Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 4

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 4

17.11.2008

Habe von einebernadettem Käseschinkentoast geträumt, warum weiß ich nicht so recht. Ich wache nach einem komatösen Schlaf auf und schwanke ins Bad. Als ich aufm Klo hocke, bemerke ich, dass mir ein Brief am Fuß klebt. Auf dem Umschlag steht ‚Bernadette G.‘. Ich reiße ihn auf und lese…

Liebe Bernadette,

ich weiß nicht so genau, wie ich mich ausdrücken soll. Ich hoffe ich überfordere dich jetzt nicht, wenn ich mit der Tür ins Haus platze. Ich möchte dir auf keinen Fall zu Nahe treten, aber ich habe mich in dich verliebt. Und es ist nicht nur was Sexuelles. Ich würde ich gerne wiedersehen, mein Rasierer übrigens auch.

In Liebe Björn ‚der Schweißer‘ Svenolofson

Beschließe nach dem Pissen zu kotzen…

Ende

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 3

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 3

15.11.2008 Nachtrag

bernadetteOh, scheiße, dass Wartezimmer ist voll und der Werksarzt musste zu einer Entbindung, ich glaub der will mich wohl verarschen, wo sollen denn hier Schwangere herkommen? Dem werd ich schon was entbinden, wenn er wieder da ist. Der Sören nervt mich schon die ganze Zeit, warum ich heute schon wieder zu spät bin. Der Kerl widert mich an.

Ich beginne die Wehwehchen der Werksangestellten abzufertigen und gucke dabei ganz wehleidig auf meine blauen Einlaufhandschuhe…Und was sagt meine Frau nur dazu, dass ich von der halben Mannschaft hier gepimpert wurde. Liebes Tagebuch, wie soll ich es ihr nur erzählen. Aber sie lässt sich bestimmt wieder nur die Füße von irgend so einem Flachwichser massieren… Der dann gleich wieder mit ihr durchbrennen will… Ich weiß nicht was ich denken soll… Mir ist kalt ohne meine Muschi…

Nachdem ich alle Patienten abgefertigt habe, habe ich diesen blöden Sören bitten müssen, mich in die Röhre zu schieben und von meinem Kopf eine CT zu machen. Hab ne schwere Gehirnerschütterung und durfte mich selbst Arbeitsunfähig schrieben, bis unser lieber Herr Doktor wieder von der ‚Entbindung‘ zurück ist. Der blöde Sören hat jetzt meinen Schwesternkittel an und muss Nachtdienst machen. Hahaha. Oh tut mir der Kopf weh!

Jetzt kann ich mir auch erklären, warum ich auf Einmal an den Eiern lecken so toll fand, ich muss echt einen gewaltigen Schlag haben… hm… schwere Gehirnerschütterung eben. Irgendwie war ich nicht ich selbst… geh jetzt schlafen, morgen sieht die Welt ganz anders aus!

Als ich meine Zimmertür aufmache, ist meine Wohnung im tadellosen Zustand, so als wäre nichts Geschehen und ein Zettel liegt auf dem Kopfkissen….

16.11.2008

Bin heute morgen aufgewacht und ins Bad getappt, habe erst am Spiegel gesehen, dass dieser Zettel an meiner Wange klebt. Man kann kaum mehr was lesen, weil ich ihn wohl vollgesabbert habe. Hab den Zettel weggeworfen. Wird schon nichts Wichtiges draufgestanden sein….

Hab einen Termin beim Herrn Doktor Vladimir Putinowsky. Er untersucht mich nochmal. Dass ich eine schwere Gehirnerschütterung habe, hatte ich schon gewusst, dass man auf dem CT nicht weiter was Schlimmeres sieht, hatte ich auch schon gewusst. Ich bin ja nicht auf der Brennsuppn daher gschwommen. (Des sagt meine Süße immer! Grins!) Dann wollte er wissen, wo ich die ganzen blauen Flecken her habe. Dann hat er den Werksschutz geholt. Ich sollte mal lernen besser zu lügen. Er hat irgendwie einen Blick dafür, blaue Flecken zu lesen, er ist ja auch halber Russe, der kennt sich mit Vergewaltigungen aus. Ich erstattete keine Anzeige, ich hatte keine Lust, dass noch mehr Trara um die Sache gemacht wird. Der Werksschutz meinte nur, dass es noch Konsequenzen hätte und das Werk eigene Ermittlungen anstellen wird. Ich meinte nur: ‚Recht so!‘

Der Klempner und der Schweißer wären in diesem Zusammenhang schon öfter aufgefallen, aber da handelt es sich eigentlich immer um männliche Opfer. Und dieser unbekannte Fremde wäre eh schon auf der Fahndungsliste, nachdem er beim Flüchten Betriebseigentum beschädigt hätte. Außerdem wäre mein Körperschaden auch auf den Unbekannten Fremden zurückzuführen. In der Zeit meiner 14 Tage Arbeitsunfähigkeit müsste schließlich Ersatz eingestellt werden. Blabla.

Der Doktor verschreibt mir noch dazu strickte Bettruhe.

Ich komme zurück ins Zimmer und da hatte jemand ein angebissenes Käseschinkentoast unter meiner Tür durch geschoben.

Mache mir weiter keine Gedanken darüber und falle halbtot ins Bett….

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 2

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 2

14.11.2008 Nachtrag

bernadetteEs langt ja nicht, dass ich den ganzen Tag schon diesen blöden Ohrwurm habe, von diesem blöden Lied von den Kassierer. Meine Werkskollegen singen schon die ganze Zeit dieses blöde Lied. Ich wusste gar nicht, dass es eine norwegische Version von dem Titel gibt.

Die werden doch nichts mitgekriegt haben, vielleicht sollte sie mal fragen warum mir mein Arsch so weh tut…Ding, Dong… oh der Klempner… ich muss zu Tür…

Der Klempner ist da und ich zeig ihm das kaputte Heizungsrohr und die Beulen an der Heizung. Er murmelt etwas auf norwegisch. Ich verstehe kein Wort, mein norwegisch ist nicht so gut, wie es eigentlich sein sollte. Er holt einen Hammer macht sich ans Werk. Seine Latzhose gefällt mir, aber ich finde bei den Temperaturen hätte er wenigstens ein Shirt anziehen können. Er hämmert also die Beulen aus der Heizung und bei jedem Schlag fange ich völlig unterbewusst, den Text von dem Lied von den Kassierer im Hammertakt lautstark mitzusingen. Böser Fehler, der Typ legt den Hammer weg und lässt seine Latzhosen fallen. Mein Lied verstummt, als ich den Hammer zwischen seinen Beinen sehe. Wie können Männer nur so schnell so viel Blut dahin pumpen. Ich stehe wie ein Reh bebannt vom Scheinwerferlicht da und der Mund steht mir offen….mit einem Schritt war er bei mir und steckte mir seine Zunge in den Hals. Ich bin total paralysiert. Sein Glied ist wirklich zu groß, aber er lässt sich von zu eng nicht irritieren. Des macht ihn irgendwie noch geiler. Er säuselt mir im gebrochenen Deutsch ins Ohr, dass er tierisch auf behaarte Frauen steht und dass er mich schön öfter im Schwimmbad beobachtet hätte. Als er mit mir fertig war, meinte er noch, dass des Heizungsrohr geschweißt werden müsste, er schickt da jemanden vorbei.

Ich weiß jetzt warum mein Arsch so weh tut. Habe zum Kotzen keine Kraft mehr…..

Bernadette

15.11.2008

Es klingelt, ich wach auf und hau mir den Kopf am Klodeckel an. Hab wohl die Nacht am Klo verbracht. Ich schwanke zur Tür, da steht der Schweißer mit seinem Schweißgerät. Die Gasflasche war nicht so groß, wie die Beule in seiner überaus nicht unschönen Latzhose. Ich glaub mir wirds schon wieder schlecht.

‚Dann wollen wir doch erst mal das Rohr schweißen!‘ meinte er.

‚Kommens doch rein!‘ sag ich.

‚Warum klebt hier überall Sperma!‘ fragt er und bröselt mir etwas getrocknetes Sperma aus meinem Haupthaar und stellt im gleichen Atemzug sein Schweißgerät an. Ich habe noch nie einen Handwerker so schnell schweißen sehen, wie den Schweißer. Er dreht sich um und hat immer noch die Schweißerbrille an. Mir ist schwindelig, ich habe glaub ich ins Licht gesehen. Bevor ich bewusstlos zu Boden knalle, fängt er mich auf, schleift mich ins Bad und stellt mich kurzerhand unter die Dusche. Was ich auch echt nötig gehabt hatte. Ehe ich mich versah, hatte er einen Rasierer gezückt (wo er den wohl her hatte) und rasiert mich, bis aufs Haupthaar völlig kahl. Dann lässt er mit einem breiten Grinsen im Gesicht, seine Latzhose zu Boden gleiten und sein Penis schnellte in Bereitschaftsposition.

Er kam zu mir unter die Dusche und meinte: ‚Nur wer rasiert ist, wird auch geleckt!‘

Bei allen Heilligen, er war rasiert, ich wusste gar nicht, dass an den Eiern lecken so viel Freude bereitet. Er hatte so einen großen Schwanz, dass ich ihn kaum in den Mund bekam. Was mache ich da eigentlich, ich muss mir bei den Stößen gegen Heizung, doch etwas Ernsteres am Kopf zugezogen haben. Er fickte mich von der Dusche bis ins Bett und wieder zurück. Weitere Details erspare ich euch jetzt, als er fertig war, klingelte mein Telefon, der Sören aus dem Labor, wo ich denn bleibe… oh scheiße ich muss zum Dienst. Ich zog mich an und lief los.

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 1

Aus den Aufzeichnungen von Bernadette G. Teil 1

12.11.2008

Kein Schwein ruft mich an…keine Sau interessiert sich für mich.

Hier in Norbernadettewegen haben wir schon minus Grade und es herrscht ein Dreckswind, der einen den Schneeregen direkt ins Ohr bläst. Früher hab ich den Schnee immer gemocht, mittlerweile kann ich ihn nicht mehr ausstehen. Bei so schlechten Wetter ist hier alles Mist, der Landurlaub am Wochenende ist gestrichen, jetzt muss ich bis zum Heimaturlaub ende des Monats warten.

Bis dahin bin ich alte Lesbe mit 537 Männern hier auf dieser ‚Milchinsel‘ eingesperrt. Könnt kotzen. Die Wehwehchen der Herren häufen sich, um so schlechter das Wetter wird. Männer sind echte Memmen.

Ein Vorteil ist, seit dem ich dem Letzten (der versucht hat mich anzumachen) mit einem Einlauf gedroht habe, macht mich fast keiner mehr an.

Freue mich inständig auf Heimaturlaub.

Grüße aus Melkoya von der bald verschneiten Gasanlagen auf der schönen Milchinsel

Bernadette G.

P.S. Mein Schatz ich warte seit Tagen auf nen Anruf von dir….

13.11.2008

Es tut mir leid, ich war betrunken und ich hab dabei nicht mal an dich gedacht. Es gibt nichts zu entschuldigen. Er stand plötzlich am Hafen vom Werk, mit ein paar Flaschen Wodka im Gepäck. Er schien bedrückt zu sein und er summte immer und immer wieder dieses bescheuerte Lied von den Kassierer. Da geht es um die Probleme von Männern, die ne 15 jährige Freundin haben. Wir gingen in den Aufenthaltsraum und begossen unsere Stimmungen. Einige Kollegen betranken sich mit uns, sie waren mehr auf Party eingestellt als wir. Und wenn die Männer im Werk mal feiern, dann wird aber auch gefeiert. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mit einem von den Schweißern ein Wettsaufen begann. Ich habe keine Ahnung, wer gewonnen hat. Irgendwann muss er mich in mein Wohnklo gebracht haben. Mindestens einer von uns muss gekotzt haben. Dann fiel er über mich her. Ich war so betrunken, dass ich mich kaum wehren konnte. Ich muss ihm zumindest die Nase gebrochen, sein Unterhemd war mit Blut überströmt. Er riss mir die Latzhose vom Leib und zerriss mein Unterhemd und fesselte mich an die Heizung. Währendessen er in mich eindrang, donnerte mein Kopf gegen die Heizung. Er schrei immerzu: ‚Mein Glied ist zu Groß, sie ist zu eng für mich!‘ Immer und Immer wieder. Irgendwann muss ich bewusstlos geworden sein, da mein Kopf bei jeden weiteren Stoß gegen die Heizung stieß.

Vorhin wurde ich wach, er hatte mir eine Hand losgebunden, damit ich mich befreien konnte. Dann hat er sich wohl verpisst. Ich fand dann einen Zettel: ‚Ich musste, mir stands bis zum Hals, die konsekgekritzel trage ich allein, ich muss zurück zu ihr, sorry Robaat.‘ Ja, der Robaat, der blöde Freund meiner lieben Schwester Schackeline (17 1/2)! Ich scham mich so!

Ich war noch nie in meinem Leben so sprachlos, dass mir jetzt die Worte fehlen. Aber dass ich sturz betrunken war, entschuldigt nichts, und dass ich gefesselt war auch nicht. Ich habe so einen widerlichen Geschmack im Mund, ich kann doch gar nicht inspiriert gewesen sein… ich geh jetzt erst mal kotzen.

Bernadette

14.11.2008

Dem Kopf gehts wieder gut, ich hab mich selbst verarztet. Aber irgendwie tut mir mein Arsch weh. Ich hab immer noch so einen komischen Geschmack im Mund, dabei hab ich mir schon 5mal heute die Zähne geputzt und mit Domestos gegurgelt, des hilft alles nix.

Heute Nachmittag kommt der Werksklempner. Die Heizung scheint kaputt zu sein…

Bernadette

Wo ist der Stau geblieben?

Wo ist der Stau geblieben? Oder der Angriff der omniintelligenten Killerpollen….(03.02.2009)

Nachdem gestern alle Menschen, denen ich begegnet bin, wie aufgeschreckte Hühner, den morgigen Tag schon schlechter geredet haben, als er der Wahrscheinlichkeit nach werden würde, hab ich mich dann bis in die Abendstunden völlig von dieser ‚Morgen bricht die Welt zusammen‘-Hysterie anstecken lassen. Ich war dann quasi auch ein aufgeschrecktes Huhn und hab dann natürlich auch alle mit der ‚Morgen bricht die Welt zusammen‘-Hysterie angesteckt. Diese Hysterie ging wie eine ansteckende Lauffeuerkrankheit durch die ganze Stadt und jeder war irgendwie infiziert. Da waren sie wieder die omniintelligenten Killerpollen. Ich hab mir ernsthaft Gedanken gemacht, die Nacht in meinem vor der Arbeit parkenden Auto zu verbringen.
Ich bin dann aber doch nach hause gefahren, mit dem festen Entschluss, heute alles ganz ruhig angehen zu lassen. Ich habe mir keinen Wecker gestellt. Um 09.00 Uhr bin ich völlig entspannt erwacht, hab mich nochmal umgedreht. Irgendwann bin ich ins Bad und hab den Radio angemacht und die Verkehrsmeldung besagte:
‚München ! Stau ? Überall alles dicht!‘
Dann legte ich mich erstmal mit Fichtennadelbadezusatz zur völligen Entspannung in die Wanne. Ich habe in aller Seelenruhe meinen Kopf rasiert und meine Haare gewaschen und mir echt Zeit gelassen. Hab mich ganz langsam angezogen und für die Arbeit fertig gemacht.
Um 10.50 Uhr verließ ich das Haus und um 10.55 verließ ich mein Wohngebiet. Alle Straßen waren völlig ausgestorben. Kein Mensch war zu sehen. Vereinzelt kamen mir völlig entspannte Autofahrer in ihren Autos entgegen. Völlig entspannte Fußgänger mit ihren völlig entspannten Dackeln gingen spazieren. Es war so, als wäre nichts passiert. Als würde niemand streiken. Es war so als wäre Neujahr, nur ohne Schmutz auf den Straßen. Im Radio läuft wieder die Meldung:
‚München ! Stau ? Überall alles dicht!‘ Ich zweifle an meinem Verstand und suche noch verzweifelter nach dem Haken. Selbst als in die große Stadt hinein fuhr, konnte ich kein bisschen Chaos erkennen. Es war sogar viel zu ruhig auf den Straßen. Es war fast so, wie beim Endspiel der Weltmeisterschaft, da war ich auch mit dem Auto unterwegs und außer mir niemand. Mein Hirn spielt mir bestimmt einen Streich und ich bin im Stau des Jahrhunderts eingeschlafen und habe bestimmt wieder einen dieser Endzeitalpträume. Bestimmt klopft gleich ein Alien in Polizeiuniform aus senffarbenen Latex an meinem Autofenster und bietet mir mein lang verschwundenes angebissenes Käseschinkentoast an. Ich haue mir zu Sicherheit erst auf die Hand und dann auf die rechte Backe. Dann halte ich auch noch die Linke hin. Scheiße ich werde mein angebissenes Käseschinkentoast wohl nie wieder sehen und es ist immer noch kein Verkehrschaos in Sicht. Ich glaube der Stau streikt auch. Die Bushaltestellen sind leer. Und da fährt sogar ein Bus. Hm. Die Verdi wird doch nicht nachgegeben haben. Ein Wunder ist geschehen. Nein das kann nicht sein, nicht die Verdi. Die omniintelligenten Killerpollen sind bestimmt schon in mein Gehirn eingedrungen und malen mir Trugbilder auf die Augen. Ich fahr auf den Zubringer auf den Mittleren Ring durchs Olympia Zentrum und es ist einfach kein Auto da. Unglaublich. Auf dem Ring ist normaler Verkehr. Auf der Donnersberger Brücke ist so gut wie nichts los. Die einzige kleine Verkehrsbehinderung ist ein Schulbus vor mir, als ich in das Wohnviertel im Westend einfuhr. Um 11.10 Uhr war ich an der Stempel Uhr.
Soviel zum Thema
‚Morgen bricht die Welt zusammen‘-Hysterie. Am Besten ist es doch wirklich sich einfach von allen am Arsch lecken zu lassen und sich einfach mal nicht stressen zu lassen. Einfach alles so machen wie immer und sich mal Zeit für sich nehmen. Dem Volksmund mit der eigenen Hysterie eine aufs Maul hauen. Dann hat ‚Murphys Law‘ keine Chance einen fertig zu machen.
Nachtrag: Ich bin heute nach der Arbeit noch in der Stadt unterwegs gewesen. Vom Westend in den Norden und dann nach hause und ich bin erschreckender Weise heute den ganzen Tag nicht einmal im Stau gestanden. Unglaublich.

Ihre Bestellung bitte…

Ihre Bestellung bitte… (Dez. 2008)

Es war der absolut beschissenste Arbeitstag seit langem. Die ganze Welt ist gerade heute auf die Idee gekommen, dass es eine Sozialversicherungspflicht geben könnte. Die haben heute alle auch nur bei mir angerufen, um sich von mir aufs ausführlichste Beraten zu lassen. Die 100 Fälle, die ich heute auch noch bearbeiten hätte müssen, schreien wie hungrige kleine Vogelkinder in meinem Postkorb. Dann geht auch noch der Drucker kaputt und ich muss eigentlich noch ein Mitarbeiterschulung halten. So ist es jetzt fast jeden Tag. (So ist es seit dem eigentlich jeden Tag!) Nicht, dass ich mich daran gewöhnen könnte, gewöhnen kann sich keiner an so einen Stress. Nach halb sieben steht der Hausmeister da, mit dem Zeigefinger auf der Uhr pochend und setzt mich vor die Tür. Aus der Tiefgarage raus und weiter quer durch die Stadt zum nächsten Termin. Auf dem Mittleren Ring fällt mir auf, dass ich heute noch nichts gegessen habe. Ich fahre zum McDonalds in den Drive Inn.

‚Willkommen bei McDonalds, Ihre Bestellung Bitte!‘

‚Ein Hamburger Royal TS Maxi Menü mit Sprite ohne Eis und Curly Fries, ne Mayo und ein Chicken Wrap!‘

‚Chicken Wrap mit Senfsoße!‘ (Das behaupten die jedes mal, egal an welchen McDonalds ich einen Chicken Wrap bestelle!)

‚Nein, weiße Soße, weiße Soße verdammt!‘ (Verdammt nochmal! Auf die Scheiß Senfsoße muss ich kotzen!)

‚Wirklich keine Senfsoße?‘

‚NEIEN!‘

‚Fahren Sie zum nächsten Fenster vor!‘

Da steht ein Typ und sagt mir einen Betrag, ich habe diesen schon abgezählt und reiche Geld rüber.

‚Musst du allein essen, heute?‘

‚Des geht Sie nichts an!‘

‚Oh, du musst allein essen heute!‘

‚Kann ich mein Wechselgeld haben?‘

Beim Überreichen des Wechselgeldes streichelt er mir über die Hand. Ich gebe Gas und fahre zum nächsten Fenster. Da steht der Kerl wieder da. (Der hat sich aber ganz schön beeilt!)

‚Musst du allein essen heute?‘

‚Kann ich verdammt nochmal mein Essen haben!‘

‚Woher kommst du?‘

‚Von der Arbeit und gehen Sie mir jetzt endlich mein Essen, sonst…!‘

Da wird er auch schon von einer Kollegin zur Seite geschubst und ich kriege endlich mein Essen! Sein Glück!

Hab fest vor, an dem selben McDonalds wieder hinzufahren und wenn ich da nochmal sexuell Belästigt werde, dann zieh ich den Typen aus seinem Glaskasten und wisch mit ihm den Boden, bis zu seinem Geschäftsführer, bei dem ich mich dann auch noch beschwere. Komme nie zwischen mich und mein Essen, verdammt!

(Damals gab es noch die guten alten Chickenwraps, heul!)

Die Woche bevor ich die Liebe entführt habe

Fliegen, Stillstand und Absturz eines Ballons namens Liebe – Die Woche bevor ich die Liebe entführt habe. (Herbst 2008)

Diese Woche fuhr ich in die Arbeit, mal wieder viel zu spät, es war ein bemerkenswert schöner Tag. Warum man an so einem Tag überhaupt in die Arbeit fährt, keine Ahnung. Eigentlich sollte ich blau machen, aber dazu bin ich ein zu treu liebender und ehrlicher Staatsdiener.

Es war wahrscheinlich der letzte schöne Tag dieses Jahr. Komisch für des das ich vor einem Monat den frühzeitigen Winter vorhergesagt habe, habe ich noch kein einziges Mal in diesem Herbst meine Scheiben kratzen müssen. Ich sollte es nicht verschreien.

Ich fuhr also auf dem Mittleren Ring, Landshuter Allee links und rechts sind kahle Bäume, also ziemlich öd, obwohl so ein schöner Tag war. Da sah ich im Heranfahren, wie in einem der Bäume, etwas Rotes hing. Nachdem wir einfach darauf programmiert sind auf rot zu reagieren, (Dies gilt übrigens nicht für Männer und rothaarige Frauen.) schaute ich also genauer hin. Es war ein roter Luftballon in Form eines Herzen. Und da soll man nicht am frühen Morgen schon sentimental werden. Wenn der Luftballon die Liebe ist, dann hängt sie gerade auf einer unerreichbaren Ebene fest. Und nach dem kein Mensch auf der Welt fliegen kann, sieht es echt ganz schön scheiße aus für die Liebe. Oder soll die Liebe nur für Vögel(n) sein?

Ob es nicht eher ein Mahnmal sein soll? Die Liebe ist noch da, sie schwebt nur über uns allen und wir müssen nur hoch genug springen oder klettern, um an sie ran zu kommen. Ein Mahnmal, dass es die Liebe wirklich gibt und dass wir uns nur um sie bemühen müssen. Und irgendwann fällt sie auch in unseren Schoß. Ich weiß aber nicht wie sehr ich mich noch um sie bemühen muss. Der Schein trügt immer nur bei mir. Ich weiß man soll die Hoffnung nicht aufgeben, aber langsam ist es soweit. Die Hoffnung ist nur solange gut, solange man sie hat.

Irgendwann war ich dann in der Arbeit und irgendwann hab ich den Ballon dann völlig vergessen. Als ich am Abend als ich wieder über die Landshuter Allee heimfuhr, war der Ballon aus meinem Gehirn gelöscht. Aber da stand ein Mann ganz versteinert an seinem Auto gelehnt. Die Woche zuvor stand an der selben Stelle ein Mann mit einem umgestürzten Fahrrad ganz versteinert da. Komisch, entweder warten die Herren da auch auf die Liebe. Oder die Zombies sind los.

Eine schöne Idee für einen Zombiefilm: Zombies am Mittleren Ring. Es wird leider ein sehr kurzer Zombiefilm, die Zombies kommen nie auf der anderen Seite an, dabei wollen sie doch nur zu dem Herzluftballon.

Das Thema Liebe ist doch allgegenwärtig und ist meist mit Leiden verbunden. So reimt sich auf Herz auch Schmerz. Und dies ich auch ein Reim, auf den ein Dichter niemals zurückgreifen sollte und wenn dieser Reim jemals auf einer Bühne ausgesprochen würde, würde der Künstler sofort tot umfallen. So sagt man. (Hab ich diesen Freitag erfahren, bei der Premiere von ‚Wo denken Sie hin?‘ ein Literarisches Kabarett von …viel Spaß beim Googeln.)

Jeder, der nicht mitgekommen ist, darf sich jetzt zu Tode ärgern und dass mit schönen Grüßen vom Künstler selbst. Es war echt der Hammer, Olga und ich haben uns quasi fast tot gelacht. Das Programm handelt von der Suche nach menschlicher Vernunft zwischen Koitus und Exitus. Dieser Leitfaden führte wie ein Roter Faden durchs Programm, den der Künstler am Beginn der Vorstellung quer über die Bühne spannte. Die jeweiligen Stichpunkte wurden mit einer Wäscheklammer an die Leine geheftet, damit wir das Ziel nicht aus dem Auge verlieren, nach dem Koitus kommt langsam aber sicher der Exitus. Die Pubertät wurde uns kurzerhand vom Künstler unterschlagen und Die Liebe riss er bei seinem Exitus von der Leine und dann ist er bei der verspäteten Pubertät in der Zugabe auch noch auf ihr herum getrampelt. Ich hab Die Liebe dann geborgen und in meine Handtasche gerettet und jetzt hängt sie am ‚Kilttragenden Boten‘ über meinem Sofa. Hab auch die Hälfte vom Programm geklaut und hoffe inständig, dass ich nicht wegen Programmdiebstahl und Entführung Der Liebe angezeigt werde. Aber ich denke als Groupie aus der ersten Reihe ist dieses Vergehen schon erlaubt.

Nur für den Fall, dass jemand an der Herausgabe Der Liebe interessiert ist, hier meine Forderungen. Ich möchte natürlich einen Koffer aus Fledermaushodenleder gefüllt mit 3 Millionen Euro in kleinen nicht nummerierten Scheinen, einen vollaufgetankten BMW M3 als Fluchtwagen und der Überbringer (möglichst ungebunden, abenteuerlustig und mit Frisur egal und Sinn für Bemaltes!) soll am 6. 12 um 19.30 Uhr in einem rosa Osterhasenkostüm mit Fluchtwagen und Geldkoffer vor dem Vereinsheim stehen.

(Übergabedatum noch aktuell!)

 

Habe den alten Text ausgegraben, weil mich jemand gefragt hat, warum ich Liebe über dem Sofa hängen habe….



Elf Fantasy Fair 2009

Elf Fantasy Fair – Festivalbericht – Von feuchten Träumen und nassen Katzen…

In der ersten Nacht auf meiner neuen Matratze irgendwo in der Niederlande hatte ich einen Traum, einen Seltsamen, diesmal ohne Geruch, aber ziemlich feucht… ähm… nass. Ich berichte lieber mal von Anfang an…

Ich liege zwei Tage bevor die Elf Fantasy Fair so richtig beginnt in einem Zelt mit 3 weiteren Leuten, eingequetscht von zwei Feldbetten und friere mir den Ast. Wir haben zwar eine Zeltheizung, die ein unangenehmes Geräusch macht und höllisch nach Petroleum stinkt. Mein Dieter Bohlen meldet sich wieder. Shit. Weder Dieter noch das unangenehme Geräusche erklären zwar irgendwie den folgenden Traum, aber nachdem ich nachwievor nicht so richtig weiß, was mein Unterbewusstsein mir mit meinen Träumen sagen will, sei es jetzt mal dahingestellt wer oder was jetzt an diesem Traum schuld ist. Hm. Das unangenehme Geräusch macht wenigstens gefühlt warm, aber meine Zähne klappern trotzdem. Irgendwie habe ich voll die Panik wir könnten alle ersticken, im Zelt steht der Rauch und das Atmen fällt mir schwer. Also verkrieche ich mich vollständig unter meiner Decke und hoffe, dass ich unten am Zeltboden durch die Zeltwand atmend als Letztes ersticken werde. Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen. Und dann träume ich…Der Traum fängt damit an, dass ich anscheinend mit wildfremden Menschen meinen Geburtstag feiere. Gut kann ja sein, unwahrscheinlich, aber möglich. Einer ist da, den ich kenne. Komisch, er taucht normalerweise erst mit seinem Geruch in meinem Träumen auf, bevor er dann selbst in Erscheinung tritt. Diesmal war alles irgendwie anders. Er war dafür gleich nackt und posierte auf einem Bett für Fotos, die ich machen wollte. Ich hatte aber keine Kamera in der Hand. Hm. Es ging darum, dass er besonders bedrohlich, aber sexy wirken sollte, um sich dann aufzurichten, als würde er mit gedachten Dämonenflügeln kraftvoll losfliegen wollen. Ich sollte wirklich weniger Germanys next Topmodel schauen. Das schöne an Träumen ist, das man kein Fotoshop braucht, um diese Dämonenflügeln hinzubasteln. Im Traum hatte er hammergeile Dämonenflügel an, die im sich gegen den Wind aufbäumten. Es war aber völlig windstill in diesem Zimmer. Er sah echt klasse aus. Und diesmal hatte ich ausnahmsweise mal keine Angst mehr vor ihm. Als wir mit den Fotos fertig waren, die wir gar nicht gemacht hatten, da ich ja keine Fotokamera hatte, saß er dann wie ein Lämmchen auf dem Boden, die Knie mit den Armen umschlossen. Himmel, wer würde da nicht schwach werden. Ich hab ihn einfach völlig umständlich auf den Mund geküsst und habe mich dann aber gleich dafür entschuldigt. Er sagte irgendwas, dass ich nicht verstanden habe. Dann redete er weiter und ich verstand einfach nur Dusche. War mir aber nicht sicher was er meinte. Irgendwie gab er mir zu verstehen, dass wir dort ungestörter wären. Wir gingen aus dem Raum, durch die Partygesellschaft, jetzt fällt mir erst auf, dass ich auch nichts anhatte. Oh Gott wie peinlich. Aber nachdem ich die komplette Partygesellschaft gar nicht kannte, war es nicht so schlimm. Vielleicht waren die ja auch alle nackt. Wir werden es wohl nie erfahren. Ich kam zuerst in der Dusche an. Da waren zwei Duschmöglichkeiten. Eine furchtbar enge und kleine Duschkabine, an der ich aber gezielt vorbei ging. Komisch. Und eine Duschanlage in der Größe meines Wohnzimmers. Automatisch strahlte das Wasser aus den Wänden, als ich den Duschbereich betrat. Er war hinter mir und blieb an der kleinen Duschkabine stehen, folgte mir aber doch. Warum ich dann in einer offenen Dusche Geschlechtsverkehr mit einem Mann hatte, vor dem ich eigentlich immer Angst hatte, keine Ahnung. Wieso er aber gerade immer wieder in meinen Träumen auftaucht, ist mir völlig schleierhaft. Und dabei habe ich tierisch Angst davor in einer offenen Dusche Geschlechtsverkehr zu haben, weil ich Angst davor habe beim Sex hinzufallen. Allein die Vorstellung in der Dusche beim wilden Geschlechtsverkehr auszurutschen, sich dann den Kopf auf dem Boden aufzuschlagen, um dann bewusstlos liegen zubleiben, ist für mich der blanke Horror. Der Geschlechtspartner liegt bewusstlos auf dir, bis der Notarzt kommt. Und der wiederum lacht sich dann erstmal halbtot, kriegt einen Herzinfakt und legt sich dann wohl für immer und ewig tot daneben. Und dann kommt die Feuerwehr und die Polizei. Dann weiß wirklich jeder und die ganze Welt bescheid, dass du zum blöd zum Ficken bist. Nö. Nicht mit mir. Und es entspricht bestimmt auch nicht den Unfallverhütungsvorschriften. Aber im Traum bin ich zum Glück nicht umgefallen. Ich glaube der Sex war ziemlich gut. Ich habe mich im Traum nicht darüber beschwert. Aber nach dem Geisteszustand zu Urteilen, in dem ich aufgewacht bin, muss es verdammt gut gewesen sein. Meine Leute im Zelt behaupten, dass sie komische Schreie gehört haben. Ich will jetzt mal nicht leugnen, es könnte gut sein, dass ich im Traum wirklich ernsthaft etwas laut geworden bin. Ich hatte guten Sex, aber nur im Traum. Das wäre wirklich zu schön um war zu sein. Hm. Irgendwann fiel mir ein, dass wir kein Kondom benützt hatten. Das entspricht nun wirklich nicht den Unfallverhütungsvorschriften! Auch egal. In Träumen kann man doch nicht schwanger werden, oder? Ich habe aber fast ein schlechtes Gewissen. Und wenn es ein Junge wird, dann soll er Jesus heißen. Das Schlimme ist nur, ich weiß immer noch nicht wie groß sein Schwanz ist. Jetzt lacht nicht, ich weiß es wirklich nicht. Selbst nach dem dritten Traum nicht. Ich habe wieder nicht registriert, wie groß sein Penis ist. Mist. Aber eigentlich ist die Größe egal. Solange es Spaß gemacht hat, ist es ernsthaft egal. Hauptsache er hatte einen Schwanz. Auf die Größe kommt es ja wirklich nicht an, krumm und bucklig muss er sein, damit er überall anstößt. Des hat meine Oma immer gesagt, und die hat immerhin zwei Weltkriege überlebt. Ich wache also auf und habe gedacht ich träumte nicht richtig. Ich sitze irgendwo in Holland in Schlosspark vom Kastell de Haar und träume übers Ficken in der Dusche und ich weiß nicht mal, wo hier die Duschen sind.

Dann hab ich auch noch Osama Bin Laden und Barak Obama verwechselt. Welch Fauxpas. Das halten mir meine Leute heute schon den ganzen Tag vor. Gut, sie halten mir auch schon seit Tagen vor, dass ich keine Eier kochen kann, dabei mag ich doch gar keine Eier. Ich habe Angst, dass ich heute Nacht von Osama Bin Laden träume und von Rucksäcken, Eiern und brennenden Büschen.

Wir waren heute einkaufen, irgendwo in Holland, am Arsch der Heide hatte wir, der Standpraktikant und ich, den Auftrag: Was zum Essen, Klebeetiketten, Zeltheringe, Teelichter und Plastikfolien zu kaufen. Den Einkaufsmarkt hatten wir gefunden, die haben uns dann zum Campingausrüster geschickt, der sich dann als Bootsausrüster entpuppt hatte. Die wiederrum hatten uns in die nächste Stadt geschickt. Dann haben wir uns entschlossen einfach Richtung Utrecht zu fahren, irgendwo müsste es ja einen Baumarkt geben. Tatsächlich. Praxis, komischer Name für einen Baumarkt, aber wir sind hier ja auch in der Niederlande. Die hatten alles zum Heimwerkern, nur keine Heringe für unser Zelt. Wir sollte zurück fahren zum: Dumb. Ein Militärgeschäft. Hurra. Der Laden war Prima. Ich fühlte mich pudelwohl, die hatten da Bausätze von richtig großen Knarren. Wir deckten uns mit Militärdecken ein und mit Heringen. Und der Verkäufer war der absolute Wahnsinn. Groß, Holzfällertyp, übersichtliche Frisur. Himmel habe ich mich verliebt. Ich muss nach Holland ziehen, nicht wegen dem Kiffen, nein wegen den Holzfällertypen. Und ich schicke inständig ein Gebet ans Universum, dass die ganzen geilen Kerle hier nicht alle schwul sind. Sonst muss ich mich leider kopfüber in die Zeltheizung stürzen.

Ich bekrümel mich schon die ganze Zeit über niederlandische Städtenamen und ich denke, es werden noch einige dieser Ortschaften als Namen von Charakteren in der einen oder anderen meiner Geschichten wieder auftauchen. Utrecht und Undrocht, die zwei Bösewichter und Zwolle Zwerg zum Beispiel oder Kockenger. Des heißt bestimmt Vorhautverengung auf niederländisch. Hihi.

Wieder auf dem Platz in Gedanken immer noch bei meinem Militärdevotionalienhändler erfahre ich, dass die Dusche nur mit gechlortem Wasser laufen, das wäre übrigens in ganz Holland so. Mist. Scheiß Chlorallergie. Dann ist es doch nichts mit dem Auswandern. Ich muss mir einen Holländer einfliegen lassen. Oder Zwei oder Drei. Einen fliegenden Holländer, sozusagen. Hihi.

Das Abendessen mit den mitgebrachten Köstlichkeiten war der Wahnsinn und wir versuchen die Produktenamen zu übersetzen. Auf der Packung der Fertigsuppe steht. Roeren. Klar. Niet vergeten te blazen! Alles klar, blasen. Und viel lustiger ist eigentlich, dass das Blasen hier eigentlich piepen heißt. Jetzt bin ich wirklich ziemlich inspiriert.

Am Abend erkunden wir das Gelände. Der Schlosspark ist riesig. Wir suchen, dass Liebeslabyrinth, finden es aber nicht. Dafür hab ich mich an diesem Tag, ganz ohne Dusche nochmal verliebt. In eine Rüstung. Und dann in einen Typen. Später habe ich erfahren, dass beide von Mytholon sind. Muss meine Liebe nochmal überdenken. Ich habe durchaus eine große Abneigung gegen Mytholon. Dann muss ich wohl am nächsten Tag nochmal zu diesem Militärladen fahren und der geilen Drecksau einen Antrag machen. Ich bin wirklich gespannt, von was ich jetzt gleich träumen werde. Gute Nacht.

Am nächsten Tag wache ich auf und ich habe wieder erwartend nichts geträumt. Schade. Der Freitag auf der Elf Fantasy Fair ist äußerst langweilig. Wir mussten unseren mittelalterlichen Stand mit Folie auslegen, damit wir und die Gäste keinen Flurschaden anrichten. Reine Schikane, denken wir, aber ich habe dann doch den ganzen Tag damit verbracht, auf allen Vieren auf dem Boden herumzurutschen, um diese völlig unauthentische Folie zu verlegen. Meine Motivation eine völlig authentische Klamotte anzuziehen ist bereits auf unter null gefallen. Himmel sieht der Stand kacke aus. Von den 2000 VIP-Gästen ist irgendwie auch keiner da und man könnte mal wieder einen Stein durch den Markt werfen und man würde keinen einzigen Kunden damit treffen. Man könnte jede Menge bunte Plastikfolie treffen, aber keine Kunden. Die Lady Captain schreit im Zelt aus der IKEA-Tasche, aber ich habe dann doch meine Marketenderin an. Hm. Es wird merklich noch langweiliger. Ich habe meine Pilgerstrümpfe gestopft und alles repariert, was mir in die Finger kam. Mit der Standnachbarschaft, kamen wir auf die Idee, dass alle Hunde auch Folie an den Pfoten haben müssen, damit die auch keinen Flurschaden machen. Eigentlich sollten wir alle Folie um unsere Füße machen, dann können wir uns auch unser völlig authentisches Schuhwerk sparen. Irgendwie kommen wir uns alle ziemlich verarscht vor, weil nur die blöden Deutschen hier Folie verlegt haben. Einheimische machen wohl keinen Flurschaden. Irgendwie ist gerade in der Niederlande diese Aussage völlig Banane. Gras steht hier ja schließlich auf der Speisekarte. Hm. Der leicht süßliche Geruch den wir den ganzen Tag in der Nase haben, macht auch die Nicht-Kiffer ganz schön breit. Jetzt weiß ich auch warum die Einheimischen mich den ganzen Tag schon anstarren, als wäre ich ein Pornostar. Ich habe doch diese Hanfcreme vom Bodyshop, mit der ich mich immer von oben bis unten einschmiere. Himmel nein, die wollen mich gar nicht ficken, die wollen mich rauchen. Ich muss hier weg.

Und morgen steht es dann in der Zeitung. Mittelalterdarstellerin aus Bayern wurde mit schwarzer Folie zum größten Joint der Welt verarbeitet. Hunderte Konsumenten torkeln durch die Elf Fantasy Fair und hinterlassen den größten Flurschaden aller Zeiten.

Am Abend ging es in den Zuber. Hurra. Der erste Zuber des Jahres. Den haben wir wenigstens gefunden. Das Liebeslabyrinth habe ich immer noch nicht gefunden. Mist. Ich komme vom Duschen zum Zuber und da sitzen welche drin. Super. Wir müssen warten. Toll. Da sitzt ein Jemand mit einer sehr übersichtlichen Frisur. Ein Mongolenzöpfchen auf dem Hinterkopf und sonst nichts. Wie schön. Hm. Als die Herrschaften endlich den Zuber räumen, beobachte ich den jungen Mann mit dem Mongolenschwänzchen ganz genüsslich beim Anziehen, im Traum kann ich diese Szene dann rückwärts abspielen. Ich finde die Wahl der Frisur sehr von Vorteil, welcher Mann kann schon von sich behaupten, er hätte zwei Schwänze. Ich bin ziemlich begeistert. Schade dass er jetzt geht. Ich bete inständig ans Universum, es möge ein tätowierter Ritter mit einer übersichtlichen Frisur kommen und mich ins Liebeslabyrinth entführen oder in die Dusche. Hihi.

Das habe ich irgendwie laut gesagt. Ups. Der junge Mann mit der übersichtlichen Frisur meldet sich dank dem Schirrmeister mehr oder weniger freiwillig. Er ist zwar nicht tätowiert, wir wollen es ja mit den Wünschen ans Universum mal nicht übertreiben. Irgendwie wollte er meine ganze Tätowierung sehen, als ich mein Badehäubchen absetzte, hatte er plötzlich so ein geiles Glitzern in den Augen. Er ist Physiotherapeut und ich konnte ihn nicht davon abhalten, als er mir den Rücken massieren wollte. Der junge Mann ist bestimmt wieder 20 oder schwul, oder beides und ich muss mich nachher wahrscheinlich ernsthaft mit der Zeltheizung aufhängen. Leider wollte er nicht nochmal in den Zuber hüpfen, da wir ihn ja schließlich vorhin vertrieben hatten. Himmel sind wir bescheuert. Nach dem Zubern saßen wir noch vor dem Zuber auf einer Bank und ratschten über Gott und die Welt. Der junge Mann ist übrigens auch 31 und schätzungsweise nicht schwul. Ich muss mich dann heute erstmal wohl nicht umbringen. Mal sehen. Nachdem die Gesellschaft um den Zuber sich irgendwann aufgelöst hatte, gingen wir im Schlosspark spazieren. Die halbe Nacht. Wir ratschten die ganze Zeit und haben dabei leider das Küssen vergessen, vor lauter Ratschen. Mist. Wir waren wirklich ganz brav. Wirklich ernsthaft. Nur Händchenhalten und ein bisschen Kuscheln, mehr nicht. Ich bin auch völlig von mir überrascht. Aber bei so einem Ambiente, wäre wilder hemmungsloser Sex völlig fehl am Platz gewesen. Ihr fragt euch jetzt wohl wo denn der Haken ist. Er wohnt natürlich am Arsch der Heide, obwohl Marburg ausnahmsweise nicht ganz so weit weg ist, wie ich vermutet hatte. Und die ewige Hakensucherei versuche ich sowieso aufzugeben. Er ist der zweite Mann, den ich je kennengelernt habe, der ernsthaft auf Frauen steht, die eine übersichtliche Frisur haben. Ich glaube ich träume schon wieder. Einen Haken gibt es tatsächlich, er heißt Katze. Hm. Ich habe doch eine absolute Abneigung gegen Katzen. Ich mag nun mal keine Muschis. Und außerdem bin ich auf Katzen allergisch, er übrigens auch.

Nachdem der nächste Tag der blanke Horror werden wird, da angeblich 25000 Karten im Vorverkauf verkauft worden sind, verabreden wir uns auf 23.00 Uhr wieder am Zuber. Dann gehen wir ins Bett, jeweils allein.

Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass ich in der letzten Nacht meine Holzschuhe durchgelaufen haben muss. Hm. Da sind wir anscheinend eine ganze schöne Strecke gelaufen.

Ich muss gleich nach dem Aufstehen bei dem blöden Marktumzug mit machen. Es ist aber noch genug Zeit, mich wegen meines kaputten Holzschuhes zu verarschen und warum ich die Katze nicht hinter den nächsten Busch gezogen habe. Aber nach dem ich ja schließlich im selbstgewählten Zölibat lebe, wäre eine Vergewaltigung meinerseits bestimmt völlig fehl am Platz eigentlich ein absolutes No-Go. Böse Bine, allein der Gedanke ist schon eine schlimme Sünde. Ich muss wohl gleich ein paar Tag länger Pilgern, um die sündigen Gedanken wieder aus meinem Kopf zu kriegen. Außerdem habe ich heute schließlich ein Date im Zuber. Ob ich mir das Date noch schriftlich geben lassen soll? Besser wäre das! Als wir mit dem Umzug an der Taverne vorbeikommen, steht da eine Grinsekatze. Er grinst über beide Ohren und schaut mir nach. Hihi. Hab ich schon geschrieben, dass er an der Theke der Mönchstaverne arbeitet. Ich finde es super, ich lebe ja schließlich im Zölibat. Der Umzug ist bocklangweilig. Beim Rückweg schaue ich kurz bei meiner Muschi an der Taverne vorbei. Ich habe ihm gestern eröffnet, dass er schließlich schon seit Jahren an meinem Gürtel hängt, er hatte ein wenig verdutzt geschaut, bis ich ihm erklärt habe, dass ich nicht nur die Meisterin des Wortspiels bin, sondern auch seit Jahren ein räudiges Katzenfell an meinem Gürtel trage, wenn ich mit meiner Marketenderin unterwegs bin. Ich zeige ihm mein Loch im Holzschuh. Er ist sichtlich entsetzt. Als ich mich verabschiede, ziehe ich ihn noch über die Theke und küsse ihn. Endlich. Zwar ohne Zunge. War aber trotzdem schön. Wieder am Stand stelle ich erschreckender Weise fest, dass ich meine Hurenbänder zuhause vergessen habe. Mist, eine Marketenderin ohne Hurenbänder ist ja wohl keine Marketenderin. Aber nachdem ich mich gestern schon als Antje, das Käsemädel aus Holland geoutet habe, danke Sina für die geilste Kopfbedeckung aller Zeiten. Heute habe ich eine andere Kopfbedeckung gewählt. Die Müllerin. Ist auch schön. Vielleicht schauen mich die Kiffer heute weniger an, wenn ich eine andere Kopfbedeckung trage. Es lag bestimmt nicht an der Hanfcreme, sondern an der Antje und an den Holzschuhen. Hihi. Irgendwie bin ich doch froh meine Hurenbänder doch nicht dabei zu haben. Man weiß ja nicht, ob die Niederländer das auch noch in den falschen Hals kriegen und sonst was von mir denken. In der Schwulenszene heißt es, dass gelbe Tücher in der Jeanstasche bedeuten, dass Mann auf Anpinkeln steht. Da steh ich ja wohl mal gar nicht drauf. Es liebe meine Vergesslichkeit. Sonst würde ein nächster Amoklauf die Medien erschüttern. Junge Mittelalterdarstellerin auf Bayern, läuft auf der Fantasy Fair mit einem kaputten Holzschuh Amok. Sie stand doch nicht auf Anpinkeln.

Wir beschlossen irgendwann, den ganzen Abend den Zuber zu mieten, weil der Markt geht ja nur bis 20.00 Uhr und dann haben wir nichts mehr zu tun. Wir bekamen noch Besuch aus München. Prominenz aus einer anderen Szene sozusagen, er war auf Kreativurlaub. Sind wir dass nicht alle? Ich darf mit ihm ein wenig flanieren. Beim ForgottenDreams-Stand geht er total ab. Ich befürchte in Regensburg geht ab dieser Woche wieder ein schlimmes Gerücht über mich rum. Dass ich mit dem Besitzer des Münchner SM-Clubs zusammen bin und wir uns gegenseitig Larpwaffen in sämtliche Körperöffnungen einführen. Naja, ich sehe schon, es besteht auf beiden Seiten noch viel Aufklärungsbedarf. Am Ende des Flanierens habe ich einen Dekoauftrag bekommen. Ich mache noch einen Umweg über meine Muschi. Allein natürlich. Ich möchte ihn nicht völlig verschrecken. Ich teile ihm unsere neuen Zubertermine mit. Und dass ich ab 21.00 Uhr im Zuber auf ihn warte, bis ich völlig aufgeweicht bin.

Wenn er nicht kommt, werde ich mich dann gleich ertränken. Das hab ich ihm natürlich nicht gesagt. Wieder am Stand. Langweile und eine doppelte Sprachbarriere hindert uns an unserem Umsatz. Egal. A bisserl was geht allerwei.

Plötzlich schreit Elke nach mir, es wurde ihr Schreibset geklaut. Das teuerste für 52,- Euro. Der Praktikant geht in die eine Richtung und ich in die Andere. Elke schreit uns noch blaue Kiste, blaue Kiste hinterher. Ich dränge mich durch die Menschenmenge. Nicht auffälliges, keine blaue Kiste. Ich lauf wieder zum Stand. Elke ist total fertig. Ich gehe noch mal los und suche einen von der Orga mit einer Funke. Als ich nach einer halben Ewigkeit endlich einen gefunden habe und ihn zum Stand zurück zerre, schlendert eine kleine unscheinbare Frau in einem blauen Pannesamtkleid an uns vorbei. Sie ist mir nur aufgefallen, weil sie etwas vor sich am Körper gedrückt festklammert. Eine blaue Kiste. EINE BLAUE KISTE. Ich zerre den armen Kerl von der Orga wieder in die andere Richtung und halte mit ihm zusammen die Frau auf. Wir schauen in die Kiste, das Schreibset. Sogar das Preisschild über 52,- Euro klebt noch dran. Ich beschimpfe die Frau auf Bayrisch und der arme Typ von der Orga versucht notdürftig zu übersetzen. Sie redet sich damit raus, dass sie die Kiste auf den Boden gefunden hätte. Mir egal, Hauptsache ich kriege die Kiste wieder. Beim Zurücklaufen renne ich mit der Kiste unterm Arm vor lauter Aufregung an Elkes Stand vorbei. Sie sieht nur die blaue Kiste. Elke ist wieder happy. Wir warnen die Standnachbarn vor einer unscheinbaren kleinen blonden Frau in einem blauen Pannesamtkleid. Wir haben sie nie wieder gesehen. Vielleicht habe ich sie ja ein bisschen einschüchtern können. Ich denke, die wird irgendwo auf dem Markt bestimmt noch auf ihre Kosten gekommen sein. Unscheinbares Stück.

Endlich ist der Markttag rum und wir sind unterwegs zum Zuber. Unsere Prominenz geht mit des Schirrmeisters Standhilfe auf eine Swingerparty. Und wir haben den Zuber für uns. Besser kann es ja nicht laufen, oder? So und jetzt kommt wieder das, was ich ja schon geahnt hatte. Weil es immer das Selbe ist mit den Dates. Bine und Dates, das kann ja nicht klappen. Ich hätte mir das Date doch von ihm schriftlich geben sollen. Die Katze muss arbeiten. Er kann nicht in den Zuber. Meine Stimmung ist total im Arsch. Meine Gesichtszüge spiegeln für alle sichtbar meine Stimmung wieder. Ich lehne sogar Wandelbars beste Erdbeerbowle ab. Alkohol und meine jetzige Stimmung, wäre eine verdammt schlechte Kombination. So eine Scheiße. Ich versuche mich jetzt einfach mal mit dem Zuberwasser zu vergiften. Um so mehr ich davon schlucke, um so eher werde ich sterben. Der Zuber wird endlich geräumt und ich bin im Begriff mich umzuziehen, da kommt eine Katze angelaufen. Ich weiß nicht was er gemacht hat, dass er frei bekommen hat, aber er ist da. Hurra. Ich gehe mich entkleiden und als mit einem Handtuch und der Müllerin bekleidet wieder am Zuberrand stehe. Schwimmt schon eine nasse Katze mit einer übersichtlichen Ganzkörperfrisur in meinem Zuber. Der Tag geht ja doch noch gut zu Ende, oder? Wenig später sitze ich im Zuber mit einer nassen Katze im Arm und eine Erdbeerbowle in der anderen Hand. Hihi. Das Erste was er macht, ist mir die Müllerin vom Kopf zu reißen, damit er freie Sicht auf meine Glatze hat. Hihi. Mein Chef und Elke kamen auch in den Zuber und irgendwie waren wir die Volksattraktion für die Wir-müssen-leider-draussen-Bleiber. Mir war alles egal. Und die Bine bekommt endlich ihren Zungenkuss. Hihi. Die Katze kann auch noch küssen wie ein Weltmeister. Wir scherzen und lachen. Für Außenstehende muss die Szene im Zuber, wie ein Softporno gewirkt haben. Naja. Wenn man im Zuber ist, vergisst man zuweilen schon mal alles was um einen geschieht. Ich fand es lustig, bis die Theorie aufkam, ob man im Zuber schwanger werden kann? Wenn die Temperatur stimmt könnte es schon klappen. Na toll, ich hoffe jetzt mal nicht, dass ich von meinem Chef schwanger werde, weil ich mit ihm zusammen im Zuber war. Und wenn es eine Katze wird, dann weiß ich ja von wem, die Katz is. Hm. Nach der dritten Bowle war ich betrunken und die Katze musste wieder arbeiten gehen. Mein Chef bot dem Katze einen Schlafplatz in unserem Zelt an. Er mag es, wenn es ein glückliches Standmodell hat. Es sieht so aus, als würde die Katze heute Nacht was zum Kuscheln bekommen.

Spät in der Nacht war die Taverne endlich dicht und ich musste meine Katze halb ins Bett tragen. Wir beide waren so fertig, dass wir Arm in Arm aneinander gekuschelt einschliefen.

Am nächsten Morgen ließ ich mir sein Autogramm und Emailadresse von meiner Katze in mein Notizbüchlein pinseln. Und ich darf über ihn schreiben, tue ich schon die ganze Zeit, aber fragen muss ich schließlich, nicht dass ich noch vom Bund deutscher Katzenliebhaber wegen Tierquälerei verklagt werde. Es regnet und heute kommt die Lady Captain aus dem IKEA-Sack, vielleicht reißt sie den Umsatz noch raus. Hm.

Ich beende die Fantasy Fair Geschichte an dieser Stelle und soviel sei gesagt. Die Niederlande ist auch nicht das Goldene vom Ei. Es war ein schöner Kreativurlaub für mich und jetzt kann ich mit sündigen Gedanken zum Pilgern gehen.

Jetzt bin ich wieder ein paar Tage im Lande und hoffe seitdem ich wieder online bin auf eine Antwort von meiner Katze. Von Tag zu Tag kommt mir Marburg immer weiter weg vor, als ich zuerst angenommen hatte. Es wäre ja auch zu schön um wahr zu sein, wenn es diesmal mit einem Mann klappen würde, der auf Frauen abfährt, mit einer übersichtlichen Frisur.

Ich muss wohl weiter davon träumen….

Frühstück in der WG

Frühstück in der WG

Die Geschichte eines Groupies Beim Zappen hätte mich beinahe der Schlag getroffen. Da gibt es jetzt einen neuen Sender, für das starke Geschlecht. Und da läuft eine Sendung, die von einem alten Bekannten mitmoderiert wird. Unglaublich, dieses Megaarschloch. Es ist so vier Jahre her, ich hab dieses Megaarschloch irgendwie aus Versehen mal aus dem Nero in die WG abgeschleppt. Er war total betrunken und ich hab ihn nur abgeschleppt, weil er eine Glatze hat. In der WG gings dann zur Sache, bis er mir irgendwann ins Ohr säuselt, wie gern er mit mir schlafen würde und ich krame nach den Gummis. Dann meint er nur, er wäre gegen Gummis allergisch. Und dagegen bin ich aber mal so allergisch. Ich meinte dann nur noch so zu ihm: ‚Des ist ja super, dann kann ich ja jetzt schlafen!‘ und drücke ihm eine Kleenexpackung in die Hand… ‚Aber spritz mir bitte nicht alles voll!‘ Ich dreh mich um, um zu pennen und der Kerl klammert sich an mir fest und erdrückt mich halb. Irgendwann sind wir wohl beide eingeschlafen. Ich, aus Sauerstoffmangel, und bei ihm tat der Alkohol den Rest. Ich hasse es wenn Männer klammern und dass nicht nur im Bett. Ich bekomme da ehrlich Panik. Ich muss da immer an die eine Decke denken und an meinen besten schwulen Freund. Wenn er schläft, dann klemmt er sich immer eine Decke zwischen die Beine und Arme und schläft wie ein Baby. Ich denke mir dann immer, hoffentlich verliert er in der Nacht nicht die Decke und nimmt stattdessen mich dafür her. Ich mag ihn echt gerne, und vögeln würd ich ihn auch, aber nicht in den Arsch. Zurück zum Megaarschloch. Am Morgen klopft meine Mitbewohnerin ganz leise an der Tür und sie streckt den Kopf zur Tür rein, grinst mich breit an und streckt beide Daumen hoch, als sie meinen Aufriss entdeckt. Ich muss wohl echt einen miesen Blick draufgehabt haben, da sich ihr Miene jetzt auch verfinstert. Ich steh auf und zieh mich schnell an und murmle, dass ich Brötchen holen geh und er gerne weiterschlafen könne. Meine Mitbewohnerin und ich gingen schnell zum Tengelmann und ich erzählte ihr die Geschichte vom Megaarschloch. Sie konnte es kaum glauben. Dann erzählte sie mir, dass er jetzt eine neue Ein-Mann-EBM-Band hat, die irgendwie Winterreifen heißt. Ach sowas stand auf seinem T-Shirt. Ist mir auch egal, ich hab früher die Chaingang schon immer besser gefunden, als …. Ich krieg langsam echt nen Hals, wenn der Typ des bei jeder macht und genug dumme Groupies gibt es ja, na dann gute Nacht. Beschließe insgeheim einen Aidstest zu machen und den Kerl jetzt aus meiner Wohnung zu schmeißen. Das Frühstück war legendär. In der kleinen WG-Küche sitzen drei Frauen und zwei Männer, als Herr Megaarschloch sich mal bequemt zum Frühstück zu kommen. Aber mit dem Kommen hat er es ja eh nicht so. Nur fürs Protokoll, in der WG ist es nicht immer so abgegangen. Dass mal jede von uns, unabhängig von einander, Männerbesuch hatte, war echt eigentlich noch nie vorgekommen. Aber die beiden Jungs, die auch da waren, waren alte Bekannte der WG und wussten bescheid, was unsere Frühstücksgewohnheiten angingen. Das Megaarschloch ist ein Aufschneider vor dem Herrn und erzählt allen lautstark, dass er der Superstecher aus dem Universum wäre.

Ich meinte nur trocken: ‚Ach, fürs Frühstück kannst du noch nen Fünfer in die Kasse werfen!‘ Für eine schlechte Performance musste Mann in der WG immer das Frühstück bezahlen, dass wusste jeder, nur nicht das Megaarschloch. Und meine Mitbewohnerin stellte elegant unser Sparschwein (Nilferd) auf den Tisch. Ein Nilpferd auf dem Topf beim Kacken und mehr ist nicht zum Thema Megaarschloch zu sagen. Ein Jahr später hab ich das Megaarschloch auf einem Heavy Metal Konzert wieder getroffen, meine Mitbewohnerin und ich haben irgendwoher günstig Karten herbekommen. Er kam zu mir rüber und fragt mich was ich denn hier mache, weil ich mit meinen pinken Zöpfen hier mal gar nicht reinpasse. (Nur weil ich einmal in meinem Leben einen viertklassigen Künstler abgeschleppt habe, oder wie?) Und dann fragt er mich allen Erstes, wie es heute Nacht noch so aussieht mit uns beiden! Ich meinte nur trocken: ‚Für nen schlechten Fick fehlt mir leider heute die Zeit!‘ Heute und für den Rest meines Lebens…

Published in: on 5. Januar 2010 at 16:21  Comments (3)  
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Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte in zwei Akten

Erster Akt:

Ich weis nicht so recht, wie ich anfangen soll. Hmm. Es ist ungefähr 5 Jahre her und es hat alles damit angefangen, dass meine lieben Freunde mir zum Geburtstag einen Vibrator „Paulchen“ und den Porno zu „Herr der Ringe“ geschenkt haben. Diese Pornoversion heißt „Lady of the Rings“ und ist echt gleich sooo schlecht, dass es nicht mal mehr die Handlung rausreißt. Am aller schlimmsten ist die Vergewaltigungsszene mit den „Orks“, sowas von unauthentisch, aber dass ist eine andere Geschichte.

Nach meinem Geburtstag wollte sich die Schwester von meinem unaussprechlichen Nichtmal-Exfreund mit mir treffen, um mir unter anderem einen guten Freund vorzustellen. Sie war der Meinung, dass wir unheimlich gut zusammenpassen würden. Wir trafen uns im Pulverturm. Er war ganz nett, er war tätowiert und gepierct, ein Rocker mit langen Haaren und so. Also hab ich mir nichts dabei gedacht, als ich ihm meine Nummer gegeben habe. Sie dachte, sie würde mir was gutes tun, nachdem es ihr Bruder so bei mir verkackt hat. (Dies ist eine andere Geschichte, die bereits irgendwo zwischen Steinen und Blüten und Blättern zu finden ist.)

Irgendwann haben wir uns dann verabredet und zwar nach Weihnachten bei mir in der WG. Ich musste noch was basteln für einen Kumpel und er kam natürlich viel zu früh. Meine lieben Freunde haben ziemlich genervt und irgendwann habe ich dann alle in der WG befindlichen Personen rausgeworfen und ich war mit dem Rocker alleine. Und ich habe mir immer noch nichts dabei gedacht. Es war alles ganz normal, so wie immer, ein Mann und eine Frau allein in einem riesigen kunstlederbespannten Bett mit Spiegel am Kopfende.

Wir haben uns unterhalten und ferngesehen und unterhalten und ferngesehen. Den ganzen Tag und den ganzen Abend und die halbe Nacht, haben wir geredet. Und ich habe mir nichts dabei gedacht. Irgendwann haben wir zum Fummeln angefangen, vielleicht wird’s ja noch. Und wir haben gefummelt und gefummelt und geknutscht. Irgendwann hatte ich fast nichts mehr an und er dafür noch alles. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Manche brauchen halt ein bisschen länger und mache….hm…Irgendwann war es dann so weit, ich warf ihm ein Kondom hin und meinte: „Zieh dich mal ordentlich an!“

Ich habe nicht weiter darauf geachtet, dass er sich beim Kondom aufziehen dermaßen blöd anstellt hat. Und nachdem ich nicht wirklich darauf geachtet habe, habe ich mir natürlich nichts dabei gedacht.

Während des äußerst umständlichen Aktes säuselte er mir ins Ohr, dass er jetzt keine Jungfer mehr sei….„WAAAAAAAAASSSSSSS????????“ Und ich trat ihn von mir runter. „Wie Bitte? Und da suchst du dir so eine Granate wie mich aus???“

Wenn dann scho gscheit!“ meint der Rocker.

Ich hielt ihm einen Vortrag darüber, dass Mann eine Frau über sowas vorher zu unterrichten hat, damit sie sich darauf einstellen kann und ihn dann nicht überfordert, weil wenn man Männer überfordert, dann klappt nämlich überhaupt nichts und genau so ist es auch gelaufen. Und vorallem hätte sie sich vorher überlegen können, ob sie überhaupt will. Sie ist ja schließlich nicht die Wohlfahrt und die Heilsarmee ist sie auch nicht.

Er ging aufs Klo. Und ich habe mir nichts dabei gedacht, dass er so lange gebraucht hat, (Insgeheim habe ich mir vielleicht gedacht, vielleicht schmeißt er sich ja aus dem Fenster und ich bin ihn los oder er haut einfach so ab, ohne seine Klamotten) irgendwann kam er dann wieder und wir schliefen ein.

In der Früh hab ich ihn dann vor die Tür gesetzt und mich dann nie wieder mit ihm getroffen. Auch ich kann in bestimmten Situationen ein Arschloch sein. Und dies ist so einen Situation, wenn eine Frau einen Mann entjungfert, dann verknallt er sich in sie und dass muss Frau auf alle Fälle unterbinden, außer es war ein absolutes Naturtalent. Also behandelte ich ihn schlecht, damit er leichter über mich hinweg kommt.

Ich bin in die Arbeit gefahren und habe mich den ganzen Tag darüber geärgert, dass ich ja nicht die Wohlfahrt bin und es war keiner da, mit dem ich drüber reden konnte. Alle waren zuhause bei ihren Eltern über die Feiertage und die noch da geblieben waren, habe ich gestern aus der WG geschmissen, damit ich mit dem Rocker alleine sein konnte. Und ich war die Einzige, die zwischen den Tagen arbeiten muss. Dann rief ich meinen besten schwulen Freund an. Der kennt alle betreffenden Personen auch, was das Ganze schon wieder kompliziert macht, aber mit irgendjemanden muss ich mich darüber unterhalten.

Er wollte die Einzelheiten gar nicht hören, aber da musste er jetzt durch. Nach der ganzen Geschichte war er etwas schockiert und ich sagte als Nachsatz: „Wie gut, dass ich ihm des Kondom nicht mit dem Mund drüber gestülpt habe!“

Wir lachten beide und malten uns aus, wie er mir das Kondom in den Hals schießt und ich jämmerlich dran ersticke oder er schießt mir das Kondom ins Auge und ich bin dann auf einem Auge blind und wie erklärt man des der Versicherung oder meinen Eltern. Oder seinen Eltern, wenn er in den Knast muss, weil er beim Sex eine Frau umgebracht hat, aber immer noch Jungfrau ist. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Irgendwann meinte mein bester schwuler Freund, wo er denn des Kondom überhaupt hin getan hat. Und ich solle aufpassen, wenn ich nachhause komme, dass ich nicht auch noch drauf ausrutsche und mir des Genick breche. Er würde mich heute Abend nochmal anrufen.

Zweiter Akt:

Nach der Arbeit fahre ich nachhause und suche das Kondom. Hm. Es ist nicht im Mülleimer im Bad. Auch nicht irgendwo daneben. Vielleicht hat er es ja runter gespült, aber des geht doch meistens nicht. Hmm. Mein bester Schwuler Freund ruft an und ich sage ihm, dass ich das Kondom nicht finden kann. Er fragt mich, ob ich schon zwischen meinen beiden Matratzen nachgesehen hätte, da fällt sein Handy auch immer durch, wenn er bei mir im Bett liegt. Ich vertröste ihn auf später und suche weiter nach dem Kondom. In meinem Mülleimer ist es auch nicht und rund ums Bett kann ich es auch nicht finden. Dann kucke ich wieder auf mein Bett und schüttele den Kopf, als ich die Matratzen hochhebe. Ich fand neben diversen Fernbedienungen und etwas Kleingeld auch einige Dinge, die ich schon länger vermisste, aber meine Unschuld und dieses blöde Kondom war nicht dabei. Hmm.

Ich kann meinen besten schwulen Freund hören, wie er ganz entsetzt frägt, er wird doch nicht, oder? Oh, nein, er wird doch nicht oder?

Ich suche mit Zuhilfenahme einer Nagelfeile und meiner aufgepimpten Fingernägel nach dem Kondom und zum Glück habe ich es tatsächlich irgendwann zum Vorschein gebracht. Mit zittrigen Fingern liege ich auf dem Bett und mein Handy geklingelt. Mein bester schwuler Freund ist dran: „Und hast du es gefunden?“

Ähm, ja!“

Wo! Unterm Bett, gell?“

Nicht direkt!“

Nein, er wird doch nicht, oder?“

Doch!“

Oh, nein, er wird doch nicht, oder?“

Doch und ich schilderte ihm genau, wie ich es gefunden habe und wie ich dieses verfickte Kondom zum Vorschein gebracht habe. Er meinte nur, ihm wäre jetzt schlecht und dass er nicht ohne Grund schwul sei.

Mir war jetzt auch schlecht, ich packte den Gummi und spülte ihn die Toilette runter und ich spülte solange, bis es endgültig den Jordan runter war. Eigentlich hätte ich es dem Rocker mit der Post zuschicken sollen, so ein Depp!

Jetzt werdet ihr euch fragen, was das Ganze jetzt mit „Paulchen“ zu tun hat. Naja, ich war so fertig mit der Welt, dass ich dachte ein bisschen Entspannung würde mir jetzt vielleicht gut tun. Dabei stellte ich fest, dass das Paulchen schon nach 3 Wochen den Buckel gemacht hat. Getriebeschaden! Super was hab ich den bitte jetzt schon wieder verbrochen? Nur weil ich nicht die Wohlfahrt bin. Zu Weihnachten, erst der Rocker als Weihnachtsmann und er hat mir ein Geschenk dagelassen. Hohoho! Und dann streikt auch noch Paulchen.

Am nächsten Tag, habe ich Paulchen dann in Candy umgetauscht. Ohne Probleme. Irgendwas muss doch funktionieren.

Nach einiger Zeit war ich bei meinem besten schwulen Freund auf seiner Geburtstagsparty. Der Unaussprechliche Nichtmal-Exfreund mit seiner Neuen war auch da und seine Schwester kam dann auch. Ich hab ihr die Geschichte erzählt, mit allen Einzelheiten, sie war noch entsetzter als der Gastgeber. Und ich glaube sie hatte ein richtig schlechtes Gewissen. Aber wir haben beide jetzt immer was zum Lachen, wenn wir uns sehen.

Später als ich auf dem Klo saß, schaute ich durch den Raum. Die Waschmaschine von meinem besten schwulen Freund heißt auch Candy. Welch Zufall!

So klein ist die Welt.

Moral:

Eines habe ich gelernt, man trifft sich immer zweimal im Leben und ich freue mich schon auf das zweite Mal.

Und wenn dich das Schicksal fickt, dann gescheit und es muss immer noch einen drauf setzten.

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