Das Tagebuch einer Metzgerstochter Teil 4

Liebes Tagebuch,

brunaes tut mir leid, ich muss wohl länger geschlafen haben, deswegen konnte ich leider meine Geschichte nicht vollenden. Warum schmerzt immer mein Schädel, wenn ich erwache? Es könnte daran liegen, dass ich am Imbolcfesttag des Öfteren einen Knüppel über den Schädel gezogen bekommen habe. Nur weil ich eine Blankarderin bin, heißt es noch lange nicht, dass mein Schädel mehr aushält. Ich bin schon entstellt genug, mir langt es, ich werde jede weitere Beule unaussprechlich rächen.

Kaum bin ich ein paar Stunden wach, steigt die Wut wieder in mir auf. Und Glück haben die, die so schlau waren, mich von hinten niederzuschlagen, damit ich sie nicht erkenne.

Zurück zum Imbolcfest:

Mein Kopf tat weh, als ich wieder erwachte und wieder versuchte ich zu fliehen. In meiner Wut über die unfreundliche Behandlung meiner eigenen Sippschaft muss ich ein paar freundliche Watschen verteilt haben. Aber es war aber auch eine Zumutung. Wie lange wohnt meine Familie schon in Hoimarshold? Und als ob nicht genug merkwürdige Vögel hier ein und aus gehen würden. Ich muss mich beruhigen, die Wut kocht wieder in mir hoch.

Ich glaube sogar, dass ich Grimmar einen Schwinger verpasst haben muss, weil anders kann ich es mir nicht erklären, als ich mit meinem eigenen Augen sah, wie er fort geschleudert wurde. Die Widukin halten aber auch nichts aus, aber fliegen können sie verdammt gut.

Dann versuchten sie mich zu fesseln, was auch misslang, hätte mich ja schlecht selber fesseln können. Ich hab ja keine Ahnung vom Kriegshandwerk, aber selbst meine Großmutter hätte mich erstens besser bewacht und zweitens besser gefesselt. Aber nachdem sie schon lange bei den Ahnen ist…

Ein fremder Priester hat mir dann eine Kette anlegte, die wohl mit dem Wasser gesegnet wurde. So genau habe ich das nicht verstanden, aber ich kühlte mich Zusehens ab und mein Verstand schien zumindest zeitweise wieder bei mir zu sein.

Der Erste von meinen Leuten, der mit mir sprach, war Ramgar. Ein ernstes Wörtchen sogar. Aber er faselte auch seltsames Zeug von den Göttern, immer wenn er mich berührte.

Über die restlichen Unfreundlichkeiten meiner eigenen Leute und die der Gäste schweige ich mich an dieser Stelle besser aus, dass werde ich an geeigneter Stelle nochmal persönlich zur Sprache bringen.

Ramgar bat mich mit ihnen in den Wald zu gehen. Ich wollte aber nicht gefesselt mit ihm gehen und nicht ohne meine Axt und vor allem nicht ohne meine Mütze. Außerdem verlangte ich nach einem großen Fransen Rindfleisch, dass man mir in einer Pfanne zubereiten sollte. Ihm war nur die Gesundheit der Ferkel wichtig. So kamen wir überein und sie nahmen mir die Fesseln und gaben mir meine Axt und schlussendlich meine Mütze.

Kungard führte uns in den Wald, ein Wunder dass wir dort ankamen, wo wir hin wollten. Kungard verläuft sich sogar in Hoimarshold. Mein Hunger wurde immer unerträglicher und der Fransen Rindfleisch wurde immer größer, den mir Ramgar im Übrigen bis heute schuldig geblieben ist.

Das Einzige was mir bei dem ganzen Getuschel der Mitreisenden ausgefallen ist, dass ich öfter so Halbsätze hörte, wie: ‚…Von Teutates geküsst!‘ und ‚ …Von den Göttern gesegnet!‘ Wie gesagt, viele merkwürdige Vögel gehen heutzutage ein und aus in Hoimarshold. Aber was und vor allem wen sie damit gemeint haben, sollte mir erst später aufgehen. Und zwar mit einem gewaltigen Lichtlein.

Vorher verlangten sie aber von mir, dass ich meine nackte Hand auf ihre Wunden legen sollte. Warum hat mir auch niemand erklärt. Aber ich tat was man von mir verlangten und Ramgars Schulden bei mir wurden immer größer und größer. Eigentlich kann er mir gleich eine lebendige Kuh geben, ich schneide mir dann die richtigen Teile raus.

Mit meinen Gedanken war ich eher in der Metzgerstube, bei den ganzen Köstlichkeiten, die dort abhängten, als meine Hand zu brennen begann. Huch und wir wurden wieder angegriffen.

Langsam begriff ich, dass ich mit meinem inneren Feuer gegen unsere Angreifer wirklich was bewirken konnte. Ich wusste gar nicht, dass die Wendols schmelzen, wenn sie von einer Metzgerstochter getroffen werden. Hm. Und was ich bis jetzt nicht verstanden habe, warum die Wendols so blass waren. Nicht dass das arbeitsscheue Gesindel dafür bekannt wäre, sich länger als nötig in der prallen Sonne aufzuhalten. Aber sie sahen aus wie gefrorenes Fleisch. Mir wird schon wieder so warm, wenn ich nur daran denke.

Ich muss wieder ziemlich abwesend gewesen sein, weil ich irgendwie nicht verstanden habe, warum wir immer wieder mitten auf einer Lichtung halt machen mussten. Völlig ohne Deckung, aber ich hab von dem Kriegshandwerk eh keine Ahnung, deswegen übte ich mich weiter in, Gegner mit mir selbst zu bewerfen.

Irgendwann kamen wir zu einer roten Rose, die mitten im Schnee zu wachsen schien. Wenn man an ihr vorüber ging, dann erlitt man unsägliche Schmerzen, was ich am eigenen Leib schmerzlich erfahren musste. Ich hätte doch besser aufpassen sollen, was dieser alte, nuschelnde Knilch gefaselt hatte, von dem ich bis jetzt nichts erzählte, weil ich ihn eh nicht verstanden hatte.

Wieder standen wir nutzlos in der Gegend rum. Mir war nicht kalt, aber die Anderen bibberten vor sich hin. Während die Priester und Druiden an der Rose herumwirtschafteten, versuchte ich die Eiswendols dazu zu überreden, mir die Hand zu geben. Aber sie konnten wohl ihren gefrorenen Ohren nicht trauen. Hätte zu gerne gewusst, ob ich Einen mit meinem Händedruck zum Schmelzen gebracht hätte.

Wir konnten weiter gehen und kamen zu einem mächtigen Steinkreis. Ich fand es an diesem Ort unbeschreiblich gut, so gut dass sogar meine Schuhe anfingen zu qualmen.

Dann wurde ich wieder herumkommandiert, diesmal sollte ich Steine anfassen. Die Steine waren aber alle ziemlich kalt und irgendwie gar nicht so gut, wie da wo ich zuvor gestanden hatte.

Ramgar machte ein großes Palaver und ich sollte dabei einen der großen Steine berühren. Dabei wurden wir angegriffen und von einer Eisklinge getroffen sank ich vor dem Stein in den Schnee. Am Ende ging uns allen ein Licht auf und vor allem mir.

Ein Wesen aus Feuer kam in unsere Gefilde und sprach mit Ramgar, ja und am Ende auch mit mir. Ich musste mich vor die allerleuchtende, lebendige Fackel knien, am Anfang war ich sehr skeptisch, aber dann blickte ich das Feuer ehrerbietig an.

Er sprach zu mir, aber ich verstand kein Wort, bis er meine Brust berührte. Das Feuer brannte mir bis ins Herz und ich stolperte zurück. Dann kam der Schmerz.

Als ich meine Augen wieder öffnete, lag ich mit dem Gesicht im Schnee. Das wandelnde Feuer war verschwunden, doch ein Teil von ihm war in meinem Herzen und sein Handabdruck war auf meiner Brust eingebrannt.

Jetzt wird keiner mehr denken, dass ich noch unberührt bin. Er hatte mir zu verstehen gegeben, dass ich dass Feuer in mir nun beherrschen könne. Aber er sagte mir nicht wie?

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen zum Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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