Rätien – Winter 230 – Im Quell der Götter

Rätien – Winter 230

Im Quell der Götter

800PX-~1Wütend schlug Valeria dem Optio ins Gesicht und schrie ihn an: ‚So lange du Schmerzen hast, lebst du noch und jetzt hilft mir deine Rüstung auszuziehen!‘

Er schüttelte erschrocken den Kopf und blickte sie entsetzt an. Sie rückte näher an den Optio heran und zog an der Rüstung, es gab ein widerlich saugendes Geräusch, als sie die Brustplatte von der Wunde gezogen hatte. Mit seiner Hilfe schaffte sie es schließlich ihn von seiner Rüstung zu befreien. Er musste sich auf die Zunge beißen, um nicht vor Schmerz zu schreien.

Noch bevor die Rüstung auf den Steinboden krachte, griff sie schon unter seine Tunika und presste ihre Hand auf die Wunde. Mit der anderen Hand schöpfte sie das warme Wasser der Quelle auf seine Verletzung. Sein ganzer Körper bebte unter ihren Berührungen.

Fast besinnungslos rutschte er an ihr vorbei über den Rand ins Wasserbecken. Sie konnte ihn gerade noch an der Tunika festhalten, doch er rutschte wie ein nasser Sack aus seiner blutigen Tunika und tauchte sofort mit dem Kopf unter Wasser. Hastig warf sie die Tunika fort, griff ihm unter die Arme und bugsierte ihn schwerfällig auf eine der, in den Stein gehauenen, Stufen, die in den Quell führten. Zumindest war der Kopf wieder aus dem Wasser und sie konnte sich seine Verletzung genauer ansehen, auch wenn sie unter der Wasseroberfläche war. Aber noch eine Stufe würde sie ihn nicht hoch hieven können, dafür war er zu schwer.

Das Wasser färbte sich rot von seinem Blut. Leicht panisch tauchte sie ab, um ihren Mund auf seine Wunde zu legen. Der Schmerz lies ihn fast wahnsinnig werden, doch er schrie nicht. Sein Kopf wurde schwer und er kippte nach hinten, bis die nächste Stufe seine eher unfreiwillige Bewegung aufhielt. Der Segen einer Ohnmacht nahm nicht lange von ihm Besitz. Der Schmerz riss ihn wieder ins Licht. Schwer atmend starrte er aufs Wasser. Die Herrin der Quelle lag in seinem Schoß. Im nächsten Moment war sie verschwunden und er dachte schon, dass er träumen würde. Es musste ein Traum sein…

Ihm blieb fast das Herz stehen, als sie zwischen seinen Beinen wieder auftauchte. Sein Blut ran aus ihrem Mund, dennoch lächelte sie. Zwischen ihren Zähnen hatte sie etwas, was er im Schimmer der Fackeln blitzen sehen konnte. Langsam führte sie ihre Hand zum Mund und förderte die abgebrochene Spitze eines Speers zu Tage.

‚Die hätte Euch fast das Leben gekostet. Wie konntet Ihr damit nur laufen, geschweige denn reiten?‘ fragte sie und drückte weiter die andere Hand auf seine Wunde.

‚Ich hatte einen Auftrag und dann hab Ihr mich verzaubert.‘

Sie lächelte ihn an und fragte: ‚Wie kann ich mich nur erkenntlich zeigen?‘

‚Das wollte ich Euch auch gerade fragen!‘ erwiderte er schlagfertig. ‚Oder werde ich doch sterben?‘

Sie stand einfach auf, beugte sich vor, legte die Speerspitze an der obersten Stufe ab und küsste lächelnd seine Nase, als sie sich wieder ins Wasser setzte und abtauchte. Er blickte sie mit offen stehenden Mund verträumt an. Langsam schwamm sie wieder in seine Richtung und hielt sich an seinen Oberschenkeln fest, dabei streifte sie sein Gemächt und flüsterte dann geheimnistuerisch: ‚Und solange der kleine Optio da unten sich noch so freut mich zu sehen, werdet Ihr bestimmt nicht sterben!‘

‚Ihr beschämt mich, Herrin der Quelle!‘

‚Es hat aufgehört zu bluten!‘ meinte sie, setzte sich auf seinen Schoß und küsste ihn auf den Mund. ‚Darf ich Euch um einen Gefallen bitten!‘

‚Alles was Ihr wollt!‘ stöhnte er.

‚Nehmt mich, bitte!‘

‚Bitte was?‘ rief er entsetzt und sie verschloss ihm mit ihrem Mund den Seinen, um ihm am reden zu hindern und fuhr dann selbst fort, bevor er auch nur Luft holen konnte.

‚Die Alemannen haben mich nicht angerührt, sie haben sich nicht getraut die Herrin der Quelle zu schänden!‘

‚Bei allem gebührenden Respekt, ich werde Euch nicht schänden!‘

‚Wenn ich nicht mehr unberührt bin, wird der Senator mich nicht mehr mit seinem schwindsüchtigen Sohn verheiraten wollen.‘

‚Und wenn Ihr Eure Gabe verliert?‘

‚Ich werde in meiner Quelle nichts verlieren außer meine Unschuld!‘

‚Gut, verehrte Valeria. Ich bin Euch überaus dankbar, dass Ihr mein Leben gerettet habt, Ihr hättet es nicht tun müssen, obgleich ich Eures gerettet habe. Wenn es nun Euer Wunsch ist, werde ich mit Euch Liebe machen. So nennt man das nämlich. Ich hab heute schon genug Gewalt gesehen und ich habe es satt, dass sich jeder einfach nur das nimmt was er will.‘

‚Mein lieber Optio, jetzt beschämt Ihr mich!‘ flüsterte sie und küsste ihn wieder. Ihre Hände wanderten zu seiner Hose und nestelte sie behutsam auf.

Fortsetzung folgt… vielleicht… bald!

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