Manchmal kommt es anders…Killer 9

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Killer 9

Freitag, 17.08.12, 15.00 Uhr

Hafen, Bonifacio, Korsika

gunAm frühen Nachmittag kamen Rutger und Ellen in Bonifacio an und saßen in einem kleinen Café am Hafen und warteten auf die nächste Fähre. Seine Laune war immer noch quasi nicht vorhanden und sie versuchte ihn wenigstens zum Essen zu animieren. Aber selbst das war ein hoffnungsloses Unterfangen.

Irgendwann unterbrach sie das Schweigen und fragte: ‚Sag mal, kann ich eigentlich was tun, um dich aufzumuntern?‘

Er blickte sie nur über seine Sonnenbrille hinweg an und zuckte mit den Schultern. Es dauerte einen Moment, bis sie einen weiteren Ansatz fand.

‚Was machen wir eigentlich, wenn das Alles vorbei ist?‘ fragte sie weiter, auch wenn ihr fast klar war, auf ihre Frage wieder keine Antwort zu bekommen. Sie druckste ein Bisschen rum und lächelte ihn liebevoll an. ‚Weil ich würde dich gerne wiedersehen…!‘ Sie stockte und fuhr aber dann beherzt fort. ‚Weil ich würd dich gerne mal unter normaleren Umständen kennenlernen.‘

Er grinste nur dreckig.

‚Nicht so wie du jetzt wieder denkst, also nicht nur!‘ rief sie erregt und lief sofort rot an. Verschmitzt drehte sie den Kopf von ihm weg.

‚Wie meinstn des?‘ flüsterte er krächzend.

‚Nicht nur zum Ficken!‘ flüsterte sie hastig.

‚Wie, willste mit mir in Zoo gehen?‘

‚Warum nicht, in München soll der ganz schön sein!‘

‚Ein Date? Im Zoo?‘ meinte er beinahe erschrocken und ironisch zu gleich.

‚Das mit dem Date hast jetzt du gesagt!‘ warf sie ihm entschieden an den Kopf.

‚Ehrlich mal, wenn ich ähm… also wir den Scheiß hier überleben sollten, mache ich alles was du willst.‘ Sein Blick wirkte gehetzt und er war wohl von seiner Ansage genauso überrascht, wie sie.

‚Ist das ein Versprechen?‘ fragte sie überrascht.

‚So was in der Art!‘

Sie rutschte mit dem Stuhl näher an ihn heran, packte eine seiner Hände und flüsterte hastig: ‚Also, wenn wir den Scheiß hier überleben und wir wieder in München sind, komme ich zu dir und gieße deine Blumen! Und dann gehen wir in die Wanne und dann bleiben wir Minimum 5 Tage einfach im Bett liegen und machen gar nichts…!‘ Sie schüttelte den Kopf. ‚Nein, wir sollten es auch auf dem Sofa machen, finde ich. Und dann gehen wir in den Zoo und schön Essen und dann wieder ins Bett. Ja!?‘

Er musste lachen und versuchte sie dann zu küssen. Sie zögerte aber kurz.

‚War das jetzt ein Ja?‘

Er küsste sie kurz und meinte dann: ‚Ich mach alles was du willst, solange es nichts mit Betonschuhen zu tun hat!‘

Ihr Gespräch wurde vom Nebelhorn der Fähre unterbrochen. Er warf einen Geldschein auf den Tisch, gab der Kellnerin ein Zeichen und dann eilten sie zum Auto.

Fortsetzung folgt im AlpenRoadMovie13! Es lohnt sich!

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Published in: on 20. Januar 2013 at 22:52  Schreibe einen Kommentar  
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Alpenroadmovie 12

Alpenroadmovie 12

Freitag, 17.08.2012, 9.00 Uhr

Am Ufer des Lago del Coghinas, Sardinien.

naudersEnzo wurde wach, weil er einen Ball gegen den Kopf bekam. Einen knallpinken, aufblasbaren Wasserball.

‚Sodom und Gomorrha! Dreckschweine. Ziehts eich was an!‘ rief die Stimme eines Mannes. Sind eigentlich nur bayrisch-katholische Touristen auf ihrer Route unterwegs?

‚Kinder, schaut da nicht hin, wir gehen wo anders schwimmen!‘ rief die dazugehörige Frau.

‚Aber nicht ohne meinen Ball!‘ quietschte ein Kind.

Blume sprang auf, wie Gott sie schuf, packte den Ball und warf ihn in Richtung der Moralapostel.‚In der Bibel steht, liebe deinen Nächsten wie dich selbst und wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein! Und jetzt packts eure Schrazen ein und verpisst euch!‘ Dann schritt sie langsam in den See, um eine Runde zu schwimmen.

Enzo hatte sich mittlerweile aufgesetzt und schaute ihr dabei zu. Als sie wieder zum Ufer geschwommen kam und die ungebetenen Badegäste endgültig außer Sichtweite waren, stand er auf, blickte sich schüchtern um und ging langsam ins Wasser.

Später saßen sie im Auto und er raste Richtung Cagliari.

Blume saß auf dem Beifahrersitz und trocknete ihre Haare. Enzo war sehr schweigsam. Deswegen übernahm sie es ihm den Plan aus der Nase zu ziehen.

‚Wo treffen wir diesen Farid?‘

Enzo blickte auf die Uhr und meinte dann:‚Kurz vor Cagliari in einer runtergekommenen Pension irgendwo beim Industriegebiet!‘

‚Um wie viel Uhr?‘

‚Das hat er nicht gesagt, wir haben eine Zimmerreservierung. Er wird dann schon kommen?!‘ meinte er achselzuckend.

‚Du hört sich nicht gerade zuversichtlich an!‘

‚Er wird erst nach Sonnenuntergang kommen, es ist grad Ramadan!‘

‚Farid ist ein gläubiger Muslime?‘

‚Wenn es zu seinen Geschäften passt dann schon. Ich muss fast das Doppelte zahlen, weil wir Ramadan haben!‘

‚Ich bin gespannt, was er für Einer ist.‘

‚Er ist ein unglaublicher Salbaderer und ein Meister der Verkleidung. Wir werden ihn erst erkennen, wenn er schon bei uns im Bett liegt.‘

‚Wenn du es sagst!‘ meinte sie und blickte ihn lächelnd an.

Fortsetzung folgt in Manchmal kommt es anders… Killer 9! Es lohnt sich!

Manchmal kommt es anders…Killer 8

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Killer 8

Freitag, 17.08.12, 05.45 Uhr

Auf der Fähre Livorno – Bastia – Kabine 134

gunRutger wurde wach, weil ein Handyton neben seinem Ohr ertönte. Ellen war nicht da, aber ihr Handy. Sie hatte den Wecker gestellt. Er öffnete die Augen erst, als der nervige Ton endlich verstummte. Dann hörte er Geräusche aus der Nasszelle. Schlaftrunken stand er auf und wankte wie ein Zombie den Geräuschen entgegen. Sie stand unter der Dusche und summte beschwingt. Wortlos schlüpfte er hinzu und küsste ihren Rücken.

‚Wir müssen uns schicken!‘ meinte sie gehetzt, drückte ihm das Duschgel in die Hand und schlüpfte an ihm vorbei aus der Dusche. Als er mit dem Duschen fertig war, war sie bereits angezogen und arbeitete gleichzeitig an ihrem Laptop und telefonierte. Er zog sich rasch an.

Etwas später saß er allein im Auto und schlug mit dem Kopf gegen das Lenkrad. Er würde mit neuen Schuhen aus Beton im Meer landen, wenn er das hier verkackt. Er schlug weiter seinen Kopf auf das Lenkrad. Immer und immer wieder, bis ihn ein noch lauteres Geräusch aus seiner Brachialmeditation riss. Eine Hand klopfte gegen die Scheibe und ein Kaffeebecher grinste ihn an. Er schüttelte den Kopf und blickte in das grinsende Gesicht von Ellen. Er ließ die Scheibe runter und blickte sie fragend an.

‚Von wegen, hier darf nur der Fahrer runter!‘ meinte sie lachend, drückte ihm den Kaffee in die Hand und stieg dann hinter ihm in den Wagen. ‚Geht es dir gut? Ich wollte dich nicht stören!‘

‚Ähm ja. Also…!‘ stotterte er, brach dann ab und versuchte dann sich irgendwie um eine Antwort herum zu drücken. ‚Es ist nichts!‘

‚Ich kann auch wieder gehen, wenn du weiter deinen Kopf aufs Lenkrad hauen willst!‘

‚Nein bleib, bitte!‘ stammelte er wieder und blickte über den Rückspiegel nach hinten.

Sie kramte in ihrer Tasche herum, zog einen Spiegel hervor und blickte hinein. ‚Mach mir n bissl Sorgen!‘

‚Wie Sorgen?‘

‚Sorgen halt!‘

Er zog nur eine Augenbraue hoch und blickte weiter in der Rückspiegel, während sie ihre Wimpern tuschte. Dann blickte sie auf und meinte spröde: ‚Ich mach mir Sorgen um den Stronzo! Diesen Killer, der mit dem Hang zur Drittwaffe!‘

Er musste lächeln: ‚Sorry, hab heute irgendwie n Zwischentief!‘

‚Dann möchte ich nicht dabei sein, wenn du total am Ende bist.‘

Er seufzte nur. Die Laderampe der Fähre öffnete sich und somit blieb er ihr eine Erklärung schuldig. So war er die Fahrt durch ganz Korsika recht ruhig, er sagte kein Wort und sie begann sich ziemlich zu langweilen. Sie wusste nicht, wie sie ihn hätte aufheitern können.

Fortsetzung folgt im AlpenRoadMovie12! Es lohnt sich!

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