Manchmal kommt es anders…Vorgeschichte

Manchmal kommt es anders und vor allem als man denkt!

Vorgeschichte:

Mittwoch 15.08.2012, 21.00 Uhr

Über den Dächern von München

Nun saß sie da, auf einer schicken Dachterasse und blickte über die Lichter der Stadt. Eine Party mit viel zu netten Leuten, die sie nur über fünf Ecken kannte und sie alle schmierten sich nur Nettigkeiten und allgemeine Gesprächsfloskeln wie Honigs um Maul. Wie nüchtern ihr Leben sein muss, wenn sie sich nichts zu erzählen haben!

Warum hatte sie sich nur von ihrem Mitbewohner dazu überreden lassen? Der im Übrigen schon den ganzen Abend am anderen Ende der Dachterrasse stand und mit dem Nachbarn des Gastgebers flirtete. Warum nochmal hatte sie sich dazu überreden lassen? Sie fühlte sich unwohl. Zumindest war das Essen erstklassig und der Wein auch. Von wegen Nüchtern. An ein halbvolles Weinglas klammernd, beobachtete sie die Szenerie. Ziemlich viele Pärchen. Hm. Auf der Terrasse war sie völlig fehl am Platz, dort schwebte Mann schon an anderen Ufern und die restliche Zweisamkeit will auch ungestört sein. Wollte der Gastgeber nicht noch einen Wein holen? Eine Flasche von dem sündteuren Zeug. Sie schlenderte ins Wohnzimmer und schaute sich um. Als sie vor einigen Bildern stehen blieb, fiel ihr ein, dass ihr der Nachname des Gastgebers schon wieder entfallen war. Sie hatte ihn im Fitnessstudio beobachtet, wo sie auch immer von ihrem Mitbewohner mitgeschleift wurde. Eigentlich ging sie dort immer nur in die Damensauna und machte ab und zu mal beim Yoga mit. Sie war immer der Meinung, dass der Gastgeber ziemlich eingebildet sei. Nach der Wohnungseinrichtung zu urteilen hatte er auch allen Grund dazu, eingebildet zu sein. Nur vom Feinsten. Viele technische Spielereien, aber keine Zimmerpflanzen, nur draußen auf der Terrasse waren ein paar Palmen, die aber auch schon ziemlich traurig drein blickten. Vielleicht könnte sie die armen Geschöpfe ja heimlich gießen, bevor sie die Flucht nach Hause antreten würde.

Etwas gelangweilt schlich sie weiter in die Küche. Der Gastgeber entkorkte gerade einen neuen Rotwein. Sie konnte die Augen kaum von seinem muskulösen Körper trennen, bis ihr die vertrockneten Küchenkräuter am Fensterbrett auffielen.

‚Gibt’s hier kein Wasser für die armen Pflänzchen?‘ meinte sie ernsthaft echauffiert und stellte ihr Weinglas ab.

‚Oh ja verdammt, ich hab kein Händchen für die Dinger!‘ erwiderte der Gastgeber und mit einem Plopp hatte er den Wein vom Korken befreit.

‚Die Dinger sind… ähm…waren mal Basilikum, Koriander und Minze!‘ flüsterte sie mehr in sich hinein, als zu ihm und griff zielstrebig nach einem leeren Glas, dass auf der Anrichte stand. Kopfschüttelnd ging sie an ihm vorbei, um es mit frischen Wasser aus der Leitung zu befüllen. Er stand nur mit der offenen Flasche in der Hand an die Wand gelehnt da und beobachtete sie dabei, wie sie seine Kräuter goss.

‚Hey Rutger, wir gehen dann, es ist schon spät!‘ Hörten sie eine Stimme von draußen. Er lies die volle Weinflasche stehen und ging aus der Küche.

Allgemeines Verabschiedungsgerede an der Tür. Das war ihre Chance die beiden Palmen zu retten. Mit zwei großen Gläsern voll mit Wasser ging sie schnurstracks auf die Dachterrasse. Sie ertappte ihren Mitbewohner mit dem Nachbarn und unterbrach unwirsch ihr heftiges Geknutsche und Gefummel: ‚Habt ihr kein Zuhause?‘

Es kam ein ‚Ja!‘ vom Nachbarn und ein ‚Nein!‘ von ihrem Mitbewohner.

Dessen ungeachtet goss sie die Palmen.

‚Ich habe kein Zuhause, ich muss nämlich in einem Dschungel leben!‘ plustere sich ihr Mitbewohner auf und fuhr dann noch panischer fort. ‚Wenn sie noch rotere Haare hätte, wäre sie Poison Ivy.‘

‚Und so bin ich nur das Girl, dass den Pflanzen beim Überleben hilft.‘ meinte sie schnippisch und goss die andere Palme.

‚Ja, stimmt, wenn du Poision Ivy wärst, wärst du nicht so zugeknöpft.‘ wisperte ihr Mitbewohner ihr ins Ohr.

‚Es kann ja nicht jeder so ne Schlampe sein!‘ flüstere sie etwas verärgert.

‚Nicht streiten Kinder, dann gehen wir halt zu mir. Ich wohne nicht weit von hier!‘ grinste der Nachbar und stieg auf die kleine Mauer, die als Abgrenzung zu seiner Dachterrasse diente und hielt ihm die Hand hin. Ihr Mitbewohner lies sich über die Mauer führen und sie verschwanden in der Wohnung des Nachbarn.

Etwas verwirrt ging sie wieder in die Wohnung des Gastgebers zurück. Er kam grad vom Gang und blickte sie fragend an.

‚Ihr Nachbar hat gerade meinen Mitbewohner entführt.‘ meinte sie mit gespielter Bestürzung.

‚Ernsthaft?‘

‚Ja, über die Mauer auf seine Terrasse.‘

Der Gastgeber hatte ein ziemlich schelmisches Grinsen im Gesicht und nahm ihr die beiden Gläser ab. ‚Sie müssen nicht aufräumen, das macht morgen meine Haushälterin!‘ sagte er fast beiläufig und ging wieder in die Küche. Sie folgte ihm und murmelte wieder mehr in sich hinein: ‚Sie sollten sie kündigen, sie hat vergessen die Pflanzen zu gießen.‘

‚Vielleicht sollte ich mir eine Gärtnerin zulegen!‘

‚Für die zwei verhungerten Palmen da draußen, bedarf es eigentlich nur einer Gießkanne!‘

‚Oh, eine Gießkanne hab ich sogar!‘

Sie blickte ihn nur ernst an und behielt den nächsten Satz für sich. Er starrte sie nur durchdringend an und sagte dann ganz langsam: ‚Ich sollte sie vielleicht einfach mal benutzen?‘

Lächelnd griff sie sich ihr halbvolles Weinglas und trank es aus. Er goss ihr gleich nach und grinste sie verlegen an. Er wollte etwas fragen, traute sich aber nicht recht.

‚Schießen Sie los!‘ unterbrach sie seine Verlegenheit.

‚Ähm, es ist kein Problem, wenn mein Nachbar mit Ihrem..!‘ Er malte jeweils mit zwei Fingern zwei Anführungszeichen in der Luft, als der fortfuhr: ‚…Mitbewohner…!‘ Dann räusperte er sich, griff noch verlegener nach der Flasche und blickte sich nach seinem Glas suchend um.

‚…fickt!‘ meinte sie kühl.

Um nichts sagen zu müssen, trank er aus der Flasche.

‚Er ist nur mein Mitbewohner!‘

Er setzte die Flasche ab und räusperte sich wieder. ‚Ich dachte nur, weil ihr immer zusammen ins Gym geht!‘

Sie ging auf ihn zu, um ihm geheimnistuerisch ins Ohr zu flüstern: ‚Ich steh nicht so auf schwule Kerle!‘

Er konnte ihr Parfüm an ihrem Hals riechen, als sie sich wieder von ihm entfernte. Betretenes Schweigen. Sie trank von ihrem Glas und überlegte ihren nächsten Satz, doch er war schneller. ‚Haben Sie eigentlich schon die ganze Wohnung gesehen?‘

‚Ähm, ich weiß nicht!‘

‚Also, das hier ist meine Küche.‘ meinte er und ging in den Gang zurück. ‚Und vom Gang geht es ins Wohnzimmer auf die Dachterrasse. Dort ist das Gästeklo und das Bad!‘

‚Das kenne ich noch nicht!‘

Er ging zum Bad und öffnete die Tür. Automatisch ging das Licht an. Lichter in den Bodenfugen wiesen den Weg zu einer riesigen Badewanne. Sie blies die Luft zwischen den Zähnen hindurch, lief wie ein kleines Mädchen ins Badezimmer und bückte sich zur Wanne hinunter.

‚Ich würd die Blumen gießen, jede Woche, wenn ich nur einmal da drin ein Schaumbad nehmen dürfte.‘

Er sagte nichts, weil er in der Türschwelle stehend nur noch Augen für ihren Hintern hatte, den sie ihm quasi entgegen streckte. Als sie sich grinsend umdrehte, schreckte er hoch und faselte: ‚Sie könnten doch heute Nacht hier bleiben und morgen ein Bad nehmen.‘

Dann begriff er, was er für einen Blödsinn redete und fuhr hastig fort. ‚Das Gästezimmer wäre hier!‘

Er ging voran ins Gästezimmer und sie konnte seine vor Peinlichkeit erröteten Ohren sehen. ‚Ich hätte aber auch auf der Couch geschlafen!‘ sagte sie und strich ihm über die Schulter, als sie ins Gästezimmer trat. ‚Das Gästezimmer ist größer, als mein Zimmer in der WG!‘

‚Tut mir leid, ich wollte nicht angeben!‘

‚Nö, ist schon gut, sagen Sie mir nur Bescheid, wenn Sie ihre Haushälterin rausschmeißen.‘

‚Okay! Dann zeig ich Ihnen noch mein Büro!‘ grinste er und ging ins nächste Zimmer.

Sie blieb in der Tür stehen und fragte: ‚Und was arbeiten Sie eigentlich?‘

‚Ich verwalte das Vermögen meiner Familie!‘

‚Und davon kann man Leben?‘

‚Geht so!‘ grinste er und wollte gerade wieder aus dem Büro gehen, als sie sich doch entschloss ins Büro zu gehen und schnurstracks auf eine weitere Tür zu ging, die sich auf der linken Seite des Büro befand.

‚Und die Tür da?‘ fragte sie und wollte gerade die Türklinke berühren, als er einen Schlüssel unter seinem Hemd hervorzog und antwortete: ‚Betriebsgeheimnis!‘

Sie blickte ihn verwirrt an, nickte dann und ging wieder in seine Richtung.

‚Mein Schlafzimmer ist nebenan!‘ flüsterte er, als sie an ihm vorbei ging. Sie blieb stehen und drehte sich zu ihm um. Er war wieder feuerrot im Gesicht. Gelassen zog sie eine Augenbraue hoch und grinste ihn an. Schon wieder betretenes Schweigen. Sie packte ihn einfach an der Hand, ging weiter den Gang entlang und machte die nächste Tür auf.

‚Das ist aber die Besenkammer, mein Lieber!‘

Er blickte sie an wie ein Hund, der irgendwas ausgefressen hatte und stotterte: ‚Tut mir leid, ich bin…!‘ Auf seiner Stirn bildeten sich ein paar Schweißperlen.

Sie drückte ihm ihre Hand in die Seine und begann sie zu schütteln. ‚Ich bin Ellen und bevor Sie mir ihr Schlafzimmer zeigen, sollten wir anfangen uns zu duzen!‘ Dann lachte sie herzlich. Immer noch verlegen schüttelte er ihre Hand und stotterte: ‚Rutger!‘

‚Du bist gar nicht so eingebildet, wie ich immer gedacht habe!‘ sagte sie und zog ihn zu sich, um ihn flüchtig auf die Wange zu küssen. Obwohl sie ihn zu sich runter gezogen hatte, musste sie sich für den Kuss auf die Zehenspitzen stellen. Wortlos zog sie ihn weiter zur nächsten Tür. Er lies sich willenlos von ihr hinter her schleifen.

Vorsichtig öffnete sie die Tür und blickte hinein. ‚Und das ist also dein Schlafzimmer?‘

Hinweis der Redaktion: Weiter geht es mit in mehreren Varianten, ob Die Krake, Hund und Herrin oder Langschwein, Der Killer mogelt sich sogar in den AlpenRoadMovie 1-4, 5 und 6 und nimmt die Verfolgung auf… 

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