Drei und eine Axt – Teil 39

Eine Axtgeschichte – Drei und eine Axt – Teil 39

reiter_neuZiska versuchte Kejnen so gut es ging zu heilen, doch sie war bereits am Ende ihrer Kräfte als sie Vira und Fina geheilt hatte. Ihr Kopf sauste, ihr war schwindlig und schlecht, als der Ast endlich aus seinem Bein raus war. Sie mussten die Beinwunde sicherheitshalber schienen und konnten die Blutung irgendwann stoppen. Doch sie versuchte dennoch einen zweiten Heilzauber an Kejnen durchzuführen. Dabei griff sie Ainurs Hand und er hatte dabei das Gefühl, sie würde ihm Energie entziehen, um sie Kejnen zu schenken. Aber wenn es seinem Freund helfen würde, gab er gerne seinen Teil dazu, auch wenn er von diesem Götterzauber keine Ahnung hatte. Am Ende wurde sie fast ohnmächtig und er zog sie von Kejnen fort.

‘Das wird ihm erst mal helfen, Ziska!’ flüsterte Ainur ihr ins Ohr, während sie sich zitternd an seinen Arm klammerte. Sie war völlig außer Atem.

‘Die Götter sind böse mit mir!’ murmelte sie.

‘Nein, weiße Hexe!’ flüsterte Ainur. ‘Wie können die Götter mit dir böse sein! Gibst du doch alles was du hast und noch viel mehr…!’

Sie musste sich setzen. ‘Ich hab zwei der Männer getötet!’

‘Ja, Lamina hat bestimmt 5 erschossen.’ versuchte Ainur sie zu beruhigen.

‘Ja, sie ist schneller als der Wind!’ faselte sie mehr beiläufig.

‘Du lenkst ab!’ murmelte Ainur, während er Kejnen die Lippen mit Wasser benetzte.

‘Der Allghoi Khorkhoi!’ rief sie bedeutungsschwanger. ‘Er tötete durch meine Hand, ich bin verflucht!’

‘Also, jetzt krieg dich mal wieder ein. Ich weiß ja nicht, wie lange du es uns noch verheimlichen kannst!’ meinte Ainur reichlich ungeduldig.

Ziska blickte ihn verwirrt an und stammelte: ‘Was bitte, wie meinst du das?’

‘Ich hab die Leichen gesehen. Zwei davon haben keine Verletzung und sind trotzdem tot. Allghoi Khorkhoi hin oder her, du wolltest nur dich beschützen, oder soll ich vielmehr sagen, euch!’ Als er ihr das an den Kopf geworfen hatte, tat es ihm schon wieder Leid, dass er damit angefangen hatte.

Sie packte ihn am Arm und fragte unsicher: ‘Euch?’

‘Du weißt es wirklich nicht! Ich bin vielleicht der falsche… Mann dir das zu sagen… Ziska!’ stammelte nun Ainur, nahm ihre Hände in die Seinen und schüttelte den Kopf. ‘Ihr Weiber bringt mich noch ins Grab! Alle miteinander!’

‘Jetzt redest du wirres Zeug!’ rief sie fast schon wütend und versuchte vergeblich ihm ihre Hände zu entziehen.

‘Du bist blass, kriegst morgens keinen Bissen runter, dann ist dir schlecht und weil du nichts isst, ist dir oft schwindlig. Und doch hast du ganz schön zugelegt. Ich würde sagen, wenn der Allghoi Khorkhoi nicht gerade in deinem Magen wohnt, dann bist du wohl eher schwanger.’

Sie blickte ihn fassungslos an, verdrehte die Augen und bevor sie ohnmächtig vom Bett fallen konnte, hatte er sie schon aufgefangen und neben Kejnen gelegt.

Als Lamina mit frischen Wasser herein kam, wollte er sich gerade aufrichten, um frisches Wasser zu holen.

‘Du kannst Gedanken lesen!’ flüsterte er.

‚Wie geht’s ihnen!‘ fragte sie und drückte ihm die Schüssel in die Hand. Das Wasser schwappte fast über.

‚Die Blutung hat sie gestoppt, aber ich glaube sie hat zu viel gegeben, er ist noch nicht übern Berg!‘ flüsterte Ainur. ‘Und sie ist schwanger!’

‘Nein!’ rief Lamina überrascht.

‘Sie hat geglaubt der Allghoi Khorkhoi hat sie verflucht!’

‘Naja, dann schauen wir dass wir die drei übern Berg bekommen!’ grinste Lamina und zog die Decken zurecht.

Lamina kümmerte sich rührend um die beiden und Ainur hatte einen Moment nach seiner Vira zu sehen. Die Kinder waren wach und Halef hatte ihnen allen gerade Suppe gebracht. Vira wurde von Lina gefüttert. Ein Bild bei dem selbst die Götter geweint und gelacht hätten zu gleich.

Er stand eine ganze Weile in der Tür, ehe es ihnen gewahr wurde, dass er dort stand.

‘Haben wir einen Plan für heute Nacht?’ fragte Ainur seinen Sippenführer.

Halef stand auf und ging ihm entgegen. ‘Lass uns mit Otar, Wena und Alur drüber reden, wer heute Nacht Wache hält.’

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