Tagebuch eines Unbekannten – Teil 5

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 5

tagebuchWir machten das Haus dicht, mit allem was wir zum Abdichten fanden. Die Sonne hatte sich mittlerweile verdunkelt und mir schwante arges. Auch am nächsten Morgen wurde es nicht wieder hell. Ich beobachtete den Himmel von einem Platz am Kellerfenster.

Naja, ich versuchte den Himmel zu beobachten. Abundzu ging ich nach oben und blickte durch die blinden Fenster. Aber die Sonne schaffte es nicht durch den Dunst und die dunklen Wolken.

Das Licht ist ganz schön schlecht im Keller und mein Kugelschreiber macht es wahrscheinlich auch nicht mehr lange. Mein Leben hat keinen Sinn mehr. Ich überlege mir kuriose Möglichkeiten, wie ich meinem lächerlichen Leben ein Ende machen kann. Mit Opium oder anderen Drogen habe ich es wahrscheinlich schon oft genug probiert, das klappt nie! Es ist wie ein Fluch. Ich bin zum Überleben verflucht, wo es mich doch nach nichts anderem hin sehnt, als nur den einsamen Tod in einer Badewanne voll Blut. Die alte Cementa hat nur keine Badewanne, so ein Mist und den Sautrog haben sie in die Garage gestellt.

‘Baden macht krank und elend!’ sagt die alte Cementa immer.

Ein einsamer Tod in einer bis unter die Hutkrempe überfüllten Garage voll Viechzeuch, ist nicht gerade spektakulär. Am Ende fressen mich die Schweine! Das wäre ja wie Perlen vor die Säue zu werfen und so wie die Weiber mich hier anschauen, mit ihren schiefen Zähnen, wäre es wohl eher ein lupenreiner Diamant für die Schweine. Ich will ja nicht eingebildet klingen, aber wenn mir mal jemand das Wasser reichen könnte. Den Witz verstehen sie auch immer nicht, die Pomeranzen des Wahnsinns hier im Keller.

Habe mir überlegt, dass ich erstmal, verdammt, der Stift geht zu Ende, wo ich doch nur überleben will.

Neuer Stift neues Glück. Das ist doch nicht der Ernst, soviel Zeug im Haus und keinen Stift der funktioniert. Nochmal von vorne, ich habe mir überlegt, dass ich erstmal am Leben bleibe und der Dinge harre, die da noch kommen mögen, es ist ja immerhin meine Familie und über die Familie lass ich ja doch nichts kommen, so inzestiös und furunkelbehaftet sie auch sein mögen und wenn die Frauen mich noch lüsterner angrinsen.

Das mit dem Stift geht ja echt nicht, das ist ja zum Mäuse melken…

Alle Guten Dinge sind drei. Wenn der Stift nicht gescheit schreibt, werde ich mit dem unbegrenzten Vorrat an knallroten Lippenstift fortfahren, den ich im Nachtkästchen der alten Cementa gefunden habe. Auch wenn dann meine Worte für die Nachwelt für immer verloren gehen werden, in der Verschmelzung aus fett und roter Farbe, für immer unkenntlich gemacht und eher zur Koketterie und reichlich Unsinn einladen sollen, als das Geschriebene zu Lesen. Aber ich hätte es ja nicht gedacht und vorallem nicht zu träumen gewagt, wie gut dieser Stift läuft. Danke an wen auch immer.

Fortsetzung folgt…

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