Tagebuch eines Unbekannten – Teil 17

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 17

tagebuchNach einigen Tagen brachte sie mich wieder zu den Anderen. Emilie und Vladi hatte mich anscheinend vermisst, die kaum von meiner Seite wichen.

Emilie hatte mir Socken und einen Schal gestrickt, damit ich nicht wieder krank werden würde. Vladi saß meist am Bettpfosten und achtete darauf, dass mir und seiner Mutter nichts geschah. Mathilda schlief bei mir im Bett, sie war so erschöpft, das die alte Cementa ihr Bettruhe erteilte. Nur der gute Watzlaf blieb unerschütterbar bei den Kranken und pflegte sie…

Mein Bruder Mecki lief mit einem Geigerzähler umher und machte scheinbar wahllos Messungen. Aber das was er tat, sollte ich gleich feststellen, hatte Methode. Er warf alles raus, was strahlte und wir hatten endlich eine Richtschnur, an der wir uns langhangeln konnten.

Zu Beginn hatten sie mich und meine Vorsichtsmaßnahmen belächelt, aber seitdem so viele von den Männern in den letzten Tagen gestorben waren, hatten sie sich dem strengen Blick meines Bruders gebeugt und warfen alles raus, was er mit gelber Farbe markierte.

Ich konnte ihm kaum für seine Arbeit danken, weil mich Mathilda ins Bett steckte und mir nicht erlaubte mich zu sehr anzustrengen. Ich hab ihre Zeilen im Buch entdeckt, als ich darin blätterte. Sie ist ein Engel und das Beste was mir je passiert ist.

Fortsetzung folgt mit Mathildas Einträgen

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Tagebuch eines Unbekannten – Teil 16

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 16

tagebuchAls ich wieder einigermaßen ansprechbar war, teilte sie mir fast beiläufig mit, dass ich im Fieber ziemlich viel geredet hätte und dass ich ihr dabei ziemlich viel von mir preisgegeben hätte und dass ich ihr dabei ziemlich viel…oh, was habe ich getan, Dinge die Dinge die sie nie erfahren sollte, Dinge die niemand je erfahren sollte. Ich war ziemlich schockiert, wie locker sie mit diesen Dingen umging.

Sie lächelte nur und meinte nur, dass ich ihr einen Gefallen schulden würde und irgendwie war ich mir nicht sicher, was sich hinter ihren strahlendblauen Augen vorging, aber sie lächelte mich weiter milde an und ich hoffe inständig, dass so ein süßes Wesen mit ihren strahlendweißen Zähnen schon nichts Unrechtes im Sinn haben würde.

Mir war nur wichtig, dass die Anderen nichts über meine Vergangenheit erführen, dass würde ihr Vertrauen empfindlich stören, weil hart erarbeitet habe ich es mir und draufgegangen wäre ich dafür beinahe auch. Und obgleich sie alle ganz schöne Halodries und Halunken sind, auch manche von den Frauen. Und vorallem die Kinder will ich ihrer aller jugendliches Gemüt nicht mit derart Unzulänglichkeiten meinerseits beflecken.

Sie wird schon irgendwann zu mir kommen und den Gefallen einfordern, den ich ihr so leichtfertig schenkte und doch hatte ich in diesem Moment keine andere Wahl.

Fortsetzung folgt…

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 15

Tagebuch eines Unbekannten – Teil 15

tagebuchIch kann nicht sagen wie lange ich im Fieber lag, aber Onkel Watzlaf schnitzte an seinem Dritten Holz, als ich erwachte.

Mathilda saß an meinem Bett und hielt meine Hand. Ich dachte wirklich ein Engel würde an meinem Bett sitzen, als ich die Augen aufschlug.  

Aber es war mehr als ein Engel, es war meine Mathilda.

Auch wenn sich das jetzt ziemlich verliebt anhört, es ist immer noch nichts Sexuelles, wie auch, ich war ziemlich lange bewusstlos.

Und es dauerte auch eine Weile ehe ich wieder auf die Beine kam.

Die Diagnose von Mathilda war, grippaler Infekt in Verbindung mit einem kalten Entzug.

Und sie bat mich inständig, dass ich nicht wieder mit dem Opium anfangen sollte, weil noch einen Entzug würde sie nicht durchstehen, vor allem wenn ihr währenddessen ich im Fieber in meinem eigenen Erbrochenen lag, ihr einer nach dem anderen weggestorben ist und sie konnte nichts weiter tun als zuzusehen, aber mehr hätte ich auch nicht machen können. Da hätten wir tatsächlich einen Engel gebraucht.

Aber von allen Göttern verlassen, hielten wir Wacht, damit denen nichts passiert, die wir lieben.

Liebe, wenn man dem Teufel gerade nochmal von der Schippe gesprungen ist, da lässt es sich leicht von Liebe reden.

Die Euphorie kommt mir bekannt vor, aber ich halte mich zurück, aber ich halte mich zurück und rühre keine Tabletten mehr an, und vor allen nicht meine Opiumpfeife. Nur den Schnaps kann sie mir nicht verbieten.

Fortsetzung folgt…

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