Vor der Tür

Vor der Tür

paranoia1Spät abends, kam eine Frau erschöpft nach Hause. Sie war ganz in Gedanken versunken und grübelte, als sie von ihrem Wagen über den Hof ging. Sie trug sieben Sachen: ihre offene Handtasche, eine McDonalds Tüte, eine Papiertüre vom DM, einen Thermobecher, einen Getränkebecher vom McDonalds, eine Flasche Wasser und ein Paket Klopapier. Lieber sich einen Bruch heben und in Kauf nehmen, dass was runter fliegt, als zweimal gehen zu müssen. Sie grübelte immer noch, als sie ums Haus lief.

Das Licht ging an, sich konnte gerade noch einen Schatten erkennen, der sich plötzlich auf sie zu bewegte. Sie erschrak, schrie, riss die Arme hoch und lies gleichzeitig die Getränkebehälter fallen. Das Klopapierpaket glitt zu Boden und die Flasche Wasser kullerte über den Boden. Der Inhalt ihrer Handtasche explodierte schier heraus und verteilte sich im Umkreis von zwei Metern um sie herum. Der Inhalt der Getränkebecher explodierte ebenfalls, als sie am Boden auftrafen und duschten sie mit Sprite und Kräutertee.

Jemand trat ins Licht. Dieser Jemand hatte einen kleinen Blumenstrauß in der Hand, der schon ein wenig welk aussah. Er stammelte: ‚Sorry, ich wollt dich nicht…!‘

Sie stand immer noch stocksteif da, schnappte hilflos nach Luft und starrte fassungslos auf den jungen Mann, der nervös vor ihr stand und von einem Bein aufs andere trat und nicht recht wusste, wie er die Situation retten sollte.

Die Papiertüre vom DM gab nach und der Inhalt rauschte auf den Boden. Sie fing an zu zittern und ging langsam in die Knie. Bei dem Versuch sich ans Herz zu fassen, lies sie auch noch die McDonaldstüre fallen und zwei Cheeseburger purzelten heraus.

Er stand noch eine Weile wie erstarrt vor ihr. Sie rang nach Luft.

Endlich begriff er, dass sie wirklich Atemnot zu haben schien. Er stürzte zu ihr auf den Boden.

‚Hey, Hey, ganz ruhig. Ich bins doch nur.‘ rief er erschrocken.

Sie schnappte weiter nach Luft.

‚Ich wollte dir eine Freude machen.‘

Sie zog schwerfällig die Luft durch die Zähne ein und meinte nur: ‚Sag mal, bestalkst du mich? Kannst du nicht vorher anrufen?‘

‚Mein Handy ist kaputt, ich dachte ich könnte dich überraschen?‘

‚Schau dir den Mist doch an, das ist dir ja auch wirklich gelungen!‘

‚Sorry!‘ meinte er kleinlaut und hielt ihr die Blumen und einen der Cheeseburger hin.

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