Far, Far away from Boandlkirch

Far, Far away from Boandlkirch

nebelNach der Erledigung des Papierkram ging Toni mit Emma durch seine Werkstatthalle zu einer kleinen angebauten Garage.

‘Dann machen wir mal eine kleine Spritztour!’ rief er, machte eine einladende Geste und lies sie in die Garage eintreten.

‘Man gönnt sich ja sonst nichts?’ meinte sie, blieb vor dem Wagen stehen, der sich in der Garage befand und sprach erst weiter, als sie mit den Fingern sachte über die Motorhaube strich. ‘Ist das ein 67ger Chevy Impala?’

‘Da kennt sich aber jemand aus?’ rief Toni erstaunt und öffnete ihr die Tür.

‘Naja, die Kinder schauen immer Supernatural und da schnappt man Einiges auf!’ erklärte sie und stieg ein.

‘Du lässt deine Kinder Supernatural schauen?’ fragte er, als er neben ihr Platz nahm.

‘Die Älteren bei uns im Heim dürfen des schon.’

‘Na dann!’ rief er, klappte die Sonnenblende runter, holte eine kleine Fernbedienung hervor und drückte einen Knopf. Das Garagentor ging auf.

‘Du weißt, wo du hin musst?!’ fragte sie, als er den Wagen gestartet hatte. Das Röhren des Motors verschluckte ihre Frage fast.

‘Ja, des ist in Moosach, gell!’ schrie er gegen den Lärm an und fuhr den Wagen aus der Garage. Er stellte den Radio an und leise Musik passend zum Flair des Autos erklang. Sie nickte nur und seufzte leise. Er hatte es nicht gehört, las aber ihren Gesichtsausdruck.

‘Wie kann ich dich aufmuntern?’

‘Ach, ich bin auf das Tohuwabohu gespannt, dass mich zu Hause erwartet.’

‘Ich kann dir ja helfen, hab erst morgen früh wieder Schicht!’

‘Danke. Ich weiß gar nicht wie ich mich für deine Hilfe revanchieren kann.’

‘Lass uns die Tage mal Essen gehen!’

‘Ich zahle!’ grinste sie ihn an.

‘Mal sehen!’ meinte er und griff während der Fahrt nach ihrer Hand. Sie lehnte sich an seinen Arm und wies ihm ab und zu den Weg. Ansonsten blickte sie verträumt übers Armaturenbrett hinweg auf die Straße.

‘Da vorne rechts rein!’ unterbrach sie die Stille und zeigte auf eine Hofeinfahrt.

‘Yes, Ma’am!’ rief er, blinkte und steuerte seinen Wagen in eine Einfahrt und blieb dann vor einem riesigen Tor stehen. Auf der Höhe des Seitenfensters stand zwischen zwei Büschen versteckt eine Säule, in der eine Konsole eingelassen war. Sie zog grinsend ihren Schlüssel aus der Handtasche und machte eine kurbelnde Handbewegung.

‘Das ist ja wie bei James Bond!’ meinte Toni, während er das Fenster runter kurbelte und sie neugierig an blickte. Sie drehte sich schmunzeln zu ihm um und beugte sich zu ihm rüber, bis ihre Nasenspitzen sich fast berührten.

‘Nennen Sie mich Rider, Honey Rider!’ flüsterte sie ihm zu und dabei berührten ihre Lippen für einen flüchtigen Moment seine Nasenspitze.

Dann kniete sie sich auf den Sitz und beugte sich über ihn aus dem Fenster, um mit dem Schlüssel das Schloss an der Konsole aufzusperren, dann gab sie ein paar Zahlen auf dem Nummernfeld ein, während er mit seiner Nase ihren Pulli zur Seite schob, um ihr sachte in die Seite zu beißen.

Sie kicherte, doch da das Tor bereits nach innen aufging, packte er ihren Hintern und zog sie auf seinen Schoss, damit er aus der Windschutzscheibe schauen konnte.

‘Wo soll es hingehen?’ wollte er wissen.

‘Zu den Garagen zwischen den beiden Häusern.’ lachte sie ihn an. Zappelnd versuchte sie sich aus seinem Griff zu befreien, doch er fuhr bereits die Auffahrt hoch, bis zu den Garagentoren, die auf einen Knopfdruck ihrerseits, ebenfalls aufglitten.

‘Eins muss man unserem Hausmeister ja lassen, mit so technischen Spielereien kennt er sich aus.’ meinte sie, als sie sich endlich aus seinen Fängen befreit hatte.

‘Hausmeister?!’ fragte Toni und fuhr seinen Wagen langsam in die Garage.

‘Ja, der hatte auch Urlaub und holt die Kinder morgen früh von der Freizeit ab.’ erzählte sie, öffnete die Tür und stieg langsam aus dem Wagen. Plötzlich stand ein Mann neben ihr und sie erschrak.

‘Da sind Sie ja!’ riefen beide und Emma musste sich ans Herz fassen. ‘Haben Sie mich erschreckt.’

‘Wo waren Sie denn?’ fragte der älterer Herr, hatte allerdings nur Augen für den Wagen.

‘Mei, Herr Kimmelmann, ich hatte eine Autopanne und Herr Berger hier, hat mich gerettet.’

Toni war bereits aus dem Auto ausgestiegen und um seinen Wagen gegangen. ‘Habe die Ehre, Herr Kimmelmann. Ich bin Anton Berger, Abschleppunternehmen mit Kfz-Aufbearbeitung!’ Die beiden Männer schüttelten sich die Hände und blickten gleichzeitig auf den Wagen.

‘Ja, mit so einem Wagen, wird sich so mancher Hase abschleppen lassen.’ sprach er recht verträumt, zog ein weiches Leder aus seiner Hosentasche und ging damit liebevoll über den Lack.

‘Herr Kimmelmann!’ rief Emma empört.

‘Wenn das Auto reden könnte, könnte er uns bestimmt so manche Geschichte erzählen?’ zischte Herr Kimmelmann dem Wagen zu.

‘Keine Ahnung, ich hab den Wagen von einer älteren Damen gekauft, die hat ihn unter einer Plane im Schuppen ihres verstorbenen Mannes gefunden und ich hab ihn dann hergerichtet.’

‘Saubere Arbeit!’ meinte der Hausmeister anerkennend. ‘Und was ist mit’m Franzaken?’

‘Herr Kimmelmann!’ meinte Emma wieder empört, aber sie schien für die beiden Männer irgendwie wie Luft zu sein.

‘Ja, der ist ganz schön im Eimer!’ meinte Toni. ‘Aber des kriegen wir schon wieder hin.’

‘Wann kamen sie denn eigentlich wieder?’ fragte sie den Hausmeister.

‘Ich bin vor ner Stunde erst wieder gekommen, ich stand im Stau!’

‘Ach, war irgendwas hier!?’

‘Nichts Verdächtiges!’ meinte er und fragte dann. ‘Warum?’

‘Anscheinend sind meine Brüder schon ausgeflogen?!’

‘Ich hab sie jedenfalls nicht gesehen, aber im Haupthaus ist alles in Ordnung, wenn Sie des meinen?’

‘Dann gehen wir mal rein.’ meinte sie zuversichtlich.

Fortsetzung folgt in Bei Hempels unterm Sofa – Far away from Boandlkirch

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