Alpenroadmovie – Happy End

Alpenroadmovie – Happy End

Krankenhaus Trapani

12.05.2013 13.40 Uhr

naudersEnzo saß an ihrem Bett, in einem neuen Anzug und mit einem neuen Haarschnitt. Er strich sich übers Gesicht. Die Nonna hatte ihn mit der Rasierklinge ihres Vaters rasiert und ihm den Kopf geschoren. Es war ein ungewohntes Gefühl, aber auch irgendwie befreiend. Blume lag im Bett und schlief. Sie sah immer noch ziemlich angespannt aus, selbst im Schlaf. Sie hatte ein paar Falten auf der Stirn, die sich einfach nicht entspannen wollten, so oft er auch darüber strich.

Eine Schwester kam herein und brachte den Kleinen und fragte, ob sie ihn tatsächlich Bambi nennen wollten.

‚Wenn meine Frau sagt, dass er Bambi heißen soll, dann wir es schon stimmen!‘ meinte er unwirsch und nahm seinen Sohn entgegen und schloss ihn in die Arme. Er hatte Tränen in den Augen, als sein Sohn die seinen öffnete.

‚Sag mal heulst du?‘ gähnte Blume, die gerade erwacht war.

‚Ja verdammt!‘

‚Kannst du aufhören, vor dem Bambini zu fluchen?‘

‚Natürlich, wie die Signora es wünscht!‘

ENDE

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Alpenroadmovie – Sicilian Standoff

 

Alpenroadmovie – Sicilian Standoff

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Krankenhaus Trapani

12.05.2013 06.40 Uhr

naudersEnzo saß am Krankenbett. Man konnte ihn wirklich kaum wiedererkennen. Sein Bart war ungepflegt und ziemlich lang, genauso wie seine Haare, die völlig ausgebleicht waren. Seine Haut war braungebrannt und faltiger, als man es in Erinnerung hatte. Er trug schmutzige, schwarze Militärkleidung, die an einigen Stellen durch gescheuert war. Seine Stiefel waren kaputt und waren mit Tape und Lederbändern umwickelt, damit die Sohle nicht abfiel. Eine kaputte Sonnenbrille steckte in der Brusttasche seiner Jacke. Seine Finger waren schmutzig und doch hielt er ihre Hand.

Blume lag im Bett und hielt ihr Baby in ihren Armen. Die Schwestern hielten es für besser, das Kind bei der Mutter zu lassen, da es Komplikationen bei der Geburt gegeben hatte. Dem Kind ging es gut, sehr gut sogar, nur Blume war, so befürchteten die Ärzte, von einer frühen Wochenbettdepression befallen. Sie wollten die Bindung von Mutter und Kind unterstützen, sie aber nicht ohne Aufsicht lassen. Deswegen wurde Enzo auch von einer Nonne misstrauisch beäugt.

Blume regte sich, während das Kind seelenruhig weiterschlief. Enzo rutschte mit dem Stuhl näher an das Bett und zischte ihr zu. ‚Blume! Ich bin hier!‘

Erschrocken riss sie beide Augen auf, erblickte den bärtigen Mann an ihrem Bett und entzog ihm ruckartig ihre Hand. Ihr Kind an sich drückend versuchte sie sich aufzusetzen.

‚Blume ich bins, Bambi! Ich bin zurück.‘ rief er etwas lauter und eilte an ihre Seite.

Sie fluchte auf italienisch, was er sehr sexy fand, obwohl er gemeint war. Die Schwester war aufgesprungen und eilte auf sie zu. Blume holte aus und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige.

‚Dafür das du nicht da warst und dafür, dass sie mich für verrückt halten!‘

‚Ich war da, ich stand vor der Tür. Sie haben mich nicht reingelassen!‘

Die Schwester sprach auf italienisch mit ihnen und versuchte sie zu beschwichtigen. Blume drehte sich zu ihr um, benützte eine Hand zum Reden und zischte ihr auf italienisch zu, dass sie sie mal könne und das sie sich besser nicht in Familienangelegenheiten mischen sollte, das wäre nämlich ‚unsere Sache‘. Kreidebleich verließ die Nonne rückwärts das Zimmer.

Enzo musste sich setzen, seine Knie zitternden, genauso wie seine Hände.

‚Du siehst scheiße aus, Bambi!‘ zischte sie ihm zu, als sie sich wieder hinlegte. ‚Und Weihnachten ist längst vorbei und Ostern auch!‘

‚Tut mir leid, ich konnte nicht eher kommen!‘

‚Die Nonna hat die Sache mit den Münchnern und den Vinschgauern längst geklärt!‘

‚Farid war anderer Meinung.‘ meinte Enzo und zog ein Paar Schuhe aus einer Tasche. Sie sahen erschreckend sauber aus, im Gegensatz zu seinem ganzen Erscheinungsbild. ‚Er wollte die Schuhe nicht wieder hergeben. Giovanni musste erst kommen und ihm drohen.‘

‚Giovanni, dieser Stronzo hat der Nonna ein paar Schuhe geklaut und ist abgehauen!‘

‚Die Schuhe von der Nonna stehen ihm auch viel besser als Deine!‘ lächelte Enzo. Blume war erschöpft und schloss die Augen, lächelte aber leicht.

‚Ich bleib jetzt hier, ich geh nicht mehr fort.‘ flüsterte er und musste sich eine Träne aus dem Gesicht wischen.

‚Bambi, fang jetzt nicht an zu heulen!‘

‚Ich heul nicht, mir ist nur was ins Auge gefallen!‘

Sie klopfte mit der Hand auf die Matratze, sie war einfach zu schwach um zu reden.

‚Flirtest du etwa mit mir?‘ fragte er kleinlaut und setzte sich aufs Bett.

‚Hatte grad nichts anderes..!‘ Ihre Stimme brach, sie schluckte schwer, als ihr die Tränen durch die geschlossenen Augen rannen. Hastig nahm er ihre Hand und küsste sie.

‚Willst du deinen Sohn nicht in den Arm nehmen?‘ flüsterte sie krächzend.

‚Ich will ihn nicht schmutzig machen.‘

‚Stronzo!‘ zischte Blume.

gun‚Der Stronzo bin wenn dann ich!‘ kam es von der Tür. Der Auftragskiller stand in der Tür, mit einer Knarre in der Hand. Er schob einen Rollstuhl mit einer Frau herein, die auch ein Baby auf dem Arm trug. Es war Ellen, die Tochter vom Münchner.

Enzo war mit einem Satz über das Bett gesprungen und hatte zwei Waffen gezogen. Es wird nicht einfach sein, einen blonden Bengel großzuziehen, im Kreise der Familie!‘ schrie Enzo.

‚Chapeau!‘ meinte Ellen. ‚Dieser verrückte Araber hat einen Taliban aus dir gemacht, Enzo!‘

‚Ja, kleine Cousine! Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs. Wie geht’s der Familie?‘

‚War ein interessantes Weihnachtsfest!‘ meinte Ellen und zog ebenfalls eine Waffe, die sie unter dem Baby versteckt hatte.

Sie hörten das typische Geräusch einen Schrotflinte, die durch geladen wurde.

‚Der Münchner wird seinen Enkel allein großziehen müssen, wenn ihr die Waffen nicht weglegt.‘ hörten sie die krächzende Stimme von der Nonna.

Rutger zog eine zweite Waffe und zielte auf die Nonna, die gerade zur Tür reinkam, gefolgt von Giovanni. Die Nonna zielte auf Ellens Kopf und Giovanni kam mit einer zweiten Schrotflinte herein und zielte auf die Eier von Rutger.

‚Und Enzo, wie siehst du überhaupt aus?!‘

‚Mama!‘ meinte Enzo und blickte auf Ellen und Rutger.

‚Gut, wir beschließen einen Waffenstillstand und feiern stattdessen die Geburt zweier blonder Bengel für den Kreise der Familie.‘ meinte die Nonna und spuckte auf den Boden. Dann nahm sie die Waffe runter. ‚Enzo, geh dich waschen, du machst das Kind noch schmutzig.‘

Dann drehte sie sich einfach um und ging aus dem Zimmer.

Alle Anderen blickten sich verwundert an und nahmen tatsächlich die Waffen runter. Enzo streckte Ellen die Hand hin und sie gab sie ihm. Rutger nahm Giovanni in den Arm und flüsterte: ‚Nur so ein Tipp am Rande, wenn ein Auftragskiller deine Oma bedroht, dann ziele nie auf seine Eier.‘

‚Nur mal so am Rande, Killer. Ich hab auf die Handgranate gezielt.‘ meinte er cool, wand sich aus der Umarmung und bückte sich. Im Netz des Rollstuhles war eine Handgranate versteckt.

Ende… 

WüstenRoadMovie

WüstenRoadMovie

Irgendwo im Nirgendwo, Ägypten

08.05.2013

nauders

Farid und Enzo saßen in einem Zelt an einem Tisch und spielten ein Spiel, so schien es zumindest. Auf dem Tisch lagen Karten, Geldscheine, Waffen, Gläser mit einer goldener Flüssigkeit, eine Flasche Dattelwein und Skorpione in umgedrehten Gläsern. Enzo war kaum wieder zu erkennen. Die Zeit in der Wüste hatte nicht nur sein Gesicht gezeichnet. Er sah schon fast wie ein Einheimischer aus, bis auf die Haare.

‚Enzo, mein Freund, du siehst langsam so aus wie Lawrence von Arabien!‘ meinte Farid. ‚Bis auf deine Augen!‘

‚Ich bin längst nicht so nett wie Lawrence von Arabien!‘ meinte Enzo, strich sich übers ausgebleichte Haar und zog einen Dolch. Er nahm einen Becher hoch und spießte den Skorpion auf, der rasch über den Tisch lief.

Von draußen kamen Geräusche durch die Zeltwand.

‚Vaffanculo, Stupido…!‘ rief eine bekannte Stimme.

Sie konnten die Geräusche einer Schlägerei hören und schon kam Giovanni durch den Zelteingang gestolpert. Zwei bewaffnete Männer von Farid stürzten ihm hinterher. Farid hatte eine Waffe gezogen und zielte auf den Jungen. Enzo hielt ihm blitzschnell das Messer mit dem Skorpion ins Gesicht und nahm ihm mit der anderen Hand die Waffe ab und bedrohte damit die Wachen.

‚Sie haben einen Taliban aus dir gemacht, Onkel!‘ meinte Giovanni und rappelte sich auf.

‚Dummes Kind, mich so zu erschrecken! Ich bin ein alter Mann, ich hab noch drei Monate zu leben!‘ rief Farid und griff sich ans Herz.

‚Sagt, der Mann, der 3 Jahre jünger ist als ich, schon seit einem halben Jahr!‘ meinte Enzo und gab den Wachen mit einer Handbewegung zu verstehen, dass sie sich verpissen konnten. Vorsichtig entließ er den Skorpion in ein leeres Glas und drehte es blitzschnell um.

‚Ach schickt deine Großmutter die Bomben nicht mehr mit der Post?‘ meinte Farid und trank den Dattelwein gleich aus der Flasche.

‚Es ist die Zeit gekommen, dass ich dir ein Angebot unterbreite, dass du nicht ablehnen kannst.‘ meinte Giovanni und grinste dann dreckig.

‚Mit Einem, der beim Manne liegt, mache ich keine Geschäfte!‘ spie Farid ihm förmlich vor die Füße. 

‚Sagt mir ein Mann, der heimlich Frauenschuhe trägt!‘ konterte Giovanni und wedelte dabei mit einem Foto, auf dem Farid eindeutig in Frauenkleidung zu sehen war. ‚Ich habe deinen Frauen schöne Abzüge geschickt, Farid! Wenn ich du wäre, würde ich schnell heim fahren zu deinen lieben Frauen. In diesem Land kann man ja nie wiesen, wann die Post ankommt!‘

‚Du bist ein grausamer Bengel!‘ zischte Farid und blickte sich hastig im Zelt um. ‚Maschallah!‘

Enzo grinste bis über beide Ohren, doch Giovanni blickte sehr skeptisch drein. ‚Wir sollten uns lieber beeilen, ich hab nen Jeep geklaut und die Barkasse wird im Hafen nicht ewig warten!‘

Farid lief wie ein aufgeschrecktes Huhn durchs Zelt, packte seinen Seesack und wollte das Zelt verlassen.

‚Halt, Farid mein Freund!‘ flüsterte Enzo.

Farid hielt inne und blickte ihn schnippisch an: ‚Was ist nun noch?‘

‚Die Schuhe!‘

‚Nein, Sahib. Tut mir das nicht an. Das ist alles was ich noch habe!‘

‚Deswegen schickt dir die Nonna die hier!‘ meinte Giovanni und hob ein paar ausgelatschte, aber wunderschöne schwarze Damenschuhe.

‚Die passen viel besser zu deinem Kopftuch, Farid.‘ rief Enzo.

‚Darf ich dran riechen?‘ wimmerte Farid sehnsüchtig.

‚Gib uns die anderen Schuhe und dann kannst du machen was du willst damit.meinte Giovanni ziemlich angewidert.

Wenig später saßen Enzo und Giovanni im Jeep und Enzo hetzte den Wagen Richtung Küste und Giovanni hatte Blumes Schuhe auf seinem Schoss liegen und beäugte sie scheel.

‚Was is’n das für eine Barkasse?‘ fragte Enzo. 

‚Ach, der Schwager vom Pepe hat da so ein paar kleine Fischerboote.‘ rief Giovanni fast beiläufig.

‚Du bist schon ein Hund!‘ 

‚Die Nonna sagt immer, doppelt genäht hält besser. Der Schwager vom Pepe hat auch unsere Cruise Missile an Bord.‘

‚Was zur Hölle ist das für ein Boot, wenn da die Abschussvorrichtung von einer Cruise Missile drauf passt.‘

‚Es ist ja nur eine Kleine… eine kleine Yacht!‘

‚Sag mal, was meinte Farid mit: Einer, der beim Manne liegt?‘

‚Genau dass, was die Wörter bedeuten!‘ meinte Giovanni und spreizte den kleinen Finger von seiner Hand ab.

‚Aha, und was sagt da die Nonna dazu?‘ fragte Enzo und zog eine Augenbraue hoch. 

‚Sie ignoriert es gekonnt!‘

‚Ist Blume noch in der Casa di Nonna?‘

Giovanni blickte auf sein Handy und zählte dann etwas mit den Fingern ab. ‚Vielleicht sollten wir gleich nach Trapani…!‘

‚Was wollen wir in Trapani?‘

‚Es ist wahrscheinlich der falsche Zeitpunkt es dir zu sagen, aber es ist auch der Grund, warum ich so überstürzt gekommen bin.‘

Enzo machte eine Vollbremsung und blickte seinen Neffen entgeistert an.

‚Bis wir wieder auf Sizilien sind, wird Blume schon im Krankenhaus sein.‘

Enzo packte Giovanni am Kragen und rüttelte ihn, brachte aber keinen Ton heraus.

‚Mann, Onkel! Du hast sie angebumst und die Nonna hat ihre Tasche fürs Krankenhaus schon gepackt.‘

Enzo lies ihn los, so dass Giovanni in den Sitz zurück fiel und zählte ebenfalls an den Finger etwas ab.

Giovanni war ausgestiegen, zog einen Flachmann aus der Hosentasche und kam an die Beifahrertür. ‚Da trink und rutsch rüber, ich fahr besser weiter!‘

Enzo sagte kein Wort, bis der den Flachmann vollends geleert hatte. Vor ihnen tauchte bereits die Küste auf, als er endlich wieder einen Ton heraus brachte. ‚Aber ihr geht’s sonst schon gut, oder?‘

‚Naja, wie man’s nimmt. Ihre Stimmung ist halt ganz schön scheiße und sie isst nicht genug, sagt die Nonna.‘

‚Und das Baby?‘

Er zog einen schwarzen Zettel aus der Hemdtasche und gab ihn Enzo. ‚Ganz der Papa würd ich mal sagen. Sie will ihn Bambi nennen.‘

Enzo sah auf den Zettel und erblickte ein Ultraschallbild und mit viel Fantasie erkannte man ein menschliches Wesen auf dem Bild.

‚Ich glaub ich muss kotzen!‘ stotterte Enzo.

‚Das Kind muss von dir sein, dass muss ich mir schon seit guten neun Monaten von Blume anhören!‘

Weiter geht es im Alpenroadmovie – Sicilian Standoff – Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

 

AlpenRoadMovie21 – Unsere Sache

AlpenRoadMovie21 – Unsere Sache

Marsala, Sizilien.
24.12.2012, 18.00 Uhr

naudersBlume stand auf der Terrasse und blickte aufs Meer. Das machte sie, seit dem sie im Sommer angekommen war. Man konnte die Uhr nach ihr stellen. Jeden Abend stand sie da. Sie schaute nicht wirklich der Sonne beim Untergehen zu, nein sie blickte übers Meer in Richtung Bizerte.

Langsam konnte man ihren Bauch sehen. Sie war schwanger. Die Nonna hatte dies relativ gut aufgenommen, dass heißt sie schimpft noch mehr über den räudigen Ziegenbock Farid und schickt immer wieder Briefbomben an verschiedene Adresse in München, in der Nähe von Nauderns oder nach Bizerte. Die Cruise Missile hatte sie abgeben müssen, da war der Polizeichef sehr deutlich gewesen.

Die Polizei war schon lange nicht mehr da gewesen. Sie haben die Anklage gegen Enzo mittlerweile fallengelassen, seit dem Brand neulich. Seltsame Sachen passieren zuweilen. Dinge verschwinden, tauchen woanders wieder auf. Sachen explodieren. Autos zum Beispiel. Der Nonna konnte man nie etwas nachweisen. Natürlich nicht. Würde sich auch nie einer erlauben. Giovanni ist letzte Woche fortgeschickt worden und er ist noch nicht wieder da. Die Nonna war außer sich.

Es klingelte an der Tür. Wenig später kam jemand auf die Terrasse geschritten.

‚Schöne Weihnachten wünsch ich dir, mein Kind!‘ meinte eine ältere Dame, die nun über die Terrasse schwebte.

Blume drehte sich um und blickte ihre Mutter entsetzt an.

‚Wir haben dein Auto mitgebracht und ein Paar von deinen Sachen, ich habe es nicht übers Herz gebracht alles zu verkaufen.‘

Giovanni stand in der Terrassentür und grinste. Die Nonna konnte man von drinnen lautstark telefonieren hören. Als sie auflegte, konnte man das im ganzen Haus hören. ‚Mein Gott spuckt auf den Seinen! Dieser räudige Hund einer läufigen Ziege. Ich sprenge ihm sein verdammtes Camp in die Luft!‘

‚Die Nonna redet nur deutsch, wenn sie sichergehen möchte, dass ich auch jedes Wort verstehe.‘ meinte Blume und ging nach drinnen.

Heute war ein guter Tag. An guten Tagen machte Die Nonna ihr Hoffnung, Enzo würde schon bald kommen. An schlechten Tagen schaffte es nicht mal Giovanni sie aufzumuntern.

‚Krieg ich eigentlich mal erklärt was eigentlich los ist?‘ fragte ihre Mutter, während sie ihrer Tochter hinterher lief.

Giovanni setzte an zu reden: ‚Frau Müller…!‘ und wurde aber gleich wieder von Frau Müller unterbrochen: ‚Und erzähl mir nicht wieder, es wäre ‚eure Sache‘, mit dem Cosa Nostra-Mist brauchst du mir nicht mehr kommen.‘

‚Ja, aber wenn er es Ihnen erzählt, dann muss ich ihn erschießen!‘ meinte die Nonna und winkte sie ins Esszimmer. Ziemlich mürrisch gingen ihr alle hinterher. 

‚Los jetzt essen wir erst Mal was, dann lässt es sich besser erzählen.‘ meinte die Nonna und blickte Giovanni an, rümpfte die Nase und meinte: ‚Und du, wasch dich erst mal!‘

Im Esszimmer angekommen, saßen schon 5 Kinder am Tisch und Giovannis Mutter tischte auf. ‚Wie will er denn je eine Frau finden, wenn er immer herum läuft wie ein Landstreicher!‘

‚Nonna, ich bin schwul!‘ meinte Giovanni, als er das Esszimmer betrat.

Blume erhob das Glas und meinte: ‚Ich wünsch euch auch allen ein schönes Weihnachtsfest!‘ Die Ironie in ihrer Stimme fegte über alle hinweg.

‚Das sagt er nur immer, um mich zu ärgern.‘ meinte die Nonna und hob ihr Glas.

‚Kind, ist das Wein, den darfst du nicht trinken, wenn du schwanger bist!‘ meinte Frau Müller.

‚Mutter! Den Wein kriegen hier sogar die Kinder und ehrlich mal, möchte ich nicht wissen, was du alles genommen hast, als du mich in Goa empfangen hast.‘

‚Außerdem erlaube ich ihr nur einen Schluck!‘ meinte die Nonna streng.

‚Und warum bist du überhaupt schwanger?‘ fragte Frau Müller ziemlich schnippisch. 

‚Mutter bitte!‘ zischte ihr Blume zu und trank. 

‚Mein Sohn Enzo hat diese wunderschöne Blume bestäubt!‘ grinste die Nonna und schenkte sich nochmal nach.

‚Und wo ist dieser Enzo?‘

‚In Bizerte!‘ rief Giovanni.

‚In Ägypten! Und was macht er da? Skifahren?‘ kreischte Frau Müller dem Wahnsinn anheim zu fallend. 

‚Auf seine Auslieferung warten!‘ meinte Blume ernst.

‚Bitte was?‘ rief Frau Müller erstickt und goß sich das volle Glas Rotwein hinter die Binde. 

‚Das Essen wird kalt!‘ schluchzte die Mutter von Giovanni leise. Sie war fast den Tränen nahe.

‚Ja esst erst mal!‘ meinte die Nonna ernst.

Fortsetzung folgt in Manchmal kommt es anders… Der Killer wird zum Koch!

 

AlpenRoadMovie20

AlpenRoadMovie20

Sonntag, 19.08.12, 14.10 Uhr

Auf dem Weg von Trapani nach Marsala, Sizilien

naudersIm Wagen war eine bedrückende Stimmung, seitdem Die Nonna zugestiegen war.

Sie war doch einfach am Wegesrand gestanden, mit einem aufgespannten schwarzen Regenschirm in der Hand. Und dabei war es heute ein wunderschöner Sommertag und keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen. Außerdem hatte sie eine enorme Sonnenbrille auf, die sie sich erst im Auto etwas über die Nase nach vorne schob, um Giovanni und Blume gründlich zu mustern.

‚Junge, wie siehst du überhaupt aus?‘ fragte Die Nonna.

‚Nonna, ich bin angeschossen worden und zwar von der eigenen Familie!‘ jammerte Giovanni.

‚Hätte dich jemand versucht zu erschießen, der tatsächlich zu der Familie gehören würde, dann wärst du jetzt tot, junger Mann!‘ meinte Die Nonna unwirsch.

‚Ellen gehört ja wohl mehr zur Familie, als so manch Anderer!‘ flüsterte Giovanni schnippisch.

‚Das hab ich gehört, junger Mann. Gib mir die Luger wieder!‘ flüsterte Die Nonna ihrem Enkel ins Ohr, aber genauso laut, wie Giovanni noch einem Moment zuvor. Doch da Blume direkt daneben saß, konnte sie jedes Wort hören. 

‚Oh, die ist in meiner Handtasche im Kofferraum.‘ flüsterte Blume schüchtern.

‚Und wie schießt sie sich, Signorina Fiore?‘

‚Für mein erstes Mal, ziemlich gut!‘

‚Sie hat den Killer erschossen und Ellen knapp verfehlt.‘ plapperte Giovanni.

Es war kaum zu glauben, aber Die Nonna lächelte zum ersten Mal an diesem Tag. 

Es geht weiter in Manchmal kommt es anders…Killer 17! Es lohnt sich!

AlpenRoadMovie19

AlpenRoadMovie19

Sonntag, 19.08.12 08.55 Uhr

Auf der Fähre vor Cagliari, Sardinien nach Trapani, Sizilien

naudersBlume saß mit Giovanni auf der umgeklappten Rückbank und sie verarztete ihn hastig. Er biss die Zähne zusammen.

‚Okay, das dürfte erstmal halten. Ich geb dir ein sauberes Shirt und Enzo hat seine Kappe da gelassen. Ich zieh mir was anderes an und wir lassen alles im Kofferraum verschwinden.‘ plapperte sie hastig.

‚Ich fasse es nicht, dass meine Großcousine versucht hat mich abzuknallen!‘meinte Giovanni.

Blume kramte in ihrer Tasche herum und zog ein pinkes Shirt hervor.‚Oh, das sieht ein bisschen schwul aus…!‘ meinte sie und warf ihm das Shirt hin.‚Die Frau auf dem Boot hab ich nur fast erwischt, aber dafür den Typen dafür zweimal.‘

‚Hey, Blume. Du bist ganz schön cool!‘ rief Giovanni.

‚Ach, wirklich. Dann schein ich eine gute Schauspielerin zu sein. Ich hätte mir vorhin beinahe in die Hose gemacht.‘ grinste sie ihn an und half ihm ins Shirt.

Dann putzte sie ihm das Blut aus dem Gesicht, setzte ihm die Kappe auf den Kopf und begann wieder zu plappern: ‚Schaffst du es allein auf den Vordersitz. Du musst viel trinken. Ich such dir noch was gegen die Schmerzen. Zum Glück ist deine Großcousine eine lausige Schützin!‘

‚Ja, ich schaffe das schon. Danke!‘ meinte Giovanni und kroch langsam aus dem Wagen und setzte sich stöhnend auf den Beifahrersitz.

‚Der Münchner wird nicht gerade beigeistert sein über die Entwicklung.‘ kicherte Giovanni.

Blume drückte ihm ein paar Tabletten in die Hand und meinte: ‚Zwei jetzt gleich mit viel Wasser!‘

Hastig kramte sie nach ihrer Tasche, zog sich rasch um und schob alle Sachen in den Kofferraum. Dann stieg sie aus und klappte die Rücksitzbank wieder zurück und schloss den doppelten Boden. Als sie sich auf den Fahrersitz setzte, war Giovanni bereits eingenickt. Sie nahm ihm die Wasserflasche aus der Hand und legte eine Jacke über seinen Oberkörper.

Zitternd klammerte sie sich ans Lenkrad und starrte gefühlte Stunden auf die Klappe der Fähre. Sie wollte einfach nur hier raus, sie wusste zwar nicht wohin, aber hier bleiben wollte sie auch nicht. Giovanni schlief neben ihr am Beifahrersitz. Irgendwann legte sie für einen Moment ihren Kopf aufs Lenkrad und im nächsten Augenblick war sie bereits eingeschlafen.

Das Nebelhorn der Fähre erschallte und schreckte sie beide aus dem komatösen Schlaf. Giovanni blickte sie ziemlich verstört an und dann konnte sie sehen, wie ihn der Schmerz langsam übermannte. Er krümmte sich und sie versuchte ihn zu beruhigen. Ein Rucken ging durch das ganze Schiff und wenig später ging endlich die Klappe der Fähre auf. Und nach einer Weile fuhren sie aus dem Bauch der Fähre und versuchten sich so schnell wie möglich vom Hafen wegzukommen, als sie am Straßenrand eine ältere schwarz gekleidete Dame entdeckten, die am helllichten Tag und bei Sonnenschein einen geöffneten Regenschirm in der Hand trug.

Aus Giovannis Mund kamen nur zwei Worte: ‚Die Nonna!‘ 

Es geht weiter in Manchmal kommt es anders…Killer 16! Es lohnt sich!

AlpenRoadMovie18

AlpenRoadMovie18

Sonntag, 19.08.12, 08.25 Uhr

Auf der Fähre vor Cagliari, Sardinien

nauders‚Wenn die Turteltäubchen sich jetzt bitte trennen könnten. Die Barkasse wird von einer Yacht verfolgt.‘ meinte Farid gereizt, griff dabei über die Bordwand.

Enzo küsste Blume ein letztes Mal und trennte sich dann hastig von ihr, während Farid ihm eine Armmanschette mit einem Karabinerhaken reichte und sich selbst eine davon anlegte.

‚Giovanni, pass auf Blume auf! Wir sehen uns zu Weihnachten!‘ krächzte Enzo, während er sich die Manschette anlegte. Blume brachte keinen Ton hervor. Sie rang mit ihrer Fassung. Tränen kullerten unaufhaltsam über ihr Gesicht. Sie trug immer noch den Kaftan, in der Hektig hatten sie sich nicht mehr umgezogen und somit schwang sich Farid in ihren Klamotten über die Bordwand. Sie konnte noch das Klicken des Karabinerhaken hören und dann ein Surren. Und da flogen ihre Schuhe davon.

Enzo küsste noch mal Blume auf die Stirn und flüsterte ihr dabei ins Ohr: ‚Uns trennt nur das Meer, meine Blume!‘ Dann stieg er ebenfalls über die Bordwand. Schüsse waren zu hören.

Giovanni drängte Blume zur Seite und zerrte sie hinter einen Stahlträger. Dann zog er eine Waffe, warf sich auf den Boden, um durch ein Abflussloch in der Bordwand zu blicken. Dann feuerte er das ganze Magazin leer. Blitzschnell lud er nach, ging in die Knie, riskierte ein Blick über die Reling und ballerte wieder das ganze Magazin leer.

Blume kroch hervor uns riskierte einen Blick durch das Abflussloch.

‚Sie haben Enzo getroffen!‘ schrie sie.

Giovanni wand den Blick kurz von seinem Ziel ab, ging in Deckung lud nochmal nach und meinte:‚In meiner Seitentasche ist ein Fernglas, schau mal was die auf der Barkasse treiben! Ich schiesse nochmal auf die Yacht!‘

Sie griff zielsicher in die Seitentasche seiner Hose und zog ein Fernglas heraus. Dann blickte sie durch das Loch und sah wie Farid mit einem Maschinengewehr auf die Yacht ballerte, während Enzo in Deckung kroch und sich die Brust hielt. Einer der Männer an Bord riss ihm dass Hemd auf und Blume erkannte eine kugelsichere Weste. Giovanni erhob sich wieder und schoss weiter.

‚Gott sei Dank, er hatte eine kugelsichere Weste an!‘ rief sie. Ein Schuss traf den Stahlträger neben ihr und Giovanni stürzte zu Boden. Er verlor die Waffe und hielt sich gleichzeitig den Kopf und den Oberarm und krümmte sich am Boden. Er schrie nicht, aber sein Gesichtsausdruck verriet ihr seinen Schmerz.

Kurzerhand stürzte sie zu ihm auf den Boden. Er blickte sie nur an und zischte ihr zu: ‚Nimm, meine Waffe!‘ Dann kramte er seine restlichen Magazine aus seiner Hosentasche. Schieß alles was du hast auf die Yacht‘

Blume erhob sich, linste vorsichtig über die Reling und zielte auf die Yacht. Sie schoß bis das Magzin leer war und der Verschluss offen blieb. Völlig automatisch ging sie wieder in Deckung, drückte den runden Knopf und das Magazin fiel auf den Boden. Hastig griff sie nach den vollen Magazinen und legte ein Neues ein. Giovanni hatte seinen Gürtel um die Armwunde gewickelt und hielt sich ein Taschentuch gegen die Schläfe. Sie stellte sich nochmal hin und schoss, bis sie durch eine Alarmsirene unterbrochen wurde.

Hastig ging sie wieder in Deckung und kroch zu Giovanni hinüber. ‚Die Barkasse ist schon fast außer Sichtweite und ich glaub ich hab jemanden getroffen!‘ rief sie rasch und half Giovanni auf.

‚Wir müssen unsere Spuren verwischen und zurück zum Wagen!‘ rief er hastig.

Eine Durchsage schall:Da qui parla la Guardia Costiera. Sei in acque europee…Con reati siamo autorizzati a sparare subito forte…Da qui parla la Guardia Costiera. Sei in acque europee…!‘

Blume sammelte alle Magazine ein, zog ihren Pali vom Hals und wickelte ihn um Giovannis Kopf und dann stolperten sie hastig davon.

Weiter geht es in Manchmal kommt es anders… Killer 15! Es lohnt sich!

AlpenRoadMovie17

AlpenRoadMovie17

Sonntag, 19.08.12, 07.10 Uhr

Zufahrt Fährhafen, Cagliari, Sardinien

naudersGiovanni grinste Farid an und flüsterte: ‚Geht das immer so einfach?‘

Farid schüttelte fassungslos den Kopf. ‚Die Münchner sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.‘ Er faselte Gebete gegen das Schiebedach.

‚Das ist ja eigentlich leicht verdientes Geld, oder!‘ fragte Giovanni.

‚Wieso frägst du mir Löcher in mein Bauch, Junge!‘rief Farid laut.

‚Bin nur neugierig!‘

‚Sagen wir mal so, ich bin es eigentlich gewohnt mit Profis zu arbeiten! Aber dafür sollte ich eigentlich noch einen Zuschlag verlangen. Ihr verschwendet meine kostbare Zeit!‘

‚Ist heut nicht der Tag des Fastenbrechens?‘ fragte Giovanni weiter.

‚Junge, es gibt Momente im Leben, da ist es besser den Mund zu halten.‘ grummelte Farid und fuhr ein paar Meter weiter auf den Schlund der Fähre zu.

Es geht weiter in Manchmal kommt es anders… Killer 14! Es lohnt sich!

Alpenroadmovie 16

Alpenroadmovie 16

Cagliari, Sardinien

Sonntag, 19.08.12, 06.40 Uhr (Sonnenaufgang)
naudersSie fuhren in einem Affenzahn zum Fährhafen. Farid saß auf dem Rücksitz und blickte nervös nach hinten. Nach der spektakulären Flucht, hatten sie Enzo aus dem Kofferraum gelassen und er bestand drauf zu fahren. Farid war deswegen ganz schön eingeschnappt, hatte sich aber dann mürrisch auf der Rückbank gesetzt, seinen Kaftan und seinen Pali unterm Shirt hervorgezogen und ihn drüber gezogen. Er hatte den gehörnten Ehemann wirklich sehr überzeugend gespielt, nur sein italienisch war grausam.

Ein Junge mit einer Sonnenbrille auf der Nase und einer Zigarette im Mundwinkel stand am Straßenrand, streckte den Daumen raus und blickte sie an. Enzo fuhr ihn fast über den Haufen, als er eine Vollbremsung machte.

‚Giovanni? Mama Mia!‘ rief er aus dem offenen Fenster. ‚Steig ein, du Taugenichts!‘

‚Wer ist das? Und bist du von allen guten Geistern verlassen?‘ schrie Farid, zog die Waffe und blickte wieder nach hinten‚Dir ist schon klar, dass wir verfolgt werden?‘

‚Soll ich meinen Neffen überfahren?‘ schrie Enzo und gestikulierte wild.

Giovanni warf die Zigarette weg und sprang in den Wagen und blickte in zwei erschrockene Gesichter. Enzo fuhr weiter.

‚Ihr nehmt es mit der Familie viel ernster als wir, Sahib.‘ schimpfte Farid.

‚Die Nonna schickt mich die Blumen abzuholen, oder so!‘ rief Giovanni blickte Farid an, der immer noch mit seiner Waffe herum fuchtelte.

‚Und da schickt sie dich?‘ schrie Enzo, der gerade um eine Kurve fuhr.

‚Wieso, ich bin unauffällig, jeder der mich sieht, unterschätzt mich und ich schieße besser als die Nonna.‘

‚Du hast ne Knarre dabei?‘ schrie Enzo und verzog das Lenkrad so, dass sie beinahe gegen den Randstein gefahren wären.

‚Ich hab die Luger vom Eisernen bekommen!‘ meinte Giovanni stolz.

‚Du bist erst 16 und er war immerhin dein Urgroßvater, also nenn ihn nicht den Eisernen!‘ rief Enzo. Seine Stimme wirkte leicht hysterisch.

‚Menno, ich bin 17, Onkel Enzo, du hast mir ein IPhone geschenkt.‘

Enzo räusperte sich und stotterte dann: ‚Du bist zu jung!‘

‚Ihr seids damals auch net zu jung gewesen!‘ meinte Giovanni und verschränkte die Arme vor der Brust.

‚Der Don und dein Vater wollen uns genauso aus dem Weg haben, wie die Münchner!‘ rief Enzo verzweifelt. ‚Ich weiß nicht, ob ich dir vertrauen kann!‘

‚Schau ich so aus, als würde ich wert drauf legen, was mein Vater denkt. Willst du mich beleidigen? Seit 17 Jahren schaue ich in das traurige Gesicht meiner Mutter und wenn er alle Jubeljahre mal wieder heim gekommen ist, dann hatten wir neun Monate später einen neuen Bastard mehr zum Durchfüttern.‘ schrie Giovanni und funkelte Enzo wütend an, der allerdings immer noch nach vorne blickte.

‚Ich bin Blume!‘ meinte Blume, streckte Giovanni die Hand nach Hinten und lächelte.

‚Ich will eure Familienzusammenkunft nur ungern unterbrechen. Wir treffen die Barkasse 20 Minuten nach dem Auslaufen. Enzo fahr irgendwo ran, wo wir dich und die Ayana in den Kofferraum stecken können.‘

Er fuhr in eine Einfahrt und parkte den Wagen hinter einen Busch. Farid und Enzo sprangen aus dem Wagen und zogen mit einem Ruck den Lack vom Wagen. Jetzt war der Wagen, bis auf ein Paar Einschusslöcher strahlend weiß.

Pepe ist ein Genie!‘ meinte Enzo zu Farid, beide fummelten noch die restlichen roten Fetzen vom Lack.

‚Die Nonna hat mir auf Anraten von Onkel Pepe französische Pässe mitgegeben!‘ meinte Giovanni und gab dem Einen Blume und Anderen behielt er und fuhr fort: ‚Wir sind jetzt Fleur und Pascal Pagnot, Geschwister!‘

‚Jetzt versteh ich auch das hier!‘ meinte Enzo und klappte die Nummernschilder um.

‚Ist ja wie bei James Bond!‘ meinte Blume ganz aufgeregt.

‚Wie kann man sich als Franzose nur ein italienisches Auto kaufen?‘ meinte Giovanni mit einem französischen Dialekt.

‚Damit man die ganze Zeit drüber herziehen kann.‘ lächelte Blume.

‚Memsahib, ich brauch Ihr Kleid, die Sonnenbrille und den Schal.‘ meinte Farid.

‚Bitte was?‘

Er zog sich aus, steckte seine Knarre in seine Unterhose und hielt ihr den Kaftan und seinen Pali hin. ‚Ich hab mir extra die Beine und die Brust rasiert. Das juckt schlimmer, als von einer Horde Sandflöhe gebissen zu werden.‘

Sie schüttelte nur den Kopf und zog ihr Kleid aus. Farid drehte sich anstandshalber um und blickte in den Himmel.

‚Raihaanah, ich habe seit 8 Jahren keine nackte Frau mehr gesehen, Allah! Und dann schickst du mir eine wunderschöne Blume mit alabasterweißer Haut. Bestraf nur deinen treuesten Diener, bin ich nicht oft genug in der Moschee gewesen? Allah, was hab ich nur verbrochen…!‘ während er lamentierte, kniete er sich ehrfürchtig auf den Boden und begann zu beten. Enzo schüttelte nur den Kopf und half ihr beim Anziehen. Farid war bereits wieder aufgestanden und schlüpfte in ihr Kleid und hielt ihr seine Sonnenbrille hin. Alle blickten auf die Schuhe.

‚Nein nicht meine Schuhe, die habe ich erst seit 5 Tagen!‘ rief sie empört.

‚Wir kaufen dir Neue!‘ meinte Giovanni.

‚Aber die sind perfekt!‘ jammerte Blume.

‚Memsahib Ayana, ich werde sie in Ehren tragen.‘

Missmutig zog sie die Schuhe aus und übergab sie Farid. ‚Das Einzige was ich nie vergessen werde, ist der Geruch von Frauenfüßen, Zaahirah!‘

Er roch daran, verdrehte stöhnend die Augen und zog sie liebevoll an. Mit einem angewiderten Gesichtsausdruck zog sie seine Schuhe an.

Enzo machte sich am Kofferraum zu schaffen, packte seinen neuen wasserdichten Ortlieb- Sack, in dem er schon seine ganzen Sachen verstaut hatte, in den Kofferraum und kletterte dazu. Er hielt Blume seine Hand hin.

‚Was machen wir, wenn wir den Kofferraum aufmachen müssen?‘ fragte Giovanni.

‚Der hat eine doppelte Kofferraumklappe, Pepe ist der Hammer!‘ meinte Enzo und winkte ihn zu sich.

‚Ah, ich versteh schon!‘ meinte Giovanni und Blume musste unweigerlich an Alfons denken. Sie waren sich doch erschreckender Weise sehr ähnlich.

Etwas ängstlich stieg sie zu Enzo in den Kofferraum und legte sich zu ihm. Unter ihnen war ein dichtes Netz in den Kofferraumboden gehängt worden und über ihnen schloss Giovanni lächelnd die Klappe. Dann legten sie noch ein paar Dinge in den Kofferraum.

‚Du brauchst keine Angst zu haben, kleine Blume!‘ wisperte er ihr zu.

‚Wenn ich aber doch Angst habe?‘ wimmerte sie in sein Ohr.

‚Hier ist der sicherste Ort im Moment. Pepe hat das hier…!‘ Er klopft an die Verkleidung vom Kofferraum. ‚…aus einem alten Panzer ausgebaut. Die ist quasi kugelsicher.‘

Im Auto redeten währenddessen Giovanni und Farid miteinander.

‚Mit 17 hatte ich schon meine 3. Frau geheiratet.‘

‚Hey Farid, kommen Sie mir nicht auch noch damit!‘

‚Allah, warum treffe ich immer ins Schwarze und die Menschen sind dann immer sauer wie Ziegenurin.‘

‚Farid, ich soll Ihnen von der Nonna ausrichten, dass Sie Ihren Sohn wohlbehalten wieder haben möchte. Zu Weihnachten, aller spätestens zu Ostern!‘

‚Dummes Kind, ich kenne mich mit Euren Feiertagen nicht aus.‘ rief Farid aufgebracht.

‚Sie sagt, ich zitiere: Wenn Enzo nächstes Jahr nicht wieder wohlbehalten in unserer Mitte weilt, schicke ich diesem stinkenden Bock einer räudigen Ziege pünktlich zum Ramadan eine Cruise Missile in sein Camp.‘

‚Hat deine Großmutter denn eine Cruise Missile?‘

‚Ja die, die Ihr uns letztes Jahr verkauft habt!‘

Ein ersticktes ‚Allah!‘ kam aus seinem Mund.

‚Richte deiner Großmutter aus, dass ich mich persönlich dafür verbürge, dass mein Freund Enzo, lebend und vollständig, nächstes Jahr wieder zu Ihr zurück kommt.‘

‚Danke!‘ meinte Giovanni. ‚Bitte lächeln!‘ Er hatte das Gespräch mit seinem Telefon aufgenommen und machte nun eine Foto von Farid.

‚Wenn dieses Foto in falsche Hände kommt, dann bin ich ein 8 fach geschiedener Mann!‘

‚Das hättet Ihr Euch vorher überlegen müssen, bevor Ihr die Frauenklamotten anzieht und euch die Beine rasiert.‘

‚So spricht man nicht mit einer Dame, Kind!‘ unterbrach ihn Farid unwirsch. 

Fortsetzung folgt in Manchmal kommt es anders…Killer 13! Es lohnt sich!

Alpenroadmovie 15

Alpenroadmovie 15

Sonntag, 19.08.12, 04.30 Uhr

Im Zimmer 187 des Garni-Motel, Cagliari, Sardinien

naudersEnzo bekam mitten in der Nacht eine SMS: ‚Euch ist schon klar, wer im Nebenzimmer eingezogen ist? Farid‘

‚Sadomasochistische Katholiken? Enzo!‘

‚Mit Münchner Kennzeichen!‘

‚Fuck!‘

‚Ich überleg mir was! Packt schon mal alles ins Auto, aber lass den Kofferaum frei, der ist für dich, mein Freund!‘

Weiter geht es in Manchmal kommt es anders…Killer 12! Es lohnt sich!

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