Ein Knopf kommt selten allein… Teil 24

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 24

OLYMPUS DIGITAL CAMERA‘Langsam sollten wir die beiden Turteltäubchen mal wecken.’ meinte Wolle, der gerade die Getränke heranschleppte. Der Kimmelmann machte sich am Grill zu schaffen.

‘Ja, aber sie sehen so süß aus.’ flüsterte Sonja und blickte zu Tommi und Hermine hinüber, obwohl sie nur Schemen durch das Rankenwerk des wilden Wein sehen konnte.

Ich hab Mi selten so glücklich gesehen.’ meinte Wolle eher beiläufig.

Sonja hatte Tränen in den Augen.

‘Frau Weißmüller. Geht es Ihnen gut?’

‘Er hat mir in den letzten 17 Jahren keinen Moment länger als 3 Sekunden in die Augen blicken können.’ flüsterte sie und musste sich eine Hand vor den Mund halten, um nicht laut aufzuschluchzen.

‘Also wenn ich nicht in meinen Semesterferien auf einer Alm rumhänge, studier ich ja eigentlich. Und ich finde es selbst für leichten Autismus sehr bemerkenswert, wie liebevoll er mit Hermine umgeht. Und seine Inselbegabung ist der Hammer.’

‘Sie studieren Medizin?’

‘Für Psychologie war ich zu doof, bin jetzt bei sozialer Arbeit gelandet. Aber ich hab ein paar Arbeiten drüber geschrieben als ich Praktikum in der Geschlossenen gemacht habe.’

‘Welche Inselbegabung neben Sarkasmus und absoluter Klugscheißerei meinen Sie?’

‘Er liest fließend Sütterlin, falls Sie mal ein Blick in dieses Tagebuch geworfen haben!’

‘Ach, deshalb ist der Dr. Dalek so aus dem Häuschen!’

‘Frau Weißmüller machen Sie sich keine Sorgen um Tommi, meine Schwester ist der einfühlsamste Mensch den ich kenne.’

‘Ich mach mir nur Sorgen um die Zukunft, was ist wenn es was Ernstes wird.’

‘Also bevor die beiden das erste Mal Sex haben, sollten wir uns keine Sorgen über die Möglichkeit der eventuellen Vererbung machen.’

‘Sie wären ein toller Psychologe geworden!’

‘Ich hab Feuer gemacht!’ rief der Kimmelmann und tanzte um den Grill herum.

Sonja schüttelte einfach nur den Kopf.

‘Ich liebe es, wenn er das macht.’ meinte Wolle und grinste ziemlich dreckig dabei.

‘Daran muss ich mich wohl noch gewöhnen.’ flüsterte Sonja und ihre traurige Miene wurde von einem Lächeln durchbrochen.

Tommi wurde wach, weil er Brandgeruch wahrnahm, doch Hermine zischte ihm gleich zu, dass er so tun sollte, als würde er noch schlafen.

‘Die reden über uns? Deine Schwester hat Angst, dass du mir ein behindertes Kind machst!’

‘Bitte was?’ rief er und sie hielt ihm augenblicklich den Mund zu und zischte ihm zu: ‘Scht! Wolle kommt allein rüber, um uns zu wecken!’

Als Wolle den Pavillon betrat, machte Hermine ein Auge auf und zischte ihm dann ziemlich süffisant zu: ‘Sie wären ein toller Psychologe geworden!’

‘Wieviel habt ihr gehört?’

‘Ziemlich viel!’

‘Keine Sorge, ich werd ihr schon kein behindertes Kind machen!’ meinte Tommi trotzig.

‘Das hat ja auch keiner gesagt. Und wenn es ein Mädchen wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass es ohne Beeinträchtigung auf die Welt kommt.’

Man konnte Tommi am Gesichtsausdruck ansehen, dass er echt sauer war. Die Zuckungen, die über sein Gesicht liefen waren fast schon beängstigend. Er musste seine Hand unter den Arm klemmen, weil sie schier bebte. Es dauerte noch einen viel zu langen Moment betretenen Schweigens, bis er endlich seine Stimme erhob: ‘Ernsthaft, gestern hat dieser Lutz noch versucht Mi zu vergewaltigen und ihr macht euch heute Gedanken, dass ich ihr ein Kind machen könnte. Ein Behindertes… Meine Finger zittern so, dass ich nicht mal meinen Schwanz beim Pissen festhalten kann und ihr macht euch Sorgen, dass ich ihr an die Wäsche gehe. Sex, Sex, Sex, das kotzt mich echt an. Wie alle über Sex reden, als wäre es das normalste auf der Welt, dass man sich ungefragt gegenseitig bespringt. Ich hatte noch nie Sex, ich hab keine Ahnung davon, aber mir hängts jetzt schon voll zum Hals raus.’

Nachdem Tommi die letzten Worte schier herausgewürgt hatte, pumpte er nun wie ein Maikäfer. Sein ganzer Körper begann zu beben und Mi hatte berechtigte Angst, dass er gleich in einem Krampfanfall vom Kanapee fiel. Behutsam berührte sie seine Schulter und suchte vergeblich seinen Blick, dann begann sie zu reden, ruhig aber bestimmt: ‘Keine Sorge, ich hatte auch noch nie Sex und wenn mir nochmal so ein Schnösel seine verhungerte Wiener vors Gesicht hält, dann lauf ich Amok.’

Tommi blickte sie kurz an und ein kaum merkliches Lächeln huschte mit einem weiteren Zucken über sein Gesicht. Dann schweifte sein Blick wieder in die Ferne, sein Atem ging immer noch viel zu schnell. Sie nahm nun auch die zweite Hand hinzu und legte sie behutsam auf seine Brust. Ohne dass sie etwas tat, zwang sie ihn förmlich dazu ruhiger zu atmen und seinen Blick von der Ferne wieder ins Hier und Jetzt zu richten. Es dauerte einen Moment, bis er sich wieder gefangen hatte. Tommi blickte für einen Moment in ihre Augen, legte dann den Kopf schief und lies sich kraulen.

Wolle stolperten ein paar Worte aus dem Mund und unterbrach damit versehentlich diesen Moment: ‘Das ist unglaublich, Mi! Ich muss S.H.I.E.L.D. anrufen, Black Widow kann endlich Urlaub machen!’

‘Du bist so ein Idiot, Wolle!’ zischte Hermine ihrem Bruder zu.

‘Nein, ihr habt einen unglaublichen Zugang zueinander. Lasst euch das von unserem Gelaber nicht kaputt machen. Ihr macht das schon alles richtig. Ich bin fast ein bisschen eifersüchtig, Schwesterherz! Mit der Gabe, wäre ich vielleicht doch bei der Psychologie geblieben!’

‘Sagt der Frauenversteher!’

‘Das Frauenverstehen zahlt leider meine Rechnungen nicht und was hab ich davon, dass ich die Frauen verstehe? Am Ende bekommt sie immer der Kimmelmann!’

‘Oh ja, dabei hättest du ihn so gerne für dich alleine!’ zischte seine Schwester ihm zu.

Augenblicklich hielt Wolle ihr den Mund zu und zischte erschrocken: ‘Sonja, pscht. Mutter ist im Garten!’

Hermine kämpfte sich frei, mit einem schmerzverzerrten Gesichtsausdruck blickte sie ihren Bruder an und rief entsetzt: ‘Was denn, du hast es ihr immer noch nicht gesagt?’

‘Es geht sie ja auch überhaupt nichts an, dass ich… dass ich sexuell unentschlossen bin.’

‘Der Volksmund sagt dazu homosexuell!’

‘Too much information!’ sang Tommi wippend und blickte apathisch an ihnen vorbei.

‘Davon darf keiner erfahren, ja!’ zischte Wolle wieder und blickte Tommi in die Augen. Und Tommi erwiderte seinen Blick. Betretenes Schweigen länger als 3 Sekunden, bis Hermine dazwischen ging. ‘Die Sache mit in die Augen kucken ist unser Ding, hatte ich gedacht?’

‘Ja, dass ist komisch, wie ähnlich ihr euch seid.’ flüsterte Tommi und blickte an beiden vorbei in den Rosengarten.

‘Bruderherz, Finger weg von Tommi, ja! Du kannst den Sohn vom Dr. Dalek haben!’

‘Wie meinst du das?’ meinten beide Jungs wie aus einem Mund.

‘Das werdet ihr heute noch herausfinden!’ grinste Hermine.

Fortsetzung folgt…

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Ein Knopf kommt selten allein… Teil 23

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 23

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHermine holte tief Luft und legte dann los: ‘Deine Zusammenfassungen sind zwar gut, aber du hast die ganzen romantischen Einzelheiten völlig unspektakulär wiedergegeben.’

‘Es tut mir leid, dass ich leider nicht in einer Schmalzbäckerei gelernt habe.’ versuchte sich Tommi zu verteidigen.

‘Du bist völlig unromantisch!’

‘Ernsthaft, ich und unromantisch, wir liegen hier in mitten eines historischen Pavillons im Schatten der weinbehangenen Wandelgänge des historischen Rosengartens, den deine Mutter übrigens sehr umfassend bewirtschaftet.’

Sie machte das Geräusch einer verrutschten Plattennadel.

‘Was denn?’

‘Also die Romantik, wenn meine Mutter in ihrem Hausfrauenkittel und den grünen Gummistiefeln mit einer Kippe im Mund im Rosengarten steht und sich nach dem Rauchen ihren Gummihandschuh wieder über die Hand schnalzen lässt, entschließt sich mir wirklich nicht.’

Chapeau!’ rief er und nahm gespielt seinen Hut vor ihr. ‘Wartet Milady, wenn ich euch mal das Wasser reichen dürfte.’

‘Ich würde gerne das Tagebuch weiter analysieren.’ meinte Mi themawechselnd.

‘Wieso?’ fragte Tommi und blickte sie dabei nicht an.

‘Schau mal zum Schloss!’

Er schaute zum Schloss hinauf und schüttelte den Kopf, weil er nicht verstand was sie meinte.

‘Also der Stallknecht muss ja ganz schön gut im Klettern gewesen sein, wenn er bis zum Fenster von Gwendolines Zimmer gekraxelt ist.’

‘Oh warte, da muss wilder Wein gewesen sein, an der Außenmauer. Ich dachte ich hätte da was drüber gelesen.’ rief Tommi aufgeregt und blätterte im Tagebuch.

‘Das macht Sinn! Ich finde das Wort phantasmagorisch sehr interessant.’ flüsterte Hermine eher beiläufig.

Er blickte über den Rand des Buches hinweg und zog eine Augenbraue ganz langsam nach oben, dass man den Eindruck hätte haben können, seine Augenbraue würde gleich seinen Haaransatz berühren. Den Schalter des Klugscheißermodus konnte man schier klicken hören, als er vor Sarkasmus triefend nochmal nachhakte: ‘Im Bezug auf den kleinen Stallknecht?’

‘So klein scheint er ja nicht gewesen zu sein.’ meinte sie schnippisch.

‘Da kenn ich mich jetzt nicht so gut aus.’ murmelte er mehr zum Schloss, als zu ihr.

‘Naja!’ kam es noch schnippischer von ihr.

‘Was soll denn dieses ‘Naja’ bitte heißen?’ frug er entschlossen und blickte sie an. Er hielt ihrem Blick nicht lange Stand und blickte wieder aufs Tagebuch.

‘Die Verwandtschaft zum Stallknecht kannst du jedenfalls nur schwer leugnen.’ platzte es aus ihr heraus.

‘Was hab ich dir über die sexuelle Belästigung beeinträchtigter Menschen gesagt.’ erzählte er nun dem Tagebuch, nur das Zucken über sein Gesicht verriet ihr, dass es ihm peinlich war.

‘Sorry, ist mir vorhin so ins Auge gesprungen!’ meinte sie als könnte sie kein Wässerchen trüben.

Er versuchte sich mit einer Hand seine Augen abzudecken und flüsterte: ‘Du machst mich echt fertig.’

‘Du musst dich jedenfalls für nichts schämen!’ grinste sie.

Jetzt blickte er sie an und frug erneut: ‘Hast du da etwa Vergleichswerte?’

‘Ach komm schon, als hättest du noch nie nen Porno gesehen.’

Er zog wieder seine Augenbraue hoch und blickte sie gleichzeitig leicht erschrocken an, dann sagte er langsam: ‘Nein, aber! Ich hab dir doch gesagt, ich bin noch nicht so weit!’

Nun versuchte sie wieder das Thema zu wechseln: ‘Ich glaube dieses Tagebuch hat wirklich einen negativen Einfluss auf uns.’

‘Die ganze versaute Welt hat einen negativen Einfluss auf all das Unschuldige in uns.’ berichtigte er sie.

Das wiederum machte sie jetzt doch sehr neugierig und stichelte weiter: ‘Sag mal hast du noch nie…?’

Er unterbrach sie mit einem ‘Was?’, dass er förmlich heraus spie.

‘Mit deinem Waschbären gespielt!’ fragte sie wieder so unschuldig wie möglich.

‘Ja, schon!’

‘Und wo liegt dann das Problem?’

Er schnaufte tief durch und fing dann erst an zu reden: ‘Ich werde jetzt nicht die Wortwahl der holden Gwendoline rezitieren, auch wenn es aufs Selbe hinauskommt. Aber dazu muss ich wohl doch meine medizinische Vorgeschichte etwas näher beleuchten…’

Nun unterbrach sie ihn: ‘Willst du damit sagen, dass du nicht zum Abschluss kommst?’

‘Doch dass schon, aber ich bekomme meistens vorher schon einen Krampfanfall und wache erst wieder auf, wenn ich aus dem Bett gefallen bin.’ stammelte er vor sich hin und ein Zucken lief wieder durch seinen Körper.

‘Okay, jetzt hätte ich doch gerne zuerst die medizinische Vorgeschichte.’ meinte sie kleinlaut.

Er atmete wieder tief durch und fing wieder an zu klugscheißern: ‘Obwohl ich mit dem Asperger Syndrom geboren bin, kann ich Sarkasmus ganz gut erkennen und kann mich ganz gut in Menschen hineinversetzen, auch wenn ich ihnen in der Regel nicht in die Augen sehen kann dabei. Soweit so gut, wenn da nicht der Exmann von meiner lieben Schwester gewesen wäre. Was ihn dazu bewegt hat, mir täglich eine Überdosis Ritalin ins Essen zu kippen, werde ich wohl nie erfahren. Wir kämpfen seit nem halben Jahr vom Ritalin runterzukommen, obwohl es eigentlich nicht abhängig macht, kann man es nicht einfach so absetzen. Nachdem ich in der Kindheit schon zu Krampfanfällen geneigt habe, hätte ich eigentlich nie Ritalin kriegen dürfen. Deshalb haben sich auch die Krampfanfällle in letzter Zeit drastisch verstärkt. Das mit dem Diazepam ist grad nur ne Notlösung und zum Entspannen der Muskeln. Nachdem das Ritalin nach meiner Pubertät eingesetzt wurde, hat es zumindest meine Entwicklung nicht weiter gestört, wie du heute morgen unschwer erkennen konntest. Nachdem das Ritalin in hoher Dosierung nicht nur die Psyche völlig kaputt macht, sondern auch noch die Libido vermindert, hatte ich eigentlich nie groß das Verlangen nach Befriedigung. Seit dem ich davon runter bin, ist das ein Bisschen anders. Das Problem ist nur, wenn ich Diazepam nehme, kann es sein, dass ich trotz eines erhöhten Erregungszustandes manchmal keinen hochkriege und obwohl es eigentlich gegen Krampfanfälle ist, verkrampft es die Muskeln und eigentlich ist es auch ziemlich schlecht für die Psyche.’

‘Und jetzt?’

‘Wir haben eigentlich gedacht, dass wenn wir erstmal hier sind, alles viel ruhiger wird und wir irgendwann alle Medikamente einfach weglassen können.’

Hermine küsste ihn einfach nur und meinte: ‘Wir sollten es wirklich etwas ruhiger angehen.’

Fortsetzung folgt…

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 8

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 8

tagebuch

Auch wenn es mir keiner je zugetraut hätte, bin ich doch das schwärzeste Schaf in unserer Familie. Der Eid, den ich geleistet habe, ist mir eigentlich scheißegal, außerdem war ich hackenstrack, als ich ihn gab. Aber Hand aufs Herz was diese Familie mir eigentlich bedeutet, wurde mir erst klar, seit ich hier unten mit ihnen festsitze. Ich würde mein trostloses Leben für die ganze Bagage geben, Furunkeln hin oder her.

Ich muss was gegen meine Depressionen tun, meine Stimmungsschwankungen sind ja nicht mehr feierlich. Wenn ich mal einen anderen Arzt treffen sollte, muss der unbedingt meine Selbstmedikation überprüfen. Ob ich dann von meiner latenten Drogenabhängigkeit erzählen soll? Hm. Wahrscheinlich werden wir nie wieder einen weiteren Arzt zu Gesicht bekommen.

Ich neige ja auch übrigens wieder ein Wenig abzuschweifen, also haben wir uns entschieden ein paar Männer rauszuschicken, die außerhalb der kleinen Ortschaft nach dem Rechten sehen sollten. Vorallem woher diese Sirene kommt und die Durchsagen kommen. Sie sollten so weit es nur irgend geht nach allem Brauchbaren sehen, vorallem verpackten Lebensmitteln, sauberes Wasser, Benzin, Medikamenten, Jod notfalls im Salz, wir sind hier immerhin in den Bergen. Und wenn jemand ein Buch für mich finden würde, mit echten Buchstaben oder eine Zeitung. Das wär ein Traum. Der Geruch von Druckerschwärze, stattdessen rieche ich nur die Tinte von meinem Schreiber. Langsam gewöhn ich mich dran blaue Farbe an den Fingern zu haben.

Achja und Informationen sollen sie auftreiben und wenn es irgend geht einen Geigerzähler! Eingepackt haben wir sie wie die Gummienten, sicher ist sicher. Wo die alte Cementa die Gasmasken herhatte, will ich gar nicht wissen, aber die runden das Bild wirklich ab. Gelbes Ölzeug, schwarze Gummistiefel und rote Gummihandschuhe und olivgrüne Gasmasken und jede Menge Klebeband.

Die Männer waren schon ein paar Tage weg, als der Schwarze Regen kam. Das war der Beginn als ich wieder zu beten begann. Ich wusste gar nicht mehr so wirklich wie das ging, aber die Frauen sangen ihre Gebete und so machten sie es mir leicht. An wen genau ich bete, kann ich nicht sagen, aber das wissen die Damen glaub ich auch nicht so genau. Wenn man ihnen öfter zuhörte, wozu ich hier nun leider verdammt bin, glaubten sie eher an den Gott des Aberglauben und an den heiligen König Sindel und die Kinder glaubten an den Gott des Schabernacks. Die haben mir doch tatsächlich Schmierseife in meine Opiumpfeife geschmiert.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 22

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 22

OLYMPUS DIGITAL CAMERANach dem Frühstück verzogen sich Hermine und Tommi in den Rosengarten. Wo der Kimmelmann gerade den Grill aufbaute und ein paar Biertische zu einer großen Tafel zusammenstellte. Sonja lief wie ein aufgeschrecktes Huhn vom Schloss zum Garten hin und her und dekorierte alles was ihr in die Finger kam.

Hermine zerrte Tommi durch eine scheinbar endlose Pergola, die von wilden Wein, Efeu und anderen Kletterpflanzen bewachsen war, bis sie bei einem kleinen Pavillon angekommen waren, der das Zentrum aller Wandelgänge war, die den Rosengarten einmal umrandeten, aber auch in vier gleiche Teile aufteilte.

Von diesem Punkt aus, konnte man alles und jeden im Garten beobachten, aber selbst konnte man nicht wirklich beobachtet werden. Tommi grinste wissend und zog das Tagebuch wieder aus der Tasche.

‘Ich glaub ich muss noch echt viel vorlesen, bis die Gwendoline vom Lustwandeln im Rosengarten erzählt.’

Hermine zog aus einem Kasten einige Polster und legte sie auf das hölzernen Kanapee, dass in Mitten des Pavillon thronte.

‘Die Wandelgänge sind angelegt worden, damit Gwendoline während ihrer Krankheit im Schatten wandeln konnte.’ meinte Hermine.

Tommi setzte sich, während Hermine noch ein paar Decken aus dem Kasten zauberte. Er lehnte sich zurück und blätterte in den Seiten des Buches bis er die Stelle fand, wo er gestern Nacht nicht weiter lesen wollte.

‘Also das ist jetzt der nicht jugendfreie Teil!’ meinte er ernst.

Sie setzte sich grinsend neben ihn und legte sich in seinen Arm. Tommi räusperte sich und begann erneut zu lesen:

‘Ich entschied mich dafür meine Hand dort zu lassen wo sie war und das zu beenden, womit ich begonnen hatte, aber nicht ohne mit den Fingerspitzen an seiner Hose herumzukriddeln. Und wie es der Zufall wollte, sprang der Knopf seines Hosenlatzes auf und ich konnte mich zumindest ein wenig erkenntlich zeigen.

Nun war der Stallknecht wahrlich nicht wie Butter in meinen Händen und die Stattlichkeit seiner Manneskraft war wahrlich phantasmagorisch. Ich musste den Impuls unterdrücken, die zweite Hand zur Hilfe zu nehmen, weil eine Hand wahrlich überfordert war mit seiner Männlichkeit.

Nur allein die Vorstellung davon, er könnte mich besteigen, ließ meine Sinne beflügeln und ich wusste gar nicht wie mir geschah. Sowas hatte ich noch nie gefühlt. In meiner Körpermitte schien sich etwas zusammenzuziehen, wie ein hungriges Tier und ich fing an zu stöhnen. Er musste mir den Mund zuhalten, damit ich mit meinem Geschrei die gute Alma nicht weckte. Plötzlich schien das Tier sich in meinem Inneren zu bewegen. Mein ganzer Körper fing an zu zucken. Plötzlich waren die Schmetterlinge wieder da und sie explodierten in meinem Schoss. Und dann war alles still. Nur noch mein Atem und sein Atem. Meine Sinne hatten mich wohl für einen Moment verlassen.

Ich kam erst später wieder zu mir. Es dauerte eine Weile bis ich wieder ganz bei mir war. Also ich muss den Schaft des Stallknechts die ganze Zeit fest umklammert haben. Ich wusste ja nicht was da mit mir geschehen war, aber in meinem Erregungzustand muss ich sein bestes Stück regelrecht gewürgt haben und dann hatte er sich in dem Moment über meine Hand ergossen, als ich mir meines Bewusstseins wieder gewahr wurde.

Als er wieder zu Atem kam, entzog er mir seinen schlaffer werdenden Schwengel und packte ihn zurück in seine Hose. Dann nahm er sein Halstuch und wischte meine Hand sauber.

Er stand auf, ging zu meinem Waschtisch und befeuchtete sein Tuch, um mir erneut über meine Finger zu wischen.

Behutsam deckte er mich zu und kniete sich vor mein Bett. Er flüsterte mir zu, während er mir über mein Haar strich und meine Chemise wieder zurechtzog. ‘Herrin, ich hoffe inständig es geht Euch gut!’

Ich nickte nur, weil die Wogen des kommenden Schlummers mich schon fast erreicht hatten.

‘Ich werde Euch erst verlassen, wenn Ihr eingeschlafen seid!’

Ein ‘Danke!’ stolperte aus meinem Mund und er meinte nur: ‘Ihr braucht Euch nicht bei mir zu bedanken. Die Freude habt Ihr Euch selbst geschenkt. Ich habe Euch nur in die richtige Richtung gestoßen.’

‘Dann danke fürs stoßen!’ flüsterte ich noch, bevor ich einschlief.

Als ich am Morgen wieder aus den süßesten je geträumten Träumen erwachte, fühlte ich mich wie neu geboren. Und das Lächeln auf meinen ungeküssten Lippen, konnte mir doch niemand auf der Welt je wieder nehmen. Er hatte mir so vieles gegeben, obwohl er mich ja nur in die richtige Richtung gestoßen hatte.

Dieser Stallknecht hatte mir nicht nur ungeahnte Freuden geschenkt, nein er hatte mir meine Hoffnung zurückgebracht.

Ich hatte die Augen geöffnet, in der Hoffnung er wäre noch in meiner Kammer, aber natürlich war er nicht mehr hier. Vom Fenster wehte ein kühles Lüftchen zu mir hinüber und ich musste mich wahrlich erstmal von meinem Decken befreien, bevor ich mich aufrichten konnte, um aus dem Fenster zu blicken.

Meine Füße fühlten sich leichter an als sonst und ich konnte immer noch den Duft von Lavendel auf meiner Haut spüren, als ich mich aus dem Bette schwang. Er stand mit meinem Pferden auf der Koppel und wässerte sie.

Ich hörte Alma in meinem Ankleidezimmer zetern, dass sie Verschlafen hatte.

Als ich zurück auf mein Bett blickte, lag dort auf einem der unberührten Kissen ein Sträußlein von getrockneten Lavendel, kunstvoll gebunden.

Später fand ich dann noch seinen Hosenknopf neben meinem Bette liegen. Ich hob ihn auf und nur das Schicksal wird es wissen, was dieser Knopf mir noch bringen wird.’  Tommi ließ das Buch sinken und versuchte den Gesichtsausdruck von Hermine irgendwie zu deuten.

Fortsetzung folgt…

Faszination Feuershow for Gauklerkönige 2015

Please vote! FF for Gauklerkönig!

Callabutterfly Blog

Faszination Feuershow for Gauklerkönige 2015

Liebe Leser,

ich brauch die nächsten Tage eure Unterstützung!

LT-FaszinationFeuershow
Meine Feuershowgruppe wurde zur Gauklerkönigwahl zu Kaltenberg aufgestellt.

Wir dachten ja erst, wir könnten mit den ganzen Mittelalter-Promis nicht mithalten, aber wir kennen viele Leute und die kennen viele Leute.

Die Abstimmung geht noch 2 Tage, man kann alle 24 Stunden Voten, also Bitte, Bitte, Bitte! Sagt es euren Onkeln und Tanten. Sagt es euren Nachbarn, auch wenn ihr sie nicht ausstehen könnt.

Bitte voten, posten, teilen und zwitschern was das Zeuch hält!

Es wäre uns ein wahren Feuerwerk Gauklerkönige zu werden…

Hier gehts zur Abstimmung:

http://www.gauklerkoenig.de/abstimmen.php?picid=12

Vielen lieben Dank und CU in Kaltenberg im Entschleunigungs-Lager der Faszination Feuershow vor dem Biergarten unterm Sonnensegel mit Bett! Und da bin ich wahrscheinlich anzutreffen.

Eure Callabutterfly aka Firefly von der Faszination Feuershow aka Bine

P.S. Am letzten Kaltenberg Wochenende rocken wir Could Mountain!!!

Faszination Feuershow for Gauklerkönige 2015

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Published in: Allgemein on 23. Juli 2015 at 19:01  Comments (1)  

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 21

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 21

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAls Tommi mit Hermine die Küche des Schlosses betrat, wusste er sofort, dass etwas nicht stimmte. Die Hunde lagen in der Küche und schliefen, dabei war es bereits Mittag.

‘Was ist mit den Hunden?’ rief er sofort und blickte seine Schwester fragend an.

‘Dieser Lutz hat die Hunde vergiftet, bevor er sich hier eingeschlichen hat! Wir waren gestern Nacht noch beim Tierarzt und nochmal bei der Polizei, sie sind alle übern Berg und Tich war die ganze Zeit bei dir. Ich wollts dir gestern nicht sagen…!’ berichtete Sonja.

‘Wo ist Tich überhaupt?’ fragte Tommi.

‘Bei mir und keine Sorge, er hat nichts gefressen, was er nicht darf. Aber wir haben noch 4 Giftköder gefunden. Er ist ein echt guter Spürhund. Gell!’ meinte ein Kerl mit Rastazöpfen, der vom Lieferanteneingang her gekommen war.

‘Ach Wolfgang, kommen Sie nur rein.’ rief Sonja.

Er war aber schon auf Tommi zugelaufen und drückte ihm erst Tich in den Arm und dann seine Hand zum Gruß. ‘Ich bin Wolle, der Bruder von Mi. Danke dass du sie gestern so heldenhaft gerettet hast.’

‘Ich bin Tommi und ich würde es jederzeit wieder tun!’ meinte Tommi, hob seine Gipshand hoch und grinste scheel. Dann kniete er sich mit Tich auf den Boden zu den anderen Hunden, um sich selbst zu versichern, dass es ihnen auch wirklich gut ging. Nur nach dem Befühlen von vier trockenen Schnauzen war er sich nicht so ganz sicher, ob es ihnen gut ging. Er hielt ihnen kurzerhand einen Wassernapf hin und Hermine gesellte sich zu ihnen, sie hatte den Napf von Tich in der Hand. Tich fing an zu fressen und die anderen Vier wurden dadurch anscheinend angespornt, denn sie schlabberten alle gleichzeitig aus dem Wassernapf.

Wolle drehte sich kopfschüttelnd zu Sonja um und fragte sie: ‘Frau Weißmüller, ich wollt mal fragen, ob ich bei Ihnen im Schloss unterkommen könnte, mein Vater hat mich quasi vor die Tür gesetzt, als er mich gesehen hat.’

‘Bitte was! Sie sind doch extra gekommen, um zu helfen?’ rief sie entsetzt.

‘Ja, arbeiten darf ich, ich darf nur nicht ins Haus.’ dabei zupfte er an seinen Haaren und versuchte zu lächeln.

‘Also wir haben hier genug Platz. Es wäre mir eine Freude.’ rief Sonja aufgeregt.

‘Boa, Danke. Ich dachte schon, ich muss in der Scheune schlafen.’

‘Deine Maschine kannst bei mir in der Werkstatt unterstellen.’ meinte der Kimmelmann, der gerade ebenfalls vom Lieferanteneingang hergekommen war. Er musste schmunzeln, als er sah, dass es den Hunden tatsächlich besser ging und wie Hermine, Tich und Tommi sich um sie kümmerten.

‘Jetzt setzt euch erstmal, ihr müsst ja halb verhungert sein. Der Dr. Dalek kommt nachher nochmal mit seinem Sohn vorbei und ich wollt eigentlich heute Abend alle zum Grillen einladen, was haltet ihr davon?’

‘Voll cool!’ rief Hermine, rappelte sich auf und ging zum Waschbecken hinüber, um sich die Finger zu waschen. ‘Ich wollt auch fragen, ob des okay ist, wenn ich heut Nacht bei Tommi schlafe, weil Vater ist grad echt lärmempfindlich und lachen darf man irgendwie auch nicht mehr. Ich will bloß auf keinen Fall heut Nacht alleine sein.’

‘Wenn deine Eltern nichts dagegen haben, gerne. Ich bin ganz froh, wenn ein paar Leute hier sind, gestern Nacht war es echt gruselig hier. Die Hunde haben die ganze Nacht gejammert. Das wird heute Abend voll lustig, Tommi. Liest du uns nochmal von dem Tagebuch vor?’ rief Sonja freudig erregt. Sie freute sich richtig über den eher positiven Trubel.

‘Nein, weil sich der Inhalt des Tagebuches zunehmend zu einem Porno hin entwickelt, werde ich keine Silbe mehr davon vorlesen.’ meinte Tommi

‘Dann lies nur die jugendfreien Stellen vor!’ meint Sonja und holte einen riesigen Berg Pfannkuchen aus dem Ofenrohr. ‘Und nachdem schon fast Mittag ist, hab ich noch ein paar deftige Pfannkuchen gemacht!’ Und sie holte noch einen Teller aus dem Backofen, der mit bereits gerollten Pfannkuchen gefüllt war, die herrlich dufteten.

Mahlzeit. Fortsetzung folgt…

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 7

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 7

tagebuch

Ob es sich nun durch einen eigenproduzierten Unfall, ein unliebsames Geschenk eines ausländlischen Agressor oder um etwas Extraterrestrisches handelt, (Wer hat mir nur so viele schwere Wörter beigebracht!?) dessen Endergebnis nun auf uns nieder kommt, kann und will ich gar nicht sagen, weil die saure Suppe müssen nun wir auslöffeln.

Auch wenn wir alle versuchten zu verdrängen, dass es mit uns früher oder später zu Ende gehen würde, habe ich die Anzeichen gut im Blick. Im Moment scheinen alle noch bei guter Gesundheit zu sein und die Symptome der sogenannten Strahlenkrankheit bleiben zunächst aus.

Wie ich dazu komme, ich habe immer viel gelesen, vorallem die fantastischen Geschichten von Bram Stoker und Mary Shelley, H.G. Wells und Jules Verne. Und wenn ich keine Romane mehr hatte, habe ich mich über wissenschaftliche Berichte aus allen Herren Länder hergemacht, auf die ich zur Zeit meines Studiums unbegrenzten Zugriff hatte. Und was ich in der Universität nicht bekommen habe, habe ich dann in der Zeit beim Militär zu lesen bekommen, bis ich nach sehr kurzer Zeit unehrenhaft entlassen wurde. Aber das ist nun eine Geschichte, von der ich bestimmt kein einziges Wort mehr schreiben werde und ich werde mich auch nicht dazu hinreißen lassen darüber zu erzählen, auch nicht wenn ich noch betrunkener sein sollte.
Á ta santé, wie die Franzosen sagen.

Doch ich hab nicht genug Medikamente dabei, um alle zu versorgen und vorallem haben wir nicht genug Jod da, um zumindest einer möglichen Verstrahlung entgegenzuwirken. Aber mit den Drogen die ich dabei hab, könnte ich alle ziemlich lange ins Aus schießen. Hm.

Sinnlosigkeit und Trostlosigkeit hin oder her, ich bringe es nicht übers Herz, meinem eigenen Fleisch und Blut Schaden anzutun. Irgendwie hab ich ja doch diesen Eid geleistet, auch wenn ich ihn in der Vergangenheit zu meinem eigenen Vorteil ziemlich gebeugt und gebogen habe. Ich bin wirklich kein Böser, aber ein Guter bin ich jetzt auch nicht mehr. Ich bin das was meine Arbeit aus mir gemacht hat, ich bin zu einem schlechten Menschen geworden.

Angebot und Nachfrage. Was soll ich tun? Ich bin auch nur ein Mensch und soll net leben wia a Hund.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 20

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 20

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEinen Moment später war Hermine wieder alleine im Zimmer und wieder kam ein Krachen aus dem Badezimmer und kurz darauf hörte sie Tommi fluchen: ‘Verfickte Scheiße!’

‘Wirklich alles in Ordnung bei dir?‘

‘Hab den Gips nass gemacht und jetzt ist mir das Duschgel runtergefallen.’

Sie öffnete die Tür einen Spalt: ‘Hört sich ein Bisschen nach mimimi an.’

‘Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!’

Sie sah das Duschgel auf dem Boden liegen: ‘Soll ich dir helfen?’

‘Hm! Ein Bisschen!’

Sie schlüpfte ins Badezimmer, hob das Duschgel auf und hielt es ihm hinter die Duschwand.

‘Kann ich schnell meine Zähne putzen?’

‘Klar!’

Als es das nächste Mal rumpelte, war sie gerade mit dem Zähneputzen fertig. Sie sah im Augenwinkel, das er fast gestürzt wäre und sich nun auf den Badewannenrand setzte. Sie klappte die Duschwand ein wenig zur Seite und riskierte einen Blick. Das Duschgel muss ihm aus der zitternden Hand gefallen sein, die er sich nun verkrampft gegen die Brust drückte. Über sein Gesicht huschte ein Zucken, als er sich gewahr wurde, dass sie kurzer Hand zu ihm in die Wanne gestiegen war. Mit einem unschuldigen Grinsen auf dem zerbeulten Gesicht, hielt sie ihm das Duschgel hin.

‘Mi, ich bin nackt!’ rief er entsetzt und legte seine Hand schamhaft in den Schoss, während er die andere Hand krampfhaft in die Höhe hielt, in der Hoffnung, dass der Gips nicht völlig durchweicht wurde.

‘Ja und ich hab noch was an, also keine Panik, ich hab die Hand am kalten Wasser, wenn du deine Finger nicht bei dir lassen kannst.’

Wieder huschte ein Zucken über sein Körper und er versuchte sie anzublicken.

‘Mach dir nicht ins Hemd und lass mich dir helfen!’ wisperte sie ihm zu, wie als würde sie mit einem scheuen Tier reden. ‘Wenn du hier nicht fertig wirst, kommen wir nie zum Frühstücken und du musst unbedingt meinen Bruder kennen lernen!’

Er nickte unmerklich und versuchte zu lächeln. Sie ließ ein wenig Duschgel in ihre Hand gleiten und trat näher zu ihm heran, um sich über ihn zu beugen. Sie wusch zuerst den Oberarm seiner Gipshand und ging dann auf seine Brust über.

‘Gib mir deine andere Hand!’ zischte sie ihm zu und blickte ihm dabei in die Augen. Diesmal hielt er ihrem Blick stand und begab sich in ihre fürsorglichen Hände.

Am Ende ihrer Waschung gab sie ihm ein wenig Duschgel in die Hand und meinte eher beiläufig: ‘Den kleinen Waschbären kannst du dir selber waschen, ich geh dir ein Handtuch holen.’

Damit drehte sie sich um und stieg aus der Wanne. Er wusch sich fertig und stand dann auf um das Wasser weiter aufzudrehen, um die Seife von seinem Körper zu spülen. Der Duft von Mango stieg auf. Er drehte sich nochmal zu der Duschgelsammlung um und musste schmunzeln, er hatte ihr Mangoduschgel erwischt. Jetzt bekam selbst er Hunger.

Als sie wieder in die Wanne stieg, stand er mit dem Rücken zu ihr da und duschte sich weiter ab. Unweigerlich musste sie auf seinen Hintern blicken und konnte einfach nicht widerstehen, sie musste ihm einfach einen Klaps verpassen.

Er zuckte zurecht zusammen und kam ins Taumeln, doch sie war bereits hinter ihn getreten und griff ihm im wahrsten Sinne des Wortes unter die Arme.

‘Sexuelle Belästigung von Behinderten ist fei auch verboten!’ zischte er ihr zu, klammerte sich aber mit seiner freien Hand an die ihre. Sie schmiegte sich an ihn und konnte dabei sein Zittern und seinen Herzschlag spüren. Er genoss einerseits ihre Nähe, aber andererseits würde er sich gerne irgendwo verkriechen. Völlig verkrampft biss er sich auf die Unterlippe, bis er Blut schmecken konnte.

Sie stellte das Wasser aus und reichte ihm sein Handtuch, um dann sicherheitshalber die Frage zu stellen: ‘Fühlst du dich denn belästigt!’

‘Ein Bisschen!’ flüsterte er, leckte sich über die Unterlippe und musste ein Stöhnen unterdrücken. Unter Schmerzen und zitternd schlang er sich das Handtuch um seine Hüften und drehte sich langsam um. ‘Weils mir ein Bisschen zu schnell geht alles, ich bin noch nicht soweit!’ erzählte er mehr der Badewanne als ihr. ‘Aber andererseits kann es mir nicht schnell genug gehen. Du musst ein bisschen Geduld mit mir haben!’ Er zitterte am ganzen Körper und sein Gesicht sah merkwürdig verkrampft aus.

‘Es geht auch zu schnell und es ziemt sich eigentlich wirklich nicht, was wir hier tun.’ flüsterte sie zitternd und wand sich ab.

‘Hey!’ rief er. ‘Komm her!’ Und nahm sie in den Arm, als sie sich wieder zu ihm umwandte. ‘Weißt du vorgestern noch, hab ich nicht mal meiner Schwester in die Augen geschaut und heute steh ich nackt mir dir hier in der Wanne und man kann durch dein Shirt sehen und…’ Er blickte über ihre Schulter hinweg und hatte einen atemberaubenden Blick auf ihr fast durchsichtiges Höschen.

‘Schaust du da gerade auf meinen Hintern!’ rief sie empört.

‘Schuldig im Sinne der Anklage!’ beichtete er ihr, lockerte seine Umarmung, um ihr besser ins Gesicht blicken zu können. Er versuchte seine blutige Lippe vor ihr zu verbergen.

‘Ich hab gehört, es soll Pfannkuchen geben!’ grinste sie ihn an und machte Anstalten aus der Wanne steigen zu wollen.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 19

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 19

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm nächsten Morgen wachte Tommi auf, der Hahn krähte sich die Seele aus dem Leib. Hermine lag halb auf ihm. Neben ihm auf dem Kopfkissen, lag das Tagebuch und seine Hand war in der leeren Chipstüte. Ihre Hand war unter seinem Shirt und mit ihrer Hüfte stieß sie gehen seine Morgenlatte, als sie sich im Schlaf bewegte. Vorsichtig versuchte er unter ihr rauszurollen ohne sie zu wecken, was ihm natürlich nicht gelang. Ihre Hand rutschte unter seinem Shirt heraus und landete genau da, wo es sich bestimmt nicht ziemte.

‚Morgen Scherzkeks!‘ flüsterte er ihr ins Ohr, nahm ganz vorsichtig ihre Hand von seiner Morgenlatte und fuhr dann fort. ‚Ich wollte dir bestimmt nicht zu nahe treten mit m… m….!‘

Ein flüchtiges Lächeln unterbrach sein Stottern und sie entzog ihm ihre Hand und schob sie wieder unter sein Shirt.

Nach einer Weile fragte sie: ‚Kannst du dich an all die Worte erinnern, die du gestern Nacht zu mir gesagt hast?‘

‚Vielleicht nicht an jedes Einzelne aber an die Wichtigsten, wieso?!‘

‚Magst du sie mir aufschreiben, damit ich sie nicht vergesse…!‘

‚Aber gerne. Ich schreib sie dir auf jede Wand, wenn du willst.‘

Sie lächelte und hatte Tränen in den Augen. Etwas vibrierte unter ihnen und sie musste lachen. ‚Guten Morgen Jenny!‘

Blitzartig setzte sie sich auf und begann ihr Handy zu suchen. Sie fand zuerst die Chipstüte, dann den Hund und als sie dann unter seinem Hintern ihr Handy rauszog, musste sogar er lachen. Er hatte sich wieder unter die Decke gerettet, während sie auf ihrem Handy rumschob und eher beiläufig erzählte, was sie geschrieben hatte: ‚Sie will ein Foto von dir!‘

‚Boa, ne. Ich schau bestimmt aus wie ein drogensüchtiger Waschbär!‘ rief er laut und hielt sich die Decke halb vors Gesicht. Sie machte trotzdem ein Foto und lachte: ‚Das sieht jetzt aus wie ein drogensüchtiger Promipanda!‘

‚Der Drogenpanda würde dann gerne im Bad verschwinden, um sich in der Dusche zu ertränken.‘

In dem Moment als Tommi im Bad verschwand, hörte sie ein bekanntes: ‚Klopf, Klopf!‘

Sie rief: ‚Wer ist da?‘

‚Der große böse Wolf!‘

Die Tür ging knarrend auf und ihr Bruder stand in der Tür. Von seinem Kopf baumelten ein paar Rastazöpfe.

‚Wolle, was hast du mit deinen Haaren gemacht? Du siehst aus wie Tingle Tangle Bob!‘

‚Mi, was hat der Arsch mit deinem Gesicht gemacht?‘ rief ihr Bruder, er war mit einem Satz im Zimmer und ans Bett gestürzt.

Es ging die Klospülung und ihr Bruder blickte sie misstrauisch an.

Sie versuchte sich zu rechtfertigen, obwohl er kein einziges Wort gesagt hatte: ‚Tommi ist heut Nacht da geblieben. Er wollt mich nicht allein lassen.‘

Ihr Bruder blickte auf die Hose, die auf dem Boden lag und zog eine Augenbraue rauf. ‚Das ging aber schnell!‘

‚Oh, liebes Dr. Sommer Team, ich hab mit dem neuen Hausherrn im Bett Chips gegessen und wir hatten nur Unterwäsche an! Werd ich jetzt schwanger?‘

Vom Badezimmer hörte man ein Krachen und dann ein: ‚Shit!‘

‚Hey Waschbär, alles in Ordnung da drin!‘ rief sie.

‚Ja, ähm. Gar nicht so einfach mit einer Hand.‘ antwortete Tommi aus dem Bad.

‚Hat er sich wirklich die Hand gebrochen, weil er dem Sack eine Aufgestrichen hat?‘ fragte ihr Bruder.

‚Ich glaub betoniert ist da das richtigere Wort.‘

‚Dann brauch ich das ja jetzt nicht mehr machen?‘

‚Erspar Paps bitte noch mehr Ärger!‘

‚Wo wir grad beim Thema sind. Er ist von meiner Frisur noch weniger begeistert, als dass ich mit nem Motorrad gekommen bin. Ich werd wohl fragen müssen, ob ich beim Kimmelmann unter komme.‘

‚Du kannst bestimmt im Schloss schlafen, die Schwester vom Tommi ist mal so richtig in Ordnung.‘

‚Ja, die Frau Weißmüller hat mich grad zum Brunch eingeladen. Die ist ja mal ein heißer Feger.‘

‚Das hab ich gehört!‘ kam es vom Bad.

‚Ja und erspar dir jedliche Anstrengung, der Kimmelmann war schneller.‘ meinte Hermine und grinste.

‚Danke, Frl. Mi. Die Bilder in meinem Kopf haben sich gerade in meine Netzhaut eingebrannt.‘ kam es wieder vom Bad und dann könnte man das Wasser der Dusche hören.

‚Ach, er mag den Kimmelmann nicht?‘

Sie grinste nur.

‚Ich geh mal nach den Viechern sehen? Du kommst mit dem Waschbären zurecht?‘

‚Ja, kannst du den Hund mitnehmen? Tich, wo steckst du?‘

Der Hund tauchte unterm Bett auf und tat so, als hätte er sich gerade nicht mit der Chipstüte vergnügt.

Fortsetzung folgt…

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 6

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 6

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Wer wacht über die Rastlosen, der Gott des Schabernacks?

Ich bin mal wieder ein wenig abgeschwiffen, so wie die Zeit hier im Keller kaum vergehen mag, so flügge rinnen mir meine Gedanken durch die Finger.

Ich war beim Leben stehengeblieben, so trostlos und sinnlos es auch sein mag. Ich kann meine Familie nicht im Stich lassen, so einfach es auch sei, sich klammheimlich aus dem Staub zu machen. Ich bin immerhin ein verdammt junger Arzt. Und neben meinen eher verschroben wirkenden Bruder muss ich ja aussehen wie eine Rakete. Schlechter Witz.

Wenn es nun eine Rakete war, die uns ins Aus geschossen hat? Hm. Wie viele Thesen hab ich jetzt?

Die Sonne ist uns auf den Kopf gefallen?

Es war ein Vulkanausbruch?

Die körpereigenen Gase meines Großonkels Watzlaf?

Ein Komet hat uns gestreift oder gar getroffen?

Eine Rakete oder eine Bombe?

Ein Unfall wie auch immer geartet?

Was bringt es mir ein so helles Köpfchen zu sein und obendrein der bestaussehenste Arzt auf Erden zu sein, also der Einzige in Reichweite und vielleicht auf der ganzen Welt. Wo ist nur meine Opiumpfeife?

Auch wenn das Kerzenlicht ganz schön bescheiden ist zum Schreiben, ein Gutes hat die Sammelleidenschaft der alten Cementa ja, die Kerzen werden uns in der nächsten Zeit wohl nicht ausgehen. Nur ob ich den Vanilleduft auf Dauer ertragen kann, ich weiß es nicht.

Zum Glück hat sie mir eine Lavendelkerze vor die Nase gestellt.

Ich mach mir einmal Sorgen um die Luft und dann um den Sauerstoffgehalt. Nachdem ich aber immer noch nur wage eine Vermutungen habe, mit was das Land oder die Luft eigentlich verseucht und / oder verunreinigt wurde, aber die Anzeichen die ich bis jetzt zusammengetragen habe, lassen fast nur den Schluss zu, dass es sich um eine wie auch immer geartete Verstrahlung handeln muss.

Hätte der Tesla nur nie damit angefangen sich selbst mit Röntgenstrahlen zu verbrennen und hätte H.G. Wells nur nie diesen unsäglichen Roman geschrieben, dann hätte der Oppenheimer bestimmt nie diese Bombe erfunden.

Fortsetzung folgt…

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