Ein Knopf kommt selten allein… Teil 19

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 19

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm nächsten Morgen wachte Tommi auf, der Hahn krähte sich die Seele aus dem Leib. Hermine lag halb auf ihm. Neben ihm auf dem Kopfkissen, lag das Tagebuch und seine Hand war in der leeren Chipstüte. Ihre Hand war unter seinem Shirt und mit ihrer Hüfte stieß sie gehen seine Morgenlatte, als sie sich im Schlaf bewegte. Vorsichtig versuchte er unter ihr rauszurollen ohne sie zu wecken, was ihm natürlich nicht gelang. Ihre Hand rutschte unter seinem Shirt heraus und landete genau da, wo es sich bestimmt nicht ziemte.

‚Morgen Scherzkeks!‘ flüsterte er ihr ins Ohr, nahm ganz vorsichtig ihre Hand von seiner Morgenlatte und fuhr dann fort. ‚Ich wollte dir bestimmt nicht zu nahe treten mit m… m….!‘

Ein flüchtiges Lächeln unterbrach sein Stottern und sie entzog ihm ihre Hand und schob sie wieder unter sein Shirt.

Nach einer Weile fragte sie: ‚Kannst du dich an all die Worte erinnern, die du gestern Nacht zu mir gesagt hast?‘

‚Vielleicht nicht an jedes Einzelne aber an die Wichtigsten, wieso?!‘

‚Magst du sie mir aufschreiben, damit ich sie nicht vergesse…!‘

‚Aber gerne. Ich schreib sie dir auf jede Wand, wenn du willst.‘

Sie lächelte und hatte Tränen in den Augen. Etwas vibrierte unter ihnen und sie musste lachen. ‚Guten Morgen Jenny!‘

Blitzartig setzte sie sich auf und begann ihr Handy zu suchen. Sie fand zuerst die Chipstüte, dann den Hund und als sie dann unter seinem Hintern ihr Handy rauszog, musste sogar er lachen. Er hatte sich wieder unter die Decke gerettet, während sie auf ihrem Handy rumschob und eher beiläufig erzählte, was sie geschrieben hatte: ‚Sie will ein Foto von dir!‘

‚Boa, ne. Ich schau bestimmt aus wie ein drogensüchtiger Waschbär!‘ rief er laut und hielt sich die Decke halb vors Gesicht. Sie machte trotzdem ein Foto und lachte: ‚Das sieht jetzt aus wie ein drogensüchtiger Promipanda!‘

‚Der Drogenpanda würde dann gerne im Bad verschwinden, um sich in der Dusche zu ertränken.‘

In dem Moment als Tommi im Bad verschwand, hörte sie ein bekanntes: ‚Klopf, Klopf!‘

Sie rief: ‚Wer ist da?‘

‚Der große böse Wolf!‘

Die Tür ging knarrend auf und ihr Bruder stand in der Tür. Von seinem Kopf baumelten ein paar Rastazöpfe.

‚Wolle, was hast du mit deinen Haaren gemacht? Du siehst aus wie Tingle Tangle Bob!‘

‚Mi, was hat der Arsch mit deinem Gesicht gemacht?‘ rief ihr Bruder, er war mit einem Satz im Zimmer und ans Bett gestürzt.

Es ging die Klospülung und ihr Bruder blickte sie misstrauisch an.

Sie versuchte sich zu rechtfertigen, obwohl er kein einziges Wort gesagt hatte: ‚Tommi ist heut Nacht da geblieben. Er wollt mich nicht allein lassen.‘

Ihr Bruder blickte auf die Hose, die auf dem Boden lag und zog eine Augenbraue rauf. ‚Das ging aber schnell!‘

‚Oh, liebes Dr. Sommer Team, ich hab mit dem neuen Hausherrn im Bett Chips gegessen und wir hatten nur Unterwäsche an! Werd ich jetzt schwanger?‘

Vom Badezimmer hörte man ein Krachen und dann ein: ‚Shit!‘

‚Hey Waschbär, alles in Ordnung da drin!‘ rief sie.

‚Ja, ähm. Gar nicht so einfach mit einer Hand.‘ antwortete Tommi aus dem Bad.

‚Hat er sich wirklich die Hand gebrochen, weil er dem Sack eine Aufgestrichen hat?‘ fragte ihr Bruder.

‚Ich glaub betoniert ist da das richtigere Wort.‘

‚Dann brauch ich das ja jetzt nicht mehr machen?‘

‚Erspar Paps bitte noch mehr Ärger!‘

‚Wo wir grad beim Thema sind. Er ist von meiner Frisur noch weniger begeistert, als dass ich mit nem Motorrad gekommen bin. Ich werd wohl fragen müssen, ob ich beim Kimmelmann unter komme.‘

‚Du kannst bestimmt im Schloss schlafen, die Schwester vom Tommi ist mal so richtig in Ordnung.‘

‚Ja, die Frau Weißmüller hat mich grad zum Brunch eingeladen. Die ist ja mal ein heißer Feger.‘

‚Das hab ich gehört!‘ kam es vom Bad.

‚Ja und erspar dir jedliche Anstrengung, der Kimmelmann war schneller.‘ meinte Hermine und grinste.

‚Danke, Frl. Mi. Die Bilder in meinem Kopf haben sich gerade in meine Netzhaut eingebrannt.‘ kam es wieder vom Bad und dann könnte man das Wasser der Dusche hören.

‚Ach, er mag den Kimmelmann nicht?‘

Sie grinste nur.

‚Ich geh mal nach den Viechern sehen? Du kommst mit dem Waschbären zurecht?‘

‚Ja, kannst du den Hund mitnehmen? Tich, wo steckst du?‘

Der Hund tauchte unterm Bett auf und tat so, als hätte er sich gerade nicht mit der Chipstüte vergnügt.

Fortsetzung folgt…

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