotzdem sämtliche Adern pulsieren. Er nahm einen Schluck aus dem Glas, zog ihr den Schwanz aus dem Mund, spreizte ihre Beine und vergrub seinen Kopf wieder in ihrem gelobten Land. Er ließ den Schluck Whiskey in ihre Muschi laufen und schob ihr den Eiswürfeln ganz tief ins Loch. Sie stöhnte lustvoll auf. Er genoss den Whiskey aus ihrer Muschi. Ihr Geschmack vermischte sich mit dem Whiskey. Was geileres hatte er nie geleckt. Yo bewegte sich unter ihm. Er blickte auf. Mit einem Kondom zwischen den Zähnen grinste sie ihn wieder geil grinsend an. Er nahm es mit dem Mund, riss es auf und stülpte es sich über den immer noch steifen Schwanz. Mit einem dreckigen Grinsen im Gesicht drang er in sie ein. Irgendwo in ihr konnte er die Kälte des Eiswürfels spüren. Er beugte sich zu ihr herunter und flüstere ihr ins Ohr: ‚Ich möchte dich nochmal schreien hören!‘ Sie verbiss sich in seinem Hals, er stöhnte laut auf und fickte sie, bis sie wieder ‚Oh Gott!‘ schrie.

Mit einer unbeschreiblichen Erleichterung und einem lauten Stöhnen kam er. Zuckend legte er sich erschöpft halb auf sie. Mit einer unmerklichen Handbewegung befreite er sie von der Heizung. Ihre Handgelenke waren wund gescheuert. Er nahm ihre Hände und zog sie an sich, er küsste die roten Stellen. Sie lächelte ihn zufrieden an und musste sich ein Gähnen verkneifen. Liebevoll drückte er ihr einen Kuss auf die Stirn, dann wälzte er sich von ihr, zog seinen Schwanz aus ihr heraus.

Umständlich griff er hinter sich an die Lehne des Sofas und zog an irgendwas. Mit einem Ruck klappte die Rückenlehne nach hinten und er purzelte hinterher.

Das Kondom vom Schwanz ziehend, stand er nochmal auf und kam nach einem Moment wieder. Sie hatte sich ihr Korsett ausgezogen und war wohl beim Versuch ihre Stiefel auszuziehen eingeschlafen. Behutsam zog er ihre Stiefel aus und deckte sie zu. Dann kroch er zu ihr aufs Sofa und schlief, sie fest an sich gedrückt, ein.

Als er am nächsten Morgen erwachte, war sie verschwunden. Mit den restlichen Kondomen hatte sie ein ‚DANKE‘ auf den Wohnzimmertisch gelegt…

‚Warum denn so ernst, schöner Mann?‘ Teil 1

‚Warum denn so ernst, schöner Mann?‘ Teil 1

Heute Nacht in der großen Stadt ist wieder Party angesagt. Es sind allerlei Gestalten der Nacht unterwegs und zwar zu diesem Ort an dem diesmal diese total angesagte Themenparty abgehen soll. Diesen Samstag heißt es Sience-Fiction-Party in einer skurrilen Umgebung. Die skurrile Umgebung mit samt Wegbeschreibung wird erst am Abend der Veranstaltung über eine geheime Webseite herausgegeben. Und zu dieser heißen Info kommt man nur, wenn man ein Schlüsselwort hat und es ist wirklich sehr schwer an diesen Geheimcode zu kommen, der sich im Übrigen mehrmals am Abend ändert und insgesamt nur für ca. 250 Logins zur Verfügung steht. Mit diesem Login kann man sich seine Eintrittskarte ausdrucken und los düsen. Das wäre ja ganz einfach, so könnte man meinen. Aber dann hätten wir da noch einige Türsteher an denen Mann oder Frau erst mal vorbei muss. Der Dresscode ist auf jedes Partythema abgestimmt und eine Begleitung hat Mann oder Frau auch nicht mitzubringen. Der rote Faden der Veranstaltungsreihe war eigentlich eine Single-Party zu machen, wo sich wildfremde Menschen kennenlernen sollen. Ganz fern ab von irgendwelchen Zwängen, da die Freunde meistens draußen bleiben müssen. Darüber redet die ganze Stadt und jeder munkelt. Gerade von denen, die noch nicht eingeladen wurden. Bestechungsversuche bleiben da natürlich nicht aus. Einige Insider ohne Einladung stehen meist schon parat für den Fall, dass ein Newbie nicht reingelassen wird, weil er dem Dresscode nicht entspricht, dann fällt die Eintrittskarte an denjenigen, der sich am meisten Mühe gegeben hat bei seiner Körperkunst.

Zwischen Abfüllanlagen einer stillgelegten Eisfabrik wurde eine riesige Bar aufgebaut, die von der Galerie des Hinterzimmers aus betrachtet, wie ein abgestürztes Raumschiff aussieht. Einige Bardamen wuselten umher und bestücken die Kühlschränke, schneiden Limetten oder zerhacken Eis. Was Bardamen eben so tun, bevor eine Party losgeht. Alle Angestellten haben sehr skurrile Kleidung an. Die beiden Chefs laufen wie aufgeschreckte Hühner übers Gelände. Aufregung macht sich breit. Papiere werden gewedelt. Und ein Gerücht macht die Runde.

‚Hey Yo, hast du schon gehört?‘ Blaue Haare tauchen hinter einer Eisschranktür auf: ‚Und Fred, was gibt es diesmal für unglaubliche Neuigkeiten?‘ Sie, Yo mit dem blauen Kopfputz, rückt ihre Perücke zurecht, grinst dreckig um ihren Sarkasmus noch mehr Ausdruck zu verleihen und wuchtet dabei einen Sack mit Eiswürfeln in ein Waschbecken. Ihr Gesprächspartner ein großer Barkeeper in einer silbernen knallengen Hose und einer Metalantenne auf dem Kopf, machte eine äußerst schwule Handbewegung, die überhaupt nicht zum Outfit passte. Er rückte sich bei einem Schritt vorwärts in ein besseres Licht und sagte: ‚Rate mal?‘

Jetzt konnte auch Yo erkennen, dass er angemalt war, wie ein Silberfischchen. Sie grinste noch dreckiger.

‚Meine Fühler halten einfach nicht!‘ kam halb gestöhnt von hinter der Tür zum Lager.

‚Oh, Mann, Daisy, schaffst dus einmal pünktlich fertig zu werden?‘ meinte Yo.

Ein mintgrünes Wesen kam mit dem Rücken voraus durch die Tür. In den Händen klebten zwei mintgrüne Fühler. Es drehte sich um und ein kleiner drahtiger Mann mit feinen Zügen kam zum Vorschein. In Plateauschuhen und einer Hotpants, alles Mingrün natürlich. Yo machte sich dran, dem Wesen, der anscheinend Daisy hießt, die Fühler abzunehmen und an die richtige Stelle zu kleben.

‚Baby, hast du schon gehört?‘ Es war wohl nicht Yo gemeint, sondern das Silberfischchen Fred: ‚Ja, Sweetheart, ich wollt es Yo grad erzählen!‘

‚Wie, du weißt es noch gar nicht!‘ meinte Daisy zu Yo.

‚Die Bullen haben sich eingeschleust!‘ meinte eine Barkeeperin in einem sexy Raumanzug im Vorbeigehen. ‚Undercover, verstehst du!‘

‚Oh, menno Mel, ich wollte es doch erzählen!‘ kam es gleichzeitig von den beiden Barkeepern.

Mel kam wieder zurück, am Raumanzug herumnestelnd, und meinte: ‚Hey, des weiß ja eh schon jeder!‘

Yo meinte nur: ‚Drohen sie nicht schon seit Jahren unsere Partys hochgehen zu lassen?‘ Sie machte eine dramatische Pause. ‚Und, waren sie schon mal da? Und warum überhaupt? Wir machen hier etwa etwas Ungesetzliches? Ich hasse den Staat und alle seine Behörden!‘ Sie grinste jetzt noch breiter und holte tief Luft, als wollte sie einen wichtigen Vortrag halten. Da meinte Mel schnippisch, bevor Yo weiterreden konnte: ‚Ich dachte, seit dem der Boss mit dem Typen vom TÜV vögelt, haben wir keine Probleme mehr mit den Behörden.‘

Yo ließ die Luft wieder heraus, als der Boss plötzlich hinter Mel auftauchte: ‚Ihr wisst ja!‘

‚KEINE NUMMERN, KEINE NAMEN!‘ kam von allen Mitarbeitern gleichzeitig, die für einen Moment sämtliche Arbeit ruhen ließen, um genau diesen Satz zu sagen.

Mel wurde schlagartig hochrot im Gesicht und war plötzlich ganz still.

‚Aber das gilt nicht für untereinander, oder?‘ Daisy lehnte sich an Freds Brust, küsste ihm die Brustwarze und spielte ein bisschen mit der Zungenspitze an seinem Piercing.

‚Hey Mann Daisy, wie oft muss ich dir des noch sagen, ich blas dir keinen!‘ meinte Yo und alle lachten.

Der Boss wurde wieder ernst: ‚Ein bisschen mehr Disziplin!‘

‚Frisch, fromm, fröhlich, frei!‘ meinte Yo.

‚Also dann an die Arbeit!‘ er schaute auf seine Uhr: ‚Wir machen… jetzt auf!‘

‚Zack,Zack!‘ salutierte Yo und verschob dabei wieder ihre Perücke.

Kaum war der Boss außer Hörweite, meinte Mel: ‚Er ist so ernst, seit er mit dem Typen vom TÜV vögelt!‘

‚Ich habe das gehört!‘ meinte Jeff, der Halbbruder vom Boss. Er war vor ein paar Wochen plötzlich aufgetaucht und in die Firma mit eingestiegen. Sein Auftauchen war äußerst mysteriös gewesen. Irgendwas stimmt da nicht, aber das bekam Yo schon noch raus. Yo hatte ihn schon viel früher kennengelernt. In dem ein oder anderem Club. Sie hatte ihn abgeschleppt, ein paar Mal und mit ihm gevögelt, so drei, vier, acht Mal. Vielleicht auch viel öfter. Es ging einige Wochen so, dass sie sich immer wieder abgeschleppt hatten. Sie hatte sich bis über beide Ohren in ihn verknallt, was für sie äußerst ungewöhnlich war. Und sie dachte, dass er sich auch in sie verknallt hatte. Das hatte sie sogar schriftlich. Dann war er für zwei Wochen wie vom Erdboden verschluckt und verschwunden, bis er plötzlich als ihr neuer Vizechef vorgestellt wurde. Sie war sich ziemlich unsicher, sie wusste nicht was sie denken sollte. Und ziemlich verarscht kam sie sich auch vor. Er behandelte sie wie den letzten Dreck, es war so als wäre er ein anderer Mensch. Und jetzt spielte er sich als Chef auf. Es war einfach zum Kotzen wie er sich aufführte! Aber geil war er trotzdem. Mit einen miesen Grinsen meinte Yo: ‚Der Herr Wirtschaftsingenieur!‘

Igor – Hinter dem Fluss und immer weiter… Teil 3

Igor 2.0

Hinter dem Fluss und immer weiter… Teil 3

Elvira wurde wach. Einfach so. Utrecht lag halb auf ihr drauf und hielt sie immer noch in seinen Armen. Sie konnte seine morgendliche Erregung spüren. Lächelnd schob sie ihren Körper unter dem Seinem hervor. Sie konnte nicht mehr schlafen, geschweige denn liegen und außerdem musste sie dringend den Tee loswerden, den sie ihr in der vergangenen Nacht ständig eingeflößt hatten. Sie krabbelte über den reglosen Körper von Utrecht und blieb vor dem erloschenen Feuer stehen. Als sie sich nach dem Feuerholz bückte, erblickte sie Igor, wie er immer noch mit dem Hund kuschelte und vor sich hin schnarchte. Er sah sehr zufrieden aus. So leise wie möglich legte sie Holz in die Glut und mit einem kleinen Schnipsen ihrer Hand brannte das Feuer wieder.

Dann suchte sie ihre Schuhe. Stulpe schnellte aus dem Schlaf hoch und beobachtete Elvira, wie sie mit ihren halb angezogenen Schuhen nach draußen stolperte. Die Sonne koch gerade erst über die vorgelagerten Hügel. Ein ‚Tzzz…Tzzz!‘ lies sie nach oben blicken. Ihr Bruder saß auf einem Felsvorsprung und grinste sie an. ‚Guten Morgen, meine Liebe!‘

‚Guten Morgen!‘ grummelte sie, blickte ihn angestrengt an und stolperte weiter mit offenen Schuhen hinter den nächsten Felsvorsprung außer Sichtweite. Wenig später kam sie wieder und zupfte ihre Röcke zurecht.

‚Möchtest du zu mir rauf kommen?‘ fragte er und hielt ihr die Hand hin.

‚Ähm, einen Moment!‘ meinte sie kurz und ging in die Hocke. Sie nestelte an ihren Schuhen herum, dann rappelte sie sich auf und blickte ihrem Bruder entgegen. Kurzerhand wickelte sie ihre Röcke zusammen, steckte den Saum in den Bund und kletterte zu ihm auf den Felsvorsprung. Auf halber Höhe griff er nach ihrer Hand und zog sie zu sich hinauf.

‚Na, gut geschlafen?‘

‚Ein bisschen kalt wars.‘

‚Hat er dich denn nicht gewärmt?‘

‚Doch schon!‘ flüsterte sie und errötete leicht.

Hengelder zog eine Augenbraue hoch und blickte sie ernst an.

‚Nein, nicht was du jetzt denkst. Aber es ist doch ungewohnt einen Mann neben sich liegen zu haben.‘ meinte sie leicht verwirrt.

‚Ich versteh schon.‘ grinste Hengelder. ‚Und noch dazu ist er ein echter Morgenmuffel.‘

Stulpe kam aus der Höhle, blickte nach oben und grinste beide an. Er ging sich auch erst mal erleichtern und als er wieder zu ihnen kam, meinte er: ‚Hengelder, kletter doch mal nach oben, von dort hat man eine gute Aussicht über die Ebene.‘

‚Bei Sonnenaufgang hab ich noch nichts erkennen können, aber nachdem ich ja jetzt eine Ablöse habe…!‘ meinte er, stand auf und kletterte die Felswand hinauf.

‚Sag mal Elvira, du kannst doch noch mit dem Bogen umgehen?‘

‚Ich denke schon.‘

‚Ich lass dich ablösen, sobald Pürkel gefrühstückt hat.‘

‚In Ordnung!‘

Stulpe ging wieder nach drinnen. Sie konnte ihn hören, wie er Pürkel und Hasenreit weckte. Es dauerte jedoch eine ganze Weile, bis sich etwas regte. Pürkel kam kauend, mit einem Becher in der Hand, aus der Höhle getreten.

‚Guten Morgen, junge Dame. Und wie war deine erste Wache?‘ mampfte er.

‚Aufregend!‘

‚Kann ich dir meinen Tee anvertrauen, während ich…!‘ meinte er und hielt ihr den Becher hin. Sie nahm den Becher entgegen und grinste. Auch Pürkel ging sich erleichtern und Elvira kletterte indes von dem Felsvorsprung hinab. Als sie wieder mit beiden Beinen auf den Boden stand, stand Pürkel bereits hinter ihr.

Sie drehte sich kurz um und ging dann wieder in die Höhle. Hasenreit kam ihr entgegen. Er hatte es sehr eilig.

‚Guten Morgen meine Liebe!‘ meinte Esmeralda. ‚Komm setz dich, Kind! Iss was.‘

Sie blickte aufs Bett und Utrecht hatte sich seinen Mantel über den Kopf gezogen. Er ist wohl wirklich ein echter Morgenmuffel. Sie zog eine Augenbraue hoch und setzte sich zu Igor und dem Hund.

‚Guten Morgen Igor! Hast du gut geschlafen?‘ fragte Elvira und nahm einen Becher und einen Napf entgegen.

‚Ja, Herrin. Ich habe gar vortrefflich geschlafen und ich lebe noch.‘ mampfte Igor, der sein Frühstück mit dem Hund teilte.

‚Hattest du denn Angst um dein Leben?‘ fragte Elvira neugierig.

Er machte eine geheimnisvolle Geste und wisperte so leise, wie es ihm möglich war. ‚Sie haben mich gewaschen. Und waschen macht krank und elend.‘

Sie musste sich ernsthaft ein Lachen verkneifen und nickte nur, während sie ihr Gesicht in ihrem Teebecher vergrub.

‚Aber heute bin ich aufgewacht, einfach so. Ohne das Geschrei und das Gewimmer im Kerker und ohne die Stimme und den Sabber des Meisters.‘ berichtete Igor.

‚Das ist doch schon mal was.‘ meinte Esmeralda, die begonnen hatte aufzuräumen, während Stulpe und Hasenreit die Pferde sattelten.

‚Dann hab ich wohl die Ehre den Morgenmuffel zu wecken?‘ meinte Elvira, als sie ihren letzten Bissen hinuntergeschluckt hatte. Sie goss Tee in ihren Becher und ging zum Bett hinüber, während Igor mit dem Hund nach draußen ging.

Leicht wie eine Feder lies sie sich aufs Bett sinken und lugte unter den Mantel.

‚Guten Morgen schöner Mann.‘ flüsterte sie.

Ein Auge blickte ihr aus einem zerknautschten Gesicht entgegen und ein Grunzen kam aus seiner Kehle, dann schloss er das Auge wieder.

‚Wir müssen bald aufbrechen.‘ wisperte sie zuckersüß und zog ihm ganz langsam den Mantel vom Kopf.

Er grunzte wieder und öffnete erneut nur ein Auge. Ein flüchtiges Lächeln huschte über sein Gesicht.

‚Ich hab einen starken Tee für dich!‘ flüsterte sie in sein Ohr. Und als ihre Lippen sein Ohr berührten, schlug wieder ein Funken über. Er riss stöhnend beide Augen auf und küsste flüchtig ihren Hals. Sie rückte von ihm ab und starrte ihn an, als hätte sie gerade den Verstand verloren. Mit zitternden Fingern drückte sie ihm den Tee in die Hand.

‚Oh, Verzeihung, ich wollte eigentlich nicht..!‘ stotterte sie und starrte auf sein Ohr. Er begriff, dass etwas nicht stimmte und griff an sein Ohr. Mit einem erstickten Stöhnen setzte er sich auf und betastete weiter sein Ohr. Tränen schossen ihm in die Augen, als er begriff, dass sein Ohr spitz gewachsen war.

‚Ich wusste nicht, dass ich es einfach so kann.‘ stammelte sie.

‚Es fühlt sich richtig gut an! Danke!‘ flüsterte er ihr zu und trank den Tee.

‚Leider sehr einseitig.‘ meinte sie, während sie mit wackeligen Beinen aufstand und ihm etwas zum Essen auf einen Teller richtete.

‚Lass für Hengelder noch etwas übrig.‘ meinte Esmeralda, die gerade an ihnen vorbeiging. Sie starrte auf sein Ohr, schüttelte den Kopf und ging weiter zu den Pferden, um den Männern beim Bepacken zu helfen. Während Utrecht aß, richtete sie ihrem Bruder das Frühstück. Ermeralda packte unter seinem Hintern quasi die Felle zusammen. Er zog seine Hose an und nahm seinen Wappenrock vom Boden auf, kaute noch an seinem letzten Bissen und ging nach draußen. Als er wieder herein kam, half ihm Hasenreit in die Rüstung, während die Frauen alles zusammensammelten und das Feuer löschten.

Pürkel stürmte in die Höhle und meinte: ‚Der Beutelrock meint, wir sollen uns sputen.‘

‚Der Beutelrock soll lieber mal seine Rüstung anziehen, wir warten nur noch auf euch!‘ meinte Stulpe, der Pürkel anblickte. Er wollte gerade die ersten Pferde raus bringen. Pürkel rannte wieder raus, Stulpe folgte ihm, mit einem Pferd und Hasenreit mit dem Nächsten.

Wenig später hatten sie alle Pferde nach draußen gebracht und Hengelder kam den Berg hinunter geklettert und lief den Pfad hinunter, den sie mittlerweile in die Wiese getrampelt hatten. Esmeralda machte sich an dem Busch zu schaffen, und die Äste verdeckten nun wieder den Eingang der Höhle. Hastig lief sie nach Hengelder den kleinen Pfad entlang. Sie lies einen kleinen Wind zur Höhle hinauf wandern und das Gras richtete sich wieder auf. Utrecht wartete schon auf Hengelder, mit seiner Rüstung in der Hand. Elvira hatte einen Becher und einen Teller in der Hand und fütterte Hengelder, während Utrecht ihm in die Rüstung half.

Wenig später preschten die Pferde über einen verschlungenen Bergpfand und schon konnte man keine Spur mehr davon sehen, dass je jemand hier gewesen war.

Am späten Abend kamen sie in ein weites Tal. Utrecht schmollte ein Wenig, weil die Männer ihn wegen seinem Elfenohr verhöhnten. Nun war er seine Einohrigkeit. Und wenn schon, es fühlte sich unbeschreiblich gut an, auch wenn er nur eines seiner Ohren wieder hatte. Er fühlte sich, als könnte er heute jeden besiegen. Hengelder jedoch hatte seit längerem das Gefühl, dass sie verfolgt wurden, also holten sie die letzten Kräfte aus den Pferden heraus und trieben sie weiter durch das Tal.

Am Ende des Tales scheuten die Tiere und Stulpe lies Esmeralda vom Pferd gleiten. Sie bückte sich und er trieb das Pferd immer näher zu ihr hin. Murmelnd stand sie mit erhobenen Armen auf und mit erhobener Hand stieg sie in den Steigbügel. Stulpe half ihr aufs Pferd und sie stieg verkehrt herum auf und kniete sich vor Stulpe in den Sattel. Sie hielt die ganze Zeit den Arm hoch, der schon zum Zittern begann. Ein Pfeil flog an ihrem Ohr vorbei und prallte gegen eine unsichtbare Wand und regnete in tausenden glühenden Stückchen auf sie herab.

‚Los reitet weiter, schnell!‘ brüllte Stulpe, während sie sich weiter aufrichtete und die Arme zitternd auseinander hielt. Hinter ihnen kam ein Burghof zum Vorschein und eine heruntergelassene Zugbrücke. Weitere Pfeile hagelten auf sie herab und nun konnte man galoppierende Pferde hören. Hengelder gab seinem Pferd einen Tritt und schlug dem Pferd von Utrecht auf den Hintern. Beide Pferde sprengten durch die Öffnung. Pfeile surrten ihnen um die Ohren. Elvira hörte ein ersticktes Stöhnen hinter sich und das Gewicht von Utrecht drückte sie nach vorne. Sie packte seine Arme und übernahm die Zügel. Utrechts Körper zuckte wieder und wieder. Stulpe drehte das Pferd und Esmeralda sprang mit einem Satz vom Pferd und schloss den magischen Gürtel, den sie vor Jahren um die Burg gelegt hatte. Die Burg wurde von den zersprengten Pfeilen erhellt, die gegen die magische Barriere prallten und glühend zu Boden prasselten.

Stulpe war in den Hof geritten und rief: ‚Erstmal sind wir sicher. Ist jemand verletzt?‘

Elvira konnte Utrecht nicht mehr halten und er stürzte vom Pferd.

Esmeralda kam herbeigelaufen und rief: ‚Ihr könnt keine Magie wirken, solange der Schutz über der Burg weilt.‘

‚Mutter!‘ schrie Elvira. ‚Aber die Tränke gehen, oder! Oder?‘

Esmeralda war schon bei Utrecht angekommen, als Elvira endlich das Pferd stoppen konnte und ungeschickt abstieg. Stulpe und Pürkel nahmen die Pferde und brachten sie in einen Stall. Hasenreit humpelte ihnen hinterher. In seinem Pferd und in seinem Bein steckte ein Pfeil.

Hengelder war vom Pferd gesprungen und riss Igor mit sich. Der purzelte zu Boden, stand aber gleich wieder auf und eilte außer Reichweite der Pferde.

Hengelder war bei Utrecht angekommen und kniete sich neben Esmeralda. Es ragten mehrere Pfeile aus seinem Körper.

‚Ich nehm ihn, lass ihn uns drinnen versorgen.‘ rief er und drängte die Frauen auf die Seite. Utrecht stöhnte erstickt, als er ihn hochhob. Blut rann ihm aus dem Mundwinkel.

Stulpe hatte schon Feuer gemacht und entzündete einige Fackeln. Hengelder lief hinter ihm durch ein Tor. Sie rannte durch die Eingangshalle und Stulpe zog eine Bank von der Seite der Wand in die Mitte und Hengelder legte Utrecht darauf. Sie öffneten seine Rüstung und brachen die Pfeilenden ab. Als sie die Brustplatte anhoben schrie er laut auf. Elvira kam angerannt und bremste auf ihren Knien.

‚Brech auch den Pfeil am Bein ab und holt dann den Hasenreit, der ist auch verletzt.‘ rief Esmeralda, als sie sich neben Elvira auf die Knie warf. Als sie den ersten Pfeil durch die Wunde trieben, wurde er ohnmächtig.

Published in: on 12. Oktober 2012 at 21:32  Schreibe einen Kommentar  
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Drei und eine Axt – Teil 15

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 15

Am nächsten Morgen wurde Ainur wach, mit Vira in seinem Arm. Ihre Arme und Beine umschlangen immer noch seinen Körper. Und sein Schwanz war hart. Und er befürchtete sie mit seinem pulsierenden Gemächt erschrecken zu können, deswegen rückte er ein Wenig von ihr ab. Irgendwann wurde ihm gewahr, dass es sich, mal abgesehen von seinem geschwollenen Schwanz, auch überhaupt nicht ziemte, dass sie bei ihm auf dem Boden lag. Deshalb stand er auf, zog sich zügig seine Hose an und hob sie auf und bettete sie in ihr eigenes Bett. Leise ging er zum Fluss, um zu meditieren und dann mit einer wahren Erleichterung zu pinkeln. Er beschloss seine Kampfübungen durchzugehen. Auf einem Stein balancierend ging er seine Übungen durch. Irgendwie musste er seine überschüssigen Energien loswerden.

Irgendwann wurde Vira wach. Sie lag in ihrem Bett und sie war sich nicht ganz sicher, ob sie nur geträumt hatte, bei Ainur gelegen zu haben, oder ob es wirklich geschehen war. Dann entdeckte sie eines seiner Felle in ihrem Bett. Er war wohl aufgestanden und hatte sie in ihr Bett zurück gelegt. Liebevoll strich sie über das Fell, bis sie irgendwann aufstand. Sie zog sich an, legte das Fell zurück auf seine Schlafstatt und ging nach draußen. Er hatte bereits Feuer gemacht und den Wasserkessel aufgefüllt. Sie schob das Wasser aufs Feuer und ging zum Vieh, das bereits plärrte, weil sie noch nicht gemolken worden waren. Wena schlief anscheinend noch. Nach dem melken lies sie die Tiere aus der Jurte ins Gatter laufen. Mit zwei Schüsseln mit Milch kam sie aus der Jurte. Die Hälfte der Milch von den Rindern war fürs Frühstück. Die restliche Milch goss sie mit der von den Ziegen und Schafe zusammen in einen kleinen Kessel und hing ihn neben den Wasserkessel übers Feuer. Sie wollte heute den Käse bereiten.

Nebenbei bereitete sie das Morgenmahl. Ihr Blick schweifte mehrmals zum Fluss hinunter und sie ertappte sich jedes Mal dabei, wie sie Ainur bei seinen Kampfübungen beobachtete.

Nach einiger Zeit krochen die ersten Kinder aus dem Bett und tapsten nach draußen. Die Großen schickte sie Eier suchen. Nachdem gestern keiner die Hühner eingesperrt hatte, durften sie heute wieder auf dem ganzen Hof nach den Eiern suchen. Vira hatte gerade die Kleinste im Arm und half ihr beim Anziehen, als Ainur plötzlich neben ihr stand und sich seine Tunika überzog. Er lächelte ihr verschmitzt entgegen, sie aber übergab ihm nur wortlos das Kind und wand sich hastig ab. Sie nahm den Milchkessel vom Feuer, kurz bevor ihr die Milch überkam. Sie rührte den Inhalt einer weiteren Schüssel in den Milchkessel, dann wand sie sich um, ohne aber mit dem Rühren aufzuhören und strahlte ihm entgegen.

‚Guten Morgen, Ainur!‘ Er beugte sich über den Kessel, die Kleine immer noch auf dem Arm und blickte in den Kessel.

‚Was wird das Käse?‘

Sie nickte nur unter fortwährendem Rühren und blickte dann auf den Tisch. ‚In vier Wochen ist der so weit, wie der auf dem Tisch.‘

Kejnen murmelte ein ‚Morgen!‘ und humpelte zum Abtritt. Als er zum Tisch kam, stand bereits ein Becher an seinem Stuhl und Ainur saß daneben auf der Bank und strich der Kleinen ein Brot mit Marmelade. Er sah etwas bedrückt aus. Kejnen bemerkte seine schlechte Stimmung und witzelte: ‚Onkel Ainur, schmierst du mir auch ein Brot?‘

Ainur blickte auf und funkelte ihn an, bevor er ihn ein Scheibe Brot auf den Teller legte, dann drückte er ihm das Messer in die Hand und schob ihm die Marmelade rüber. ‚Ich trag dir gerne deine Sachen hinterher, aber dein Brot schmierst du dir schön selber.‘ Kejnen grinste und nach einer langen Weile, zerbrach Ainurs schlechte Stimmung in einem Lächeln.

Irgendwann waren alle wach und saßen endlich am Tisch und aßen.

Halef fragte: ‚Was steht denn Heute an?‘

Vira blickte ihn etwas ungehalten an: ‚Holz, Holz, Holz!‘

‚Wir haben noch die zwei umgestürzten Bäume, die wir gestern hergebracht haben, am Waldrand liegen.‘ meinte Halef.

‚Oh ja, die hab ich ganz vergessen.‘ gab Vira zu.

‚Wollt ihr da nur Feuerholz draus machen oder wollt ihr was bauen?‘ fragte Ainur.

‚Ein neues Regal wäre toll.‘ säuselte Wena.

‚Halef. War noch was übrig vom Bau der Stühle?‘ fragte Kejnen.

‚Nicht mehr viel!‘ antwortete Halef.

‚Ich versuchs heute nochmal zu Otar durchzukommen. Lamina wie geht es dir heute?‘ wechselte Ziska geschickt das Thema.

‚Oh ähm, gut soweit. Ich würd mich gerne nützlich machen!‘ anwortete Lamina.

‚Wolle, Wolle, Wolle!‘ meinte Wena und grinste dabei Vira an.

‚Kann ich. Wie dünn wollt ihrs denn.‘ meinte Lamina.

Wena stand auf und küsste Lamina auf eine Stelle in ihrem Gesicht, wo keine großen Verletzungen waren. ‚Dich schickt der Himmel. Wir schaffen es kaum, die Wolle zu verarbeiten, neben der ganzen anderen Arbeit.‘

‚Eigentlich müsste ich auch noch Kräuter suchen.‘ meinte Ziska.

‚Du meinst wohl Pilze?‘ witzelte Vira.

Ziska grinste. ‚Vielleicht können wir am Nachmittag ein bisschen in den Wald, Lamina.‘

Lamina nickte nur und lächelte, während Halef unterm Tisch nach ihrer Hand suchte.

‚Sag mal, wo sind denn eigentlich die Reiter, die der Khan hier zurück gelassen hatte.‘ fragte Kejnen.

‚Ach, die sind mit den Tieren wieder auf die Ebene geritten und zwei von ihnen sind auf der anderen Seite vom Tal und sammeln dort Holz.‘ berichtete Vira.

‚Ah gut, nicht dass sie Ainur erschießen, wenn er wie ein wildes Tier durch den Wald rennt und die Wildschweine mit bloßen Händen erwürgen will.‘ meinte Kejnen und musste herzhaft lachen.

‚Hier gibt es Wildschweine?‘ fragte Ainur freudig erregt.

‚Die kommen erst im Winter, in der Hoffnung hier was zum Fressen zu kriegen.‘ meinte Halef.

‚Sind dann alle Fertig. Wir brauchen den Tisch für die Wolle!‘ meinte Wena.

‚Und vergiss den Käse nicht.‘ meinte Vira.

‚Ähm, Ziska, darf ich Euch nochmal um die Salbe für mein Pferd bitten.‘

‚Ach, Euer Pferd. Ich schaue es mir an. Vielleicht können wir einen Umschlag machen!‘

Halef, Kejnen, Ainur, Alur, Fina und Vira gingen in den Wald. Während die anderen drei Mädchen, Nala, Lina und Lona bei Lamina blieben, um sich um die Wolle zu kümmern.

Ziska ging zu Otar in die Jurte, Wena folgte ihr. Wenig später brachte Wena Ziska aus der Jurte und setzte sie auf Kejnen’s Stuhl ab. Dann lief sie wieder in die Jurte.

Lamina stürtze zu Ziska und wollte ihr etwas zu trinken bringen. ‚Ist schon gut! Danke! Ich muss mich nur setzen.‘

Wena kam mit Tränen in den Augen aus ihrer Jurte. ‚Er hat mich erkannt. Er fragt nach euch Kindern.‘ Sie Mädchen sprangen fast gleichzeitig auf und stürmten an ihr vorbei in die Jurte.

Irgendwann stand Ziska einfach auf und schwankte in die Jurte. Wo Lamina sie, dann später im Bett liegend und an die Jurtendecke starrend, vorfand. Sie stand den ganzen Tag nicht wieder auf und sagte auch keinen Ton. Lamina flüsste ihr hin und wieder Tee ein, aber zu mehr war sie nicht zu bewegen. Kejnen kam am Nachmittag zu den Jurten zurück gehumpelt. Er hatte einen Gaul vollbeladen mit Körben voll Kleinholz dabei. Lona kam ihm entgegen gelaufen. Die zweitälteste Tochter von Wena war immer sehr still und zurückhaltend und vor allem wenn ihre ältere Schwester nicht da war. Er hatte sie noch nie rennen sehen. Sie meinte schüchtern und aufgeregt zu gleich. ‚Lamina macht sich große Sorgen um Ziska. Sie liegt in ihrem Bett und starrt an die Jurtendecke, seit dem sie Vater geheilt hat.‘

‚Lass uns rasch das Pferd von seiner Last befreien.‘ meinte Kejnen. ‚Geht es deinem Vater wenigstens besser.‘

‚Ja, er hat mit uns geredet, jetzt schläft er wieder.‘

Wenig später humpelte er zur Jurte hoch und ging wortlos in die Jurte. Langsam humpelte er zu Ziska hinüber und setzte sich auf die Bettkante. Er griff nach ihrer Hand und küsste sie. Sie regte sich nicht und starrte weiter auf das Jurtendach.

‚Ziska?‘ flüsterte er. Sie blinzelte nicht mal. ‚Ziska, zwinker, wenn du mich verstehst.‘ Er rüttelte sie. Es war ziemlich unheimlich, weil sie auf gar nichts reagierte. ‚Ich flöße dir den unaussprechlichen Schnaps ein, wenn du dich nicht rührst.‘

Sie zog die Luft in ihre Lunge und zwinkerte einmal. Tränen liefen aus ihren Augen.

‚Ich werte das als ja!‘

Sie schüttelte den Kopf.

‚Und nun?‘

‚Heißes Wasser, roter Beutel.‘ flüsterte sie.

‚Einen Moment!‘ Er stand auf, humpelte aus der Jurte und kam wenig später mit einem Krug mit heißen Wasser wieder. Sie schnellte hoch und setzte sich auf. Nach ihrem Korb hangelnd, blickte sie zu ihm. Tränen liefen ihr die Wangen herab. Mit zitternden Fingern griff sie sich doch die Flasche mit ihrem Schnaps. Er hatte das Bett erreicht, als sie die Flasche ansetzte. Ihr fiel fast die Flasche aus der Hand, weil sie zu Schluchzen begann. Er nahm ihr die Flasche weg und meinte: ‚Du musst mir mit dem Tee helfen, ich weiß nicht wie viel ich von dem Roten nehmen soll?‘

Sie schluckte schwer und legte sich wieder hin. ‚Vier Priesen in den Krug.‘ Dann drehte sie sich um und rollte sich zusammen.

Er stellte den Krug und die Flasche ab und streute das rote Zeug in den Krug. Dann kroch er ein Stückchen näher zu ihr aufs Bett und strich ihr über den Rücken. Ihr Körper zitterte und sie fing wieder an zu schluchzen. Er nahm eine Decke und deckte sie liebevoll zu. Irgendwann setzte sie sich auf und stürzte in seine Arme. Er hielt sie und versuchte sie zu beruhigen, obwohl er immer noch nicht wusste, was eigentlich los war. Irgendwann flößte er ihr den Tee ein.

Vira steckte den Kopf bei der Tür herein und Kejnen winkte sie zu ihm.

‚Was ist denn los?‘

‚Ich habe keine Ahnung!‘

‚Ziska, spinn dich aus und lass den Mann sich waschen!‘

Ziska drehte ihren Kopf und blickte sie an. Tränen liefen ihr immer noch übers Gesicht. ‚Ich habe gesehen, wo er sie verloren hat. Ich reite da morgen hin.‘

‚Du reitest nirgendwo hin und vor allem nicht alleine.‘ meinte Vira.

‚Ich will mit Halef reden.‘

‚Halef wäscht sich. Und ich will, dass du was isst.‘

‚Ich würd mich gern waschen und was essen, ich komm dann wieder!‘ meinte Kejnen.

Ziska rutschte von seinem Schoß, drehte sich um und legte sich wieder hin.

‚Ich schick dir Lamina mit dem Essen und ich nehm die Salbe fürs Pferd mit!‘

Sie nickte und zog dann die Decke über den Kopf. Kejnen stand auf und Vira begleite ihn nach draußen. Wenig später kam Lamina mit einem Krug Tee und einer Schüssel mit Suppe herein.

‚Ich soll dir die Suppe bringen.‘ Lamina setzte sich ans Bett und stellte die Suppe und den Krug neben dem Bett auf eine Kiste. Dann zog sie an der Decke und rückte näher an Ziska heran. ‚Und ich soll solange hier blieben, bis du die Suppe gegessen hast.‘ Ziska reagierte nicht. Lamina tätschelte ihren Rücken und redete weiter. ‚Aber keine Sorge, die Suppe ist noch kochend heiß, du kannst sie eh noch nicht essen.‘

Nach einer Weile regte sich Lamina und flüsterte: ‚Ich habe dich und das Pferd vergessen. Tut mir leid…!‘

‚Vira wollte sich das Pferd ansehen und mir geht’s so weit ganz gut. Der Rücken juckt.‘ meinte Lamina gähnend. ‚Und ich bin echt müde!‘

‚Halef soll dir nachher den Rücken versorgen!‘ meinte Ziska und gähnte auch.

‚Darf ich mich zu dir legen, bis er kommt.‘

Ziska hob einladend die Decke. Lamina zog ihre Schuhe aus und legte sich zu ihr. Rücken an Bauch schliefen sie ein, bis Halef zu ihnen ans Bett kam. Er blickte in die Schüssel und bemerkte, dass Ziska nichts gegessen hatte.

‚Ich werd aber nicht mit Kejnen in einem Bett schlafen!‘ meinte er und setzte sich ans Bett. Lamina schreckte hoch und Ziska wurde davon wach. ‚Wenn du nichts isst, reite ich mit dir nirgendwo hin!‘

Sie nickte, setzte sich auf und lies sich von Halef füttern. Lamina drehte sich nur um und legte den Kopf auf seinen Oberschenkel.

‚Kannst du ihren Rücken mit der Tinktur behandeln?‘ fragte Ziska.

‚Ja.‘

‚Du solltest dann schlafen gehen, wir müssen morgen früh los.‘

‚Tante Ziska, so wie du beieinander bist, finde ich, solltest du dich noch einen Tag ausruhen.‘

‚Ich weiß nicht, ob das Pferd deines Vaters so lange warten kann.‘

‚Bitte was?‘

‚Ich hoffe, dass meine Vision mich nicht trügt!‘

Nach dem letzten Bissen flößte er ihr noch Tee ein und dann durfte sie sich wieder hinlegen. Lamina war mittlerweile wieder eingeschlafen, also legte er sich auch dazu. Ziska griff nach seiner Hand. Als seine Augen sich schlossen, sah er die selben Bilder, die sie in ihrer Vision gesehen hatte.

Als Kejnen wieder ins Zelt kam, fand er alle drei im selben Bett liegend vor und sie schliefen in aller Seelenruhe. Der Krug mit dem Tee war halb leer und die Suppe hatte sie wohl aufgegessen. ‚Halef, wenn ich in deinem Bett schlafen soll, brauchst du’s nur zu sagen. Aber mit deinen Hunden werde ich nicht kuscheln.‘ flüsterte Kejnen.

Halef riss die Augen auf und blickte ihn verwirrt an. ‚Wir reiten morgen früh.‘ stammelte Halef noch verwirrter.

‚Nein, so wie ihr beieinander seid, solltet ihr noch einen Tag warten.‘ rief Kejnen ernst.

‚Ich habe das gesehen, was sie gesehen hat und wir müssen uns beeilen. Das Pferd meines Vaters lebt noch…. noch lebt es, wir müssen uns beeilen.‘

Er zog die Flasche des Unaussprechlichen aus dem Korb und drückte ihm die Flasche in die Hand. ‚Trink und morgen früh sehen wir weiter.‘ sagte Kejnen in seinem üblichen Befehlston.

Halef trank. Dann stand er auf, packte vorsichtig die schlafende Lamina und trug sie in sein Bett. Er kniete sich zu ihr und flüsterte in ihr Ohr. ‚Lamina wach auf, wir müssen deinen Rücken versorgen.‘

Lamina setzte sich halb auf, zog ihre Tunika aus und legte sich wieder hin. Kejnen brachte ihm den Korb von Ziska rüber.

‚Braucht ihr noch was? Habt ihr genug gegessen?‘ meinte Kejnen erschreckend fürsorglich.

Lamina schüttelte ihren Kopf und Halef blickte ihn dankend an, als er den Korb nach der Tinktur durchwühlte.

Igor – Hinter dem Fluss und immer weiter… Teil 2

Igor 2.0

Hinter dem Fluss und immer weiter… Teil 2

Hengelder schlich draußen durch den Wald. An einer Lichtung traf er auf ein Reh. Es stand gut im Futter. Er legte an, doch irgendwas hinter ihm schreckte es auf. Er schoss, traf das Tier gerade noch am Hals, bevor es davonspringen konnte. Dann zog er blitzschnell den nächsten Pfeil auf und machte eine schnelle Drehung. Er blickte in das erschrockene Gesicht von Dolp Hasenreit.

‚Hauptmann, bitte nicht schießen. Ich bring Euch euer Schwert und eure Rüstung.‘ rief Hasenreit aufgeregt mit den Armen wedelnd. Hasenreit kniete sich vor seinen Hauptmann, legte das Schwert und die Rüstung ab und legte sie vor seine Füße. Hengelder zog eine Augenbraue hoch und entspannte seinen Arm, nahm den Pfeil von der Sehne und steckte ihn wieder in den Köcher.

‚Hasenreit! Wie…?‘ rief Hengelder erstaunt. Er musste schlucken. ‚Ich bin sprachlos!‘

‚Ich hab Stulpe belauscht, als er Lady Esmeralda geholt hat.‘

‚Und dann hast du uns verfolgt?‘

‚Ich hab noch ein paar Sachen gepackt und hab versucht euren Spuren zu folgen.‘

‚Und wie, bei allen Göttern, hast du uns gefunden?‘

‚War nicht einfach.‘

‚Hat dich jemand verfolgt?‘

‚Nein, im Trubel der Erstürmung der inneren Burg fiel es nicht auf, als ich mich abseilte, während viele versuchten zu fliehen.‘

‚Und sonst, sag schon!‘

‚Ich hab gewusst, dass ihr kein Mensch sein könnt. Ich hab gesehen, wie dieser Utrecht mit eurer Leiche und Lady Elvira davon geritten ist, dann hab ich den Pürkel, Stulpe und Lady Esmeralda beobachtet und als ich dann über die Ebene zu den Begräbnishügeln ritt, habe ich die Feen gesehen, wie sie über die Ebene davon geflattert sind.‘

‚Ich muss dich töten, wenn du irgendjemand davon erzählt hast.‘

‚Warum sollte ich das tun? Ich habe Euch meine Treue gelobt, keinem Burgherrn und auch keinen Van der Schorten!‘ rief Hasenreit, der immer noch vor Hengelder kniete und sich aufgeregt die rechte Hand gegen die Brust schlug.

‚Nun steh‘ schon auf, Hasenreit!‘ meinte Hengelder und hob sein Schwert auf. ‚Und kommt mit und lern einen anderen Van der Schorten kennen.‘

Hasenreit pfiff und es kam ein Hund schwanzwedelnd auf sie zugelaufen. ‚Los brings, Hektor!‘ rief Hasenreit und wies in Richtung des toten Rehs. Der Hund lief los und brachte das Reh.

‚Jetzt weiß ich, wie du uns gefunden hast.‘ meinte Hengelder, der ganz erstaunt über den Köter war. Hasenreit hob die Rüstung auf und sie gingen Richtung Höhle. Unweit der Höhle standen zwei Pferde an einen Baumstumpf gebunden und Stulpe kam zu ihnen entgegengelaufen. Er hatte eine Armbrust dabei, die er im Lauf spannte.

‚Sieh mal, wer uns gefunden hat.‘ flüsterte Hengelder.

‚Hasenreit, wie habt Ihr uns gefunden?‘ fragte Stulpe und entspannte seine Armbrust, als er Hasenreit erkannte.

‚Verzeiht mir, ich hab Euch und die Lady belauscht, als ihr von der Höhle gesprochen habt.‘ sprach Hasenreit und verbeugte sich vor Stulpe.

‚Steht schon auf, gebt mir die Rüstung und folgt mir.‘ meinte Stulpe.

Sie gingen in die Höhle hinein und Hasenreit tippte auf einige Kerben in der Höhlenwand. ‚Meine Eltern hatten einen Hof am Fluss und ich hab mich bei schlechten Wetter immer mit den Ziegen hier versteckt. Später habe ich mich hier mit einem Mädchen getroffen.‘ Er wischte über die Kerben.

‚Nur mit einem Mädchen?‘ fragte Stulpe neugierig.

Hasenreit nickte und pfiff wieder. Der Hund kam an seine Seite und legte das Reh vor seine Füße.

Stulpe nahm das Reh auf und rief: ‚Seht nur, wer uns gefunden hat!‘

Alle begrüßten Hasenreit fröhlich. Hengelder brachte die beiden Pferde herein und plötzlich stand Utrecht hinter ihm.

‚Können wir reden? Draußen!‘ stammelte Utrecht und blickte auf den Boden.

Hengelder band die Pferde an und drehte sich in dem Moment um, als Utrecht aufsah. Hengelder nickte und ging mit Utrecht wieder nach draußen.

‚Wie geht es meiner Schwester?‘ fragte er

‚Gut soweit, sie schläft, obwohl ihr der Magen knurrte!‘ meinte Utrecht.

‚Gut.‘ rief Hengelder und blickte Utrecht fragend an. Betretenes Schweigen.

‚Ich will mich nicht zwischen euch drängen, aber mit liegt viel an Elvira!‘

‚Das habe ich befürchtete.‘

‚Wieso?‘

‚Du wirst ihr irgendwann das Herz brechen.‘

‚Wie kommst du da drauf?‘

‚Selbst wenn du mehr Elf als Mensch bist, wird sie machtlos dabei zu sehen, wie du alt wirst und wie du eines Tages sterben wirst. Wenn ihr Kinder haben solltet, dann wird sie auch diese überleben.‘

‚Wir kennen uns erst seit einem Tag, Hengelder. Ich trau mich kaum sie zu küssen, um nicht von dir getötet zu werden. An mehr vermag mein Verstand noch gar nicht zu verzweifeln.‘

‚Du bist mehr Mensch, als Elf, mein Freund.‘ meinte Hengelder und hielt ihm die Hand hin.

‚Was das angeht, bin ich wohl eher ein Elf, als ein Mensch. Ich überlege mir immerzu, wie ich meine Gefühle in Worte fassen könnte, um sie ihr dann vorzutragen.‘ stammelte Utrecht kleinlaut und griff zögernd nach Hengelders Arm, um ihn in eine Umarmung zu ziehen. Hengelder musste schwer schlucken, als er seinen Freund Utrecht umarmte. Er klopfte ihm auf die Schulter und flüsterte. ‚Aber die Sache mit den Bienen und den Blumen muss ich dir doch nicht erst erklären?‘

‚Nein! Du Mistkerl! Das tat bereits Stulpe, sehr ausführlich!‘ meinte Utrecht schüchtern und Hengelder spürte die Hitze, die von Utrecht ausging. Als sie sich trennten, sah er selbst im Dunkeln, das Utrecht vor Scham die Röte ins Gesicht gestiegen war.

‚Ich hoffe sie haben dir keinen Unsinn erzählt, es geht immerhin um meine Schwester.‘ Hengelder musste lächeln und ergriff Utrechts Nacken. ‚Aber sie scheint dir sehr Nahe zu gehen und deine roten Wangen verraten mir, wie ernst du es meinst.‘

Utrecht küsste Hengelder erst die rechte dann die linke Wange und dann fiel er zitternd auf die Knie. ‚Danke, Freund. Ich fürchtete schon um unsere Freundschaft.‘ Utrecht hatte Tränen in den Augen.

‚Eigentlich kann ich mir keinen besseren Mann für meine Schwester wünschen als dich, aber wenn du weiter auf dem Boden herum rutschst, dann überlege ich es mir vielleicht nochmal.‘ meinte Hengelder und grinste kurz. Aber anstatt Utrecht beim Aufstehen behilflich zu sein, kniete er sich ebenfalls auf den Boden und packte ihn wieder am Nacken. ‚Du weißt was passiert, wenn du ihr zu deinen Lebzeiten das Herz brichst.‘

Utrecht nickte und verharrte mit gesenktem Kopf. ‚Ich will nicht verbrannt werden, wenn ich einmal sterben sollte.‘

‚Bis dahin ist noch eine lange Zeit, mein Freund.‘

Sie umarmten sich nochmal, rappelten sich dann wieder auf und gingen zum Höhleneingang.

‚Wie kommst du eigentlich darauf, dass du mir das mit den Bienen und den Blumen überhaupt erklären könntest.‘ zischte Utrecht.

‚Nur weil du mich nie mit einer Frau in ein Zelt gehen hast sehen, heißt es noch lange nicht, dass ich es nicht hinterm Zelt mit ihnen getrieben hätte.‘ grinste Hengelder und wuschelte über Utrechts Haare.

Drinnen roch es schon nach gegrillten Fleisch und einer herzhaften Suppe. Der Hund fraß etwas, was er sich in den Höhleneingang gezerrt hatte und Hasenreit sattelte gerade sein Pferd ab.

‚Hasenreit, darf ich dir meinen besten Freund vorstellen, Utrecht van der Schorten!‘ rief Hengelder.

Hasenreit lies seinen Sattel fallen und blickte verstört auf.

‚Herr, seid Ihr Euch sicher, dass Ihr nicht unter einem gar grässlichen Zauber steht.‘ plapperte Hasenreit reichlich aufgebracht.

‚Nein, Hasenreit. Utrecht hat mir zwar einst eines meiner Leben genommen und er stahl das Herz meiner Schwester, aber doch hat er es bereits jetzt hundert mal vergolten, in dem er mir viel mehr Leben im Kampf schenkte, als ich je besitzen dürfte.‘

‚Ich glaube Eurem Wort, Herr.‘ sprach Hasenreit und verbeugte sich vor Utrecht.

‚Hasenreit, verbeuge dich nicht vor mir, ich bin nur ein einfacher Mann.‘ meinte Utrecht und hielt ihm die Hand hin. ‚Sag mir lieber, ob wir von meinem missratenen Bruder verfolgt werden.‘

‚Undrocht hat die Burg eingenommen und verfolgt hat mich keiner.‘ sprach Hasenreit und nahm Utrechts Hand, um sie zu schütteln. ‚Ich hab Brot, Obst, Gemüse, Wein und Süßkram mitgebracht.‘

‚Langsam wird’s mir unheimlich mit dir, Hasenreit.‘ meinte Hengelder misstrauisch, klopfte ihm aber doch auf die Schulter.

‚Ich hab den schmierigen Koch einen über die Rübe gezogen und seinen Gaul geklaut, bevor er damit flüchten konnte.‘

‚Dann müssen wir zumindest nicht verhungern.‘ rief Hengelder und packte mit an.

Nun saßen alle beim Essen und Utrecht sorgte dafür, dass Igor auch ordentlich zu Essen bekam, während Hengelder sich mit einem vollen Napf ans Bett setzte, um seine Schwester zu wecken.

‚Ich hab gehört, dich hüngert es!‘ flüsterte er und streichelte ihr Haar.

Sie machte erst ein Auge auf und dann das andere. Etwas verärgert funkelte sie ihn fragend an.

‚Utrecht mästet Igor auf dein Geheiß!‘ meinte Hengelder und blickte zum Feuer hinüber. Sie blickte wieder über die Bettkante und sah Igor mit einem riesigen Napf vor sich und Utrecht, wie er ihm gerade eine Falsche Wein reichte.

‚Essen sie Beide auch genug?‘

‚Bestimmt. Hasenreit hat dem Koch seinen Proviantgaul gestohlen.‘

‚Er hat Angst, dass du nach seinem Leben trachtest, wenn er mich anrührt.‘ wechselte Elvira das Thema.

Hengelder seufzte schwer. ‚Was will ich dir Vorschriften machen, kennen wir uns doch eben so kurze Zeit, wie du ihn. Und doch liegt dir mehr an ihm, als an mir.‘

‚Nein, ich muss mich nur erst daran gewöhnen einen Bruder zu haben und dafür keinen Vater.‘

‚Wir entstanden aus Feuer und Wasser, aus Wind und Erde. Man vermag es nicht zu sagen, wer unsere Eltern sind und doch habe ich eine klare Vorstellung davon, welche zu haben.‘

‚Versprich mir, ihm nichts anzutun, auch wenn er mir zu Nahe tritt.‘

‚Auch wenn ich kein Recht dazu habe, gab ich ihm gerade meine Zustimmung. Ich möchte nicht an dem Tag, an dem du von mir erfuhrst, meinen besten Freund und meine Schwester verlieren.‘

Lächelnd fiel sie ihm um den Hals, so dass er beinahe das Essen verschüttete. Er nahm sie in den Arm und fütterte sie. ‚Du musst essen, meine liebe Schwester, es liegt morgen viel vor uns.‘

‚Aber nur, wenn du genauso viel isst.‘ meinte sie und setzte sich auf. Er legte die Decke über ihre Schultern und bekam von Esmeralda einen weiteren Napf in die Hand gedrückt.

‚Ist ja nicht, wie bei armen Leuten hier.‘ meinte Esmeralda und setzte sich wieder.

Pürkel hielt die erste Wache und Hasenreit legte sich gleich nach dem Essen hin, während sein Hund immer näher ans Feuer kroch, bis er schließlich bei Igor angekommen war. Der Gnom kaute noch an einem Stück gegrillten Fleisch. Der Hund winselte und blickte den Gnom treudoof an. Igor begann mit dem Hund zu reden. ‚Willst du mein Freund sein?‘ Der Hund winselte und lies sich von Igor füttern. Elvira lehnte zufrieden und satt an der Schulter ihres Bruders, während Utrecht sich ans Bett gelehnt hatte. Sie kraulte ihm sein Haar und er hatte seinen Arm über ihre Beine gelegt und himmelte sie verliebt an.

‚Igor hat einen neuen Freund gefunden.‘ flüsterte Elvira.

‚Nachdem wir mit ihm Leviten getrunken haben, sind wir alle seine Freunde.‘ meinte Utrecht.

‚Ihr habt ohne mich Leviten getrunken?‘ beschwerte sich Hengelder lautstark.

Stulpe blickte auf, zog eine Flasche aus seiner Tasche und grinste ihn saublöd an. ‚Nur, damit wir nochmal eine Runde trinken können, mein Freund!‘ Er trank und gab die Flasche weiter an Esmeralda, diese winkte diesmal ab und gab die Flasche weiter an Hengelder. Er trank und seine Gesichtsfarbe wechselte schlagartig auf Rot, dann auf Lila bis hin zu blau und dann nahm er die Flasche von den Lippen und gab sie an Utrecht weiter, nachdem Elvira erschrocken den Kopf schüttelte.

Utrecht trank, setzte sie ab. ‚Alter!‘ keuchte er und klopfte sich auf die Brust.

‚Da können wir uns nicht oft genug das Leben retten, wenn du es uns mit nur einem Schluck von deinem Gebräu wieder nehmen willst.‘ rief Hengelder, als sein Gesicht wieder die übliche Farbe angenommen hatte.

Elvira schlief auf dem Schoß ihres Bruders ein und Utrecht mit dem Kopf auf ihren Beinen. Auch Hengelder schlief im Sitzen ein, bis Utrecht von Hasenreit geweckt wurde.

‚Freund, leg dich hin, ich hab die Wache!‘ flüsterte Utrecht und stand auf. Hasenreit schüttelte den Kopf, als er seinen Hund erblickte, wie er mit Igor auf dem Fell lag und als Kopfkissen für den Gnom fungierte.

Utrecht schnappte sich seinen Wattierten, die Armschienen, sein Schwert und ein Fell und ging nach draußen. Vor der Höhle lag ein Fell und der Bogen. Utrecht beschloss aber sich einen besseren Platz zu suchen und kletterte auf einen kleinen Felsvorsprung. Dort richtete er sich ein und hielt sein Wache.

Drinnen bettete Hengelder seine Schwester wieder gerade aufs Bett, legte ihr ein Fell unter den Kopf und deckte sie zu. Dann zog er sich ein Fell vors Bett und legte sich auf den Boden, um ein wenig zu schlafen.

Weit vor Sonnenaufgang kletterte Utrecht von seinem Felsen und ging Hengelder zu wecken. Das Feuer war ausgegangen. Er legte noch ein Paar Scheite in die Glut und stupste Hengelder an, als er in die Glut blies.

Hengelder riss die Augen auf und schreckte hoch.

Grummelnd schlich er nach draußen und entdeckte auch den Felsvorsprung. Utrecht blickte zu Elvira hinüber und sah, wie sie unter ihrer Decke zitterte. Kurzerhand nahm er das Fell auf und deckte Elvira damit zu. Nicht dass sie bereits seinen warmen Mantel und eine Decke hatte. Kopfschüttelnd ging er zum Pferdetrog und zog seine Sachen aus, so dass er nur noch in der Bruche da stand. Er wusch sich die restlichen Blutflecken vom Körper. Gedankenverloren rieb er sich mit seiner Tunika über seine nasse Haut. Seine Wunde war verschlossen und war kaum noch zu sehen. Im Schein des Feuers hätte man die zahlreichen Narben kaum sehen können, die von weniger talentierten Heilern versorgt worden waren. Die Zeiten des Krieges hatten ihn nicht nur gezeichnet, man konnte auch jeden Sieg auf seinem Körper sehen. Sein Bauch und seine Brust war mit schwarzen Linien und Ornamenten überzogen, während auf seinem Rücken eine Schlacht skizziert worden war. Er tapste zu seiner Satteltasche, die auf seinem Sattel lag und zog eine warme Wolltunika heraus. Er zog sie an, griff nochmal in die Satteltasche, packte seine Hose und seinen Wattierten und ging zum Bett hinüber. Dann setzte er sich ans Fußende und griff unter die Felle und Decken nach ihren Füßen. Sie waren, wie er vermutet hatte, eiskalt. Also zog er ihr seine Socken an, die er aus seiner Satteltasche mitgebracht hatte.

Als er sie wieder ordentlich zugedeckt hatte, bebte ihr Körper immer noch. Er konnte ihre Zähne klappern hören. Seufzend zog er seine Schuhe aus, legte sich zu ihr aufs Bett und kuschelte sich von Hinten an sie heran. Zu guter Letzt deckte er sie auch noch mit seiner Decke zu.

Sie wurde wach, drehte sich zu ihm um und kuschelte sich in seine Arme. Ihr ganzer Körper bebte in seinen Armen.

‚Ich bin ja da!‘ flüsterte er in ihr Ohr. Sie wühlte sich durch ihre Decken, bis ihre kalten Finger auf seine Wolltunika traf. Zitternd klammerte sich an seine Tunika, während er ihren Rücken rieb und mit seinen Füßen nach den ihren suchte.

Er küsste ihre Stirn. Sie reckte wieder den Kopf und ihre Lippen trafen sich erneut. In seinem Bauch explodierte irgendwas, als sie den Kuss erwiderte. Er spürte seine Erregung wachsen und betete inständig darum, dass sie nichts davon bemerken würde. Vorsichtig rückte er seinen Unterleib von ihr ab und wickelte sie wieder in ihre Decken.

Published in: on 8. Oktober 2012 at 18:28  Schreibe einen Kommentar  
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Igor – Hinter dem Fluss und immer weiter… Teil 1

Igor 2.0

Hinter dem Fluss und immer weiter… Teil 1

Als Hengelder mit Esmeralda auf dem Pferd und Utrecht mit Elvira zusammen an der Furt ankamen, hatten Stulpe und Pürkel den armen Igor bereits mit samt seiner Sachen gewaschen und hatten dann ein Feuer gemacht. Dort saß Igor zitternd in eine Decke gehüllt und umklammerte sein Glasauge. Pürkel hatte seine Sachen ans Feuer gehängt und dort trockneten sie langsam. Utrecht sprang zuerst vom Pferd und half Elvira abzusteigen. Hengelder sprang rücklings vom Pferd und rannte zum Flussufer. Er zog sich aus und sprang nackt in den Fluss. Stulpe hielt Esmeralda die Hand hin und sie lies sich lächelnd in seine Arme fallen. Er hielt sie an ihrem Hintern fest und sie küsste ihn auf den Mund. Etwas verwirrt darüber, dass sie ihn vor den Augen ihrer Tochter küsste, lies er es zu und erwiderte den Kuss erst, als sie ihm auf die Lippe biss. Als sie sich wieder trennten, meinte sie nur: ‚Wir gehen jetzt heim!‘

‚Ja, ehrlich!‘

‚Wirklich ehrlich!‘ meinte Esmeralda. Stulpe sprang mit ihr im Kreis und küsste sie wieder. Dann stellte er sie auf die Beine und kniete sich vor sie hin.

‚Ich will nicht pietätlos sein, aber ich habe so lange auf diesen Moment gewartet.‘ Er zog einen Ring aus einer Tasche, staubte ihn ab und hielt ihn ihr hin. ‚Wenn dein Mann endlich tot ist, willst du dann mich ehelichen?‘

Ihr liefen schon die Tränen übers Gesicht und sie schluchzte, während sie auf die Knie fiel. ‚Ich wartete jeden Tag darauf, seit dem wir uns das erste Mal sahen, dass du mich endlich fragst. Natürlich will ich dich.‘ Sie küssten sich leidenschaftlich. Elvira hatte Tränen in den Augen und Utrecht berührte sachte ihre Schulter, auch er musste schlucken, als er sah, dass auch Stulpe den Tränen nahe war.

Hengelder tauchte pitschnass neben Elvira und Utrecht auf und flüsterte: ‚Ich wusste gar nicht, dass Stulpe so romantisch ist!‘ Er hatte seine Hose wieder angezogen und trocknete sein Haar. Beide blickten auf seine Haare. Schwarze Farbe tropfte herab und das Tuch mit dem er versuchte, sie zu trocknen, war auch schon ganz schwarz.

‚Ich wusste bis vorhin nicht, dass die beiden…du weißt schon!‘ meinte Utrecht.

Elvira blickte beide kopfschüttelnd an und meinte kurz: ‚Ihr sollt euch für sie freuen.‘

‚Wir freuen uns!‘ meinten beide gleichzeitig.

‚Ich bin der Trauzeuge!‘ meinte Utrecht.

‚Ich bin der Ältere, ich bin der Trauzeuge.‘ rief Hengelder und schon rangelten beide miteinander. Elvira schüttelte immer noch den Kopf und trat ein paar Schritte zur Seite.

‚Wir freuen uns vor allem auf das Fest zu eurer Hochzeit.‘ meinte Pürkel und tippte Stulpe auf die Schulter. ‚Und auf das Stulpes schlechte Laune nun endlich ein Ende hat.‘

Elvira kam auf ihre Mutter zugelaufen, als Pürkel und Stulpe sich umarmten und zu Utrecht und Hengelder hinüber gingen, um sie zu trennen.

‚Bist du denn damit einverstanden?‘ fragte Esmeralda, als sie Elvira in die Arme schloss.

‚Natürlich, ich hab dich immer nur lächeln sehen, wenn Stulpe den Raum betrat und ich freue mich für euch.‘ Elvira fing zu weinen an.

Nach einem Moment meinte Stulpe in seinem üblichen Ton. ‚Wir sollten uns sputen, wenn wir vor Einbruch der Dunkelheit am Fuße des Berges sein wollen!‘

Elvira trennte sich aus der Umarmung ihrer Mutter und ging zum Flussufer. Pürkel war bei Igor und half ihm in die noch feuchten Klamotten zu schlüpfen. Utrecht ging zu Elvira ans Flussufer, um ihr seinen Mantel zu bringen.

‚Wenn wir in die Berge reiten, wird es kalt werden.‘ meinte er kleinlaut und legte den Mantel um ihre Schultern.

Sie drehte sich um, schritt vom Wasser weg und fragte ihn: ‚Und was ist mit Euch!‘ Und griff ihm an den nackten Arm. Ihr Gesicht war noch nass und ihr Haaransatz auch. Er wischte ihr übers Gesicht und lächelte sie zuckersüß an. ‚Hab mir gerade überlegt meinen Wattierten und die Rüstung anzuziehen.‘

‚Muss ich mir Sorgen machen?‘ fragte sie und geleitete ihn zu seinem Pferd.

‚Mein Bruder wird uns schon bald verfolgen!‘ meinte er und zog den wattierten Wappenrock von seinem Pferd.

‚Was macht Euch da so sicher?‘ fragte sie und half ihm beim Anziehen. Er packte seine Rüstung, die aus gehärteten Leder war.

‚Er war derjenige, der mir die Ohren abschnitt, meine Mutter vor meinen Augen tötete und mich um ihr Erbe betrog. Ich glaube er hasst mich!‘ meinte er fast beiläufig und schlüpfte in seine Rüstung. Sie half ihm dabei, in dem sie sämtliche Schnallen schloss. Dabei senkte sie ihren Kopf, weil sie wieder Tränen in den Augen hatte.

‚Ihr seid ein empfindsames Wesen…!‘ flüsterte er, bis ihm die Stimme brach. Sachte nahm er sie am Kinn und wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht.

‚Ich würde Euch gerne die Ohren richten, wenn Ihr wert drauf legt.‘

‚Ich hätte lange Jahre alles dafür gegeben, sie wieder zu haben.‘ Er schluckte schwer und strich seine Haare nach hinten. Es war das erste Mal, dass sie seine Ohren sah, oder das was davon übrig war. Sie musste ein Schluchzen hinunter schlucken und nahm die Hand vor ihren Mund. Er lies die Haare wieder los und verdeckte somit seine entstellten Ohren. ‚Aber mittlerweile lebe ich damit. Und was ich bin, bin ich hier drin.‘ Er tippte mit den Fingern auf seine Brust. Sie schluchzte laut auf und das rief Hengelder auf den Plan. ‚Was machst du nur immer mit meiner Schwester?‘

‚Ich kann in sein Herz sehen!‘ keuchte sie erstickt.

‚Und gefällt dir, was du siehst?‘ rief Hengelder und rückte ihr den viel zu großen Mantel zurecht.

‚Ich seh mich…!‘ Stieß sie noch hervor, bevor ihre Knie nachgaben und sie wieder ohnmächtig wurde. Utrecht hielt sie fest, damit sie nicht schon wieder auf den Boden fiel.

‚Langsam ist’s echt gut mit Liebeserklärungen!‘ rief Hengelder erbost.

‚Woher kann ich denn wissen, dass sie mir in den Kopf schauen kann.‘

‚Was hast du mit ihr gemacht, du kennst sie grad erst seit ein paar Stunden…‘ brüllte Hengelder.

‚Das nennt man wohl Liebe auf den ersten Blick, mein Freund!‘ unterbrach ihn Utrecht, der immer noch Elvira festhielt.

‚Wohl eher, Liebe auf den ersten Schlag.‘

‚Ich verpass dir auch noch Eine, wenn du willst. Mir wär grad danach.‘

‚Ich bring dich um, wenn du sie ungebührlich betatschen solltest.‘

Esmeralda stand plötzlich hinter ihnen und haute zuerst Hengelder kräftig auf den Hinterkopf und griff dann in einen ihrer Beutel, die sie am Gürtel trug. ‚Ich verwandle euch Beide in zwei Grottenolme, wenn ihr nicht aufhört euch zu zanken. Elvira ist alt genug eigene Entscheidungen zu treffen. Hengelder du reitest mit Igor und Utrecht gib mir meine Tochter und dann ab aufs Pferd.‘ Er übergab den bewusstlosen Körper von Elvira ihrer Mutter, zog seine Armstulpen an und schwang sich aufs Pferd. Stulpe war aufgetaucht und half ihr Elvira auf Utrechts Pferd zu heben. Hengelder hatte Igor auf sein Pferd gesetzt, war selbst aufgestiegen und preschte über die Furt. Pürkel ritt ihm hinterher und rief noch: ‚Bleib im Wasser, wir müssen unsere Spuren verwischen!‘

Langsam lenkte Utrecht das Pferd über die Furt, während Stulpe Esmeralda aufs Pferd hob und hinter ihr im Sattel platz nahm. Er ritt auch ins Wasser, stoppte den Gaul gleich wieder und lies ihn wieder zum Ufer drehen. Esmeralda warf etwas in Richtung Ufer. Ein starker Wind, hob eine Welle aus dem Wasser und schwemmte ihre Spuren fort. Sie wedelte mit den Armen und Steine und Stand überzogen das Ufer neu. Stulpe wies sein Pferd an, den anderen nachzureiten. Esmeralda lehnte sich erschöpft an seine Brust.

Sie ritten eine Weile im Fluss. Als sie ihre Pferde aus dem Fluss führten, waren sie alle ziemlich nass. Sie ritten schneller und Esmeralda lies den Wind nochmal ihre Spuren verwischen.

Sie waren bereits seit Stunden unterwegs, als die Dämmerung einsetzte. Stulpe hatte sie unerbittlich vorangetrieben und endlich hob er die Hand. Er sprang vom Pferd und führte es weiter einen Bergpfad hoch. Utrecht tat es ihm gleich. Elvira saß benommen auf dem Pferd und klammerte sich am Sattel fest. Hengelder stieg auch ab und folgte ihnen. Er blickte immer noch finster drein. Igor saß in eine Decke gehüllt auf dem Pferd und schmollte ebenfalls. Sie hatten ihn gewaschen. Waschen macht krank und elend. Er war fest davon überzeugt jeden Moment sterben zu müssen, weil sie ihn gewaschen hatten.

Stulpe lies das Pferd auf einer Anhöhe stehen und lief weiter, bis er vor einer riesigen Felswand stand. Esmeralda war abgestiegen und half ihm einen Busch zur Seite zu halten, mit einem Seil befestigten sie die Zweige und ein Höhleneingang kam zum Vorschein.

‚Platz ist in der kleinsten Hütte!‘ meinte Stulpe und lies Utrecht mit Elvira auf dem Arm eintreten. Esmeralda hatte eine Kerze entzündet und lief ihnen hinterher. ‚Warte einen Moment, bevor du sie aufs Bett legst!‘ meinte sie kurz, zündete ein paar Fackeln an, die an der Höhlenwand angebracht waren und dann verschwand sie hinter einen Felsvorsprung. Stulpe brachte einen Gaul nach dem Anderen herein und brachte sie in einen anderen Teil der Höhle. Sie hatten wirklich an alles gedacht. Es war Stroh und Wasser in der Höhle für die Pferde. Esmeralda kam wieder und brachte ein Bündel Felle. Sie legte die Felle aufs Bett und rollte sie auseinander. Utrecht legte Elvira auf die Felle, zog ihre Schuhe aus und deckte sie mit seinem Mantel zu. Behutsam strich er ihre Haare aus dem Gesicht. Erschöpft rollte sie sich zusammen und schloss die Augen.

Pürkel kam herein und fragte: ‚Und was gibt’s zu Essen?‘

Esmeralda drückte ihm einen Bogen und einen Köcher mit Pfeilen in die Hand und meinte: ‚Das kommt auf dein Zielwasser an!‘

‚Ne, der Pürkel würde noch nicht mal eine Kuh treffen, wenn er beim Melken vom Schemel fällt. Ich geh uns was jagen!‘ meinte Hengelder, schnappte sich den Bogen und verschwand wieder. Pürkel machte sich daran Feuer zu machen und Wasser aufzusetzen, während Esmeralda noch ein Paar Bündel Felle brachte. Igor tappte mürrisch in die Höhle und setzte sich zittern ans Feuer. Stulpe brachte das letzte Pferd herein und band es an. ‚Igor, komm und setz dich auf ein Fell.‘ meinte Esmeralda zuckersüß. Dann kam Stulpe mit Kochutensilien und einer Flasche unter dem Arm. ‚Bevor wir kochen, stoßen wir mit dem Helden des Tages auf unsere Flucht an.‘ Stulpe lies sich von Esmeralda die Kochsachen abnehmen, ging weiter zu Utrecht und öffnete die Flasche. Utrecht nahm ihm die Flasche ab, stand auf und ging ganz langsam zu Igor rüber, der mittlerweile gewaltsam auf ein Fell gesetzt worden war.

‚Wenn wir auf einen Helden trinken, dann auf unseren kleinen, neuen Freund hier.‘ Er kniete sich zu Igor hinunter und hielt ihm die Flasche hin. ‚Dank Igor denkt mein Bruder, dass unter der Burg tatsächlich ein Drache schlummert und dass kann uns echt den Arsch retten.‘

Igor stammelte nur das Wort: ‚Freund!?‘

‚Los Igor, trink einen Schluck Leviten mit uns. Aber nur einen Schluck vor dem Essen.‘ rief Stulpe.

Igor stammelte immer noch vor sich hin.

Esmeralda beugte sich zu Igor hinunter: ‚Igor ist schon gut, wir sind deine Freunde und nun trink.‘

‚Freunde!‘ Sagte er wieder und sprang auf. ‚Ich hatte noch nie einen Freund.‘ Dann trank er einen großen Schluck. Utrecht nahm ihm die Flasche ab und trank auch. Igor keuchte und versuchte dem ersticken Nahe Luft in seine Lungen zu saugen. Rauch kam aus seinen Ohren und mit einem Hicks setzte er sich wieder aufs Fell.

‚Und er hatte noch nie Levitenschnaps.‘ lachte Stulpe und schnappte sich die Flasche. ‚Leviten kann man nicht lesen, man trinkt sie.‘ Unter Gelächter trank jeder einmal davon. Utrecht haute sich auf die Brust und setzte sich röchelnd aufs Bett. Langsam zog er seine Rüstung aus. Plötzlich regte sich Elvira. Esmeralda hielt ihnen einen Becher Tee hin. Behutsam half er ihr beim Aufsetzen und setzte den Becher an ihre Lippen. Er lies erst von ihr ab, als sie den Becher leer getrunken hatte.

‚Geht’s dir besser?‘ fragte er und stellte den leeren Becher auf den Boden.

‚Ich…ich bin mir nicht sicher!‘ Stammelte sie und lies sich wieder auf die Felle sinken. Ihr Körper zitterte.

‚Versuch noch ein Bisschen zu schlafen.‘ flüsterte er und deckte sie sachte mit einer weiteren Decke zu. Als er wieder aufstehen wollte, hielt sie ihn zurück, in dem sie sich in seine Richtung drehte und seine Hände festhielt.

‚Bleib bei mir!‘ kam es aus ihren Mund.

‚Solange, bis du eingeschlafen bist.‘

‚Wo ist mein Bruder?‘ Es hörte sich komisch an. Sie hatte das Wort das erste Mal im Bezug auf Hengelder gesagt. Sie lehnte ihren Kopf gegen seine Knie und klammerte sich weiter an seine Arme.

‚Der jagt uns was zum Essen.‘ meinte er. Es gab ihm einen Stich von ihm zu reden. Sie zankten sich zwar ständig, aber diesmal war es ernst. Er fürchtete um seinen besten Freund und um dieses empfindsame Wesen in seinen Armen.

‚Oh, Essen!‘ Ihr Magen knurrte. Sie hielt sich den Bauch und grinste ihn an.

‚Ich weck dich, wenn das Essen fertig ist.‘

‚Wie geht’s Igor?‘

‚Er ist betrunken.‘

‚Hm?‘ Sie schaute über seine Knie in Richtung Feuer. Igor lag in das Fell gekuschelt vor dem Feuer und grinste zufrieden. ‚Kümmerst du dich auch um ihn?‘

‚Klar.‘

‚Dass er genug zu Essen bekommt.‘

‚Mach ich.‘ Er kam ihr näher, um ihre Stirn zu küssen. Sie hielt ihn am Hals fest und berührte eines seiner Ohren mit der Fingerspitze. Ein Funken schlug bei der Berührung über. Er zuckte zurück und blickte sie verwirrt an.

‚Oh, Entschuldigung ich wollte dir nicht zu nahe treten.‘ meinte sie erschrocken.

‚Tust du nicht.‘ flüsterte er, nahm ihre Hand und küsste sie.

‚Sicher?‘ Sie blickte ihn fragend an.

‚Ganz sicher!‘ Er küsste nochmal ihre Stirn. Sie packte ihn diesmal am Kopf und reckte den Hals. So trafen seine Lippen zu erst ihre Nase und dann ihren Mund. Er schloss seine Augen, als sie ihren Mund öffnete und sich ihre Zungenspitzen berührten. Mit einem ’schsch‘ trennten er sich von ihr. ‚Dein Bruder bringt mich um, wenn ich dir zu nahe trete.‘

‚Ich bringe ihn um, wenn er dich umbringt.‘

‚Er kommt aber wieder, ich aber nicht.‘

Sie gähnte. ‚Er bringt dich nicht um, versprochen.‘

‚Versuch zu schlafen. Bitte.‘

Sie schloss die Augen, er setze sich ein Wenig aufrechter hin und hielt ihre Hände, bis sich ihre Muskeln entspannten.

Published in: on 7. Oktober 2012 at 18:11  Schreibe einen Kommentar  
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