Das brennende Stachelschwein

Das brennende Stachelschwein

220px-Wasser_und_Licht_1Manchmal gibt es so Tage, an dem ich mir denke, warum manche Menschen glücklich sind und manche Menschen einfach nicht glücklich zu machen sind, obwohl es doch so einfach wäre und es einfach nur einer klitzekleinen Kleinigkeit bedarf, das Quäntchen Glück zu finden.

Jammern doch immer nur diejenigen, die eigentlich alles zu haben scheinen, es aber nicht sehen, weil sie immer nur mit jammern beschäftigt sind. Weil sie nicht nach links und nicht nach rechts sehen, weil immer nur die Anderen Schuld sind und weil man auch nicht die Möglichkeit in Betracht ziehen würde, die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu erleben.

Und die die scheinbar nichts haben außer sich selbst. Die allen Anschein nach schon jeden verfickten Blickwinkel am eigenen Leib erlebt haben und trotzdem nicht aufgeben, weil irgendwo da draußen der Silberstreifen am Horizont ist und hinter dem Silberstreifen wartet das Quäntchen Glück auf das brennende Stachelschwein. Ja genau!?

Es ist zum Greifen nah, aber doch scheint es unerreichbar. Und was bleibt. Die Hoffnung, solange man eine hat und es wäre auch irgendwie blöd die Hoffnung hinter sich zu lassen, ist sie nicht das Einzige woran man sich klammern kann, wenn man nichts hat, außer sich selbst und die Hoffnung an etwas zu Glauben, was es wahrscheinlich gar nicht gibt. Und genau dieses Quäntchen Hoffnung irgendwo ganz tief in unseren Herzen, einfach nicht aufgeben zu wollen. Immer an das Gute im Menschen zu glauben und dass das Glück einfach mal vor der eigenen Tür stehen könnte und so penetrant gegen die verschlossene Tür hämmert, dass man es auch wirklich nicht überhören kann.

Aber das Glück fällt einem einsamen brennenden Stachelschwein nicht in den Schoß, weil so viel Glück würde das Universum einem nie zugestehen würde. Ein brennendes Stachelschwein wird nie zur Ruhe kommen können, weil es immer auf der Suche ist, nach dem Quäntchen Glück, weil es steht nicht vor der Tür und wenn, dann wäre man eh nicht zuhause und das Quäntchen Glück würde vor der Tür eingehen wie ein kleines Pflänzchen in der prallen Sonne.

Aber man kann irgendwie auch nicht aufgeben, obwohl man genau weiß, dass man das Quäntchen Glück nie erreichen wird. Aber das dumme Stachelschwein rennt weiter und immer weiter, als sich auch nur einmal umzudrehen, einen Schritt beiseite zu machen, um das Ganze von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten.

Doch diese klitzekleine Kleinigkeit scheint immer unerreichbar und man versteht einfach nicht, wie andere Menschen glücklich sein können. Warum immer die Anderen und nicht ich? Ich, das dumme brennende Stachelschwein!

Weil nur ich so blöd bin und alleine durch den Wald laufe und vergeblich auf den Schnee warte. Weil der Schnee wäre die einzige Medizin gegen das Feuer, aber der Schnee lässt alle auf sich warten. Der Winter wird nicht mehr kommen… Im November vielleicht. Aber bis November auf Schnee warten, weiter brennen und nicht rausgehen, um den Schnee zu suchen, ist irgendwie so wie die Hoffnung auf das Quäntchen Glück aufzugeben, weil einem zuhause die Decke nicht genug auf den Kopf fällt. Weil man manchmal nicht rausgehen will, weil Menschen einen manchmal Angst machen. Weil man manchmal einfach mit niemanden reden will und weil man manchmal auch niemand sehen will. Und an einem anderen Tag suhlt man sich in Geselligkeit und fühlt sich pudelwohl, weil das brennende Stachelschwein, eine echte Rampensau ist.

Nein, das wäre ja auch nur zu schön, wenn man völlig normal wäre. Dann wäre man ja wie die Anderen. Und die Anderen haben doch immer Schuld an allem. Die Anderen sind doch die, die etwas sagen könnten, wenn man denkt, was würden denn die Anderen sagen. Und eigentlich sind doch all die Anderen scheißegal, wenn man doch nur glücklich wäre. Ob verrückt oder nicht. Glücklich sein, wäre zu Abwechslung echt mal eine Herausforderung, die man nur zu gerne annehmen würde. Dazu müsste man ja nur die Tür öffnen, auch wenn man es nicht klopfen gehört hat. Auch wenn der Blick vor die eigene Haustür einem nur erkennen lässt, dass da nichts ist, außer alte Schuhe, die man eh nie wieder tragen wird, ein alter Autoreifen und ein kaputter Karton, der den Weg in den Müll noch nicht gefunden hat, weil man selber zu faul war ihn hinunter zu tragen. Das Glück macht man sich schon selber und manchmal auch zu nichte und dann muss man irgendwie damit weiterleben. Weil aufgeben. Nein, niemals. Und zugeben, noch viel weniger! Dann würde man ja Schwäche zeigen und das wiederum könnten ja dann wieder die Anderen mitbekommen.

Aber was interessieren einem die Anderen, wenn man selber doch nur auf der Suche nach seinem eigenen Glück ist. Weil man selber seinen eigenen Schweinehund besiegen muss, um glücklich zu sein. Es sind nie die Anderen, es ist immer die faule Sau in einem selbst, die einen zurück hält, aufzustehen und vor die Tür zu gehen. Einen Schritt bei Seite zu machen, sich hinzuknien und die Welt einfach mal von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten. Auch wenn man bei diesem einem Schritt vom Hochhaus fällt. Das brennende Stachelschwein kommt auf allen Vieren auf, schüttelt sich, ärgert sich vielleicht kurz über seinen Schritt und rennt weiter und wird vielleicht irgendwann glücklich. Das erfährt man nur, wenn man den Schritt macht und vielleicht vom Hochhaus fällt, aber vielleicht hat man auch einen Fallschirm. Unten auf allen Vieren ankommen tut man so oder so… nur manchmal wäre es schon schön, wenn man vorher einen Eimer Wasser in die Fresse geschüttet bekommt, bevor man brennend vom Hochhaus fällt und sich unten alle Viere bricht.

Ist das Quäntchen Glück der Eimer Wasser, oder der derjenige, der einem den Eimer in Gesicht schüttet. Oder ist es der Blickwinkel, wenn man sich die Tränen aus den Augen wischt, sich kurz schüttelt, sich vielleicht ärgert, weil man vielleicht vom Hochhaus gefallen wäre, oder ist es der Fallschirm, der einen sicher unten ankommen lässt. Die Fragen kann dir kein Glückskeks der Welt beantworten, weil dann müssten alle bis November warten.

Mach einfach einen Schritt beiseite, knie dich hin und mach die Augen auf, das Glück ist meistens näher als du denkst!

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