Ein Knopf kommt selten allein… Teil 36

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 36

OLYMPUS DIGITAL CAMERA‘Einen wunderschönen guten Morgen, ihr beiden Turteltäubchen!’ trällerte Sonja, als sie die Vorhänge aufzog und das Fenster aufriss. ‘Der Anwalt kommt in einer viertel Stunde. Das Jugendamt will mit nem Psychologen noch ein paar Fragen mit euch klären!’

Ein ‘Nöh’ kam unter der Decke hervor, während Tommi wie ein Toter im Bett lag, bis er sich mit samt der Decke umdrehte und vor sich hin grunzte.

‘Shotgun und Erste im Bad!’ rief Hermine, stand auf und tappte ins Bad.

‘Tommi schau bitte, dass du in einer viertel Stunde fertig bist.’ meinte Sonja noch, bevor sie wieder raus ging. Tich sprang vom Bett, zerrte unterm Bett die Giraffe hervor und lief mit samt der Giraffe Sonja hinterher.

Als Tommi endlich runter kam, saß Hermine schon am Tisch und grinste ihn breit an, bevor sie sich einen gerollten Pfannkuchen halb in den Mund schob.

‘Darf ich eigentlich mal fragen, was es mit den Pfannkuchen auf sich hat!’ fragte Wolle, der gerade zum Lieferanteneingang hereinkam.

‘Mein Ex-Mann hat angefangen, während einer Diät meinerseits, Ritalin in den Pfannkuchenteig zu kippen, damit sich Tommi immer ganz ruhig verhielt.’ berichtete Sonja, als sie mit dem Anwalt in der Tür auftauchte.

‘Am Ende ihrer Diät hat er es dann in den Puderzucker getan!’ erklärte Tommi, während er sich Unmengen Puderzucker über seinen Pfannkuchen streute.

‘Und ich hasse Puderzucker!’ warf Sonja ein.

‘Das ging gut, bis Sonja einen russischen Zupfkuchen zu einem Elternabend mitgebracht hatte.’ warf Tommi mampfend ein.

‘Ich hab meinen Job verloren. Und wir haben dann ein halbes Jahr im Frauenhaus verbracht, bis die Scheidung endlich durch war und mein Ex danach leider nur auf Bewährung verknackt wurde.’ fuhr Sonja fort.

‘Ein Glück, dass es so schnell ging. Ich konnte die Testamentseröffnung nicht noch länger zurückhalten!’ meinte der Anwalt. ‘Wir könnten Ihren Exmann aber noch auf Schmerzensgeld verklagen!’

‘Ehrlich, ich bin froh, wenn ich das Arschloch nicht mehr sehen muss. Ich bin froh, dass wir unsere Sachen haben und damit ist es für mich gut.’ rief Sonja und blickte dabei Tommi an, der mit einem Pfannkuchen im Mund nickte.

‘Und warum gibt es jetzt jeden Tag Pfannkuchen?’ fragte Hermine.

‘Um sicher zu gehen, dass da nichts drinnen ist!’ meinte Tommi und nahm wieder den Puderzuckerstreuer in die Hand. Er bearbeitete den nächsten Pfannkuchen mit Puderzucker und dabei wanderte sein Blick unter den Tisch. Nach einem Moment des apathischen Starrens wurde er von Mi aus seinen Gedanken gerissen.

‘Erde an Tommi?’ flüsterte sie und blickte ihrerseits unter den Tisch.

‘Echt oder, dass ist nicht dein Ernst, böser Hund!’ rief sie aufgeregt.

Tich verging sich unter dem Tisch an der Giraffe.

Tommi schüttelte zuckend den Kopf und murmelte etwas in sich hinein, was sich wie: ‘Sex, Sex, Sex. Sogar der Hund.’

Alle blickten unter den Tisch und Tich hielt in der Bewegung inne und versuchte den Eindruck zu erwecken, als hätte er nichts getan. Sonja schüttelte den Kopf und quietschte: ‘Tich du Ferkel!’

Sie nahm die Giraffe mit zwei Fingern und brachte sie zum Waschbecken. Während sie das heiße Wasser aufdrehte, suchte sie nach dem Chlorreiniger.

‘Wir müssen dann auch eh los, es ist schon spät!’ meinte der Anwalt. Hermine stand auf und ging zu Tommi hinüber. Er blickte immer noch fassungslos auf den Hund.

‘Komm schon Tommi, lass es uns schnell hinter uns bringen!’

Tommi nickte und stand auf. Seine Finger zitterten, doch Hermine packte ihn bei der Hand und zerrte ihn aus der Küche. Ein paar Minuten später saßen sie im Wagen des Anwalts.

Fortsetzung folgt… 

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Tagebuch eines Unbekannten – Teil 13

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 13

tagebuchAm Ende haben Sie ein Benzindepot und Weizensilo gefunden, bei der Bayerische Warenvermittlung landwirtschaftlicher Genossenschaften auf Aktie und beschlossen sich aufzuteilen. Ein Paar haben sich neue Wagen gesucht zum Transport und sind zurück gefahren, ein Paar sind dort geblieben, um ihren Schatz zu bewachen und ein Paar sind zur nächstgelegenen Kaserne gefahren, mit dem Militärautomobil.

Nun ging alles recht schnell. Erst wurden alle Kinder eingetütet und in den Bus gebracht.

Man glaubt gar nicht, dass die Erfindung der Plastiktüte uns allen mehr oder weniger den Arsch gerettet hat. Wir hatten nicht für alle Regenkleidung oder gar Gasmasken. Also versuchten wir sie wenigstens für die Fahrt alle so gut wie möglich zu verpacken, ohne sie zu ersticken. Dann verpackten wir die Frauen bis der Omnibus voll war. Die Tiere und das Futter wurden in den Lastkraftwagen verfrachtet. Alles was in Plastiktüten gepackt werden konnte, wurde verpackt und mitgenommen.

Trotzdem mussten wir zweimal fahren, bis wir alle verfrachtet hatten. Die alte Cementa mussten wir erst betäuben, bevor wir sie einpackten.

Ich fuhr bei der letzten Fuhre mit. Es war eine holprige Fahrt und ich blickte in die Blut unterlaufenen Augen der Männer. Sie waren abgekämpft und halb verhungert. Ich hoffte inständig, dass die Frauen irgendwas Essbares zu Suppe verarbeitet haben, bis wir an unserem neuen zu Hause angekommen sind.

Fortsetzung folgt

Durch Lauch Durchlaucht

Durch Lauch Durchlaucht

Oder vom Lauchen und gelaucht werden…

LeekEs gibt so Tage, da sollte Mann besser im Bett bleiben und sich einfach die Decke über den Kopf ziehen, weiter schlafen oder sonst was machen. An solchen Tagen, sollte Mann einfach nicht den Fehler machen aufzustehen.

Doch ist es meist die Arbeit, die einen aus dem Bette zwingt, auch wenn es bei diesem Beruf meist erst zur Mittagsstund ist.

Beruf kann man es nicht nennen, so ist es eher eine Berufung. Und die Berufung ist es, die mich immer wieder hinunterlaufen lässt in die große Halle und dort dann auf Gedeih und Verderb dem Jubel und dem Applaus des adeligen Pöbels ausgeliefert zu sein und der bösen Tritte meiner Durchlaucht und den weniger bösen Tritten seiner Gemahlin.

So bin ich es und so stehe ich hier, jeden Tag in der Mitte der Halle vor dem Throne meines Königs und gebe zum Besten was ich in der harten Schule des Lebens gelernt habe und später dann zieht meine Kunst mich von Seitensprung zu Seitensprung, auf dass es mir einmal das Kreuz brechen möge…

Und genau aus diesem Alptraum erwachte ich schreiend und wunderte mich gar seltsam wo ich denn lag, als mir die grelle Fratze schier die Äuglein ausbrannte. War es doch die Kammer der Königstochter und das Geschrei war nicht nur von mir und auch nicht von ihr, es war von der Königin selbst.

Sie rief gar laut und kreischte dabei, dass es mir dabei den Atem gefrieren ließ: ‘Was hat sie, was ich nicht habe?’

Ich verschluckte einen Kommentar und machte Anstalten mich so unauffällig wie möglich davonzustehlen zu wollen, während sie sich die wohlfrisierten Haare raufte.

Doch lag ich wahrlich nicht allein in dem Bette, die Königstochter lag auch drin, beziehungsweise auf mir drauf.

Splitterfasernackt und den Ausblick, den ihre Mutter zu haben schien, erfreute sie noch weniger als die Tatsache, das ich überhaupt hier war.

Im nächsten Moment wurde ich schon eher unschön und grob gepackt und zum Kerker geschleift, wo man mich im hohen Bogen in das tiefe Loch warf, wo sonst nur Strauchdiebe, Wilderer und Mörder landeten.

Ich sollte heute noch angeklagt werden. Das ging aber schnell.

Eine schwarz umhüllte Gestalt, die unschwer als Henker zu erkennen war, schleifte mich aus dem Verließ und brachte mich in einen Raum, den ich als den alten Vorratskeller kaum wiedererkannte. So hat man hier in Windeseile einen Gerichtssaal eingerichtet. Nur dass in diesem Raum kein Richter und auch keine Geschworene auf mich warteten. Kein Mann war hier, außer mir und auch der König wart nicht vor Ort oder wenigstens ein Priester.

Es waren nur Frauen in diesem Raum, sogar die Äbtissin vom Kloster unweit des Schlosses. Und als es mir gewahr wurde, dass ich mit all diesen Damen hier bereits ein Stelldichein gehabt hatte, von der Äbtissin mal ganz abgesehen, aber ein paar ihrer Schwestern haben mir schon den Peter poliert.

Dass ich für meine Taten höchstwahrscheinlich in der Hölle lande, war mir klar. Doch die Äbtissin habe ich nie angerührt, das schwöre ich bei Gott.

Bloß dass hier, war viel schlimmer, alles all das was der Pastor uns am Sonntag immer predigte.

Die Äbtissin erhob das Wort: ‘Bringt den Beschuldigten nach vorne!’

Erst jetzt erkannte ich, dass die starken Arme, die mich in den Raum zerrten auch von einer Frau waren. Unter der schwarzen Kapuze konnte ich die Rundungen ihrer enormen Brüste sehr gut erkennen. Das muss die Metzgerstochter sein. Sonst schleppt sie Schweinehälften hin und her und jetzt trägt sie mich fast auf den Sündenstuhl und den Kaibestrick, mit dem sie mich fesselte, den hab ich ihr auch schon mal angelegt.

‘Hierbrut Brunftbichlmeier, Hofnarr seines Zeichens, wird hier und heute angeklagt der Vielweiberei, des Ehebruchs und des Betrugs!’ rief die Äbtissin laut und donnerte mit dem Hammer auf ihren Tisch. Sie hat meinen vollen Namen gesagt. Jetzt kann ich mir eine neue Anstellung suchen, falls ich das hier überlebe, weil mit so einem Namen nimmt mich selbst als Narr keiner ernst.

Rufe wurden laut: ‘Mit so einem Namen muss er schuldig sein!’ Eine überreife Tomate traf mich am Hinterkopf. Der Hammer der Äbtissin schlug wieder auf den Tisch ein.

Die Klägerinnen betraten den Gerichtsaal und ein Raunen ging durch die Menge. Auch wenn ich sie nicht sehen konnte, es war die Königin und Ihre Tochter. Ich konnte es am Knistern ihrer Kleider hören und an der Menge wie sich leicht zurückwich.

Als sie nach vorne traten und sich dann links und rechts von mir auf einen erhöhten Stuhl setzten, wurde es mir Angst und Bang. Einen Verteidiger würde ich heute wohl nicht bekommen.

‘Schneidet ihm die Lunte ab!’ rief die Menge.

Mir wurde schlecht. Mein Peter machte Anstalten nach innen flüchten zu wollen und ich fühlte mich von mir selbst penetriert.

‘Eure königliche Hoheit hat nun das Wort!’ rief die Äbtissin.

Sie räusperte sich: ‘Als ich heute morgen, meine unschuldige Tochter wecken wollte, fand ich sie nackt in ihrem Bette liegen und darunter lag dieser hier!’ rief sie laut mit zitternder Stimme, dabei zeige sie auf mich.

‘Wäre es Euch lieber gewesen, ich hätte es mit dem Stallknecht gemacht, verehrte Mutter?’ rief die Prinzessin erbost, weil es ja auch wirklich niemanden anging, dass sie dabei nackend gewesen ist.

Die Königin kam in Erklärungsnot und da platzte es aus ihr hinaus: ‘Ja, liebe Tochter, dann hätte ich nicht die ganze Nacht in meiner Kammer gesessen und auf den Narren gewartet.’

‘Das ist ja allerhand, Mutter. Du treibst es hinterrücks mit dem Narren, wenn der Vater nicht am Hofe ist, zum Schachspielen wirst du dich ja kaum verabredet haben!?’

‘Was ist da schon dabei, es steht mir schließlich zu, als Herrin hier am Hofe!’

Die Äbtissin betete bereits lautstark zu Gott und schüttelte dabei apathisch den Kopf. Irgendwann wurde ihr die Streiterei der beiden Hoheiten zu wild und sie schlug wieder mit dem Hammer auf den Tisch.

‘Hat jemand etwas zu seiner Verteidigung hinzuzufügen?’

Als Antwort wurde ich mit Unmengen schalem Obstes beworfen. Nun werde ich von der Damenwelt befruchtet, für die Freuden, die ich Ihnen gebracht habe.

‘Hat noch jemand überhaupt etwas hinzuzufügen?’

Unter einem erneuten Hagels pelziggrünen Obstes versuchte ich meine gebundene Hand zu erheben. Die Äbtissin nickt mir zu.

‘Ich möchte meine Taten keineswegs abstreiten, noch leugnen, sie je begangen zu haben. Ich habe weder Versprechungen gemacht, noch habe ich Absprachen je gebrochen. Ich habe nie eine der Damen bevorzugt behandelt, oder sie gar verletzt oder beschädigt. Noch habe ich je eine Entlohnung verlangt für meine Dienste oder gar eine angenommen. Ich bin nur das Angebot und die Nachfrage war stets groß. Und Beschwerden gab es bis zum heutigen Tage nie.’

Die Menge tobte diesmal war es Gemüse, mit dem sie mich bewarfen. Das Obst schien schon alle zu sein. Etwas langes Hartes donnerte mir gegen den Hinterkopf und mir schwanden für einen Moment die Sinne. Der Geruch von Lauch drang in meine Nase.

‘Und nun befruchtet ihr mich, weil ihr eure Finger nicht von mir lassen konntet. So steckte mir die Kämmerin erst gestern einen Zettel zu, ich solle sie so bald als möglich dazwischenquetschen. Und half ich nicht der Müllerin schwanger zu werden, weil ihr Mann ihr kein Kind mehr schenken konnte. Und hab ich der Hofvorsteherin nicht einen blonden Jüngling zugeführt, um genau das selbe zu tun. Und das ist nun der Dank dafür, das ich stehts ehrlich das getan habe, was die Weiber von mir verlangten. Das Einzige was Eure Durchlaucht mir vorzuwerfen hat, dass ich alle Frauen gleich behandelte.’

‘Das wird ja hint höher wie vorn!’ rief die Äbtissin. ‘Wer hat denn nicht mit dem Narren gepudert?’

Ein paar Hände gingen zögernd in die Luft und ein Tuscheln ging durch den Raum.

‘Was gibt es da noch zu tuscheln, muss ich mich klarer ausdrücken. Wer hat mit dem Narren Unzucht getrieben, egal auf welche Art und Weise!’

Ausnahmslos alle Damen hoben die Hand. Auch die als Henkerin verkleidete Metzgerstochter. Die Äbtissin blickte auf eine paar Ihrer Schwestern, die am Rande des Kellergewölbes saßen und zögernd die Hand in die Höhe streckten. Völlig fassungslos schüttelte die Äbtissin einfach nur den Kopf und umklammerte krampfhaft den Stiel des Hammers.

‘Schämt ihr Euch überhaupt nicht, Ihr ausgeschamtes Weibsvolk.’ Ein Lauch klatschte in voller Länge der Äbtissin mitten ins Gesicht und Stille machte sich breit. Keiner traute sich etwas zu sagen oder gar zu lachen.

‘Wenn ich hier die Einzige bin, die noch nie die Hand nach der Hose des Narren ausgestreckt hat, dann soll es an Gott sein, ein Urteil zu fällen.’ rief die Äbtissin und schwang dabei den Lauch. ‘Und dieser Lauch wird mein Werkzeug sein!’

‘Ja, laucht hin!’ rief eine der Damen mit einer glockenhellen Stimme.

‘Nein, erlaucht ihn!’ rief eine Andere.

Die Äbtissin winkte der Metzgerstochter zu. Mir wurde mein Hemd vom Körper gerissen und man legte mich über die Bank und dann ging sie mir an die Hose und zog sie mir bis zu den Knien. Mein Arsch schien in die Menge wie der Mond in der Vollmondnacht und die Menge war ein zweites Mal völlig still. Meinem Hintern kann einfach keine widerstehen.

‘Eure Durchlaucht kriegt den ersten Schlag!’ meinte die Äbtissin. ‘Wehe ich höre es nicht angemessen klatschen.’ Sie stand auf und ging um ihren Tisch herum, um dann direkt vor mir fortzufahren: ‘Wenn der Lauch brechen sollte, dann hat Gott sein Urteil gefällt und die Jenige egal welchen Standes, wird den Narren ehelichen.’

Aus der Menge tobte es wieder: ‘Ich bin schon verheiratet!’ –  ‘Ich auch!’

‘Ich wäre nun ganz still, weil Ihr wart es die Ehebruch begangen habt, nicht er! Gott wird sein Urteil fällen ohne dabei seine Gebote zu brechen!’ rief wieder die Äbtissin und drückte den Lauch der Königin in die Hand.

Eure Hoheit blickte die Äbtissin mit hochgezogener Augenbraue an und lachte dann. Die Äbtissin stemmte die Hände in die Hüfte und machte eine ungeduldige Geste zum Kreuz an der Wand, bevor sie sich anschickte noch etwas zu sagen: ‘Ihr lacht, ich meine das ernst. Gottes Sohn am Kreuze ist mein Zeuge! Und dieser eine Schlag soll Euch genauso weh tun, wie ihm.’

Der erste Schlag ist der Schlimmste, heißt es immer. Es kommt nur auf die Menge an, sag ich. Die Äbtissin ließ sich einen Schemel bringen und blickte abwechselnd mir und der jeweiligen Dame ins Gesicht und nannte sie beim Namen. Sie fragte jede einzelne was sie genau mit mir getrieben hatte und für jede gab es eine weitere Buße, die sie noch zu tun hatten, nachdem sie den Lauch an die andere weitergegeben hatte.

Ich schüttelte manchmal unmerklich den Kopf, wenn die Damen nicht die ganze Wahrheit erzählten. Und dann gab es noch ein paar Vaterunser oben drauf.

Der Lauch hielt erschreckend gut durch und die Schlange der Damen wurde immer kürzer, bis nur noch die Metzgerstochter und die Königstochter übrig waren.

Das war der Punkt, an dem ich inständig zu beten begann. Der Schlag der Metzgerstochter würde nicht angenehm sein und der Schmerz würde auch nicht schnell vorbeigehen, doch der Lauch hielt. Ich konnte bereits meinen Hintern laut pochen hören, als die Königstochter zum Schlag ausholte. Das Klatschen übertönte das Getuschel von hastig gesprochenen ‘Vaterunser’ und ‘Maria voll der Gnaden’ Litaneien. Und das Knacken des Lauches überschalte selbst die gottesfürchtigesten Gesänge.

‘Der Herr hat uns durch den Lauch ein Zeichen der wahren Liebe gesandt, Halleluija!’ rief die Äbtissin. ‘Und die Buße Eurer Durchlaucht ist es, es Eurem Gemahl schonend beizubringen und den Narren als Schwiegersohn in Eurer Familie stets willkommen zu heißen.’

‘Durch Lauch Durchlaucht!’ rief ich und jemand küsste mich auf den Hintern und ich rief lauthals: ‘Ein Wunder ist geschehen, ich kann meinen Hintern wieder spüren.’

‘Übertreibt es nicht, Hierbrut!’ mahnte die Äbtissin. ‘Auch wenn Euch heute die Sonne aus dem Hintern scheinen möget. Der Herr gibt es, doch der Herr nimmt es auch wieder!’
Amen

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 35

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 35

OLYMPUS DIGITAL CAMERA‘Ich scheine unabsichtlich abzuschweifen. Wo war ich nur stehengeblieben?

Ich war dabei stehengeblieben, als er es mit mir anders herum tat und ich ihm das Angebot machte, dass ich ihm die Ehre zuteil werden lassen wollte, dass er auch das Eine haben könne. Mein Angebot außer acht lassend zwängte er aber immer wieder seinen zum Bersten gespannten Schwengel in mich hinein, bis er kurz inne halten musste.

Dann blickte er mich einen Moment schwer atmend an, bevor er seinen Schwanz langsam aus meinem Hinterteil herauszog und ihn an seinem Hemd abputzte, bevor er es endgültig ablegte.

Wie als ob er mir seinen zum Bersten gespannten und pulsierenden Freudenspender zum Geschenk machen wollte, legte er ihn mir wieder ruhig auf meinen Flaum und grinste mich dann an. Ich rutschte ein wenig nach hinten und die Glitschigkeit zwischen meinen Schenkeln führten ihn sofort an das eine ersehnte Ziel. So flutschte er regelrecht in mich hinein, bis er auf halben Wege steckenblieb. Etwas irritiert packte er mich wieder am Hintern und schob seinen enormen Schafft langsam in mich hinein. Wir mussten nun beide stöhnen, das Gefühl war unbeschreiblich. Ich fühlte mich noch mehr gefüllt, wie vorhin noch, als er ihn mir in den Hintern bohrte und meine Enge machte ihm sichtlich zu schaffen. Er konnte sich kaum bewegen und ich sah es ihm an, des er im nächsten Moment seinen Samen in mich entleeren würde. Ich reagierte blitzschnell und entzog ihm meine Pforte. Er war so überrascht von meiner Geschicklichkeit, dass es ihm erst gewahr wurde, dass ich unter ihm herausgeschlüpft war, um ihm eine dritte Möglichkeit anzubieten.

Ich versuchte seinen prallen Schwanz in den Mund zu nehmen, was mir kaum gelang und da war es schon um ihn geschehen, er entlud seinen Samen in meinem Mund und weil ich von der Menge regelrecht überrascht wurde, schluckte ich vor Schreck alles runter.

So hat Alma zumindest keine unnötigen Flecken im Bett gefunden, als sie heute morgen mein Zimmer betrat.

Nur da war dieser Knopf, der beim Kämmen aus meinen Haaren purzelte! Ich bete immer noch inständig, dass sie diesen kleinen Beweis nicht bemerkt hatte.’

Tommi hörte auf zu lesen und hoffte inständig, dass Hermine bereits eingeschlafen war. Sie lag in seinem Schoss und schlief tatsächlich. Sein Schwanz war steif und sie lag mit dem Gesicht direkt darauf.

Sie regte sich, weil es plötzlich still war. Seine Stimme schien eine beruhigende Wirkung auf sie zu haben, selbst wenn er solch ein Schweinskram vorlas.

‘Hab ich was verpasst?’ flüsterte sie und hob den Kopf. Sie rieb sich die Wange und sein Kopfkino ging irgendwie auf Wanderschaft.

Abwesend grinsend knautschte er sich die Bettdecke zwischen die Beine und nuschelte dann ziemlich unverständlich: ‘Ich werde den letzten Part garantiert nie wieder vorlesen.’

‘Wieso?’

‘An was kannst du dich noch erinnern?’

‘An die etwas andere Freveltat und dass sie für das eine Angebot bis zum heutigen Tage in der Hölle schmoren wird?’

‘Du hast das wirklich sehr treffend ausgedrückt!’

‘Was hab ich nun verpasst?’ gähnte Hermine.

‘Als er mit dem Anderen so halbwegs fertig war, bekam er kurz das Eine zu spüren. Dann hat sie ihm noch eine dritte Möglichkeit aufgedrängt, bevor er noch unnötige Flecken machte.’

‘Nein, sie hat alles geschluckt, da hat sich mein Unterbewusstsein doch nicht verhört.’

‘Dein Unterbewusstsein macht mir langsam Angst.’

‘Mir macht noch was ganz anderes Angst, wenn du mir im Schlaf dein Ding ins Ohr bohrst, würde ich das mal als sexuelle Belästigung werten!’

‘Ich bin mir nicht sicher, ob ohrrale Belästigung vor Gericht als sexuelle Belästigung durchgeht.’ klugscheißerte er, während er sich einen Finger ins Ohr steckte.

Sie rollte sich nun gänzlich von ihm runter und drehte sich auf die Seite. Ein ‘Klugscheißer!’ kam hustender Weise aus ihrem Mund.

‘Ja, Sie wünschen?’

‘Kannst du mit mir kuscheln, ohne dass dein Waschbär mich belästigt.’

‘Ich kanns versuchen!’ meinte er und stand auf. Sie beäugte ihn scheel, als er um das Bett herum ging.

‘Was machst du jetzt?’

‘Kalt duschen!’

‘Nicht dein Ernst!’

‘Ich muss mal…entschuldige meine Ausdrucksweise… pinkeln!’

‘Zu so einer unchristlichen Stunde?’

‘Soll ich raus gehen und gegen die Prachtrosen urinieren?’

‘Meine Mutter kriegt nen Vogel, wenn die Dinger eingehen!’

Tommi trat schon von einem Bein zum Anderen: ‘Kann ich dann, bevor der Waschbär den ganzen Boden vollsaut.’

Sie machte eine ungeduldige Handbewegung und er verschwand im Badezimmer.

Als er wenig später wieder in sein Zimmer trat, schien sie schon zu schlafen. Er zog nun doch seine Hose aus. Sie musste schmunzeln, als er das Licht löschte, er trug eine Supermanunterhose. Während er ums Bett herum ging, flüsterte er entsetzt: ‚Du schläfst ja noch gar nicht?‘

‚Nein, Snoopy wollte wissen, wie sich der Waschbär so kleidet?‘ kicherte sie.

‚Du glaubst nicht wie froh ich bin, dass ich heute nicht die Unterwäsche mit dem lustigen Goofy und den Wochentagen angezogen habe.‘ erklärte er als er ins Bett zurück stieg.

Sie kicherte wieder und ließ sich von ihm in den Arm nehmen. Er küsste sie hinters Ohr und flüsterte: ‚Meine Schwester findet es unglaublich lustig, mir bescheuerte Unterhosen zu kaufen.‘

Sie gähnte nur und schloss die Augen, um wenig später wieder hochzuschrecken: ‚Was ist mit dem Hemdknopf?‘

‘Hat sich in ihrem Haupthaar verfangen und ist erst beim Kämmen wieder aufgetaucht. Ich lese morgen weiter, okay!’ gähnte Tommi.
Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 34

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 34

OLYMPUS DIGITAL CAMERATommi blickte sie mitleidig an, er wollte nicht weiterlesen. Doch ihr sehnsüchtiger Blick und das leichte Rot auf ihren Wangen ließ ihn umgehend wieder in die Seiten blicken und er begann erneut zu lesen:

‘Meine Sinne schwanden mir um ein Haar, als er mit seiner Zunge mein Allerheiligstes berührte. Er begann an mir zu saugen und leckte genüsslich über meine Scham, ohne sich von meinem Flaum dabei stören zu lassen. Die Feuchtigkeit zwischen meinen Beinen ging nun in eine regelrechte Nässe über, ohne dass ich dabei sagen könnte, ob es an mir oder seiner Zunge lag. Wahrscheinlich gab jeder von uns beiden seinen Teil dazu bei.

Seine Hände hielten immer noch meinen Hintern fest und ich krallte mich noch immer an seine Handgelenke, während er einen Vorstoß unternahm, der mich fast dazu brachte, laut aufzuquietschen.

So schnell konnte ich aber gar nicht zu einem Ton ansetzen, als dass er eine seiner Hände von meinem Griff befreite und sie mir sachte auf den Mund legte, bevor er mit seiner Zunge einen weiteren Vorstoß unternahm.

Seine Zunge drang in mich ein und ich hatte das Gefühl, als würde seine Zunge bis an mein Herz stoßen, auch wenn sie wahrscheinlich nicht annähernd so lang war, aber das Gefühl, dass sie in mir hervorbrachte, war auf eine unbeschreibliche Weise atemberaubend.

Mein Verstand muss wohl einen Moment auf Wanderschaft gegangen sein, denn mir war nicht gewahr, dass ich seine Finger in den Mund genommen hatte, um an ihnen zu lecken und dass ich mich mit meiner freien Hand selbst berührte, während ich mit der Anderen weiterhin sein Handgelenk versuchte zu umschließen. Ich muss meinem Nachtgewand auch komplett entschlüpft sein, denn als mein Körper sich anschickte sich ihm zuckend hingeben zu wollen, war ich doch sehr überrascht, dass ich völlig nackt vor ihm lag und nun freie Sicht über meine nackten Brüste hinweg auf seinen Kopf zwischen meinen Beinen hatte.

Meine Finger waren in meinem Flaum vergraben, als er seine Hand von meinem Mund löste. Er blickte kurz auf und nahm seinen Finger an seinen Mund und diesmal kam ein kurzes ‘Scht!’ aus seinem Mund.

Ich lächelte ihn über meine Brüste hinweg an und schon war er auch schon wieder zwischen meinem Beinen verschwunden. Er griff nach meiner Hand und begann ganz sachte mit meiner Hand in der seinen mein Allerheiligstes zu berühren. Ich ließ mich führen und die Feuchtigkeit zwischen meinem Beinen gab seinen Teil dazu, das nicht nur seine Zunge, sondern auch meine Finger in mich hinein glitten, während er mit seinen Fingern an meiner Pforte spielte. So spielte seine Zunge mit meinem Fingern und meine Finger mit seiner Zunge, während sie noch in mir steckten.

Das Gefühl kam langsam wieder, das sich in meinem Inneren ein hungriges Tier befand, dass nicht nur meine Finger fressen wollte, sondern auch ihn mit Haut und Haaren.

Ich musste mich auf die Seite drehen, damit ich in mein Kissen stöhnen konnte. Er stellte eines meiner Beine auf, dass ich dann über seine Schulter legte, während er einfach nicht von mir ablassen wollte.

Meine Finger glitten aus mir hinaus und genau in dem Moment spürte ich seine Pranke an meiner Pforte. Meine Angst brachte mich dazu, wieder die Beine zusammenzuklemmen und gleichzeitig flüchten zu wollen. Doch da war einer seiner Finger schon in mir und die anderen Finger hielten meine Flucht zurück, in dem sie ebenfalls in mich hineingleiten wollten oder einen Ausflug zu meinem Hinterteil unternahmen.

Der Finger, den er mir in den Hintern schob, brachte meinen Körper zum Beben und die anderen Finger passten nicht alle in meine Pforte, so spielten sie außen herum. Er blickte kurz auf, um zu sehen, ob er bereits zu weit gegangen war, doch nach dem das Gefühl in meinem Bauch immer stärker wurde, konnte ich seinem Blick nicht lange standhalten.

Er kam mit seinem Kopf weiter nach oben und leckte mir über den Bauch, ich konnte seine Finger in mir spüren, wie sie sich in mir bewegten. Sein anderer Finger glitt aus meinem Hintern, als er mir noch näher kam.

Er zischte mir unverblümt ins Gesicht: ‘Ich muss an mich halten, Euch nicht gleich nehmen zu wollen! Auf die eine oder andere Weise!’ Und sein Finger hatte wieder den Weg in mein Hinterteil gefunden.

Ein Stöhnen meinerseits, wurde von einem fordernden Kuss seinerseits verschluckt. Ich konnte einen merkwürdigen aber doch vertrauten Geschmack in meinem Mund schmecken. In dem Moment als ich ihn auf meiner Zunge wahrnahm, kam es mir nicht in den Sinn, was es war, was mir da auf der Zunge lag und mir nicht über die Lippen kommen wollte. Erst beim Schreiben fiel es mir auf, dass er im Moment davor mit seiner Zunge an einer anderen Stelle meines Körpers war und dass es mein Geschmack war, den ich beim Küssen unterschwellig wahrnahm.  

Trotz dessen dass mir mein Geschmack zu munden schien, kämpfte ich mich aus dem Kusse frei und flüsterte ihm ins Ohr: ‘Ich bin mir nicht sicher, ob er nicht zu groß ist für die eine Weise, nicht dass mein Mann es bemerkt, wenn ein Größerer in mir war.’

Seine Finger glitten aus mir heraus und schickten sich an, dem Finger in meinem Hinterteil Gesellschaft zu leisten und er keuchte mir nun ins Ohr. ‘Doch bin ich mir nicht sicher, ob die andere Weise dafür schon bereit ist.’

Ich drehte mich auf den Rücken und packte sein Hemd und versuchte es mit zitternden Finger zu öffnen, während er an seiner Hose herum nestelte. Einer seiner Hemdsknöpfe flog mir im hohen Bogen ins Gesicht.

‘Seid Ihr Euch wirklich sicher, lieber das Andere zu wollen, oder doch das Eine?’ keuchte er wieder und was dann geschah ließ mir auf eine angenehme Weise den Atem stocken. Sein Schwanz sprang regelrecht aus seiner Hose und der Stallknecht bäumte sich in dem Moment auf, dass ich freien Blick hatte, wie sein Prachtstück in meinem Flaum klatschte. Nur die Tatsache, dass er da lag, wo er nun lag, ließ mir den Saft aus meiner Pforte tropfen.

‘Will ich doch das Eine, doch geb ich meiner Neugier nach und mich der Versuchung hin es mit dem Anderen zu probieren, denn nur Eines will ich heute Nacht von Euch bekommen…’ Mir blieb die Stimme weg, weil er seine Finger aus meinem Hintern zog und dann seinen Schwanz packte, um ihn mir genüsslich an meiner Pforte vorbeizuführen, um ihn in meinem Saft zu baden.

Ich stöhnte nur: ‘Bitte das Eine!’

Doch er führte seinen riesigen Schwengel nun zwischen meine Afterballen und versuchte sein Glück. Er nahm seine andere Hand und drückte meine Backen auseinander und das Gefühl das nun durch meinen Körper schoss, war ähnlich dem, wenn man auf dem Potte saß, wenn es recht drückte und es so gar nicht vorangehen wollte, doch danach wurde es einfach nur unbeschreiblich gut, denn er trieb mir seinen steifgewachsenen Speer genüsslich in das andere Loch hinein, bis ich das Gefühl hatte, es würde nicht noch mehr hineinpassen. Nachdem ich hinten nun mehr als ausreichend gefüllt war, lief mir vorne der Saft unaufhaltsam aus meiner Pforte, so dass er mit seinem Finger zur Hilfe eilte und tief in mich eintauchte. Ich konnte spüren, wie seine Finger in mir rieben, als er seinen Schwanz immer weiter in mich hinein trieb.

Für diese Freveltat würde ich gerne in der Hölle schmoren und ich flüsterte ihm ins Ohr, während er sich langsam zu bewegen begann, dass ich ihm das Eine auch geben würde, wenn es nur halb so gut wäre, wie dass, was er da Unaussprechliches mit mir trieb.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich folgende Sätze im Stehen in mein Tagebuch schreiben müsste, musste ich dieses Angebot nur einmal machen, und so sitz ich hier auf einem weichen Kissen und schreibe diese Zeilen, mit der Gewissheit, dass das Fenster hinter mir wieder halb offen stand und das Tier in mir wieder gierig nach mehr geiferte.’

Fortsetzung folgt…

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 12

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 12

tagebuchDoch zu einem Gespräch kam es nicht, weil die Männer tatsächlich wieder kamen. Keine Zeit zu reden…

Sie hatten einem Omnibus und einem Lastkraftwagen dabei. Es waren aber nicht alle. Was war passiert?

Nebenbei haben wir seit Tagen auch die Sirene nicht mehr gehört.

Nun eines nach dem Anderen. Sie haben erstmal alles in der Umgebung abgesucht und haben außer viele Hals über Kopf verlassene Häuser nichts gefunden, die Tiere waren entweder schon verhungert oder haben sich selbst befreit. Viel Brauchbares haben sie nicht gefunden, außer im Kühlhaus vom Tante Emma Laden ein Dorf weiter. Dort haben sie auch Rast gemacht.

Dann haben sie das liegengebliebene Militärgefährt gefunden. Ein Lautsprecher war auf der Ladefläche angebracht worden und ein Tonband spielte sein seltsames Lied. Es lief, spulte sich selbst zurück und begann dann von Neuen.

Sie sind dann in die nächste Stadt gefahren. Es war alles wie ausgestorben. Sie beschreiben, dass die Stille mehr als unheimlich war und dass die Zeit schneller zu verrinnen schien, obwohl die Zeit der Stadt, tatsächlich stehen geblieben war. Sie haben keine Menschen gefunden, sie haben nicht mal Leichen gefunden. Es war alles mehr als seltsam, aber ein blindes Huhn findet auch einmal ein Korn.

Fortsetzung folgt…

Regen im August – Teil 5

Regen im August – Teil 5

nebelSeverin trug Mathilda zurück zum Sofa, legte sie in die stabile Seitenlage und deckte sie zu. Dann setzte er sich an die Sofakannte und beäugte ihre Atmung. Der Sabber lief ihr aus dem Mund. Er beschloss ein Handtuch zu holen und stand langsam auf.

Als er wieder kam, wurde sie gerade wieder wach. Er reichte ihr das Handtuch. Sie wischte sich den Sabber vom Gesicht und blickte ihn hilflos an.

‘Alles gut?’ fragte er vorsichtig, während er sich vors Sofa kniete.

Sie schluckte schwer, räusperte sich und begann dann: ‘Hab ich mir Schande gemacht?’

‘Öhm nein, eigentlich nicht, war nur ein Bisschen unheimlich und ich hatte leichte Kastrationsängste.’ versuchte er sie zu beschwichtigen.

‘Wie bitte!?’ rief sie entrüstet.

‘Nachdem du mit dem Hand in meiner Hose eingeschlafen bist, hatte ich ein bisschen Angst…’

‘Ach sind wie jetzt schon beim DU?’

‘Ja, ich find schon. Ich hab deine Klamotten an und deine Hand hat die Nacht mit meinem Schw…!’ erklärte er, bis er von Mathilda unterbrochen wurde.

‘Okay, okay. Das Du ist wohl mehr als angemessen. Obwohl die Nachtschicht-Mathilda eher meine böse Schwester ist. Ich bin eigentlich nicht so…!’

‘…Einnehmend!’

‘Sexuell!’ meinte Mathilda, um anschließend ihr Gesicht abzuwenden, damit er nicht sah wie ihr die Schamesröte ins Gesicht schoss.

‘Ich hatte eher Angst, dass dein Mann heim kommt.’

‘Ich bin gar nicht verheiratet!’

‘Du hast im Schlaf von einem Hans geredet! Ich dachte, er könne jeden Moment heimkommen…’

‘Nein, der war schon länger nicht mehr da…!’

‘Dann hab ich mir wohl umsonst Sorgen gemacht!’

‘Ja, ich gewöhn mich auch langsam dran!’

‘Woran?’

‘An euch Wandergesellen!’

‘Ist dieser Hans auch ein…!’

‘Fremdfreireisender Hans Kupfer!’ rief sie und zog einen imaginären Hut.

‘Zimmermann und Spengler!’ antwortete Severin.

‘Kennst du ihn etwa?!’ fragte sie erstaunt.

Doch er zuckte nur mit den Schultern: ‘Man kennt sich halt!’

‘Dann sag ihm, wenn du ihn siehst, dass er mir was gestohlen hat, was ich gerne wieder hätte!’ meinte sie ernst, blickte ihn ein paar Sekunden an, um sich dann von ihm abzuwenden und sich auf dem Sofa umzudrehen. Er blickte einen langen Moment auf ihren Rücken, bis er ihr über die Schulter etwas zuzuflüstern versuchte: ‘Lass dich nie mit einem Wandergesellen ein, der bricht dir nur das Herz.’

‘Sagt der Wandergeselle!’ flüsterte sie in eines der Sofakissen.

‘Mit einem Herz aus Stahl!’ meinte Severin.

‘Auch Stahl kann schmelzen!’

‘Ja, bei 1536 Grad!’

Ihr Magen knurrte so laut, dass sie beide lachen mussten.

‘Frühstück?’ fragte sie.

‘Ja, bleib sitzen. Ich mach schon.’ rief Severin und stand auf.

‘Sicher?’ fragte sie, während sie sich wieder umdrehte. Doch Severin war schon fast in der Küche verschwunden: ‘Ich hab gestern schon den Hausmann in mir entdeckt! Tee oder Kaffee?’

‘Tee, Schwarz, Zucker, sonst nichts weiter!’

‘Und Essen?’

‘Überrasch mich mit dem, was noch im Kühlschrank ist!’

Wenig später saßen sie bei Rührei und Müsli beisammen und redeten über Gott und die Welt, bis sich beide eher gegenseitig etwas vorgähnten. Wenig später lagen sie in einer Umarmung verschlungen auf dem Sofa. Er küsste ihr Haar und fragte: ‘Gibts noch irgendwas was ich für dich tun kann?’

‘Jetzt gerade eigentlich nicht!’

‘Und später!’

‘Mein Auto ist gestern nicht angesprungen!’

‘Das kann ich mir tatsächlich ansehen, wenn meine Hose trocken ist!’

‘Besser ist das!’

Er grübelte eine Weile und meinte dann: ‘Wenn dein Auto gestern angesprungen wäre, dann hätten wir uns wahrscheinlich gar nicht getroffen?’

‘Dann hätte ich meinen Regenschirm auch nicht in der Bahn vergessen, wäre auch nicht plitschnass und zu spät zu meinem Termin gekommen und hätte vielleicht auch den Job bekommen…’

‘Komisch, dass du mit der durchnässten Bluse den Job nicht bekommen hast!’

‘Die waren eh ganz schön konservativ. Frag mich immer noch für was die eine Wohlfühlmanagerin brauchen…’

‘Für was braucht man überhaupt eine Wohlfühlmanagerin?’

‘Das fragt mein Vater auch immer!’

’Und damit kann man Geld verdienen?’

Sie zog nur eine Augenbraue hoch und sagte nichts.

‘Lass mich raten, das sagt dein Vater auch immer!’

‘Ja und er kann es nicht fassen, dass ich damit über die Runden komme!’ meinte sie abschließend. Betretenes Schweigen füllte den begrenzten Raum zwischen ihren Körpern, bis sie ihn einfach küsste. Er war so perplex, dass er den Kuss erst nach einem ziemlich langen Moment erwiderte.

Als er sich nach diesem ersten Kuss von ihren Lippen für einen Moment trennte, flüsterte er: ‘Ich werde ihm einen blöden Scheiß ausrichten, wenn ich ihn seh!’

Sie blickte ihn nur fragend an.

‘Jede Frau verdient einen Mann, der sie vergessen lässt, dass ihr Herz je gebrochen war.’
Fortsetzung folgt in Sonne im Dezember

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 33

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 33

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Hermine grinste ihn an und machte eine ungeduldige Handbewegung. Tommi blickte sofort wieder auf den Text und las weiter: ‘Der Stallknecht blickte mich an und versuchte etwas zu sagen, doch er hielt ausnahmsweise den Mund und blickte mich nur verträumt an. Also fing ich an zu reden. ‘Ich dachte schon Ihr würdet heute nicht kommen, mein geschätzter Geheimniswahrer!’

‘Verzeiht Ihr mir, wenn ich Euch sage, dass mich ein junges Fräulein aufgehalten hat!’

‘Wo denkt Ihr hin, pah! Dass Ihr es wagt mir dann noch so ein verknittertes Blümchen zu bringen, wenn Ihr schon bei einem anderen Frauenzimmer wart heut Nacht!’

Er lächelte mich nur zufrieden an und meinte: ‘Ihr müsst mir aber verzeihen, wartet nur bis Ihr sie seht, sie ist das entzückendste Wesen hier am Hof!’

Ich zog nur wie gewohnt meine Augenbraue hoch und schmollte, also fuhr er fort: ‘Neben Euch wohlgemerkt, wird sie nur wenig glänzen. Erst wenn sie gut wächst und gedeiht, dann wird sie Eurem Gestüt alle Ehre machen.’

Ich fragte ihn: ‘Veralbert Ihr mich?’

‘Das würde mir nie in den Sinn kommen. Verzeiht mir, wenn ich mich falsch ausgedrückt haben sollte. Ich musste Emma nur zur Seite stehen, um ihr Fohlen sicher auf die Welt zu holen. Ich hoffe Ihr verzeiht Emma, dass es ein wenig länger gedauert hat.’

Dieser gerissene Hund will mich triezen? Das kann ich noch besser: ‘Und Ihr habt das arme Ding einfach alleine gelassen?’

‘Natürlich nicht, meine Neffen geben Acht auf die Beiden. Sie sind in guten Händen!’

‘Dann will ich Euch vorerst verzeihen!’

Er blickte mich fragend an, sagte aber nichts weiter und nickte beflissen, also fuhr ich fort: ‘So will ich das junge Ding morgen in Augenschein nehmen. Hat es denn schon einen Namen?’

‘Nein, ich wollte Euch fragen, ob…!’ stammelte er, kam ins Stocken und blickte mich verschämt an. Es war ihm peinlich und wieder schmolz ich nur so dahin, wie er so vor mir kniete.

Dieser Stallknecht bringt mich noch um den eh schon wankelmütigen Verstand.

‘Es ist mir eine Ehre und ich hoffe Zyane ist nicht zu streng für so ein junges Ding. Aber Kornblume würde sich ein wenig albern anhören, findet Ihr nicht?’

Er blickte mich wieder lächelnd an und drehte plötzlich den Kopf. Man konnte Alma wieder hören. Er schwang sich wieder unters Bett und ich legte mich vorsichtig wieder aufs Bett und konnte mich gerade noch zudecken. Ich konnte spüren, wie er sich mit den Händen unter dem Bett abstützte, damit er mehr Luft bekam. Schon konnte ich die Tür knarzen hören, denn Alma kam herein und flüsterte: ‘Hoffentlich noch eine geruhsame Nacht!’

‘Ebenso werte Alma!’ flüsterte ich.

Sie blickte zum Fenster und da es geschlossen war, machte sie auf dem Absatz kehrt und ging in ihre Kammer.

So leise es ihm möglich war, kroch er wieder unter dem Bett hervor und als sein grinsendes Gesicht an meiner Bettkante auftauchte, musste ich ebenfalls lächeln.

Er legte den Finger an seinen Mund, gab aber kein Geräusch von sich. Seine Hände glitten über meine Bettdecke und suchten nach meiner Hand, um sie näher zu sich heranzuziehen und sie zu küssen. Ich ließ es geschehen und hoffte insgeheim, er würde mir nicht nur die Hand küssen.

Und während ich mich noch an die Erinnerung des letzten Kusses klammerte, kam er mir näher und unsere Lippen trafen sich wieder.

Wie soll ich nur Unbeschreibliches beschreiben, der Kuss übertraf den Ersten um Längen.

Flog ich nun wieder mit den Schmetterlingen hoch hinaus, bis in den Himmel hinein, ohne mir über den Sturz Gedanken zu machen, hielt er mich doch fest bei der Hand, während er mich fordernder küsste. Er drängte mich aufs Bett zurück und drückte mich mit seinem Gewicht in die Kissen, ohne jedoch den Kuss zu unterbrechen.

Doch irgendwann ließ er einfach von mir ab und zog sich etwas zurück. Ich blickte ihn überrascht an, merkte aber gleich, wie sehr er außer Atem war.

Er keuchte mir leise zu: ‘Verzeiht mir, ich wollte Euch nicht zu nahe treten!’

Ich antwortete ihm so leise es mir möglich war: ‘Habt Ihr erst als Ihr Euch von meinen Lippen trenntet!’

Er lächelte wieder und rückte wieder ein wenig näher und hauchte mir ins Ohr. ‘Es steht mir nicht zu, Euch überhaupt zu nahe zu treten. Ich ging gestern schon zu weit!’

‘Dann soll uns beiden der Zorn Gottes treffen!’

Er legte den Kopf schief und blickte mich fragend an.

‘Weil es mir zu gefallen schien, als Ihr Eure Zunge in meinen Munde stießet.’

‘Doch ich kann Eure zarte Haut nicht mit meinen schmutzigen Fingern besudeln. Ich habe ohnehin schon Angst, hier irgendwas dreckig zu machen.’

Ich näherte mich nun seinem Gesicht und küsste seine Nasenspitze, dann leckte ich ihm quer übers Gesicht, um mich dann wieder in einem endlosen Kuss mit ihm zu verlieren.

Den Satz den ich ihm sagen wollte, muss ich wohl irgendwie für eine Weile vergessen haben, bis er wieder von mir abließ.

Diesmal keuchte ich ihm ins Gesicht: ‘So müsst Ihr mich nicht mit Euren Fingern berühren, solange Ihr es mit Eurer Zunge tut.’

Nun grinste er mich lüstern an und legt wieder seinen Finger auf seinen Mund. ‘Versprecht Ihr, mir ins Gesicht zu treten, wenn ich Euch zu weit gehen sollte?’

Ich nickte. Dann zog er die Decke von meinen Beinen und packte meine Füße, um sie zu sich hinüber zuziehen. So hingen sie im nächsten Moment aus dem Bett und er kniete neben ihnen vor dem Bett. Er betrachtete meine wollernen Strümpfe und zog sie mit den Zähnen von meinem Füßen.

Er leckte über meine Fußrücken und drängte seinen Oberkörper zwischen meine Beine, um dann über mein Bein zu lecken. Ohne es zu wollen, versuchte ich ihm mein Bein zu entziehen. Doch er machte unbeeindruckt von meinen Fluchtversuchen genüsslich weiter. Ich versuchte meine Schenkel wieder zu schließen, als er auf der Höhe meines Knies angelangt war. Er packte mich jedoch an meinem Hintern und zog meinen Körper zu sich hin, so dass sein Kopf zwischen meine Oberschenkel geriet. Vor Schreck griff ich nach seinen Handgelenken, die ich mit meinem kleinen Fingern kaum umschließen konnte.

Mein Körper begann zu beben, als seine Zunge immer höher glitt.

Als er bemerkte, dass ich unter meinem Nachtgewand nichts weiter trug als mich selbst, entkam ihm ein leises Stöhnen. Und seine leise Gefühlsregung ließ mich wieder dahin schmelzen und so wehrte ich mich kaum mehr, bis seine Lippen an dem Ort angekommen waren, wo er mich zumindest nicht mit seinen schmutzigen Fingern berühren wollte.’

Tommi räusperte sich und Hermine blickte auf. Sie hatte sich an seine Seite gekuschelt und verträumt seinen Worten gelauscht.

Fortsetzung folgt…

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 32

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 32

OLYMPUS DIGITAL CAMERAMit der Hand vor seinen Mund gepresst, blickte er den Hund an und nuschelte: ‚Ist der falsche Moment um eifersüchtig zu werden, Tich!‘

‚Liest du mir noch was vor?‘ flüsterte Hermine verschämt, in der Hoffnung er würde ihre roten Wangen nicht bemerken.

‚Garantiert nicht, dein Vater bringt mich um, wenn ich dir das vorlese.‘ rief Tommi und zog dabei das Tagebuch wieder aus seiner Hosentasche.

‚Och bitte, ich schlaf bestimmt gleich wieder ein.‘

Er blickte sie sehr lange ernst an und erklärte dann: ‚Ohne Gewähr, das Gelesene ist nicht die Meinung des Lesers und die sexuelle Belästigung beeinträchtigter Vorleser ist von Gesetz wegen verboten.‘

Hermine schwor mit der Hand aufs Herz. Tommi blickte sicherheitshalber auf ihre andere Hand und zog einfach nur seine Augenbraue hoch. Sie zeigte lächelnd die überkreuzten Finger der anderen Hand und versuchte ihr süßestes Lächeln aufzusetzen, was ihr aufgrund ihrer Verletzungen im Gesicht nur mäßig gelang.

Tommi blätterte genüsslich im Tagebuch und Hermine wurde fast wahnsinnig dabei. Sie stand auf und dimmte das Licht, dann stolperte sie über die H&M Tüte am Boden.

‘Dein Vater bestand darauf, dass Wolle dir Sachen bringt. Ich zitiere: Was Mädchen in deinem Alter sonst so brauchen.’

‘Als ob mein Bruder Ahnung von Mädchen hätte und was soll das mit dem Lavendelöl?‘

‘Ich weiß nicht?’ versuchte Tommi so arglos wie möglich zu sagen.

‘Sexuelle Belästigung minderjähriger Opfer einer Sexualstraftat ist bestimmt auch verboten.’

‘Behalt es mal da, für den Fall, dass einer von uns Kopfschmerzen bekommt. Es beruhigt und entspannt hab ich auch gelesen. Vielleicht bringts ja was.’ erklärte Tommi und nach Beendigung seines Satzes, zuckte er wieder zusammen und sein Gesicht verzog sich zu einer merkwürdigen Grimasse.

‘Ich werde mir von dir garantiert nicht die Füße massieren lassen!’ rief sie empört.

‘Ich….Füße massieren? Ich bin doch gehandikapt!’ rief Tommi und wedelte mit seiner Gipshand.

Sie knipste das Leselicht an, ging ums Bett herum und zog ihre Hose aus. Er blickte ihr nach und konnte einfach nicht an ihrem Hintern vorbei schauen. Snoopy grinste ihn von ihrem Schlüpfer aus entgegen.

‘Wenn Snoopy nichts dagegen hat, würd ich gerne meine Hose anbehalten.’ flüsterte er mehr zu Snoopy, als zu ihr und ein böser Blick war ihre Antwort darauf.

Er räusperte sich und begann zu lesen, nur um ihrem bösen Blick nicht weiter ausgesetzt sein zu müssen.

‘Ich legte mich zur Ruh. Und stand wieder auf, um weiter zu schreiben. Das Fenster war immer noch oder schon wieder ein Spalt breit offen und mich fröstelte es. Alma war heut früh schlafen gegangen, sie war von den alkoholischen Eskapaden der letzten Nacht noch ziemlich mitgenommen. Der Doktor war mit meinem Wohlbefinden übrigens sehr zufrieden. Ich hatte wieder gemalt und in mein Tagebuch geschrieben, mich hingelegt und war wieder aufgestanden, um diese Zeilen zu schreiben. Ich hatte so viel vergessen, was heute sonst noch los war, denn dieser Kuss hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Doch ich fühle mich einfach nur fantastisch. Ehrlich gesagt, wollte ich mich nur beschäftigen, bis endlich die Sonne unterging und es kein Aufsehen erregen würde, weil ich früh zu Bette ging.

Mein Blick hing am Fensterspalt fest, er wollte sich einfach nicht davon lösen, so wie meine Lippen sich nicht von den Seinen lösen wollten. Gänsehaut wanderte über meine Haut. Er wird heute Nacht wirklich nicht mehr kommen. Ich überlegte ob ich nochmal zu meiner Staffelei zurückkehren sollte. Aber das würde Alma wecken. Wieder blickte ich sehnsüchtig zum Fenster hinüber. Doch der Stallknecht ließ weiter auf sich warten.

Ich ging also wieder ins Bett…

…und so muss ich wohl irgendwann eingeschlafen sein. Obwohl ich mich wirklich versucht habe wachzuhalten, die Aufregung der letzten zwei Tage forderte jetzt auch seinen Tribut und ich muss eingeschlafen sein, noch bevor der Mond aufgegangen war.

Die lauten Rufe vom Stall her, nahm ich nur noch unterbewusst war.

Mitten in der Nacht wurde ich wach, weil mich ein Windhauch wachküsste und ich wirklich fror. Ich beschloss aufzustehen, um das Fenster zu schließen, als mir gewahr wurde, dass das Fenster nun sperrangelweit offen stand.

Als ich es im Dunkeln erreicht hatte, hörte ich ein Geräusch und staunte nicht schlecht. Der Stallknecht hing am Fenstersims. Ein ‘Gssss!’ kam aus seinem Mund gestolpert und ich duckte mich aus dem Licht des Mondes. Aber Dank des taghellen Mondenscheines konnte ich genau sehen, was sich dort drunten abspielte. Dieser Knilch torkelte singend über den Hof, wie ein Matrose auf Landgang und dann pinkelte er doch tatsächlich voller Genuss an meine Prachtrosen. Mit einer schwungvollen Bewegung stemmte der Stallknecht sich durch die Fensteröffnung und ich sprang im selben Moment wieder ins Mondlicht und schrie lauthals aus dem Fenster.

‘Uriniert er da etwa auf meine Rosen? Ist er von allen guten Geistern verlassen? Wenn meine wertvollen Rosen eingehen sollten, wird er dafür bezahlen!’ Dann knallte ich das Fenster zu und im selbem Moment riss Alma die Tür zu meiner Kemenate auf: ‘Was macht Ihr nur für einen gotteslästerlichen Radau zu so einer unchristlichen Stunde?’

Der Stallknecht glitt im selben Moment unters Bett, als Alma um das Bett herum schritt. Ich stellte mich genau vor mein Bett und wies zum Fenster und rief empört: ‘Ich wollte nur kurz frische Luft schnappen und da hab ich diesen Knilch dabei beobachtet, wie er strunzehackevoll und singend über den Hof getorkelt ist, um dann allen Ernstes gegen meine Rosen zu … werte Alma verzeiht meine Ausdrucksweise… zu pinkeln!’

Nun riss meine Alma das Fenster erneut auf. Der Knilch stand immer noch an meinen Rosen und tat so als könne er kein Wässerchen trüben.

‘Wenn ich jetzt in den Keller gehe und sehe dass eine Flasche von dem guten Wein der Herrschaften fehlt, dann gnade Euch Gott!’ rief die Alma und im nächsten Moment war das Fenster wieder geschlossen und Alma war aus meinen Räumlichkeiten lauthals fluchend verschwunden. Bis in den Keller hinunter konnte man sie schimpfen hören, bis sie dann wutentbrannt in den Schlosshof rannte. Ich öffnete das Fenster wieder einen Spalt, um die Schimpftiraden meiner Alma weiter mitanhören zu können. ‘Zwei Flaschen von dem guten Messwein aus Rom! Den hat der Freiherr für die Christmette aufbewahrt.‘

Ich schloss das Fenster wieder und ging in mein Ankleidezimmer, um sämtliche Türen zu schließen und als ich wieder an meine Bettstatt trat, versuchte der Stallknecht, nach der Geräuschkulisse zu urteilen, gerade wieder unter meinem Bett hervor zukriechen. Ich stürzte mich aufs Bett und blickte ihn von oben aus lächelnd an. Er stöhnte in sich hinein: ‘Würde es Euch etwas ausmachen, Euch zu erheben?’

Ich muss ihn fragend angeblickt haben.

‘Zwischen mich und euer Bett passt kein Staubkorn mehr…!’ keuchte er und ich rollte mich vorsichtig vom Bett herunter und kam im selben Moment zum Stehen, wie er wieder unter meinem Bett hervorkam.

‘Ich hatte Euch etwas mitgebracht, ich hoff es ist noch heil.’ flüsterte er und rappelte sich so halb auf. Vorsichtig zog er ein Blümlein aus seiner Weste und lächelte mich an. Eine Kornblume, so schien es mir, blickte mich leicht geknickt an. Ich stellte sie ins Wasser zu den anderen Blumen, die Alma mir jeden Tag neu ins Zimmer stellte.’

Tommi setzte ab und schaute nach, ob Hermine schon schlief.

Fortsetzung folgt…

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 11

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 11

tagebuchDass das Essen und das Wasser und vorallem der Schnaps langsam knapp wird, muss ich ja nicht erwähnen, aber bevor ich meinen eigenen Urin trinke…werde ich lieber ein ganzes Huhn leertrinken und werde dann endlich mit allen Vorurteilen aufräumen, dass wir Zigeuner mit den Vampiren im Bunde sind. Obwohl, ich bin ein lichtscheuer, absinthtrinkender und opiumrauchender Arzt aus Wien. Das könnte doch wirklich aus einem Roman von Bram Stoker stammen. Und zu allem Überfluss heiße ich auch noch Viktor. Hm. Ich hätte doch Vampir werden sollen und nicht Zahnarzt, dann würde ich nicht so bald verhungern und am Ende würde ich alleine vor mich hin in meinem Glanz (er)strahlen und damit den Vampirismus endgültig besiegen. So Sachen kommen einen in den Kopf, wenn man mehr raucht und säuft, als Nahrung zu sich zu nehmen. Von dem Pegel komm ich im Leben nicht mehr runter.

In meinem Suri bemerkte ich gar nicht, dass die kleine Emilie zu mir ins Bett gekrochen kam. Ohne ne Begründung kroch sie zu mir ins Bett und klaute mir meine Decke. Aber kann man dieser kleinen Zuckerschnute böse sein, nein. Ich schlief wieder ein und erwachte erst wieder als Mathilda vor meinem Bett stand. Sie hatte die Hand gegen den Mund gepresst und lies sich langsam aufs Bett sinken. Ihre Hände bebten und sie atmete schwer. Ich blickte sie an und griff nach ihrer Hand und da kullerten schon Tränen über ihre Wangen. Wortlos zog ich sie zwischen mich und ihre Tochter ins Bett und versuchte dabei irgendwie meine Decke über uns alle drei zu ziehen. Am Ende lagen wir zu dritt im Bett und als sich Mathilda wieder beruhigt hatte, schlief sie in meinen Armen ein, ohne jedoch ihr Kind loszulassen, an dass sie sich wie eine Ertrinkende klammerte.

Am nächsten Tag war Mathilda verschwunden, aber Emilie nicht, ich war mir auch nicht ganz sicher ob ich alles nur geträumt hatte.

Fortsetzung folgt…

 

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