1799 – Baumwolle für Tobago – Teil 12

1799 – Baumwolle für Tobago – Teil 12

Kitty und der Kapitän begannen zu Essen und hatten gar nicht bemerkt, dass Obi gegangen war. Erst als er wenig später erneut mit einem Tablett in Händen herein kam, blickte der Kapitän kurz auf.

‘Damit die kleine Kitti unserem Kapitän nicht das Essen weg isst.’ rief Obi und stellte ihr auch zwei Teller hin. Dann servierte er Svent den Cognac.

‘Danke Onkel Obi!’ trällerte Kitti.

‘Ihr seid verwandt!?’ frug der Kapitän neugierig.

Kitti fing an zu lachen und verschluckte sich fast an dem Kuchen. Und während Obi zu erröten schien, was aufgrund seiner Hautfarbe eigentlich überhaupt nicht möglich sein konnte. Nachdem Obi nur Gestammel von sich gab, erklärte Maribelle dem Kapitän kurz: ‘Kitti ist uns zugelaufen… worden, besser gesagt, jemand hat uns ein Baby vor die Tür gelegt und ich hab sie dann Kitti genannt und irgendwann haben alle sie Kitti genannt.’

‘Meinen richtigen Namen weiß ich gar nicht!’ mampfte Kitti.

‘Und was ist daran so lustig?’ frug der Kapitän neugierig.

‘Eigentlich ist es nicht lustig!’ meinte nun Obi ernst und fuhr dann wesentlich leiser fort, als er begonnen hatte: ‘Mein kleiner Bruder und Kitti…ähm…!’ Er brach ab und rang um Worte.

‘Die Männer meines Vaters haben sie…!’ begann Mariebelle und brach auch ab.

‘Ja, da war ich aber schon schwanger!’ bekräftigte Kitti.

‘Mein Bruder Ani ist da irgendwie anderer Meinung und ich kann ihn nicht genug dafür hauen!’

‘Eigentlich ist es wirklich egal, weil es ist mein Baby, wenn er mich nicht will…!’ dann war ihre gute Laune schlagartig vorbei und sie begann zu schluchzen.

‘Gut, ich geh meinen Bruder hauen!’ rief Obi und war im Begriff aus der Messe stürmen zu wollen.

Der Kapitän setzte dem noch eins drauf und bekräftigte: ‘Und ich geh ins Loch und haue die Männer vom Lieutenant!’

‘Darf ich zum Lieutenant gehen und ihn hauen?’ frug Svent und kippte den Rest von seinem Cognac runter.

‘Nur wer Gewalt sät, wird auch Gewalt ernten!’ meinte Maribelle anklagend und setzte sich, um Kitti zu trösten.

‘Ja und wir bringen den armen Bauern nur die Ernte…!’ konterte der Kapitän. ‘Wie viele Kinder waren nochmal in den Kisten versteckt?’

‘Es waren 7!’ meinte Mariebelle etwas verstört.

‘Ich geh zuerst zum Lieutenant und muss das Beenden was ich gestern angefangen habe.’ sagte der Kapitän daraufhin sehr trocken und rieb sich dabei seine Faust.

Obi zog eine Augenbraue hoch und meinte mit eisiger Stimme: ‘Aber zuerst muss der Kapitän seinen Teller leer essen.’

Ein: ‘Och menno!’ stolperte aus seinem Mund, nahm aber aufgrund des strengen Blickes von Obi brav seinen Löffel wieder in die Hand und aß weiter.

‘Kapitän, dann würde ich gerne die Männer vom Lieutenant übernehmen’ rief Svent und stand blitzartig auf. Das reißen seiner Hose begleitete seine Frage: ‘Wie komme ich zum Loch?’

Der Kapitän blickte auf seinen Hintern und musste grinsen, bevor er versuchte: ‘An Eurem verlängerten Rücken entlang.’ zu sagen.

Die Damen fingen an zu kichern, bis sich Betty ein Herz fasste und das Loch in der Hose näher betrachtete: ‘So könnt Ihr Euch nicht prügeln.’

‘Ich werde mich nicht prügeln, zum Prügeln gehört dazu, dass man auch einen Treffer kassiert!’ zischte Svent zerknirscht.

‘Ich gebe zu, ich hab keine Ahnung von körperlichen Auseinandersetzung, aber…!’ meinte Betty ruhig, während sie mit ihrem Fingernagel durch den Riss in der Hose piekte und dann genüsslich fortfuhr zu sprechen: ‘Wenn Ihr diesen Unmenschen aber Euren entblößten Hintern zeigen wollt, nur zu!’ Dabei glitt sie die Länge des Schnittes ab, vorauf Svent zu quietschen begann: ‘Das geht jetzt aber entschieden zu weit!’

Der Kapitän genoss die Szenerie sichtlich und erst als Svent sich zu ihm wandte, hörte er auf zu grinsen. ‘Kapitän, bitte sprecht doch ein Machtwort!’

‘Lasst Euch eine gescheite Hose machen, es gab heute schon genug nackte Tatsachen auf der Blue Moon!’

Das war nicht gerade das was Svent hören wollte, ergab sich dann aber den geschickten Händen von Betty.

Fortsetzung folgt… Ruder hart Backbord!

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Garden of Madness – Der Krausige, die Schnecken und ein Opfer für Nyarlathotep

Garden of Madness  – Der Krausige, die Schnecken und ein Opfer für Nyarlathotep

Ich habe Salat angebaut. In Hochbeeten in zwei verschiedenen Höhen und der Salat wächst. Er wächst so krass, dass ich mich aus knappen 20 Pflänzchen seit über 6 Wochen vom Salat ernähre und nicht nur mich und am Wochenende meinen Mann davon satt kriege, sondern auch unsere Gäste und schon die Nachbarn, Verwandte und Freunde mit Salat versorge.

Anfänglich habe ich eine Vereinbarung mit den lästigen Schnecken getroffen, ich schmeiß immer mal wieder ein Blättchen nebens Bett und die fressen mir nicht alles ab. Das hat eine ganze Weile ganz gut funktioniert, bis wir uns einen Komposter gekauft haben und es nach der Hitzewelle ständig regnete. Nun fressen sie nicht nur meinen Salat, sondern auch meine Zucchini. Aber irgendwie stehen sie unglaublich auf den krausigen Salat. Naja, ich mag den eh nicht so gerne, weil man länger mit Salat putzen und waschen beschäftigt ist, als später mit Essen. Werde ihn aber nächstes Jahr wieder anbauen, weil wenn die Schnecken den mögen…

Nun gilt es größere Opfer für Nyarlathotep, meinen persönlichen Schneckengott, zu erbringen und beten, dass er die Ernte verschont.

Bierkacherl vergraben soll auch helfen, sagt meine Mutter. Ich habe Nyarlathotep trotzdem eine angefressene Zucchini geopfert. Mal sehen ob es hilft.

Fortsetzung folgt… vom heimischen Bohnenkrieg

 

1799 – Baumwolle für Tobago – Teil 11

1799 – Baumwolle für Tobago – Teil 11

Bevor der Kapitän in die Messer ging, schlenderte er noch unter Deck herum, um nach dem Leck zu sehen und dort traf er auch den Küper, der seinerseits die Arbeiten am Leck überwachte.

‘Wie siehts aus, Jonason?’

‘Werden wir sehen, ob es dicht hält. Ich stell eine Wache auf, bis der Batz trocken ist.’

‘Gut, Israel! Mach das!’ murmelte der Kapitän. ‘Wo ist eigentlich Noah! Wäre das nicht seine Aufgabe hier?’

‘Noah ist betrunken!’

Sein Magen knurrte so laut, dass die Matrosen, die teerverschmiert die letzten Arbeiten am Leck ausführten, sich nach ihm umdrehten.

‘Da wird sich die Mam’sel aber im Grab umdrehen!’ witzelte Johann, der ebenfalls das Leck inspizieren wollte. ‘Wo ist Noah? Wäre das nicht seine Aufgabe hier?’

‘Noah ist betrunken!’ riefen Israel und der Kapitän wie aus einem Mund.

‘Da hat sich nochmal jemand selbst zum Kielholen gemeldet.’ grummelte Johann.

Der Magen des Kapitän antwortete darauf mit einem abartigen Knurren.

‘Ich geh ja schon in die Messe, bevor mich der Geist der alten Dame heimsucht!’ witzelte der Kapitän und hielt sich den Magen fest.

Svent stand mit dem Nähkreis in der Messe. Die Schneiderin beäugte ihn scheel, wobei beim genaueren Hinsehen nicht klar war ob sie ihn scheel beäugte, weil sie ihn scheel beäugen wollte oder weil der Zustand ihres Gesichtes dies nicht anderes erlaubte. Während ein schwarzes Mädchen mit einem kugelrunden Bauch auf der Bank saß und den Saum einer Weste absteckte, stand die Lady van der Houthen höchstselbst auf der Bank und steckte unter der Achsel des armen Svent einige Nadeln in den Stoff.

‘Ihr müsste schon stillhalten, werter Mâitre! Sonst stech ich Euch noch!’

Svent konnte mit Müh und Not das Schaukeln des Schiffes soweit ausgleichen, dass er einigermaßen unbeschadet den nächsten Atemzug überstand.

‘Mistress, die Hose können wir so nicht lassen. Die Nähte halten keinen Tag mehr.’ meinte das schwarze Mädchen.

‘Oh, Kitti Schätzchen, das hab ich befürchtet.’ meinte Betty und zückte ein Maßband.

Svent war der Erste, dem die Gegenwart des Kapitäns gewahr wurde. Er lehnte zufrieden im Eingang zur Messe und grinste über beide Ohren, während er fast schon genüsslich die Augen über die Szenerie gleiten ließ.

Svent warf ihm einen flehenden Blick zu und nickte ihm zu. Seine Reaktion richtig deutend, drehte sich die Lady van der Houthen nach dem Kapitän um. Bei der nächsten Welle kam sie ins taumeln und konnte sich gerade noch an Svent festhalten, dabei steckte sich allerdings eine ihrer Nadeln in seine Brust. Er hätte es gar nicht gemerkt, wenn sie nicht wie panisch auf die Stelle geblickt hätte.

Er zog schockiert die Luft ein und versuchte dann so ruhig wie möglich zu sagen: ‘Wenn mir nach einer dieser neumodischen chinesischen Behandlungsweisen ist, werde ich bescheid geben, aber bitte nehmt die Nadel da weg.’ Er verdrehte die Augen und kurz bevor er ohnmächtig zu werden schien, schritt der Kapitän beherzt an Svent heran und packte ihn am Kragen.

‘Wenn Ihr kein Blut sehen könnt, seid ihr auf meinem Schiff aber wahrlich Fehl am Platz, werter Mâitre!’ rief der Kapitän in seinem üblichen Befehlston. ‘Wir sind jetzt Piraten!’

Mariebelle zupfte geschickt die Nadel aus seinem Brustmuskel und Svent riss keinen Moment zu früh die Augen auf. ‘Nein Kapitän, es sind nur Nadeln und dann auch nur wenn sie in mir drin stecken!’

Dann blickte er langsam an sich hinab und Lady Mariebelle grinste ihn schelmisch an: ‘Ich hab den Schlingel wieder sicher verwahrt.’ Und schon hatte sie die Nadel in den Mundwinkel.

Svent musste sich einen Moment neben Kitti hinsetzen, was die Lady van der Houthen wieder arg ins Schwanken brachte.

Obi kam bei der Tür herein und hatte ein Tablett in der Hand. Wie auf Kommando knurrte der Magen des Kapitäns so laut, dass die Damen ihn entsetzt an blickten. Betty half Mariebelle von der Bank.

‘Ich melde mich freiwillig zum Essen fassen!’ rief der Kapitän und nahm am Kopfende des Tisches platz.

Obi machte ein ‘Zzz!’ und stellte das Tablett auf dem Tisch ab. Eine große Tasse Kaffee und Rühreier mit Speck und Bohnen und 2 Butterbrote auf einem Teller und ganze 5 Stücke Kuchen auf einem anderen Teller. Von dem plötzlichen Essensgeruch angezogen blickte die schwangere Kitti auf den Kuchen, als würde der Kuchen mit ihr sprechen.

‘Obi, bringt doch bitte dem Mâitre einen Cognac!’ flüsterte der Kapitän Obi zu und fuhr dann halblaut fort. ‘Wenn die 5 Stück Kuchen nicht ausschließlich für mich gedacht sind, würde ich gerne teilen!’ Dabei blickte er Kitti an, die scheinbar immer noch von dem Kuchen hypnotisiert wurde und machte dann ein Geräusch, dass sich wie ‘Gsss!’ anhörte. Kitti erschrak regelrecht, doch als der Kapitän ihr ein Stück Kuchen hinhielt, grinste sie ihn an. Sie flüsterte so leise, dass man es nur an der Bewegung ihrer Lippen ablesen konnte: ‘Für mich!’

Fortsetzung folgt… Befehl zum Essen fassen

Garden of Madness – Call of Radish

Garden of Madness   –  Call of Radish

Ich konnte es kaum erwarten, bis ich die ersten Pflanzerl anbauen könnte, also habe ich schon frühzeitig mit dem Ansähen angefangen und in einem Miniatur Anzuchtgewächshaus angezogen und sie dann in kleinere Töpfen umgetopft und dass alles im Wohnzimmer, weil es stellenweise im Frühjahr noch gewaltig Minusgrade hatte. Die Pflanze die schon draußen waren, wurden dann Nachts abgedeckt und morgens in die Sonne gestellt.

Bis die kalte Sophie endlich ein Erbarmen hatte und die Agrarwetterapp endlich keinen Bodenfrost mehr prophezeite.

Einige Opfer gab es zu beklagen, zwei Kürbispflanzen haben die Eisheiligen nicht überlebt und das Kraut der Unsterblichkeit auch nicht. Mein Mann wollte das Ding unbedingt haben, weil es ja angeblich bis – 15 Grad beständig wäre.

Die österlichen – 8 Grad haben der Unsterblichkeit dann den Garaus gemacht und mir schwante arges, dass womöglich nun andere Mächte in meinem Garten herrschten.

Und am 12. Mai war es mir dann völlig klar, nachdem ich meinen ersten chtulhuiden Radi erntete. Er war klein aber scharf wie die Hölle. Wir huldigten dem Großen Alten, als wir ihn in uns aufnahmen. Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.

Fortsetzung folgt …. cthulhu fhtagn

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 45

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 45

Als Wolle erneut wach wurde, stand das Frühstück bereits auf dem Tischchen. Der Kaffee war kalt und er musste den Würgereiz unterdrücken. Er stand auf und tappte aufs Klo. Er hörte die Tür. Die Schwester schien wohl das Frühstück abräumen zu wollen. Eigentlich wollte er duschen, er konnte aber kein Handtuch finden. Obwohl er bis auf seine Shorts schon nichts mehr an hatte, tappte er wieder zur Tür und riskierte einen Blick durch die Tür.

‘Gibt es hier eigentlich keine Handtücher?’ grummelte Wolle.

‘Doch sorry, ich wollte sie eben auffüllen, seit dem der Bulle vor der Tür sitzt, kommen nicht mal die Putzfrauen hier rein!’ meinte Schwester Emma.

Wolle ging wieder zurück zur Dusche und in dem Moment als er sich seiner Shorts entledigte, stand Schwester Emma mit einem Stapel Handtücher in der Tür.

Als er wieder aus der Dusche kam, stand die Schwester immer noch in der Tür und starrte wie gebannt auf ihn. Er grinste sie nur an und hielt ihr eine Hand hin.

Sie stand wie zu einer Salzsäule erstarrt in der Tür und blickte auf seinen nackten und ziemlich nassen Körper. Er zog nur eine Augenbraue rauf und meinte dann: ‘Kann ich zwei Handtücher haben?’

Wie von einem Schlag getroffen machte sie einen Satz auf ihn zu und versuchte ihm zwei der vier Handtücher in die feuchten Hände zu drücken, dabei fielen ihr die anderen beiden Handtücher aus der Hand, worauf sie beide sich reflexartig danach bückten und dabei kamen sie sich unabsichtlich ziemlich nahe. Und zu allem Überfluss, kam sie auf dem nassen Boden auch noch ins Straucheln, worauf er sie halb auffangen musste, damit sie nicht beide auf den Boden knallten. Daraufhin versuchte er sich mit ihr und allen vier Handtüchern zusammen wieder aufzurappeln. Als sie beide wieder sicher auf den eigenen Beinen standen, hatte Wolle die vier Handtücher in der Hand und war immer noch nackt und ihr war mittlerweile die Schamesröte zu Kopf gestiegen.

‘Ich hab keine Ahnung was Sie mit mir machen?’ meinte Wolle und drückte ihr drei Handtücher wieder in die Hand. Sie blickte ihn so unschuldig wie möglich an, während die Schamesröte sie sichtlich ins Schwitzen brachte.

‘Sie machen mich ganz nervös!’ flüsterte Wolle und schlang sich dann sehr hastig das verbliebene Handtuch um die Hüften. Es regte sich etwas, was sich eigentlich nicht regen sollte, deshalb meinte er kleinlaut: ‘Und Frauen bringen mich eigentlich nicht derart aus der Fassung.’

Nun zog sie eine Augenbraue hoch, als sie die Bewegung unter seinem Handtuch wahrnahm. Er nahm sich ein weiteres Handtuch und wickelte seine zerzausten Haare hinein, dabei drehte er ihr den Rücken zu, in der Hoffnung, dass es für ihn nicht noch peinlicher werden würde. Aber nachdem sein Schwanz da anderer Meinung war, sagte er ganz ruhig: ‘Mir passiert sowas eigentlich nur bei Männern!’

Sie stammelte und musste sich ein Lächeln verkneifen: ‘Ähm, ja. Sorry. Ich kann das vielleicht aufklären.’

‘Sagen Sie jetzt nicht, dass Sie was in den Kaffee getan haben!’

‘Sie haben Ihren Kaffee doch überhaupt noch gar nicht angerührt.’ rief sie empört, grinste dann unsicher, begann mit einen Fuß am Boden zu scharren.

Wolle blickte nochmal nach unten, es hatte keinen Zweck sich verstecken zu wollen, also drehte er sich langsam wieder zu ihr rum.

Sie konnte den Blick nicht von dem Handtuch trennen und begann zu stammeln. ‘Tommi hat mich gestern ja eh entlarvt…!’

‘Wie entlarvt, was?’ rief er und blickte wieder nach unten. Sein Schwanz war immer noch freudig erregt und nichts was sie sagte, schien ihn davon abzuhalten, noch weiter anzuschwellen.

‘Ich bin keine richtige Krankenschwester.’ beichtete sie.

Er schüttelte den Kopf und ging an ihr vorbei zum Waschbecken, er beschloss irgendwas Normales zu tun. Zähne putzen war eine tolle Idee.

‘Ich heiße auch nicht Emma! Tommi hat das schon sehr richtig erkannt, dass auf meinem Krankenhausausweis, der Name nicht stimmt.’ meinte sie und setzte sich neben dem Waschbecken auf die Ablage. Sie zog die Perücke vom Kopf.

Er musste sie einfach nur anstarren. Unter der Perücke kam etwas völlig anderes hervor. Sie hatte ihre scheinbar in allen Farben gefärbten Haare hochgesteckt, damit die ziemlich gut gemachte Perücke kaum auffiel. Dann öffnete sie ihr Halstuch und es kam eine frische Narbe hervor. Wolle schien immer noch nicht zu kapieren.

‘Ich wurde als Emil geboren!’

Er blickte sie ungläubig an, also packte sie seine Hand und schob sie unter ihren Rock. Die halterlosen Strümpfe irritierten ihn ziemlich. Dafür dass sie unter ihrem Rock und in einem engen Miederhöschen einen prächtigen Schwanz versteckt hatte, brauchte er noch ziemlich lange, bis er endlich begriff. Ihm fiel die Zahnbürste aus der anderen Hand, bevor er ‘Emil!’ stottern konnte.

‘Emma wäre mir tatsächlich lieber!’ flüsterte sie.

‘Emma, ich darf doch…!’ Er wischte sich den Schaum der Zahnpasta aus dem Gesicht, wartete ein Nicken ihrerseits ab und hob dann vorsichtig das Röckchen hoch um einen Blick zu riskieren. Seine andere Hand lag ruhig auf ihrem Oberschenkel, als er unter ihren Rock blickte. Er glitt mit dem Daumen über das Miederhöschen und spürte ihren Schwanz, der schier pulsierte, da er vom Höschen etwas eingequetscht war. Sachte glitt er dann unter das Höschen. Es schien alles ziemlich echt zu sein und nachdem er dabei auf ihre Brüste starrte, zog er seine Hand zurück und schüttelte den Kopf. Er keuchte: ‘Ich brauch noch einen Moment!’

‘Okay!’ meinte sie und schob den Rock wieder über den Spitzenrand der Strümpfe.

Er blickte sie eine Weile an und kam ihr dann etwas näher. Sie lächelte unsicher.

‘Wo warst du nur die ganze Zeit?’

Sie blickte ihn nur fragend an.

Er blickte auf seinen Schwanz, der immer noch stand. ‘Er scheint anscheinend auf dich gewartet zu haben.’

Er kam ihr noch näher, packte sie am Nacken und rieb seinen Bart an ihrem Hals entlang, bis er mit seinen Lippen auf ihre Lippen zusteuerte.

Sie wand sich aus seinem Griff und küsste ihn hastig auf die Wange. ‘Nicht so hastig, im Grunde kenn ich Sie doch gar nicht!’

Er muss sie wohl verstört angeblickt haben, weil sie dann bis über beide Ohren grinste, um ihm dann einen Kuss auf den Mund aufzudrücken.

 

Fortsetzung folgt…

Garden of Madness – MORETVM und die Weinraute des Todes

Garden of Madness  – MORETVM und die Weinraute des Todes

Das Erste was ich angebaut habe waren meine Hochbeete mit Kräutern. Mittlerweile haben die Kräuter den halben Garten übernommen. Und das ist gut so.

Nachdem die Kräuter mittlerweile zu unserem Essen dazugehören, wie das Essen selbst, habe ich während der frühjährlichen Bärlauchschwämme vorgeschlagen, wir könnten mal ein MORETVM machen. Mein Mann schaut mich entgeistert an. Er kannte MORETVM also nicht. Dafür gibt es aber auch das Internet. Ja, die Römer waren es, die hams erfunden. Und ich kann mir nichts Leckeres vorstellen, egal ob warm oder kalt. Lecker.

Moretum nach Wikipedia hört sich erstmal ein wenig langweilig an und wenn man Eppich nicht kennt oder Sellerieblätter oder Liebstöckel in Verbindung mit weißem Käse irgendwie komisch findet, kann sich da auch gerne mit Petersilie aushelfen.

Bei der Weinraute muss man dazu sagen, dass es für schwangere Frauen nichts ist, weil sie eine abtreibende Wirkung haben kann. In manchen Ländern wir die Weinraute nur getrocknet verwendet. Meine Mutter gab mir auf den Weg, dass die Weinraute frisch giftig wäre und man sie nur getrocknet essen dürfe, dies konnte ich bisher nicht belegen. Böse Zungen behaupten, dass man davon Magenschmerzen bekommt, meine böse Zunge behauptet, es könnte auch an der halben Knolle Knoblauch gelegen haben. Auf jeden Fall ist die Weinraute für ungeübte Kräuterliebhaber anfangs vielleicht mit Vorsicht zu genießen.

An den Lattich muss ich mich selbst noch heranwagen, ich bin dann mal auf der Wiese beim Grasen…

Streng nach der Übersetzung eines römischen Textes zur Folge:

‘Simulus, ein freigelassener Eigner oder Pächter von griechischer Herkunft, rüstet sich an einem Herbstmorgen zum Pflügen. Er macht Feuer, mahlt Getreide, ruft die afrikanische Magd, Wasser zu wärmen, knätet und formt den Teig; und nachdem er die Stülpe auf dem Heerde darüber gedeckt, holt er aus dem Garten Knoblauch, Eppich, Raute und Koriander: welches er im Mörser mit Salz, Käse, Oel und Essig zerreibt, und als Würze des Brotkuchens zu Felde nimt.’

Für Moretum in Anlehnung an das antike Originalrezepten benötigt man, nach dem Motto: Alles kann, nichts muss!

  • Weißen Käse (Schafs- und/oder Ziegenkäse nach Feta-Art und/oder Ricotta)
  • Einen guten Schuß Olivenöl
  • Sehr viel Knoblauch
  • Eppich
  • Essig
  • frische Kräuter (nach Saison und Geschmack): Weinraute, Eppich, Koriander, Bohnenkraut, Minze, Salbei, Petersilie, Schnittlauch, Lattich, Thymian, Oregano, Majoran, Kapuzinerkresse oder Bärlauch oder sogar Wasabiblätter
  • eine Prise Salz
  • Optional : Walnüsse, Sesamkörner, Haselnüsse, Mandelkerne und/ oder Pinienkerne

Alles in den Mörser, Mixer oder in den Turbochef, bis die Masse streichfähig ist.

Dazu frisches Brot, vor allem Gewürzbrot ist dazu sehr lecker. Also Mahlzeit und bis zur nächsten Folge, wenn es wieder heißt: Garden of Madness

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 44

Ein Knopf kommt selten allein… Teil 44

Tommi las Hermine aus dem Faust vor und Hermine entspannte sich langsam. Schwester Emma kam wieder und Hermine bemerkte erst ihre Anwesenheit, als Tommi zu lesen aufhörte.

‘Also ihr Herr Vater hatte einen kleinen Herzinfarkt und morgen wird er schon auf diese Station verlegt, dann können Sie ihn besuchen. Herr Wolle bringt noch ihre Mutter nach Hause und kommt dann wieder.’ berichtete sie, lächelte Hermine bezaubert an und fragte dann: ‘Braucht ihr noch was?’

Tommi schüttelte den Kopf.

Wolle kam erst wieder, als es bereits dunkel geworden war. Tommi lag wie ein Toter im Bett, in einer Hand den Goethe und im anderen Arm Hermine.

Sie wurde sofort wach, als Wolle sich erschöpft in den Stuhl fallen ließ. Er fing sofort an zu flüstern: ‘Der Prof. Borgolte ist guter Dinge!’ Doch seine erschöpfte Miene sagte ihr etwas anderes. ‘Ach und der Kimmelmann hat mir noch was für euch mitgegeben.’

Er zog ein echt hässliches Stoffschwein aus einer Tasche und grinste grenzdebil: ‘Die Giraffe ist noch nicht trocken und den Dackel haben wir nicht in die Tasche bekommen.’

Sie musste dennoch lächeln und nahm den neuen Mitbewohner entgegen.

In der Nacht kam Schwester Emma noch einmal, um nach den Rechten zu sehen. Sie nahm Tommi den Goethe ab und legte ihn umgedreht auf das Nachtkästchen. Sie kontrollierte die Zugänge und zog die Decken zurecht. Erst als sie Hermine liebevoll über den Kopf strich, würde ihr gewahr, dass Wolle sie beobachtete.

Sie lächelte ihn an, ging zum Schrank und holte eine Wolldecke und ein Kissen heraus, um es im nächsten Moment Wolle in die Hand zu drücken.

Er blickte sie entgeistert an, bis ihre Lippen: ‘Schlafen Sie gut, Herr Wolle!’ formten.

Ohne eine Erwiderung seinerseits abzuwarten, schwebte sie wieder aus dem Zimmer. Später war er sich nicht mehr sicher, ob das Wirklichkeit oder nur ein mysteriöser Traum war.

Erst als Wolle nach Stunden wieder wach wurde, die Decke fest an den Körper gepresst, war es ihm endgültig klar, dass ihn Schwester Emma doch besucht haben musste. Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen schlief er wieder ein, obwohl es schon helllichter Tag sein musste.

Fortsetzung folgt…

Garden of Madness – Von der Friedhofsbegrünung zum Selbstversorgergarten

Garden of Madness – Von der Friedhofsbegrünung zum Selbstversorgergarten

Hallo liebe Liebenden und Freunde der seichten Unterhaltung,

ich hab mir lange überlegt, ob ich mal wieder eine fast tägliche also wöchentliche Kolumne rausbringe. Ich habe lange mit mir gehadert, um was es denn gehen soll. Ich hatte ein paar tolle Themen wie zum Beispiel: die lieben Nachbarn, mein Mann der Hausmeister, der Postbote, Kleinstadtleben, neue Rezepte, mein Garten, Kräuterkunde und die verrückte Tier- und Pflanzenwelt.

Nachdem ich in eine echt kleine Kleinstadt gezogen bin, sind die Themen über die ich schreiben will auch echt klein geworden und irgendwie nicht abendfüllend. Deshalb habe ich während ich gegrübelt habe, über was ich jetzt genau schreiben will, ein wenig unseren Garten umgestaltet und bin zu dem Schluss gekommen, dass es ein Mix aus allem ist, was hier so passiert. Also der ganz normale Wahnsinn halt.

Ich habe mich fast 40 Jahre lang auf einen eigenen Garten gefreut und dann bekam ich einen Garten, der von einem Gärtner bepflanzt wurde, der sich glaube ich vor allem auf Friedhofsbegrünung spezialisiert hatte.

An sich ganz schön, wenn man keine Arbeit mit dem Garten haben will und wenn man auf giftige Pflanzen steht.

Was ich von zuhause gelernt habe, dass alles im Garten essbar sein sollte, vor allem wenn man so eine untriebige Bine im Garten hat, die sich alles in den Mund stopft, was andere nicht umbringt und nicht bei 3 auf dem Baum ist.

Es wurden Büsche ausgebuddelt und verschenkt, Erde angekarrt und Hochbeete angelegt und Gemüse, Kräuter und Beeren gepflanzt. Die Friedhofsbegrünung beschränkt sich nunmehr nur noch auf 2 verwaiste Buchsbäumchen, die Gartenhecke und den Efeu, den ich einfach nicht loszukriegen scheine.

Zumindest komme ich mir nun nicht mehr so vor, als würde ich auf einem Friedhof wohnen.

Die Bine mit dem grünen Daumen

P.S. Vielen Dank an die vielen Gartenhelfer und die Unterstützung beider Familien, die uns mit Rat und Tag, Material und Hausmittelchen jederzeit zur Seite stehen.

P.P.S Fortsetzung folgt…

1799 – Baumwolle für Tobago – Teil 10

1799 – Baumwolle für Tobago – Teil 10

3202320569_7b3d426624_b‘Weit und breit Wasser soweit das Auge reicht und du findest den einzigen Wal von hier bis Madeira.’ brüllte der Kapitän quer übers Deck. Er konnte den Buckel des Wales längsseits aufsteigen sehen. Im nächsten Moment hatte der Kapitän sich des Ruders bemächtigt und schrie aus vollem Hals. ’Haltet eure Nadeln fest, Ladies!’ Dann steuerte er das Schiff vom Wal fort, die Mannschaft reagierte blind, als das Schiff die Richtung wechselte. Zum Glück stand der Wind für so ein Ausweichmanöver günstig. Die Blue Moon verlor an Fahrt und der Wal hatte sie passiert. Er entfernte sich schnell von Schiff und dann sprang er. Die Damen hatten ihr Nähkränzchen unterbrochen und starrten auf den massigen Körper des Wales.

Der Kapitän war sich ziemlich sicher, dass die Damen vorher noch nie einen Wal gesehen hatten. So wie die mit offenen Mündern an der Reling standen.

‘Jensen du Kanaille, bete zu den Göttern, dass Wal nicht spielen will oder er noch ein paar Freunde mitbringt…!’ rief der Kapitän und überließ Jensen wieder das Ruder. Johann kam reichlich angepisst an Deck und hatte des Kapitäns Fernrohr dabei.

‘Ich hatte gehofft länger schlafen zu können, Kapitän!’ rief Johann und reichte ihm das Fernrohr.

Der Kapitän zog es aus und blickte dem Wal fast schon sehnsüchtig hinterher.

Johann begann zu brüllen: ‘Auf, auf ihr Landratten. Alle Segel einholen und dann alle Laderäume untersuchen, ob wir irgendwo Leck geschlagen haben und Jensen.’ Er machte eine dramaturgische Pause. ‘Jensen hat die Ehre, sich freiwillig zum Kielholen zu melden.’ Dann übernahm Johann das Ruder und wartete ab, bis alle Segel eingeholt waren, bevor er das Ruder fest machte.

Svent tauchte hinter Johann auf und frug: ‘Wie kann ich mich nützlich machen?’

‘Wie gut könnt Ihr Schwimmen?’ grinste Johann.

Der Kapitän begann nun zu rufen: ‘Lasst ein Beiboot zu Wasser und ladet ein paar Musketen!’ Er setzte kurz ab und drehte sich zu Johann und Svent herum, um fortzufahren: ‘Solange Svent noch Verletzungen hat, geht er nicht ins Wasser. Jensen und ich tauchen runter.’

Die Männer kamen schon mit den Musketen und Svent bekam als gleich eine in die Hand gedrückt. ‘Werter Svent, schießt bitte nur auf Haie und bitte nicht auf mich!’ rief der Kapitän. Dann entledigte er sich seiner Kleider, worauf die Damen zu quietschen begangen.

Als der Kapitän ins Wasser sprang, stand Jensen noch an Deck und begann ins Beiboot zu klettern. Der Kapitän tauchte wieder auf und bekam ein Seil zugeworfen. ‘Gut, wir tauchen bis zum Kiel und dann wieder zurück, ich fang achtern an.’

Nach einer Weile meldete einer der Seeleute. ‘Die Laderäume bugseits sind trocken wie eine Pfarrerstochter.’

Israel Jonason kam von Achtern und rief: ‘Die Huren auf Tortuga würden vor Neid erblassen. Hab die Nachtschicht aus den Betten geworfen, die rühren bereits das Pech an.’ Dann hing sich der Küper über die Reling und wartete bis der Kapitän wieder auftauchte und machte Meldung. ‘Achtern kommt Wasser durch, nicht viel…aber!’ Er ging zwei Schritt auf die Seite und fuhr fort. ‘Zwei Schritt vom Kiel ungefähr hier!’ Dann zeigte er nach unten. Der Kapitän nickte und tauchte wieder nach unten.

Nach einer viel zu langen Zeit tauchte er wieder auf und atmete tief durch, bevor er keuchte: ‘Keine Risse im Holz! Da schmieren wir auf Madeira ein bisschen Pech zwischen die Ritzen und dann geht es der alten Lady wieder prächtig.’ Er holte nochmal tief Luft und tauchte nochmal.

‘Was macht er jetzt?’ fragte Svent und folgte ganz automatisch dem Küper, der zum Heck lief. ‘Er schaut sich das Ruder an!’ meinte Israel gelangweilt.

Der Kapitän tauchte hinter dem Schiff wieder auf und rief: ‘Alles in Ordnung, holt Jensen aus dem Wasser, ich komm rüber zum Beiboot.’ Dann tauchte er wieder ab.

Eine der Frauen hatte Svent ein Tuch gereicht und wandte sich beschämt ab, als der Kapitän über die Reling zurück aufs Schiff kletterte.

‘Kapitän, die Damen bekommen einen Ohnmachtsanfall nach dem Anderen, wenn Ihr weiter splitterfasernackt hier rumturnt.’ witzelte Svent und reichte ihm das Tuch.

‘Sehr zuvorkommend, Maître!’ grinste der Kapitän und wand sich zu den Damen, die immer noch neugierig an Deck standen und wie die Hühner miteinander tuschelten. ‘Verzieht die Damen, aber wenn es um meine alte Lady geht!’

Obi tauchte auf, er hatte ein Tablett mit Kuchen und einen Kaffee auf dem Tablett. ‘Der Kapitän hat nichts gefrühstückt.’ rief er tadelnd.

‘Was sagt Mam’sel zu Morgensport.’ fragte der Kapitän und schnappte sich ein Stück Kuchen, um dann mapfend weiterzureden: ‘Ich komm gleich in die Messe.’

 

Fortsetzung folgt… Porto de Cruz, volle Fahrt voraus?

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