Rätien – Winter 230 – In der Hitze der Quelle

Rätien – Winter 230

In der Hitze der Quelle

800PX-~1Heißer Wasserdampf stieg vom Quell auf und wenn es einen stummen Beobachter gegeben hätte, hätte er rein gar nichts erblicken können, außer der Feuerschein der Fackeln, der vom Wasserdampf gedämpft wurde. Aber er hätte den Quell munter plätschern hören können und das Knistern der Fackeln, dieser stumme Beobachter wäre einzig zum Zuhören verdammt. Und er hätte nur erahnen können, was sich da im Wasser abspielte. Nachdem aber niemand in der Höhle war, außer den zwei nackten Körpern, die sich im heißen Quellwasser rekelten und sich eng umschlungen an ihrem Leben erfreuten, taten sie es ungezwungen. Nur Epona die Pferdeherrin würde bestimmt einen Blick erhaschen wollen, immerhin war es ja, die von ihr auserwählte Eponageweihte und ihr Lebensretter, die im Quell zu Gange waren. Und das was sie taten, war durchaus im Sinne der Göttin.
Man hätte eigentlich denken können, wenn man sich es anmaßen würde, über die Götter so schändliche Gedanken zu denken, dass es den Göttern langsam überdrüssig werden würde, ihren Menschenkindern dabei zuzusehen, wie sie in ihrer Demut den Liebesakt vollziehen und dann verschwitzt Reuegebete gen Himmel sandten, während sie ihren Samen in eine beliebige Körperöffnung entließen.
Nur in diesem besonderen Fall blickten die Götter wohl alle vom Himmel herab, denn der Moment war so unschuldig und rein, wie sie es wohl selten zu Gesicht bekamen. Und eben ganz vorne an die Pferdeherrin Epona, die, auch wenn ihre beiden Schützlinge sie nicht sehen konnten, lächelnd ihre Rosenblätter ins Wasser streute und sich erfreute, dass  in dieser kalten Winternacht ein neuer Krieger gezeugt wurde.
Dieser Kriegersohn würde, wenn der Adler fällt, auf einem weißen Hengst zu Felde ziehen und würde mit seinem silbernen Speer den ungläubigen Alemannen ihre Mordlust in ihren stinkenden Rachen zurück stopfen.
Aber wer konnte schon so genau sagen, was die Götter denken oder tun, während sie nackten Menschenkindern beim Kopulieren zuschauten. Nur eines war gewiss, sie lachten bestimmt über die merkwürdigen Gesichter derer, die ihren Höhepunkt erlebten.
Keiner konnte es ahnen und niemand wird es je erfahren, außer die Herrin der Quelle, die genau in diesem Moment einen Augenblick erhaschen konnte, denn sie sah vor ihrem inneren Auge, was die Götter gerade in dem Moment trieben, als sie ihnen genau dabei zuschauten. Und eines konnte sie sicher sagen, dass die Pferdeherrin ebenso lächelte und ihr ein verträumten Seufzer aus dem Mund purzelte, der bei ihnen als eine kühle Brise ankam, als er sich stöhnend ergoss, während die Herrin der Quelle sich wimmernd mit weit aufgerissenen Augen an seinen nackten Körper klammerte.

Fortsetzung folgt… ganz bestimmt!

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