Schüttelfrost – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 4

Schüttelfrost – Die Geschichte eines Holzfällers – Teil 4

schweiniBruna kam an ihr Bett getreten und blickte auf den bewusstlosen Körper des Holzfällers. Er hatte Schweini im Arm und sabberte auf ihr Kopfkissen. Mit einer erhobenen Augenbraue zog sie ein Tuch von ihrem Gürtel und wischte ihm über den Mund und stopfte das Tuch dann unter sein Gesicht. Sein Körper wurde immer noch von heftigen Schüttelfrost gebeutelt. Kopfschüttelnd ging sie zum Ofen, öffnete ihn mit der bloßen Hand und schürte nach.
Hinter sich hörte sie ein Stöhnen. Sie goss einen Tee auf und ging dann mit Kanne und Becher bewaffnet zum Bett zurück.
Er regte sich und öffnete eines seiner Augen. Beruhigende Geräusche stolperten aus ihrem Mund, während sie sich an die Bettkante setzte. Er stöhnte laut und drückte das Schwein liebevoll an sich.
Er küsste es und flüstere dann heiser: ‚Braves Schwein, das hast du gut gemacht!‘
Bruna verdrehte die Augen und zischte ihm zu: ‚Ich möchte eure Zweisamkeit nur ungern stören, aber ihr Beide liegt in meinem Bett und ich verbitte mir jedliche Art von Schweinereien.‘
Er blickte fragend über das Schwein hinweg und krächzte heiser: ‚Oh, ich kann doch…nicht!‘
‚Nein kannst du nicht. Aber Vater dachte, es wäre besser dich zu uns zu bringen, als zu deiner Verwandtschaft!‘ meinte sie, goss Tee in den Becher und machte Anstalten ihm den Tee einflößen. ‚Du musst viel trinken!‘
Zwischen den Schlucken, fragte er beschämt: ‚Hab ich mir Schande gemacht?‘
‚Da musst du die Heiler fragen, die haben dich ausgezogen!‘ meinte Bruna und grinste ihn saublöd an. Der Holzfäller verschluckte sich fast, hustete erstickt unter Schmerzen und stammelte: ‚Ich… ich… bin?!‘
‚Ja, und mein Vater wird dich töten, wenn du was versuchst?‘ meinte Bruna ernst.
Branu musste lächeln, was ihm erschreckend gut gelang, in Anbetracht dessen, was er die letzten paar Tage durchgemacht hatte. Sie flößte ihm den restlichen Tee ein und stand dann auf.
Als sie mit einer Schüssel voll Suppe wieder zum Bett kam, waren seine Augen wieder geschlossen.
Sie setzte sich wieder an die Bettkante und wartete einen Moment. Er schreckte hoch und blickte sie entsetzt an. Wieder kamen ihr beruhigende Laute über die Lippen.
‚Ich hab noch Suppe für dich, dann lass ich dich in Ruh!‘ flüsterte sie und hielt ihm den Löffel hin. Er lies sich füttern und blickte sie unverwandt an.
‚Die Heiler kommen nachher wieder und schauen nach deinem Bein!‘
In dem Moment, als sie sein Bein erwähnte, schien es ihm wieder in den Sinn gekommen zu sein, warum er in ihrem Bett lag und blickte nun noch verstörter.
‚Es ist noch dran!‘ meinte sie kurz und löffelte ihm weiter die Suppe in den Mund. ‚Und du wirst ne Zeit lang nicht in den Wald gehen können!‘
Er rappelte sich auf und zog an der Decke.
‚Hehe, was hast du vor?‘ rief Bruna erschrocken und sprang von der Bettkante auf.
‚Ich will mich selbst überzeugen, dass es noch dran ist…!‘ krächzte er und riss weiter an der Decke. ‚Weil… weil… ich kann es nicht spüren!‘
Das Schwein wurde wach und quietschte aufgeregt. Sie hatte die Schüssel beiseite gestellt, hob die Decke behutsam an und meinte dann: ‚Es ist ein Wunder, dass du deine Finger noch spürst, geschweige denn deine Zehen!‘
Entsetzt blickte er auf sein Bein, dass mit blutigen Leinenbinden verbunden und dann geschient worden war. ‚Jeder Andere hätte sich da draußen auch noch was ab gefroren.‘
Er griff mit zitternden Fingern an sein Knie und hob es an. ‚Es ist tot…!‘ Er schluckte schwer und lies sein Bein wieder sinken.
‚Die Heiler haben dir jeden Menge Zeuch gegen die Schmerzen eingeflößt. Sei froh um jeden Moment, wo du nicht vor Schmerzen schreist.‘ meinte sie und deckte sein Bein wieder vorsichtig zu.
Sie musste sich ein Gähnen verkneifen und fuhr fort. ‚Du solltest versuchen noch ein Bisschen zu schlafen. Ich hab dir einen Eimer hingestellt, wenn du pinkeln musst und Schweini, wenn du in mein Bett machst, mache ich einen Rollbraten aus dir!‘

Sie zog ihm die Decke zurecht und meinte noch: ‚Wenn was ist, musst du schreien, ich schlaf unterm Dach.‘
‚Bruna!‘ rief er ihr hinterher. ‚Danke!‘
Doch sie war schon hinter dem Vorhang verschwunden.

Fortsetzung folgt vielleicht…

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen nach dem Imbolcfest (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

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