Tagebuch eines Unbekannten – Teil 9

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 9

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Wir haben unser Möglichstes getan, dass sie gesund wieder kommen, wenn sie all das beherzigen, was ich ihnen versucht habe, in der kurzen Zeit einzubläuen. Doch sie sind schon ziemlich lange weg.

‘Die werden schon wieder kommen!’ meinte Cementa ungefähr 100 mal am Tag und langsam könnten wir ihr echt glauben, sie glaubt es nämlich nicht mehr.

Ich bete wieder. Ich will ja nicht am Ende mit den ganzen Frauen allein da sitzen, sonst muss ich sie am Ende noch begatten. Mir spühlt mein Erbrochenes in meine Mundhöhle bei dem Gedanken. Ich werd mich nun selbst untersuchen gehen, nicht dass ich der Erste bin, den die Strahlenkrankheit erwischt hat. Vielleicht hat der Gott des Schabernacks meine Gebete längst erhört und macht auf eine höchst alberne Art und Weise mit meinem lachhaften Leben endlich Schluss.

Ich sollte vorher einen Nachfolger ausbilden. Hm. Werde mir unter den Dorfschranzen eine potentielle Krankenschwester raussuchen, auf dass alle Anderen, die täglich ihre Augen auf mich werfen, sich lüstern den Geifer vom Mundwinkel wischen und dabei gackern, wie die Hennen, sich gegenseitig die Augen auskratzen.

Ich hab mir die Mathilda rausgesucht. Schwester Mathilda hört sich doch einfach nur perfekt an.

Warum ich gerade sie aussuchte, weil sie schöne Zähne hat, verdammt schöne Zähne. Das war aber nicht der einzige Grund. Sie war die Einzige, die mir nicht offenen Mundes hinterher geiferte. Es waren eher ihre verstohlenen Blicke die mein Interesse weckten. Und das flüchtige Lächeln, das sofort von ihrer traurigen Miene überschattet wurde. Wenn sie mich grad nicht verstohlen anblickte, blickte sie sehr traurig in die Leere. Ich versuchte der Sache auf den Grund zu gehen, hatte ja eh nichts anderes vor.

Sie hat zwei Kinder, Emilie und Vladi, Zwillinge und die streiten sich ständig. Die Kleine kommt immer zu mir und versteckt sich, wenn ihr Bruder sie wieder vertrimmt hat. Die kleine Emilie ist ziemlich süß und ich mag Kinder noch viel weniger als Frauen. Das ist auch was was ich echt abstellen muss, die Kinder hier sind unsere Zukunft und die kleine Emilie ist so zuckersüß, dass man sie mit Haut und Haaren fressen möchte. Hm. Warum schreibe ich sowas? Das muss der Hunger sein. Ich werde jeden daran hindern… was für Gedanken man kriegt, wenn man Hunger hat und das Essen knapp wird.

Fortsetzung folgt…

 

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