Tagebuch eines Unbekannten – Teil 11

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 11

tagebuchDass das Essen und das Wasser und vorallem der Schnaps langsam knapp wird, muss ich ja nicht erwähnen, aber bevor ich meinen eigenen Urin trinke…werde ich lieber ein ganzes Huhn leertrinken und werde dann endlich mit allen Vorurteilen aufräumen, dass wir Zigeuner mit den Vampiren im Bunde sind. Obwohl, ich bin ein lichtscheuer, absinthtrinkender und opiumrauchender Arzt aus Wien. Das könnte doch wirklich aus einem Roman von Bram Stoker stammen. Und zu allem Überfluss heiße ich auch noch Viktor. Hm. Ich hätte doch Vampir werden sollen und nicht Zahnarzt, dann würde ich nicht so bald verhungern und am Ende würde ich alleine vor mich hin in meinem Glanz (er)strahlen und damit den Vampirismus endgültig besiegen. So Sachen kommen einen in den Kopf, wenn man mehr raucht und säuft, als Nahrung zu sich zu nehmen. Von dem Pegel komm ich im Leben nicht mehr runter.

In meinem Suri bemerkte ich gar nicht, dass die kleine Emilie zu mir ins Bett gekrochen kam. Ohne ne Begründung kroch sie zu mir ins Bett und klaute mir meine Decke. Aber kann man dieser kleinen Zuckerschnute böse sein, nein. Ich schlief wieder ein und erwachte erst wieder als Mathilda vor meinem Bett stand. Sie hatte die Hand gegen den Mund gepresst und lies sich langsam aufs Bett sinken. Ihre Hände bebten und sie atmete schwer. Ich blickte sie an und griff nach ihrer Hand und da kullerten schon Tränen über ihre Wangen. Wortlos zog ich sie zwischen mich und ihre Tochter ins Bett und versuchte dabei irgendwie meine Decke über uns alle drei zu ziehen. Am Ende lagen wir zu dritt im Bett und als sich Mathilda wieder beruhigt hatte, schlief sie in meinen Armen ein, ohne jedoch ihr Kind loszulassen, an dass sie sich wie eine Ertrinkende klammerte.

Am nächsten Tag war Mathilda verschwunden, aber Emilie nicht, ich war mir auch nicht ganz sicher ob ich alles nur geträumt hatte.

Fortsetzung folgt…

 

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