Des Nächstens… der Mond schien voll!

Des Nächstens… der Mond schien voll!

düsterwaldDunkel war’s der Mond schien voll. Und Tirsch und Gerk saßen in der Taverne zu Ludwigsdorf. Sie hatten den ganzen Abend von dem dunklen Bier getrunken und waren schon ein Bisschen beschickert. Der Wirt fiedelte auf seiner Geige und seine Tochter tanzte dazu. Die Schankmaid wuchtete volle Humpen herum und immer wenn sie an ihren Tisch kam, konnten die Jungs ihr in den Ausschnitt blicken, wenn sie die Bierkrüge am Tisch abstellte und sich dazu tief hinunter beugen musst. Das war mit ein Grund, warum sie so viel getrunken hatten.

Plötzlich ging die Tür auf, ein Windsog pfeifte durch die Taverne und der Totengräber humpelte herein. Augenblicklich verstummte das Gebrabbel im Schankraum, der Wirt hörte auf zu spielen, er packte hastig seine Tochter und schob sie hinter die Theke. Nach einem viel zu langen Moment, begannen die Leute wieder zu tuscheln und der Lärmpegel schwoll langsam wieder an. Der Totengräber verzog keine Miene, wie auch, sein ihm eigener Blick war eh so finster und grimmig, dass man den Eindruck haben hätte können, er würde zum Lachen in den Keller gehen, so wie die meisten Dorfbewohner es ohnehin taten.

Der Totengräber humpelte durch den Schankraum, setzte sich zu den beiden Jungs an den Tisch und blickte sie mürrisch an. Er sah abgekämpft und ziemlich schmutzig aus und seit wann humpelte er denn?

‚Habt ihr eure Post nicht gelesen?‘ fragte der Totengräber mürrisch.

‚Ja, schon!‘ rief Gerk.

‚Ja und wo wart ihr die ganze Zeit.‘

‚Es hieß wir sollten zu Hause auf weitere Nachricht warten und es würde uns jemand abholen kommen, wenn es etwas zu tun gibt. Währenddessen sollten wir das Handbuch aufmerksam durchlesen. Wir haben uns sogar von unserem Ersparten die Sachbücher gekauft, die empfohlen wurden.‘ berichtete Gerk.

‚Und dazu sind wir eigens bis nach Bistritz gefahren!‘ meinte Tirsch, räusperte sich und fuhr dann fort. ‚Mit dem Fahrrad!‘

‚Dann müssen wir uns verpasst haben, habt ihr es denn nicht mitbekommen?‘ fragte der Totengräber.

‚Was mitbekommen?‘

‚Ja, die unerklärlichen Tode beim letzten Vollmond.‘

Jemand vom Nachbartisch drehte sich um und meinte ziemlich ernst: ‚Der Wolf hat sie sich geholt, weiter nichts!‘

Der Dorfdepp packte die Schankmaid bei der Hand, fing an zu jaulen und zu tanzen. ‚Ja, der Wolf der auf zwei Beinen tanzt. Jaaaaaauuuuuuhhhhh!‘

Der Wirt packte den Dorfdeppen, hielt ihm den Mund zu und zerrte ihn in die Küche. Dann kam er wieder und meinte: ‚Der Wolf war es und nichts weiter!‘

‚Ihr habt recht und gebt mir doch eine Flasche von eurem Wein, wir wollten eh grad gehen.‘ meinte der Totengräber, schnipste ihm ein Silberstück entgegen und fuhr dann fort. ‚Und ein Paar von den gelegten Broten!‘

‚Kommt sofort!‘ meinte der Wirt in seiner eigenen schmierigen Art und stieß seine Tochter an, während er das Silberstück auf seine Echtheit überprüfte.

‚Dafür bekommt ihr 2 Flaschen von meinem besten Wein und die Brote oben drauf.‘ rief er dann und klatschte in die Hände.

Wenig später überreichte er Tirsch das Päckchen mit den Broten und zischte: ‚Was habt ihr denn mit dem da zu schaffen?‘

‚Ach, meine Großmutter hat mir nur aufgetragen ihm bei seiner Arbeit zu helfen. Sie hat doch immer die Blumen gebracht für die unbekannten Toten. Und der Herr da oben mag es wahrlich nicht, wenn man ein Versprechen bricht, was man auf dem Totenbett gegeben hat.‘ rief Tirsch, zog seine Mütze vom Kopf und blickte den verwunderten Wirt andächtig an. Der Wirt machte 3 Kreuzzeichen, drückte Gerk die zwei Weinflaschen in die Hand und meinte abschließend. ‚Gebt bloß auf euch Acht. Der Mond scheint voll heute Nacht!‘

‚…der Wolf weiter nichts!‘ murmelte der Totengräber und humpelte aus der Taverne.

Als sie allein vor dem Gasthaus standen, zischte er ihnen zu: ‚Unwissendes und ignorantes Pack!‘

‚Wer hat dir nur so schwere Wörter beigebracht?‘ fragte Tirsch und grinste ihn albern an.

Der Totengräber blickte ihn fassungslos an, sagte aber nichts und humpelte ein paar Schritte weiter von der Taverne weg.

‚Sag mal, Totengräber! Seit wann humpelst du?‘ fragten die beiden Jungs.

‚Ich war ihm tagelang auf der Spur und doch hat er mich abgehängt.‘

‚Wer?‘ wollte Gerk wissen.

‚Der Wolf, wer sonst!‘

‚Das erklärt aber nicht dein Humpeln!‘

‚Ich bin über eine Wurzel gefallen und aufs Knie gestürzt. Keine Sorge, ich war nicht nah genug dran, als dass er mich hätte beißen können.‘ meinte er und lief über die Straße.‚Ich hab meinen Beobachtungsposten im Stall aufgeschlagen.‘

Es begann zu regnen. Sie duckten sich unter das Dach des Schobers und versuchten nicht weiter aufzufallen. Nach gefühlten Stunden anhaltenden Regens, begann es zu Stürmen und zu Gewittern. Und sie harrten immer noch im Stall aus, in der Hoffnung, dass etwas Außergewöhnliches geschehen möge. Der Regen kam sintflutartig vom Himmel und schon bald tropfte es durchs undichte Dach.

‚Ganz schön feucht hier!‘ meinte Tirsch, der an einem Stab herum schnitzte. Ein Blitz erhellte das Geschehen einen Moment lang und dann donnerte es.

‚Was schnitzt du denn da eigentlich?‘ fragte der Totengräber, der ihn noch dazu misstrauisch anstarrte.

‚Einen Stock, falls es mit deinem Knie schlimmer wird. Weil ich hab in den letzten Wochen jeden Tag einen Palmarec geschnitzt und am Sonntag auch mal zwei…‘ fing Tirsch an, wurde dann aber von Gerk unterbrochen. ‚Und der Pfaffe weigert sich schon seit einer geschlagenen Woche sie zu weihen!‘

‚Mit dem Pfaffen habe ich eh noch ein Hühnchen zu rupfen, der ist nämlich zur Mitarbeit verpflichtet.‘ flüsterte der Totengräber. Es tat einen gewaltigen Schlag und wieder blitzte und donnerte es. Der Totengräber blickte noch misstrauischer nach draußen: ‚Es muss ganz in der Nähe eingeschlagen haben!‘

‚Der Herrgott gibt es und der Herrgott nimmt es!‘ meinte Tirsch und schnitze weiter.

‚Du hast echt ein Gemüt wie ein Fleischerhund!‘ nuschelte der Totengräber.

‚Hatte deine Oma nicht mal einen Fleischerhund?‘ rief Gerk aufgeregt.

‚Der Herr ist hoffentlich mit Beiden. Mögen ihre Seelen in Frieden ruhen…!‘ meinte Tirsch, kam dann ins Stocken und fuhr erst fort, als er mit dem Stab auf die Tavernentür zeigte. ‚Wenn man vom Teufel spricht…!‘

Der Pfaffe war gerade in der Taverne verschwunden und wenig später kamen alle aus der Taverne gestürmt. Sogar der Wirt, der seine Tochter mit sich schleifte. Sie liefen Richtung Kirche.

Der Totengräber rappelte sich auf und war im Begriff loslaufen zu wollen, doch Tirsch und Gerk waren schneller. Tirsch hatte ihn noch den Stecken in die Hand gedrückt und war verschwunden.

Als der Totengräber endlich an der Kirche ankam, sah er schon den Grund des Aufruhrs.

Der Blitz hatte im Kirchturm eingeschlafen. Zum Glück war das Feuer von dem starken Regen gleich wieder gelöscht worden, doch heruntergefallene Trümmer waren durch die Dachkonstruktion der Kirche gestürzt und die halbe Kirche war eingestürzt.

Die Dorfbewohner versuchten zu retten, was zu retten war. Und Tirsch und Gerk sahen sich nach etwas Ungewöhnlichen um.

Weiter nichts, außer dem Offensichtlichen. Bis der Dorfdepp zu niesen begann.

‚Riecht nach nassen Hund.‘ rief er und fing wieder an zu tanzen.

Tirsch und Gerk wurden hellhörig und schnupperten sich durch die Dorfbewohner, bis sie an der Tochter des Wirtes hängen blieben, die sie Beide mit glühend roten Augen anstarrte. Sie hörten noch ein Knurren, dann ein Fauchen. Ihre Beine verwandelten sich, in dem Moment als der Regen aufhörte und die Wolken den Vollmond freigaben, in etwas Unmenschliches. Sie fing augenblicklich an zu jaulen, sprang über die beiden Jungs hinweg und landete auf dem Dorfdeppen. Im nächsten Moment hörte man ziemlich viel Blut auf den Boden britscheln, noch bevor der tote Körper des Deppen auf den Boden krachte und die mittlerweile ziemlich haarige Tochter der Wirtes auf allen Vieren davon sprang. Der Totengräber spannte seine Armbrust, zielte auf sie und schoss, doch der Wirt warf sich in den Weg und fing den Bolzen mit seinem eigenen Körper auf.

‚Du dummer Naar, sind nicht schon genug Deppen gestorben, für einen Abend!‘ rief der Totengräber, der zu dem Wirt hinüber humpelte, der bereits stöhnend zu Boden gesunken war.

‚Aber sie ist doch meine Tochter!‘ flüsterte er dem Totengräber zu, als er ihn packte und versuchte die Wunde mit den Händen abzudrücken.

‚Aber sie hat schon das halbe Dorf auf dem Gewissen.‘

‚Versprich mir, dass meine Tochter nicht leiden…! röchelte der Wirt und starb in den Armen des Totengräbers. Dieser schloss dem Wirt die Augen und zog ihm den silbernen Bolzen aus der Brust. ‚Der Pfaffe kümmert sich um dein Seelenheil, mein Freund!‘

Er rappelte sich auf und ging zu der Leiche des Dorfdeppen hinüber. Er nahm seinen Geldbeutel zog zwei Silbermünzen heraus und legte sie in die klaffende Halswunde des Toten.

‚Wir sollten ihn sicherheitshalber verbrennen!‘ meinte er und blickte den Pfaffen an.

Der Pfaffe nickte.

‚Und sorgt dafür, dass die Silbermünzen dort bleiben…!‘ rief der Totengräber und wickelte ein Tuch um den blutigen Hals des Dorfdeppen.

Der Pfaffe nickte wieder.

‚Tirsch!‘ rief der Totengräber und Tirsch antwortete wie aus der Pistole geschossen. ‚Jawohl!‘

‚Nimm die Armbrust! Und Gerk!‘ rief der Totengräber wieder, drückte Tirsch die Armbrust und den blutigen Bolzen in die Hand.

‚Jawohl!‘ schrie Gerk.

‚Den silbernen Nagel!‘

‚Steckt in der Wirtstochter!‘ rief Gerk beinahe ratlos.

‚Dann wird sie nicht weit kommen! Ich hab da noch eine Überraschung für sie!‘ rief der Totengräber, zog eine Flinte unter seinem Mantel hervor und fuhr fort. ‚Dann lass uns ihr das Fell über die Ohren ziehen!‘

Sie liefen los und verschwanden an der Stelle, wo die Wirtstochter im Wald verschwunden war. In dieser Nacht hörten die Dorfbewohner zwei Schüsse. Und am nächsten Morgen zogen Rauchschwaden durchs Dorf und es roch verdächtig nach verbrannten Hund.

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Neuerrichtung der Ratshalle zu Raurikor

Rauriker-Loewe_kleinGeschäftiges Treiben herrscht derzeit in Raurikor. Doch jeden Tag an denen ich die verkohlten Balken hinter der Baustelle erblicken muss, führt mir der Schrecken den schwärzesten Tag in meinem Leben wieder vor Augen.
Und nur dem alten Tempelgewölbe ist es zu verdanken, dass ich noch unter den Lebenden weile. Man fand mich begraben unter dem uralten, steinernen Abbild der Nantosvelta. Meine Vorfahren haben die meisten Kunstwerke geschaffen und in mühevoller Kleinarbeit in den Fels gemeißelt, damals noch bevor die Ratshalle erbaut wurde.
Seit der Zeit ist es an meiner Familie hier für Ordnung, Sauberkeit und Wohlbefinden zu sorgen, damit die ehrenwerten Sippenführer für Recht sorgen konnten, wenn sie für die Sitzungen in der Halle verweilten. Meine Aufgabe ist nicht nur zu Putzen und die Getränke nach zu schenken und mich um die Verpflegung zu kümmern, sondern auch jeden freien Moment mich um den Götterschrein unter der Ratshalle zu kümmern. In der Nacht als die Ratshalle in Flammen aufging, kniete ich im Tempel vor der Statue der Rosmerta und war im Gebet versunken. Der Schrein hat mir mein Leben gerettet. Zu meinem allergrößten Glück und meinen Ahnen und allen Göttern sei Dank, hielt das steinerne Gewölbe der Hitze und der Trümmer stand und hielten mich gerade so am Leben.
Obgleich der Tag des Brandes der Schwärzeste war in meinem ganzen Leben sein sollte, wies der Lichtbringer mir den Weg zum Leben, auch wenn die Nächtige schon an mir riss und die Hitze des Feuers in meinen Lungen brannte, den Stein über mir fast zum Glühen brachte und mir die Hitze meine Haare und auch meine Haut versenkte. So lebte ich noch grade so, als sie mich endlich aus den Trümmern bargen. Die Steintafel der Nantosvelta hielt ich fest umklammert und die Hitze brannte mir die Verzierungen in die Haut. Doch die Statue der Rosmerta war zerbrochen. Sie zersprang in der Hitze und ihre Splitter zerschnitten meine Haut. Meine Trauer galt der Statue der Rosmerta. Und ich weinte mich Nächte lang in den Schlaf.
Nach meiner Genesung schrieb ich an den Handelsrat zu Grimgard und bat höflichst um einen Abdruck der Statue der Rosmerta, die dort in der Ratshalle steht. Wo sie doch damals einen Abdruck von der Statue erworben hatten, die nun bei dem grässlichen Feuer zerbrochen worden ist.
Die Arbeiten an der Rathalle zu Raurikor gehen gut voran. Aus allen Teilen der Hag Raurik strömen die Handwerker herbei, um das Prunkstück zu vollenden. Das Dach der Ratshalle soll in den nächsten Tagen vollendete werden. Ich treibe sie auch immer zu zur Eile an, denn der Rat der Clans tritt bald wieder zusammen und bis dahin soll alles wieder beim Alten sein. Und noch viel schöner.
Dafür ist eigens der Baumeister aus Grimgard gekommen, der seit den großen Wendolskämpfen an der Palisade um Grimgard arbeitet und bei dem Untotenangriff im letzten Jahr schwer verwundet wurde. Er brachte mir einen Abguss der Statue der Rosmerta aus Grimgard mit.
Nun sind die dunklen Tage wieder lichter. Die Versorgerin ist in den Tempel zurückgekehrt und wehe dem, der nochmal Hand an den Tempel oder die Halle legt. Der bekommt es mit meinem Zorn zu tun.
Gelsa, Hallgards Tochter. Hüterin der Halle. Der Alten und der Neuen.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker und den Ereignissen vor Beltane (http://www.rauriker.de) Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

 

Ich suche einen Mann… Teil 63 – Meinen persönlichen Igor

Ich suche einen Mann… Teil 63 – Meinen persönlichen Igor

blueIch suche meinen persönlichen Igor. Ich suche einen oder zwei kleinwüchsige 1Euronazis, die auf 1 Eurobasis meine Brüste hochhalten, damit mein Kreuz entlastet wird. Man(n) könnte doch nicht verantworten, dass ich die Last alleine zu tragen habe….

Scherz beiseite, ich benötige einen Igor, der mir den Buckel vorsatzmacht, damit ich im Saturn den 1Euronazis von Angesicht zu Angesicht ins Auge spucken kann und dann zufällig noch selbst in den AB 18 Horror und Actionfilme stöbern kann. Wahlweise tät ich auch noch eine jungen Mann suchen, der mir auf Veranstaltungen zur Hand geht.

DLF127251P.S. Es ist nichts Sexuelles!

Anmerkung: Dies ist der 63. Teil und eine dringende Jobanzeige von mir, Callabutterfly.

Ausführliche Bewerbung bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

Augenzeugenbericht von der Mordnacht in Grimgard

Augenzeugenbericht von der Mordnacht in Grimgard

LuchssAls ich an besagten Abend zu Bette ging, war alles so wie es immer war in Grimgard. Obwohl in der Hag Raurik der Krieg zu toben schien, war es in Grimgard in den letzten Tagen ziemlich ruhig geworden. Nur die Schankmaiden zettelten jeden Tag einen Grimgarder Bürgermopp an, meist ging es dabei um die verschwundene Schankmaid Helena, die wir bisher immer noch nicht wieder finden konnten, genau so wie der sogenannte Liebes-Fischer zu Grimgard.

Die Gerüchte im Dorf besagen mittlerweile, dass sich die beiden zusammen aus dem Staub gemacht haben und sich über die Berge nach Crush Alba aufgemacht haben. Ich bete täglich zu den Göttern, dass ihnen kein Leid geschehen ist.

Nun zu den schrecklichen Ereignissen, die sich nach der Sommersonnenwende zugetragen haben. Leider konnte ich die Ereignisse jetzt erst zu Papier bringen, so konnte ich in den letzten Tagen keinen klaren Gedanken fassen, es sitzt der Schock immer noch tief in mir und die Trauer in meinem Herzen, so dass ich es kaum in Wort zu fassen vermag, was sich in dieser Nacht zugetragen hatte.

Ich fuhr aus tiefen Schlaf hoch, weil ich wohl ein Geräusch gehört hatte. Ein Poltern im Laden lies mich vollends wach werden und ich stolperte mit meiner Hose kämpfend die Treppen nach unten. Ich trat in etwas kaltes Nasses, stolperte über etwas und kam zu Fall. Ich muss für einen Moment bewusstlos gewesen sein, da ich erst wieder Wach wurde, als ich das Geschrei von draußen hörte. Ich stürzte nach draußen und sah, dass die Bäckerei des Notker in Flammen stand.

Ich wurde von Erkmar, dem Obst- und Gemüsehändler, abgefangen, als ich aus dem Haus stürmen wollte. So wie es scheint, war ich Blutüberströmt. Erst als wir beide den Laden meines Vaters zurück liefen, saßen wir den toten Körper meines Vaters Dankrad in seinem eigenen Blut lieben. Ich muss im Dunkeln über ihn gestolpert sein.

Aufgrund des ansteigenden Tumults rannten wir aber dann doch nach draußen, wo mir schon der wutentbrannte Notker entgegenlief. Der allen Ernstes behauptete, dass mein Vater seine Bäckerei angezündet hätte und sein Backbuch entwendet hätte.

Doch dies kann doch wohl kaum möglich sein, da sein Blut schon erkaltet war, als ich über ihn stolperte.

Da stellt sich mir doch die Frage, wer meinen Vater, Dankrad auf den Gewissen hatte. Weil die klaffende Schnittwunde an seiner Kehle wird er sich wohl kaum selber zugezogen haben, vor allem wenn die Schnittrichtung nach hinten verläuft und keine Zögerungsschnitte zu sehen waren. Die Mordwaffe, die aller Wahrscheinlichkeit eine Rasierklinge war, ist nicht auffindbar gewesen. Aber es wurde ein Schuhabdruck unterhalb eines offenen Fensters sichergestellt. Was uns bei einer genaueren Untersuchung des Leichnams und des Tatortes am nächsten Morgen auffiel.

Mit dem heutigen Tage trete ich mein Erbe an und nehme die Arbeit als kommissarischer Handelsratsvorsitzender zu Grimgard auf. Ich will nicht eher ruhen, bis sich alle Ungereimtheiten aufgeklärt haben.

Gez. Rutger, Sohn des Verstorbenen Dankrad, kommissarischer Handelsratsvorsitzender zu Grimgard

Abschrift für die Akten gefertigt.

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Ich suche einen Mann… Teil 62 – Kein 1EuroNazi

DLF127251Ich suche einen Mann… Teil 62 –  Kein 1EuroNazi

Ich suche einen Mann, der mit meiner momentanen Frisuglatzer klar kommt, ohne ein Nazi oder ein 1EuroNazi zu sein. Auch wenn ich jetzt eine Glatze habe, heißt es noch lange nicht, dass Nazis und/oder 1EuroNazis Tür und Tor geöffnet werden.

Anmerkung: Dies ist der 62. Teil und eine dringende Anzeige von mir, Callabutterfly.

Zuschriften bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

Am Morgen nach dem Brand…

Am Morgen nach dem Brand…

LuchssAm Morgen nach dem Brand kam eine junge Frau nach Grimgard. Sie hatte zwei Kinder dabei, einen Buben und ein Mädchen, und ging in die Taverne, obwohl sie die leichte Unruhe im Dorf und den Brandgeruch bemerkt hatte:

‚Seit gegrüßt, ich bin Blitgard und ich suche Arbeit!‘ rief die Frau und schob ihre Kinder in den Schankraum. Sie zog ihnen die Mützen vom Kopf, nahm den Zipfel ihrer Schürze, feuchtete ihn mit der Zunge an und putzte dem Jungen das verschmierte Gesicht, der daraufhin zu maulen begann.

Rinelda schaute von hinter der Theke auf und nuschelte: ‚Was kannst du denn?‘

‚Ich kann kochen, putzen und hab bei uns am Hof sämtliche Kinder auf die Welt gebracht.‘ rief die Frau.

‚Ach eine Hebamme?!‘ meinte Rinelda und kam um die Theke herumgelaufen.

‚So ähnlich!‘

‚Was treibt dich grad heut nach Grimgard.‘ rief Rinelda und streckte ihr die Hand hin. ‚Ich bin Rinelda.‘

‚Nachdem mein Mann letztes Jahr sein Leben vor den Toren hier ließ, wollte ich ja eigentlich nicht hier her kommen. Aber gestern hat mir ein großes Feuer den Weg gewiesen.‘

‚Der Wirt ist grad nicht da, aber ich kann dir sagen, dass uns eine Schankmaid abgehauen ist und ich denke mit 400 Kupfer im Jahr würde er dich schon einstellen.‘

‚Ich hab aber keine Unterkunft!‘ rief die Frau etwas beschämt.

‚Du bist eingestellt und ein Zimmer haben wir auch!‘ rief der Wirt, der gerade mit einem Bierfass hereinkam.

‚Ihr seid eine Hebamme? Sehr gut, habt ihr schon mal einen Bauch aufschneiden müssen?‘ rief Lindrad, der wohl am Fenster gelauscht hatte und nun hereingestürmt kam und die Frau an der Hand packte. Rinelda bemerkte, wie wir flink und behände er zu Werke ging und zog zornig eine Augenbraue hoch und flüsterte dann in sich hinein: ‚Morgens nicht aus dem Bett wollen, nie ein Wort verstehen und dann belauscht er uns und versteht doch jedes Wort!‘

‚Ja, bei der Zenzi, aber..!‘ rief Blitgrad aufgeregt und versuchte sich gegen den alten Mann zu wehren, der sie einfach mit sich zu schleifen versuchte.

‚Dann kommt mit, ich werde die Leichenschau bestimmt nicht alleine machen!‘

‚Ja, aber was ist mit den Kindern?‘ fragte Blitgard verdutzt.

‚Um die kümmere ich mich schon, wie heißt ihr denn? Soll ich euch euer neues Zuhause zeigen?‘ fragte Rinelda.

‚Ich bin die Hella und mein Bruder heißt Leif!‘ rief das Mädchen ängstlich, die ihren Bruder an der Hand hielt.

‚Na dann kommt mal mit. Ihr habt doch bestimmt Hunger, oder?‘

~*~

‚Was ist denn hier eigentlich los und wer seid ihr denn eigentlich?‘ schrie die Frau dem alten Mann ins Ohr, während er sie über die Straßen zerrte.

‚Ähm, ich bin der Heiler und Salbaderer hier und gestern Nacht ist jemand ums Leben gebracht worden!‘ flüsterte der alte Mann und tat dabei ziemlich geheimnistuerisch.

‚Ich dachte es hat gebrannt?‘

‚Ja, ein hübsches Feuerchen, aber das hat mit dem Toten glaub ich nichts zu tun.‘ meinte der alte Mann und zerrte sie in den Laden des Fellhändlers Dankrad. So stand es zumindest auf dem Schild.

Drinnen im Laden saß ein junger Mann auf dem Boden und wippte apathisch hin und her. Er schien außerdem zu beten.

‚Rutger, was sitzt du denn auf dem Boden?‘

‚Ich hab alles so gelassen wir ich es vorfand.‘ meinte der junge Mann und blickte erst nach einem viel zu langem Moment auf. Sein Gesicht war von Ruß geschwärzt, er hatte nur eine Hose an und seine Brust war voll Blut. Er hatte geweint, denn die Tränen hatten saubere Streifen in seinem Gesicht hinterlassen.

‚Wir würden dann anfangen, Rutger!‘

‚Ja, bitte!‘ meinte Rutger abwesend, stand auf und machte den beiden Platz. Er musste seine eigenen Hände festhalten, weil sie so zitterten. Erst jetzt sah Blitgard die Leiche die am Boden lag und erstarrte.

‚Also, ich sehe blutige Fußabdrücke auf dem Boden, die von der Leiche weg und nach draußen führen!‘ meinte der Alte und stellte sich neben Rutger. ‚Die genauso klein sind, wie die von Rutger.‘ Der alte Lindrad hatte ein Buch aus seinem Mantel gezaubert und machte sich mit einem Kohlestift Notizen. ‚Der Tote liegt auf dem Bauch, in seinem Blut, mit dem Kopf Richtung Tür. Hinter der Leiche sind keine Blutspuren. Der Tote scheint Dankrad zu sein und er trägt noch seine sauberen Hausschuhe. Die schlammigen Trippen stehen vor der Tür.‘

‚Ja, neben meinen dreckigen Stiefeln!‘ meinte Rutger und war nun wieder hellwach und ganz da.

‚Die Arme des Toten liegen nah am Körper. Keine Abwehrbewegung ersichtlich. Er scheint schon tot oder bewusstlos gewesen zu sein, als der Körper zu Boden fiel. Es sind keine Spuren eines Kampfes zu sehen. Blitgard, hilf mir mal ihn umzudrehen!‘ meinte der Alte und in dem Moment, als er mit ihr gesprochen hatte, löste sie sich aus ihrer Starre und kam ihm zur Hilfe. Sie drehten gemeinsam den Leichnam um.

‚Das Blut auf dem Boden scheint aus der Halswunde ausgetreten zu sein, die der Verstorbene sich wohl nicht selbst zugefügt hat.‘ meinte Lindrad, als er den Toten eingehender untersuchte. Rutger hingegen stolperte rücklings durch den Laden und wurde dann von einem Wandregal aufgehalten, in dem er sich niederließ. Blitgard blickte ihn kurz an, wurde dann aber von einer Dame abgelenkt, die in der Tür stand.

‚Mein Vater schläft jetzt, kann ich was helfen.‘ fragte sie.

‚Ah, Asbirg. Kannst du dich um Rutger kümmern? Aber mach ihn noch nicht sauber!‘ rief der Alte, während er den Schnitt am Hals des Toten untersuchte.

‚Der Schnitt zieht sich von der rechten Seite des Halses bis fast bis zum linken Ohr. Schnittrichtung läuft nach hinten. Eine scharfe Klinge, wahrscheinlich eine Rasierklinge. Es sind keine Zögerungsschnitte vorhanden! Der Täter führte die Klinge mit der linken Hand mit aller Wahrscheinlichkeit von hinten und er muss größer sein, als der Tote. Von der Tatwaffe fehlt jede Spur.‘ rief der alte Mann, sprang auf und lief zu Rutger hinüber.

‚Die Tür war von innen verschlossen?‘

‚Ja!‘

‚Und es scheint nicht eingebrochen worden zu sein?‘

‚Ähm, Werter Lindrad, das Fenster hier drüben ist nur angelehnt, hier sind ein paar Blutstropfen und draußen sind Fußabdrücke.‘ rief Blitgard, die sich vorsichtig aus dem Fenster beugte.

Lindrad kam zu ihr rüber und blickte durchs Fenster nach draußen, dann blickte er wieder in den Raum. ‚Mord! Und nicht, dass ich Rutger je verdächtigt hätte, aber seine Füße sind zu klein, um für die Schuhdrücke da draußen verantwortlich zu sein.‘ meinte Lindrad, lief wieder zu Rutger hinüber und blickte auf seine Arme. ‚Außerdem ist er zu klein, um seinem Vater von hinten über die Schulter zu fassen und es befinden sich keine Blutspritzer auf seinen Händen und Armen. Die Blutspuren sind auf den Sturz zurückzuführen, als er gestern Nacht über den Leichnam seines Vaters stolperte.‘

Lindrad klappte das Buch zu und griff Rutger an die Schulter. ‚Du kannst dich waschen und wir waschen den Körper deines Vaters.‘

‚Ja, nein. Danke. Ich würde ihn gerne selbst…!‘ seine Stimme brach und er musste schwer schlucken, bevor er fortfahren konnte. ‚Die Ehre will ich ihm erweisen. Habt Dank!‘

‚Mein Beileid!‘ flüsterte Blitgard und ging langsam zur Tür. Lindrad nickte Asbirg zu und lief geduckt zur Tür. Draußen konnte man ihn laut mit Blitgard reden hören. ‚Wir müssen noch den Schuhabdruck genauer in Augenschein nehmen.‘

~*~

An diesem Abend konnte man wieder den Klagegesang der Eponapriesterin hören, wie sich die trauernden Klänge langsam durch die Gassen Grimgards ergossen. Der Körper des Dankrad wurde den Flammen übergeben. Und so zog der Rauch gen Himmel. Es begann zu regnen, selbst die Götter schienen über den Tod des Fellhändlers zu weinen.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 4

tafelZur Mittagsstunde kamen die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr wieder zurück in die große Stadt und brachten reichlich Fisch.
An der Taverne wurde sogleich ein Schild angebracht:
Heute frischer Fisch gebraten
und am Steckerl!

Aber vom Fischer weiter keine Spur.

~*~

Eines Morgens in aller Frühe kam Helena zum Dienst. Sie hatte sich eine Decke über die Schultern gezogen, es war heute Nacht richtig kalt gewesen. Die kleinen Pfützen auf der Straße waren gefroren und dabei war es ja schon fast Sommer. Das Beltanefest war schon eine halbe Ewigkeit vorbei und sie hatten schon wieder Bodenfrost. Irgendwas ist doch  faul in der Hag Raurik, langsam glaubte auch sie, dass ihnen ein großes Unheil bevorstehen würde. Alle Mann sprachen vom Krieg. Gänsehaut lief ihr über den Rücken und man konnte ihren Atmen sehen, wie er in der Luft gefror. Sie rieb sich die Nase, weil sie konnte es kaum fassen, sie konnte Schnee riechen.

Sie betrat die Taverne und ihr Blick blieb auf dem Rahmen hängen, den Börte aufgehängt hatte. Sie hatte den Liebesbrief des irrsinnigen Fischer rahmen lassen und in der Taverne aufgehängt, darunter war ein ziemlich schlecht gemaltes Bild von ihm und mit einer krakeligen Kinderschrift stand drunter: ‚Wehr kehnt diisen Mahn? Wehr haht ihn gesähn?‘

Eigentlich sollte Einer ihr mal das Schreiben beibringen. Das ist ja wirklich peinlich!
Kurzerhand nahm sie einen Kohlestift und strich die Wörter durch und schrieb drunter: ‚Wer kennt diesen Mann? Wer hat ihn gesehen? Finderlohn bei Wiederbeschaffung des Fischers!‘

Dann verschönerte sie das Bild bis es ihm auch ähnlich sah. Als sie sich wieder abwenden wollte, blieb ihr Blick nochmal auf dem Brief hängen. Sie konnte ihn mittlerweile fast auswendig, weil Rinelda ständig daraus zitierte, um Börte das Lesen und Schreiben beizubringen. Was für eine faule Ausrede.

Sie lass die ersten Zeilen und plötzlich stieg die Schamesröte in ihr auf, obwohl man ihren Atmen hätte sehen können, wurde ihr ziemlich heiß.

Ob es nun das schlechte Gewissen war, oder die Leidenschaft, die in ihr aufstieg…

Sie schnappte sich eine Kreide und schrieb auf die große Tafel:

Ich kündige und suche den Fischer.

Drunter schrieb sie:

Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!

Helena

Dann verschwand sie, aber nachdem noch keiner wach war, sah niemand wie sie im Wald verschwand.

~*~

Etwas Später in Grimgard:
Börte war außer sich, als sie versuchte die Worte zu lesen, die auf der Tafel standen. Sie stürzte nach draußen und schrie. ‚Helena ist fort! Hilfe!‘
Die Leute auf der Straße blickten sie an, als wäre sie von Sinnen. Vor der Taverne brach sie allerdings zusammen und stürzte in den Matsch, der mittlerweile wieder aufgetaut war und fing schrecklich zu weinen an.
Asbirg kam gerade vom Eponaschrein und lief ihr entgegen, als Rinelda ebenfalls aus der Taverne lief. ‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde?‘
Alle Leute schüttelten den Kopf und gingen weiter. Da schickte sich eine kleine Schneeflocke an aus dem Himmel zu purzeln, dann eine Zweite und eine Dritte. Es dauerte nicht lange, dann war ganz Grimgard mit einer feinen Schneeschicht überzogen.
Der Grimgarder Bürgermopp der auf den Schneefall folgte, war diesmal in Decken gehüllt und hatte Mützen, Schal und Handschuhe an.
‚Der Winter wird kommen!‘
‚Der Frostbold ist mit der Spinnenfee im Bunde!‘
‚Und wer sucht nun die Helena!‘
‚Nicht noch so einen Winter!‘
‚Ich brauch eine neue Schankmaid, wenn Helena von den Wölfen gefressen wird!‘

Aber irgendwie war allen zu kalt und der Grimgarder Bürgermopp löste sich genauso schnell auf, wie er gekommen war. Etwas später konnte man die Grimgarder Bürgerwehr beobachten, wie sie wieder in den Wald liefen.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Ich suche einen Mann… Teil 61 – Der viel größer ist als ich…

Ich suche einen Mann… Teil 61 – Der viel größer ist als ich…

highIch suche einen Mann, der viel größer ist als ich, damit er mir im Saturn die AB 18 Horror und Actionfilme vom Regal runter holen kann, weil ich sonst in meiner Ausübung als Nerd empfindlich gestört werde, wenn ich nicht mehr in den Regalen stöbern kann. Und warum, weil ich so klein bin. Es ist echt kompliziert! Mein Leben ist kompliziert, deswegen brauch ich mehr Geld! Ich arbeite härter als die anderen! Weil alle viel größer sind als ich, alles ist viel schwerer für mich. Wenn ich verletzt werde, ist dieBine-03k Wunde viel größer. Weil ich kleiner bin! Wenn ich verreise, ist alles weiter weg! Mein Leben ist härter als du denkst. Ich brauch mehr Geld, damit ich notfalls neue High Heels kaufen kann, damit ich beim Saturn auch überall hinkomme….

Anmerkung: Dies ist der 61. Teil und eine dringende Anzeige von mir, Callabutterfly.

Zuschriften bitte via Facebook/Callabutterfly per PM

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

Die Affäre um den LiebesFischer zu Grimgard – Teil 3

tafelAm nächsten Morgen, fand man Asbirg vor ihrem Schrein schlafend vor, noch bevor die Grimgarder Bürgerwehr völlig abgekämpft wieder in Grimgard an kamen und berichteten, dass sie den Fischer, auch nach ausgiebigen suchen, nicht gefunden hätten.

Etwas später hätte man wieder ein Gespräch in der Taverne belauschen können, wenn man neugierig wäre.

‚Börte, kannst du mal aufhören zu heulen, man könnte ja glatt denken, dass du was mit dem Fischer hattest.‘ rief Rinelda und lachte laut.

‚So Einer kommt mir nicht ins Haus!‘ rief Asbirg im Halbschlaf. Sie lag mehr auf einer Bank, als dass sie saß und döste vor sich hin. Vor ihr lag Papier, Tinte und eine Feder.

Helena hatte zwar ihren freien Tag, hatte aber doch die Gesellschaft in der Taverne vorgezogen, weil sie dort von dem Gespött und den lästerlichen Blicken der Leute einigermaßen in Sicherheit war. Schlecht gelaunt war sie ohnehin, also saß sie in einer Ecke und schmollte.

‚Die ganze Affäre um den Liebes-Fischer ist fei ganz schön geschäftsschädigend!‘ meinte der Wirt.

‚Wie meinst jetzt des?‘ fragte Rinelda.

‚Börte heult seither Tag ein Tag aus. Da wird einem ja das Bier schal!‘ meckerte Nurmi.

‚Aber sie zahlen alle sofort, weil sie niemanden mehr anschreiben lässt!‘ bemerkte Rinelda.

‚Man kann ja nicht sagen, ob sie am nächsten Tag noch leben!‘ heulte Börte und schnäuzte lauthals in ihr Taschentuch.

‚Und die Helena pöbelt den ganzen Tag die Gäste an, selbst wenn sie ihren freien Tag hat!‘ motzte der Wirt weiter.

‚Ham ma net!‘ rief Helena ganz automatisch.

‚Da hörst es ja, ich bin ruiniert.‘ jammerte der Wirt.

Plötzlich hörte man das Kratzen einer Feder über schlechtes Papier. ‚Die Einzige, die hier ruiniert ist, bin ja wohl ich, zwangsverlobt, entehrt, verleumdet, gekündigt, arbeitslos und dann wurde auch noch mein Allerheiligstes geschändet.‘ meckerte Asbirg.

‚Ach, ist mein Angebot nicht gut genug? 400 Kupfer im Jahr sind eine hübsche Stange Geld und die Trinkgelder dürft ihr alle behalten! Ihr bekommt an jedem Arbeitstag ein Kupfer und an guten Tagen auch mal zwei, mehr kann ich mir beim besten Willen nicht leisten, wenn ihr weiter meine Gäste vergrault.‘ rief der Wirt aufgebracht und blickte Asbirg wütend an. ‚Und ich dulde deine Bäckerei zum Eigenbedarf und verlange noch nicht mal Untermiete!‘

‚Ist ja nicht so, als ob es nicht von nutzen wäre, dass wir unser Brot jetzt wieder selber backen!‘ meinte Asbirg unwirsch, stand auf und ging mit einem beschriebenen Zettel nach draußen.

‚Bei den Preisen heut zu Tage, werden wir irgendwann anfangen müssen unsere Körper zu verkaufen!‘ bemerkte Rinelda fast beiläufig und folgte Asbirg nach draußen.

Ab dem Zeitpunkt hing an der Tafel vor der Taverne etwas Neues zu lesen:

Der Eponaschrein zu Grimgard nimmt großzügig Spenden entgegen
zur Wiederherstellung der alten Pracht.
Geld und Sachspenden bitte in der Taverne abgeben.
Asbirg

Ergebene Eponas

~*~
Der Wirt vom Roten Keiler wischte den gebratenen Fisch von der Tafel und schon tat sich der Grimgarder Bürgermopp auf.
‚Wir wollen Fisch!‘
‚Gebraten soll er sein!‘
‚Am Steckerl!‘
‚Steckerlfisch! Steckerlfisch! Wir wolln Steckerlfisch!‘
‚Wir wollen unsere Fischer wieder haben!‘
‚Ich will auch so einen Liebesbrief!‘
Als der Grimgader Bürgermopp mit Haken und Forken vor der Ratshalle angelangt war, trat Dankrad vor die Tür. ‚Der Handelsrat hat sich entschieden die Grimgarder Bürgerwehr nochmals auszuschicken, um bei der Fischerhütte nach dem Rechten zu sehen! Oder will Einer hier unsere Bürgerwehr begleiten, wenn sie den Umweg über die Wolfsbuche gehen, um nach dem Rechten zu sehen. Oder sehe ich das Anders?‘

Der Bürgermopp löste sich blitzschnell auf, nur die drei Mannen der Grimgarder Bürgerwehr blieben vor der Halle stehen und taten so, als wären sie beim Bürgermopp nicht dabei gewesen. Andas, erste der ungleichen Zwillinge, tippte den großen Oda an und meinte: ‚Da fühlt sich Ainar immer angesprochen!‘ Alle drei lachten etwas dümmlich.
‚Ainar, Oda, Andas, habt ihr mich nicht gehört, auf zur Fischerhütte und holt auch gleich die Netze ein und bringt die Fische zu Nurmi. Und vorher lauft ihr nochmal zur Wolfsbuche und findet dieses Fischer!‘ rief Dankrad reichlich ungehalten und verschwand wieder in der Halle.

~*~

Diese Geschichte basiert auf dem Hintergrund der Rauriker (http://www.rauriker.de) und dem Dorfspiel im und um den freien Handelsposten Grimgard. Ähnlichkeiten von Personen im realen Leben sind völlig ausgeschlossen und somit reiner Unfug. Wir bitten um Verständnis.

Steht ne Frau an der Bushaltestelle

Steht ne Frau an der Bushaltestelle

busErst springt das blöde Auto nicht an, dann hat das Fahrrad einen Platten. Als sie sich zu Fuß aufmachte, fing es auch noch an zu regnen. Auf die Schnelle konnte sie ihren Regenschirm nicht finden und beim schnell schnell zur Bushaltestelle laufen ist ihr auch noch der Stöckel abgebrochen. Und das alles an ihrem ersten Arbeitstag.

Nun stand sie in einem runtergekommenen Bushäuschen, in dem noch nicht mal ein Fahrplan hing und es regnete in strömen. Das Bushäuschen war auch noch undicht und so stand sie da wie ein begossener Pudel. Zum Glück lag eine alte Zeitung auf der Bank, die sie sich nun notdürftig über den Kopf hielt und von einem Bein auf andere hüpfte, nicht weil sie nervös war. Sie versuchte nur den Tropfen auszuweichen, die durch das undichte Dach auf sie herab prasselten.

Ein älterer Mann ging in aller Seelenruhe ohne zu schauen über die Straße auf die Bushaltestelle zu. Er trug einen gestreiften Schlafanzug, Badeschlappen und einen offenen roten Bademantel. Und es schien ihn nicht weiter zu stören, dass es regnete. Seine nackten Füße quietschten bei jedem Schritt in den Badeschlappen und ihr stellte es bei dem Geräusch die Nackenhaare auf.

Der Mann blickte sie für einen Moment freundlich an und meinte: ‚Schönes Wetter heute!‘

Die Frau schüttelte verständnislos den Kopf und tat so, als ob sie die durchweichte Zeitung lesen würde.

Eine gefühlte halbe Stunde standen sie beide in dem Bushäuschen und es geschah nichts, außer das der Regen nun quer daher kam und sie sich weiter unter das löchrige Dach des Bushäuschens zurück zog. Der alte Mann stand im Regen und lächelte.

Nach einem Moment kam eine weißgekleidete Frau mit einem pinken Regenschirm über die Straße gelaufen und meinte: ‚Herr Schicklgruber! Ich grüße Sie, schön dass Sie schon da sind! Jetzt aber schnell, das Essen ist gleich fertig!‘

Erst als die Beiden schon fast um die nächste Straßenecke verschwunden waren, kam es ihr, dass es eine Krankenschwester gewesen sein musste.

Wenig später kam ein Lieferwagen mit der Aufschrift ‚Sanatorium Herschiba Kimmelmann‘ um die Ecke gebogen und der Wagen hielt an der Haltestelle. Der Fahrer kurbelte die Scheibe runter und meinte: ‚Hey Lady, hier kommt kein Bus! Das ist eine Fakehaltestelle!‘

‚Bitte was!?‘ schrie die Frau gegen den Regen an.

‚Hüpfen Sie schon rein, Sie werden ja ganz nass!‘

Sie humpelte los, lief um den Wagen herum und stieg ein. Im Wagen blickte sie ein breit grinsender Mann an, der offensichtlich schwarze Hautfarbe hatte.

‚Sie sind aber ganz schön mutig, einfach bei einem schwarzen Mann ins Auto zu steigen.‘ lachte er ihr herzlich entgegen. Er hatte so eine angenehme und witzige Art und versprühte so viel Lebensfreude, dass sie nie auf die Idee gekommen wäre, an etwas Schlimmes zu denken.

‚Ich weiß wo Sie arbeiten, steht auf dem Auto!‘

‚Und wenn ich den Wagen geklaut hätte!‘

‚Dann wäre das wohl wirklich nicht mein Tag heute!‘ meinte sie, zog ihren kaputten Schuh aus und betrachtete ihn scheel.

‚Scherz bei Seite, ich bin Hans Mutembe! Ich bin der Hausmeister von der Anstalt da hinten. Und die Haltestelle ist da nur, damit die Verrückten nicht so weit weglaufen.‘

‚Hab ich doch richtig verstanden. Fakehaltestelle!‘

‚Ja, die Leute wollen immer nach Hause, hauen ab und wenn sie dann an der Haltestelle stehen, vergessen sie was sie eigentlich wollten und dann holen wir sie wieder zurück und sie denken sie wären zuhause. Das ist sogar eine anerkannte Methode in der Demenzforschung.‘

‚Gut, dass ich das jetzt weiß, sonst würde ich morgen noch da stehen!‘

‚Wo wollen Sie denn hin. Ich muss zum Rechts der Isar, einen Abholen. Ist billiger, wenn ich das mache, als wenn die nen Krankentransport schicken müssen.‘

‚Sie können mich da irgendwo rausschmeißen, ist eh voll super, dass Sie mich mitnehmen.‘

‚Ne, kein Problem, ich kann Sie doch nicht im Regen stehen lassen.‘

‚Ich bin Ihnen auch echt ungemein dankbar, wenn Sie jetzt noch einen Kleber hätten, dann sind Sie mein Held.‘

‚Im Handschuhfach ist eine Rolle Tape!‘

Sie machte das Handschuhfach auf und darin war nicht nur eine Rolle Tape, sondern auch eine Flasche WD 40! Sie zog die Flasche aus dem Handschuhfach, roch daran und dann machte sie das, was Frauen im Allgemeinen tun, wenn sie ein neues Parfüm testen. Und ganz beiläufig purzelten ein paar Worte aus dem Mund: ‚Wollen Sie mich heiraten?‘

Er blickte sie kurz an, grinste und meinte dann ziemlich trocken. ‚Ich kann Sie gar nicht heiraten!‘

‚Wieso? Sie sind schon verheiratet!‘ fragte sie verdutzt, legte das WD 40 weg und griff sich die Rolle Tape.

‚Nein, ich weiß doch gar nicht wie Sie heißen!‘

‚Oh, ich heiße Regen…!‘ meinte sie und zog ein Stück Tape von der Rolle ab, was ihren Satz mit dem typischen Geräusch unterbrach und sie fortfuhr. ‚Mali Regen!‘

‚Sie wissen, dass Mali auf Bambara Nilpferd bedeutet!‘

‚Ja, das weiß ich schon und Reichtum auf Suaheli, meine Eltern haben sich bei Ärzte ohne Grenzen kennengelernt, deshalb der Name!‘

‚Oh, was für ein Zufall, meine auch!‘

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