Safe and Sound

Durch die dunklen Straßen gehen. Den Kragen hochgeschlagen, den Schal eng um den Hals gewickelt. Der Weg ist gleichgültig. Vertieft in die Erinnerung, an das was war, in dieser kalten Winternacht…

Wie einfach war es für dich. Du wolltest mit den Wölfen heulen, ein Stück der Freiheit kosten, sehen ob es noch etwas anderes gibt. Einer stillen Sehnsucht folgen, die Unruhe stillen. Die Frage beantworten, gibt es noch mehr? Hast dich auf den Weg gemacht, in die verschneiten Straßen, in die bitter kalte Nacht. Auf der Suche nach etwas von dem du nicht wusstest, ob es wirklich existiert. Rastlos.

Heute laufe ich wieder durch diese Straßen. Mein Blick ist getrübt von Erinnerungen. Es ist mitten in der Nacht. Alles ist noch so vertraut. Meine Füße lenken mich in deine Gegend, ein letztes Mal. Zurück…

Du hattest mit den Wölfen geheult. Du hattest ein Stück der Freiheit gekostet. Der Preis war hoch, doch du warst bereit. Wie einfach es gewesen sein muss, ohne zu zahlen zu gehen. Nicht links, nicht rechts. War doch alles bedeutungslos. Wolltest du doch einfach nur sehen was passiert.

Ich weiß noch wie mein Herz klopfte, als du mir in dieser einen Nacht geschrieben hast. Ich weiß noch wie die Raben krächzten und die Sonne mir den Rücken wärmte, als ich wartete. Ich weiß noch wie wir dort saßen, in dem Licht durchfluteten Raum. Um uns so viele Menschen. Ein warmer Blick, ein flüchtiges Lächeln. Ein letztes Getränk und der Traum von gemeinsamen Reisen.

Du hast dich kopflos in all das gestürzt. Hast nicht einmal darüber nachgedacht. Einfach nur von einem anderen Teller kosten. Einem „vielleicht“ hinterher rennen, denn das zu Hause bleibt sicher.

Ich steh in deiner Straße, steh vor deinem Fenster. Ich vertraute dir, dann bot ich dir an zu gehen. Du hieltest mich zurück. Monatelang.

Es ist so still in der Finsternis und klirrend kalt. Doch ich spüre die Kälte nicht. Ich schaue nach oben, während die Erinnerung mich zerfrisst. Das Inferno tobt noch immer in mir. All die Dinge die du sagtest, all die Dinge die du getan hast. An erster Stelle kamst immer du. Alle Versprechen hast du gebrochen, auch dein letztes. Dein Leben bleibt wie es war, während du mich zertrümmert hast.

Und dann bist du zurück gekehrt. Heim. Hast alles hinter dir gelassen, als wäre nie etwas gewesen. Hast dein Leben dort wo du es fallen gelassen hattest einfach wieder aufgenommen… Getan als wär nie etwas passiert. Deine Heimat genossen und das Trümmerfeld hinter dir ignoriert.

Keine Tränen in den Augen, ich bin des Weinens müde. Nur das Zittern lässt nicht nach. Mein Körper ist Sprachrohr meines Innersten. All dem was in mir tobt. Nichts ist mehr wie es mal war. Ich hab mich gefangen. Ich funktioniere. Die Tränen sind lange versiegt. Nur Nähe. Nähe kann ich nicht mehr. Von dir habe ich gelernt wie gedankenlos alles ist. Vertrauen ist ein gefährlicher Ratgeber, wenn der Empfänger nicht bereit ist, die Rechnung zu zahlen.

Und die Lügen verließen deinen Mund mit der Leichtigkeit einer lauen Sommernacht. Doch es war Winter und alles was du wolltest, war nicht verantwortlich sein. Du warst nicht schuld. Es waren immer die anderen. Nie du selbst. Alles was du getan hast konntest du vor dir rechtfertigen, war doch bedeutungslos, verletzt doch keinen, wenn es „nur“ ist. Nicht links, nicht rechts sehen. Das ist sicherer, als dir anzusehen, was du alles zerstörst. Kopflos.

Das dunkle Fenster. Dort oben. Das härteste war, zu realisieren, dass nichts ehrlich war. Und seit es wieder Winter ist, kommt alles wieder zurück. All die Erinnerungen die wir geschaffen hatten, werden zu eisigen Nadeln. Ich bin mir sicher du denkst nicht einmal zurück an das was du getan hast. Denn solange es keiner weiß, ist es doch in Ordnung.

Du hast nicht verstanden, warum alles zu Ende war. Warum ich dir komplett den Rücken kehren musste. Wie viel das doch sagt. Das Spielzeug kaputt machen und dennoch behalten. Für dich hörte die Freundschaft nie auf. War ich doch ungemein praktisch. Half dir auf, wenn du gefallen warst. Fand die richtigen Worte, wenn du am Boden warst. Egal wie sehr ich selbst am Ende war. Du hast nie gesehen, wie viel du von mir verlangt hast. Wie viel Kraft du mich gekostet hast. Wie wenig du gegeben hast. Warst du doch in deinem eigenen Leiden gefangen. Nicht links, nicht rechts. Was für ein Luxus entscheiden zu müssen, ob man die eine Sicherheit oder die andere wählt. Und nicht zwischen Hoffnung und Enttäuschung hin und her gebeutelt zu werden. Monatelang.

Ich war nie ein Freund. Ich war etwas das du benutzt hast. Ich drehe mich um, kehre deinem Haus den Rücken. Zurück auf der Straße, allein mit dem Mond. Zurück allein im Dunkeln, irgendwann wird auch die Wut nachlassen. Der Schmerz. Der Verrat. Wieder allein mit nichts als den Trümmern. Dankbar für jene im Schatten, die mit mir laufen…

Callingsanity

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Published in: on 29. November 2014 at 18:53  Schreibe einen Kommentar  

A new Dawn

Manchmal ist es ganz einfach.

Da sieht man einen Weg vor sich, den man geht. Den man gehen muss. Ganz gleich was einen erwartet, was man befürchtet oder was vielleicht passiert. Man muss ihn gehen und das Risiko in Kauf nehmen, das dabei entsteht.

Und dann, fällt man damit ganz furchtbar auf die Schnauze. Liegt knietief im Dreck und fragt sich wie man so blöd sein konnte. Leckt sich die Wunden und fragt sich, warum man es nicht vorher gesehen hat. Warum man sich so viel Mühe gegeben hat, nur um dann zu scheitern.

Und man hadert. Mit sich selbst, mit dem Schicksal, mit Gott – einfach allem.

Aber manchmal, werden einem am Ende dieses Weges auch Wünsche erfüllt, von denen man manchmal gar nicht wusste, dass man sie hegt. Man erreicht Ziele die man vorher gar nicht kannte und geht gestärkt aus der Sache hervor.

Auf einmal kann man wieder aufatmen, freier als zuvor. Und man erkennt, dass es sich gelohnt hat. Jeder einzelne Schritt, jede noch so kleine Anstrengung. Jedes Mal in dem man wieder über den eigenen Schatten gesprungen ist. Jeder Moment in dem man verzweifelt war. Jedes Mal, wo man sich bemüht hat, noch einen letzten, weiteren Schritt zu gehen.

Es hat sich gelohnt. Und wenn man viel Glück hat, merkt man, dass auch das Hinfallen Teil der Übung gewesen ist. Genauso wie das wieder Aufstehen.

Ganz selten fällt man nicht einmal. Man stauchelt, verliert kurz die Kontrolle und dann – dann lichten sich die Wolken und ein neuer Morgen bricht an. Und irgendwie ist alles neu – vertraut aber doch neu. Genauso erging es mir.

Ich schau dir hinterher, wie du gehst. Seh‘ noch einmal die vertane Zeit, seh‘ noch einmal die Möglichkeiten, seh‘ ein „wir“ das nicht mehr ist und niemals war. Doch ich lass dich ziehen. Es hat keinen Sinn mehr.

Unsere Pfade kreuzten sich einst, doch jetzt trennen sie sich wieder. Und ich muss auf meine eigene Zukunft schauen. Keine helfende Hand mehr, kein gutes Wort für dich. Ich kann dir nicht mehr helfen. Ich lass dich gehen. Deinen eigenen Weg. Ganz allein für dich. Denn das ist es, was du wolltest.

Und wie du da am Horizont verschwindest, da drehe ich mich um. Kehre dir den Rücken, bereit für meine eigene Zukunft. Bereit für alles was da noch kommen mag. Mit einem leisen Lächeln. Ich weiß, früher oder später wird einmal alles gut sein – und zwar nicht nur für den Moment.

Du hattest einen Platz in meinem Herzen. Du hast ihn vertan.

Es ist Zeit weiter zu reisen. Wieder meine eigenen Abenteuer zu erleben, ganz für mich und ohne dich.

Der Ort an dem du so lange gewohnt hast, in meinem Herzen, ist verlassen und doch nicht leer. Ich habe ihn zurück für mich und fülle ihn mit allem, was du lange nicht mehr gegeben hast. Schaue voller Liebe auf den Menschen, der ich bin, den ich auch in diesen harten Zeiten nie verloren habe und der in all der Naivität doch noch immer an das Gute glaubt.

Die Erinnerung an dich verstecke ich tief an einem dunklen Ort. Ich möchte sie nicht mehr hervor holen, denn so ist es besser. Allein und ohne dich – aber endlich wieder frei. Das war es wert.

Bald wirst du nicht mehr sein, als blasse Erinnerung…

 

Callingsanity

Published in: on 19. April 2014 at 01:20  Schreibe einen Kommentar  
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Twisted Mind – Wicked Hope

Callingsanity

Sie sieht in ein Gesicht gleich dem ihren und dennoch furchtbar verzerrt. Die Züge hart und unerbittlich. Ein in schwärze getunktes Wesen, dessen zerlöcherte, zerfetzte Kleider sich an ihrem hageren, ausgezehrten Körper schmiegen. Eine kratzende, rauchige Stimme spricht aus einem Mund, der ihrem gleichen würde, wäre er nicht gespickt mit nadelfeinen Reisszähnen. Bei jedem Wort quillt dunkles Blut aus ihm: „Du bist nichts für sie. Du bist nur ihr Wächter. Bedeutungslos, solange sie dich nicht brauchen. Du bist eine Marionette der Götter, ein Spielball des Schicksals. Und sonst gar nichts.“

Große grüne Augen starren die vollkommen Schwarzen ihres pervertierten Selbst. Sie hält stand, während sich tief in ihr die erste Welle aufbäumt, um gegen die Feste ihrer Seele zu branden. Die Fratze verzieht sich zu einem Lächeln. „Du bist nichts, Menschenkind. Du hast keine Heimat. Du bist ein Relikt aus alter Zeit, in ihren Augen. Eine Mär. Ein Ding das man benutzen kann, wie man es will. Etwas das Nutzen hat, solange man es braucht. Und danach gerätst du wieder in Vergessenheit. Oh ja, sie vergessen dich und lassen dich liegen, wie ein ungeliebtes Spielzeug. Nicht mehr bist du, Kind.“

Kälte macht sich breit. Eiseskälte. Sie spürt wie es in ihren Fingerspitzen anfängt und langsam ihre Arme hochkriecht. Noch immer sieht sie das Wesen nur schweigend an. Die zweite Welle schlägt gegen ihr innerstes und bricht erste Risse in den mühsam aufrecht gehaltenen Schutz.

Das Wesen vor ihr stößt ein Lachen aus, geschwängert von Wahnsinn: „Du bildest dir ein, all das hätte einen Sinn. Du denkst irgendwann käme auch deine Zeit. Aber ich verrate dir ein Geheimnis… dein einziger Sinn ist es ihnen den Weg zu ihrem Glück zu ebnen. Du wirst ihnen alles geben, bis du völlig ausgeblutet bist. Bis nichts mehr von dir übrig ist. Du weißt, dass ich Wahrheit spreche.“

Die Kälte erreicht erst ihren Geist, dann bahnt sie sich unerbittlich einen Weg zu dem kleinen Herzen, in ihrem Innersten. Diesem kleinen Muskel, der kraftvoll schlägt. Ihre Augen verengen sich zu Schlitzen, während erste Splitter unter der Wucht dessen, was in ihr tobt, zu fallen beginnen.

Das Wesen vor ihr neigt leicht den Kopf und schenkt ihr ein groteskes Lächeln: „Kämpf nicht dagegen an, du weißt genau, dass ich Recht habe. Recht behalten werde. Deine innersten Wünsche, das wonach du dich am meisten sehnst… ist eine Illusion. Du wirst nichts davon erlangen. Du wirst dein ganzes Leben einem Traum hinterherlaufen, der dir immer wieder durch die Hände rinnen wird. Egal wie sehr du es versuchst. Das einzige was dich erwartet ist der Tod in Einsamkeit. Nichts wird so werden, wie du es hoffst. Du wurdest betrogen. Der Plan der Götter beinhaltet nicht deine eigene Erlösung. Du wirst kämpfen, immer wieder. Für alle anderen. Du wirst dich selbst verlieren, während du versuchst etwas zu werden, was du nie sein kannst. Kind, du bist verloren, seit dem Tag deiner Geburt. Nichts wird bleiben. Und am Ende bleibst du allein, gefangen in den Ketten deiner Bestimmung.“

Während das Wesen sich daran ergötzt ihr die Worte entgegen zu schleudern, zeichnet sich ein Lächeln in ihrem eigenen Gesicht ab, kalt und regungslos. Dann beginnt sie selbst zu sprechen: „Meine Träume mögen nicht in Erfüllung gehen. Mein Herz mag nicht erlangen, zu was es bestimmt ist…“ Die schwarzen Augen ihres Gegenübers beginnen zu glimmen, als das Wesen gierig haucht: „Ja… Du wirst werden was ich bin. Ich bin deine Zukunft, Kind. Ich bin das was übrig bleibt. Nur ich allein. Akzeptiere dein Schicksal. Was bleibt ist Dunkelheit. Verzweiflung. Anhaltende Qual.“

Sie zuckt kurz. Etwas in ihr bricht vollständig. Ihr Kopf sinkt geschlagen auf ihre Brust, als sie mit schwacher Stimme entgegnet: „Ich weiss.“

Das Wesen breitet seine Arme aus: „Sieh was ich bin. Sieh was du werden wirst. Komm zu mir mein Kind. Ich bin dein Schicksal. Du musst es nur akzeptieren, dann hat deine Qual ein Ende. Umarme was du bist. Verstehe und akzeptiere dein unausweichliches Schicksal“

Langsam, wie mechanisch, schreitet sie auf ihr zerschmettertes Selbst zu. Ein kurzer Moment des Zögerns.

Das Wesen flüstert leise, fast zischend: „Komm.“, dann schließt es seine dürren Arme um den kleinen, weißen Körper. „Ja. Ja, so ist es gut.“ summt die Stimme des Wesens in einem wahnwitzigen Singsang.

Langsam hebt sich ihr Kopf. Ein bizarres Lächeln zeichnet sich nun auch in ihren Zügen ab, als sie dem Wesen ins Ohr flüstert: „Dennoch gibt es einen Unterschied zwischen uns…“ Mit einer schnellen Bewegung rammt sie der schwarzen Fey ihren Dolch in den Bauch und führt ihn mit einem entschlossenen Ruck hinauf zum Zentrum seines Lebens.

Die schwarzen Augen weiten sich ungläubig und das Wesen sinkt stumm auf die Knie. Ihre Züge bleiben kalt als sie sich, noch während das Wesen fällt, mit einer geschmeidigen Bewegung über es stellt. Dann greifen ihre  Hände in den Riss in der Brust und mit einem ekelhaft schmatzenden, reissenden Geräusch und ohne jegliche Gefühlsregung bricht sie, Rippe für Rippe, die Brust des Wesens auf.

Für einen kurzen Moment verharrt sie über der Szenerie und beobachtet den schleimigen, halb verkohlten Klumpen der panisch wie ein kleiner Vogel in der Brust ihres dunklen Ebenbilds schlägt. Dann. Langsam, fast genüsslich, schließen sich ihre Finger um das Herz.

Sie sieht mit einem mitleidigen Blick in die noch immer schreckgeweiteten, von Schwärze ausgefüllten Augen. Dann spannt sich ihr Körper und mit einem Ruck reisst sie das Herz aus dem Körper, der sich aufbäumt und den Rücken unnatürlich weit biegt, als ein schrecklich kreischender Schrei die unmenschliche Kehle verlässt. Mit einem Tritt befördert sie den Körper zurück in den Dreck. Das Herz fest von ihrer Faust verschlossen, während dunkle Rinnsale ihre Finger hinabtropfen, sieht sie kalt auf ihr Werk herab, als sie ihren Satz beendet: „… ich bin nicht wie du. Ich bin schlimmer.“

Dann dreht sie sich um, ohne auch nur ein einziges Mal zurück zu sehen. In dem schwarzen Herz zwischen ihren Fingern, beginnen sich glühende Linien abzuzeichnen, erst haarfein, dann immer stärker. Schließlich bildet sich dort, wo ihre Finger das Herz umfassten ein orange, hitzig glühender Klumpen… und noch während sie geht, wandelt sich das schwarze Herz erneut. Es wird zu Asche, die aus ihren Fingern rinnt, vergessen, verloren, unbedeutend…

As long as it lasts

Die Worte fließen aus den Fingern, den Tränen aus meinen Augen gleich. Du bist Quell meiner Inspiration und Quell meines Leids. Du bist was ich bin und doch bist du fremd.  Du schenkst mir die Lust zu fliegen und doch hältst du mich am Boden fest.

Callingsanity

Du hast mich gefangen, hast mich gezähmt und aus meinen Ketten befreit. Durch dich habe ich die Worte wieder gefunden, die mir so lange fehlten, die ich schmerzlichst vermisste, dachte sie kämen nie zu mir zurück… und dennoch kann ich nicht fliegen, kann nicht frei sein. Noch nicht.

Du hast mich gleich durchschaut und entdeckt was ich zu verstecken versuchte. Das sanfte, das liebevolle, das naive Ich. Das unablässig glauben möchte, dass alles gut wird. Du hast mich verletzlich gemacht und baust doch auf meine Stärke. Und nun sitze ich hier und bin gebrochen aber stärker als je zuvor.

Die Quellen meiner Kraft, die du beinahe zum versiegen bringst, füllst du unbedacht wieder auf, wenn du mir, ohne davon zu wissen, die Hand reichst. Immer im richtigen Moment, immer wenn es am schlimmsten ist und immer wenn ich zu brechen drohe. Dann berührst du etwas in meiner Seele, das die Quelle sprudeln lässt – stärker als je zuvor.  Dann raubst du mir den Atem, erstickst mich fast, doch mit jedem Mal in dem ich beinahe falle – wachse ich. Mit jedem Mal schwächst du mich, bevor du mich erstarken lässt. Stärker denn je.

Ich liebe es wenn du es tust, genauso inniglich wie ich die Zeit hasse, bis es passiert.

Du bist der Sonnenstrahl der durch die Wolken bricht und mein Jammertal erleuchtet. Ich bin der Vogel mit gebrochenen Flügeln, der an deinem Fenster sitzt und dich beobachtet und dabei vom Fliegen träumt und dennoch nicht weiss, ob es irgendwann wieder möglich sein wird.

Und über allem schwebt der Zweifel, in seinem verräterischen, finsteren Gewand und beobachtet wie meine Hoffnung ihre Streiter sammelt. Er flüstert unablässig in meinem Kopf und kämpft gegen mich und rechnet doch nie mit dir. Immer wieder fällst du ihm plötzlich und unerwartet in den Rücken, während ich gerade fast unterliege. Schwächst ihn und stärkst mich. Gibst mir Zuversicht.

Doch auch du entreißt sie mir. Du selbst stehst nicht so fest, wie es scheinen mag. Ich sehe wie schwach du bist. Ich sehe wie du leidest. Und meine Hilflosigkeit brodelt in mir, immer knapp hinter der Fassade.

Ich sehe, dass du dir wünscht das ich stark bleibe, nicht an dir zerbreche – und nur das ist es was ich tun kann. Einen verrückten, aussichtslosen Plan verfolgen. Dich zu stärken, indem ich nicht verliere.

Ich bleibe auf dem Boden, nah bei dir. Und ich leide. Und ich lache. Und frage mich leise bei mir selbst: Wie lange?

Ich werde schwach, will aufgeben und du weißt nichts davon… doch in jedem Moment in dem ich aufschlagen will, mich fallen lassen will in dieses riesige schwarze Loch, dass Aufgeben heisst, nimmst du mich wieder an die Hand. Und du weißt dabei von nichts. Zeigst mir kurz den Sonnenstrahl, den Lichtblick der du für mich bist. Du zeigst mir was sein könnte und ich will es. Ich will es schaffen. Ich will stark sein. Die Quellen meiner Kraft die ich versiegt geglaubt habe, nur noch eine kleine erbärmliche Pfütze im Becken meines selbst, fangen plötzlich stärker zu sprudeln an als zuvor.

Und ich sage leise zu mir selbst: So lange es dauert.

Shattered

Das Radio ist aus, die Ohren auf Standby. Die Augen starren in den Himmel. Meine Gedanken treiben weit weg, fern und fort von hier. Ich liege leblos da, mein Körper krampft unter Stromstößen. Langsam driftet mein Geist ab. Ich sehne mich nach Ruhe, will fort von meiner gepeinigten Seele, will fort von hier. Raus aus diesem Leben, dass sich in so kurzer Zeit so eng mit dir verwoben hat.

Ich fühle mich an dich gefesselt, an die Erinnerungen. Jeder Ort den ich betrete, trägt deine Signatur. All die Lücken, die es ohne dich gibt, sind Salz in meinen Wunden. Es sind so unzählig viele, dass ich unfähig bin sie zu schließen. Ich habe nicht mehr die Kraft dafür. Ich hab so vieles in uns investiert. Ich hab gekämpft für uns. Hab deinen süßen Lügen gelauscht und deinen verlockenden Versprechungen geglaubt. Hab auf etwas gewartet, das nie kommen sollte. Hab Vertraut, obwohl ich wusste das es gefährlich war. Aber es ging dabei doch um dich? Und jetzt zieht alles noch einmal an mir vorbei…

Und immer wieder drängen sich die Fragen in mir auf. Du sagst, du hast das nie gewollt, du wolltest mir nicht weh tun. Du sagst du hättest nie so gehandelt, wenn du vorher gewusst hättest… Ich höre deine Worte, doch ihr Sinn zieht an mir vorbei. Du hast nicht einmal an mich gedacht. Du hast dir genommen was du wolltest, Verantwortungslos. Du hast die Vorzüge genossen, ohne nach den Konsequenzen zu fragen. Hast mein Herz an dich genommen und lässt es jetzt liegen wie ein vergessenes Spielzeug aus alten Tagen.

Jetzt sagst du nur, dass es dir leid tut. Flüchtest dich in Ausflüchte. Es habe sich alles für dich geändert, jetzt wo dir klar geworden sei, was wirklich ist. Du verlangst von mir, mich aus einem Netz zu befreien, in das du mich selbst gesponnen hast. Du flüchtest und sagst, du müsstest auch mal an dich denken. Und ich frage mich: Wann hast du das nicht? Hättest du nur einmal an mich gedacht, hättest du dieses Spiel nie mit mir gespielt. Und es war die ganze Zeit kein faires Spiel. Ich hatte nie eine wirkliche Chance. Du hast sie mir nie gegeben und wolltest das auch nie. Denn du kannst noch zurück, doch ich bin hier gefangen.

Jetzt lässt du mich mit den Konsequenzen allein. Kehrst einfach zurück, als wäre nichts gewesen. Erzählst mir, dir ginge es nicht gut, du würdest auch sehr leiden. Deine Worte erreichen mein Gehör, aber sie ziehen wie Nebel an mir vorbei. Du setzt dich einfach zurück in dein gemachtes Nest, wo du dich so wohl fühlst und lässt mich allein. Doch du sagst, du möchtest, dass ich nicht gehe. Doch zeitgleich lässt du mich zurück, mit dem grauen Nebel um mich rum. Du dringst nicht mehr zu mir durch, behandelst mich wie Eis. Und dein Eis greift nach meinem Herzen. Mein Lächeln gefriert mir und wenn ich doch eines zu Stande bringe, so erreicht es doch nie meinen Blick.

Als ich mich entschließe zu gehen, kettest du mich fest. Verlangst von mir, die Uhren zurück zu drehen. Und ich wünschte es wär mir möglich. Ich wünschte all das wäre nicht passiert. Ich wünschte ich könnte vergessen, all die Erinnerungen an die Zeit, in der du meine kleine Hoffnung zu einem stahlenden Leuchtfeuer gemacht hast. In der ich einmal vom Glück kosten durfte. In der du mir so viel bittesüße Lügen erzählt hast. In der du meintest, ich wäre alles was du brauchst und leere Versprechungen machtest, du würdest um mich kämpfen. Und jetzt ist plötzlich alles davon weg. Aus und vorbei. Als hätte es die Gefühle nie gegeben. Doch, sag mir, wie konnte das so plötzlich gehn? Ich versuche nicht daran zu denken, dass von einem Tag auf den anderen alles aus war. Versuche die Zeiten zu verdrängen, in denen du mir versprochen hast, für uns zu kämpfen.

Du hast nichts davon getan. Du bist einfach gegangen und hast die Scherben hinter dir zurück gelassen. Und mich mit ihnen. Hier liege ich nun, zerbrochen im Scherbenmeer, mein Herz durchdrungen von Splittern. Ich versuche nichts zu denken, denn selbst die schönen Erinnerungen an dich bringen nur Leid und Schmerz. Ich versuche nichts zu fühlen, denn die Leere in mir frisst mich sonst auf. Aber du sagst, ich solle bei dir bleiben. Ich soll die Zeit zurück drehen, alles auf Anfang ist, was du dir wünschst. Du bist grausam.

Auf dem Schreibtisch neben mir, liegen all unsere zerstörten Pläne. Liegt unsere gemeinsame Zukunft, von dir gemalt, von dir zerstört, bevor es sie jemals gab. Ich lasse die Kontrolle fahren. Was hat das denn alles noch für einen Sinn? Tröste dich, es war nicht das erste Mal, dass man mir so mitgespielt hat. Tröste dich, du wirst nicht alleine verantwortlich sein. Tröste dich, mein Herz war schon vorher nicht mehr ganz intakt.

Doch ein letztes Mal noch wollte ich vertrauen ohne an ein Scheitern zu glauben. Ein letztes Mal mich gegen mein Schicksal auflehnen. Ein letztes Mal noch wollte ich alles geben. Ein letztes Mal vergessen, wie viele Narben schon geschlagen sind. Dieses letzte Mal hab ich dir geschenkt. Dieses letzte Aufbäumen, der letzte Funke der Hoffnung. Ich habe ihn in deine Hände gelegt, weil ich dich liebe. Weil ich an dich glaubte. Ich habe die falsche Entscheidung getroffen, denn der Funke ist erstickt. Du hast Recht, die Schuld liegt bei mir. Und ich muss nun die Zeche zahlen. Die Dunkelheit hat sich in mir ausgebreitet.

Und nichts ist, was bleibt.

Das Radio ist aus, die Ohren auf Standby. Meine Augen starren in den grenzenlosen, weiten Himmel. Die Ruhe ruft. Meine Gedanken schwinden dahin. Mein letztes Gefühl ist zerfließt. Es ist zu spät um Lebewohl zu sagen. Ich lasse los und lasse mich fallen. Das Licht wird immer dunkler. Mein Herz schlägt immer leiser.  Meine Zeit ist gekommen. Die Leere verschwindet und ich… ich gehe nach Hause

 

Callingsanity

Frei

Allein stand sie auf dem freien Feld. Der Wind zerzauste ihre Haare und spielte mit ihrem Kleid. Ihre Augen geschlossen, die Arme ausgebreitet – so stand sie da und träumte vom Fliegen. Sie spürte das schwere, angenehme Gefühl von Flügeln auf ihrem Rücken, stärker als jemals zuvor. Waren sie früher nur vage Ahnung, unbestimmtes Gefühl, so wurden sie nun Gewissheit.

Ruhe umspülte ihr Innerstes und sie spielte mit dem Wind, ihrem alten Freund. Es gab nichts was sie noch hielt, Gefühle und Ängste lagen in weiter Ferne. Nur die Freiheit, der Wind und sie. Sie konnte gehen wohin sie wollte, wann sie wollte, wie sie wollte. Es gab keine Türen mehr, die ihr offen standen, es gab nur noch das weite Land.

Sie träumte von Freiheit, vom Gefühl der Grenzenlosigkeit. Zu lange war sie eingepfercht gewesen in Normen, Konventionen und „weil man das so macht.“. Zum ersten Mal atmete sie frei. Jeder erdenkliche Weg stand ihr frei. Was einst nur ein Traum war, ein „irgendwann mal“ manifestierte sich zu mehr als nur einer entfernten Möglichkeit.

Es gab niemanden mehr, der sie zurück halten konnte, keine Vorschriften mehr. Sie spürte wie das Band, das sie immer wieder fest gehalten hatte, mit einem lauten Knall riss. Sie spürte, dass sie sich fortan nicht mehr für andere sorgen musste. Sie spürte das ihre Pflicht endlich getan war.

Und mit den Ketten um ihr Herz, schwand auch die Last auf ihren Schultern. Ihre Tränen versiegten, ihr Schmerz verließ mit seinem letzten Seufzer ihren Körper. Sie spürte nicht mehr das Leid anderer, sie hörte nicht mehr die Hilferufe.

Zum ersten Mal hörte sie nur sich. Ihren Herzschlag, ihre Atmung. Sie spürte nur ihr eigenes Innerstes, nicht mehr das chaotische Wirrwarr der Gefühle um sie herum. Die Sehnsucht umarmte sie zärtlich und sie wusste, dass sie ihr endlich nachgeben durfte. Zum ersten Mal, war ihr Blick frei von Störungen und es gelang ihr, sich endlich selbst zu sehen.

Die Erde zwischen ihren Zehen war warm und weich – und langsam, zaghaft machte sie einen Schritt nach dem anderen. Die Sonne hinterließ ein sanftes Prickeln auf ihrer Haut.  Jeder Schritt war eine Erkenntnis. Tief empfundene Liebe für das, was vor ihr lag. Jeden einzelnen Pfad, jede einzelne Möglichkeit. Erneut breitete sie ihre Arme aus, tänzelte beinahe statt zu gehen und sog die Schönheit in sich auf, die vor ihr lag.

Nie wieder Dunkelheit, nie wieder Abhängigkeit, nie wieder Kraftlosigkeit, nie wieder Lähmung. Das alles lag hinter ihr.Dies war der Lohn für ihre Mühen. Der Preis für all die Dinge, die sie getan hatte. Für alles was sie gegeben hatte. Für jede unbezahlte Rechnung. Jede Narbe auf ihrer Seele. All den Schmerz.

Ungesehen verstarb die Verzweiflung und auch die Hoffnung wandelte sich in Gewissheit. Ihr Herz begann ruhiger zu schlagen. Es war zu Ende.

Und hinter ihr lagen die Trümmer der Zivilisation…

Calling Sanity II

Published in: on 8. Februar 2014 at 20:53  Schreibe einen Kommentar  
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Insanity Inside – Der Wahnsinn mit uns

Wir waren zwei verlorene Seelen irgendwo in diesem Modernen Neuzeit-Dschungel. Und alles was wir suchten war ein wenig Nähe in dieser anonymen Welt. Was uns zusammen führte, war vielleicht Schicksal, vielleicht aber auch einfach Glück. Mir war es jedenfalls egal, ich war zufrieden mit dem was ich bekam. Denn ich wusste nur zu genau wie schnell ich es wieder verlieren könnte. Waren wir doch alle einsame Kinder der neuen, grenzenlosen, freien Welt.

Unser kurzer Moment miteinander zeichnete sich durch eben jene Kurzlebigkeit aus, die uns überall begegnete. Die Blicke zweier Rastloser begegneten sich, verfingen sich ineinander, umschlangen sich in purem Verlangen, nur um sich kurz darauf wieder zu lösen um weiter zu wandern. Ein kurzer Moment der Faszination, des Interesse für etwas Neues und doch gleich wieder in sich gekehrt und weiter streifend.

Nichts ist mehr für die Ewigkeit, sagte ich mir, als auch ich meinen Weg fortsetzte. Fort von hier, den Blick auf’s Neue gerichtet.

Oft aber schaue ich zurück. Dann denke ich an jene, mit denen ich diese kostbaren Momente teilte und ich denke voller Liebe daran zurück. Und manchmal frage ich mich, zu welchem Zweck? Zu welchem Zweck folge ich einer Doktrin, die mir die Zeit und all die bindungsunwilligen Individuen mit ihren ach so innovativen Selbstverwirklichungsideen aufzuschwatzen versuchten? Wo ist das kleine Stück Ruhe geblieben? Wann hatte das angefangen, dachte ich. Was war damals geschehen?

Wir hüllten unsere Gefühle in zerbrechliche Kokons aus Glas und wagten es nicht mehr, sie aus der Vitrine unseres Selbst zu holen, weil wir fürchteten, sie würden zerbrechen. So stehen wir Tag ein Tag davor und fragen uns, wie es denn wäre. Wieder dieses wilde, ungezügelte Selbst zu spüren, dass sich sehenden Auges und mit vollem Bewusstsein in ein Abenteuer stürzt ohne auch nur einen Atemzug an das Morgen zu verschwenden. Das Selbst, das bedingungslos liebt und sich nicht mit egoistischen Gedankenspielen und Gegenleistungsansprüchen abgibt. Das Selbst, welches nicht zögert auszusprechen, was es fühlt und keine Angst hat seine Liebe zu gestehen. Dem es egal ist, wie viel Zeit schon verstrichen ist, denn es fühlt was es fühlt. Denn es liebt nicht erst nach Monaten, es liebt im hier und jetzt.

Wo ist das Gefühl hin? Das Gefühl vor den ganzen Großstadtwölfen? Das Gefühl bevor Bequemlichkeit die Liebe ersetzte. Bevor die Angst ihre hässlichen Krallen in unsere Köpfe schlug und uns darauf impfte uns niemals aus der Reserve locken zu lassen. Wann haben wir vergessen, wie man respektvoll mit den Gefühlen eines anderen umgeht?

Ich erinnere mich noch gut daran, wie man mir einst sagte, wie geehrt man sich fühlte, weil ich liebte. Und mir auf die sanfteste Art und Weise, mitteilte, dass man diese Gefühle nicht teilte. Ich weiss noch, wie mein Herz nicht vor Schmerzen jaulte, sondern einen kleinen Hüpfer machte, verständnisvoll nickte und los lies. Ganz einfach, ohne Schmerz, ohne Reue für das Gefühlte, ganz leicht. Mein Stolz blieb intakt und ich konnte weiterstreifen, ohne die kleinste Narbe in meinem Selbst, ohne verunsichert zu sein. Alles was ich getan hatte war richtig, auch wenn das Ergebnis nicht das gewünschte war. Ich blieb sicher im Tritt und konnte mit einem Lächeln abschließen. Doch das ist lange her.

Wir sind so übersättigt mit Angeboten, dass wir vergessen haben, was wirklich wichtig ist. Niemand sucht mehr jemanden, auf den man sich verlassen kann, der einem ein treuer Begleiter ist und einem einen Ort der Ruhe bieten kann. Wir alle wollen nur die schnellen Gefühle, nicht mehr die ganz Großen. Denn die machen uns verletzlich und klein. Weil wir verlernt haben, mit dem wirklich Großen umzugehen und es zu genießen. Wir sind maßlos geworden. Wir wollen alles schnell, alles gleich und am besten ohne Verantwortung. Wir wollen gehen, wenn es anstrengend wird. Wir wollen genommen werden wie wir sind, der andere ist egal geworden. Wir wollen keine Probleme, wir wollen nur die schönen Seiten. Wir wollen nur uns erfüllen.

Es ist uns unangenehm geworden, geliebt zu werden. Wir belügen uns und sagen, wir wollen keine Gefühle verletzen. Doch in Wahrheit fühlen wir uns Machtlos. Die Energie dieser Gefühle ängstigt uns, weil es etwas ist, das wir längst vergessen haben. Weil wir unser eigenes Gefühl tief in unserem Innersten begraben haben, mit dem innigen Wunsch, dass es nie mehr an die Oberfläche kommen möge. Denn es bedeutet doch ohnehin nur Leid – oder?

Und doch pocht diese Sehnsucht in uns. Wir füttern sie mit kurzen, bedeutungslosen Abenteuern, um ihre Stimme nur für einen kurzen Moment nicht mehr zu hören und hoffen das es hilft. Doch schnell brauchen wir den nächsten Schuss, bald reicht es nicht mehr und wir wollen mehr. Und dann verfangen wir uns wieder in dem Netz, das uns doch nichts geben kann. Blind für die Opfer die wir hinterlassen. Blind dafür, dass es uns nicht hilft.

Dabei müssten wir nur einmal Mut beweisen. Öfter mal was riskieren und mehr Respekt haben. Aber das wäre nicht einfach. Einfach ist das neue Schick. Einfach ist modern. Einfach sind wir. Alle. Immer. Respekt und Ehrlichkeit sind uns nicht mehr möglich, „schnell, unkompliziert und gut“ sind übergroß geworden. Und so schweigen sich die vielen Seelen an, die liebend gerne in den Himmel schreien würden, was sie fühlen. Sie schweigen und verdrängen und sehen nicht, dass sich ihr Gegenüber in ihnen spiegelt.

Wir wollen alles, aber nichts dafür tun. Letztlich… sind wir ständig auf der Suche, aber wir kommen nie an. Wofür?

Callingsanity

Brotherhood

Wären wir in einem anderen Leben geboren, wären wir Waffenbrüder. Wir scherzen herum, dass wir zusammen niemals einen gemeinsamen Feind haben dürften. Man müsste dann mit einer Stoppuhr die Zeit stoppen, bis derjenige zu weinen beginnt, sagst du. Ich lache. Einer der wenigen Momente in letzter Zeit, die so herrlich schwerelos und frei sind.

Eigentlich ist gerade nichts für uns leicht. Ironisch, dass wir uns gerade in diesem Moment gefunden haben. Ironisch, dass mich an jenem Tag mein Weg zu dir führte. Ironisch, dass ich mich entschloss, dich ins Vertrauen zu ziehen. Ironisch, dass auch deine Welt gerade in Aufruhr geraten war. Letztlich haben wir wohl im richtigen Moment erkannt, dass manche Wege nicht alleine gegangen werden können.  Und so saß ich müde auf deiner Couch und fing an zu erzählen…

Seitdem fängst du mich auf, hältst mir den Rücken frei und machst mich stark. Stark einen Weg zu gehen, den ich ohne dich nie so weit geschafft oder gar verfehlt hätte. Du richtest mich immer wieder auf, sprichst mir Mut zu und wäschst mir den Kopf, wenn die Verzweiflung mich überspült. Findest immer die richtigen Worte, die mich beruhigen, wenn ich aufhöre rational zu sein. Wenn die Angst sich um meine Brust schlingt und mir das Atmen verbietet. Dann stehst du da, gibst mir deine Hand und sagst mir, dass vielleicht nicht alles gut wird, aber meine Angst mir nicht helfen wird. Schubst mich sanft wieder auf den Weg zurück und ermutigst mich weiter zu gehen, egal wie steinig. Denn du verstehst, warum. Du weißt, dass die Aussicht auf Erfolg nicht garantiert ist. Doch verstehst du, dass ich es versuchen muss. Du bist mein wohlmeinender Schatten, der mich vor dem Dunkel in mir selbst beschützt.

Und ich stehe dir als Ratgeber zur Seite. Versuche dir klar zu machen, dass nicht alles deine Schuld ist. Das nicht du das Problem bist. Helfe dir, taktisch vor zu gehen. Akzeptiere, dass du glaubst, alles sei vorbei. Hoffe es eigentlich auch, denn dieses „alles“ tut dir nicht gut. Doch ich weiß, dass es auch noch Hoffnung gibt. Auch wenn ich nicht sagen kann, ob mir das gefällt, aber mir ist klar, dass du es dir ein wenig wünschst. Du verlierst gerade sehr viel, Bruder. Geborgenheit, Ruhe und Zuflucht. Ich weiß, dass schlimme Zeiten hinter dir liegen. Oft, viel zu oft für meinen Geschmack, standest du Machtlos vor den Ereignissen. Wusstest nicht was tun. Wusstest nicht, wie reagieren. Konntest nichts ausrichten und deine Machtlosigkeit ließ dich zweifeln. An dir selbst.

Aber Bruder, du bist ein starker Kämpfer. Du bist wie ich, Waffenbruder. Du wirkst wie ein Fels, doch für dich allein bist du nur ein kleiner Kiesel im riesigen Flussbett das sich Leben heißt. Denn du bist Blind für dich selbst. Du verkennst deinen eigenen Wert. Lieber Igelst du dich ein und zeigst nur mehr deine Stacheln. Hältst Menschen fern von dir. Sähest du die Welt einmal durch meine Augen, wüsstest du, dass du stärker bist, als du glaubst. Besser bist als du weisst. Größer bist als du dich fühlst. Weiser als du denkst und edler als du erahnst. Du liest diese Zeilen und bist geschmeichelt. Aber du kannst sie nicht annehmen, zu schwer wiegen alte Vorwürfe, zu sehr brennen alte Narben.  Doch sei beruhigt, Bruder. Weil du bist wie du bist, bin ich da und werde dir mit meinem Rat zur Seite stehen, bis auch deine Schlacht geschlagen ist.

Und wenn es vorbei ist, werden wir darüber lachen. Werden uns zunicken und uns davon erzählen. Wie albern wir waren, wie schwer alles wog und wie leicht es im Retrospekt doch war. Dass wir viel zu verkopft waren, zu viel Angst hatten und wir es uns schwerer gemacht haben, als es wirklich war. Weil wir so sind. Weil wir genau das brauchen. Unsere Wege können nicht einfach und gradlinig sein. Wir brauchen die steinigen Wege, die schweren Aufstiege, damit wir uns selbst immer auf’s Neue übertreffen können. Doch für diesen Moment, lass uns Inne halten. Lass uns Kraft tanken. Lass mich dir danken und sagen:  unsere Zeit wird nicht kommen, Bruder. Unsere Zeit hat längst begonnen.

Callingsanity

With great power…

Callingsanity

Sie hält die Kaffetasse knapp vor ihrem Mund mit zwei Händen und wärmt ihre kalten Finger daran. Gemütlich sitzt sie in einem der bequemen Sessel, die sie sich ans Fenster geschoben hat. Um sie pulsiert das Leben, doch hier ist sie völlig für sich allein und isoliert. Still betrachtet sie die Straße unter sich durch die großen Fenster. Menschen laufen in beide Richtungen, teilweise hektisch, teilweise gemütlich. Sie sitzt nur da und schweigt.

Ihre Augen folgen einzelnen Menschen und sie denkt sich Geschichten zu ihnen aus. Das junge Paar dort hinten, ist sicherlich frisch verliebt und genießt die Aufregung des Anfangs. Der Mann im Anzug dort eilt gerade nach Hause zu seiner Familie, wo er den Anzug von sich wirft um endlich er selbst werden zu können, keine seelenlose Anzugmaschine. Die Frau dort hinten mit dem leeren Blick hat wahrscheinlich schlimmes erlebt und bringt dennoch ein Lächeln zustande…

So viele Menschen, so viele Geschichten. Doch lange kann sie dieses Spiel nicht spielen, dann kehrt sich ihr Blick wieder nach innen. Der ewige Tanz beginnt von neuem. Sie zweifelt an sich selbst. Doch nicht an Schwächen oder Fehlern. Nein, an etwas tieferem. Würde hier eine akkurate Darstellung ihres Selbst sitzen, säße sie wahrscheinlich hier in einem albernen Anzug mit einem Cape. Überlegt sie, was andere ihr sehen, fällt ihr eine schier nicht enden wollende Liste ein: Glücksverbreiter, Seeleneimer, Müllschlucker, bester Kumpel, Pferdestehler. Sonnenstrahl, Fels in der Brandung und die ewig starke Schulter zum Ausweinen. Zugpferd, Frau mit den verrückten Ideen, Aufmunterungskommando, offenes Ohr und  Mensch der jedem Sturm trotzt. Ein glorreiches Symbol für unerschütterliche Stärke, wenn andere sich schwach fühlen. Retterin in der Not.

Sie seufzt leise und pustet kalte Luft in ihren Kaffee. Was ist nur aus ihr geworden? Andere hätten längst kapituliert, hätten sich längst weinend zu Hause vergraben und mit ihrem Schicksal gehadert. Oder würden verzweifelt heulend eine Freundin anrufen, das Gefühl haben lieber tot sein zu wollen, als alles andere und sich Löffelweise Eis in den Rachen stopfen. Und sie? Sie hatte nicht einmal Sahne auf dem Kaffee.

So  sitzt sie hier, innerlich ruhig. Natürlich schmerzt was passiert ist. Natürlich ist es alles andere als schön. Aber sie trägt es. Mit Würde? Sie weiss es nicht, aber sie trägt es. Natürlich kann sie fallen. Auch sie ist nicht Unsterblich, auch sie kann hart auf dem Boden der Realität aufprallen. Doch bleibt sie nie lange liegen, sie steht nahezu gleich wieder auf klopft sich den Staub aus der Kleidung und läuft weiter. Die Nase in den Wind erhoben, im Gedanken ein: „Jetzt erst recht!

Ist es Kälte? Ist es Gleichgültigkeit? Trotz? Verdrängung? Stolz? Oder tatsächlich diese unheimliche Stärke? Dieses Phänomen, immer wenn sie das Gefühl hat völlig am Ende zu sein, dass irgendwoher doch noch eine ihr bisher unbekannte Quelle der Kraft zu aufbricht sprudeln beginnt. Ein beneidenswerter Zustand. Das letzte Mal, als sie so tief gefallen ist, wie heute… Sie erinnert sich noch allzu gut daran.

Sie erinnert sich an die verzweifelten Blicke ihrer Freunde und Mitmenschen. Das ungläubige, verunsicherte in ihren Augen, als sie realisieren, dass diese uneinnehmbare Festung auch nur ein weiteres Kartenhaus war. Und dann diese Worte: „Ich hätte nie gedacht, dich einmal so am Boden zu erleben.“ Kein Wort des Trostes, keine Hilfe, keine Umarmung in stillem Verständnis. Nur diese Worte. Niederschmetternd. Wie ein Schlag durch den Boden ins Endlose nichts. Das Gefühl enttäuscht zu haben und das Bedürfnis um sich zu schlagen und alles und jeden anzuschreien, ob sie Blind seien? Schließlich ist sie keine Maschine. Schließlich hat auch sie Gefühle. Schließlich ist auch sie verletzbar. Auch die stärkste Mauer erzittert unter Kanonenschlägen.

Sie fasst ihre Tasse fester, bevor sie einen Schluck nimmt. Die warme Flüssigkeit rinnt ihr in den Bauch und lässt dort ein angenehmes, warmes Gefühl entstehen, welches sie jedoch nicht wahrnimmt. Gedanklich ist sie noch immer tief in sich selbst. Was hat sie nur zu so einem Monster werden lassen? Ihr fällt keine bessere Bezeichnung ein, als sie sich fragt: Kann man auch zu stark sein?

Wut steigt in ihr auf. Verdammt nochmal, die Bibel und Spiderman waren sich da echt einig: „Von jedem, dem viel gegeben wurde, wird viel verlangt werden; und wem viel anvertraut worden ist, von dem wird man um so mehr fordern. “ – oder das berühmte Zitat von Onkel Ben. Aber bei allem was ihr heilig war, hatte bei diesen klugen Sprüchen auch jemals irgendjemand an die Verletzlichkeit der betreffenden Personen gedacht?

Nur weil man nicht gleich aus den Latschen kippt, heisst das doch nicht, dass man nicht auch ein lebendes, fühlendes Wesen ist, das Schmerz empfinden kann!? War denn die ganze verdammte Welt blind? Emotional verkrüppelt? Oder einfach beim Anstehen für die Verteilung der emotionalen Intelligenz die Geduld verloren, oder was?

Haha, ja. Sie lächelte bitter. Boxen wir der Starken mal ordentlich in den Bauch, sie merkt ja nichts. Schichten wir unsere Probleme auf ihre Schultern, sie kann doch gerade unter ihren eigenen kaum noch stehen – die schafft das schon, die ist ja Stark. Scheisse verdammt, sie war kein verfluchter Mutant! Oder doch?

Was hatte sie also stark werden lassen, überlegte sie weiter, während ihre Finger langsam die Wärme der Tasse in sich aufnahmen. Sie überlegte lange, bis sie verstand.

Es war das unerschütterliche Wissen, dass jedes noch so große Unglück einen Funken Glück in sich barg, der nur darauf wartete entdeckt zu werden – und den Blick für die kleinen Dinge, beherrschte sie mit schlafwandlerischer Sicherheit.

Es war das Wissen, dass liegen bleiben zwar eine normale Reaktion war, aber das Aufstehen nur heraus zögerte und damit auch die schönen, glücklichen Zeiten verkürzte. Und sie tat nichts lieber als Lachen.

Es war das Gefühl lieber den schönen Momenten Raum geben zu wollen, als den schlechten. Denn sie liebte ihr Leben, sogar an den schlechten Tagen.

Es war das Vertrauen in sich selbst und darin, dass sich jeder Weg den sie nahm zu etwas gutem wandeln würde, wenn sie ihn nur bereit war auch an nebligen, trüben Tagen zu gehen. Eigentlich war es pur rational und logisch und doch mit einem Bein und dem Kopf in den Wolken.

Ein leises Lächeln stiehlt sich langsam und zaghaft auf in ihre Züge und endlich spürt sie die Wärme in ihrem Bauch die sich langsam auf den ganzen Körper ausbreitet. Alles war gut. Immer. Auch wenn das Leben ihr vielleicht gerade übel mitspielte. Der nächste Sonnentag kam bestimmt, sie musste nur warten und sich darauf vorbereiten ihn in vollen Zügen zu genießen. Das Leben genießen, auch für seine schlechten Tage.

Sie sieht auf den Grund ihrer Tasse. Es ist wohl Zeit wieder zu gehen, wieder eins mit der Masse zu werden. Aber diesmal, mit einem guten Gefühl. Und dann steht sie wieder auf.

… comes great responsibility.

Published in: on 8. Januar 2014 at 22:23  Comments (1)  
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Calling Sanity – Gastspiel

CallingsanityDas Telefon klickt. Ein leises, zaghaftes „Hallo“ dringt durch die Leitung. Die Antwort ist ein sanftes, ruhiges „Hallo“. Stille am anderen Ende, so still, dass man nur den eigenen Herzschlag und das leise Rauschen in der Leitung vernehmen kann. Es ist kein erwartungsvolles Schweigen, eher ein heilsames.

Schließlich wird die Stille gebrochen:  „Mir fehlt einfach die Kraft zu Reden. Kein Wort will über meine Lippen dringen, kein Laut will mir entfliehen. Ich fühle mich wie gelähmt, obwohl ich schreien möchte. Schreien bis ich irgendwann endlich zusammenbrechen kann. Bis ich gebrochen nichts mehr spüre, weisst du?“ Wieder Stille. Er versteht. Sogar gut, doch auch seine Worte fehlen. Und so kann er nur abwarten. „Ich hab Schmerzen. Da tief drin, in meiner Brust. Die Leere pulsiert dort drin und zerfrisst mich langsam innerlich. Ich hab das Gefühl nichts mehr fühlen zu können und doch herrscht in mir brennendes Chaos.  Jeder Schritt, jede Bewegung die ich mache, fühlt sich fremd an. Zentnerschwer und doch so fern. Ich will nur noch schreien, weil ich hoffe, dass es all das übertönt. Das es besteht gegen den Sturm in meinem Inneren. Es ist so wirr alles, aber ich darf nicht darüber reden… es tut mir Leid.“ Er lässt ein verständnisvolles, leises Brummen hören, will nicht unterbrechen, als die Worte endlich zu fließen beginnen. Will die Last fort nehmen und kann es doch nicht wirklich. „Weißt du. Keiner merkt etwas. Weil ich lache. Aber ich lache nur, weil das weinen mich sonst zerreißen würde. Ich hab das Gefühl der Wahnsinn greift mit seinen dürren, langen Fingern nach mir. Er frisst sich durch meinen Kopf und direkt hinein in mein Herz. Dort setzt er sich fest und füllt alles mit seinem dumpfen Pochen. Sagt mir, dass er da ist und gekommen ist um zu bleiben. Er klopft unaufhörlich von innen gegen meine Stirn und lässt mir keine Ruhe… Ich will dass er da raus geht.“ Er hört, wie die Stimme sich verändert, brüchig wird. „Ich habe Angst. Das schnürt mir die Kehle zu. Ich hab das Gefühl ich kann nicht mehr Atmen. Ich verstehe nicht was da mit mir passiert. Ich verstehe nicht warum.“

Er denkt daran, wie viel einfacher es jetzt wäre, da zu sein. Statt einem tröstenden Wort eine Umarmung zu schenken. Festzuhalten bis alle Tränen versiegt sind und die Erschöpfung gnadenvolle Erlösung schenkt. Dann könnte er über Träume wachen, das Dunkel verscheuchen, dass aus den gesagten Worten tropft. Doch er ist zu fern um nah zu sein. Er kann nur zuhören. Und so lauscht er in die Leitung, in das Schweigen. „Das macht mich kaputt. Einfach nur kaputt. Und doch ist es so bittersüß. Immer wenn ich denke, dass ich endgültig breche, holt mich etwas zurück, stärkt mich. Schenkt mir Zuversicht. Diese verfluchte Zuversicht die mich meinen Weg weiter gehen lässt, obwohl ich glaube, dass ich kaum noch laufen kann. Obwohl alles in mir danach schreit mich endlich fallen zu lassen. Weil es gnädiger wäre. Aber du weisst ja was ich von Gnade halte.“ Ein trockenes Lachen. „Vielleicht sollte ich einfach anfangen zu fliegen. Vielleicht ist das ja weniger anstrengend.“ Wieder eine Pause.

Der Schmerz ist fast real, fast schon greifbar geworden. Er sitzt und hört nur zu. Starrt dabei aus dem Fenster in die Dunkelheit und sieht nur ein paar einsame Sterne am Himmel leuchten. Und er fragt sich woher diese Kraft kommt. „Weißt du. Ich egal wie oft ich’s versuche. Ich kann’s einfach nicht. Ich kann’s nicht lassen. Ich kann nicht sagen: Das war’s. Geht eben nicht. Ich glaube ich muss das ganze bis zum bitteren Ende durchziehen und schauen ob ich wirklich verrückt werde. Ich würde gerne sagen, dass es vielleicht auch gut werden könnte. Aber irgendwie habe ich Angst davor, genau das auszusprechen. Weil ich denke, dass ich es damit kaputt mache. Also gehe ich eher davon aus, dass ich scheitern werde, obwohl ich mir ein Scheitern nicht erlauben möchte. Ich will nicht verlieren. Verrückt nicht?“

Er atmet kurz ein, dann endlich spricht auch er wieder: „Es ist nicht verrückt. Nicht mehr und nicht weniger, als die Situation erfordert. Ich weiss nicht was ich dir sagen soll, denn eigentlich hast du die Antwort selbst. Ich wünsche mir nur, dass du auf dich aufpasst. Das eine was du sagst, lässt es mir Himmelangst um dich werden, das andere, was du sagst gibt mir das Gefühl, dass du sicher bist.“ Wieder Schweigen. Es hat gut getan das zu sagen, auch wenn er hofft, nichts kaputt gemacht zu haben. „Ich bin müde.“ – „Ich weiß.“, antwortet er. „Ich sollte schlafen.“ – „Ja, das wäre klüger.“ seufzt er. „Dann tue ich das mal.“, sagt die Stimme am anderen Ende.

Schweigen.

Und dann hört man nur noch das sich endlos wiederholende Geräusch in der Dunkelheit…

Published in: on 5. Januar 2014 at 20:38  Comments (2)  
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