Der schnelle Berger von Boandlkirch

Der schnelle Berger von Boandlkirch

nebelSie war im Auto eingeschlafen und als er bei seiner Werkstatt ankam, nahm er ihr die halbleere Coladose aus der Hand. Auf einem Firmenschild stand: Der schnelle Berger – ADAC Pannendienst

Wenig später trug er sie in seine Wohnung und legte sie auf sein Sofa. Sie schien völlig weggetreten zu sein. Doch als er ihr eine große Decke auf den Körper legen wollte, blinzelte sie und öffnete nur ein Auge.

‘Guten Morgen, schöne Frau!’ grinste er sie an und fuhr dann fort. ‘Deine Klamotten sind ziemlich durchnässt. Ich bring dir gleich was Trockenes zum Anziehen.’ Dann machte er sich daran ihre Schuhe auszuziehen. ‘Und warme Socken bring ich dir auch!’

‘Du hast ein Sofa in deiner Werkstatt?’ flüsterte sie.

‘Ich wohne über meiner Werkstatt und das Sofa steht in meinem Wohnzimmer. Ich mach dir nen heißen Tee, ja?’ rief er, als er mit ihren Schuhen in der Hand den Raum durchquerte.

‘Ist’n tolles Sofa!’ säuselte sie mehr zu sich, als zu ihm.

‘Du solltest wirklich deine nassen Sachen ausziehen!’ konnte sie ihn rufen hören. ‘Ich mach gleich den Kachelofen an und häng alles zum Trocknen auf.’

Nach einem Moment kam er wieder und blieb lächelnd in der Tür stehen, als er sie dabei ertappte, wie sie umständlich unter der Decke versuchte sich ihre nassen Klamotten auszuziehen. Erst als sie fertig war, bemerkte sie eine Bewegung in der Tür und erschrak.

Er brachte ihr ein Shirt, ein Hemd und Socken und hielt einen Moment inne, bis er ein Klacken aus der Küche wahrnahm.

‘Das Wasser ist fertig. Ist ein Kräutertee in Ordnung?’ rief er und drückte ihr die Sachen in die Hand, während sie unmerklich nickte.

Als er mit einer dampfenden Tasse wieder kam, lag sie immer noch mit seinen Sachen im Arm da und war mit einem Lächeln im Gesicht eingeschlafen.

Er stellte die Tasse ab und zupfte die Socken aus ihrem Griff. Vorsichtig schlug er die Decke zurück und legte ihre Füße frei. Fast schon liebevoll zog er ihr die Socken an, die ihr viel zu groß waren und deckte sie wieder sorgsam zu.

Dann stolperte er regelrecht über ihre Handtasche. Ihr Handy fiel heraus, er hob es auf und bemerkte das Ladekabel, dass immer noch dran hing.

Er beschloss es aufzuladen und feuerte den Ofen an. Dann sammelte er ihre nassen Klamotten ein und hängte sie zum Trocknen an der Holzstange über seinem Ofen auf. Plötzlich regte sich etwas in der Küche und ihm stolperte ein atemloses Pfeifen über die Lippen. Ein Dackel trottete zur Küchentür und blickte ihn gelangweilt an. ‘Fressen oder Gassi?’

Der Hund lief wieder in die Küche. ‘Also Fressen!’ meinte Toni und folgte dem Hund in die Küche. ‘Weißt du, es wäre echt schön, wenn du dich wenigstens freuen würdest, wenn ich heimkomme.’

Sie regte sich und wurde in dem Moment wach, als Toni mit dem Hund aus der Küche kam. ‘Ich hoff du hast kein Problem mit Hunden? Darf ich dir Sputnik vorstellen?’

Sie grinste ihn verschlafen an und nickte freundlich.

‘Sputnik, magst du die Lady nicht begrüßen!?’ meinte Toni herrisch. Der Hund trottete wieder gelangweilt aus der Küche und blieb am Treppenabsatz stehen.

‘Also doch Gassi, Sputnik!?’ rief Toni genervt und wandte sich dann wieder zu Emma: ‚Ich hab das Handy aufgeladen, soll ich deine Brüder anrufen?‘

Er bückte sich nach dem Handy und brachte es ihr. Sie gab den PIN ein und sackte dann wieder weg. Das Handy fing augenblicklich an zu vibrieren und er nahm es wieder an sich und ging ran: ‘Pannendienst Anton Berger! Guten Abend! Machen Sie sich keine Sorgen, ihre Schwester ist in Sicherheit, sie hatte eine Reifenpanne….’

Er verließ das Wohnzimmer und folgte dem Hund die Treppe hinunter und redete weiter ins Handy. ‘Ja, sie schläft jetzt, der Aufprall im Graben hat ihr mehr zugesetzt, als sie zugeben will… Nein, der Notarzt ist glaub ich nicht nötig…. Das Auto ist ziemlich kaputt… Ich kann das reparieren… Ja, ja… Sie kommen sie abholen… Schneit’s bei ihnen auch so? … Ja, Sie können auch erst morgen kommen, ich kümmer mich um Ihre Schwester, ganz bestimmt. Ich geb ihnen die Anschrift und meine Festnetznummer, ja, per SMS… kein Problem… Ich werd mir den Wagen nochmal genauer anschauen… Ja, super. Bis Morgen!‘

Er legte auf und öffnete die Tür, um den Hund rauszulassen.

Eigentlich wollte er nur schnell den Wagen reinholen, aber den Schlüssel hatte Emma noch in ihrer Tasche, also lief er wieder nach oben. Als er oben angekommen war, traute er seinen Augen kaum. Dieser Mistköter lag auf dem Sofa bei Emma.

‘Sputnik, kaum ist der Herr aus dem Haus, dann liegen die Hunde auf dem Sofa, oder wie?’ meinte er zu dem Hund. Kopfschüttelnd setzte er sich an die Sofakante und blickte beide an. Der Hund tat so als würde er schlafen und Emma öffnete gerade die Augen.

‘Einer deiner Brüder hat angerufen, er wird dich morgen abholen. Ist des Okay? Ich hab ihm meine Anschrift und meine Festnetznummer per SMS geschickt, ich wollte dich nicht wecken.’ meinte er, drückte ihr das Handy wieder in die Hand und fuhr dann fort. ‘Hast du Hunger, soll ich dir was zu Essen machen?’

Sie schüttelte den Kopf.

‘Das Klo ist gleich da vorne, mit dem eindeutigen Schild an der Tür. Ich werd deinen Franzosen reinbringen und das Katastrophenauto anschauen. Kann ich den Schlüssel haben?’

‘Ja klar!’ krächzte sie und deutete auf die Handtasche.

Er hob die Handtasche hoch und lies sie kramen, währenddessen er ihr die Tasse mit dem mittlerweile kalten Tee hin hielt. Sie tauschte den Schlüssel gegen den Tee und versuchte sich etwas aufzusetzen, um besser trinken zu können. Dabei rutschte die Decke von ihrem Oberkörper. Er zog einfach nur eine Augenbraue hoch, versuchte nicht auf ihren prallgefüllten BH zu starren, was ihm nur bedingt gelang und lies sie erst mal den Tee aus trinken. Dann nahm er ihr die Tasse ab und meinte: ‘Emma, wir ziehen dir jetzt was an!’ Als er den Satz beendet hatte, half er ihr schon in den Ärmel des Hemdes. Das Shirt purzelte vom Sofa und er legte es auf den Wohnzimmertisch.

Fortsetzung folgt in Hooked on a Feeling in Boandlkirch…

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