Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 1

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 1

12.11.2008

Kein Schwein ruft mich an…keine Sau interessiert sich für mich.

Hier in Norbernadettewegen haben wir schon minus Grade und es herrscht ein Dreckswind, der einen den Schneeregen direkt ins Ohr bläst. Früher hab ich den Schnee immer gemocht, mittlerweile kann ich ihn nicht mehr ausstehen. Bei so schlechten Wetter ist hier alles Mist, der Landurlaub am Wochenende ist gestrichen, jetzt muss ich bis zum Heimaturlaub ende des Monats warten.

Bis dahin bin ich alte Lesbe mit 537 Männern hier auf dieser ‚Milchinsel‘ eingesperrt. Könnt kotzen. Die Wehwehchen der Herren häufen sich, um so schlechter das Wetter wird. Männer sind echte Memmen.

Ein Vorteil ist, seit dem ich dem Letzten (der versucht hat mich anzumachen) mit einem Einlauf gedroht habe, macht mich fast keiner mehr an.

Freue mich inständig auf Heimaturlaub.

Grüße aus Melkoya von der bald verschneiten Gasanlagen auf der schönen Milchinsel

Bernadette G.

P.S. Mein Schatz ich warte seit Tagen auf nen Anruf von dir….

13.11.2008

Es tut mir leid, ich war betrunken und ich hab dabei nicht mal an dich gedacht. Es gibt nichts zu entschuldigen. Er stand plötzlich am Hafen vom Werk, mit ein paar Flaschen Wodka im Gepäck. Er schien bedrückt zu sein und er summte immer und immer wieder dieses bescheuerte Lied von den Kassierer. Da geht es um die Probleme von Männern, die ne 15 jährige Freundin haben. Wir gingen in den Aufenthaltsraum und begossen unsere Stimmungen. Einige Kollegen betranken sich mit uns, sie waren mehr auf Party eingestellt als wir. Und wenn die Männer im Werk mal feiern, dann wird aber auch gefeiert. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit einem von den Schweißern ein Wettsaufen begann. Ich habe keine Ahnung, wer gewonnen hat. Irgendwann muss er mich in mein Wohnklo gebracht haben. Mindestens einer von uns muss gekotzt haben. Dann fiel er über mich her. Ich war so betrunken, dass ich mich kaum wehren konnte. Ich muss ihm zumindest die Nase gebrochen, sein Unterhemd war mit Blut überströmt. Er riss mir die Latzhose vom Leib und zerriss mein Unterhemd und fesselte mich an die Heizung. Währendessen er in mich eindrang, donnerte mein Kopf gegen die Heizung. Er schrei immerzu: ‚Mein Glied ist zu Groß, sie ist zu eng für mich!‘ Immer und Immer wieder. Irgendwann muss ich bewusstlos geworden sein, da mein Kopf bei jeden weiteren Stoß gegen die Heizung stieß.

Vorhin wurde ich wach, er hatte mir eine Hand losgebunden, damit ich mich befreien konnte. Dann hat er sich wohl verpisst. Ich fand dann einen Zettel: ‚Ich musste, mir stands bis zum Hals, die konsekgekritzel trage ich allein, ich muss zurück zu ihr, sorry Robaat.‘ Ja, der Robaat, der blöde Freund meiner lieben Schwester Schackeline (17 1/2)! Ich scham mich so!

Ich war noch nie in meinem Leben so sprachlos, dass mir jetzt die Worte fehlen. Aber dass ich sturz betrunken war, entschuldigt nichts, und dass ich gefesselt war auch nicht. Ich habe so einen widerlichen Geschmack im Mund, ich kann doch gar nicht inspiriert gewesen sein… ich geh jetzt erst mal kotzen.

Bernadette

14.11.2008

Dem Kopf gehts wieder gut, ich hab mich selbst verarztet. Aber irgendwie tut mir mein Arsch weh. Ich hab immer noch so einen komischen Geschmack im Mund, dabei hab ich mir schon 5mal heute die Zähne geputzt und mit Domestos gegurgelt, des hilft alles nix.

Heute Nachmittag kommt der Werksklempner. Die Heizung scheint kaputt zu sein…

Bernadette

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