Mein erster Schultag – Folge 7 Quid pro Quo

Mein erster Schultag – Folge 7 Quid pro Quo

‘Quid pro Quo, Herr Kowalski, Quid pro Quo!’ meinte Zecke, stand auf und öffnete seinen Gürtel. 

‘Zecke, lass ihn bitte in der Hose und Jungs bitte versprecht mir, dass ihr euch nachher benehmt, wenn die Mädels dazukommen!’ rief ich und schloss meine Augen. Natürlich blinzelte ich.

Zecke hielt inne und blickte auf die anderen Jungs, als er weiter machte und dabei seinem Statement ein Denkmal setzen wollte: ‘Ich bin links exibitionistisch veranlagt und verabscheue Gewalt.’

Einige lachten. Heino wurde scheinbar wütend und fing an: ‘Ich hab leider kein Handy, aber das wäre ein spitzen Bild für die Lügenpresse.’

‘Touché, Heino!’ meinte ich, hielt mir nun die Augen mit einer Hand zu und fuhr fort: ‘Sagt mir bitte, dass er die Hose noch anhat.’

‘Super Schlagzeile: Schwuler Lehrer vergreift sich an sozial benachteiligten Schüler.’ meinte Heino wieder.  

‘Schubladendenken! Jegliches Vergreifen ist für jeden strafbar der sich vergreift, egal welche sexuelle Orientierung er hat.’ meinte ich und linste durch meine Finger. 

Zeckes Hose hing in den Kniekehlen, er hatte eine verwaschene Short an und auf seinem Bauch stand. ‘Punks not dead!’

Ich nahm die Hand runter und versuchte nicht zu lächeln. ‘Zecke, tu mir bitte einen Gefallen, ziehe deine Hose wieder an und wisch dann die Tafel.’

‘Stimmt das, was in der Bild Zeitung stand?’ wollte Kevin plötzlich wissen. 

Ich griff mir ans Herz und dann blickte ich auf die Uhr: ‘Ich bin stolz auf euch, ihr habt genau 22 Minuten gebraucht, um mir peinliche Fragen zu stellen!’

‘Quid pro Quo, Herr Kowalski!’ meinte Kevin. 

‘Kevin, ich nehm dich beim Wort.’ meinte ich und grinste ihn an. Er schreckte ein bisschen zurück, blickte mich aber unverwandt neugierig an, also fuhr ich fort: ‘Einer meiner damaligen Mitschüler hatte ein paar alte Fotos ausgegraben, als ich an der Spitze meiner Sportlerkarriere war. Nachdem die BLÖD mich als schwul geoutet hatte, bin ich aus der Olympiamannschaft geflogen, mein Kader hat mir den Rücken gekehrt, mein Freund hat sich deswegen von mir getrennt, die Reaktion meiner Kameraden war ausgesprochen eisern und dann hab ich gedacht, es wäre eine gute Idee mich für einen Auslandseinsatz zu melden.’ Ich musste eine kurze Pause machen, bevor ich weiter reden konnte. Ich war tatsächlich ziemlich nervös, aber es würde besser werden, um so öfter ich es erzählte: ‘Was im Nachhinein eine echt blöde Idee gewesen war. Eine Gewehrsalve und eine Handgranate später war ich wieder hier und den Rest hab ich euch vorhin in der Aula schon erzählt.’ 

‘Ja, das ist das, was bei Wikipedia steht.’ meinte Kevin.

Ich lächelte wieder und fuhr etwas ruhiger fort: ‘Und das hübsche Gesicht hab ich von dem Natostacheldraht, auf dem ich mit dem Gesicht voran gelandet bin, nachdem mir eine Handgranate aus deutscher Fertigung hinterhergeworfen wurde.’ 

‘Und wer sagt uns, dass wir nicht das Opfer einer neuer Schlagzeile werden.’ wollte Heino wissen.

‘Ich sag euch das.’ rief ich in meinem üblichen Ton. 

Fortsetzung folgt vielleicht…

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