Ein Knopf kommt selten allein… Teil 8

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 8

Das Essen mit dem Kimmelmann war schrecklich. Tommi konnte nicht genau feststellen wer da mit wem mehr flirtete. Seine Schwester mit dem Kimmelmann oder der Kimmelmann mit seiner Schwester. Zum Glück kam Hermine bald und erlöste ihn aus dieser Situation. Sie schleifte ihn ohne große Worte in die Bibliothek.

‘Soll ich mein Tablet holen?’ fragte er als er hinter ihr die Stufen hochging.

‘Das wäre voll cool und kannst du mir bei was helfen?’ frug sie wieder und bog in die Bibliothek ab.

‘Ja, ich kanns versuchen. Ist hier eine Steckdose?’ wollte Tommi wissen.

Hermine kniete sich auf den Boden und suchte nach einer Steckdose. Als er wieder kam, kniete Hermine immer noch auf dem Boden. Sie schien die Steckdose immer noch nicht gefunden zu haben. Lächelnd betrat er die Bibliothek mit seinem Tablet unterm Arm und seinem Ladekabel in der Hand.

‘Ach hier !’ rief sie, zeigte hinter ein Regal und stand wieder auf, um sich ein paar Bücher aus den Regalen zu holen. Nun kniete er sich auf den Boden, steckte das Ladekabel ein und zog das Kabel quer durch den Raum, um sich dann auf den Boden zu setzen. Sie setzte sich neben ihm auf dem Boden mit mehreren Büchern in der Hand.

‘Ich hab da ein Buch unter meinem Bett gefunden. Ich muss es gestern beim Schlafwandeln mitgenommen haben und dann beim Krampfanfall muss es mir aus der Hand gefallen sein.’ meinte Tommi und zog ein kleines ledernes Büchlein aus der hinteren Hosentasche.

‘Wenn du dich nicht an gestern Nacht erinnern kannst!’ witzelte Hermine. ‘Ist dir klar, dass so Horrorfilme anfangen?’

‘Meine Überlebenschance ist ganz gut, wenn dass hier ein Horrorfilm ist.’ konterte Tommi und wurde dann augenblicklich rot im Gesicht. Grinsend fing sie an zu husten und mit viel Fantasie konnte man ein: ‘Klugscheißer!’ heraushören. Beide fingen an zu lachen und es dauerte eine Weile bis sie sich wieder beruhigten.

Sonja fing wieder an klugzuscheißern: ‘Solange du aus dem Buch nicht laut vorliest, werden wir beide es wahrscheinlich überleben!’

Ungeduldig nestelte er an dem Einband des Buches herum, außerdem wollte er nicht dass sie sah, dass seine Finger wieder zitterten, während sie ihn neugierig an blickte und wieder schmunzelte.

‘Ich glaub es ist ein Tagebuch!’

‘Im Einband sind die Initialen eingestanzt – G.v.W.!’ meinte Hermine und fuhr neugierig mit den Fingerspitzen über den Einband.

‘Meinst du, dass das das Tagebuch von der Gwendoline von Waldbuch ist?’ wollte Tommi von ihr wissen.

‘Los schlag auf.’ drängte sie.

‘Es ist in Sütterlin geschrieben?’ bemerkte er.

‘Kannst du das lesen?’ wollte sie wissen.

‘Gib mir einen Moment?’ meinte er und zog sein Tablet heran. ‘Du wolltest doch vorhin, dass ich dir bei etwas helfe.’

‘Ich wollt mich nur bei meinem Facebook Account einloggen, auf meinem Handy fehlen ein paar Funktionen, weil ich die App nicht hab.’

‘Ich schau mir nur schnell das Sütterlin Alphabet an und dann kannst gerne…!’ meinte Tommi, tippte was ein und blickte dann kurz auf die Seite, die geöffnet wurde.

Dann schob er ihr das Tablet hin: ‘Mach kein Scheiß, ich glaub ich bin noch eingeloggt.’

‘Wars das jetzt und jetzt kannst du es lesen?’ rief Hermine erstaunt.

‘Ja, der Vorteil, wenn man von Gott gewollt ist.’ grinste Tommi sie mit einer erhobenen Augenbraue an. ‘Lehnen Sie sich zurück und lassen sie sich berieseln von den geheimen Gedanken von Gwendoline von Waldbuch!’

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