Ein Knopf kommt selten allein… Teil 40

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 40

OLYMPUS DIGITAL CAMERATommi wurde erst wieder wach, als Hermine ziemlich laut keuchend erwachte. Er riss die Augen auf und griff sich zugleich an die Brust.

Sein Herz wummerte in seiner Brust. Sie blickte ihn mit riesigen Augen erschrocken an, bis sich ihre Augen langsam mit Tränen füllten. Er konnte gar nichts sagen, weil er mit atmen und den damit verbundenen Schmerzen beschäftigt war.

‘Du Arsch, mach sowas nie wieder!’ pflaumte sie ihn an, bevor sie einfach nur zu weinen begann.

Davon wurde Wolle wach. Er gähnte nur: ‘Nicht aufregen, ganz ruhig!’

Tommi blickte erst Wolle an und dann Hermine, er wusste gar nicht was los war. Er versuchte etwas zu sagen, doch er brachte keinen Ton heraus. Es blieb ihm nichts anderes übrig als die Hände nach ihr auszustrecken, die umgehend zu zittern begannen. Hermine starrte auf seine Hände und als ein verkrampftes Zucken durch seinen Körper schoss, blieb ihr fast das Herz stehen und sie heulte noch mehr. Tommi konnte die Hände nicht mehr oben halten, die gebrochene Hand tat ihm so weh, dass es ihm schier die Luft abschnürte und ihm die Kraft fehlte die andere Hand noch weiter auszustrecken. Erst als seine Hände schon fast wieder die Bettdecke berührten, gab Hermine sich einen Ruck. Sie packte seine Hände, rutschte näher und versuchte ihn zu umarmen. Allein die Berührung seiner verletzten Hand trieb ihm die Tränen in seine Augen.

‘Nicht so stürmisch, Mi!’ meinte Wolle noch. Doch sie drückte sich fest an Tommi, dem erstmal nur die Luft wegblieb. Erst als ein ersticktes Stöhnen aus Tommis Kehle stolperte, lockerte sie ihren Griff.

Dann flüsterte sie ihm ins Ohr: ‘Du hast gesagt, dass dein Herz mir gehört….!’

Er hatte keinen übrigen Atem, um darauf etwas zu erwidern, was vielleicht auch besser war. Sie fuhr etwas lauter fort: ‘Und dann bleibt es einfach stehen!’

‘Ich glaube nicht, dass er es mit Absicht gemacht hat, Hermine!’ klugscheißerte nun Wolle, weil er schon merkte, dass Tommi ziemlich sprachlos war.

‘Mi, ich hab das nicht…!’ keuchte Tommi endlich und der darauf folgende Hustenanfall, brachte ihn an den Rand der Besinnungslosigkeit. Hermine heulte einfach weiter.

Wolle war schon ein bisschen genervt davon, dass die beiden sich gegenseitig aufstachelten und sprach ein Machtwort: ‘So, ihr beiden beruhigt euch bitte. Vor allem du Hermine. Er hat kaum die Luft zum Atmen und was soll er dir überhaupt antworten. Er hatte nicht mit Absicht einen Herzstillstand. Und damit das nicht wieder passiert, soll er sich nicht aufregen und du sollst dich auch nicht aufregen. Am Besten legt ihr euch nochmal hin und versucht zu schlafen.’

Er ging ums Bett herum und half Tommi dabei, ein wenig zur Seite zu rutschen. Er drückte ihm ein Glas mit Tee in die Hand und achtete sorgsam darauf, dass er es leer trank. Dann ging er wieder zurück zu seiner Schwester, gab ihr ebenfalls etwas zu trinken und half ihr dann, sich neben Tommi zu legen. So lagen sie beide wie bestellt und nicht abgeholt im Bett, Schulter an Schulter.

‘Ihr hättet mehr Platz, wenn einer von euch den Arm heben würde!’ grinste Wolle, worauf beide den jeweils zum Ende des Bettes befindlichen Arm hoben.

‘Euch ist echt nicht zu helfen.’ meinte Wolle kopfschüttelnd.

Tommi hob unter Schmerzen den anderen Arm und Hermine versuchte sich so vorsichtig wie möglich in seinen Arm zu legen. Wolle deckte beide zu und atmete sichtlich auf.

Tommi lehnte sich gegen ihren Kopf und flüsterte in ihr Haar. ‘Ich bin froh, dass du mich von der Schippe gezogen hast. Ich hatte es nicht mehr in der Hand.’

‘Der Anwalt hat die meiste Arbeit gemacht!’ flüsterte sie. Doch Tommi schüttelte fast unmerklich seinen Kopf, küsste ihr Haar und schlief bald ein.

Fortsetzung folgt…

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