Trick and Treat – Kommt ne Frau in eine Bar…

Trick and Treat – Kommt ne Frau in eine Bar…

IMG_0005Kommt ne Frau in eine Bar, sie führt einen zerbeulten Blecheimer mit sich. Lächelnd setzt sie sich an die Theke und bestellt sich eine Bloody Mary, während sie den Eimer auf den Tresen stellt.

‚Ja, haha! Des passt ja super zu Heute!‘ rief ein betrunkener Gast, der einen Trauerfrack trug und grinste sie leicht debil an.

Die Frau ignorierte ihn weitestgehend und wartete auf ihre Bloody Mary.

‚Wozu ham se denn den Eima mitgebracht!‘ rief der Betrunkene so laut, dass man ihn kaum überhören konnte.

‚Für Betrunkene im Trauerfrack, die stören!‘ meinte sie ruhig.

‚Ja, ist ja schon gut. Dann trink ich halt alleine! Wer nicht will der hat schon! Ich bin jung und schau gut aus, ich bin auf niemanden angewiesen.‘ meinte der Betrunkene und würfelte mit sich selbst, um den nächsten Drink.

Sie sang in ihren Drink: ‚Dinge, die ich nie wissen wollte!‘

Der Barkeeper verschwand grinsend durch die Tür ins Hinterzimmer und kam erst nach einem viel zu langem Moment wieder in der Türöffnung zum Vorschein, reichlich dreckig grinsend.

Der Betrunkene gab nicht auf. ‚Jetzt sag halt, was in dem Eimer ist!‘

Der Barkeeper nickte kurz und trat einen Schritt durch die Tür in den Barraum zurück, er hielt einen Wischmopp in der Hand und grinste noch dreckiger. Der Praktikant lief an ihm vorbei und zog eine enorme Kamera aus seiner Hosentasche. Wie er die Digitale Spiegelreflexkamera mit Objektiv und externen Blitz je in seiner Hose verstecken konnte, werden wir wohl nicht erfahren. Auch er nickte grinsend.

Die Frau stand auf, nahm den Eimer, holte aus und schüttete den Inhalt dem Betrunkenen mit voller Wucht in die Fresse. Rote, zähe Flüssigkeit ergoss sich über den Gast, den Stuhl, die Theke, den Barkeeper und den Boden. Die Frau grinste nun auch dreckig, als sie rote Spritzer an ihren Fingern entdeckte. Genüsslich leckte sie einen Finger nach dem Anderen ab.

Der Praktikant knipste ein Foto nach dem Anderen und der Barkeeper setzte sich so langsam es ihm möglich war, mit dem Wischmopp in der Hand, in Bewegung. Von seinem Gesicht tropfte das Kunstblut und er lächelte.

‚Trick and Treat, gleich zwei Sachen auf einmal!‘ meinte die Frau, nahm den Eimer runter und setzte sich wieder, um sich wieder ihrer Bloody Mary zu widmen.

Der Barkeeper wischte fast schon lieblos den Boden und verteilte die rote Farbe noch mehr über den Fliesenboden…

‚Hey Lady, träumen Sie?‘ fragte der Praktikant und lächelte die Frau nervös an. ‚Ihr Bier wird warm.‘

Die Frau blickte verwirrt auf die Flasche in ihrer Hand und zwinkerte mehrmals. Sie hatte irgendwie gewusst, dass sie geträumt hatte. Eigentlich seit der Bloody Mary und spätestens nachdem der Praktikant die enorme Kamera aus seiner Hose gezogen hatte. Aber es wäre wirklich reine Verschwendung gewesen, aufzuwachen, bevor der ganze Eimer mit dem Kunstblut nicht seiner Bestimmung zugeführt worden wäre.

‚Ist heute nicht Ihr persönlicher Feiertag?‘ fragte der Praktikant.

‚Ja, ne! Mit Kunstblut kann ich das ganze Jahr rumbritscheln. Ich will heute nur mein obligatorisches Feierabendbier trinken.‘ meinte sie und machte sich Notizen.

‚Darf ich irgendwann lesen, was Sie da schreiben?‘

‚Du! Wenn du mir mal deinen Namen verraten würdest, müsste ich nicht immer über ‚Den Praktikanten‘ schreiben…!‘ flüsterte sie und schrieb weiter in ihr Notizbuch.

‚Sie schreiben über mich?‘ fragte Praktikant und wurde schlagartig rot im Gesicht.

‚Du! Und ja…und ja!‘ grinste sie ihn an und nippte an ihrem Bier.

Fortsetzung folgt…Prost!

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Schnee im Oktober – Teil 2

Schnee im Oktober – Teil 2

nebelTrotz ihrer paranoiden Gedanken griff sie nach der Hand. Ein kräftiger Händedruck vermittelte ihr die körperliche Gewalt, die hinter dieser Hand stehen könnte. Erst als die Hand sie hochzog, blickte sie in sein bärtiges aber freundliches Gesicht. Und die strahlend blauen Augen, die sie nun an zwinkerten, hätten wohl jeden Eisberg zum Schmelzen bringen können. Und das obwohl es schneite, mitten im Oktober!

Sie stammelte wieder: ‚Mathilda!‘

‚Ja, Mathilda sei dank, dass es mich hier her verschlagen hat!‘ rief der Mann, öffnete die hintere Tür des Wagens und bugsierte sie auf die Rückbank. Sie lies es verwirrt zu, weil sie immer noch in seine Augen starrte. Er wand sich einen Moment ab, um nach dem Wagen zu sehen. Diese halbe Minute brauchte sie auch, um ihre Gedanken zu ordnen und dann begriff sie erst, was er für einen Blödsinn redete. Es schien so, als wäre er noch verwirrter als sie. Und so beäugte sie ihn auch eindringlich, als er sich wieder zu ihr umdrehte. Sie fragte sich, wer hier den Unfall gehabt hatte. Er oder sie?

Er lächelte sie freundlich an und da begriff sie erst wie jung er sein musste. Unter dem Bart hatte sich ein junger Mann versteckt, der nun seinen Hut zog und sich vorstellte: ‚Fremdfreireisender Zimmermann und Spengler Hans Kupfer!‘

Schon hatte er seinen Hut wieder auf dem Kopf, kniete sich in den Türrahmen und strich ihr die Haare aus dem Gesicht. Seine Kluft war ihr doch gleich bekannt vorgekommen. Sie hatte nur nicht gedacht, dass das heutzutage noch einer machen würde.

Sie stammelte nur wieder: ‚Mathilda!‘ und versuchte ihm die Hand hinzuhalten.

‚Ja, Mathilda hat se aber ganz schön erwischt.‘

Sie schüttelte den Kopf und sprach langsam und deutlich: ‚Mein Name ist Mathilda!‘

‚Dein Weg wird immer vorbestimmt sein, Mathilda!‘ raunte er und zog wieder seinen Hut. Und schon hatte er ihn wieder auf den Kopf, kramte in seiner Jacke und zog ein kleines Erste-Hilfe-Set hervor. Sie blickte ihn mit großen Augen an und fuhr sich dabei mit zittrigen Fingern übers Gesicht.

‚Ganz ruhig, sind nur ein paar Kratzer! Da hat das Auto mehr abbekommen.‘ meinte er ruhig, zog eine Wundkompresse aus dem Erste-Hilfe-Set und tupfte dabei über ihr Gesicht.

‚Ich muss den ADAC anrufen!‘ meinte sie und blickte verlegen zur Seite, während er weiter ihr Gesicht versorgte.

Er schob ihr Gesicht nach oben und untersuchte ihren Hals und raunte wieder. ‚Der wird auch erst mal auf den Schneepflug warten müssen.‘

‚Ich kann auch eh mein Handy nicht finden. Sie haben nicht zufällig ein Handy dabei?‘ plapperte sie nervös.

‚Wir haben kein Handy dabei auf unserer Wanderschaft.‘ meinte er und packte das Erste-Hilfe-Set wieder in seine Jacke.

Betretenes Schweigen wurde von einen gewaltigen Krachen unterbrochen. Hans blickte nach schnmeepflugoben, hielt seinen Hut fest und machten einen geschmeidigen Satz der Länge nach auf die Rücksitzbank. Ein riesiger Ast kam mit einer gewaltigen Ladung Schnee vom Baum herab gesaust. Bei seinem Sprung ins Auto hatte er sie mit der freien Hand beiseite gerissen und lag nun halb auf ihr. Diesmal hatte sie geschrien, doch ihr Schrei wurde von seiner muskulösen Brust fast erstickt. Der Ast war direkt an der Stelle heruntergekommen, wo er gerade noch gestanden hatte und versperrte nun die Türöffnung. Sie schnappte erschrocken nach Luft und sog dabei seinen animalischen Geruch ein. Ihre Sinne schwanden wieder und gleichzeitig stieg die Hitze in ihr auf. Sie roch Sägespäne und Moschus. Sein männlicher Duft und die körperliche Nähe zu ihm lies ihr die Schamesröte ins Gesicht steigen. Ein leises Stöhnen stolperte aus ihrem Mund und flatterte wie ein Schmetterling an sein Ohr. Der Schmetterling war nicht leise genug, als dass er ihn nicht bemerkt hätte…

Schnee im Oktober – Teil 1

Schnee im Oktober – Teil 1

4408698Der Sturm trieb schwarze, schwere Wolken über den Nachthimmel. Eine junge Frau fuhr ihren Wagen langsam über die vom Regen nasse Straße. Die Bäume, die vereinzelnd am Straßenrand standen, überließen ihr Blätterkleid dem Wind. Der Regen prasselte unentwegt gegen die Scheiben des Wagens und obwohl der Scheibenwischer alles gab, was er konnte, war die Sicht mehr als schlecht.

Plötzlich stürzte ein riesiger Ast auf die Straße. Die junge Frau machte reflexartig eine Vollbremsung und kam ins Schleudern. Alles Gegenlenken half nichts. Der Wagen schoss über die Böschung, fuhr krachend durch einen Busch.

Die Fahrt wurde dadurch keineswegs verlangsamt. Das Gefährt rutschte über den schlammigen Untergrund direkt auf einen weiteren Baum zu. Der Versuch zu bremsen glitt ins Leere. Hastig versuchte sie runter zu schalten, der Motor heulte auf und sie zog mit beiden Händen die Handbremse. Der Wagen kam wieder ins Schleudern und rutschte nun seitlich auf den Baum zu. Ein niedrig stehender Ast stieß durch das Seitenfenster. Scherben flogen durchs Wageninnere. Sie konnte gerade noch ausweichen, bevor der Ast sie ernsthaft verletzen konnte. Völlig geschockt erstarrte sie und bemerkte gar nicht, dass der Wagen tatsächlich stehen geblieben war. Erst ein gewaltiger Blitz, der quer über den Himmel zuckte riss sie aus ihrer Starre, um im selben Moment wieder gedankenverloren aus dem Fenster zu starren, bis der Donner sie wieder aufschrecken lies. Sie muss wohl eine ganze Weile reglos im Wagen gesessen haben. Völlig verwirrt ihrem eigenen Herzschlag lauschend. Sie musste ihr Handy suchen. Es war in ihrer Handtasche. Doch sie starrte nur aus dem Fenster. Schneite es etwa? Im Oktober?

Der Regen war in Schnee übergegangen. Und durch das zerbrochene Fenster drang schlagartig die Kälte zu ihr herein. Es schneite genauso heftig, wie es vorher geregnet hatte. Und durch den plötzlichen Kälteeinbruch blieb der Schnee auf dem nassen Untergrund sofort liegen.

Beim Versuch nach ihrer Handtasche zu greifen, hätte sie sich beinahe selbst mit dem Ast aufgespießt. Hastig öffnete sie die Tür und wollte aus dem Wagen springen, doch der Gurt hielt ihr plötzliches Manöver mit einem Ruck auf. Resigniert setzte sie sich wieder gerade auf den Sitz, öffnete mit zitternden Fingern den Gurt und stieg dann langsam aus.

Endlich wieder festen Boden unter den Füßen und sie bemerkte erst jetzt wie zittrig sie auf den Beinen war. Sie musste sich am Türrahmen festhalten, blickte nach drinnen und machte einen weiteren Vorstoß nach ihrer Handtasche. Als sie sie endlich in Händen hielt, war sie leer. Der gesamte Inhalt war im Fußraum der Beifahrerseite verstreut. Sie kroch am Ast vorbei halb unter den Sitz und angelte alles Mögliche zu Tage, nur nicht ihr Handy. Verdammt. Sie musste Hilfe holen.

Als sie mit dem Hintern voran wieder aus dem Wagen kroch, stieß sie gegen Etwas oder Jemanden. Auf jeden Fall war es nicht ihre Fahrertür. Vor Schreck bleib ihr ein Schrei im Halse stecken und sie rutschte mehr als dass sie fiel aus dem Wagen in den Matsch.

Ihre Sinne waren wohl eine Weile auf Wanderschaft gegangen, weil sie erst wieder zu sich kam, als sie jemand auf die Wange tätschelte.

‚Verzeihung die Dame, ich wollt eana bestimmt net erschrecken!‘ Die tiefe, aber freundliche Stimme, die an ihr Ohr drang, gehörte wohl zu den warmen Händen, die sie gerade wieder zur Besinnung gebracht hatten. Unsicher öffnete sie die Augen und blickte von unten auf eine riesige Hand, die ihr hingehalten würde.

‚Ich heiße nicht Erna!‘ stammelte sie verwirrt. Erst jetzt wurde ihr klar, dass sie im Matsch saß und dass sich um sie herum der Schnee bereits aufhäufte. Der Schnee kam quer daher und es schien grad so, als hätte sie ihr Auto in einer riesigen Schneewehe geparkt. Sie fror wie ein junger Hund und vor ihr stand ein Mann in schwarzen Klamotten. Einen schwarzen Hut hatte er sich in sein Gesicht gezogen und auf der Krempe hatte sich schon eine beachtliche Schneeschicht gebildet. Genau so fangen Horrorfilme an…

Sitzt ne Frau allein an der Bar – Klappe die Zweite

Sitzt ne Frau allein an der Bar – Klappe die Zweite

6797798903_a598259c11Sie trank wieder ihr obligatorisches Feierabendbier, wie jede Woche. Der Barkeeper sprang immer noch oder schon wieder mit einer Fliegenklatsche hinter der Theke herum.

‚Was sagt der Kammerjäger?‘ fragte sie über ihr Bier hinweg.

‚Einen Scheiß und ne saftige Rechnung!‘ rief der Barkeeper verärgert.

‚Kann ich doch so ein Grünzeug haben!‘ fragte sie und hielt ihm ihr Bier hin.

Er griff nach einem Limettenschnitz und schob ihn genüsslich in den Hals des Bieres in ihrer Hand. Kurzes betretenes Schweigen, dass sie abrupt unterbrach, als sie wieder ihr Antibrumm aus der Handtasche zog und sich selbst von oben bis unten damit ein sprühte, dann die Stühle neben sich, die Theke und den Barkeeper, der sie immer noch merkwürdig lächelnd anblickte.

‚Wo bleibt der Kleine heute?‘ versuchte sie so beiläufig wie möglich zu fragen.

Er zuckte nur mit den Achseln.

‚Ich hab ihn doch nicht unnötig verschreckt, oder?‘

‚Wahrscheinlich ist er seit dem am Wichsen!‘ grinste der Barkeeper, so dreckig es ihm möglich war.

Plötzlich stolperten 4 konservative Arbeitszombies in die Kneipe und schlichen durch den ganzen Gastraum bis in den Nebenraum. Dann waren sie nicht mehr zu sehen.

Die Frau und der Barkeeper blickten sich kopfschüttelnd an.

‚Was wollen die Anzugheinzen hier?‘ fragte der Barkeeper verwundert.

Nicht, dass ihr am Ende eine Juppiekneipe geworden seid?‘ erwiderte die Frau und nippte an ihrem Feierabendbier.

‚Nicht, dass ich am Ende noch kündigen muss.‘

Ihr Gespräch wurde von merkwürdigen Geräuschen von der Tür unterbrochen. Die Tür knallte ins Schloss und der Praktikant kam in den Gastraum gestolpert. Er schnappte sich einen Barhocker, zertrat ihn, schnappte sich zwei abgebrochene Stuhlbeine und rannte wieder zur Tür. Wenig später kam er wieder und ließ sich keuchend auf einen Barhocker fallen, der neben ihr stand. Völlig apathisch klammerte er immer noch eines der abgebrochenen Stuhlbeine an sich. Er war ziemlich blass um die Nase, er schwitzte und zitterte zu gleich.

‚Den Barhocker zieh ich dir vom Lohn ab!‘ meinte der Barkeeper und stellte ihm ein Bier hin. Der Bub schnappte sich das Bier und trank, als würde sein Leben davon abhängen.

‚Brauchst es nur zu sagen, wenn ich dich letzte Woche überfordert habe!‘ rief die Frau leicht eingeschnappt.

Er blickte sie völlig fassungslos und immer noch schwer atmend an.

‚Hey Alter, wie schaust du denn aus der Wäsche?‘ fragte der Barkeeper besorgt. Er machte sich doch tatsächlich Sorgen um seinen Schützling.

‚Ich hab tote Menschen gesehen!?!?!‘ flüsterte der Praktikant keuchend.

‚Mann, deine Mutter. Ich bin hier der Bestatter, wenn hier jemand tote Menschen gesehen hat…!‘ rief der Barkeeper aufgebracht.

Der junge Praktikant beugte sich über die Theke und flüsterte dem Barkeeper geheimnisvoll zu: ‚Zombies Mann, da draußen sind Zombies, Mann!‘

‚Ist schon klar, sag doch einfach, dass ich eine alte Kuh bin und dass du Angst davor hast, allein mit mir und einem Eimer Kunstblut in einem Raum zu sein!?!‘ rief die Frau. Sie schien mittlerweile fast schon ein Bisschen wütend zu sein.

Der Praktikant schien überhaupt nicht gehört zu haben, was sie ihm grad an den Kopf geworfen hatte. Er beugte sich zu ihr rüber und versuchte zuckersüß zu lächeln, was ihm nur bedingt gelang. ‚Würden Sie eventuell mit mir vögeln, bevor wir hier alle drauf gehen?‘

Der Barkeeper gab dem Praktikanten einen Klaps mit der Fliegenklatsche auf den Hinterkopf und rief wieder: ‚Ey, sag mal, wie redest du denn mit unserem einzigen Stammgast, heute?‘

‚Ja, der Pornostammtisch war auch schon mal besser besucht!‘ meinte sie fast beiläufig. ‚Und auf die 4 Arbeitszombies da hinten können wir auch verzichten.‘

Wie von der Tarantel gestochen, sprang der Praktikant auf, hob das abgebrochene Stuhlbein hoch über den Kopf und lief dann schreiend ins Nebenzimmer. Wenig später konnte man ein Geräusch langsam auf den Boden britscheln hören.

‚Der fängt ja wohl nicht ohne mich an?‘ rief sie, zog blaue Gummihandschuhe aus der Handtasche, um sie fast schon genüsslich überzuziehen. Dann schnappte sie sich ein Teil des zertretenen Barhockers und lief ihm nach. Als sie den Nebenraum betrat, stand der junge Bursche blutverschmiert auf dem Billardtisch und um ihn herum lagen ein paar zermatschte Arbeitszombies.

‚Schätzelein, sollen wirs gleich auf dem Billardtisch machen?‘ rief sie und lies das Stuhlbein sinken.

‚Ich kündige!‘ meckerte der Barkeeper.

‚Sag mal, wenn die Zombieapokalypse in eurem Schuppen ausbricht, bleibt sie dann auch hier?‘

‚Wir sind nicht in Las Vegas, Lady!‘

Sitzt ne Frau allein an der Bar…

Sitzt ne Frau allein an der Bar…

6797798903_a598259c11Sitzt ne Frau allein an der Bar und trinkt ihr obligatorisches Feierabendbier.

Der Barkeeper hatte eine Fliegenklatsche in der Hand und schien gerade auf der Jagd zu sein.

Die Tür ging auf und der junge Bursche kam rein, der immer hinter der Bar saß und so was wie ein Praktikant zu sein scheint.

Er sieht heute aus, wie ein Schluck Wasser in der Kurven! Die Annahme warum er ein Praktikant sein könnte, war mehr so ein Gefühl. Er durfte immer hinter der Bar sitzen, obwohl er offensichtlich nichts arbeitete, bekam aber vom Barkeeper erklärt, was er tun sollte, wenn er arbeiten täte.

Irgendwie ist er ja nett anzuschauen und ist immer so herrlich pikiert, wenn jemand einen versauten Witz macht. Meine Güte, ist der niedlich, wenn ihm was peinlich ist.

Mal ganz davon abgesehen, dass der junge Praktikant ernsthaft was fürs Auge war, schwirrten wirklich ziemlich viele kleine Fliegen herum. Aua! Es sind Mücken! Im Oktober?

‚Ja sorry! Der Kammerjäger kommt morgen!‘ meinte der Barkeeper, der gerade hinter der Theke aufgetaucht war und die Fliegenklatsche bedrohlich umher schwang.

Die Frau dachte sich ihren Teil. Aber jetzt wusste sie auch warum man eigentlich immer einen Limettenschnitz in das Desperados steckt. Damit die abartigen kleinen Drecksbastarde nicht ins Bier fliegen. Boa, da wird man ja echt aggro, bei dem Flugverkehr in der Bar.

Die Frau fing an, wie eine Wahnsinnige in ihrer Handtasche zu kramen und zog nach einer gefühlten Stunde und 1000 Mückenstichen später ein kleines rotes Pumpfläschchen hervor. Sie sprühte erst sich selbst und dann den Sitz neben ihr ein, dann die Theke und am Ende den Iro des Barkeepers, als er wieder in ihrer Nähe stand.

‚Sagen Sie mal junger Mann, würden Sie mir gerne mal Modell stehen?‘ meinte die Frau eher beiläufig.

Der junge Mann blickte interessiert auf. Er hatte versuchte ein Geldstück über die Arbeitsfläche zu schnipsen. Hach, ist der niedlich, wenn er sich dumm anstellt.

‚Öhm!?‘ meinte der junge Praktikant.

‚Ich würde Sie gerne mit einem Eimer Kunstblut beschütten und Sie dann nackt über eine Leinwand wälzen, wenn das Okay für Sie wäre?‘ meinte die Frau cool und verzog keine Miene. ‚Nur wenn es Ihnen nichts ausmacht. Es ist jetzt keine blöde Anmache, das ist Kunst mit Kunstblut.‘ Sie machte eine ziemlich lange Pause: ‚Und es ist nichts Sexuelles!‘

‚Wenn du den Kleinen mit Kunstblut einsaust, um ihn dann nackt über eine Leinwand zu wälzen, dann kannste auch die Bilder hier bei uns ausstellen.‘ lachte der Barkeeper und verschwand grinsend im Hinterzimmer.

Der junge Praktikant sagte tatsächlich ja zu dem doch eher etwas gewagten Vorhaben, verschwand dann aber doch im Hinterzimmer und traute sich den ganzen Abend nicht mehr in die Nähe der Theke zu kommen.

Ob es nun an den Mücken oder an dem Angebot lag, dass er in seinem jugendlichen Leichtsinn nicht ablehnen konnte…

Fortsetzung folgt… vielleicht?

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 30 – Nachteule

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 30 – Nachteule

kanoneIst ja nicht so, als wäre ich den ganzen Tag unausstehlich. Nur morgens und wenn ich am Schreiben bin. Aber Abends wird die Bine langsam wach und umtriebig. Das geht dann schon mal bis zu einer ausgewachsenen Schlafstörung. Aber wer morgens nicht aus dem Bett kommt, braucht sich auch Nachts nicht wundern, wenn er nicht einschlafen kann. Nachts entstehen meine besten Geschichten. Und das ist gut so. Wenn ich Nachts allein an einer Bar sitze und die Leute beobachte, fängt die flinke Schreibefeder in meinem Kopf wieder an zu arbeiten.blue

Vor allem der Vollmond hat es mir angetan. Mittlerweile kann man echt meine Uhr nach den Mondphasen stellen.

Nachts hab ich wirklich die besten Ideen, Alkohol spielt da bei mir meistens keine Rolle, auch wenn auf Absinth meine Geschichten immer noch grotesker werden. Und ehrlich, die ’nach 2 Uhr Morgens Regel‘ ist bei mir nicht anwendbar. Es ist bei mir schon ziemlich oft nach 2 Uhr morgens was Gutes passiert. Liegt aber auch daran, dass ich nie so wirklich betrunken bin, oder wenn dann um 2 Uhr Morgens schon wieder nüchtern bin…

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 29 – Morgenmuffel

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 29 – Morgenmuffel

168067_1354586871366_3895116_nIch bin halt so ein harter Morgenmuffel. Ich kann es vor allem nicht haben, wenn in der Früh unnötiger Lärm gemacht wird und/oder unnötiger Stress produziert wird. Kommt mir morgen einfach mal nicht in die Quere und geht mir vor allem nicht auf den Sack.

Es gibt ja durchaus Möglichkeiten mich früh morgens milde zu stimmen. Schwarzer Tee in Trinktemperatur ans Bett stellen und die Klappe halten. Es ist im Bereich des Möglichen, mich ohne es zu wollen, morgens auf dem falschen Fuß zu erwischen, einfach nur durch pure Anwesenheit. Aber das legt sich meist wieder, wenn ich dann meinen schwarzen Tee getrunken habe, dann ist alles wieder gut. Meistens…

Was ich ja total hasse ist, wenn ich an meinen freien Tagen früher aufstehen muss, als ich es täte, wenn ich arbeiten gehen muss.

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 28 Nackt…ähm…Nachtbacken

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 28 Nackt…ähm…Nachtbacken

IMG_2913kuchenWo wir gerade bei Textilfrei waren, was ich wirklich sehr gerne mache ist, mitten in der Nacht (nackt)backen. Keine Ahnung, ich hab Nachts immer die besten Ideen. Und vor allen wenn ich dabei nackt bin. Und beim Kuchen backen kann ich mich echt ziemlich gut entspannen und ich freu mich wie ein Schnitzel, wenn der Kuchen im Backofen locker hochgeht.

Frau sollte nur nicht den Fehler machen, den Kuchen mit flüssiger, warmer Schokolade überziehen zu wollen, wenn Frau vor allem obenrum nackt ist. Da können ganz schlimme Unfälle passieren. Lecker, aber auch doof, wenn keiner beim Ablecken hilft. Ich kann mich stundenlang mit Backen beschäftigen, rede auch ganz gerne übers Kochen/Backen. Komisch ist nur, wenn Männer dann immer abdriften, wenn ich vom ‚Sahne steif schlagen‘ rede…Ich muss mal wieder eine Schwarzwälder Kirschtorte machen!

Zum Leidwesen meiner Nachbarn, wasche ich auch Nachts immer (nackt) meine Wäsche. Weil ich halt auch immer keiner Zeit habe, meine Wäsche unter tags zu Waschen, bin ja auch nie zuhause. Nur so am Rande, ich habe meine Waschmaschine in der Wohnung stehen, nicht im Keller…

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 27 – Textilfrei

Das ist nicht die Bine, die du suchst… Teil 27 – Textilfrei

IMG_0197Seit dem ich meine Wohnung für textilfrei erklärt habe, bleibe ich von Besuchen weitestgehend verschont. Es traut sich doch selten einer in die Höhle des Löwen.

Freiwillig lasse ich nicht viele Personen in meine Wohnung, ist ja auch der Hort meiner Inspiration. Hier lebt das Chaos und genauso sieht es hier auch manchmal aus. Ist auch ganz gut so, weil wer weiß denn schon was hier so passiert. Die Nummer mit dem Textilfrei ist reiner Selbstschutz, weil wenn die Leute tatsächlich denken, ich würde in meiner Wohnung alles nackt machen, kommen sie nicht auf die Idee, mich überraschend zu besuchen, außer sie haben was vor, wo Mann eh keine Klamotten dazu braucht. Und wer sagt euch dann, dass ich gerade etwas anhabe.

Seit dem ich alleine wohne, kann ich endlich tun und lassen was ich will. Nackt sein ist tatsächlich ein Privileg, dass ich mir hart erkämpft habe. Auch wenn die WG-Zeit irgendwie ziemlich cool war, habe ich mich doch ziemlich eingeengt gefühlt. Man glaubt gar nicht, wie befreiend es sein kann, einfach mal nichts anhaben zu müssen. Seit dem ich allein wohne habe ich auch nicht mehr drang mich zwanghaft verkleiden zu müssen, auch wenn es mir immer noch ziemlich viel Spaß macht.

Wenn ich unterwegs bin, ist mein Zelt übrigens auch textilfrei. Aber irgendwie wurde mein Vorhaben immer allein in meinem Zelt zu pennen, in diesem Jahr ziemlich angezogen untergraben. Hm.

Das ist nicht die Bine, die du suchst…Teil 26 – Schreibflash

Das ist nicht die Bine, die du suchst…Teil 26 – Schreibflash

IMG_0325Schreibende soll man nicht aufhalten. Ich reagiere zu weilen ziemlich garstig, wenn man mich beim Schreiben mit Belanglosigkeiten unterbricht.

Manchmal setzte ich mich alleine in eine volle Kneipe und schreibe fast ein ganzes Notizbuch voll. Dabei kann mich keiner stören, obwohl um mich herum das pralle Leben tobt. Und ich mache dass nicht, um Leute kennenzulernen, nein ich kann mich besser konzentrieren, wenn ich in einer Menschenmenge untertauche. Aber wehe ich werde angenervt, wenn ich allein zu Hause am Schreiben bin. Dann kann es schon mal sein, dass ich nicht ans Telefon gehe und Facebook ausmache. So ist dass, wenn ich schreibe, mehr gibt es dazu nicht zu sagen…

Und seit dem ich meine Wohnung für textilfrei erklärt habe…

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