Ein Knopf kommt selten allein… Teil 14

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 14

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEr war wieder auf ihren Beinen eingeschlafen und Hermine wurde wach, als jemand das Zimmer betrat. Es war Sonja. Sie hatte etwas zum Anziehen unter dem Arm und versuchte zu lächeln und dann fing sie an zu plappern: ‘Na, hast du ein bisschen Schlafen können?’

Hermine nickte nur und Sonja fuhr fort, während sie Tommi mit einer zweiten Decke zu deckte. ‘Deine Eltern sind schon im Bett, es hat sie ganz schön mitgenommen. Deine Mutter hat vorhin deinen Bruder angerufen, er schaut, dass er morgen da ist. Ich hab Tommi was Frisches zum Anziehen mitgebracht und ne Zahnbürste. Wenn er dich nervt, dann ruf einfach durch, ja. Ich komm ihn dann holen.’

‘Und wenn er nicht nervt?’

‘Dann hab ich seine Medikamente mitgebracht und dann kannst du einfach anrufen wenn du mich brauchst, ja!’

Sie hob den Edding auf, der vom Bett gekullert war und schmierte ihre Handynummer auf seinen Gips und musste dabei lächeln. Auf seinem Gips stand schon etwas: ‘Danke, deine Mi!’ Und das I-Tüpferl war ein Herz.

‘Ich würd mich gerne Waschen, im Krankenhaus durfte ich nicht, weil die von der Spurensicherung…!’ Sie schluckte schwer. ‘Ich will Tommi nicht wecken.’

‘Er schläft immer wie ein Untoter, er merkt es gar nicht, wenn wir ihn wecken.’

‘Okay!’ meinte Hermine und versuchte ihre Beine unter ihm rauszuziehen.

‘Tommi, Pfannkuchen!’ rief Sonja.

Tommi schrak hoch und Hermine konnte mit samt ihren Beinen vom Bett aufstehen.

‘Geht des allein?’ fragte Sonja. Tommi saß immer noch aufrecht auf dem Bett. ‘Tommi zieh dein Shirt aus, da sind lauter Blutflecken drauf.’

Wie ein Zombie zog er sein Shirt aus und lies sich von Sonja ein Neues anziehen. ‘Die Hose, Tommi. Die kannst du im Bett nicht anlassen.’

Er schüttelte den Kopf, dann machte er ein Auge auf und flüsterte: ‘Ich kann doch nicht ohne Hose hier schlafen.’

‘Du hast doch ne Short drunter, oder?’

Er nickte.

‘Das ist doch in Ordnung?’

Sie hörte Hermine in der Dusche kichern.

‘Das ziemt sich aber nicht!’ krächzte er geheimnistuerisch.

‘Wenn nur alle Männer so Kavaliere wären wie Du! So Herr Knigge, du kriegst eine eigene Decke oder du kannst auf dem Boden schlafen!’

Er zog die Hose aus und ehe Sonja sie von seinen Beinen gezogen hatte, lag er auch schon wieder im Bett. Sie schmunzelte und zog die Decken zurecht.

‘Was haben die dir im Krankenhaus alles gegeben, als ich nicht im Zimmer war?’

Er hob die Hand und zitterte nicht. ‘Ritalin und Diazepam und irgendwas gegen Schmerzen, aber keine Opiate!’

‘Dann keine Tabletten mehr heute, morgen früh gibts Pfannkuchen!’ meinte sie noch, bevor sie wieder aufstand und zur Badezimmertür hinüberging. ‘Kann ich dir helfen?’

‘Ähm ja, mit einem Handtuch!’ hörte sie Hermine rufen und Sonja trat ein.

Wenig später kamen beide wieder aus dem Bad und Tommi lag quer im Bett. ‘Er hat ein ziemlich einnehmendes Wesen, wenn er schläft.’

‘Ich komm mit dem Zombie schon klar!’ lächelte Hermine.

‘Hey, wer wird denn da schon wieder lachen.’ Die Tür ging auf und Tich quetschte sich durch den Spalt. ‘Tich lass ich euch da, wir müssen nochmal kurz los und sind dann drüben im Schloss, ja! Wasser steht auf dem Tisch und ich bring dir noch einen neuen Waschlappen zum Kühlen, okay!’

Sonja verschwand mit der Schüssel nochmal im Bad. Hermine setzte sich mit zitternden Fingern mit ihrem Handy in der Hand aufs Bett und Tränen liefen ihr wieder übers Gesicht. Als Sonja wieder kam, hatte Hermine sich schon hingelegt und hatte die Augen geschlossen. Sonja hob den Hund aufs Bett, zog die Decken zurecht, löschte das Licht und schlich dann aus dem Zimmer.

Fortsetzung folgt…

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: