Mein erster Schultag – Folge 13 ‘Auweia, das Schwimmbad!’

Mein erster Schultag – Folge 13 ‘Auweia, das Schwimmbad!’

Von wegen mit der Tür ins Haus fallen. Das war scheinbar nicht nur meine Spezialität. Nachdem ich mich mittlerweile daran gewöhnt hatte, dass mich alle immer und jederzeit anstarrten, achtete ich nicht auf Abby, der es scheinbar ziemlich peinlich war, dass nun auch sie angestarrt wurde.

Sie zischte mir mit geschlossenen Zähnen zu: ‘Kein weiteres Wort über das Schwimmbad!’ Wobei ich ihre letzten Worte kaum verstehen konnte, aber mein Hirn setzte die richtigen Worte aus den Wortfetzen irgendwie logisch zusammen. ‘Vor allem nicht zu Lemke!’

‘Was haben denn alle gegen…!’ fing ich an. Wie als wäre er ein praktizierender Quantenmechaniker, stand er wie aus einer anderen Realität hergezaubert neben mir und zischte mir weniger leise zu: ‘Se brochen nit globen, dass Se sich det Schwimmbad auf de Fahnen pinseln können!’

Nur der Hausmeister Lempke hatte die Rechnung nicht mit dem Wirt gemacht, weil der Rektor wiederum urplötzlich neben ihm auftauchte. Der alte Quantenphysiker hatte ein ähnliches Talent ungefragt und lautlos einfach so in Gesprächen aufzutauchen. Er rief freudig erregt, während er mir auf die Schulter klopfte: ‘Ach, Herr Kowalsky. Da haben Sie sich aber ein kostspieliges ‘Soziales Projekt’ rausgesucht!’

‘Herr Schulleiter, was soll ich nu noch alles machn?’ rief der Hausmeister empört.

‘Fürs Schwimmbad würde ich beim Sportunterricht der Mädchen unterstützen und wenn es fertig ist, den Schwimmunterricht übernehmen!’ rief Abby und grinste den Hausmeister ziemlich gehässig an. 

‘Beim Schwimmen bräuchte ich auch keine praktische Unterstützung mehr, weil Schwimmen ist grad das Einzige, was ich machen darf, in der Hoffnung, dass sich dann mein derzeitiger Zustand bald verbessert…’ stolperte mir aus dem Mund und wie als hätte man einen Ballon angestochen, konnte ich gar nicht mehr aufhören zu plappern. Lempke blickte uns misstrauisch an, was mich umgehend zum Verstummen brachte, als es mit gewahr wurde. Der Hausmeister wollte gerade wieder anfangen zu lamentieren, als Abby mir sanft auf den Fuß stieg. 

‘Ich würde ja auch noch den Vertrauenslehrer machen, wenn wir hier nicht so eine strikte Gendertrennung hätten.’ rief ich wie aus der Pistole geschossen.

‘Kowalsky, ich wusste, dass Sie hier frischen Wind reinbringen. Aber bevor uns unser guter Herr Lempke noch aufs Dach steigt, dass er neue Schilder auf den Toiletten anbringen muss, möchte ich gerne unser Frl. Miller, die meiner Vorgängerin damit schon seit Jahren auf den Zeiger geht, und Sie bitten, eine anonyme Umfrage zu machen, ob eine Notwendigkeit besteht oder Gesprächsbedarf. Und dann sehen wir weiter. Mir ist recht, was unsere Schülerschaft wirklich braucht, sie sollen sich hier wohl fühlen und wegen dem Schwimmbad, da muss ich den Finanzplan durchgehen!’ erklärte Herr Walddorfer und er wand sich für meinen Geschmack ein Wenig zu leicht aus der Affäre. 

‘Durch die Zusammenlegung müssen doch ein paar Gelder eingespart worden sein?’ meinte Abby und blickte mich an. 

‘Die Klasse 10b hat sich bereit erklärt mit einer BöseWorteSpendenkasse Geld zu sammeln oder Arbeitseinsätze zu spenden, wir haben schon 2 Euro und 4 Gefallen!’ erklärte nun ich.

Einige Schüler standen auf, darunter auch Nancy und Kevin, der gleich zu reden begann, uns dabei aber nicht anblickte, während Nancy einen Euro in eine selbst gebastelte Pappkasse warf: ‘Tschuldigung, eigentlich sind es 3 Gefallen und 3 Euro und wir haben eine provisorische Kasse gebastelt. Wir kriegen von Ihnen noch einen Euro, Herr Kowalsky!’ 

Ich fing an in meinen Hosentaschen zu krame, fand ein 2 Euro Stück und warf es in die Pappschachtel mit Schlitz. 

‘Und wir Heimschläfer haben uns gedacht, dass wir zu öffentlichen Veranstaltungen oder zum Bürgermeister gehen könnten, um Spenden sammeln.’ meinte Maria, die Fritz im Schlepptau hatte. 

‘Ihr überrascht mich immer wieder, Kinder!’ rief der Rektor und fuhr dann etwas leiser fort. ‘Das heißt das soziale Projekt von Frau Miller und Herrn Kowalsky dieses Jahr Schwimmbad! Wir versuchen unseren Herrn Lempke möglichst viel zu entlasten, also macht ihm bitte keine unnötige Arbeit, damit er Zeit hat für unser Schwimmbad.

‘Wir könnten doch die Umlaufpumpe in der Werkstattzeit reparieren oder gleich die ganze Anlage warten!’ meinte Zecke, der tatsächlich Heino an der Schulter zu der Gruppe hinzu zerrte. ‘Die ersten Arbeitseinsätze gehen eh auf unser Schuldenkonto!’

‘Das ist vor allem für unsere Schüler gut, die eh in einen technischen Berufen gehen wollen, dann könnten wir ihnen zum Halbjahreszeugnis auch noch ein Arbeitszeugnis ausstellen!’ rief Werting und stellte sich interessiert zu der immer mehr wachsenden Gruppe hinzu. 

‘Gut, ich rechne das durch und schreib einen Rundbrief an die Eltern, vielleicht will jemand spenden. Lempke, ich brauch einen Kostenvoranschlag für sämtliches Material und Werkzeug was wir unbedingt kaufen müssen. Dann brauchen wir einen Plan, was wir mit Arbeitseinsätzen machen können und von unseren Heimschläfern bekomme ich bis nächste Woche eure Vorschläge. Ein Businessplan sozusagen.’ rief der Rektor und klopfte mir auf die Schulter. ‘Guter Mann!’

Fortsetzung folgt… vielleicht!

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