1799 – Baumwolle für Tobago – Teil 12

1799 – Baumwolle für Tobago – Teil 12

Kitty und der Kapitän begannen zu Essen und hatten gar nicht bemerkt, dass Obi gegangen war. Erst als er wenig später erneut mit einem Tablett in Händen herein kam, blickte der Kapitän kurz auf.

‘Damit die kleine Kitti unserem Kapitän nicht das Essen weg isst.’ rief Obi und stellte ihr auch zwei Teller hin. Dann servierte er Svent den Cognac.

‘Danke Onkel Obi!’ trällerte Kitti.

‘Ihr seid verwandt!?’ frug der Kapitän neugierig.

Kitti fing an zu lachen und verschluckte sich fast an dem Kuchen. Und während Obi zu erröten schien, was aufgrund seiner Hautfarbe eigentlich überhaupt nicht möglich sein konnte. Nachdem Obi nur Gestammel von sich gab, erklärte Maribelle dem Kapitän kurz: ‘Kitti ist uns zugelaufen… worden, besser gesagt, jemand hat uns ein Baby vor die Tür gelegt und ich hab sie dann Kitti genannt und irgendwann haben alle sie Kitti genannt.’

‘Meinen richtigen Namen weiß ich gar nicht!’ mampfte Kitti.

‘Und was ist daran so lustig?’ frug der Kapitän neugierig.

‘Eigentlich ist es nicht lustig!’ meinte nun Obi ernst und fuhr dann wesentlich leiser fort, als er begonnen hatte: ‘Mein kleiner Bruder und Kitti…ähm…!’ Er brach ab und rang um Worte.

‘Die Männer meines Vaters haben sie…!’ begann Mariebelle und brach auch ab.

‘Ja, da war ich aber schon schwanger!’ bekräftigte Kitti.

‘Mein Bruder Ani ist da irgendwie anderer Meinung und ich kann ihn nicht genug dafür hauen!’

‘Eigentlich ist es wirklich egal, weil es ist mein Baby, wenn er mich nicht will…!’ dann war ihre gute Laune schlagartig vorbei und sie begann zu schluchzen.

‘Gut, ich geh meinen Bruder hauen!’ rief Obi und war im Begriff aus der Messe stürmen zu wollen.

Der Kapitän setzte dem noch eins drauf und bekräftigte: ‘Und ich geh ins Loch und haue die Männer vom Lieutenant!’

‘Darf ich zum Lieutenant gehen und ihn hauen?’ frug Svent und kippte den Rest von seinem Cognac runter.

‘Nur wer Gewalt sät, wird auch Gewalt ernten!’ meinte Maribelle anklagend und setzte sich, um Kitti zu trösten.

‘Ja und wir bringen den armen Bauern nur die Ernte…!’ konterte der Kapitän. ‘Wie viele Kinder waren nochmal in den Kisten versteckt?’

‘Es waren 7!’ meinte Mariebelle etwas verstört.

‘Ich geh zuerst zum Lieutenant und muss das Beenden was ich gestern angefangen habe.’ sagte der Kapitän daraufhin sehr trocken und rieb sich dabei seine Faust.

Obi zog eine Augenbraue hoch und meinte mit eisiger Stimme: ‘Aber zuerst muss der Kapitän seinen Teller leer essen.’

Ein: ‘Och menno!’ stolperte aus seinem Mund, nahm aber aufgrund des strengen Blickes von Obi brav seinen Löffel wieder in die Hand und aß weiter.

‘Kapitän, dann würde ich gerne die Männer vom Lieutenant übernehmen’ rief Svent und stand blitzartig auf. Das reißen seiner Hose begleitete seine Frage: ‘Wie komme ich zum Loch?’

Der Kapitän blickte auf seinen Hintern und musste grinsen, bevor er versuchte: ‘An Eurem verlängerten Rücken entlang.’ zu sagen.

Die Damen fingen an zu kichern, bis sich Betty ein Herz fasste und das Loch in der Hose näher betrachtete: ‘So könnt Ihr Euch nicht prügeln.’

‘Ich werde mich nicht prügeln, zum Prügeln gehört dazu, dass man auch einen Treffer kassiert!’ zischte Svent zerknirscht.

‘Ich gebe zu, ich hab keine Ahnung von körperlichen Auseinandersetzung, aber…!’ meinte Betty ruhig, während sie mit ihrem Fingernagel durch den Riss in der Hose piekte und dann genüsslich fortfuhr zu sprechen: ‘Wenn Ihr diesen Unmenschen aber Euren entblößten Hintern zeigen wollt, nur zu!’ Dabei glitt sie die Länge des Schnittes ab, vorauf Svent zu quietschen begann: ‘Das geht jetzt aber entschieden zu weit!’

Der Kapitän genoss die Szenerie sichtlich und erst als Svent sich zu ihm wandte, hörte er auf zu grinsen. ‘Kapitän, bitte sprecht doch ein Machtwort!’

‘Lasst Euch eine gescheite Hose machen, es gab heute schon genug nackte Tatsachen auf der Blue Moon!’

Das war nicht gerade das was Svent hören wollte, ergab sich dann aber den geschickten Händen von Betty.

Fortsetzung folgt… Ruder hart Backbord!

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