Drei und eine Axt – Teil 37

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 37

reiter_neuDie Hunde kamen aus dem Wald gelaufen, Halef und Alur folgten ihnen. Pferde irrten auf dem Hof umher. Unzählige Pfeile steckten irgendwo, vibrierten teilweise noch oder lagen herum. Ein totes Pferd lag neben seiner Jurte. Ein Weiteres plärrte vor Schmerz. Einige der Angreifer waren vom Pfeil getroffen vom Pferd gestützt und rappelten sich gerade wieder auf. Die Hunde sprangen sie an und als Halef an ihnen vorbeilief waren die restlichen Männer bereits tot.

Die Hunde machten sofort kehrt und liefen um die Jurten herum, sie hatten eine Fährte aufgenommen. Alur bemerkte den kleinen Thorn, der unter dem Tisch saß und schrie wie am Spieß, während Halef schnurstracks in die Jurte seiner Mutter lief. Von dort hatte er Schreie gehört.

Wena saß apathisch am Boden der Jurte, hatte Fina im Arm und begriff gar nichts mehr. Fina war bewusstlos und blutete stark am Kopf. Komischerweise war es Lona, die mit einer Hand ein Tuch auf die Wunde ihrer Schwester presste, während sie mit der anderen Hand versuchte ihr Kleid zusammen zu halten. Merle lag auf dem Bett seiner Mutter und schrie und wand sich unter Schmerzen. Ihre Mädchen knieten verängstigt auf dem Bett und wussten ihrer Mutter nicht zu helfen. Lamina stand mit gespannten Bogen mitten in der Jurte und zielte auf Kel, der sich unter ihr wand. Sie stand mit dem Fuß auf seiner Kehle und schrie ihn an. In seinem Bein steckten zwei Pfeile und einer steckte in seiner Schulter. Ihre Hände zitternden, ihre Tunika und ihr Unterkleid waren aufgerissen und er konnte blaue Flecken an ihrem Hals erkennen.

Beruhigende Laute stolperten ihm über die Lippen, als er von der Seite an sie heran trat und ihr vorsichtig den Pfeil vom Bogen nahm. Dann griff er ihre Hand und entspannte den Bogen. Er schob sie auf die Seite und meinte kühl: ‚Kümmere dich um Merle!‘

Im selben Moment packte er Kel und schleifte ihn am Hals aus der Jurte. Ziska kam ihm entgegen, die hinter ihm sofort in der Jurte verschwand.

Elger war der Erste, der bei den Jurten ankam und blieb für einen Moment bei Halef stehen, der Kel über den Hof prügelte.

‚Bring ihn nicht um, noch nicht!‘ rief Elger, aber als er seine Frau in der Jurte schreien hörte, lief er weiter.

Otar lief an ihnen vorbei direkt in die Jurte und kam wenig später mit seinen zwei jüngsten Töchtern heraus gelaufen, die völlig verstört zu sein schienen und drückte sie Alur in die Hand, der neben dem Tisch gekniet hatte und immer noch versuchte den jungen Thorn zu beruhigen.

Halef hörte Ainur, bevor er ihn sah. Er war völlig außer Atem und keuchte: ‚Es waren zwei Späher im Gebüsch. Wo ist deine Mutter?‘

Halef blickte auf und drehte sich Richtung Jurte. In dem Moment rappelte sich Kel auf, zog den Dolch aus seinem Rücken und versuchte sich auf Halef zu stürzen. Ainur war schneller, er brach ihm einfach die Hand mit einem einzigen Schlag.

‚Binde ihn, dass er sich nicht mehr bewegen kann, ich möchte ihm einige Fragen stellen, später!‘ rief Ainur und lief dann weiter. Vira kam gerade aus der Jurte des Sippenführers. Sie musste sich am Türpfosten abstützen und hielt ihren Bauch. Ainur sah nur das Blut auf ihrem Kleid und stürmte ihr entgegen.

‚Es ist alles gut, glaub ich. Es blutet nicht mehr. Meine Hand ist gebrochen… Ziska hat schon getan was sie kann…!‘ keuchte sie und lies sich von ihm auf ihren Stuhl befördern. ‚Schau erst nach den Anderen!‘

Alur setzte Lina auf die Lehne ihres Stuhles, weil nun auch Nala unter dem Tisch saß und mit Thorn zusammen um die Wette zu schreien schien. Wena kam aus der Jurte und hielt Fina in den Armen. Lona folgte ihr, stützte dann aber auf die Knie und brach nun weinend zusammen. Ainur hob sie auf und Wena drückte ihm auch Fina in den Arm, als sie Merle wieder schreien hörte. Otar war bereits hinter Ainur aufgetaucht und half ihm dabei, die beiden Mädchen in die Jurte zu bringen. Elger kam mit seinen beiden Töchtern aus der Jurte und schrie nach Thorn.

‚Er ist hier unter dem Tisch!‘ rief Alur aufgebracht.

Elger setzte seine Kinder einfach nur am Tisch ab und lief dann wieder in die Jurte, wo seine Frau immer noch schrie.

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